Die Liebe im Ernstfall - Krien, Daniela
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Sie heißen Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Sie kennen sich, weil das Schicksal ihre Lebenslinien überkreuzte. Als Kinder und Jugendliche erlebten sie den Fall der Mauer, und wo vorher Grenzen und Beschränkungen waren, ist nun die Freiheit. Doch Freiheit, müssen sie erkennen, ist nur eine andere Form von Zwang: der Zwang zu wählen. Fünf Frauen, die das Leben aus dem Vollen schöpfen. Fünf Frauen, die das Leben beugt, aber keinesfalls bricht.…mehr

Produktbeschreibung
Sie heißen Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Sie kennen sich, weil das Schicksal ihre Lebenslinien überkreuzte. Als Kinder und Jugendliche erlebten sie den Fall der Mauer, und wo vorher Grenzen und Beschränkungen waren, ist nun die Freiheit. Doch Freiheit, müssen sie erkennen, ist nur eine andere Form von Zwang: der Zwang zu wählen. Fünf Frauen, die das Leben aus dem Vollen schöpfen. Fünf Frauen, die das Leben beugt, aber keinesfalls bricht.
  • Produktdetails
  • Verlag: Diogenes
  • 6. Aufl.
  • Seitenzahl: 288
  • Erscheinungstermin: März 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 121mm x 25mm
  • Gewicht: 317g
  • ISBN-13: 9783257070538
  • ISBN-10: 3257070535
  • Artikelnr.: 54407742
Autorenporträt
Daniela Krien, geboren 1975 in Neu-Kaliß, studierte Kulturwissenschaften und Kommunikations- und Medienwissenschaften in Leipzig. Seit 2010 ist sie freie Autorin, 2011 erschien ihr Roman 'Irgendwann werden wir uns alles erzählen', der in 14 Sprachen übersetzt wurde. Ihr 2014 veröffentlichter Erzählband 'Muldental' wurde 2015 mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet, ihr letzter Roman 'Die Liebe im Ernstfall' erschien 2019 bei Diogenes. Daniela Krien lebt mit zwei Töchtern in Leipzig.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 02.03.2019

Rundherum Scherben

Die Probe auf den Befund eines gesellschaftlichen Zerfalls: Eine Begegnung in Leipzig mit der Schriftstellerin Daniela Krien zum Erscheinen ihres Romans "Die Liebe im Ernstfall".

Der Morgen hätte nicht viel besser beginnen können für Daniela Krien als mit diesem Anruf aus der Schweiz: Die Startauflage ihres an diesem Tag erschienenen Romans "Die Liebe im Ernstfall" (Diogenes Verlag, Zürich) ist bereits weitgehend vergriffen, der erste Nachdruck werde bald folgen. Kein Wunder, dass die dreiundvierzigjährige Schriftstellerin bestens gelaunt zum Treffen ins sonnendurchstrahlte Café Telegraph in Leipzig kommt - einem Ort, der in ihrem Roman kurz Erwähnung findet.

Daniela Krien lebt seit genau zwanzig Jahren in Leipzig, und hier spielt auch das neue Buch, in dem die Autorin die Bemühungen von fünf Frauen ungefähr ihres eigenen Alters verfolgt, ein Leben zu führen, das dem gesellschaftlichen Idealbild von Familie oder zumindest trauter Zweisamkeit entspricht - wobei die Haltungen der fünf Frauen dazu ebenso unterschiedlich sind wie ihre individuellen Liebesenttäuschungen. Was hier erst einmal klingen mag wie ein Kolportageroman, ist ein virtuos gebauter Geschichtenreigen, bei dem jeweils die kleine Erwähnung einer der Frauen das ihr gewidmete nächste Kapitel vorbereitet. "In meinen Büchern soll es nicht nur um Storytelling gehen", sagt Daniela Krien, "sie sollen nicht um jeden Preis Handlung machen, sondern mir sind Sprache, Rhythmus und Form wichtig." Diesen Anspruch löst sie ein. Und mit den fünf vielfach ineinander verwobenen Einzelschicksalen ist auch noch fast heimlich ein Stadtporträt von Leipzig verflochten, das just jene letzten fünfzehn Jahre umfasst, in denen die sächsische Stadt sich mindestens so sehr neu erfunden hat wie Kriens Heldinnen.

Aufgewachsen ist die Autorin jedoch im Vogtland, und dort hatte auch ihr erster Roman, "Irgendwann werden wir uns alles erzählen", seinen Schauplatz. Mit dieser im Sommer 1990 angesiedelten Erzählung von der bedingungslosen Liebe einer jungen Frau aus einem kleinen thüringischen Dorf zu einem zwanzig Jahre älteren Nachbarbauern landete die zuvor völlig unbekannte Autorin 2011 einen Bestseller. Ein Zufallsprodukt, denn das zuvor von zehn Verlagen abgelehnte Manuskript war durch eine Kette von persönlichen Beziehungen, die selbst schon Stoff für einen Roman abgäbe, nur wenige Monate zuvor in die Hände von Tanja Graf gekommen, die in ihrem damals gerade einmal ein Jahr alten Kleinverlag noch kurzfristig einen Programmplatz zu füllen hatte. Kein Zufall aber, dass dieser Roman über das Erwachen erwachsener Liebe in den letzten Tage der DDR Erfolg hatte. Er bot mit der Szenerie eines sich durch äußere Einflüsse ändernden ländlichen Lebens thematisch schon manches, was das Publikum vier Jahre später an Dörte Hansens "Altem Land" begeisterte.

Kriens Erzählungsband "Muldental" folgte 2014; diesmal war die gleichnamige Landschaft in der Nähe von Leipzig Hauptschauplatz, und alle zehn Geschichten erzählten von den Folgen der Wendezeit. Dadurch war auch dieses Buch schon mehr Reigen als bloße Sammlung von Erzählungen: Die Figuren sind von unterschiedlichstem Charakter, aber auf der Makroebene gibt es zahlreiche Verbindungen. Man spürt die Faszination der Autorin für die russische Literatur, mit der sie aufgewachsen ist: Tschechow, Gogol, Tolstoi, vor allem aber Dostojewski, dessen "Brüder Karamasow" Krien alle paar Jahre wieder liest. Der Titel ihres ersten Romans variiert eine Stelle daraus.

"Dass ich Schriftstellerin werden wollte, das weiß ich schon seit meiner Kindheit, seit meine Mutter mir als kleines Mädchen vorgelesen hat." Aber Daniela Krien nahm erst einmal ein Studium der Kulturwissenschaften auf, in dessen Verlauf sie in kurzem Abstand zwei Töchter bekam. "Meinen ersten Roman schrieb ich dann aus Verzweiflung heraus: Ich konnte wegen der aufwendigen Pflege meiner schwerbehinderten jüngeren Tochter meine Abschlussarbeit in Kulturwissenschaften nicht fertigstellen und stand beruflich vor dem Nichts. Also habe ich mich hingesetzt und geschrieben. Und ich habe mir gesagt: ,Wenn ein Verlag dieses Buch will, dann werde ich Schriftstellerin.'" So geschah es.

Die Pflege der heute dreizehnjährigen Jüngeren sorgt mit dafür, dass Daniela Krien trotz ihres Erfolgs nur selten auftritt. Die am 24. März auf der lit.Cologne beginnende Lesereise mit dem neuen Buch ist eine Ausnahme, zumal Krien keine Schriftstellerin ist, die außerhalb ihrer Bücher wahrgenommen werden will. Sosehr sie das Engagement mancher Kollegen in politischen Fragen respektiert, sowenig schätzt sie eine allein durch Ruhm suggerierte Kompetenz. Dabei wäre gerade ihre Stimme eine Bereicherung in manchen heiklen Fragen deutscher Befindlichkeit, vor allem weil sie qua eigener Biographie die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland genau registriert: "Ostdeutsche kennen im Gegensatz zu Westdeutschen beide großen konkurrierenden Systeme, Kapitalismus und Sozialismus, von innen. Der Zusammenbruch des mit höchstem moralischen Anspruch begonnenen Sozialismus hat sie gelehrt, dass kein System auf ewige Dauer gestellt ist." In Westdeutschland sei man sich der Überlegenheit der liberalen Demokratie so sicher, dass man versäume, für sie zu kämpfen. Und der wachsende Individualismus sei nicht geeignet, Zuwanderer aus traditionell geprägten Gesellschaften für die Vorzüge der unsrigen zu begeistern.

In gewisser Weise stellt "Die Liebe im Ernstfall" die Probe auf diesen Befund dar, obwohl es darin gar keine multikulturellen Konflikte gibt. Das Personal des Romans rekrutiert sich aus Deutschen, aber die Lebensentwürfe der stets ostdeutsch sozialisierten Frauen unterscheiden sich diametral von denen der zumindest teilweise aus dem Westen stammenden Männer. Und wie es etwa Daniela Krien gelingt, im eher nebenbei erzählten Wandel des Vaters zweier ihrer fünf Frauen vom angepassten DDR-Kulturbürger zum provozierenden Gesellschaftsskeptiker ein Soziogramm des Protestwählers zu entwerfen, das darf im als so heikel beurteilten sächsischen Landtagswahljahr Interesse über die eigentliche Handlung hinaus beanspruchen. Dass Krien mit dieser Figur höchst sensibel, ja am Schluss geradezu zärtlich umgeht, ist alles andere als selbstverständlich. Die Vorliebe ihrer älteren Tochter für Bücher mit Happy Ending habe da Wirkung gezeigt - wenn die Vierzehnjährige sich auch gar nicht für die Literatur der Mutter interessiert.

Daniela Krien schöpft aus ihren Erfahrungen, aber sie erzählt nicht aus ihrem Leben; den Plan eines umfangreichen Romans der eigenen Familiengeschichte hat sie vor zwei Jahren wieder aufgegeben. Lieber hört sie als stummer Gast Gesprächen anderer zu und lässt sich dadurch zu ihren Stoffen anregen: "Das Leben ist so prall gefüllt, da muss ich mir nichts ausdenken. Und nur einmal habe ich gehört: ,Achtung, hier sitzt eine Schriftstellerin mit am Tisch!' Aber diese Warnung war auch schnell wieder vergessen."

Was "Die Liebe im Ernstfall" dennoch höchstpersönlich macht, zeigt sich in einer Bemerkung seiner Autorin zur Themenwahl des Romans: "In meinem engeren Freundeskreis hat nur eine Beziehung bis heute gehalten. Ansonsten: rundherum Scherben." Darin bezieht Daniela Krien sich selbst mit ein, ihre Töchter erzieht sie seit sieben Jahren ohne den Vater. Die Sehnsucht aber nach Beständigkeit der Liebe bleibe, auch wenn die Bedingungen im Zeitalter von Dating-Apps längst andere seien und Sicherheit - da kommt der ostdeutsche Erfahrungshorizont dieser Autorin wieder zum Tragen - eine Illusion darstelle. "Literatur", so sagt sie, "sollte deshalb in erster Linie Fragen stellen. Die Antworten muss jeder Leser für sich finden."

ANDREAS PLATTHAUS

Daniela Krien: "Die Liebe im Ernstfall". Roman.

Diogenes Verlag, Zürich 2019. 288 S., geb., 22,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 07.05.2019

Paula, Judith,
Brida, Malika, Jorinde
Daniela Krien erzählt vom Leipziger Liebesleben
„Die Liebe im Ernstfall“ – ja, gibt es denn eine andere? Wie er oder sie sich in diesem Punkt verhält, was ihr oder ihm da widerfährt, das ist von zentraler Bedeutung fürs ganze Dasein, auch wo die Akteure nur zu spielen scheinen. Daniela Krien wurde 2012 durch ihr Buch „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“ bekannt.
Darin ging es um die überwältigende Liebe einer Siebzehnjährigen zu einem weit älteren Mann, mitten in der ostdeutschen Wendezeit, als die meisten Menschen sich mit anderen Problemen herumzuschlagen hatten. Es war ein bewundernswertes Stück Liebesabsolutismus. Diesmal hat Krien die schwere Liebeslast auf mehrere weibliche Schultern verteilt und das archaische Mecklenburg gegen das Leipzig der Gegenwart ausgetauscht.
Die Protagonistinnen und ihre Partner tendieren überwiegend zum grünen Milieu, leben in Lofts oder Altbauwohnungen, schauspielern, schreiben, arbeiten alte Möbel auf, fahren eher Rad als Auto (und wenn, dann einen Volvo) und nennen ihre per Hausgeburt in die Welt gesetzten Kinder Ada, Jonne und Lilli. Sie sind meist Ende dreißig, Anfang vierzig, in einer Phase also, wo Frauen ohne Kinder die biologische Uhr ticken hören und getroffene Lebens- und Familienentscheidungen noch einmal auf den Prüfstand kommen. Und immer ist die Stadt präsent, Leipzig, wo Daniela Krien zu Hause ist und die sie offenkundig liebt, eine Stadt voll Sommer und Grün, mit dem Duft blühender Linden und von Bärlauch-Aromen gesättigten Auwäldern. Natürlich herrscht auch in Kriens Buch nicht ununterbrochen Sommer, aber es kommt einem so vor. In Erinnerung bleibt die Atmosphäre einer warmen Luft, durch die mit rasender Geschwindigkeit die Mauersegler zischen.
Es geht also um fünf Frauen und ihre Liebesbiografien. In der großen Stadt gibt es immer mehrere Optionen; jede der fünf bekommt es mit mindestens zwei Männern zu tun. Die Form, die Krien dafür gefunden hat, muss man sehr glücklich nennen. „Roman“ steht auf dem Umschlag; das ist nicht ganz verkehrt, beschreibt das Konzept aber nur unzulänglich. Fünf Teile hat das Buch, die je nach ihrer Protagonistin heißen: Paula, Judith, Brida, Malika, Jorinde.
Die fünf sind weder vollständig gegeneinander isoliert, noch verschmilzt ihre Geschichte zu einem einzigen Plot. Paula und Judith sind trotz ihrer Unterschiedlichkeit enge Freundinnen, Malika und Jorinde ebenso verschiedenartige Schwestern; dazwischen steht Brida Lichtblau, die Schriftstellerin. Und natürlich überlappen sie sich in ihren Männergeschichten.
Die Frauen sagen nicht „Ich“; aber die Erzählung lässt sich dennoch auf ihre jeweilige Perspektive ein. Auf diese Weise kann die Erzählerin sehr einfühlsam von ihnen sprechen, ohne ihnen doch in jeder Hinsicht recht zu geben. Sie weiß mehr und Deutlicheres von ihnen als sie selbst, aber es spitzt sich so eigentlich nur das zu, was alle diese Frauen als ihr eigenes Leben empfinden.
Paula zum Beispiel hat ein Kind verloren; dieser Verlust prägt von nun an ihre Existenz. Von ihr heißt es: „Der Tod ihres Babys entfernte sie vom Durchschnitt. Ihr Schmerz blieb ungeteilt. Es war wie ein nachwachsender Kuchen, von dem sie aß und aß, ohne dass er je kleiner wurde. An ihrem Leid mussten sich alle messen lassen. Kaum jemand bestand. Was hieß es schon, ein paar Nächte nicht geschlafen zu haben, weil das Kleinkind zahnte? Jegliches Klagen verbot sich.“ Da wird im Schmerz, den Paula gewiss als etwas Primäres fühlt, das Mittel ahnbar, mit dem sie halb unbewusst ihren Stolz nährt und ihre Umgebung unter sozialen Druck setzt. Man versteht auch (was Paula so nicht begreift), warum sie in dieser Zeit vereinsamt.
Paulas Freundin Judith hingegen will sich nicht binden und nutzt Dating-Portale. „Seit sie auf den Partnerschaftsplattformen unterwegs ist, bleibt das Misstrauen. Etwas kann nicht stimmen mit Männern, die darauf angewiesen sind, auf diese Weise eine Frau zu finden. So wie mit ihr selbst etwas nicht stimmt.“ Judith ist eine äußerst intelligente und kompetente Ärztin; trotzdem wäre es unwahrscheinlich, dass sie ihr Missbehagen in genau dieser Form ausdrückt. Das erledigt für sie die Erzählerin und wird ihr doch nicht untreu dabei. Es öffnet sich so der Blick auf die Gründe für Judiths Unrast, in der die widersprüchlichen Impulse von Bedürftigkeit und Verachtung miteinander ringen.
Im Zusammenklang ergeben die Depressive und die Überaktive, die Spontane und die Gehemmte, die Naive und die Planerin (jede kann auch mehreres sein) genau das, was etwa Feridun Zaimoglu in seinem neuen Buch nur behauptet: einen vielstimmigen weiblichen Chor. Das ist nebenbei auch gerechter den Männern gegenüber, die nicht im eindimensionalen Blick erstarren, sondern sich in den Augen erst der einen, dann der anderen Frau entfalten dürfen.
Diese beiden Dinge zusammen – die Mehrstimmigkeit und die Art, wie jede einzelne Stimme in der Mitte zwischen Figur und Erzählinstanz geführt wird – machen die besondere Qualität dieses Buchs aus. Sie bewirken, dass etwas, das dem Anschein nach nur eine Sukzession des Privatesten sein will, sich erweitert zu einem Panorama, in dem das Ganze einer Gesellschaft im Umbruch hervortritt.
Daniela Krien fragt so unaufdringlich wie nachdrücklich nach dem Preis, den der enorm erhöhte Grad persönlicher Freiheit kostet. Sie stellt auch unkonventionelle Lebensmodelle vor: zwei Schwestern, die zusammen ein Kind ohne Vater aufziehen; zwei Frauen, die sich einen Mann und eine Familie teilen. „Preis“ ist eine wirtschaftliche Kategorie; die Antwort fällt notwendig ökonomisch aus. Im letzten Fall etwa so, dass die Protagonistin sich eingestehen muss, ein Mann könne zwar mit zwei Frauen schlafen, aber wenn es hart auf hart kommt, nur eine verteidigen.
Das Buch liest sich mit wunderbarer Leichtigkeit – einer Leichtigkeit, die täuscht: Liebe im Ernstfall bedeutet für Krien, dass sie scharf die Verhältnisse in jenem Dreieck betrachtet, dessen Seiten Freiheit, Preis und Glück sind.
BURKHARD MÜLLER
Daniela Krien: Die Liebe im Ernstfall. Roman. Diogenes Verlag, Zürich 2019. 288 Seiten, 22 Euro.
Ein Mann könne
mit zwei Frauen schlafen, aber
nur eine verteidigen
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Andreas Platthaus verfolgt die Bemühungen einer Handvoll ostdeutsch sozialisierter Frauen um ein Familienleben in Daniela Kriens Buch mit Interesse. Dass der Roman nicht in Kolportage verfällt, ist laut Platthaus der Virtuosität zu danken, mit der Krien ihren "Geschichtenreigen" konstruiert und die Einzelschicksale ineinander verwebt. Wenn dabei auch ein Porträt der Stadt Leipzig und ein Soziogramm des Protestwählers herausspringt, freut es Platthaus umso mehr. Ein erfahrungssattes Buch, mit dem die Autorin dennoch gekonnt von ihrem eigenen Leben abstrahiert, findet der Rezensent.

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