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Benutzername: Isabell47
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Bewertungen

Insgesamt 150 Bewertungen
Bewertung vom 14.07.2018
Vergessene Seelen
Goldammer, Frank

Vergessene Seelen


ausgezeichnet

Dies ist der dritte Fall für Max Heller, der bei der Kriminalpolizei in Dresden arbeitet. Während sein erster Fall 1947 und der zweite Fall 1947 spielt, so spielt dieser dritte Fall im Jahr 1948. Gemeinsam mit Max Heller taucht der Leser in diese Zeit ein....Hunger, Zerstörung, Elend und die Währungsreform sowie, was es heißt in der sowjetischen Besatzungszone zu leben. Genau in dieser Zeit lebt Max Heller mit seiner Frau und der Leser erfährt durch ihn, was das bedeutet. Jetzt hat Max Heller den Tod eines 14jährigen Jungen aufzuklären und dies ist nur der Gipfel des Eisbergs.....
Dieses Buch hat mich durch den Schreibstil Frank Goldammers, der es schafft mir das Gefühl zu geben, gleich neben seinem Protagonisten Max Heller zu stehen, völlig in seinen Bann gezogen. Ich empfinde den Kriminalfall an sich zwar als spannend, aber eigentlich ist es für mich nur ein Nebenprodukt einer äußerst bewegenden Zeitreise nach Dresden 1948 und den Alltag der Menschen. Dadurch, dass ich Max Heller schon bei seinen vorherigen Fällen kennenlernen durfte, konnte ich seine persönliche Entwicklung besonders gut verfolgen. Für Neueinsteiger gibt der Autor stets Hinweise auf die Vergangenheit, jedoch macht er dies nicht in Form einer langweiligen Rückblende, sondern in dem er Heller als Person reflektieren, träumen, erinnern...etc. lässt. Besonders fasziniert hat mich auch, wie es Frank Goldammer gelingt, mir zu erklären, wie die Menschen sich mit dem Sozialismus "anfreunden" bzw. ihn genauso vehment vertreten wie die Ideologien des Nationalsozialismus.
Ich habe voller Vorfreude gesehen, dass im Dezember der vierte Band der Reihe erscheint und somit weiss ich schon, was auf jeden Fall auf meinem Wunschzettel landet.
Ein absoluter Lesetipp für alle, die gerne zeitgeschichtlich gut recherchierte Krimis lesen! *****

Bewertung vom 08.07.2018
Merit und das Glück im Sommerwind / Summer Girls Bd.3
Sahler, Martina; Wolz, Heiko

Merit und das Glück im Sommerwind / Summer Girls Bd.3


ausgezeichnet

Merit ist leidenschaftliche Reiterin, lebt mit ihrer Familie auf einer Nordseeinsel und macht ein Viertel der Summergirls aus, welche aus ihren besten Freundinnen Josy, Emmy und Mathilda bestehen. Merit hat diesen Sommer beschlossen, dass Jungs ihr gestohlen bleiben können und es kommt natürlich genau anders. Sie lernt den Urlauber Simon kennen und verliebt sich.
Die Autoren haben eine wunderbare, kurzweilige und einfühlsame Geschichte über das Leben von Teenagermädchen geschrieben, wobei in dem dritten Band der Reihe, die Hauptperson Merit ist. Hierbei geht es neben dem Verliebtsein, zu dem auch Unsicherheiten und Zickereien gehören, um die Bedeutung der Mädchenfreundschaften und deren Schwierigkeiten, aber auch, das man gemeinschaftlich stark ist. Über der ganzen Geschichte liegt, da sie im Sommer und auf einer Nordseeinsel spielt, eine einmalige Atmosphäre von Urlaubsfeeling....Sonne, Strand, Wasser,Wind, Wellen,......und Liebe..... in der Luft.
Eine tolles Buch und eine absolute Leseempfehlung von mir.

Bewertung vom 30.06.2018
Lavendelträume
Diechler, Gabriele

Lavendelträume


ausgezeichnet

Die Autorin Gabriele Diechler beschreibt in ihrem Roman "Lavendelträume" das Leben von Julia, die nach dem Unfalltod ihrer Mutter, zufällig eine Liebesbotschaft findet, die von einem anderen Mann an ihre Mutter gerichtet war. Ihre Mutter, die sie gut zu kennen glaubte, wird ihr in diesem Augenblick fremd und Julias Leben auf den Kopf gestellt, da sie erfahren möchte, wer und was hinter der Botschaft steckt.
Julia begibt sich auf eine Reise in die Provence und gleichzeitig ist es auch eine Reise zu ihr selber, denn sie beginnt ihren eigenen Lebensentwurf zu hinterfragen. Sie lernt viele neue Menschen kennen und der Leser mit ihr. Die Autorin schafft es auf grandiose Art mit ihren Beschreibungen, den Menschen Tiefe, Facetten, Innenleben quasi ein "eigenes Ich" zu geben. Ich bin davon ebenso stark beeindruckt gewesen, wie von den Emotionen, die Parfums wecken und wie diese entwickelt werden oder den Darstellungen der Umgebung.
Die Geschichte hat mich quasi in sich hineingesogen und es ist nicht nur der Inhalt .... Familie, Freundschaft, Liebe..... Trauer, Hoffnung, Glück, Mut..... sondern der Sprachstil, der alle Sinne anspricht. Ich habe den Duft in der Nase gehabt, ---den Wind gehört, .... gefühlt, geschmeckt......
Es lag, trotz manchen traurigen und bewegenden Momenten, eine Leichtigkeit und Lebensfreude in der Geschichte, die alles überwog und mir ein Lächeln auf das Gesicht zauberte.
Einer meiner Lieblingssätze aus dem Roman ist " Angst lässt das Leben zu klein werden, um sich darin noch glücklich einzurichten", der noch in mir nachhallt und mich daran erinnert, mich mit mir selber auseinanderzusetzen.

Eine absolute Leseempfehlung für einen großartigen Roman, der hoffentlich viele Leser finden wird.

Bewertung vom 22.06.2018
Der Flüstermann / Laura Kern Bd.3
Shepherd, Catherine

Der Flüstermann / Laura Kern Bd.3


ausgezeichnet

Zunächst kurz zum Inhalt: Im Internet taucht ein Video mit einer Frau auf, die "live" umgebracht wird. Innerhalb kürzester Zeit wird das nächste Video mit dem nächsten Mord hochgeladen. Während der Ermitllungen, die Laura Kern, eine taffe, junge Ermittlerin mit bewegter und narbenhinterlassender Vergangenheit, leitet, scheint es zunächst so, als ob der Täter seine Opfer auf Hilfsbereitschaft testet und sie dann, nachdem sie den Test nicht bestanden haben, tötet. Laura nimmt die Spur gemeinsam mit ihren Partnern auf....


Auf dem Klappentext des Buches hinten steht ...."Halten Sie sich fest, dieses Buch gönnt Ihnen keine Atempause" .......eigentlich sehe ich solche Kommentare sehr kritisch und selten stimmen sie mit meiner Meinung überein..... ist eher ein Grund für mich das Buch nicht zu kaufen..... hier jedoch trifft es voll ins Schwarze!.....

Ich war beim Lesen sofort mitten im Geschehen des Buches drin. Laura Kern ist eine sehr interessante Ermittlerin und mir sehr sympathisch. Auch den anderen "Figuren" des Buches gibt die Autorin mit wenigen Worten Tiefe oder /undbzw. ein klares Profil.
Besonders gelungen ist auch der Wechsel der Erzählperspektive und Rückblicke in die Vergangenheit. Im Thriller wurde kontinuierlich Spannung aufgebaut, er lässt sich sehr gut lesen dank der Beschreibungen und erst kurz zum Schluss wurde mir endgülig klar, wer der Täter/die Täterin ist und warum die Morde so geschehen sind.
Eine ganz klare Leseempfehlung von mir!

Bewertung vom 14.06.2018
Der Alphabetmörder
Schütz, Lars

Der Alphabetmörder


ausgezeichnet

Jan Grall, Fallanalytiker, wird zusammen mit seiner Assistentin Rabea Wyler zu einem Tatort in seine alte Heimat den Westerwald beordert.
Ein Mörder, der seinen Opfern die Buchstaben des Alphabets eintätowiert und sie grausam ermordet, wird gesucht. Während die beiden Analytiker sich versuchen ein Bild von den Fakten zu machen, muss sich Grall der Vergangenheit stellen und schnell wird klar, dass er persönlich Teil des Falls ist.

Mir hat der Schreibstil des Autors sehr gut gefallen, wunderbar erzählt, spannend, mich immer wieder auf falsche Fährten lockend und so war die Auflösung für mich sehr überraschend. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall mit den beiden Fallanalytikern. Fünf Sterne!

Bewertung vom 31.05.2018
Höllgrotten
Mansour, Monika

Höllgrotten


ausgezeichnet

"Höllgrotten" von Monika Mansour Ist der erste Kriminalroman, den ich von dieser Autorin gelesen habe und es wird sicherlich nicht der letzte gewesen sein.
Die Handlung des Krimis ist in der Schweiz angesiedelt und nimmt aber auch bezug auf den Kongo. Es geht um Natalie, eine junge Frau, die an einem seltenen Gendefekt leidet - der sogenannnten Schmetterlingskrankheit und sich trotzdem für andere in Not geratene Menschen aktiv einsetzt. Wie gefährlich ihr Einsatz ist, begreift sie erst, als die junge Kongolesin Emeline tot unter der Lorenztobelbrücke aufgefunden wird. Hierdurch kommt die ermittelnde Polizistin Sara ins Spiel.
Ich habe die Figuren, die für mich sehr real waren..... sind es überhaupt Figuren.? sehr in mein Herz geschlossen. Selten hat mich ein Krimi so sehr berührt.... tolle Menschen.... Schicksale, die mir sehr nahe gehen.... anhand von Musa und Emeline die Welt des Kongos, die Einstellung der Menschen zum Leben, die Politik, ...Sara als Ermittlerin.....Klasse!.... Harri, was für ein Vater! Natalie......Weltklasse! Tom..... mir fehlen die Worte und Toms Vater nicht zu vergessen..... der Krimi ist so gut in allen Einzelheiten ausgearbeitet...... jeder "Mensch" wird so gut dargestellt, dass ich ihn vor mir sehe... spannend.... Ich bleibe zurück....der Krimi hallt noch nach in mir.....
Sehr gerne würde ich auf Sara als Ermittlerin in einem neuen Fall erleben!
Ich vergebe die volle Punktzahl und würde noch mehr Punkte verteilen, wennn ich die Möglichkeit hätte.
Erstklassiger Kriminalroman, der unter die Haut geht.....

Bewertung vom 22.05.2018
Venezianische Intrigen
Gesing, Daniela

Venezianische Intrigen


ausgezeichnet

Kurz zum Inhalt: Auf offener Straße in Venedig erstickt die junge Sozialarbeiterin Loredana vermutlich aufgrund ihrer Allergie an Erdnüssen. Doch wie geriet sie an diese ? Hat sie versehentlich was gegessen, worin Erdnüsse enthalten waren? Versehen oder Mord? Commmissario Luca Brassoni beginnt zu ermitteln,..am Arbeitsplatz, der Familie, dem übergriffigen Freund....
Leider war mir die Reihe um "Luca Brassoni" bisher unbekannt, doch ich bin sehr gut in diesen Krimi hineingekommen. Vom Schreibstil, sehr detailliert beschreibend und entschleunigtem Erzähltempo, erinnert das Buch mich an Donna Leon, und genau wie diese, lässt die Autorin mich eintauchen in die Welt Venedigs und das dazugehörige Lebensgefühl. Es geht um die Auflösung des Todesfalls Loredanas, wobei mich die Autorin gekonnt an der Nase herumführte, jedoch auch um das Leben und den Hintergrund der Protagonisten, die mit dem Fall beschäftigt sind. Mir gefällt es immer, wenn ich mir die Figuren sehr gut vorstellen kann, was hier auch bei den "Nebendarstellern" so ist. Nebenbei spricht die Autorin auch gesellschaftliche Themen wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Gewalt in Beziehungen, Kindeswohlgefährdung etc. an und so wirkt die Geschichte noch bei mir nach. Da die Leichtigkeit des Seins, was ich mit Italien verbinde, jedoch überwiegt, bleibe ich jedoch auch mit dem Gefühl zurück, gut unterhalten worden zu sein und gedanklich reise ich nach Venedig.
Volle 5***** Sterne für diesen atmosphärisch dichten Krimi aus Venedig!

Bewertung vom 14.05.2018
Lieb gewonnen
Müller, Ulla B.

Lieb gewonnen


ausgezeichnet

Kurz zum Inhalt: Leonie ist alleinerziehende Mutter der 9-jährigen Kiki und inhaberin eines kleinen Cafés. Nachdem nicht nur das wichtigster Teil - die Kaffeemaschine - kaputt geht und die Finanzen alles andere als rosig aussehen, hat die beste Freundin Emma ihres Zeichens Floristin die Idee mit einer Tombola, um das Geschäft zu beleben. Es kommt zu einigen amüsanten Ent- und Verwicklungen... auch Liebe liegt in der Luft....
Die Autorin hat es mit ihrem hinreißendem Schreibstil, der detailreich, unterhaltsam, gewürzt mit Ironie und Gefühl, ist, mich in diese Geschichte eintauchen zu lassen und mir zu wünschen Gast in diesem Cafè zu werden oder einen dieser entzückenden Blumensträuße mit Botschaften von Emma zu bekommen. In der Geschichte spielt nicht nur Hauptperson Leonie eine Rolle, sondern auch die anderen Menschen, die auftauchen egal, ob es sich um Tochter Kiki, Konditor Gregor, Freundin Emma, Nachbar Ramon oder die Cafébesucher handelt, sie alle werden wunderbar beschrieben und geben dem Roman die nötige Würze. Es liegt viel Liebe in der Luft und lädt zum Träumen ein. Eine besondere Person, die ich persönlich sehr ins Herz geschlossen haben, ist Tochter Kiki und mit ihr die Thematik Schule, wo ich vieles wiedererkannt habe und schmunzeln musste.
Ich empfehle diesen wunderbaren Roman, der mich großartig unterhalten hat und mich entspannt zurückgelassen hat, sehr.
5 ***** Sterne!

Bewertung vom 12.05.2018
Wir sind dann wohl die Angehörigen
Scheerer, Johann

Wir sind dann wohl die Angehörigen


ausgezeichnet

33 Tage lang war der Vater von Johann Scheerer in den Händen seiner Entführer und über 20 Jahre später erzählt er, der Sohn, wie es für ihn, als 13jährigen Jungen, damals war.
Er erzählt teilweise sehr detailliert, welche Gedanken er damals hatte und welche Erinnerungen er hat. So entsteht einerseits das Bild eines Jungen, der in seinem eigenen Zuhause, um seinen Platz "kämpfen" muss oder den Fernseher , der plötzlich nicht mehr zur Schule gehen darf und damit die Lateinarbeit verpasst. Vielleicht denkt mancher Leser hier, dass er sich an so Unwichtigkeiten wie die Lateinarbeit erinnert, aber ich denke ja genauso ist es, denn ich erinnere mich auch manchmal anscheinbar unwichtige Dinge. Andererseits wird auch das Zusammenleben der Menschen, die nun zusammentreffen, um über die Lage zu beraten und die Entführung zu einem guten Ende zu bringen, beschrieben und so bekomme ich als Leser eine Ahnung davon, unter welchem Druck Johann und seine Mutter gestanden haben.
Auch lässt das Buch einen sehr privaten Blick zu und damit ist der Entführte Jan Philipp Reemtsma nicht nur reiche Erbe, sondern ein Vater, der mit seinem Sohn fernsieht, liest, lernt und absolut nicht ordentlich ist, der versucht hat seinen Sohn normal aufwachsen zu lassen und zwar ohne Zäune am Grundstück etc.
Die Geschichte zeigt ganz deutlich wie schwer die Zeit für Johann gewesen sein muss , denn als Teenager befindet er sich gerade in der Phase der Abgrenzung, gleichzeitig sucht er auch die Auffmerksamtkeit seines Vaters und nun muss er alles der Angst während der Entführung unterordnen.
Das Buch hat mich zutiefst bewegt, es wirkt gerade wegen kleiner Detaills sehr authentisch und macht klar, dass die Entführung das Leben für immer für alle Beteiligten verändert hat.

Bewertung vom 03.04.2018
Die Eifelhexe
Kleiber, Katja

Die Eifelhexe


ausgezeichnet

Ella Dorn war Unternehmensberaterin und nach einem Burn-out hat sie sich in ein kleines abgelegenes Haus in die Eifel zurückgezogen, um ihr Leben in den Griff zu bekommen. Sie schreibt noch Gutachten für ihre alte Firma, jedoch ansonsten versucht sie mit der Natur zu leben. Sie stellt selber Seifen her und widmet sich auch der Kräuterkunde. Als sie einen "Geheimauftrag" für Leyendecker, einen Politiker, ausführt, wird dieser kurzer Zeit spät vergiftet aufgefunden.
Die Polizei versteift sich bei der Suche nach dem Täter auf Ella. Ella wiederherum versucht nun ihrerseits herauszufinden, wer Leyendecker von der Bildfläche verschwinden lassen wollte.
Bei den Ermittlungen erfahre ich als Leser viel von der Region Eifel, ihren Bewohnern, deren Interessen und Problemen.
Mich hat dieser Krimi, der sich kritisch mit der Problematik der Landwirtschaft und dem Ökosystem sowie mit Augenzwinkern mir einen Einblick in das Leben in der Eifel veschaffte, sehr gut gefallen.
Sehr gerne würde ich noch mehr Krimis mit Ella und dem ungleichen Polizistenduo Peter, dem gemütlichen Eifler, und Tanja, der taffen karrierebewussten Polizistin, lesen.