Benutzername: Isabell47
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Bewertungen

Insgesamt 128 Bewertungen
Bewertung vom 21.11.2017
Nach dem Schweigen
Drews, Christine

Nach dem Schweigen


ausgezeichnet

Saskia, eine junge Frau Anfang Zwanzig, hat als fünfjähriges Mädchen ihre Mutter verloren und ist mit ihrem älteren Bruder Max bei ihrem Vater aufgewachsen. Sie ist wegen ihrer Albträume, die sie aufgrund des Todes der Mutter immer noch verfolgen, in Behandlung. Allein von ihrer Tante Ellen, der Schwester der Mutter, fühlt sie sich gut verstanden. Da passiert das Unglück, Ellen stirbt bei einem Sturz vom Hochhaus. Während Suizid im Raum steht, entpuppt sich dieser als Mord. Zwei Bewohner des Hauses haben den Fall mitbekommen und fühlen sich nun ihrerseits beobachtet. Saskia möchte mittels Konfrontationstherapie ihre Albträume loswerden.
Selten schafft es ein Thriller, dass ich schon nach den ersten Seiten Schwierigkeiten habe, ihn wieder zu Seite zu legen. Die Autorin Christine Drews verzichtet völlig effektheischende Beschreibungen oder Verfolgungsjagden etc., sondern lässt die Geschichte vor meinen Augen bildlich entstehen, in dem verschiedene der Protagonisten aus ihrer Perspektive erzählten, so dass ich mit gut in diese hineinversetzen kann. Sehr gebannt nehme ich zur Kenntnis, dass nichts ist wie es scheint und je tiefer ich in die Geschichte hineinkomme desto mehr Verstrickungen ergeben sich und führen zu einem schlüssigen Ende. Der Thriller ließ nie an psychischer Spannung nach und auch am Schluss bin noch am Rätseln, ob ich irgendetwas übersehen habe. 5 Sterne von mir!

Bewertung vom 26.10.2017
Zwei fast perfekte Schwestern
Grünig, Michaela

Zwei fast perfekte Schwestern


sehr gut

Lily, die eine der beiden Schwestern, ist mit einem beruflich erfolgreichen Mann verheiratet, lebt ein scheinbar unbeschwertes, glückliches Leben, während Stephanie sich als die äußerlich benachteiligte sieht, kein Glück bei Männern hat, aber beruflich als Lektorin Fuß gefasst hat.
Der Schein trügt, das Lebensmodell beider Schwestern bricht zusammen und so beginnt ein Weg der Neuorientierung.
Die Autorin erzählt aus der Sicht jeder der beiden Schwestern auf unterhaltsame, leichte Art wie das Leben sich entwickelt. Es gibt ganz viel Liebe, aber auch allerhand Verstrickungen und Überraschungen. Dem Frauenroman ist sogar ein Touch Krimi beigefügt, den ich nicht erwartet hatte, wobei manches hier mir auch eher unlogisch erschien und viele Zufälle.
Für Freunde leichter Frauenliteratur das Richtige! 3,5 Sterne aufgerundet 4 Sterne von mir.
Autor: Michaela Grünig

Bewertung vom 24.10.2017
Let's disco
Hüging, Andreas

Let's disco


ausgezeichnet

Valentin Plau ist übergewichtig und möchte endlich abnehmen. Er liegt auf der Wiese und wartet auf Sternschnuppen, damit er seinen Wunsch äußern kann. Denn wenn er nicht abnimmt, wird er keine Freundin bekommen und er träumt von einem hübschen Mädchen. Zur gleichen Zeit schaut auch ein Mädchen - ebenfalls ein paar Kilo mehr als ein Magermodel, in den Himmel und chattet mit ihm über den Schnuppenchat. Sie wissen nicht, dass sie sich im realen Leben schon kennen.
Der Autor Andreas Hüging erzählt auf unterhaltsame Art - jedoch mit kritischen Untertönen, die Geschichte von Valentin, der sich in Val P verwandelt und zum YouTube-Star wird. Während er gehypt wird, sein Haus von Menschen gestürmt wird einschließlich Reporter und er sich auf der Welle des Erfolgs sieht, passiert etwas unerwartetes.
Der Autor stellt in seinem Roman klar heraus, wie wichtig wahre Freunde sind und was Neid alles hervorrufen kann, sowie das Aussehen nicht alles ist und die Ausstrahlung da ist, wenn man sich in seiner "Haut" wohlfühlt. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz und so endet die Geschichte vielleicht anders als erwartet, jedoch realistisch und optimistisch.
Ein toller Roman für Jungen in der Pubertät - natürlich auch für Mädchen zu empfehlen....!

Bewertung vom 23.10.2017
Todesteufel
John, Janette

Todesteufel


ausgezeichnet

Ein junge Studentin wird ermordet als "Schneeengel" im Park gefunden und die Ermittler rund um Teamchef Daniel Selzer nehmen ihre Arbeit auf. Wahrend sie nach Motiven suchen und das Leben der Toten unter die Lupe nehmen, wird eine alte Frau als vermisst gemeldet. Im Verlauf der weiteren Ermittlung steht fest, das die Fälle zusammenhängen.
Mir gefiel dieser Krimi von Janette John sehr gut und es ist für mich der zweite Krimi aus ihrer Reihe der Bodensee-Krimis. Auch ohne Vorkenntnisse ist dieses Buch sehr gut lesbar, jedoch schöner ist es die Vorgänger zu kennen, da einem als Leser das Privatleben bzw. die Ermittler selber mit ihren Vorlieben/ dem Vorleben näher kommen. insbesondere auch die Rolle der Mutter von Hufnagel - einen der Ermittler - die sich stets a la Miss Marple einmischt.
Die Autorin hat mich auf geschickte Art und Weise ein wenig an der Nase herumgeführt, was den Täter betraf und mich auf verkehrte Spuren gelockt, wodurch der Spannungsbogen die ganze Geschichte über gehalten werden konnte. Sie beschreibt detailliert , jedoch mit Sinn für Humor soweit es der Situaton angemessen ist. Mir hat der Krimi so gut gefallen, dass ich nun gespannt auf den nächsten aus der Reihe warte, weil ich unbedingt wissen möchte, wie das Privatleben der Ermittler - allen voran von Daniel und Nadine - sich entwickelt.
Eine absolute Leseempfehlung für Krimisfans!

Bewertung vom 22.10.2017
Aux Champs-Élysées
Ferr, Mara

Aux Champs-Élysées


sehr gut

Nach über 25 Jahren Ehe, die Kinder sind aus dem Haus, der Mann hat Affären und die Ehefrau hat sich damit abgefunden. So wirkt es, so könnte der Leser denken, aber die Autorin erzählt die Geschichte von Claire, der betrogenen Ehefrau, die Rache nehmen will bzw. einen ganz eigenen, irren Plan verfolgt.
Die Kapitel sind kurz gehalten und mir als Leser stockt der Atem, als ich erfahre wozu Claire fähig ist und wie sie tickt. Bis zu Dreiviertel des Buches war ich total gebannt, dann hat im letzten Viertel für mich die Unlogik überhand gewonnen und das Buch hatte für mich zwar ein völlig überraschendes, nicht vorhersehbares Ende, was ich eigentlich begrüße, aber in diesem Fall war es mir zu unlogisch. Spannend war der Krimi auf jeden Fall! Der Unertitel "Paris Krimi" ist ein wenig irreführend, denn über Paris habe ich eigentlich nichts erfahren und auch kein dementsprechendes Flair wahrgenommen.
Mir ist der Krimi aufgrund eines guten Sprachstils, der Darstellung der Figuren trotz für mich unlogischer Stellen, die ich aber auch Freiheit des Autors interpretieren kann, 3,5 Sterne wert - aufgerundet 4 Sterne!

Bewertung vom 18.10.2017
Schattenrächer
Gerwien, Michael

Schattenrächer


sehr gut

Dieser Thriller erzählt in einem rasanten Tempo - 137 Kapitel auf 313 Seiten - die Fortsetzung von Schattenkiller, wobei jedes Kapitel als Überschrift die Orts- und Zeitangabe trägt, so dass ich mich rasch immer wieder neu orientieren konnte.
Ich habe den ersten Teil nicht gelesen, was ich glaube manchmal evtl. für mehr Hintergrundwissen hilfreich gewesen wären, aber ich habe die Geschichte auch ansonsten gut verfolgen können. Schwierig fand ich das Reindenken bzw. - fühlen in die einzelnen Personen - mir blieb ihre Darstellung zeitweise zu oberflächlich, aber vielleicht war dies vom Autor auch bewusst so gewählt. Das Buch liest sich in meinen Augen wie eine Jagd, wobei ich als Leser kaum zum Luftholen kommen, denn schon passiert die nächste Katastrophe bzw. ahne ich sie, denn Skrupel kennen die Leute mit denen sich Wolf abgibt nicht. Der Untertitel "München-Thriller" gaukelt noch etwas "Regionales" vor, aber der Thriller spielt an soviel Schauplätzen der Welt, dass ich ihn irreführend finde. Die Spannung kann der Autor bis zum Schluss halten und ich muss trotz meiner Kritikpunkte an dem Buch unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Bewertung vom 17.10.2017
Marlenes Geheimnis
Riebe, Brigitte

Marlenes Geheimnis


ausgezeichnet

Klappentext des Buches; "Drei Frauen, drei Generationen und ein Geflecht aus Lügen Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage …"

Eva ist gestorben und hinterlässt eine florierende Schnapsbrennerei, die ihre Tochter Marlene schon die letzten Jahre hauptsächlich geführt hat. Zur Beerdigung reisen auch die von Marlene nicht gemochte Halbschwester Vicky und deren erwachsene Tochter Nane an. Lange waren sie nicht hier gewesen und lange hatten sie sich nicht gesehen. Nane bekommt von Marlene einen Umschlag übereicht, der einen Brief für sie und in einem dicken Notizbuch die Lebensgeschichte ihrer Oma enthält.

Bezaubert war ich von den sinngemäßen Worten im Brief an die Enkelin, dass diese ihre Wurzeln kennenlernen/festigen muss, um die Flügel für einen Start ins Leben auszubreiten.

Die Geschichte wird von der Autorin nun auf zwei Zeitebenen erzählt, in der Gegenwart, in der Nane den Brief liest und was da zeitgleich passiert, sowie in der Vergangenheit, die in den Kindertagen Evas beginnt. Wir machen also quasi eine Zeitreise in die Vergangenheit, die uns in dem Moment des Lesens als Gegenwart erscheint.

Ich habe tief erschüttert gelesen, was damals alles passiert ist.
Es ist eine sehr bewegende Geschichte über das Leben zu Zeiten des zweiten Weltkrieges und auch nach dem Krieg. Es geht u.a. um Vertreibung, Verluste, Freundschaft, Liebe, Trauer und Hoffnung.
Eine absolute Leseempfehlung von mir für diese Geschichte, die mich gedanklich noch immer beschäftigt.

Bewertung vom 10.10.2017
Pferdemädchen küssen besser / Friends & Horses Bd.3
Schreiber, Chantal

Pferdemädchen küssen besser / Friends & Horses Bd.3


ausgezeichnet

Dieses Buch "Pferdemädchen küssen besser" ist der dritte Teil aus der Reihe Friends & Horses von Chantal Schreiber. Ich habe leider die ersten beiden Teile nicht gelesen, aber auch als Neueinsteiger habe ich leicht Zugang zu dem Buch gefunden.

Kurz zum Inhalt:
Rosa ist ein Teenagermädchen, pferdenärrisch, mit ebensolchen Freundinnen und verliebt bzw. steckt sie mitten im Gefühlschaos. Diesen Sommer wird sie die Familie ihres bis vor kurzem unbekannten Vaters kennenlernen, die dort lebt, wohin eine ihrer besten Freudinnen hingezogen ist.
Glücklicherweise gibt es dort neben der netten Familie auch Pferde und so werden es schöne Sommerferien. Es passiert einiges, aber lest selber.

Ich fand dieses Buch der Autorin wunderschön erzählt - auch für mich als Erwachsene ein Volltreffer - und es eignet sich für Mädchen ab 12 Jahren. Nebenbei erfährt man nicht nur einiges über Islandpferde, sondern ganz viel über das, was Freundschaftschaft und Familie in all ihren Facetten ausmacht, sowie auch was "Verliebtsein" so mit einenm anstellen kann. Sprachlich schafft es Chantal Schreiber mich immer wieder mit ihren genialen Formulierungen, Vergleichen etc. mich zum Schmunzeln zu bringen, aber auch zum Nachdenken.
Eine absolute Leseempfehlung von mir und nicht nur für Pferdenärrinnen sehr geeignet!

Bewertung vom 27.09.2017
Eleven - 11
Sachs, Leon

Eleven - 11


ausgezeichnet

Klappentext:
"Elf Orte, elf Attentate, Hunderte Tote: Der größte Terroranschlag in der Geschichte Großbritanniens erschüttert die Welt. Auch die von Liam York, Hausmeister in einem Londoner Theater. Nach einer beunruhigenden Begegnung realisiert er: Der Menschheit steht eine noch viel größere Katastrophe bevor. HInter der Maske einer falschen Identität folgt York den Schatten seiner Vergangenheit und wird Mitwisser einer internationalen
Verschwörung, die einen Dritten Weltkrieg auslösen könnte. "


Ich wollte unbedingt, nachdem mir "Falsche Haut" von Leon Sachs so gut gefallen hatte, auch sein neues Buch lesen, aber gerade der Klappentext ließ mich erst einmal überlegen, ob ich das wirklich wollte. Ein Buch über einen Terroranschlag? Eigentlich wollte ich mich damit nicht beschäftigen, denn mir ist dieses Thema samt seiner Panikverbreitung schon in der Presse zu präsent. Meine Neugierde gewann jedoch und ich bin sehr froh darüber.

Leon Sachs schildert in seinem Buch, dass er als Thriller verfasst hat. nicht nur den Terroranschlag als solchen, sondern er lässt mich als Leser einige der Personen kennenlernen, die mittelbar oder unmittelbar mit dem Terroranschlag bzw. der "Terrorlage verstrickt sind, dazu zählen neben den Terroristen an sich, deren Strippenzieher, Politiker, Polizisten, Journalisten....
Es geht ganz viel um Macht, Korruption, Manipulation.... Es geht um menschliche Schicksale, die mich sehr bewegt haben, ganz egal ob es Liam York geht oder Personen, die mit ihm bekannt sind.
Mich hat dieser Thriller, bei dem Ich mich zwingen musste, ihn zeitweise zu Seite zu legen, absolut gefesselt und tief bewegt. Die Spannung war auf jeder Seite spürbar ....gerade dann, wenn sie gar nicht ausdrücklich erwähnt wurde.... Es wirkte alles sehr realitätsnah... jedoch nie reißerisch....Dies und das der Autor Leon Sachs sich nicht der Schwarz-Weiß-Malerei bezüglich seiner "Figuren" bediente, sondern sehr viele Grauschattierungen zuließ, machte es zu einem besonders stark realistisch wirkenden Thriller.
Eine absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung vom 04.09.2017
Der Frauenchor von Chilbury
Ryan, Jennifer

Der Frauenchor von Chilbury


ausgezeichnet

Der Frauenchor von Chilbury ist ein Buch, was mich sehr beeindruckt hat. Es erzählt die Geschichte der Frauen aus einem kleinen englischen Dorf, die den Frauenchor gründen, nachdem dem Vikar den gemischten Chor aufgelöst hat, weil alle männlichen Mitglieder im Krieg sind. Es ist sozusagen ein "Aufschrei" oder ein Stück Frauenbewegung, als die Frauen sich gegenüber dem Vikar zu Wehr setzen mit Gründung ihres eigenen Chores. Wie heißt es so schön im Buch " Nu rweil die Männer im Krieg sind, kann man uns doch nicht einfach abschaffen, vor allem gerade jetzt, wo wir den Chor so dringend brauchen. Was kommt als nächstes dran?(...)Weihnachten?"(S.8 Z.19 -...)
Die Geschichte erzählt, was im Dorf im Laufe einiger Monate passiert. Egal ob es sich um Schwangerschaften, Geburten, Tod, der Liebe, Zwangseinquartierung, etc. handelt und natürlich wird über den Chor erzählt. Hier bekommt der Ausspruch "eine Stimme haben" ganz klar eine Bedeutung. Das Besondere des Buches macht die Darstellung der wechselnden Perspektiven, aus denen erzählt wird, aus. Die Erzähler sind fast alles Frauen unterschiedlichen Alters, die in dem Dorf leben.
Hierfür werden Tagebucheinträge und Briefe verwendet. Die Folgen des Krieges sind in Chilbury spürbar, denn es kommen auch Menschen zu Tode, jedoch zurück lässt das Buch bei mir einen Schimmer von Hoffnung, der auf der Stärke einzelner Frauen beruht.