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Benutzername: kuddel


Bewertungen

Insgesamt 50 Bewertungen
Bewertung vom 23.02.2019
Der Kuss der Diebin / Heartless Bd.1
Wolf, Sara

Der Kuss der Diebin / Heartless Bd.1


sehr gut

Zera Herzlos
Zera wurde von der Hexe Nightsinger versklavt, die ihr Herz besitzt. Wenn sie wieder frei sein möchte, muss sie ihr zu Willen sein und einen Auftrag ausführen. Durch die Herzlosigkeit schlummern zwei Parteien in Zera, zum Einen die eigentliche sympathische Person, die sie einmal war, zum Anderen die Herzlose und Böse.
Sie soll das Herz des Kronprinzen Lucien stehlen. Als Heiratskandidatin getarnt wird sie bei Hofe vorgestellt und nimmt an der Brautwahl teil. Der eingebildete Prinz, dessen Herz noch kein Mädchen erweichen konnte, ist von der schnoddrigen und selbstbewussten Art Zeras beeindruckt. Klar, das echte Liebe ins Spiel kommt. Das stellt Zera vor neue Probleme: Die Hexen wollen einen Krieg verhindern, Zera möchte ihr Herz und ihre Freiheit zurück. Was tun?
Die unterschiedlichen Charaktere wurden gut angelegt, die fiktive Welt war schön beschrieben, das leichte Mittelalterfeeling kam auch gut rüber. Das Lesen machte Spass, der Erzählstil, die Sprache und der Aufbau sind für Kinder/Jugendliche gut geeignet. Humor und Spannung waren in einer guten Mischung vorhanden. Der Cliffhanger am Ende lässt einen auf die Fortsetzung warten. Band 2 wird definitiv bei uns einziehen.

Bewertung vom 23.02.2019
Liebes Kind
Hausmann, Romy

Liebes Kind


ausgezeichnet

superspannendes Debüt
Romy Hausmann hat mit ihrem Buch"Liebes Kind" ein tollen spannenden und überraschenden Debütroman vorgelegt. Das Cover kommt so schlicht daher und ist dennoch ein Hingucker. Der Plot ist toll angelegt und nimmt immer neue Wendungen, so dass der Spannungsbogen sich zu einem wahren Berg auswächst und man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet und vermögen einen immer wieder zu verblüffen.
Hier wird ein "Familienleben" der anderen Art vorgestellt. So mancher Leser, der seine Lieben schlimm findet, kann froh sein in Normalität zu leben. Denn die hier vorgestellte Familie lebt abgeschieden im Wald. Die "Mutter" und die "Kinder" müssen strenge Regeln befolgen, die der Vater vorgibt. Er versorgt sie mit Lebensmitteln und "beschützt" sie vor der Welt. Doch als ihnen die Flucht gelingt ...beginnt dieser Roman. Gruselig gut.

Bewertung vom 23.02.2019
Flucht aus Rom / Roman Quest Bd.1
Lawrence, Caroline

Flucht aus Rom / Roman Quest Bd.1


sehr gut

historischer Roman für Kinder
Juba muss mit seinen Geschwistern aus Rom fliehen, da seine Eltern denunziert wurden und das Haus und die Familie nachts überfallen werden. Er ist der zweitälteste Sohn, aber der dem die Mutter die Verantwortung für den sonderlichen älteren Bruder, die verspielte kleinere Schwester und das Baby überträgt. Sie sollen sich nach Britannien durchschlagen, wo ihr Onkel lebt, der sie hoffentlich schützen kann.
Ein schöner Abenteuerroman für geschichtsinteressierte Kinder. Die Verfolger sitzen den Kindern im Nacken, die Sorge wie es weitergehen soll und die Organisation der Reise und des tägliche Lebens stellen immer wieder neue Herausforderungen dar. Die Sprache und der Stil sind kindgerecht. Die einzelnen Kapitel sind mit lateinischen Titeln überschrieben, die am Ende erklärt werden. Für die angegebene Altersgruppe von 10 Jahren zu empfehlen.

Bewertung vom 23.02.2019
Saligia
Oppermann, Swantje

Saligia


sehr gut

neue Idee mit Luft nach oben
Das Buch Saligia von Swantje Oppermann fällt schon rein optisch auf. Das Cover erinnert an alte Comics oder Graphic Novels und soll die Hauptperson Keira darstellen, die vom Zorn beherrscht wird. Der rote Titel unter dem Mädchen scheint in die Wutflammen überzugehen, die um sie herum aufflackern.
Keira wird zunächst noch von ihrem Zorn beherrscht und ist eine Außenseiterin, die sich nicht beherrschen kann und viel aneckt. Sie erfährt, dass sie eine Saligia ist, die eine Todsünde als übernatürliche Kraft besitzt, den Zorn. Auf der Canterbury School soll sie lernen ihre Gabe zu kontrollieren. Dort trifft sie auf Mitschüler die Hochmut, Habgier, Wollust, Trägheit, Völlerei oder Neid in sich tragen.
Das Jugendbuch ist gut und flüssig geschrieben und bietet von Allem ein bisschen: Liebe, Schulalltag, Verwirrungen und Tod.
Die Idee, die Todsünden zu personifizieren, fand ich bemerkenswert. Leider war mir Einiges nicht gut genug ausgearbeitet, auch die Charaktere hätten noch besser angelegt sein können. Das Ende war ein wenig unbefriedigend, dies soll vermutlich auf Nachfolger hinweisen. Gut möglich, dass jeweils eine andere Todsünde im Mittelpunkt steht. Insgesamt aber eine gute Leseunterhaltung, viele Kleinigkeiten und Randfiguren waren dann doch interessant

Bewertung vom 23.02.2019
Das Geheimnis von Arranmore / Sturmwächter Bd.1
Doyle, Catherine

Das Geheimnis von Arranmore / Sturmwächter Bd.1


sehr gut

magische Ferien auf der Insel
Kinderbuch ab 10 Jahre, das auch Erwachsenen Spaß machen kann.

Ein magischer Sommer auf der Insel Arranmore, auf der die Magie bis heute noch eine große Bedeutung hat.
Der 11-jährige Fionn Boyle soll zusammen mit seiner 2 Jahre älteren Schwester Tara dort den Sommer beim Großvater verbringen Die Geschwister sind untereinander sehr verstritten zudem hat Fionn Angst vor dem Meer, keine idealen Ferien-Voraussetzungen. Zum Großvater besteht noch keine richtige Beziehung.

Schrittweise werden die magischen Geheimnisse der Insel und der Familie enthüllt und man erfährt mit Fionn, dass er wie sein Großvater ein Sturmwächter ist. Er lernt Magie in Kerzenflammen einfangen und in die Vergangenheit reisen. Außerdem haben sie die Aufgabe die Inselbewohner vor der dunklen Macht jener Zauberin zu schützen, die in den Tiefen Arranmores schläft.
Das Buch ist als Serienauftakt angelegt, aber in sich abgeschlossen. Die neuen Arten der Magie haben mir gut gefallen, ebenso die bildgewaltige Sprache. So wurde z.B. die Natur so genau beschrieben, dass man das Meer fast gerochen hat. Das Kinderbuch ist sehr schön gestaltet, jede Seite ist schön zu betrachten. Die Handlung ist für Erwachsene etwas vorhersehbar, aber der ab und an durchblitzende Humor macht Spaß, ebenso das zu bestehende Abenteuer. Schön finde ich für die Altersgruppe, dass ein Junge die Hauptperson ist und dass das Ende ohne einen Clliffhanger auskam.

Bewertung vom 22.02.2019
Die Glocke im See
Mytting, Lars

Die Glocke im See


ausgezeichnet

Poetischer Trilogieauftakt
Im norwegischen Gudbrandsdal beginnt 1880 eine spannende Geschichte, die Lars Mytting in „Die Glocke im See“ poetisch und sprachgewaltig als Auftakt zu einer Trilogie in Szene setzt. Der Ort Butangen ist sehr abgelegen und scheint der Zeit hinterherzuhinken. Die Menschen verharren in der Tradition und führen ein hartes entbehrungsreiches Leben, Veränderungen gibt es kaum. Astrid ist jung und wissbegierig. Sie passt mit diesen Eigenschaften nicht so recht in den Ort, zwei Heiratskandidaten hat sie bereits abgelehnt, denn Kinderkriegen und bei der Feldarbeit sterben hat sie nicht im Sinn. Zu dem Pfarrer Kai Schweigaard fühlt sie sich hingezogen, er kommt aus der Stadt und hat die Pfarrgemeinde übernommen. Er strebt nach höheren Ämtern und will sich einen Namen machen, ob er Astrid hierbei an seiner Seite sehen will, ist ihm nicht klar. Er plant eine neue größere Kirche für den Ort zu bauen, hierzu muss die alte Stabskirche weichen. Die Kunstakademie Dresden möchte das alte Bauwerk gerne erwerben und sendet den jungen Architekturstudenten Gerhard Schönauer, um den Aufbau zu studieren und den Umzug der Kirche zu überwachen. Astrid verliebt sich in Gerhard, der weltoffen und modern daherkommt und ihr ein anderes Leben bieten kann. Die Beziehungen zwischen diesen drei Menschen wird durch die heimliche Hauptperson, die Stabskirche beeinflusst. Astrids Familie hat für diese Kirche einst die beiden Glocken gestiftet und auch einen berühmten Webteppich. Viele Legenden ranken sich darum. Astrid möchte die Kirche und die Glocken für den Ort erhalten.
Die einzelnen Protagonisten wurden liebevoll angelegt und gezeichnet. Jeder verfügt über ein besonderes Schicksal. Diese wurden gut miteinander verwoben und entstanden ist ein toller Auftakt zu einer Trilogie. Immer wieder kam es zu unvorhersehbaren Wendungen. Die Sprache Myttings ist poetisch und mystisch. Er beschreibt die Kälte und Dunkelheit so plastisch, dass man beim Lesen zur Jacke greift. Die Natur und die Bauwerke werden so detailgetreu dargestellt, dass das Kopfkino anspringt. Die Dunkelheit, die harte Arbeit, die Entbehrungen der Bevölkerung, der Umgang mit Krankheiten und den Tieren werden greifbar. Ein wunderbares Buch, das ich gerne gelesen habe und auf dessen Fortsetzung ich seit der letzten Seite warte. Historischer Roman, Mystik, Natur und Beziehungsgeflecht wurden hier wunderbar vereint. Ein Lesehighlight.

Bewertung vom 31.01.2019
Ran an das Fett
Fleck, Anne

Ran an das Fett


sehr gut

neues zum Thema Fett von DocFleck
Ein neues Buch zum Thema Gesundheit und Ernährung von einem ErnährungsDoc aus Hamburg, diesmal konzentriert zum Thema Fett. Da ich bereits einige andere Bücher der Doc´s besitze, kannte ich bereits einige der vorgestellten Fakten. Dennoch kann ich dieses Buch empfehlen. Es ist informativ, aber leicht und gut zu lesen. Durch die vier Kapitel, die jeweils in Unterpunkte unterteilt sind, ist das selektive Lesen zu ausgewählten Punkten, die einen interessieren, sehr gut möglich. Auch die Gesamtlektüre am Stück ist gut zu verkraften und nicht mit medizinischen Fachwörtern überfrachtet.
Die Abschnitte: 1. Neue Fette Wahrheiten 2. Heilkraft der Fette 3. Fette Lebensmittel im Porträt 4. Ran an das Fett haben mir noch einige neue Erkenntnisse gebracht, die ich gut umsetzen konnte.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 31.01.2019
Die Farben des Feuers
Lemaitre, Pierre

Die Farben des Feuers


sehr gut

Bankimperium in der Vorkriegszeit
Pierre Lemaitre zeichnet in seinem Roman ein Sittengemälde der französichen Gesellschaft ab 1927 rund um die Geschichte eines Bankimperiums. Marcel Péricourt verstirbt und hinterlässt seiner geschiedenen Tochter Madeleine sein ganzes Vermögen und vor allem die Verantwortung für die Geschäfte. Das eine Frau diese Aufgabe übernimmt war für die Zeit völlig unüblich. Madeleines Sohn Paul stürzt am Tage der Beerdigung aus einem Fenster auf den Sarg des Großvaters und überlebt dies querschnittsgelähmt. Seine Mutter ist mit den Geschehnissen zunächst völlig überfordert und überlässt daher die Verantwortung verschiedenen Personen, die sie allesamt hintergehen. Das Vermögen schmilzt und schließlich realisiert sie ihre Situation. Sie reagiert mit perfiden Racheplänen.
Auch wenn mir die Protagonisten nicht sympathisch waren, wurden diese doch sehr gut beschrieben und verfügen über große Authentizität, dies lässt die vorgestellte Zeit lebendig werden. Ab und an störten mich ein wenig die Längen, doch die Sprache des Autors ist sehr besonders und ich habe das Buch gerne gelesen.

Bewertung vom 29.01.2019
Fünf Tage im Mai
Hager, Elisabeth

Fünf Tage im Mai


sehr gut

Illy und Tat´ka
In "Fünf Tage im Mai" beschreibt Elisabeth Hager eine besondere Familiengeschichte. Im Zentrum steht die Beziehung zwischen Illy, kurz für Leonore, und ihrem Urgroßvater, Tatka. Bei den 5 Tagen handelt es sich um verschiedene Maitage in verschiedenen Jahren, so wird ein Zeitraum von 18 Jahre erfasst (1986 - 2004). Die Geschichte beginnt in Illy´s Kindheit, mit ihrer verpassten Erstkommunion und setzt sich mit der ersten Liebe fort. Tristan Unger kennt sie zunächst nur als Namen aus ihrem Atlas, aber später lernt sie ihn kennen und lieben. Den Eltern ist diese Liebe nicht recht, doch der Urgroßvater weiß um die Kraft der eigenen Erfahrungen und deckt die Beiden.
Eine schöne berührende Geschichte, die langsam, fast poetisch mit tollen Formulierungen erzählt wird. Die ruhige Art zieht sich durch das Buch und lässt den Leser an der besonderen Liebe zu Tatka, der Beziehung zu den Eltern und zu Tristan teilhaben. So spielt das Leben: Liebe, Entscheidungen und ihre Konsequenzen, Festhalten wollen und Abschied nehmen gehört dazu. Schön zu lesen

Bewertung vom 28.01.2019
Der Hunger der Lebenden / Friederike Matthée Bd.2
Sauer, Beate

Der Hunger der Lebenden / Friederike Matthée Bd.2


sehr gut

Krimi aus der Nachkriegszeit
Im zweiten Teil der Friederike Mathée Reihe lässt Beate Sauer ihre bekannten Protagonisten wieder gemeinsam ermitteln. Der Teil lässt sich ohne Kenntnisse der Vorgängers gut verstehen. Der Schreibstil ist wieder schön flüssig, die kurzen Kapitel unterstützen den Lesefluss. Diesmal wechseln die Schauplätze zwischen Köln, Düsseldorf, Bergischem Land und London, was die Story lebhaft gestaltet. Die Autorin versteht es hierbei, das Leben des Sommers 1947 lebendig zu gestalten, so dass der Leser einen guten Eindruck von den damaligen Verhältnissen erhält. Die Nachwirkungen des Krieges sind noch jederzeit spürbar. Der Kriminalfall beginnt sehr grausig und weist auf Gräueltaten der Vorkriegszeit und Kriegszeit hin. Was geschah mit jugendlichen Schutzbefohlen tatsächlich in den staatliche Einrichtungen? Wer verfolgt 1947 welches Ziel? Die Methoden damals waren noch nicht so fortgeschritten wie heute, die Hierarchien andere, so muss Friederike sich auf ihre persönlichen Fähigkeiten und ihre Menschenkenntnis verlassen.
Gelungenes Zeitporträt mit einem interessanten Fall, der durch einige Wendungen überraschen konnte.