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Benutzername: kaffeeelse
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Bewertungen

Insgesamt 101 Bewertungen
Bewertung vom 19.03.2019
Ein perfider Plan / Hawthorne ermittelt Bd.1
Horowitz, Anthony

Ein perfider Plan / Hawthorne ermittelt Bd.1


ausgezeichnet

Wow, das war mein erster Anthony Horowitz und ich bin absolut begeistert. Wir haben hier eine tolle Sprache, einen Krimi, der seine Spannung bis zum Schluss aufrechterhält, einen wunderschönen Humor, der immer wieder durchschimmert, ein interessantes Ermittlerduo mit viel Reminiszenzen an andere Ermittlerduos und interessante Charaktere. Kurzum, ich habe hier einen perfekten Krimi gelesen.


Und nicht nur das, Horowitz hat hier auch eine andere geniale Idee in die Tat umgesetzt. Anthony Horowitz ermittelt hier selbst in seinem Krimi, er und seine fiktive Ermittlerperson Daniel Hawthorne ermitteln hier gemeinsam, so dass in dieses Buch auch einige wahre Begebenheiten einfließen. Also haben wir hier eigentlich zwei Geschichten. Einmal den Kriminalfall und zum anderen gibt Horowitz auch einige Einblicke in seine Arbeitsweise als Autor, in den Entstehungsprozess eines Buches/Drehbuches. Etwas was ich sehr interessant und echt gelungen empfand.


Zum anderen haben mir in diesem Buch die immer wieder kehrenden Verweise auf die Größen des Kriminalromans gefallen. Schon durch die Art der beiden ermittelnden Hauptfiguren werden Erinnerungen an andere Ermittlerteams geschaffen, dazu tauchen dann immer noch im Text weitere Verweise auf andere Größen auf. Schön gemacht!


Und nun zum Fall: Eine wunderschöne Whodunit-Geschichte wartet hier auf den Leser. Genauso muss für mich ein Kriminalroman aussehen. Perfekt gemacht und ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt.

Diana Cowper geht zu einem Bestattungsunternehmen, um ihre eigene Beerdigung zu planen und kaum sechs Stunden später ist die Frau tot. Daniel Hawthorne, ehemaliger Polizeiinspektor und inzwischen Privatdetektiv übernimmt die Ermittlungen und beauftragt Anthony Horowitz die Ermittlungen zu begleiten, um darüber ein Buch zu schreiben. Und die Beiden nehmen ihre Ermittlungen und die äußerst spannende Mörderjagd auf.


Ich gebe eine unbedingte Leseempfehlung!

Bewertung vom 18.03.2019
Siam Affairs
Einsingbach, Thomas; Wilunpan, Sirirat

Siam Affairs


sehr gut

Mit dem Buch "Siam Affairs" haben wir ein absolut spannendes und abwechslungsreiches Buch vor uns liegen, welches mir vom Spannungsaufbau her sehr gefallen hat. Es ist ein Krimi, der in Thailand spielt und geschickt viele Informationen über Thailand und wirtschaftliche Themen beinhaltet, zum Beispiel gibt es viele Informationen zum Thema Land Grabbing. Dieses Miteinander von Kriminalgeschichte und dienlichen Informationen hat mir ebenfalls sehr gefallen. Andererseits erzählt dieses Buch auch eine gesellschaftspolitische Geschichte über die Lage der Menschen in Thailand. Es gibt Einblicke in die Situation und die Möglichkeiten von Superreichen in Thailand. Wenn man dort auf der falschen Seite geboren wird, hat man wenig Möglichkeiten und Türen, die offen stehen. Etwas was uns Europäern auch zeigen sollte, wie gut es uns in unserem Europa eigentlich geht. Und ich kann und will nur sagen oder schreien: Leute, lest mehr!


2001 wird eine Frau in Bangkok bestialisch umgebracht und ihr Sohn schaut zu. 17 Jahre später: Bernhard von Osterlow, Geschäftsführer der AGRONO, einer Agrargenossenschaft in Mecklenburg-Vorpommern, versucht ebenjenes Land zu verkaufen, treibt dabei ein doppeltes Spiel und verschwindet. Victoria, seine Frau wirkt seltsam unbeteiligt. Somram Wattana, ein reicher Schönheitschirurg wird entführt. Und plötzlich werden amputierte Körperteile im Chao Phraya angespült. Penelope Owens möchte in Bangkok Chalor Supanapa, den Spross einer der reichsten Familien Thailands heiraten. Sie lädt zu ihrer Hochzeit William LaRouche aus Amerika als Trauzeuge ein, einstiger FBI-Agent auf Auslandsposten in Bangkok, vor drei Jahren waren beide ein Paar, hatten sich bei einem Fall, an dem sie gemeinsam arbeiteten kennengelernt. Und William wird in Thailand gebeten in diesem spannenden Fall zu ermitteln.

Bewertung vom 15.03.2019
Niemand weiß, dass du hier bist
Giampietro, Nicoletta

Niemand weiß, dass du hier bist


sehr gut

Mit "Niemand weiß, dass du hier bist" haben wir hier die Geschichte des jungen Lorenz und gleichzeitig einen geschichtlichen Abriss der letzten Kriegsjahre des zweiten Weltkriegs im nördlichen Italien vor uns liegen. Dieser Roman ist in einer einfachen Sprache verfasst, ist also einfach zu lesen, spiegelt trotzdem die Geschehnisse in einer stark hinterfragenden und nicht wertenden Art wieder, lässt also dem Lesenden Zeit eigene Schlüsse zu ziehen. Dieses Buch hat einen sehr informativen Charakter und vermittelt in geschickter Form geschichtliches Wissen. Gleichzeitig wird dem Leser in der Geschichte gezeigt was Krieg und Verblendung mit den Menschen macht und welche Schäden angerichtet werden können, könnte dadurch und durch den recht einfachen Sprachaufbau ein den Geschichtsunterricht perfekt untermalendes Buch sein.


In dem Roman wird die Geschichte des 12-jährigen Lorenzo erzählt, aus dem libyschen Tripolis kommend, wird er von seiner Mutter 1942 zu seinem Schutz in Siena bei seiner Tante Chiara und seinem Großvater einquartiert. Sein Mutter verlässt ihn wieder, um seinem in die Armee eingezogenen Vater zu helfen. Sein Vater hat in der Armee gedient und die Familie sind überzeugte Faschisten. Lorenzo freundet sich in Siena mit dem ebenfalls faschistischen Nachbarsjungen Franco an. In dem Roman werden die geschichtlichen Entwicklungen Italiens gut untergebracht und durch verschiedene Erlebnisse in der Schule und in der Stadt Siena, sowie die politische Entwicklung verändert sich die Figur des Lorenzo langsam und vor allem die Freundschaft zu einem weiteren Nachbarsjungen, Daniele, verwandelt die Haltung Lorenzos sehr nachhaltig.


Weiterhin ist dieses Buch für mich eine Lehrstunde für menschliches Verhalten und menschliche Wandlungsfähigkeit, zeigt deutlich wie Menschen ticken. Dieses menschliche Verhalten schildert die Giampetro unterschwellig schon fast etwas boshaft, was mir sehr gefallen hat. Gleichzeitig kommen in dem Buch auch viele schon etwas philosophisch anmutende Gedanken zum Thema Leben zum Tragen, allerdings auch das etwas unterschwellig. Das Buch bringt in seiner Geschichte den Gedanken in den Fokus, welches Verhalten von Menschen richtig oder falsch sein könnte, regt ein Nachdenken des Lesers an. Und ein Nachdenken zum Thema Krieg und polemisierendem Verhalten kann ja nicht falsch sein.

Bewertung vom 11.03.2019
Worauf wir hoffen
Mirza, Fatima Farheen

Worauf wir hoffen


ausgezeichnet

Fatima Farheen Mirza hat mit ihrem Roman "Worauf wir hoffen" ein wunderbares Buch geschrieben. Es ist aber definitiv kein leicht zu lesender Roman. Die Art des Schreibens ist eine sehr eigenwillige, es sind artikelartige, episodenhafte Blicke auf das Leben einer Familie, die aber trotz dieser gestückelten Art eine ganzheitliche Sicht auf die Strukturen in dieser Familie ermöglichen, aber durch die Art des Schreibens den Leser fordern. Dabei ist die Erzählweise nicht chronologisch aufgebaut, die kurzen Blicke springen zu den verschiedenen Stationen im Leben der Betreffenden, alle fünf Familienmitglieder kommen zu Wort und erzählen ihre Sicht auf die Geschehnisse in dem Leben dieser Familie. Und der Leser bekommt sehr intensive Einblicke in das Leben der Hauptcharaktere und durchläuft beim Lesen ein Wechselbad der Gefühle. Es gibt in diesem Roman keine Schwarz-Weiß-Einteilung der Protagonisten. Am Anfang des Lesens dachte ich das meine Sympathien einem Hauptcharakter gelten, aber nach und nach erschließt sich das Bild auf diese Familie, und jeder der fünf Hauptcharaktere ist für mich nachvollziehbar, und mein Herz ist geöffnet für alle fünf Familienmitglieder und ich wünsche mir, dass jeder der fünf seinen Platz im Leben finden wird!


Es ist ein Blick auf das Leben einer indischen Familie muslimischen Glaubens in den USA, genauer gesagt in Kalifornien. Rafik, der Vater, ist von Indien in die USA ausgewandert, um dort zu arbeiten. Er holt dann Laila nach, seine Ehefrau, beide sind aber in keiner Liebesheirat verbunden, es ist eine von den Eltern arrangierte Ehe, in Indien damals und heute üblich, obwohl sich in ihrer Ehezeit deutliche Gefühle zwischen den Beiden entwickelt haben. Beide sind in Indien konservativ erzogen worden, bekommen nach und nach drei Kinder, Hadia, Huda und Amar, die nun auch konservativ, nach althergebrachten Werten erzogen werden. Die Kinder müssen sich strengen Reglements beugen, dass hat mich beim Lesen sehr berührt und gleichzeitig auch zu Bewusstsein geführt, wie gut es uns doch geht. Diese strengen Regeln sind vielleicht in einer in sich geschlossenen Welt durchführbar, in den USA aber schwer durchzusetzen, die indische Gemeinde lebt zwar in engen Kontakt zueinander, aber die Kinder/jungen Erwachsenen werden durch Schule/Ausbildung/Studium mit Kontakten zur Außenwelt konfrontiert. Und natürlich kommt es zur Rebellion der Jugend gegen die althergebrachten Werte.


Fatima Farheen Mirza ist hier eine wunderbare Zeichnung menschlichen Verhaltens gelungen, eine wunderschöne Sezierung menschlicher Gefühle und schlussendlich ein hervorragendes Buch, welches mich in letzter Zeit richtig gefangengenommen hat. Gleichzeitig ist es auch ein schöner und sehr informativer Blick auf den muslimischen Glauben und die Menschen dahinter.


Ich gebe eine klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 04.03.2019
Die Liebe im Ernstfall
Krien, Daniela

Die Liebe im Ernstfall


ausgezeichnet

In dieses Buch habe ich mich ebenso verliebt, wie in die vorher gelesenen Bücher. Wir haben es hier mit einem Buch zu tun, welches Einblicke in die Lebensumstände von fünf Frauen gibt. Es sind fünf sehr unterschiedliche Frauen, deren Leben hier gezeichnet wird und es werden Einblicke in das Jetzt und die Vergangenheit der Frauen ermöglicht. Dabei ist die Autorin sehr ehrlich und zeichnet verschiedene sehr authentische Lebensmuster, die durch diese tiefe Ehrlichkeit teilweise erschrecken und unbequem sind. Und dafür spende ich tosenden Beifall! Das wird und hat nicht jedem gefallen, ich allerdings finde dieses Buch außergewöhnlich gut. Nicht nur der Inhalt, sondern auch die Art des Darbietens ist eine Besondere, eine besonders Gute! Ich konnte mich sehr gut in einigem wiederfinden und jede Frau in ihrer Rolle nachvollziehen.


Da haben wir als erste Paula, Buchhändlerin, mit Ludger zusammen, sehr liebend und für diese Liebe zu Vielem bereit, Mutter von einer Tochter, Leni, muss etwas verkraften, was uns allen den Boden unter den Füssen wegreißen würde. Die nächste Frau wäre dann Judith, Ärztin, allein im Leben stehend, eigentlich einen Mann und Nähe suchend, aber durch bisher Erlebtes mit Ansprüchen an das Leben und den Mann ausgestattet, die ein Finden schwer machen. Die dritte Frau ist Brida, Autorin, mit Götz zusammen, hat zwei Kinder, Hermine und Undine, versucht die Familie und die Berufung unter einen Hut zu bekommen, geht dafür einen eigenen Weg. Die vierte Frau in dieser Gruppe ist Malika, Geigenlehrerin, die erste Frau von Götz, durch den Verlust dieser großen Liebe und andere Traumata gezeichnet, ebenfalls auf der Suche nach neuen Wegen. Und als Letze haben wir Jorinde, Schauspielerin, die Schwester von Malika, trennt sich gerade von ihrem Mann Torben, Mutter von Ada und Jonne, erwartet das Kind von einem anderen Mann, arbeitet ihre eigene und die Familiengeschichte auf und ist ebenso auf der Suche nach neuen Wegen.


Der sprachliche Sog, den Frau Krien hier in ihrem Buch entwickelt, ist ein ganz Großer. Nachdem ich meinen Kopf frei hatte und für das Buch bereit war, hatte ich dieses Buch an zwei Abenden durch. Frau Krien beschreibt ihre Charaktere etwas kühl, was aber bei der Tiefe des Beschriebenen für mich genau richtig war. Alles Andere hätte bei mir nicht die gleiche Wirkung erzielt. Was mir bei diesem Buch ebenso sehr gefallen hat war der Aufbau. Das Buch ist in fünf Abschnitte geteilt, jeder Abschnitt ist mit dem Namen einer der fünf Frauen überschrieben, das Leben der jeweiligen Frau wird im zugehörigen Abschnitt beschrieben, es sind aber auch immer inhaltlich Bezüge zu den anderen Frauen zu finden, was dann das ganze Buch noch mehr als Einheit erscheinen lässt. Das dann die Handlung des Buches in Leipzig angesiedelt ist, beinhaltet für mich ebenso etwas Positives, da auch ich Bezüge zu dieser wunderschönen Stadt habe und die beschriebenen Orte vor meinem geistigen Auge finde. Ebenso gut untergebracht finde ich die Beschreibung der Affinität mancher Bürger zu polemisierenden Strömungen und gleichzeitig auch die Gründe dafür. Und was mir ausnehmend gut gefallen hat, ist die Sprache der Frau Krien. Diesen trockenen Humor in ihren Worten finde ich einfach klasse.


Ich gebe eine klare Leseempfehlung!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.02.2019
Der Atlas der besonderen Kinder / Besondere-Kinder-Trilogie Bd.4
Riggs, Ransom

Der Atlas der besonderen Kinder / Besondere-Kinder-Trilogie Bd.4


ausgezeichnet

Wir haben hier den vierten Teil der Bücher um Miss Peregrine und ihre besonderen Kinder. Und ich muss sagen ich habe mein Herz an diese Buchreihe verloren. Hier haben wir eine wunderschön erzählte Fantasy-Reihe mit abenteuerlichen Elementen, die einen hohen Spannungsfaktor aufweist und ebenso einen hohen Sog besitzt. Ich habe alle v Bücher innerhalb kürzester Zeit verschlungen und sie haben mir alle ausnehmend gut gefallen. Und genau deshalb gebe h eine absolute Leseempfehlung!


Die Gestaltung auch dieses Buches kann man ebenfalls nur wieder betörend nostalgisch und antiquarisch nennen, und gleichzeitig auch wunderschön. Es ist wieder ein besonderer Druck auf dem Vorsatz und bei den Kapitelanfängen verwendet worden, ebenso wieder ein Druck, der an Bücher aus den zwanziger Jahren erinnert, allerdings ist es diesmal ein anderer wie bei den Teilen 1 bis 3. Auch die Gestaltung der Bücher mit alten Fotos, deren Abbildungen den Text untermalen, ist beibehalten worden, allerdings sind sie in diesem Teil nicht nur schwarzweiß, es sind auch farbige Fotos dabei. Beides ist eine kleine Veränderung, aber der Charme dieser besonderen Bücher über die besonderen Kinder bleibt natürlich erhalten. Ein Charme mit Wiedererkennungswert halt. Und eine besonders liebevolle Gestaltung, die die Herzen von Buchliebhabern schneller und lauter schlagen lässt.


Die Geschichte schließt wieder an die Geschehnisse der vorherigen Bände an. Allerdings verhalten sich die besonderen Kinder etwas autarker und selbstbewusster gegenüber den Ymbrynen und erleben diesmal ihre Abenteuer in Amerika. Wobei in Amerika der Aufbau und die Strukturen der Gesellschaften der Besonderen anders ist und damit auch wieder Neues in diese Fantasyreihe einfließt. Und damit auch die Begeisterung der Leser weiterhin auf einem hohen Niveau gehalten wird. Einiges vom Erzählten lässt wiederum auf Fortsetzungen hoffen, was ich sehr begrüße und was mich sehr gespannt und neugierig auf weitere geistige Ergüsse von Ransom Riggs warten lässt! Chapeau und ich liebe diese besonderen Kinder. Weiter so!

Bewertung vom 25.02.2019
Die Bibliothek der besonderen Kinder / Besondere-Kinder-Trilogie Bd.3
Riggs, Ransom

Die Bibliothek der besonderen Kinder / Besondere-Kinder-Trilogie Bd.3


ausgezeichnet

Ein großes Kompliment an Ransom Riggs. Auch im dritten Teil der Reihe um die besonderen Kinder vermag es der Autor die Spannung aufrecht zu erhalten und uns eine wunderschöne Geschichte zu erzählen, die fesselt und anders ist. Und außerdem wird eine Geschichte erzählt, die unheimlich gut ist. Und in meinen Augen definitiv nicht "nur" ein Jugendbuch ist. Also auch hier wieder meine Empfehlung dieses Buch zu lesen. Es ist absolut toll!


Wie auch bei den beiden vorherigen Büchern ist die Gestaltung eine besonders schöne. Das Grundmuster der Vorbücher ist beibehalten worden, wieder haben wir diesen schönen Druck auf dem Vorsatz und den Kapiteln, wieder gibt es die alten Schwarzweiß-Fotos mit ihrem altertümlichen Charme, wieder hat dieses Buch diesen wunderschönen nostalgischen und antiquarischen Charme. Ein Charme mit Wiedererkennungswert. Und wieder kann ich nur sagen, es ist auf jeden Fall ein Buch für Bibliophile.


Und die Geschichte schließt wieder nahtlos an die vorherigen Bände an. Jacob Portman und Emma müssen die besonderen Kinder und ihre Ymbrynen und auch die Welt der Besonderen retten. Die Geschichte ist wieder sehr unterhaltend und fesselnd geschrieben und Ransom Riggs kann definitiv sein hohes Niveau halten. Es wird eine betörende Fantasywelt vor dem geistigen Auge des Lesers gezeichnet, die den Leser begeistert und einen hohen Suchtfaktor besitzt. Jeder der Abenteuergeschichten á la Jules Verne gemixt mit einem guten Schuss Fantasy liebt, ist hier bei Ransom Riggs vollkommen richtig. Also, unbedingt dieses Buch lesen!

Bewertung vom 21.02.2019
Die Stadt der besonderen Kinder / Besondere-Kinder-Trilogie Bd.2
Riggs, Ransom

Die Stadt der besonderen Kinder / Besondere-Kinder-Trilogie Bd.2


ausgezeichnet

Auch beim zweiten Teil der Reihe um die besonderen Kinder haben wir es mit einem sehr spannenden Buch zu tun. Der Autor vermag es in dem vorliegenden Band in meinen Augen sein hohes Niveau zu halten und würzt die Geschichte sogar noch etwas mit einigen neuen Schöpfungen. Immer noch sehe ich ein geniales Fantasykonstrukt mit einem hohen Spannungsbogen und freue mich wiederum auf Teil 3 (Die Bibliothek der besonderen Kinder).

Ebenso bleibt die Gestaltung des Buches auf dem hohen Niveau des ersten Bandes. Und deshalb kann ich nur wieder schreiben: Das äußere Erscheinungsbild des Buches würde ich als wunderschön umschreiben. Die immer wieder erscheinenden Fotos in Schwarzweiß-Optik sind eine wunderbare Idee und untermalen das Geschriebene in einer perfekten Art und Weise. Der geschmackvolle Druck auf dem Vorsatz und zu den verschiedenen Kapiteln erinnert an antiquarische Bücher. Ebenso wie die Gestaltung der Geschichte etwas an ältere Bücher erinnert. Insgesamt haben wir hier ein bewundernswertes Buch in den Händen, welches mir schon in der Gestaltung sehr gefallen hat und in dieser deutlich aus der Masse heraussticht und für Bibliophile fast ein Muss ist. Was mir besonders am zweiten Band gefallen hat, war am Anfang des Buches eine kleine Auflistung der Hauptcharaktere, mit dem dazugehörigen Bild aus dem ersten Band und einer kleinen Beschreibung der Person. Schön gemacht!

Nun zur Geschichte: Jacob Portman muss sich mit einigen der besonderen Kinder auf die Suche nach einer anderen Ymbryne machen, um seiner Miss Peregrine zu helfen. Dabei gelangen die Kinder nach London. Und auf dieser Reise lernt er mehr über sich selbst, über seine Fähigkeiten, wie auch über seine Gefühle. Es kommen immer wieder neue, interessant gestrickte Charaktere hinzu, die der Geschichte einen ganz eigenen Fluss geben. Und den Blick auf andere Zeiten über die Zeitschleifen empfand ich als einen wunderbaren Gedanken, der der Geschichte viel Spannung und Interessantes gibt. Und ich gebe auch für dieses Buch die Empfehlung es unbedingt zu Lesen! Es ist einfach nur toll gemacht!

Bewertung vom 18.02.2019
Die Insel der besonderen Kinder / Besondere-Kinder-Trilogie Bd.1
Riggs, Ransom

Die Insel der besonderen Kinder / Besondere-Kinder-Trilogie Bd.1


ausgezeichnet

Bei diesem Buch von Ransom Riggs haben wir es mit einem sehr interessanten Fantasykonstrukt mit einem deutlichen Suchtpotenzial zu tun. Die Sprache ist einfach gehalten, aber die Geschichte hat es in sich, hebt sich deutlich vom Fantasyeinerlei ab. Mir hat das Lesen viel Spaß bereitet und ich kann dieses Buch wirklich empfehlen und werde gleich mit Teil 2(Die Stadt der besonderen Kinder) weitermachen.

Kommen wir zum äußeren Erscheinungsbild des Buches, welches mir als einfach wunderschön erscheint. Die immer wieder zu erblickenden Fotos in Schwarzweiß-Optik sind eine wunderbare Idee und untermalen das Geschriebene in einer perfekten Art und Weise. Der geschmackvolle Druck auf dem Vorsatz und zu den verschiedenen Kapiteln erinnert an antiquarische Bücher. Ebenso wie die Gestaltung der Geschichte etwas an ältere Bücher erinnern lässt. Insgesamt haben wir hier ein bewundernswertes Buch in den Händen, welches mir schon in der Gestaltung sehr gefallen hat und in dieser deutlich aus der Masse heraussticht und für Bibliophile fast ein Muss ist.

Nun zur Geschichte: Jacob Portman hat eine besondere und tiefe Beziehung zu seinem Großvater, in der Kindheit von Jacob spinnt er mit seinem Großvater mysteriöse Geschichten. Jahre später, als Jacob 15 Jahre alt ist, stirbt sein Großvater unter eigenartigen Umständen in den Armen von Jacob, nachdem der Großvater vorher versucht hat, seine Familie vor etwas Ungeheurem warnen, aber niemand, auch Jacob nicht, glaubt ihm. Nun macht sich Jacob Vorwürfe, auch er hat etwas Eigenwilliges gesehen, aber auch ihm wird nicht geglaubt. Jacob begibt sich auf die Suche, auf die Suche nach Hinweisen und schlussendlich auf eine Reise, eine Reise zu der Insel der besonderen Kinder. Und er muss subtil vorgehen, vorsichtig sein, niemand darf wissen, was er eigentlich sucht. Und vieles von dem Mysteriösen aus und um die Geschichten seines Großvaters wird Wirklichkeit.

Wunderbar erzählt ist dieses Buch und deswegen meine Empfehlung: Unbedingt Lesen!

Bewertung vom 15.02.2019
Das Lächeln meiner Mutter
Vigan, Delphine de

Das Lächeln meiner Mutter


ausgezeichnet

Delphine de Vigan hat in meinen Augen einen recht eigenwilligen Schreibstil, der äußerst interessant daherkommt und auch sehr veränderlich wirkt, der jeweiligen beschriebenen Situation sehr angepasst. Manchmal hatte ich fast den Eindruck es sprechen verschiedene Personen zu mir. Absolut interessant, aber manchmal auch etwas schwer zu fassen. Wobei sie es dem Leser auch durch die in ihren Romanen verwandten Thematiken schwer macht. Chapeau vor dieser Frau für diese Art über doch recht schwierigen Dinge zu sprechen, da es ja immer biographische Züge gibt, die es der Autorin nicht leicht machen. Aber genau das ist ja auch eine Intention der Frau de Vigan.

Nun zu diesem Buch. Es geht um einen Blick auf die eigene Mutter. Einerseits ist dieser Roman eine Auflistung der Geschehnisse im Leben der Lucile. Andererseits ist es aber auch eine Anklage in meinen Augen. Eine Anklage an alle Mensen, die eine gewalttätige Ader haben. Ein Blick auf ein Leben, das unter der Last des Erlebten irgendwann zerbröselt. Und gleichzeitig auch ein Blick auf die Folgen des Ganzen. Ein Blick auf die Kinder. Ein Blick darauf, was eine Traumatisierte ihren Kindern weitergibt/weitergeben kann. Und der Blick auf die eigene Mutter ist in nachvollziehbarer Weise verfärbt. Allerdings fand ich diesen Blick auf die Person der Lucile auch etwas einseitig, klar hat das Handeln der Mutter Folgen bei den Kindern, aber die Härte der Betrachtung ist doch etwas unangebracht, dieses Zurückziehen vor Gefühlen von Seiten der Mutter hat ja Gründe. Aber es spricht hier ja auch eine kleine verletzte Seele. Aber wir haben in der Person der Lucile auch jemanden, der kämpft, der trotz der eigenen Erfahrungen auch Stärke besitzt, sich immer wieder aufrappelt, bis es einfach irgendwann reicht. Es geht auch um die Kraft von familiären Bindungen, nicht nur das Zerstörerische in diesen, sondern auch die positiven Seiten menschlicher Nähe werden seziert. Und genau dieses Sezieren menschlicher Eigenschaften beherrscht die Vigan in einer ganz eigenen Art, und in einer ungeheuren Tiefe.

Den Blick auf einen Menschen mit einer bipolarer Störung empfand ich etwas einseitig, aber es ist für den Betroffenen und für die nahe Umgebung auch sehr schwer. Trotzdem ist dieses Buch für mich auch ein gelungener Versuch einer Skizzierung einer psychischen Erkrankung und des Lebens damit.

Und es ist ein Blick auf den Suizid. Ein Blick auf das Warum. Und genauso ein Blick auf die Folgen, ein Blick auf die Hinterbliebenen.

Insgesamt ist es ein Buch was wehtut und sehr stark beschäftigt und man sollte bereit dafür sein. Und in der Intensität des Buches und der Art des Geschriebenen liegt für mich auch die Begründung meiner gegebenen 5 Punkte!