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45 Kundenbewertungen

London ist laut und anstrengend, die Batemans sehnen sich nach Ruhe und haben sich für den Sommer auf dem Land in Yorkshire eingemietet. Vor allem der Vater, ein nervöser Journalist, hofft auf Entspannung in der bäuerlichen Umgebung. Hier trifft sein kleiner Sohn Harry auf Bell, den jüngsten Sohn der Vermieter, und eine tiefe Jungenfreundschaft beginnt. Sommer für Sommer und mit jedem gemeinsam erlebten Abenteuer wird diese Freundschaft erneuert, so unterschiedlich die Sphären, in denen sie mit ihren Familien leben, auch sind. Ein hell leuchtendes Ferienbuch von Jane Gardam, in dem die…mehr

Produktbeschreibung
London ist laut und anstrengend, die Batemans sehnen sich nach Ruhe und haben sich für den Sommer auf dem Land in Yorkshire eingemietet. Vor allem der Vater, ein nervöser Journalist, hofft auf Entspannung in der bäuerlichen Umgebung. Hier trifft sein kleiner Sohn Harry auf Bell, den jüngsten Sohn der Vermieter, und eine tiefe Jungenfreundschaft beginnt. Sommer für Sommer und mit jedem gemeinsam erlebten Abenteuer wird diese Freundschaft erneuert, so unterschiedlich die Sphären, in denen sie mit ihren Familien leben, auch sind. Ein hell leuchtendes Ferienbuch von Jane Gardam, in dem die Spannung zwischen Stadt- und Landmenschen mit so viel Weisheit und Humor eingefangen ist.
  • Produktdetails
  • Verlag: Hanser Berlin
  • Originaltitel: The Hollow Land
  • Artikelnr. des Verlages: 516/26199
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 187
  • Erscheinungstermin: 13. Mai 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 128mm x 22mm
  • Gewicht: 296g
  • ISBN-13: 9783446261990
  • ISBN-10: 3446261990
  • Artikelnr.: 54342544
Autorenporträt
"Eine Autorin ohne den geringsten Zweifel": Zu diesem Urteil kam der Schriftsteller und Kritiker L. A. G. Strong, nachdem ihm eine junge Studentin nur eine kurze Leseprobe gegeben hatte. Eine Weile sollte es dauern, bis der Rest der Welt von diesem Talent erfuhr. Seit vier Jahrzehnten veröffentlicht die Britin Jane Gardam nun überaus erfolgreiche Romane, Erzählungen und Kinderbücher. Doch erst vor Kurzem erreichte ihr Werk endlich den deutschen Markt. Seit 2015 erschienen bei Hanser Berlin die drei Bände ihrer "Old Filth"-Reihe, die sie im Alter von 87 Jahren endlich auch hier flugs zur Bestsellerautorin erhob.

Die Trilogie startet mit dem Roman "Ein untadeliger Mann", von vielen als Gardams bestes Buch geschätzt. Er erzählt von dem Juristen Edward Feathers, der seinen Ruhestand im englischen Dorset genießt. Der Spitzname "Old Filth" ist nur zum Teil ein ironischer Kommentar auf sein makelloses Äußeres; vor allem spielt er auf seinen Erfolg fern der Heimat an: Feathers verkörpert das scherzhafte Akronym für "Failed In London, Try Hong Kong" (Wer in London scheitert, versucht es in Hongkong). Als seine Frau Betty überraschend stirbt, zieht der alte Feathers sein durch und durch geordnetes Leben in Zweifel - und macht sich auf die Reise in seine Vergangenheit. Im Nachfolger "Eine treue Frau" erzählt Gardam von Betty Feathers, von ihrem Leben in China und ihrer Liebe zu zwei Männern. Vor dem Hintergrund dieser Dreiecksgeschichte entwickelt sich im dritten Band, "Letzte Freunde", eine späte Freundschaft zwischen Edward Feathers und seinem Konkurrenten.

Gardam, die heute in East Kent lebt, hat selbst das Britische Empire als Ehefrau eines viel reisenden Anwalts kennengelernt. Als Jean Mary Pearson 1928 in North Yorkshire geboren, wuchs sie in ländlichen Verhältnissen auf. In Interviews erinnert sie sich gern an die abgelegene Farm ihrer Familie. Ein Stipendium ermöglichte ihr das Englischstudium am Bedford College der Londoner Universität. Später arbeitete sie als Krankenhausbibliothekarin des Roten Kreuzes und als Redakteurin für das "Weldon's Ladies' Journal" und "Time and Tide". Dank des Berufs ihres Mannes konnte sie sich schließlich mehr dem Schreiben widmen, das ihr seit der Kindheit am Herzen liegt. Als dreifache Mutter publizierte sie zunächst Kinderbücher. 1975 veröffentlichte sie erstmals einen Titel für Erwachsene - und gewann prompt zwei literarische Preise. Es sollten zahlreiche Auszeichnungen folgen, darunter der "Katherine Mansfield Award" für ihre Kurzgeschichten und der "Heywood Hill Literary Prize" für ihr Lebenswerk. Von der Fülle und der Qualität dieses Werks wird es für das deutschsprachige Publikum noch viel zu entdecken geben.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 06.07.2019

Das hohle Land
Landflucht, überhebliche Eliten, kolonialer Gestus: Jane Gardams Roman „Bell und Harry“ umriss schon 1981 das ganze englische Dilemma
Jane Gardams früher Roman „Bell und Harry“ liegt auf merkwürdige Weise im Trend. Im Original schon 1981 erschienen, passt er in die neue deutsche Empfänglichkeit für das ländliche Leben jenseits der Großstädte, wie es Jan Brandt oder Lola Randl schildern. Gardam liefert eine Wald-und-Wiesen-Geschichte über verschrobene Dorfbewohner, die am Ende doch immer die klügeren sind, so sehr ihnen neunmalkluge Städter auch am Zeug flicken wollen. Da gibt es zum Beispiel die Familie Bateman, die mit mehreren Kindern plus Hund aus London anrückt, von dem Bauern Teesdale das alte Farmhaus Light Trees mietet und sich dort erholen will. Der Vater, ein überforderter Journalist, möchte den Sommer zum Schreiben nutzen und verspricht sich von der Ruhe auf dem Land Inspiration. Nur ahnten die Batemans nichts von der Geschäftigkeit ihrer Gastgeber: Die heißen Sommertage müssen zum Heumachen genutzt werden, bis tief in die Nacht sind alle Teesdales auf den Beinen, Mähdrescher und Trecker rattern über den Hof. Empört planen die Londoner ihre Abreise – was aber die beiden Haupthelden des Episoden-Romans zu verhindern wissen, nämlich Bell und Harry. Erzählt wird die erste der insgesamt neun lose miteinander verknüpften Miniaturen aus der Perspektive des achtjährigen Bell Teesdale, der mit dem Selbstbewusstsein eines Kindes, das Schafherden über die Weiden treibt und weiß, wie man die Tore zum Moor sichert, die Besucher beobachtet und vor allem für den fünfjährigen Harry große Sympathien entwickelt. Und entgegen aller Vermutungen leben sich die Batemans dann doch ein und schließen nicht nur mit den Teesdales Freundschaft, sondern auch mit dem Schornsteinfeger Kendal und der verrückten Eierhexe.
Jane Gardam, 1928 als Tochter eines Lehrers in North Yorkshire geboren, schrieb erst mit über 42 Jahren ihren ersten Roman und legte seither mehr als zwei Dutzend Bücher vor, die in England durchaus Beachtung fanden. „Bell und Harry“ wurde im Jahr seines Erscheinens mit dem renommierten Whitbread Award in der Kategorie „children’s book“ ausgezeichnet, und tatsächlich handelt es sich um einen Roman, der für Kinder und Erwachsene geeignet ist. Zu einem internationalen Phänomen wurde Gardam nach 2004, als der erste Band ihrer Trilogie über den Kronanwalt Old Filth herauskam – der Spitzname des Helden Filth ist zugleich die Abkürzung für eine beliebte Praxis unter den Absolventen der renommierten Universitäten: „Failed in London, try Hong Kong“. Die perspektivisch sehr einfallsreich gearbeitete Trilogie bot einen speziellen Blick auf das Empire und dessen Vertreter; der Dreiteiler war auch in den USA ein großer Erfolg, wo er bezeichnenderweise bei Europa Editions erschien, der amerikanischen Niederlassung des italienischen Elena-Ferrante-Verlages E/O.
„Bell und Harry“ hat weder etwas mit der Kolonialgeschichte zu tun, noch ist es in irgendeiner Form urban; vielmehr vergewissert Gardam sich hier ihrer eigenen Ursprünge. Genau wie Harry fuhr sie nämlich während der Ferien in das „Hohle Land“, wie Northern Cumbria wegen seiner vielen Bergstollen nach einem Gedicht von William Morris genannt wird. Der Vater der Schriftstellerin war der Sohn von Farmern, die weiterhin dort lebten. „Dieser Teil der Familie hatte einen enormen Einfluss auf mich“, erklärte Jane Gardam 2014 in einem Interview, „weil sich alles im Handumdrehen in eine Geschichte verwandelte. Das Erzählen, das dort gepflegt wurde, besaß eine musikalische Qualität.“ Dies ist das Reservoir, aus dem sich „Bell und Harry“ speist.
Die Handlung kreist um die Freundschaft der beiden Jungen, umfasst rund dreißig Jahre und reicht in eine vage Zukunft hinein, denn die letzte Episode trägt sich 1999 zu. Die Helden sind längst erwachsen. Wegen einer Energiekrise ist Autofahren kaum mehr möglich, und wieder sind die Farmer mit ihren Pferden, den alten Pflügen und Digbys vorne dran. „Bell und Harry“ hat noch nicht die Geschliffenheit der Kurzgeschichten aus dem Band „Die Leute von Privilege Hill“ (2017), formal ist es längst nicht so bemerkenswert wie die Old-Filth-Trilogie, dennoch lohnt sich die Lektüre, was vor allem an dem absichtslos wirkenden Erzählgestus liegt.
Schon hier spürt man Gardams Vermögen, Figurengruppen auszuleuchten und Konflikte anzulegen. Der Charme des frühen Romans liegt zum einen in dem einprägsamen Personal, zum anderen in dem ungekünstelten Tonfall des Kindes, das zu Beginn das Wort ergreift. Dass ausgerechnet in der englischen Klassengesellschaft die Leute vom Land den besseren Schnitt machen, ist eine besonders sympathische Pointe. Zum Beispiel reist eines Tages in den späten 1970er-Jahren eine Fernsehmoderatorin an, eine allseits als „Institution“ bekannte Person, die Harrys Vater interviewen und das ländliche England mit der Kamera erkunden will, alles „himmlisch“ findet und laut darüber nachdenkt, eines der alten Steinhäuser zu erwerben, um es an „Leute aus den Medien“ zu vermieten.
Im richtigen Moment verschwören sich dann aber die Elemente, ein Starkregen geht nieder, der Bach überschwemmt das Haus, und „die Institution“ sucht rasch das Weite. Nur die widerspenstige Tochter Poppet lässt sich nicht abschrecken und kommt von nun an, genau wie zuvor Harry, immer wieder im Sommer in das Hohle Land. Es ist Bells kleine Tochter Anne, die sich in der letzten Episode zu Wort meldet und den Schlusspunkt setzt. 1999 droht das Hohle Land Opfer von Rohstoffausbeutung zu werden – durch einen geldgierigen Verwandten der Teesdales, dessen Eltern nach Brasilien ausgewandert waren.
Aber es geht dann eben doch gut aus, weil in dem verzauberten Landstrich mit seinen Hochmooren andere Kräfte walten, denen man von Kindheit an verbunden sein muss. In den stimmungsvollen Landschaftsbildern blitzt auch ein utopisches Potenzial auf.
MAIKE ALBATH
Jane Gardam: Bell
und Harry. Roman.
Aus dem Englischen von Isabel Bogdan. Hanser Berlin, Berlin 2019,
190 Seiten, 20 Euro.
Die britische Schriftstellerin Jane Gardam. Foto: Getty Images
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 31.07.2019

Mit einer Prise Bullerbü
Jane Gardam erzählt vom ländlichen Yorkshire

Jane Gardams endlich auch bei uns erschienener Roman "Bell und Harry" ist ein wunderbares Buch für Leser jeden Alters. Zusammen lachen, nachdenklich werden und teilnehmen an den Sorgen und Freuden der Bewohner eines Dorfes im Norden von England - nicht nur für verregnete Ferientage ist der Roman eine ideale Lektüre. In der kargen Gegend Yorkshires, dem Hohlen Land, wie der Roman im Original heißt, kennt sich die Autorin gut aus, sie ist dort geboren. Sie taucht also auch in ihre Kindheitserinnerung ein, wenn sie am Anfang den achtjährigen Bauernsohn Bell erzählen lässt und sich für ihn und seinen noch jüngeren Freund Harry aus London Abenteuer ausdenkt, die die von Tom Sawyer und Huckleberry Finn weit übertreffen. In diesem buchstäblich hohlen Land, am Rande eines Hochmoors gelegen und durchzogen von unterirdischen Flüssen und Schächten verlassener Silberminen, lauern und locken stets Gefahren. Die Landschaft bietet also die beste Szene für Abgründiges, Naturkatastrophen eingeschlossen.

Wie Kinder denken und sprechen, weiß Jane Gardam. Sie hat es in vielen preisgekrönten Kinderbüchern erprobt. Die beiden Freunde verstehen sich, obwohl sie aus unterschiedlichen Lebenswelten kommen. Gespenster und unheimliche Gestalten, die sich dann doch als nicht so bedrohlich entpuppen wie befürchtet, sind für sie Realität, die man respektieren muss. Sie gehören zu uralten Geschichten, die Jane Gardam nie belehrend, vielmehr immer in ihrem besonderen ironischen und humorvollen Tonfall dazwischen einstreut. Wikinger, Kelten und Römer kommen darin vor. Bis heute kann man ihre Spuren finden.

In die kleinen, zum Teil schon lange leerstehenden Steinhäuser ziehen allmählich immer mehr Londoner ein, die eine Alternative zur Stadt suchen. Weil sie sich nicht anpassen, sind sie unbeliebt. Anders die Familie von Harry. Die ist einfach nett und natürlich, alle hören gerne zu und bieten Tee an, wenn jemand vorbeikommt. Sie helfen sogar bei Katastrophen. Der Vater ist Journalist. Einmal besucht ihn eine Kollegin vom Fernsehen, eine "Institution". Sie bietet Anlass für eine hinreißende Karikatur. Ein bisschen Boshaftigkeit und Spott müssen nicht nur die Londoner, auch die Nachbarn in Schottland und Irland ertragen.

Über einen Zeitraum von dreißig Jahren kommen wechselnde Erzähler zu Wort. Es sind abgeschlossene Kapitel, locker verbunden und stets so frisch und spontan erzählt, dass von der ersten Seite an bis zum Schluss nie auch nur ein Hauch von Langeweile aufkommt. Nichts von Larmoyanz und Nabelschau. Jane Gardam hat etwas zu sagen, und das tut sie charmant, lustig, ironisch - und zuweilen mit einer Prise Bullerbü gewürzt. Zum Schluss sei Isabel Bogdan gelobt. Sie hat das Buch makellos und mit merkbar großem Vergnügen übersetzt.

MARIA FRISÉ

Jane Gardam: "Bell und Harry". Roman.

Aus dem Englischen von Isabel Bogdan. Hanser Berlin Verlag,

Berlin 2019.

190 S., geb., 20,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Jane Gardam hat etwas zu sagen, und das tut sie charmant, lustig, ironisch - und zuweilen mit einer Prise Bullerbü gewürzt. Zum Schluss sei Isabel Bogdan gelobt. Sie hat das Buch makellos und mit merkbar großem Vergnügen übersetzt." Maria Frise, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.07.19 "Der Charme des frühen Romans liegt zum einen in dem einprägsamen Personal, zum anderen in dem ungekünstelten Tonfall." Maike Albath, Süddeutsche Zeitung, 06.07.19 "Jane Gardam verfügt über diesen ganz eigenen subtil, liebevoll, ironischen Ton. Ein großes, leichtes Sommervergnügen." Ursula May, hr2 Kultur, 01.07.19 "Wenn mich jemand am Ende des Jahres nach meinen liebsten Büchern 2019 fragen wird, dann gehört dieses Buch aus dem Juni ganz sicher dazu." Christine Westermann, WDR 5, 28.06.19 "Gardams Buch hat einen ähnlichen Charme wie Astrid Lindgrens 'Ferien auf Saltkrokan' ... als Sommerlektüre ein großes Vergnügen." Claudia Voigt, Der Spiegel, 15.06.19 "Mit diesem Buch kann man träumen: Noch einmal jung sein, Sommerferien, Bauernhof, Freundschaft." Kurier, 08.06.19 "Die fabelhafte britische Autorin fängt die Gerüche, die Farben, die Wunder ein und erzählt davon, wie sich Städter und Dorfbewohner miteinander versöhnen können, wenn sie sich gegenseitig ein bisschen sein lassen, wie sie sind." Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur, 28.05.19 "Ein Ferienbuch, das alle Generationen mit großem Vergnügen lesen können." Manuela Reichart, Deutschlandfunk Kultur, 20.05.19