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Benutzername: raschke64
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Bewertungen

Insgesamt 185 Bewertungen
Bewertung vom 23.01.2019
Stella
Würger, Takis

Stella


sehr gut

Der Schweizer Friedrich ist Anfang 20, als er Berlin einen Besuch abstattet. Es ist das Jahr 1942. Friedrich stammt aus einer reichen Schweizer Familie. Sein Vater verdient gutes Geld mit Stoffhandel, seine Mutter sah sich als Künstlerin und hatte wenig Liebe für ihren Sohn übrig Friderichs Kindheit war nicht besonders gut. Der Vater war wenig zu Hause und Friedrich erhielt die meiste Liebe von der jüdischen Köchin. In Berlin will er Stärke von den Deutschen lernen und trifft auf Kristin, eine junge Frau, die ihn bezaubert. Er wohnt in einem noblen Hotel und mit seinem Geld bekommt er auch in Kriegszeiten doch jedes Lebensmittel. Eines Tages steht Kristin vor seiner Tür: kahl rasiert, gefoltert. Und sie erklärt ihm, dass sie die Jüdin Stella ist und seine Hilfe braucht. Er hilft ihr ziemlich bedingungslos

Das Buch ist nach einer Einführung in die Jugend von Friedrich in zwölf Kapitel eingeteilt, jeweils einen Monat des Jahres 1942. Am Kapitelanfang stehen jeweils die Ereignisse, die in diesem Monat stattgefunden haben. Oft folgen auch Auszüge aus den Verhörprotokollen beziehungsweise Zeugenaussagen von Stellas Prozessen. Und dann wird die Geschichte zwischen Stella und Friedrich erzählt. Das alles hat mehr den Anschein eines Protokolls. Kurze, sehr sachliche Sätze. Wenige bis fast keine Emotionen. Damit hatte ich meine Schwierigkeiten, weil so überhaupt nicht erklärt wurde, warum Stella was tat, wie ihre Gefühle waren und was sie darüber wirklich dachte. Alles war sehr emotionslos.
Warum ich trotz dieser Kritik dem Buch eine so gute Bewertung gebe liegt daran, das ist zum einen sehr gut lesbar war. Zum anderen zeigt es eine Geschichte, die zumindest mir überhaupt nicht bekannt war und die mich zum Nachdenken und auch zum Weiterrecherchieren anregte. Das Buch wirft viele Fragen auf. Es enthält sich fast jeder Art Bewertung. Dem kann ich insofern zustimmen, weil ich nicht einschätzen könnte, wie man sich selbst in solchen Zeiten wirklich verhalten hätte, wie man nach Folter und Angst um die Eltern entschieden hätte. Ich glaube, aus heutiger Sicht in einem doch relativ sicheren Deutschland – ohne Krieg und Verfolgung - kann man zwar darüber reden, aber es nicht wirklich nachvollziehen

Bewertung vom 21.01.2019
Ein Affe an der Angel
Bauer, Jonny

Ein Affe an der Angel


gut

Auf den ersten Blick ein sehr schönes Kinderbuch. Es ist in drei Geschichten eingeteilt: Fang, Marsch und Klopf. Und besticht vor allem durch die fantasievollen und wunderbaren Zeichnungen.

Der kleine Darko lebt in der Stadt in einem Hochhaus. Er liebt Tiere, er liebt sein Tierlexikon und er hat eine schier unendliche Fantasie in dem Bereich. Als er im strömenden Regen nicht raus darf und statt dessen sein Zimmer aufräumen soll, kommt er auf die Idee, Regenwürmer zu studieren und diese aus dem Hochhaus aus dem 8. Stock zu angeln. Zumindest in seiner Fantasie.

Was eigentlich gut ausgedacht ist, bereitet mir ein wenig Kopfschmerzen. Das Buch ist für „6 Jahre“ gedacht. In dem Alter bekommen die Kinder die Geschichten vorgelesen. Das geht ja noch ein wenig gut, denn da kann man als Erwachsener versuchen, gegenzusteuern. Doch ob das die Kinder auf Dauer erkennen, dass das Angeln aus dem Fenster nur in der Fantasie geschieht. Ich befürchte, dass sie es nachmachen wollen. Und wenn es Kinder sind, die allein lesen können und wollen – da ist niemand dabei, der warnen kann. Vielleicht bin ich übervorsichtig, doch mir kommen da so starke Bedenken.

Bewertung vom 21.01.2019
Ich bringe dir die Nacht
Howard, Catherine Ryan

Ich bringe dir die Nacht


gut

Alison lebt seit 10 Jahren in den Niederlanden. Für sie war es eine Flucht vor ihrer Vergangenheit, denn als sie in Dublin studierte, wurden mehrere junge Frauen, ebenfalls Studentinnen von ihrer Universität, ermordet und in den Kanal geworfen. Auch ihre beste Freundin Liz. Der geständige Mörder ist ihr Freund Will, der dafür seit 10 Jahren einsitzt. Jetzt geschehen wieder Morde nach dem gleichen Muster. Und Will will neue Fakten öffentlich machen, aber nicht gegenüber der Polizei, sondern nur gegenüber Alison...

Das Buch ist ein solider Krimi. Als Thriller würde ich es nicht bezeichnen. Der Anfang beginnt rasant und spannend. Leider lässt die Spannung im Mittelteil dann stark nach und erst zum Ende hin wird es besser und endet mit einer kleinen Überraschung. Dazwischen ist viel gutes, aber auch einiges an Leerlauf. So konnte ich das Buch jederzeit weglegen, manchmal aber auch länger hintereinander durch lesen. Daher würde ich es weder empfehlen, noch jemand vom Lesen abhalten. Es gibt Luft nach oben.

Bewertung vom 03.01.2019
Die Unsterblichen
Benjamin, Chloe

Die Unsterblichen


ausgezeichnet

4 jüdische Geschwister gehen mehr aus Spaß und Neugier zu einer Wahrsagerin. Dort bekommt jedes der Kinder sein Todesdatum genannt. Erst nehmen sie es nicht ernst, doch je älter sie werden, desto mehr glauben sie daran. Und dann stirbt der Erste genau am vorausgesagten Tag...

Die Geschichte ist schön, das hört sich erst mal komisch an, wenn es um vorhergesagte Tode geht. Und trotzdem hat das Buch viel Poesie. Es wird in Etappen erzählt. Zuerst die Geschichte von Simon, der auch als erster stirbt, dann immer jeweils der nächste. Dabei bekommt man mit, dass der vorausgesagte Tod zwar eigentlich nicht zwingend ist, wenn man daran glaubt aber schon. und jeder lebt sein Leben dementsprechend anders. Man beginnt automatisch über sein eigenes Leben nachzudenken.

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Bewertung vom 03.01.2019
Fehltritt / Doggerland Bd.1
Adolfsson, Maria

Fehltritt / Doggerland Bd.1


ausgezeichnet

Kommissarin Karen Eiken muss einen Mord aufklären. Doch nicht nur die Ermittlungen sind nicht einfach, ihr Chef, mit dem sie gerade eine Nacht verbracht hat, gehört zu den Verdächtigen. Denn die Tote ist seine Ex-Frau. Dazu kommt noch, dass sie von einigen Kollegen offen gemobbt wird. Und die Ermittlungen treten auf der Stelle....

Doggerland ist der 1. Teil einer Triologie und das Buch ist sehr gut. Die Insel ist zwar komplett erfunden, trotzdem hat man nie das Gefühl von Unrealismus. Stattdessen hatte ich ziemlich schnell eine genaue Vorstellung davon und auch von den Menschen. Es ist sozusagen die große Gesellschaft nur im Kleinen. Der Stil hat mir gut gefallen. Es ist ein klassischer Krimi, über weite Strecken geht es um traditionelle Ermittlungsarbeit mit ein bisschen Privatem der Polizisten. Das Ende ist überraschend und gelungen. Alles in allem von mir eine Leseempfehlung und ich freue mich auf den 2. Teil.

Bewertung vom 03.01.2019
Der Verfolger / Dr. Frederick Starks Bd.2
Katzenbach, John

Der Verfolger / Dr. Frederick Starks Bd.2


gut

Dr. Stark ist Psychiater und findet auf seiner Couch einen Mann, den er seit 5 Jahren für tot glaubte. Denn es ist ein Berufskiller, der ihn verfolgt hatte. Das alles beginnt jetzt von Neuem und nichts scheint so zu sein, wie es wirkt.

Ich fand das Buch ausgesprochen schwierig. Ich kenne den Vorgängerband nicht und so fehlten mir viele Bezüge. Ich verstand einige Anspielungen nicht und konnte nicht verstehen, warum der Killer so hinter Dr. Stark her war.
Unabhängig davon hatte das Buch für mich einige Stellen, die mehr als nur arg konstruiert waren. Und auch einige Längen. Dr. Stark hat jeden Gedanken von allen Seiten analysiert und durchgekaut und so zog sich vieles unendlich hin und die Spannung sank mehr und mehr.
Es gab allerdings auch einige überraschende Wendungen, doch insgesamt brachten sie das Buch nicht über den Durchschnitt hinaus. Eine Leseempfehlung würde ich nur an die Leute aussprechen, die den ersten Teil kennen.

Bewertung vom 17.12.2018
Die Stille im Dorf
Blaser, Karl

Die Stille im Dorf


gut

Das Buch erzählt die Geschichte eines kleinen Dorfes in der Eifel von 1944 an bis nach der Wende und auch die einiger seiner Bewohner.

Ich hatte mit dem Buch so einige Schwierigkeiten. Es lässt sich gut und auch flüssig lesen, wenn man sich ein wenig durch den Anfang gelesen hat. Das letzte Kriegsjahr wird sehr ausführlich beschrieben, die Jahre danach ebenfalls noch detailliert, aber dann wird die Geschichte in 10-Jahres-Schritten sehr verkürzt und man bekommt nur noch sporadisch einen Einblick in das Leben einzelner Menschen. Oft werden die Kapitel eingeleitet mit allgemeinen Bemerkungen zur Politik oder größeren Ereignissen. Damit wird das Dorfleben zwar ins Verhältnis zu etwas Größerem gesetzt, gleichzeitig wird aber auch das oft große persönliche Leid stark relativiert. Und damit verschloss sich für mich der emotionale Zugang zu den einzelnen Personen. Einige Frauen werden geschlagen oder unterdrückt - in der gleichen Zeit werden hunderte Juden vertrieben und umgebracht. Wer erlebt das größere Leid? Diese Gegenüberstellung versachlichte mir die Geschichte so stark, dass ich nicht mehr wirklich mitfühlen konnte und das Buch mehr und mehr zu einem Sachbuch wurde. Leider gab es auch eine ganze Menge an Rechtschreibfehlern.

Bewertung vom 14.12.2018
Taurus. Die Erben der Macht / Die Sternen-Saga Bd.1
Templar, Michael

Taurus. Die Erben der Macht / Die Sternen-Saga Bd.1


sehr gut

Natalie ist 13 und zusammen mit ihrem Großvater schon viel gereist. Der ist nämlich Wissenschaftler und fährt regelmäßig zum Austausch mit Kollegen auf große Konferenzen. Natalie ist dabei und muss erleben, wie auf einer dieser Veranstaltungen ihr Großvater entführt wird. Dabei wollte er doch nur seine Erkenntnisse über eine uralte Maschine erklären. Seine Entführer sind eigenartig: sie tragen Tiermasken. Natalie will ihrem Großvater helfen und mit dem gleichaltrigen Giles erhält sie Unterstützung. Der ist nicht nur steinreich, er hat auch einen Leibwächter, der einiges auf dem Kasten hat.

Das Buch liest sich gut weg. Es ist abenteuerlich und erinnert mich ein bißchen an Dan Brown – nur eben für Kinder/Jugendliche. Allerdings hatte ich oft das Gefühl, das Natalie ein wenig zu schnell auf Lösungen kommt, für die selbst Erwachsene länger gebraucht hätten. Es ging mir oft ein wenig zu „einfach“ bzw. die Lösung war sehr schnell da. Als Leser hat man nicht wirklich mitgeraten, sondern bekam alles präsentiert. Auf der anderen Seite trieb das natürlich stark vorwärts, zumal die Kapitel auch nicht sehr lang sind. Und am Ende gab es noch einige offene Fragen, die wohl erst der nächste Band auflösen wird.

Bewertung vom 11.12.2018
Lukas und die Meckerschweinchen
Friedrich, Joachim; McMaster, Minna

Lukas und die Meckerschweinchen


ausgezeichnet

Lukas hat ein Hörgerät. Wenn er das ausschaltet, dann kann er auf einmal die „Sprache“ der Tiere verstehen. Als einziger – und das macht ihm trotz des „Handicaps“ zu etwas Besonderem. Und so umgibt er sich noch mit besonderen Menschen und Tieren. Seine Freundin Marie kann sich „unsichtbar“ machen. Natürlich nicht wirklich, weil sie aber so klein und eher unscheinbar ist, bemerkt sie kaum jemand und sie wird für die Umgebung – unsichtbar.
Dann gibt es noch die Dogge Horst – groß und kräftig, aber total ängstlich und schüchtern. Und den Kater Millicent, sehr frech und vorlaut, dabei oft eher schlecht gelaunt.
Zusammen sind die Vier ein unschlagbares Team, denn das kleine Meerschweinchen Lilli verschwindet aus dem Zoo und plötzlich sind die Vier gefragt mit der Suche nach Lilli.

Die Geschichte ist toll. Zum einen ist es spannend. Zum anderen aber eben auch sehr liebevoll. Die so unterschiedlichen Menschen und Tiere halten fest zusammen. Am meisten kichern musste ich aber über die Kabbeleien zwischen Horst und Millicent. Einfach herrlich. Das Buch ist meines Erachtens gut geeignet für die Altersgruppe. Die Kapitel sind relativ kurz und so sind Erstleser nicht überfordert und gleichzeitig kann man es auch gut vorlesen. Das Buch ist aufgrund des unterschiedlichen Teams sowohl für Jungen wie für Mädchen interessant. Die Bilder unterstreichen alles liebevoll. Dafür kann man nur die volle Punktzahl vergeben.

Bewertung vom 10.12.2018
Winterhaus
Guterson, Ben

Winterhaus


ausgezeichnet

Elizabeth ist 11 und Waise. Ihre Eltern sind bei einem Unfall ums Leben gekommen und so lebt sie jetzt bei Onkel und Tante. Diese haben auf einmal Geld (übrig) und so kann Elizabeth in ein sehr gutes Hotel, das besagte „Winterhaus“ fahren.
Dort lernt sie bald den gleichaltrigen Freddy kennen, der ihr Freund wird. Sie überstehen einige Abenteuer und verleben einen sehr schönen Urlaub. Denn das Hotel ist mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Und so werden einige Unternehmungen gefährlich.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Schon das Cover ist einfach wunderschön. Da hat sich jemand wirklich sehr viel Mühe gegeben. Dazu kommt noch, dass es aufgrund der beiden Hauptpersonen sowohl Jungen wie Mädchen zum Lesen animiert. Elizabeth liest gern, sie liebt Rätsel aller Art. Jetzt könnte man sagen: typisch Mädchen. Aber genau das wird vermieden, denn Freddy ist ebenfalls sehr schlau und steht ihr in nichts nach. Die im Buch eingebauten Rätsel geben dem jugendlichen Leser einen zusätzlichen „Kick“. Die Bilder sind einfach nur schön. Rundum ein gelungenes Buch und von mir eine absolute Leseempfehlung.