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Benutzername: raschke64
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Bewertungen

Insgesamt 203 Bewertungen
Bewertung vom 21.03.2019
1793
Natt och Dag, Niklas

1793


gut

1793 in Stockholm. Ein so genannter Häscher findet im Fluss die Reste einer Leiche. Es ist nur noch ein Körper, alle Gliedmaßen wurden entfernt, die Augen ausgestochen, die Zunge abgeschnitten. Der Jurist Cecil Winge versucht zusammen mit dem Häscher Jean Michael Cardell, den Fall aufzuklären.

Ich empfand das Buch nicht als Krimi. Wie fast alle historischen Krimis steht hier weniger der Fall im Mittelpunkt, sondern es wird mehr über die Zeit, die Umstände, in denen die Leute leben mussten, und Ähnliches beschrieben. Der Kriminalfall selbst rückt ein Stück in den Hintergrund. Damit könnte ich gut leben, aber ich empfand das Buch sehr bedrückend. Zum einen waren es brutale Zeiten, zum anderen wurde das auch noch sehr brutal beschrieben. Dabei empfand ich sehr wenig Spannung. Die Geschichte ist gut lesbar und auch interessant, doch als ein Meisterwerk - wie es auf der Rückseite beschrieben steht - empfinde ich es nicht.

Bewertung vom 18.03.2019
Dark Call - Du wirst mich nicht finden
Griffin, Mark

Dark Call - Du wirst mich nicht finden


gut

Holly Wakefield arbeitet als Psychiaterin in einem Gefängnis für Schwerverbrecher. Sie hat fast vergessen, dass sie sich früher für die Polizeiarbeit zur Verfügung gestellt hat. So ist sie überrascht, als sie einen Fall betreuen soll. Es geht um einen sehr speziellen Serienmörder.

Das Buch beginnt eher ruhig und langsam. Viel Ermittlungsarbeit, viele Erklärungen. Noch nicht so viel Spannung. Speziell hat mich gestört, dass für mich gefühlt jeder Serienmörder Erwähnung und Beschreibung finden musste, obwohl das nichts mit dem Fall zu tun hatte. Erst ab der Mitte geht die Geschichte vorwärts, wird immer spannendender und hat ein Ende doch einigen Überraschungen. Von daher schätze ich das Buch als gutes Debüt ein mit Luft nach oben.

Bewertung vom 15.03.2019
Onkel Stan und Dan und das ungeheuerlich ungewöhnliche Abenteuer
Kennedy, A. L.

Onkel Stan und Dan und das ungeheuerlich ungewöhnliche Abenteuer


ausgezeichnet

Da sind sie wieder: Dachs Dan und Onkel Stan. Eigentlich leben sie friedlich auf einer Farm in einem kleinen Dorf. Doch da gibt es Dr. P‘Krall. Der ist ein Betrüger und er kann es gar nicht leiden, wenn jemand anders ist. Und Onkel Stan ist nun einmal ungewöhnlich. Deshalb schafft er ihn in sein Gefängnis.
Doch er hat nicht mit Dan, dem Dachs, gerechnet. Dieser versucht natürlich, Onkel Stan zu retten und er ist nicht allein dabei. Er hat noch seine Freunde – Kinder und andere Tiere mit lustigen Namen oder anderen Besonderheiten.

Ich finde das Buch einfach wunderschön. Zum einen die herrlichen Zeichnungen. Die machen so viel Spaß. Und dann der Text, der gerade zu – vor allem – zum Vorlesen anregt. Und die Geschichte ist an sich auch noch pädagogisch wertvoll: da geht es um Freundschaft und Hilfe und auch darum, dass jeder anders und das auch gut so ist. Volle Punktzahl.

Bewertung vom 04.03.2019
Mitternachtsmädchen / Nathalie Svensson Bd.3
Moström, Jonas

Mitternachtsmädchen / Nathalie Svensson Bd.3


sehr gut

In Uppsala wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Sie wurde gewürgt und ermordet. Vor ihr wurden schon zwei weitere Frauen überfallen und gewürgt, sie konnten sich aber retten. Die Suche nach dem Täter gestaltet sich in der Universitätsstadt schwierig. Ein Team mit mehreren Profilern versucht, die Tätersuche einzugrenzen. Sie haben dann drei Verdächtige, aber bisher fehlen schlagkräftige Beweise. Und sie fürchten, dass der Täter erneut zu schlagen wird...

Das Buch ist der dritte Fall in der Reihe mit der Psychiaterin Nathalie Svensson. Am Anfang war ich nicht sehr begeistert davon. Ich habe mich regelrecht gelangweilt und mir waren viele Beschreibungen zu ausführlich und es gab für mich zu wenig Spannung. Das änderte sich im Laufe des Buches dann doch. Die Präsentation der verschiedenen Verdächtigen ist sehr geschickt gemacht. Dadurch schwankt man sehr lange. Das hält die Spannung dann hoch.

Bewertung vom 04.03.2019
Worauf wir hoffen
Mirza, Fatima Farheen

Worauf wir hoffen


sehr gut

Eine muslimische Familie indischer Herkunft versucht, sich in den USA ein Familienleben aufzubauen. Der Vater arbeitet und ist viel auf Dienstreisen, die Mutter ist Hausfrau. Die Töchter Hadia und Huda machen den Eltern wenig Sorgen, ganz anders der einzige Sohn Amar. Er ist der jüngste der Geschwister und schon in ziemlich jungen Jahren sehr rebellisch. Noch einen großen Streit verlässt er die Familie.

Das Buch ist eine Familiengeschichte. Eigentlich könnten die Probleme zwischen den Geschwistern in jeder Familie vorkommen, aber hier verschärfen sie sich noch durch den muslimischen Hintergrund, obwohl die Eltern keineswegs Fundamentalisten sind. Während die Töchter schon mit neun Jahren entscheiden müssen, ob sie sich verschleiern, hat der Sohn viele Freiheiten. Dabei haben die Töchter keine echte Wahl, denn vor allem die Mutter suggeriert ihnen, dass eine Nichtverschleierung eine Sünde ist. Eine echte Wahl haben sie damit nicht. Sie müssen ebenfalls mit neun Jahren den Ramadan begehen, während Söhne dazu bis zum 15. Lebensjahr Zeit haben. Die Geschichte wird immer wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Aus Sicht der älteren Tochter, aus Sicht der Mutter, des Sohnes und zum Schluss des Vaters. Dabei erkennt jeder früher oder später die gemachten Fehler. Als Leser erkennt man aber auch gleichzeitig, dass einige Entscheidungen unausweichlich waren, weil die Familienkonstellation nichts anderes ergeben hat. Das Buch ist ziemlich ruhig, hat in einigen Teilen sogar einige Längen. Hier wäre eine Kürzung manchmal günstiger gewesen. Das Buch ist insgesamt trotzdem gut lesbar, den Punktabzug gibt es von mir vor allem für die – ob vom Autor oder vom Übersetzer so gewollt - das kann ich nicht entscheiden – verwendeten muslimischen Begriffe, die nicht übersetzt wurden. So wusste ich manchmal nicht, um was es genau geht. Anfangs habe ich das alles noch nachgeschlagen, aber das störte meinen Lesefluss erheblich. So habe ich das gelassen. Ein Glossar o. ä. wäre hilfreich gewesen.

Bewertung vom 04.03.2019
Das Echo der Wahrheit
Chirovici, Eugene

Das Echo der Wahrheit


sehr gut

Der Psychologe Dr. Cobb wird zu Josh Fleischer gerufen. Fleischer leidet an Leukämie und hat nur noch kurze Zeit zu leben. In der Jugend war er zusammen mit einem Freund in Paris in eine Geschichte verwickelt, bei der eine junge Frau ums Leben kam. Fleischer kann sich aber an die Nacht nicht wirklich erinnern und bittet nun Dr. Copp, der ein Spezialist auf dem Gebiet der Hypnose ist, zu versuchen, ob sie gemeinsam die Erinnerungen an diese Nacht wieder wachrufen können. Doch das Experiment funktioniert nicht wirklich. Nachdem Fleischer schon verstorben ist, will Dr. Copp versuchen, herauszufinden, wie die Geschichte damals wirklich war.

Das Buch ist sehr spannend. Die Spannung ergibt sich daraus, dass auf der Suche nach der Wahrheit jeweils eine andere Geschichte und eine andere Sicht auf die Geschehnisse dieses Abends erzählt werden. Lange Zeit ist man nicht sicher, wer von den beiden jungen Männern der Gute und derBböse ist. Ganz am Ende gibt es dann noch eine ziemliche Überraschung. Das einzige, was mir persönlich nicht ganz so gut gefallen hat, waren die vielen philosophischen und psychologischen Erklärungen. Sie waren sicherlich nicht uninteressant, aber sie bremsten zumindest bei mir den Lesefluss. Trotzdem ist das ein sehr gutes Buch.

Bewertung vom 26.02.2019
Rheinblick
Glaser, Brigitte

Rheinblick


sehr gut

Bonn, 1972. Es ist November, es ist kalt und der gerade die Wiederwahl gewonnene Kanzler Willy Brandt muss sich einer Stimmbandoperation unterziehen und ist im Krankenhaus. Dort betreut ihn die junge Logopäden Sonja Engel.
Gleichzeitig treffen sich in der Gaststätte Rheinblick von Hilde Kessel viele Bonner Politiker, aber auch einfache Angestellte oder Leute aus dem Ort. Hilde erfährt viel, denn die Menschen unterhalten sich dort völlig frei. Normalerweise würde Hilde nie etwas davon nach außen erzählen, doch in einer Notsituation vergisst sie ihre Prinzipien und wird damit erpressbar. Auch Sonja wird von einigen Seiten bedrängt und soll verraten, was im Krankenzimmer von Willy Brandt besprochen wird.

Das Buch war für mich zwei geteilt. Insgesamt ist es sehr gut lesbar und weckt das Interesse. Besonders die Abschnitte, in denen das normale Leben der damaligen Menschen beschrieben wird, sind sehr gut getroffen und sehr interessant. Die eher theoretischen Ausführungen in Richtung Politik dagegen haben mich manchmal etwas gelangweilt. Der eingestreute Kriminalfall macht das Ganze noch spannend. Nicht geändert bis heute hat sich wohl der Kampf um die Macht in der Politik und das Geschachere um Posten und Vorteile. Kein Wunder, dass sich die Menschen von der Politik abwenden. Die Begeisterung der Autorin über Willy Brandt kann ich nicht ganz nachvollziehen. Das liegt aber daran, dass ich bei seiner Kanzlerzeit viel zu jung war, um eine vernünftige Beurteilung dazu vornehmen zu können. Insgesamt kann ich das Buch aber empfehlen.

Bewertung vom 25.02.2019
Eisige Tage / Seiler und Novic Bd.1
Pohl, Alex

Eisige Tage / Seiler und Novic Bd.1


sehr gut

Leipzig im tiefsten Winter und bei eisiger Kälte im Dezember. In einem Auto wird die Leiche eines zwielichtigen Anwalts gefunden. Zusammengeschlagen und erschossen. Bei der Untersuchung des Mordes kommen die Kommissare Hannah Seiler und Milo Novic nicht so recht weiter. Sie finden Fotos von ganz jungen Mädchen in eindeutigen Situationen. Und kurz danach wird ein junges Mädchen vermisst…

Das Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Zum einen ist es wirklich sehr gut zu lesen, interessant und in Teilen auch spannend. Aber für mich ist es kein richtiger Krimi. Es gibt ein paar Ermittlungen, doch der Großteil läuft über die russische Mafia in Leipzig. Die Geschichte wird in der Gegenwart und teilweise in Rückblenden erzählt. Allerdings sind die Rückblenden oft auch sehr durcheinander Und man hat ein wenig Schwierigkeiten bei der Verfolgung des Ganzen. Ich denke mal, dass die Geschichte gar nicht so weit von der Realität entfernt ist. Das kann einem doch ziemliche Angst machen. Alles in allem ist es trotzdem ein gutes Buch.

Bewertung vom 25.02.2019
Allee unserer Träume
Gerold, Ulrike; Hänel, Wolfram

Allee unserer Träume


gut

Ilse, geboren in Mühlhausen, als Tochter eines Architekten möchte ebenfalls Architektin werden. Doch es kommt der Krieg dazwischen. Danach beteiligt sie sich in Berlin am Aufbau der damaligen Stalinallee, später Karl-Marx-Allee. Dafür muss sie allerdings sehr viel aufgeben. Ihre Entwürfe werden unter dem Namen ihres Mannes veröffentlicht, sie selbst übernimmt am Ende die Bauleitung…

Anfangs hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist wunderbar gut lesbar, Unterhaltung und Geschichte in einem. Doch mit Fortschreiten der Geschichte wurde es immer unglaubwürdiger. Es wird die Geschichte, in großen Teilen allerdings fiktional, der Mutter des Autos beschrieben. Ob aus dem Nichtvorhandensein von Fakten oder dem Schützen der Familie – ist werden große Löcher in der Geschichte sichtbar. So ist es nicht wirklich verständlich, warum die junge Frau den Namen ihrer Schwester annehmen muss, um nicht Probleme mit der sowjetischen Besatzungsmacht zu bekommen. Eine einfache Heirat und eine 14-tägige Ehe erscheinen mir keine ausreichenden Gründe dafür zu sein. Auch merkt man der Geschichte leider sehr deutlich an, dass sie aus Sicht von Westdeutschen geschrieben wurde. Die Beschreibungen Ost und West sind sehr schwarz-weiß gehalten. Auch in Westberlin gab es selbst zu Wende noch Mietskasernen, die genauso grau wie in Ostberlin waren. Aber die Hauptfigur landet ja am reichen Wannsee.
Außerdem ganz furchtbar für mich waren die kurzen Sätze am Beginn eines jeden Kapitels, die den Inhalt darstellten. Das mag bei Büchern in den fünfziger Jahren so üblich gewesen sein und sicher hat sich das Autorenpaar daran orientiert, aber es nahm jegliche Spannung vorweg und ich fand es völlig unnötig und sehr störend. Alles in allem ist das Buch am Ende für mich gute Unterhaltung, allerdings dann nur Durchschnitt.

Bewertung vom 18.02.2019
Das Geheimnis von Arranmore / Sturmwächter Bd.1
Doyle, Catherine

Das Geheimnis von Arranmore / Sturmwächter Bd.1


sehr gut

Fionn ist 11. Mit seiner kleineren und ziemlich nervenden Schwester Tara streitet er sich ständig. Sie müssen aber die Sommerferien zusammen verbringen und fahren auf die irische Insel Arranmore zu dem Großvater. Fionn ist anfangs von der Insel gar nicht so begeistert, bis er herausbekommt, dass sein Großvater ein Sturmwächter ist und mit Magie arbeitet. Damit wird der Sommerurlaub doch gleich viel abenteuerlicher.

Mir hat das Buch gut gefallen. Die Geschichte ist leicht lesbar und auf die Zielgruppe ausgerichtet. Anfangs erfährt man sehr viel über Fionns Familie und alles geht eher sehr langsam los. Mir persönlich ein wenig zu ausführlich und zu langsam. Hier könnten nicht so begeisterte Leser schon abspringen. Das eigentliche Abenteuer beginnt so richtig erst gegen Ende des Buches. Dann wird es definitiv auch spannender. Und es klingt nach einer Fortsetzung.
Alles im allem würde ich aber trotzdem eine Leseempfehlung aussprechen.