Benutzername: Lea


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Insgesamt 34 Bewertungen
Bewertung vom 13.11.2017
In tiefen Schluchten / Tori Godon Bd.1
Chaplet, Anne

In tiefen Schluchten / Tori Godon Bd.1


gut

Der Krimi „In tiefen Schluchten“ konnte mich nur mäßig begeistern. Mehr als drei Sterne kann ich dafür nicht geben. Es ist jetzt schon ein bisschen her, dass ich das Buch gelesen habe und ich kann mich kaum noch an den Inhalt erinnern, also ein nachhaltiges Leseereignis hatte ich nicht und es juckt mich auch nicht in den Fingern, das Buch noch einmal zu lesen.
Es geht um Tori, deren Mann gerade gestorben ist. Sie lebt in einem kleinen Dorf in Frankreich, in dem die Uhren noch anders gehen. Auf einmal verschwindet ein holländischer Tourist, als er auf Höhlenforschung geht und außerdem stirbt noch ein alter Mann aus dem Dorf. Aber war das wirklich ein Unfall? Tori spürt, dass etwas nicht stimmt und probiert Hinweise zu finden und diese miteinander zu verknüpfen. Doch die Dorfbewohner wollen ihr nicht wirklich helfen.
Was mir an dem Buch gut gefallen hat, ist, wie die Geschichte des Dorfes mit den Morden verknüpft wird, das ist wirklich spannend und es gibt viele Geheimnisse zu ergründen. Es gibt auch ein paar spannende bzw. gruselige Szenen, aber Hochspannung kommt nicht auf. Der Schreibstil war gut, aber nichts Außergewöhnliches. Die Hauptfigur wird ebenfalls gut beschrieben und man kann viel an ihren Emotionen teilnehmen, auch wenn man nicht alle Handlungsschritte nachvollziehen kann.
Ich glaube, was mich am meisten enttäuscht hat, ist, dass das Buch doch recht klein ist. Irgendwie hätte ich mir ein großes Buch erwartet. Man braucht nicht viel Zeit, um die Geschichte durchzulesen. Auch der Fall ist nicht so hundertprozentig meins, vor allem da das Buch wirklich lange braucht, bis überhaupt mal etwas Spannendes passiert. Da hat man die ersten 100 Seiten schon überschritten, bis das Geschehen so langsam ins Rollen kommt.

Bewertung vom 06.11.2017
Sex Story
Brenot, Philippe; Coryn, Laetitia

Sex Story


gut

Ich muss sagen, ich finde es etwas schwierig „Sex Story“ zu bewerten. In einer Comicform wird die Geschichte unserer Fortpflanzung erzählt, von den ersten Menschen (biblisch und geschichtlich) bis zur Zukunft dargestellt. Dabei durchqueren wir die großen geschichtlichen Zeiten und Epochen Babylon, Ägypten, Griechenland, Rom, Mittelalter, Renaissance, Aufklärung, 19., 20. und 21. Jahrhundert. Natürlich liegt der Fokus dabei auf dem Sex. Nicht nur rein geschichtliches Sachen werden erzählt, sondern auch Episoden aus der Mythologie oder andere Geschichten vom „Hörensagen“.
Die Bilder vom Comic sind schön farbig und oft mit vielen Details (in diesem Buch ist es ja auch nicht verwunderlich, wenn wirklich ALLE Details gezeigt werden) gestaltet. An der Aufmachung des Comics kann ich also keine Kritikpunkte finden. Was mir allerdings nicht so gefallen hat, ist, dass manche geschichtliche oder auch biblische Erzählungen ins Lächerliche gezogen werden. Das Buch will hier lustig sein, ist es in meinen Augen nicht.
Zum Inhalt: Ich finde es ganz nett gemacht, weil meistens die geschichtlichen Begebenheiten mit einer Geschichte verdeutlicht werden. Also meistens ein Paar und was es dann machen darf/kann/soll ins seiner Epoche. Es werden auch richtig interessante Fakten erzählt, das muss ich echt sagen. Sowas kann man nun mal in der Schule nicht lernen. Irgendwie ist das Buch schon interessant, aber „zu viel“. Zu viel nackte Menschen, zu viele anrüchige Szenen, zu viel… Manchmal braucht man eben doch nicht so viele Informationen.
Also im Großen und Ganzen muss ich sagen, dass es ein wirklich nett aufgemachtes Buch ist, mit einigen interessanten Fakten, aber auf Dauer wird es mir von dem Thema einfach zu viel. Es ist halt sehr sachbezogen. Für Leute die sich ausführlich über dieses Thema informieren wollen ist dieses Buch sicher klasse.

Bewertung vom 01.11.2017
Sonntags fehlst du am meisten
Drews, Christine

Sonntags fehlst du am meisten


sehr gut

"Sonntags fehlst du mir am meisten" hat mir wirklich gut gefallen, deswegen gebe ich vier Sterne. Das einzige, was mir fehlt, ist ein absolutes Highlight, das das Buch von anderen abhebt, aber sonst habe ich nichts auszusetzen.
Es geht um Caro, die sich mit ihrem Vater zerstritten hat und jetzt nicht weiß, ob oder wie sie sich mit ihm versöhnen soll. So tauchen wir nicht nur in Caros Geschichte ein, sondern in die der ganzen Familie, besonders auch in die des Vaters. Das macht die Autorin geschickt durch Zeitsprünge, die jeweils durch Jahreszahlen gekennzeichnet werden. Auch wenn es durchaus viele Sprünge gibt, habe ich mich nie verloren gefühlt und konnte der Geschichte immer gut folgen. So erfahren wir zum Beispiel vom Vater, der während des Zweiten Weltkrieges aufgewachsen ist oder viele Eckpunkte aus dem Leben von Caro. So lernt man nach und nach die Personen immer besser kennen und versteht ihr Handeln.
Das Buch behandelt durchaus auch schwierige Themen, zum Beispiel Caros Alkoholsucht, die eine Therapie machen musste oder die Beziehung zu Lieblingskindern in einer Familie. Trotzdem gibt es auch immer wieder sehr lustige Szenen, Stichwort: Rentner-WG-Casting. So bleibt die Geschichte immer abwechslungsreich und nie oberflächlich. Sich in Caro reinzuversetzen, vor allem wenn beschrieben wird, wie sie wegen ihrer Alkoholsucht ihren Sohn vernachlässigt, ist nicht immer einfach, aber trotzdem wächst sie einem ans Herz und man wünscht ihr nur alles Gute und dass sie jetzt wirklich die Wende in ihrem Leben geschafft hat.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr ansprechend und locker, sodass man die Geschichte gut lesen kann und auch immer weiterlesen will. Die Kapitel sind auch sehr schön aufgebaut. Jedes trägt als Überschrift einen Begriff, der dann lexikonmäßig erklärt wird.
Ein wirklich schöner Familienroman, der gut zu lesen ist!

Bewertung vom 01.11.2017
Hamstersaurus Rex
O'Donnell, Tom

Hamstersaurus Rex


sehr gut

Ein Hoch auf den „Hamstersaurus Rex“. Ich finde einfach die Idee, die dahintersteckt schon klasse. Auf einmal sitzt ein kleiner Hamster in Sams Klasse, der Hamstersaurus Rex getauft wird. Lustigerweise mutiert er später tatsächlich zu einer Mischung aus Hamster und Dinosaurier. Doch Miefer, der Klassenfiesling, hat es auf ihn abgesehen. Sam, der Ich-Erzähler in der Geschichte, hat den kleinen Kerl dagegen ins Herz geschlossen und will ihn unbedingt beschützen. Zudem wird er selbst schon lange von Miefer gemobbt, ohne dass die Lehrer etwas merken. Ob da der Hamstersaurus Rex helfen kann?

Die Hauptperson Sam ist sehr sympathisch, auch wenn er einige Dinge macht, die man nicht nachvollziehen kann. Es gibt viele unterschiedliche Charaktere, viele bedienen sich Stereotypen, aber so wird die Geschichte auch witziger. Da haben wir die Streberin Martha, die coole Kim, den Klassenfiesling Miefer, einen von sich überzeugten Sportlehrer, usw. usw. Das zusammen ergibt eine ziemlich explosive Mischung, von der es nie langweilig wird zu lesen.

Genau das habe ich von dem Buch erwartet: Ein lustiges Abenteuer. Und das ist es auch. Es geht oft hoch her, es entstehen viele spannende und witzige Szenen, sodass man gar nicht aufhören will zu lesen. Auch wenn das Buch eher ein Jugendroman ist, ist es auch für Erwachsene ein nettes lustiges Buch.

Der Schreibstil ist leicht und locker, man hat keine Probleme das Buch schnell zu lesen. Mich hat das Buch vor allem durch seine lustige und innovative Hauptfigur, dem Hamstersaurus Rex, begeistert und auch die Geschichte drum herum ist immer rasant und abwechslungsreich. Nur aufgrund der etwas stereotypen Darstellung gibt es einen Punkt Abstand und deswegen vier Sterne. Aber auf die Fortsetzung bin ich auf jeden Fall gespannt.

Bewertung vom 01.11.2017
Jobsuche in schwierigen Fällen
Rohleder, Luca

Jobsuche in schwierigen Fällen


sehr gut

"Jobsuche in schwierigen Fällen" ist ein Ratgeber, von dem ich das Gefühl habe, das er einen wirklich weiterbringt. Ich habe die vielen Tipps noch nicht ausprobiert, aber sobald ich mich in die nächste Bewerbungsphase stürze, werde ich die Methoden von Luca Rohleder auf jeden Fall probieren anzuwenden.
Das Buch baut darauf auf, sich nicht über Stellenanzeigen zu bewerben, sondern den zukünftigen Arbeitsplatz im verdeckten Stellenmarkt zu suchen. Das heißt, selbst mit den Firmen in Kontakt zu treten und so Jobs zu finden, für die es fast keine Konkurrenz gibt.
Das Buch ist folgendermaßen gegliedert:
1. Vorbereitung
2. Recherche
3. Kontakt
4. Bewerbung
5. Zukunft
Rohleder startet mit dem großen Versprechen, dass man bei Befolgen ihrer Tipps innerhalb von vier Wochen einen neuen Job hat, das gilt es natürlich zu bestätigen, aber ihr positives Auftreten macht Mut. Dazu benutzt sie auch viele Beispiele um zu zeigen, dass ihre Methode funktioniert.
Im Gegensatz zu anderen Sachbüchern oder Ratgebern, die ich schon gelesen habe, lässt sich dieses Buch außergewöhnlich gut lesen. Außerdem gibt es viele Hilfen für die Leser, wie Tabellen, um sich selbst zu beurteilen, Vorlagen für Lebensläufe und Anschreiben, hilfreiche Formulierungen für Telefongespräche und E-Mails. Man hat einfach das Gefühl wirklich was in der Hand zu haben, was einem für die nächste Bewerbungsphase hilft.
Natürlich stimmt man der Autorin nicht in allen Punkten zu, aber das muss man ja auch gar nicht. Jedes Vorgehen ist abwandelbar, sodass es auf persönliche Vorstellungen abgewandelt werden kann, oder man lässt diesen Schritt einfach weg.
Ich bin von diesem Ratgeber wirklich positiv begeistert und vergebe deswegen vier Sterne sowie eine Weiterempfehlung an alle, die das Gefühl haben bei "normalen" Ausschreibungen immer leer auszugehen.

Bewertung vom 31.10.2017
DREAM ON - Tödliche Träume (Thriller)
Stoltz, Nikolas

DREAM ON - Tödliche Träume (Thriller)


sehr gut

DreamOn lässt deine Träume lebendig werden. Noch handelt es sich um eine geheime Firma, bei der Nick Quentin anfängt zu arbeiten. Mit einem System kann man in eine Traumwelt versetzt werden, in der man selbst bestimmt, was man macht und wo man hingeht. Aber von Beginn an gerät Nick in Konflikte und steht bei vielen Vorgesetzten auf der Abschussliste. Als er seinen Mentor Jack tot auffindet, wird er des Mordes verdächtigt. Deswegen beginnt er auf eigene Faust an zu ermitteln und dringt dabei tief in Machenschaften rund um die Traumwelt vor.
Die Geschichte ist wirklich ein spannender Thriller, die nie langweilig wird. Die Perspektive von Nick wird durch die von Lena, einer FBI-Agentin ergänzt, sodass man noch mehr Ermittlungspunkte bekommt, um nicht die Übersicht zu verlieren. Auch sie gerät in viele spannende Situationen und hat eine bewegte Vergangenheit.
Es gibt viele spannende Charaktere in der Geschichte, die für Abwechslung sorgen. Darunter sind viele, die man mag, zum Beispiel die beiden Hauptpersonen. Aber auch einige schreckliche Leute, (aber auf solche trifft man ja auch im nächsten Leben und sie bringen Würze in die Geschichte).
Die Traumwelt ist vom Autor wirklich sehr schön dargestellt, man kann sich selbst schnell darin zu Recht finden und würde es gerne selbst ausprobieren (geht ja leider nicht). Die Ausflüge in die virtuelle Realität sind unglaublich detailreich und regen die Fantasie an (auch bei den gruseligen Szenen).
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass mir die beiden Hauptpersonen in zu viele Fettnäpfchen treten, das ist mir auf Dauer zu viel und nervt etwas. Zum Glück tritt das durch den spannenden Fall aber schnell in den Hintergrund.
Ich vergebe also vier Sterne für diesen spannenden Thriller, der mir viel Freude beim Lesen bereitet hat.

Bewertung vom 16.10.2017
Voll Jesus. Null Druck.
Kelley, Josh

Voll Jesus. Null Druck.


ausgezeichnet

Als ich den Klappentext von diesem Buch gelesen habe, dachte ich sofort: Genau diese Fragen stelle ich mir! Umso neugieriger war ich natürlich auf das Versprechen dieses Buches, dass Gott gar nicht so viel von dir erwartet, sondern dass man auch beruhigt andere Dinge machen kann. Und diese Mission, einem Glauben ohne schlechtes Gewissen zu ermöglichen, ermöglicht Josh Kelley auf jeden Fall und das plausibel. Trotzdem ist dieses Buch keine Aufforderung jetzt einfach nur noch Party zu machen. Der Autor holt dich einfach auf den Boden der Tatsachen muss und erklärt dir, dass du das tun sollst, was du machen kannst und vor allem gut machen kannst. Sei einfach radikal normal!
Das Buch gibt wirklich wahnsinnig viel Input und redet über viele verschiedene Themen, wie zum Beispiel Geld, Arbeit, Freude,...
Der Autor Josh Kelley benutzt dabei viel aus seinem eigenen Leben als Veranschaulichung. So bleiben die Beispiel nicht abstrakt, sondern werden lebendig und nachvollziehbar beschrieben. Außerdem fundiert Kelley viele seiner Aussagen mit Bibelzitaten, sodass man sich wirklich sicher ist, dass Gott mit einem so zufrieden ist, wie man ist.
Auch wenn man dem Autor vielleicht nicht in allen Punkten zustimmen kann (jeder sieht nunmal auch Dinge anders), gibt es viele wunderbare Denkanstöße und auch konkrete Hilfen.
"Voll Jesus. Null Druck." ist auf keinen Fall ein Buch, dass man in einem Rutsch durchlesen kann, auch wenn es gut geschrieben ist. Trotzdem ist das Thema kein einfaches und man muss einfach auch viel sacken lassen. Ich finde, das Buch eignet sich auch sehr, um sich in schwierigen Lebenssituationen einfach ein Kapitel, das zur jeweiligen Situation passt, noch einmal vorzunehmen und so Kraft zu schöpfen.
Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen!

Bewertung vom 14.10.2017
Die neun Prinzen von Amber / Die Chroniken von Amber Bd.1
Zelazny, Roger

Die neun Prinzen von Amber / Die Chroniken von Amber Bd.1


weniger gut

„Die Chroniken von Amber – Die neun Prinzen von Amber“ hat mir leider trotz tollem Cover nicht gefallen. Es geht um Corwin, der nach einem Unfall sein Gedächtnis verliert. Nach und nach gewinnt er seine Erinnerungen zurück: Er ist einer der neun Prinzen von Amber und da sein Vater verschollen ist, will er jetzt gegen seine Brüder und Schwestern um den Thron kämpfen.
Die Geschichte ist kompliziert, manchmal zu detailreich und manchmal zu schnell. Ich glaube, der Autor hat sich keinen großen Gefallen damit getan, dass Corwin ohne Erinnerungen aufwacht und so auch die Leser zu lange im Dunkeln bleiben. Für mich ist Amber immer etwas Abstraktes geblieben. Es passieren Vorgänge, die Corwin nicht versteht und die deswegen auch für den Leser unklar bleiben. Am Anfang verbringt er viel Zeit bei seiner Schwester, wo aber nicht viel Nennenswertes passiert, dann ist er auf einmal schon in der Schattenwelt. Dann wiederum überspringt der Autor auf einmal Monate oder sogar Jahre und man weiß gar nicht so genau warum. Das hätte man meiner Meinung nach auch Straffen können. Die große Schlacht ist ein einziges unsinniges Blutvergießen. Und was mir auch gar nicht gefällt, ist dass (bis auf Bündnisse) alle Schwestern und Brüder untereinander verfeindet sind und sich nicht im Mindesten vertrauen. Sowas ist doch keine Familie und sollte auch nicht in einem Buch herübergebracht werden.
Es gibt einige Ansätze, die mir gut gefallen haben, wie die Ideen der Schattenwelten und das Kartenspiel mit den Jokern. Von solchen Sachen hätte ich mir noch viel mehr erhofft. Aber im Großen und Ganzen ist es in meinen Augen eine Geschichte, die entweder zu viel oder zu wenig erzählt und mich einfach oft die Stirn hat runzeln lassen. Wenigstens das Ende ist versöhnlich, deswegen gebe ich zwei Sterne für dieses Buch.

Bewertung vom 13.10.2017
Der gefährlichste Ort der Welt
Johnson, Lindsey Lee

Der gefährlichste Ort der Welt


gut

Mich lässt das Buch etwas ratlos zurück. Zum einen haben mir Erzählfluss und die Beschreibungen der Personen sehr gut. Zum anderen geht das Buch irgendwie nicht so richtig an mich.
Es geht um Jugendliche in einem amerikanischen Ort namens Mill Valley. Als Tristan einen Liebesbrief an Cally schreibt, wird er dafür auf Facebook gemobbt. Schließlich nimmt er sich deswegen das Leben. Danach geht es in dem Buch um das Leben von Callys und Tristans Klassenkameraden, jedes auf seine Art beleuchtet und erzählt. Auch wenn der Tod von Tristan manchmal noch präsent ist, gerät er doch schnell in Vergangenheit und so wirklich ziehen die Jugendlichen keine Konsequenzen aus diesem Vorfall.
Die Erzählweise des Buchs fand ich sehr interessant. Es ist schon eine zusammenhängende Geschichte (auch wenn zwischendurch zu den einzelnen Schuljahren gesprungen wird), nur dass jedes Kapitel aus der Sicht einer anderen Person geschrieben wird. Aber es wird alles früher oder später aufgeklärt, sodass man als Leser nicht verwirrt zurückbleibt. In die Leben der verschiedenen Personen einzutauchen ist sehr interessant, auch wenn ich mich mit keiner so richtig identifizieren kann. Ich glaube, das ist auch das Problem, das ich mit dem Buch habe. Diese Personen sind zu weit von meinem wirklichen Leben entfernt, als dass ich ihre Handlungen wirklich nachvollziehen könnte. Obwohl ich damit nicht sagen will, dass ich nicht die Gefühle der Personen miterlebt habe, das ist schon gut und emotional beschrieben.
Außerdem war es spannend die vielschichtigen Charaktere kennenzulernen. Auch die Botschaft des Buches, dass man sieht, was Mobbing anrichten kann, finde ich gut. Ich hoffe, das hilft aufzurütteln, auch wenn es in Vergessenheit gerät. Das Buch ist gut geschrieben und man hat keine Probleme es durchzulesen. Da die meisten Kapitel mit Cliffhangern enden, ist man auch oft sofort auf das nächste Kapitel neugierig.
Dieses Buch ist auf keinen Fall schlecht, allerdings trifft es nicht ganz meinen persönlichen Geschmack.

Bewertung vom 06.10.2017
Kreuzschnitt / Bogart Bull Bd.1
Borge, Øistein

Kreuzschnitt / Bogart Bull Bd.1


ausgezeichnet

„Kreuzschnitt“ ist wirklich mal wieder ein schöner Krimi, den ich lesen durfte. Es geht um Bogart Bull, einen Kommissar, der gerade Frau und Kind verloren hat. Das kommt zwar immer mal wieder vor und hilft Bull emotional näher gekommen, aber es nimmt keine dominante Rolle ein. Jetzt wird er zu Europol versetzt und zu einem mysteriösen Fall. Der reiche Norweger Axel Krogh wird ermordet, mit einem Kreuz auf dem Rücken aufgefunden und ein kleines Bild seiner bedeutenden Sammlung wird gestohlen. Doch Bull und seine französischen Kollegen tappen im Dunkeln, es gibt noch nicht einmal einen Verdächtigen. Und die Ermordung Kroghs wird nicht der einzige Mord bleiben.

Zusätzlich zu dem Fall gibt es einen zweiten Erzählstrang, der das Besondere dieses Krimis ausmacht: Immer wieder wird aus der Vergangenheit berichtet und von dem Bild, das gestohlen wurden. Wir erfahren von seiner Herkunft, aber auch die Geschichte drum herum, die dann vor allem im zweiten Weltkrieg spielt und von wirklich grausamen aber auch unheimlich spannenden Dingen erzählt. Da will ich gar nicht zu viel vorwegnehmen, aber diese zweite Ebene gibt dem Krimi wirklich viel Emotionalität mit und bringt völlig neue Sachen mit in die Ermittlungen, vor allem weil man am Anfang gar nicht weiß, wie das so alles zusammenhängen soll. Das ist dem Autor super gelungen.

Der Schreibstil ist für einen Krimi total angemessen und man kommt schnell durch. Auf jeden Fall bleibt man lange im Dunkeln und selbst wenn man denkt, man hat es raus, hat man am Ende doch nicht Recht.

Das Cover ist zwar mit dem Schwarz-Gelb sehr interessant, spricht mich aber nicht völlig an. Trotzdem hat mich der Inhalt total überzeugt, deswegen kann ich für diesen spannenden Krimi nur fünf Sterne geben und ihn herzlichst an alle Krimifans weiterempfehlen.