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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Lea
Danksagungen: 8 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 84 Bewertungen
Bewertung vom 31.07.2018
Weit weg von Verona
Gardam, Jane

Weit weg von Verona


ausgezeichnet

Dieses Buch ist wirklich ein kleiner Schatz. Er erzählt von einem sehr interessanten Mädchen, dass mitten in seiner Entwicklungsphase steckt. Der Schreibstil ist etwas anspruchsvoller, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch. Deswegen gebe ich dafür 5 Sterne.
Jessica hat eine kleine Gabe, die aber gar nicht so sehr in den Vordergrund gespielt wird. Sie weiß, was andere Menschen denken. Zudem sagt sie immer die Wahrheit – damit können viele nicht umgehen. Trotzdem versucht sie ihr Leben nach ihren eigenen Regeln zu leben, zu Kriegszeiten gar nicht so einfach.
Dass Jessica besonders ist, merkt man von der ersten Zeile an und in dem Buch mag ich es auch sehr, dass sie manchmal ihre Sachen selbst kommentiert und sich damit an den Leser richtet, sodass es nicht nur eine reine Erzählung ist. Es wird aus der Ich-Perspektive erzählt, sodass man ganz in die Gedanken- und Gefühlswelt von ihr eintauchen kann. Ich konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren und habe gerne ihre Geschichte erfahren.
Die Autorin beschreibt in der Geschichte viele kleine Details, die auch Nebensächliches hervorheben, aber deswegen andere Dinge verraten. Das hat mir sehr gut gefallen. Außerdem finde ich es sehr interessant in welchen historischen Hintergrund sie das Geschehen gerückt hat. Das gibt dem Buch noch einmal zusätzlich Brisanz.
Auch das Titelbild hat mich angesprochen. Ich finde es sehr passend, dass die Figur darauf den Kopf wegdreht, sodass der Leser sich selbst ausmalen kann, wie das Gesicht der Person aussieht.
Ich habe mich beim Lesen dieses Buches einfach wohl gefühlt, auch wenn Jessica einige schwierige Situationen durchlebt. Das hat das Buch so besonders gemacht.

Bewertung vom 31.07.2018
Warum mein Dackel mehr Follower hat als ich / Mein Leben im Hotel Royal Bd.1
Birchall, Katy

Warum mein Dackel mehr Follower hat als ich / Mein Leben im Hotel Royal Bd.1


sehr gut

Ich muss sagen, auf den ersten Blick hat mich „Mein Leben im Hotel Royal – Warum mein Dackel mehr Follower hat als ich“ gar nicht angesprochen. Aber jetzt bin ich total froh, dass ich dieses Buch gelesen habe, weil es einfach sehr lustig und kurzweilig war und eine wirklich nette Geschichte erzählt.
Flick ist die Tochter der Besitzerin vom Hotel Royal und deswegen auch im Hotel aufgewachsen. Trotzdem weiß sie gar nicht so genau, wie es im Hotel zugeht. Stattdessen betreibt sie den Instagram-Account von ihrem Dackel Fritz und ist mit der In-Clique der Schule unterwegs. In letzter Zeit tritt sie jedoch immer häufiger in Fettnäpfchen, weswegen es Hausarrest und Hotelarbeit von der Mutter als Strafe gibt. Aber Flick wäre nicht Flick, wenn sie sich daran halten würde. Als sie dann noch Weltstar Skylar Chase kennenlernt gibt es kein Halten mehr.
Das Buch hat mir wirklich gut gefallen, vor allem weil es oft sehr lustig war und ich viel lachen musste. Das hat genau meine Art von Humor getroffen. Flick ist zwar etwas verzogen (fast schon eine kleine Prinzessin und nimmt sich deswegen auch einiges heraus), aber trotzdem mochte ich sie schnell. Auch die Nebencharaktere sind zum Teil wirklich gelungen. Am besten gefällt mir einfach, wie die Atmosphäre von dem Hotel herübergebracht wurde. Die Blicke hinter die Kulissen und die Abenteuer die damit verknüpft wurden.
Abzug gibt es bei mir nur für das Cover. Ohne die Leseprobe hätte ich dieses Buch nie angerührt. Aber so bleibt es bei vier Sternen, die ich auch gerne vergebe. Ein tolles Jugendbuch, vor allem für Mädchen, das auf jeden Fall mit Hotelfieber ansteckt. Ich würde mich wirklich über eine Fortsetzung für diesen Roman freuen.

Bewertung vom 22.07.2018
Spinster Girls 01 - Was ist schon normal?
Bourne, Holly

Spinster Girls 01 - Was ist schon normal?


sehr gut

„Spinster Girls – Was ist schon normal“ ist der wirklich gute Auftakt zu einer Trilogie und hat mir als Jugendbuch gut gefallen. Ein bisschen weniger Schimpfworte wären nicht schlecht gewesen. Auf jeden Fall kriegt das Buch von mir vier Sterne.
Die Hauptperson in diesem Buch ist die 16-jährige Evie. Sie leidet unter einer Zwangsstörung, nämlich, dass sie sich immer über Schmutz und Bakterien Gedanken macht, dadurch nichts mehr isst und sich zwanghaft Hände und Körper reinigt, bis sie blutet. Das sollte eigentlich Vergangenheit sein, ist sie doch in Therapie und darf auch ihre Medikamente stetig heruntersetzen. Gerade ist sie aus College gekommen und versucht einfach normal zu sein. Das heißt auch mit Jungs auszugehen. Doch das ist gar nicht so einfach, wie Evie sich das vorstellt. Zudem lässt ihre beste Freundin Jane sie wegen ihrem Freund Joel im Stich. Zum Glück findet sie jedoch in Lottie und Amber zwei neue Freundinnen, denen sie aber auf keinem Fall von ihrer Krankheit erzählen will.
Evie gewinnt man wirklich gern im Laufe der Geschichte, auch wenn man sich immer wieder daran erinnern muss, dass sie eine Zwangsstörung hat. Manche Sachen sind echt so verrückt, dass man den Kopf schütteln muss, aber sie kann nun mal nichts dafür. Ich finde es auf jeden Fall toll von der Autorin so jemanden als Hauptperson gewählt zu haben.
Das Buch behandelt die typischen Teenagerphasen und Probleme, ist aber durchaus gut zu lesen. Das hängt in meinen Augen zum Großteil von Evie ab, weil sie einen aufgrund ihrer „Besonderheiten“ einfach in die Geschichte zieht. Auch der Schreibstil ist sehr angenehm, perfekt für ein Jugendbuch. Zu Teenagern gehören auch Schimpfworte, ich weiß, aber hier wird für mich ein bisschen übertrieben, das hätte man doch etwas zurückschrauben können.
Im Großen und Ganzen bin ich jedoch sehr zufrieden mit dem Buch und kann mir auch durchaus vorstellen noch die nächsten zwei Bände der Reihe zu lesen.

Bewertung vom 22.07.2018
Verrücktes Herz
Eiken, Liv

Verrücktes Herz


gut

Das Buch „Verrücktes Herz“ hat mir ganz gut gefallen, aber es mich nicht umgehauen. Auch war es für mich doch oft zu viel des Guten, wobei mir das Geschehen manchmal zu unrealistisch wurde. Deswegen vergebe ich drei Sterne.
Es geht um Ava. Ihre Kinder sind so langsam aus dem Haus, aber sie kann sich trotzdem nicht aus ihrer Rolle als Mutter lösen. Ungeachtet, dass ihre Kinder jetzt erwachsen sind, spielt sie weiterhin Hotel Mama, was die Kinder und auch ihr Mann Marcus gerne ausnutzen. Als Marcus ihr gesteht, dass er eine neue Frau hat, bekommt Ava eine Panikattacke und landet in der Psychiatrie. Zuerst entsetzt, lernt sie in ihrer Therapiegruppe verrückte, tolle Charaktere kennen, die sie langsam aber sicher und mit viel Spaß zurück in die richtige Spur bringen.
Ava als Hauptperson fand ich ganz okay, auch wenn ich ihr Verhalten oft nicht nachvollziehen konnte. Allerdings konnte sie auch nur so die gewünschte Entwicklung durchmachen. Vor allem die Mitglieder aus der Therapiegruppe haben mir gut gefallen. Sie bringen wirklich Leben und Stimmung in die Geschichte und hätten auf keinen Fall fehlen dürfen.
Auch wenn ich immer mal wieder schmunzeln musste, waren mir doch viele Szenen zu übertrieben positiv. Das grenzte oft ans Unrealistische und war für mich manchmal einfach nicht mehr authentisch. Auf das ein oder andere Drama hätte die Autorin gerne verzichten können. Das war doch ziemlich absehbar, Überraschungen gab es mir da zu selten. Das hat aber nicht die Grundgeschichte verdorben, zu Ende lesen wollte ich dann doch. Der Schreibstil hat völlig zu der Geschichte gepasst und ließ sich gut lesen.
Verrückt ist dieses Buch auf jeden Fall und die Idee dahinter hat mir auch gefallen. Mit ein bisschen weniger Drama hätte ich das Buch noch mehr genießen können.

Bewertung vom 22.07.2018
Nie wieder Amore!
Hennig, Tessa

Nie wieder Amore!


ausgezeichnet

„Nie wieder Amore“ ist ein perfektes Buch für den Sommer. Es versetzt einen sofort in Urlaubsstimmung und zudem erzählt es eine spannende und zugleich liebevolle Geschichte. Da kann ich nur fünf Sterne geben.
Lena, eine junge Deutsche, lebt auf Sizilien bei ihrer Freundin Francesca. Zusammen wollen sie eine Sprachschule aufmachen. Eines Tages finden sie alte Briefe und ein Video von einem Italiener und einer Deutschen. So gerät Lena in Kontakt mit Rentnerin Moni, die damals ihre große Liebe Vincenzo verloren hat. Als sie jetzt hört, dass er gar nicht tot ist, packt sie sofort ihre Koffer und reist mit ihrem Enkel Jan nach Sizilien um der Sache auf den Grund zu gehen. Dass sie dabei sogar mit der Mafia in einen Konflikt gerät, hätte sie sicher nicht gedacht…
Das Buch wechselt stetig die Sichten, mal Moni, mal Lena, mal Tanja, usw. Dadurch kann man die Geschichten von allen Seiten kennenlernen und bekommt immer wieder Einblicke in die verschiedenen Gefühlswelten. So kann man die Figuren auch viel besser einschätzen und verstehen lernen. Der Schreibstil ist für einen Sommerroman genau richtig: leicht, gut zu lesen und an den richtigen Stellen (Reisebeschreibungen, etc.) sehr detailreich, sodass man sich die Szenen wunderbar in der sizilianischen Landschaft vorstellen kann.
Die Charaktere sind wirklich eine einzigartige Mischung, für jeden ist etwas dabei. Einige machen auch eine tolle Entwicklung durch. Ich konnte mich am besten mit Lena identifizieren, aber auch die anderen Figuren hatte ich schnell lieb gewonnen. Es ist ein Genuss die Geschichte mit ihnen zu erleben. Diese ist bis zum Ende spannend und hat mich dann auch noch überrascht (nicht wirklich der Ausgang der Geschichte, aber wie der Ausgang herbeigeführt wurde). Deswegen kann ich das Buch nur herzlich als Sommerlektüre weiterempfehlen und es gehört definitiv auf jede Urlaubsliste.

Bewertung vom 15.07.2018
Der Alphabetmörder
Schütz, Lars

Der Alphabetmörder


ausgezeichnet

„Der Alphabetmörder“ ist ein super Thriller, undurchsichtig bis zum Schluss und gefesselt an diese grausame Abarbeitung des ABCs. Nervenkitzel ist vorprogrammiert und langweilig war es nie. Tatsächlich hatte ich eher das Problem, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können.
Es geht um Jan. Der Fallanalytiker wird zu einer Mordserie in seiner alten Heimat hinzugezogen. Nicht nur die Vorgehensweise des Alphabetmörders, der auf seinen Opfern immer einen Buchstaben hinterlässt, schockiert ihn. Auch die Vergangenheit, die er verdrängen wollte, kommt nun zu ihm zurück. Mit dabei ist seine Kollegin Rabea, die ebenfalls eine große Rolle spielt.
Die Geschichte wird aus vielen verschiedenen Sichtweisen erzählt, unter anderem auch aus der eines Opfers, das der Alphabetmörder gefangen hält. Das waren für mich die spannendsten Absätze. Auch sonst ist das Buch von Anfang bis Ende spannend und ich konnte viele Entwicklungen nicht vorhersehen. Genau das, was einen guten Thriller ausmacht. Der Fall ist wirklich abstrus, aber auch nicht mega blutrünstig, für mich genau die richtige Mischung.
Rabea hat mir als Charakter am besten gefallen. Jan hat doch einige Probleme, die es schwer machen ihn komplett zu mögen. Aber er ist trotzdem eine sehr interessante Figur und bringt eben viele Eigenheiten mit in die Geschichte ein, was ja nie schaden kann. Der Schreibstil ist sehr gut zu lesen, ich hätte das Buch in einem Rutsch durchlesen können. Die oft kurzen Kapitel und die verschiedenen Sichtweisen tragen ebenfalls zur Kurzweile bei.
Ich kann dieses Buch nur allen Thrillerfans weiterempfehlen, weil es den Leser bis zur letzten Seite fesselt, unvorhersehbar ist und in die Mordserie auch noch den Hintergrund der handelnden Personen miteinbezieht, sodass am Anfang einfach sehr viele Fragen offen sind, von denen allen man so schnell wie möglich die Antwort erfahren möchte.

Bewertung vom 07.07.2018
Miss Gladys und ihr Astronaut
Barnett, David M.

Miss Gladys und ihr Astronaut


ausgezeichnet

Dieses Buch ist einfach nur toll. „Miss Gladys und ihr Astronaut“ hat meine Erwartungen voll erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. Das gibt fünf Sterne und ich kann einfach nur sagen: Lest dieses Buch auf jeden Fall.
Grandios ist natürlich zunächst die Idee hinter dem Buch: Ein Astronaut, der gerade auf der ersten bemannten Marsmission alleine durchs All schwebt, ruft durch Zufall bei einer alten Frau an und schwuppdiwupp ist er in ein kleines Familiendrama verwickelt und das nimmt ihn mehr mit, als er sich je erträumen konnte.
Hauptpersonen sind der Astronaut Major Tom, die alte Dame Gladys und ihre Enkel Ellie und James. Da die Mutter von den beiden gestorben ist und der Vater gerade im Gefängnis hat Gladys das Sorgerecht für die Kinder. Leider machen sich bei ihr langsam aber sicher Alterserscheinungen breit, vor allem die Vergesslichkeit. Deswegen muss die erst 15-jährige Ellie für die Familie sorgen und jobbt rund um die Uhr. Doch jetzt fehlt eine Riesensumme Geld…
Die Charaktere in diesem Buch sind einfach „liebenswert verrückt“, das finde ich passt am ehesten als Beschreibung. Jeder hat seine Schrullen (vor allem Major Tom) aber nach kurzer Zeit hat man sie einfach total lieb gewonnen und will ständig mehr von ihnen erfahren. Das macht der Autor auch geschickt, in dem er immer wieder Kapitel aus der Vergangenheit einfließen lässt.
Das Buch ist aufgrund der vielen Aktionen super spannend und auch der Schreibstil angenehm, sodass man einfach immer weiterlesen will. Ich war wirklich traurig, als das Buch fertig war und würde mir gerne eine Fortsetzung wünschen. Außerdem hat der Roman eine gute Mischung aus humorvollen, lustigen Stellen, die dich zum Lachen bringen und ernsten Abschnitten, die einen daran erinnern, dass das Leben nicht immer heiter ist. Einfach ein tolles Leseereignis.

Bewertung vom 06.07.2018
Als die Tage nach Zimt schmeckten
Bijan, Donia

Als die Tage nach Zimt schmeckten


ausgezeichnet

„Als die Tage nach Zimt schmeckten“ ist wirklich ein bezauberndes Buch, das den Leser auf eine ganz spannende Reise in den Iran mitnimmt. Der Roman vereint eine mitreißende Familiengeschichten und ein Land, das in den schillerndsten Farben beschrieben wird ohne die Wahrheit zu verschleiern.
Das Buch handelt hauptsächlich von Zod und seiner Tochter Noor, allerdings wird auch viel von Zods Eltern und Noors Kind erzählt, wie es bei einer Familiengeschichte sein soll. Das Buch ist in verschiedenen Teilen aufgebaut, die mal aus der Gegenwart, mal aus der Vergangenheit erzählen, sodass man erst nach und nach die Zusammenhänge erkennen kann. Noor ist als junge Erwachsene in die USA ausgewandert, doch nach ihrer Scheidung kommt sie mit ihrer Tochter zurück auf eine Reise zu ihrem Vater. Zod ist immer noch Besitzer des Café Leila, auch wenn es den Glanz aus früheren Zeiten verloren hat. So dringt der Leser nach und nach immer mehr in die Geschichte der beiden ein und deckt die verschiedenen Schichten ihrer Persönlichkeit auf. Spannend ist auch der historische Blick auf den Iran.
Wirklich besonders war für mich der Schreibstil. In den buntesten Farben und oft sehr poetisch erzählt die Autorin vom Iran und vor allem vom leckeren Essen. Das sorgt für wunderbares Kopfkino und lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Die Geschichte verschweigt aber auch nicht die Iranische Revolution und was dort für schreckliche Dinge passiert sind.
Die Charaktere haben viele Ecken und Kanten, gute und schwierige Charakterzüge, sodass es nie langweilig wird von ihnen zu lesen. Man fiebert von Anfang bis Ende mit um weitere Häppchen der Familiengeschichte serviert zu bekommen. Ich gebe diesem wunderbar geschriebenen Buch gerne fünf Sterne und empfehle es herzlichst weiter.

Bewertung vom 02.07.2018
Familie und andere Trostpreise
McDonagh, Martine

Familie und andere Trostpreise


ausgezeichnet

„Familie und andere Trostpreise“ hat mich wirklich positiv überrascht. Schon vorher hat mir die Aufmachung des Buches, Klappentext und Leseprobe gut gefallen, aber dann wird wirklich noch einmal eine Schüppe draufgesetzt. Deswegen gebe ich auch gerne fünf Sterne für dieses Buch.
Es geht um Sonny, der zu seinem 21. Geburtstag erfährt, dass er gerade ein Vermögen geerbt hat. Das bringt ihn dazu erst einmal seine ganze Lebensgeschichte erfahren zu wollen, die er bisher nur bruchstückhaft kennt. Sein Vormund Thomas gibt ihm dazu noch fünf Briefe mit, dabei hat Sonny doch Angst vor Briefumschlägen. Eine Reise nach England soll alle Fragen beantworten.
Sonny ist eine spannende Hauptperson, die aufgrund ihrer vieler Neurosen manchmal schwer verständlich aber genau deswegen unglaublich liebenswert ist. Ich würde sagen, dass ich nur weniges so wie er angehen würde, aber es ist einfach so interessant über diesen Charakter zu lesen. Wahrscheinlich gerade weil er sich von der Masse abhebt.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu verfolgen. Das Buch ist ein guter Mix aus ernsthafter Erzählung und humorvollen Auflockerungen, die meist durch die Neurose von Sonny hervorgerufen werden. So folgt man zum einen gebannt der Geschichte, zum anderen gibt es auch einige Szenen zum Schmunzeln.
Mir gefällt vor allem die Erzählweise von dem Buch. Sonny bekommt seine Informationen dadurch, dass er zu Leuten reist, die seine Eltern kannten und so erfährt er nach und nach die Wahrheit über seine Lebensgeschichte. Zwischendurch wird das ganze durch eigene Erinnerungen von ihm ergänzt. Es hat so viel Spaß gemacht auf diese Weise die Geschichte von Sonny zu erleben. Das ist das Aushängeschild dieses Buches.
Ich empfehle dieses Buch allen, die eine interessante aber auch schräge Familiengeschichte lesen wollen, die so manche Überraschungen bereit hält und nie langweilig wird.

Bewertung vom 24.06.2018
Wir sehen uns im Sommer
Hellberg, Åsa

Wir sehen uns im Sommer


sehr gut

„Wir sehen uns im Sommer“ ist wirklich wieder ein gelungenes Buch von Asa Hellberg, nur hat mir an der einen oder anderen Stelle doch etwas gefehlt, vor allem bei den Reisebeschreibungen. Deswegen kann ich leider nur vier Sterne geben, auch als absoluter Fan von der Autorin.
Es geht um Susanne, Maggan und Rebecka die vor ein paar Jahren ihre Freundin Sonja verloren haben. Nun schickt sie ihre Freundinnen per Testament auf eine Reise durch die Welt und Sonjas Vergangenheit. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der Freundinnen erzählt, was alles sehr lebendig und vielschichtig macht. Wie immer versteht es Hellberg wundervoll das Leben der Generation von 50-Jährigen mit allen Höhen und Tiefen darzustellen.
Dieses Buch konzentriert sich sehr stark auf die Personen, was natürlich an sich keine schlechte Sache ist. Ich finde aber, dass dadurch doch die szenischen Beschreibungen zu kurz kommen. Die Geschichte entführt uns ja an so viele wunderbare Orte, von denen mir aber viel zu wenig erzählt wird. So wird in Australien wirklich nur erzählt, wie unsere Hauptpersonen die Asche verstreuen und schon sind sie wieder weg. Ich bin da auch irgendwann gar nicht mehr mit der zeitlichen Einordnung hinterher gekommen, waren die jetzt wirklich nur zwei Tage in Australien? Und dafür so ein langer Flug? Oder wurde der Rest einfach nur ausgespart?
Im Rest des Buches finde ich trotzdem alles sehr gut gelungen. Angefangen über den wie immer brillanten Schreibstil über die interessanten und sehr menschlichen Charaktere bis zu dem tollen Plot an sich, von einer toten Freundin um die Welt geschickt zu werden. Deswegen gebe ich sehr gerne vier Sterne hierfür. Noch ein bisschen mehr Reiseerzählung und ich wäre wieder absolut begeistert gewesen.