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Benutzername: Lea


Bewertungen

Insgesamt 47 Bewertungen
Bewertung vom 18.02.2018
Der Wortschatz
Vorpahl, Elias

Der Wortschatz


sehr gut

„Der Wortschatz“ hat mir eigentlich ganz gut gefallen, aber es ist schon eine etwas speziellere Geschichte.

Ich liebe die deutsche Sprache, mit ihren vielen Wörtern, den schönen Ausdrücken und dem Raum zum Spielen - Elias Vorpahl scheint dies auch zu tun und zwar noch ein paar Levels höher.
In seinem Buch "Der Wortschatz" tauchen wir ein in die fantastische Welt der Wörter und erleben eine Geschichte voller Wortspiele und Wortwitz.

Das kleine Wort wird von einem Menschen ausgesprochen und verliert so seinen Sinn. Jetzt wandert es durch die Welt der Sprache und sucht nach seinem Namen. Dabei trifft es Freunde und Feinde und erlebt so manches Abenteuer.

Der Spannungsbogen wird vor allem durch die Suche nach dem Namen des Wortes gesponnen. Darauf ist man von Anfang an neugierig. Der Autor versteht es auf sehr gute Weise mit der deutschen Sprache zu spielen, wenn das Wort zum Beispiel in den Sprachfluss fällt, oder auf den Moderator Wortgewandt trifft. Da muss man schon öfter sehr genau lesen, um alle Anspielungen zu verstehen. Trotzdem ist das Buch toll geschrieben, sodass man keine Mühen hat, das Buch flüssig durchzulesen. Hinzu kommt, dass viele wunderschöne Illustrationen sie Seiten schmücken.

Die Welt, die Vorpahl konstruiert, hat viele wunderbare Seiten (Wortspiel =P), die man gerne liest. Zwischendurch werden zum Beispiel auch Märchen erzählt, da bin ich richtig in den Seiten versunken. Allerdings gibt es auch viele skurrile Szenen, von denen sich mir bei manchen nicht der Sinn erschlossen hat. Auch das Ende der Geschichte ist etwas verwirrend.

Trotzdem hat man es bei diesem Buch mit einem wirklichen Wort-Schatz zu tun, der zeigt, wie vielfältig die deutsche Sprache ist. Für die Geschichte an sich hätte ich aufgrund der Skurrilität wahrscheinlich nur drei Punkte gegeben (was ja immer noch gut ist), aber für die schönen gelungenen Illustrationen gebe ich noch einen Punkt mehr.

Bewertung vom 18.02.2018
Die amerikanische Prinzessin
Zijl, Annejet van der

Die amerikanische Prinzessin


sehr gut

„Die amerikanische Prinzessin“ ist ein wirklich interessantes Buch, das von einer Frau erzählt, die in ihrem Leben Erlebnisse für mindestens fünf verschiedene Leben hatte.
Ich gebe zu, dass ich vorher noch nie etwas von Allene Tew gehört habe. Aber ihr Leben war wirklich sehr interessant, es gab viele Höhen und Tiefen im Leben dieser Frau, die immer ihren Weg gegangen ist. Das Buch beschreibt ihre Geschichte vom Anfang bis zum Ende. Da eine solche Bandbreite von dieser bemerkenswerten Person abgedeckt wird, bleibt wenig Platz für Details. Es wird eher ihr Lebenslauf in ausgeschmückter Version erzählt.
Etwas unglücklich fand ich die Einordnung in die Gattung „Historischer Roman“, weil es vom Charakter her doch viel mehr eine Biografie ist. Es werden (wenn ich mich nicht täusche) nur Fakten widergegeben, die ernsthaft recherchiert wurden und zwischendurch wird oft aus Zeitungen und Büchern zitiert. Das fand ich nicht schlecht, aber es unterbricht den Lesefluss, den ich mir von einem historischen Roman erwartet hätte. Auch wird in dem Buch Allenes ganze Geschichte erzählt, für einen historischen Roman hätte ich mir viel mehr Details und szenische Beschreibungen, Dialoge, etc gewünscht.
Dennoch für eine Biografie ist dieses Buch wirklich lesenswert. Es ist unglaublich spannend Allene auf ihren Reisen zu begleiten, Schicksalsschläge, Hochzeiten, Beerdigungen und Neuanfänge mitzuerleben. Langweilig zu lesen wird es nicht und schon nach kurzer Zeit wächst einem Allene ans Herz. Der Schreibstil ist für eine Biografie entsprechend eher nüchtern erzählend. Sehr spannend ist, wie die geschichtlichen Hintergründe in die Geschichte miteinfließen. Das hat die Autorin wirklich geschickt gemacht, es gibt also auch einen kleinen Lerneffekt.
Ich gebe der amerikanischen Prinzessin vier Sterne, weil ich laut der Beschreibung doch eher mit einem historischen Roman gerechnet hatte, aber über das Schicksal dieser Frau zu lesen war wirklich spannend und interessant.

Bewertung vom 18.02.2018
Frau Einstein
Benedict, Marie

Frau Einstein


ausgezeichnet

„Frau Einstein“ ist ein wirkliches tolles Buch. Es geht um die historische Persönlichkeit Mileva Maric, die erste Frau von Albert Einstein. Da über ihr Leben nicht viel bekannt ist, hat sich Autorin Marie Benedict die wenigen Fakten gepackt und daraus eine hochinteressante fiktive Geschichte geschaffen.
Mileva ist eine junge wissbegierige Frau. Sie bricht aus ihrer Heimat auf um Physik in Zürich zu studieren. Einen Pfad den nur wenige Frauen in dieser Zeit bestreiten. Einer ihrer Mitstudenten: Albert Einstein persönlich, damals natürlich noch völlig unbekannt. Schnell merken die beiden, dass sie mehr verbindet als nur ihre Liebe zu Wissenschaft und sie kommen zusammen. Physik ist dabei natürlich ein Hauptthema und die beiden diskutieren stundenlang über physikalische Phänomene und Theorien und verfassen auch Aufsätze zusammen. Unter anderem arbeiten sie später auch an der Relativitätstheorie. Doch mit Milevas Schwangerschaften ändert sich so einiges.
Dieses Buch skizziert das Leben einer unheimlich interessanten Frau, von der man eigentlich viel mehr wissen müsste. Mileva ist zielstrebig, klug und lebensfreudig und man verfolgt diese Geschichte super gerne mit ihr. Doch ihr Leben hat leider nicht nur Höhen, sondern auch viele Tiefen. Man möchte mit ihr weinen, mit ihr schreien, sie aufrütteln wieder sie selbst zu werden, denn manchmal verliert sie sich in der Geschichte.
Interessant war auch diese neue Perspektive auf Einstein. Natürlich ist davon auch das meiste Fiktion, aber man gerät doch ins Grübeln, wer dieser Albert Einstein wirklich war und wie groß die Rolle von Wissenschaft in seinem Leben war, ob er nicht vielleicht doch zu viel gearbeitet und zu wenig für seine Familie da war. Das werden wir wohl nie herausfinden.
Auch der Schreibstil ist top, das Buch hat man in null komma nichts durch. Ein Roman, dem ich nur fünf Punkte und eine warme Weiterempfehlung an alle, die von starken Persönlichkeiten lesen wollen, geben kann.

Bewertung vom 05.02.2018
Mitfahrer gesucht - Traummann gefunden (eBook, ePUB)
Groh, Kyra

Mitfahrer gesucht - Traummann gefunden (eBook, ePUB)


gut

„Mitfahrer gesucht - Traummann gefunden“ ist eine süße Liebesgeschichte, wenn auch ohne Oho-Effekt. Es geht um Romy, die Leon im Carsharing mitnimmt. Irgendwie ist er ziemlich süß und kurz darauf auch noch ihr Kollege. Aber eigentlich ist sie doch mit Flo zusammen.
Es ist schon etwas klischeehaft, dass man Flo gleich eher unsympathisch findet und mehr von Leon eingenommen ist. Da ist man halt auch vom Ende, wie in den meisten Liebesromanen, wenig überrascht. Aber trotzdem ist es nett die Geschichte zu lesen und vor allem die Entwicklung von Romy zu verfolgen. Ich kann mich mir der Hauptperson zwar nicht hundertprozentig identifizieren, weil sie manchmal ziemlich andere Ansichten hat als ich, aber trotzdem ist Romy ein liebenswerter Charakter.
Was ganz gut gemacht ist, dass man die Geschichte von der Autofahrt von Leon und Romy erst nach und nach erfährt und zwischendurch immer schon ihr Geschehen in der Gegenwart erlebt, in der zwischendurch auch über die Autofahrt reflektiert wird. Aber die Details kommen erst nach und nach ans Licht. Und das sind wirklich lustige Details. Die beiden führen humorvolle Dialoge und es macht echt Spaß diesen Part zu lesen.
Das Cover ist mir ein bisschen zu unkreativ mit dem Pärchen, das sich küsst. Aber der Titel ist cool, so in Richtung Kontaktanzeige. Der Schreibstil ist sehr angenehm und man kann das Buch auch am Computer schnell und flüssig durchlesen.
Fazit: Ich gebe dem Roman drei Sterne, weil er gut ist, mich aber wirklich nicht vom Hocker gehauen hat. Für einen verregneten Nachmittag ist er aber eine gute Ablenkung.

Bewertung vom 29.01.2018
Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken
Green, John

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken


ausgezeichnet

„Schlaft gut ihr fiesen Gedanken“ ist ein wirklich außergewöhnlicher Roman, mit dem John Green mal wieder sein Gespür beweist, schwierige menschliche Schicksale auf eine spannende Weise zu erzählen.
Es geht um das Teenie-Mädchen Aza, deren Leben durch Angstzustände und eine Gedankenspirale gezeichnet ist, aus der sie sich nicht befreien kann. Deswegen ist sie auch in Behandlung ist. Zusammen mit ihrer Freundin Daisy geht sie auf die Suche nach dem verschollenen Milliardär Russel Pickett, dessen Sohn Davis sie früher gekannt hat. Als sie ihn erneut trifft und wieder näher kennenlernt, merkt sie, dass er sie besser versteht, als andere Menschen. John Green beherrscht in dieser Geschichte das perfekte Balancespiel aus persönlichen Gedanken, zwischenmenschlichen Beziehungen und einem spannenden Abenteuer.
Ich gebe zu, dass es mir gar nicht so leicht fiel, mich mit Aza zu identifizieren. Zum einen, klar, kennt man diese Angstzustände. Aber Aza erlebt diese Gedankenspiralen um einige Dimensionen intensiver und auch über ganz alltägliche Dinge. Da fällt es einem am Anfang schwer, sie nicht einfach als übersensibel und hyperempfindlich abzustempeln. Je weiter man liest, desto mehr erkennt man jedoch, dass hinter diesem Verhalten eine wirklich schwere Krankheit steckt, mit der man sich im Alltag sicher nicht so oft auseinandersetzt.
Greens Schreibstil ist sehr ansprechend und man wird nie müde das Buch erneut in die Hand zu nehmen (wenn man es denn weglegen konnte). Besonders interessant ist auch der Mix der Charaktere in der Geschichte. Die eher schweigsame Aza; die aufgedrehte, immer Abenteuersuchende Daisy, die quasi das Gegenteil von ihr ist; der wissbegierige Davis, der mehr Aza ähnelt.
„Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ schockiert, bewegt und trifft direkt ins Herz. Das Buch hat vor allem eine wichtige Botschaft: Es geht immer weiter. Dieses Buch ist ein ganz besonderer Schatz, der unbedingt gelesen werden sollte, denn John Green schreibt Geschichten mit Hintergrund, die jeden in irgendeiner Weise betreffen.

Bewertung vom 29.01.2018
Der Fall Kallmann
Nesser, Håkan

Der Fall Kallmann


sehr gut

„Der Fall Kallmann“ war für mich ein gutes und interessantes Buch. Zum einen hat er sich zwar sehr lange hingezogen, aber trotzdem war es spannend durch die vielen verschiedenen Perspektiven erzählt. Deswegen gebe ich vier Sterne.
Es geht um Leon Berger, der vor kurzem seine Frau und seine Tochter verloren hat. Um Abstand zu gewinnen, zieht er in eine kleine schwedische Stadt, um dort als Lehrer zu arbeiten. Er tritt die Stelle des im Sommer verstorbenen Eugen Kallmann an. Ohne es zu ahnen gerät er schon bald tief in die Aufklärungen um diesen Todesfall. Hinzu kommen viele andere Charaktere, die Puzzleteile zum Fall dazu liefern aber ihre eigene Geschichte erzählen, die ebenfalls gehört werden soll.
Der Schwedenkrimi lässt sich gut lesen und Nesser hat eine angenehme Schreibart. Trotzdem hat sich mir die Geschichte an manchen Stellen zu lange hingezogen. Da hätten es einige Szenen auch verkürzt getan und es wäre trotzdem noch spannend und abwechslungsreich geblieben.
Die Charaktere sind sehr vielschichtig, sodass es nicht langweilig wird die verschiedenen Geschichten zu lesen. Am besten hat mir Leon Berger gefallen, weil er obwohl er neu ist sich von dem ganzen Fall so einnehmen lässt. Aber auch die anderen Charaktere locken mit interessanten Ansichten und Hintergrundgeschichten, die sich sehr voneinander unterscheiden.
Am besten gefallen haben mir die vielen Ebenen, die sich nach und nach entwickeln, sodass es bis zum Schluss spannend bleibt. Ein Krimi in dieser Art ist mir so noch nicht untergekommen, was auch für einen innovativen Ansatz des Autors spricht. Die Entwicklung mit den verschiedenen Ebenen war sicher eine Heidenarbeit.

Bewertung vom 26.01.2018
Hangman. Das Spiel des Mörders
Cole, Daniel

Hangman. Das Spiel des Mörders


sehr gut

Gleich vorab möchte ich sagen, dass ich dieses Buch nur Lesern empfehle, die Teil eins dieser Reihe, also „Ragdoll“ gelesen haben. Ich habe das leider vorher nicht und gerade im ersten Drittel kommt eine Andeutung auf den ersten Teil nach der anderen und es wird nie so richtig erklärt, was im ersten Teil passiert ist. Das hat es mir schwer gemacht in den Thriller reinzukommen.

Trotzdem hat mir das Buch im Großen und Ganzen gut gefallen. Spannung ist auf jeden Fall von Anfang garantiert und es gibt wirklich viele Szenen mit Gänsehautfaktor, genauso wie es in einem Thriller sein soll. Darum geht es in der Geschichte: Ein neuer Fall für Emily Baxter. In New York und London tauchen Leichen auf, die den Ragdoll-Fall imitieren. CIA, FBI und Scotland Yard müssen gemeinsam ermitteln und ihre Kräfte bündeln, aber die Mordserie hört einfach nicht auf und sie kommen dem Täter keinen Schritt näher.

Auch nur Ideen zu haben, wer der Täter ist, ist lange Zeit wirklich schwer, aber genau das macht einen der Reize dieses Buch aus. Was mir auch gut gefallen hat, ist der Mix der verschiedenen Charaktere. Mit Baxter kann ich mich eigentlich gar nicht identifizieren, aber ihre „verquere“ Art macht es trotzdem wieder interessant über sie zu lesen. Agent Rouche hat eine sehr interessante Vergangenheit, die lange versteckt bleibt und auch die Nebencharaktere sind vielfältig gestaltet.

Der Schreibstil von Damien Cole hat mir gut gefallen, vor allem weil er oft auch gruselige Szenen kreiert, obwohl diese eigentlich einen ganz normalen Hintergrund haben, sodass man danach so richtig schmunzeln muss.

Ich gebe Hangman vier von fünf Sternen, weil ich länger gebraucht habe, bis ich in die Geschichte reinkommen konnte, aber dann bleibt es wirklich spannend bis zum Schluss und Cole spinnt eine interessante Geschichte um den Täter.

Bewertung vom 14.01.2018
Wie ich dank Shakespeare in Verona die große Liebe fand
Dixon, Glenn

Wie ich dank Shakespeare in Verona die große Liebe fand


gut

Ich gebe dem Buch drei Sterne, weil es wirklich schön zu lesen war, es aber wirklich gar nicht spannend ist und es keine unvorhersehbaren Szenen gibt. Glenn ist Lehrer und von der Liebe enttäuscht. Um etwas über sie zu lernen, fliegt er nach Verona um dort bei Julias Sekretärinnen Briefe von Liebenden zu beantworten.
Ich fand die Idee der Geschichte (die ja auch wahr sein soll) von Anfang an klasse, zwar nicht neu (fühle mich schon sehr an den Film „Briefe an Julia“ erinnert), aber das hier ein Mann Julias Sekretär ist, war schon spannend zu lesen. Sehr interessant fand ich, dass am Anfang tatsächlich nur Männer für die Beantwortung der Briefe zuständig waren. Also man lernt auch einiges aus diesem Buch. Mir gefiel auch Einblicke in die verschiedenen Briefe und die Arbeit der Sekretärinnen zu erhalten. Außerdem gut gelungen finde ich, wie Shakespeare in der Klasse erklärt wird. So wird das ganze Stück lebensnah an den Leser gebracht, ob man die Tragödie kennt oder nicht.
Was mir fehlt ist die Spannung, oder einfach nur ein klares Ziel für das Buch. Die Geschichte ist toll geschrieben und ich mag es von dem Lehrer zu lesen, auf der einen Seite wie er die Briefe beantwortet, auf der anderen Seite von seiner Schulklasse. Aber wo will mich das Buch hinführen? Das bleibt lange unklar. Vielleicht zu lange, um alle Leute am Lesen zu halten.
Der gut lesbare Schreibstil wird vor allem durch die Übergänge zwischen Verona, Glenns Vergangenheit und dem Klassenzimmer ausgezeichnet. Oft sind sie sehr subtil, ein Gedanke wird aufgegriffen und schon wechselt man den Raum, als würde man in eine neue Szene hineingleiten. Wirklich schön gemacht. Womit ich allerdings deswegen nicht so gut klar komme ist die zeitliche Einordnung. Ich weiß nicht, was zuerst, was danach oder zeitgleich passiert, das war lange Zeit verwirrend.
Wer eine nette Geschichte über den Zauber von Romeo und Julia lesen will, ist mit dieser Geschichte genau richtig.

Bewertung vom 14.01.2018
Über den wilden Fluss / His dark materials
Pullman, Philip

Über den wilden Fluss / His dark materials


sehr gut

Mir hat "Über den Fluss" wirklich gut gefallen. Obwohl mir die Reihe um den goldenen Kompass gar nicht so sehr zugesagt hat, fand ich diese Vorgeschichte klasse und aufregend. Es wurde nie langweilig dieses dicke Buch zu lesen.
Im Mittelpunkt steht Malcolm, der ein wissbegieriger kleiner Junge ist und nicht nur in der Gastschenke von seinem Vater arbeitet, sondern auch im Kloster gegenüber. Und dann überschlagen sich die Ereignisse. Seltsame Personen stellen seltsame Fragen, ein kleines Baby wird den Nonnen zur Pflege überlassen, Menschen verschwinden oder werden ermordet, ja Malcolm wird sogar ein Spion.
Ich finde der Autor versteht es sehr gut, eine spannende Geschichte zu kreieren. Neben dem Haupterzählstrang um Malcolm, gibt es immer wieder Kapitel in denen andere Persönlichkeiten im Vordergrund stehen, die man erst früher oder später in die Geschichte einordnen kann. Aber das macht viel Spaß und hält neugierig. Das Geschehen bleibt lange undurchsichtig und es ist wirklich spannend bis zum Schluss
Malcolm ist vom Charakter her wirklich ein toller Junge, mit dem man die Geschichte gerne zusammen erlebt. Sehr gut gefallen mir einfach die Dämonen, die wir schon aus dem goldenen Kompass kennen. Ich mag diese Idee, dass man einen Begleiter hat, der alle Geheimnisse kennt und einem immer mit Rat und Tat zur Seite steht.
Ich gebe der Geschichte vier Sterne, weil sie spannend und gut gestaltet ist, mir allerdings noch so ein kleines Highlight fehlt, was das Buch wirklich besonders macht und von anderen abhebt. Trotzdem war sie sehr gut zu lesen und ist sicher nicht nur eine Empfehlung für Liebhaber von „Der goldene Kompass“, sondern auch für andere, die diese Geschichte entdecken wollen.

Bewertung vom 07.01.2018
#Grace
Idleman, Kyle

#Grace


ausgezeichnet

Mit "#Grace" hat Kyle Idleman wirklich ein außergewöhnliches Werk geschaffen. Wie er in seiner Einleitung anmerkt, ist Gnade ein Begriff, der heutzutage kaum mehr verwendet wird. Das will Idleman ändern und er hat zusammengetragen was Gnade ist, wo und wie man sie finden kann und was sie in unserem Leben für eine Rolle spielt.

Dafür hat er sein Buch in drei Kapitel eingeteilt.
1. #Gnade...größer als unsere Fehler
2. #Gnade...größer als unsere Verletzung
3. #Gnade...größer als unsere Lebensumstände

Was das Buch in meinen Augen besonders macht sind zwei Dinge:
Zum einen die Art, wie der Autor schreibt und beschreibt. Das tut er total verständlich, immer auf Augenhöhe mit dem Leser und nie abgehoben. Seine Botschaft kommt einfach an.
Zum anderen ist es die Mischung aus persönlichen Erlebnissen (von ihm oder anderen Menschen), Bibelstellen und die Interpretation und Verknüpfung in das große Ganze.
Ich weiß nicht wie er es schafft, aber die Erlebnisse sind berührend, die Bibelstellen sind passen und die Interpretationen super verständlich.

Auch wenn viele ernste Geschichte erzählt werden, bleibt zwischendurch der Humor nicht aus (vor allem in den Fußnoten) und man muss durchaus mal schmunzeln.

Ebenfalls beeindruckend fand ich, mit welcher Ehrlichkeit Idleman auch von eigenen Fehlern und misslungenen Handlungen erzählt. So wirkt er nicht belehrend, sonder erzählt an persönlichen Beispielen, wie er auch an solchen Erfahrungen reifen konnte, sodass er einfach wie ein ganz normaler Mensch wirkt.

Das Buch ist (auch wenn es sehr gut geschrieben ist, vor allem durch viele Metaphern, die seine Gedankengänge noch anschaulicher machen) sicher keine einfache Lektüre. Es bietet viele Anstöße zum Nachdenken und Reflektieren. Man kann auch meiner Meinung nach beim ersten Lesen gar nicht alle tollen Sachen direkt aufnehmen und umsetzen, weil so viele schöne Ideen in dem Buch enthalten sind. #Grace ist ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen und ein bisschen darin lesen sollte, um sein Leben und das Leben seiner Mitmenschen ein Stück besser zu machen.