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Benutzername: sommerlese
Danksagungen: 550 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 1597 Bewertungen
Bewertung vom 10.07.2020
Lotta entdeckt die Welt: Im Wald
Grimm, Sandra

Lotta entdeckt die Welt: Im Wald


ausgezeichnet

Ein Vorlesespaß und entzückendes Buch über den Wald
Im Ravensburger Verlag erscheint das Pappbilderbuch "Lotta entdeckt die Welt: Im Wald" von Sandra Grimm. Für Kinder ab 18 Monaten geeignet.

Lotta, Opa und ihr Hund Zottel machen einen Waldspaziergang und dabei entdecken sie eine Reihe von Tieren, sehen das Blätterdach der Bäume, finden abgeschlagene Baumstämme und erfreuen sich an der Natur.



Durch die starken Pappseiten ist das Buch für kleine Kinderhände wie gemacht, es gibt einfache und verständliche Texte und die niedlichen Bilder sind hübsch anzuschauen. Lotta sieht einige Tiere des Waldes, macht sich Gedanken über Baby-Bäume und findet ein Loch, das Opa für einen Fuchsbau hält. Wenn man beim Betrachten der Bilder gut aufpasst, sieht man sogar den Fuchs.

Die Besonderheit des Buches ist die Abbildung von realen Waldfotografien als Hintergrund und die darauf abgebildeten Tiere und Figuren. Neben den Textpassagen gibt es außerdem auf jeder Seite noch verschiedene Details wie Pflanzen, Pilze, Salamander und andere Waldbewohner zu entdecken. Kinder bekommen so spielerisch die Natur näher gebracht. In der kleinen Geschichte gibt es hervorgehobene Worte, die Ausrufe, Geräusche und ihre besondere Betonung in den Vordergrund stellen. So kann man beim Vorlesen die Geschichte intensiver zum Ausdruck bringen. Ein Vorlesespaß für Groß und Klein!

Dieses Buch macht Lust auf eigene Erkundungstouren im Wald und stellt Kindern die Natur aus nächster Nähe vor. Ein neues Lieblingsbuch für die Kleinsten!

Bewertung vom 09.07.2020
Madame le Commissaire und die Frau ohne Gedächtnis / Kommissarin Isabelle Bonnet Bd.7
Martin, Pierre

Madame le Commissaire und die Frau ohne Gedächtnis / Kommissarin Isabelle Bonnet Bd.7


sehr gut

Ein typischer Urlaubskrimi mit der Atmosphäre der Provence

In Fragolin ist nach dem Tod des Bürgermeisters Thierry wieder Ruhe eingekehrt. Die sommerliche Luft ist erfüllt von Lavendelduft und es ertönen die Geräusche der Zikaden. Für die provenzalische Kommissarin Isabelle Bonnet, "Madame le Commissaire", macht sich Langeweile breit, doch das ändert sich blitzartig, als sich ihr Assistent Apollinaire Kollegen in einem unwichtig scheinenden Fall von Kakteen-Diebstahl auf den Weg nach Toulon macht. Eine nordafrikanische Frau läuft ihm beinah ins Auto, es ist nur merkwürdig, dass sie bereits einen Verband um den Kopf trägt. Sie leidet an Gedächtnisverlust und nun liegt es an Isabelle und Apollinaire, ihre Personalien zu ermitteln und der Fall nimmt an Brisanz zu.

Das Titelbild und die Ansicht auf der Buchdeckelinnenseite sind wunderschön anzusehen. Da träumt man sich sofort in die Provence.

Bei diesem Fall stellt sich schnell heraus, dass auch der Bruder der verletzten Frau nicht bereit ist, seine Identität zu nennen. Isabelle Bonnet hat es in diesem Krimi mit einem Fall zu tun, bei dem zwei Araber die Tochter eines arabischen Geschäftsmanns entführen, der Verdacht auf mafiöse Strukturen oder Clankriminalität liegt also nahe. Auch ein Mordfall scheint in den Personenkreis zu passen, nun gilt es an ihr, die Hintergründe aufzuklären und weitere Absichten zu vereiteln.


Der aktuelle Fall ist brisant und bekommt durch einige Wendungen eine ganz neue Richtung. Neben der auf einem gesunden Mittelmaß befindlichen Krimispannung schafft die bildhafte und stimmungsvolle Beschreibung der Provence beim Lesen ein angenehmes Gefühl von Urlaubsflair. Denn so hart die Ermittlerin beruflich auch sein mag, man kann bei diesem Krimi die Stimmungen der Provence mit ihrer typischen Küche und die amourösen Liebschaften von Madame angenehm genießen. Dieses Mal hat Madame übrigens nach Thierry nun zwei Liebhaber am Start, Nicolas und Rouven. Ich warte immer noch auf dem Moment, wo sie sich ihrem Assistenten Apollinaire zuwendet, der zwar als etwas schrullig beschrieben wird, aber durchaus seine Qualitäten hat.


Mir gefällt der frankophile Touch von Pierre Martins Romanen um seine ziemlich agentenhaft geratene Madame le Comissaire. Den Fallaufbau empfinde ich dieses Fall als etwas zu konstruiert, aber dennoch ist dieser Krimi erneut lesenswert und unterhaltsam.

Als tolle Urlaubslektüre ist diese Reihe für frankophile Leserinnen und Krimifreunde gleichermaßen gut geeignet.

Bewertung vom 08.07.2020
Küsse im Aprikosenhain
Haasis, Persephone

Küsse im Aprikosenhain


ausgezeichnet

Einfach nur wunderschön und zum Träumen

Auf einer Ansichtskarte aus der Provence macht Nathalies Freund mit ihr Schluß. Eine Unverschämtheit, die Nathalie nicht einfach so unkommentiert hinnehmen will. Außerdem schuldet er ihr noch Geld, kurzentschlossen reist sie ihm nach Frankreich hinterher. Doch das Schicksal will es anders und wegen einer Autopanne landet sie auf einem idyllisch gelegenen Hof mit Aprikosenhainen und eigenem Kräutergarten. Ein traumhafter Ort, in den sie sich sofort verliebt, wäre da nicht der etwas abweisende Hofbesitzer Felix. Um sich für die freundliche Aufnahme zu bedanken, hilft Nathalie bei der Aprikosenernte mit und ihr fallen auch einige Ideen ein, um den Hof finanziell wieder in Gang zu bringen. Das alte Kräuterbuch von Felix' Großmutter hilft ihr dabei, Naturkosmetik und duftende Öle aus den Produkten des Hofes herzustellen.

Nathalies Reiseziel in der Provence hat sich durch eine Panne örtlich etwas geändert. Statt ihren Ex-Freund aufzusuchen, landet sie in einer ländlich schönen Ecke inmitten der Provence, auf einem Aprikosen-Hof und weil sie weder Geld, noch Auto zum Weiterfahren besitzt, hilft sie bei der Arbeit auf dem Hof mit. Sie hat ein Händchen für die Verschönerung und probiert einige alte Rezepte für die Vermarktung der Produkte des Hofes aus. In dieser Familie fühlt sie sich richtig wohl, freundet sich mit Camille und Henni an und auch Felix wird mit der Zeit etwas umgänglicher und zwischen ihnen entwickeln sich Gefühle.

Das ist so ein wunderschöner Roman, einfach zum Dahinschmelzen und Träumen. Man kann die Handlung einfach nur genießen, die romantischen Gefühle springen auf den Leser über, die Naturschönheiten hat Persephone Haasis in wunderschönen Bildern perfekt eingefangen und man möchte am liebsten gemeinsam mit Nathalie in der Küche die Marmelade rühren, die Cremes anmischen und die duftenden Öle ausprobieren. Da macht es gar nichts, wenn man sich den Ausgang der Geschichte schon vorstellen kann, hier ist der Weg das Ziel und das hat die Autorin mit charmanten, lustigen, aber auch mit emotionalen Szenen sehr gut in Szene gesetzt. Ein Buch über Familie, über Lebenswege, das Schicksal und einen Neuanfang inmitten einer idyllischen Gegend.


Wunderschöner Roman, in dem man die zauberhafte Location spüren kann und in der Handlung versinkt. Für den Sommer mein aprikosenlastiger und romantischer Lesetipp!

Bewertung vom 07.07.2020
Heidesommerträume
Konnerth, Silvia

Heidesommerträume


sehr gut

Lockerer Wohlfühlroman mit schöner Heide-Urlaubsstimmung
Mit ihrem Roman "Heidesommerträume" entführt uns die Autorin Silvia Konnerth in die Lüneburger Heide, das Buch erscheint im Blanvalet Verlag.

Autorin Carolin ist frisch getrennt und für ihr Buchprojekt fehlt ihr eine zündende Idee. Um die kreative Phase neu zu entfachen, könnte ein Ortswechsel helfen. Glücklicherweise führt ihre Schwester Lola ein kleines Romantikhotel in der Lüneburger Heide und Carolin freut sich auf eine entspannende und kreative Auszeit. Doch es läuft nicht wie geplant, denn mit Lolas Hotel läuft es nicht ganz so gut und sie ist nicht sehr erfreut über Carolins Aufenthalt und verschwindet einfach. Jetzt liegt es an Carolin, sich um die Gäste zu kümmern und Lolas Ehemann Paul muss sie dabei unterstützen. Die Ankündigung eines Hoteltesters macht die Sache nicht gerade einfacher und dann ist da auch noch der eigenwillige, aber charmante Gast Till, der Carolins Herz berührt.


Silvia Konnerth schreibt sehr flüssig, leicht und mit vielen bildhaften Details, als Schauplatz hat sie ein kleines schnuckeliges Hotel in der idyllischen Lüneburger Heide gewählt. Man ist sofort in der Geschichte gefangen, genießt die Gegend und erlebt Carolins Geschichte hautnah mit. Die vielfältigen und authentisch dargestellten Charaktere wirken liebevoll gezeichnet und auch Hannibal und Schwein Schnitzel sorgen in diesem Buch für gute Unterhaltung.

Carolin ist 38 Jahre alt und voller Selbstzweifel, die Trennung von ihrem Freund Lars hat ihr zugesetzt und sie muss erst einmal wieder zu sich selbst finden. Die Aufgabe mit dem Hotel ist da eigentlich eine gute Ablenkung und als Bestätigung gerade richtig. Leider gehört da einiges an Arbeit dazu, man muss wirklich richtig anpacken und das ist sie als Schriftstellerin nicht gerade gewohnt.

Das romantische und familiäre Hotel mit der Personen sorgt für ein angenehmes Wohlgefühl und man möchte am liebsten sofort dorthin reisen. Von der landschaftlichen Schönheit der Heide hätte ich gern noch mehr gelesen. Dieses Buch lebt von seinen lebendig geschilderten Figuren, alles normale Menschen in Form von Freundin, Teenie, Hotelgästen oder Familie, man erlebt hier so einiges, auch ein altes Familiengeheimnis wird gelüftet. Und weil die Handlung in einem Hotel spielt, wird es auch kulinarisch, ein beigefügtes Rezept zu Brombeer-Birnen-Marmelade verlockt zum Nachmachen.


Eine vergnügliche Unterhaltungslektüre, die Urlaubsstimmung verbreitet und mich von der Lüneburger Heide träumen lässt.

Bewertung vom 06.07.2020
Wie sagt man ich liebe dich
Winter, Claudia

Wie sagt man ich liebe dich


ausgezeichnet

Diese Geschichte hat Herz und Seele

Die gehörlose Kunststudentin Maelys hat ein Stipendium und lebt in Paris bei ihrer Tante Valérie. Als die sich den Arm bricht, muss Maelys Geld verdienen und zeichnet Porträts von Touristen auf dem Montmartre und arbeitet als Tellerwäscherin. Das verschafft ihr eine nötige Pause im Studium, bei dem sie wegen ihrer Gehörlosigkeit an ihre Grenzen stösst. Das unerwartete Angebot des jungen Portugiesen António, sie soll in Portugal seinen Großvater porträtieren, kann sie nicht ausschlagen, es wird das größte Abenteuer ihres Lebens und führt sie und Valérie auf eine schicksalsträchtige Reise.

Diese Geschichte lebt von den Parallelen zwischen Valérie und ihrer Nichte Maelys, sie sind vom Charakter grundverschieden, aber beide verlassen ihre Heimat, um in einer anderen Stadt ihren Weg zu machen und beide begegnen ihrer großen Liebe. Die hübsche Maelys mag ihre Probleme mit ihrer Gehörlosigkeit haben, doch damit besitzt sie auch eine besondere Gabe, denn sie versteht andere Menschen mit den Augen und mit dem Herzen. Und wie ihre Tante lässt sie sich vom Charme Lissabons verzaubern und von António ebenfalls.

Es ist eine wunderschöne Liebesgeschichte, die sich durch einen teils poetischen, teils herrlich frischen Erzählstil und einigen lesenswerten Lebensweisheiten aus Claudia Winters Feder wunderbar weglesen lässt. Man ist sofort in der Geschichte gefangen und erlebt das bunte Treiben Lissabons und Paris eindrücklich mit. Neben den wunderschön geschilderten Schauplätzen, kann man auch die typischen Köstlichkeiten entdecken, die in Lisboa aufgetischt werden.

Durch die französischen und portugiesischen Aussprüche bekommt die Geschichte eine authentische und urlaubsähnliche Lebendigkeit, die man einfach nur genießen kann. Außerdem steckt genügend Tiefe in der Handlung, um nicht als platter Liebesroman zu erscheinen.

Claudia Winter haucht ihren Charakteren dank vielschichtiger Wesenszüge und bildhaft gezeigtem Äußeren regelrecht Leben ein. Man kann sich in die Gefühlswelt der Protagonisten einfühlen und bekommt auch einen Eindruck vom Leben der gehörlosen Maelys. Die Geschichte wirkt authentisch, spannend und wunderschön durch die aufgezeigten Schauplätze.

In diese entzückende Liebesgeschichte konnte ich mit all ihren Emotionen versinken und durch den Wechsel der zeitlichen Perspektieven Zeitebenen wurde die Geschichte sehr intensiv und spannend. Besonders die politische Situation unter Salazar und die Nelkenrevolution geben dem Roman die nötige Tiefe, die ihn von einem simplen Liebesroman abhebt.


Mit liebevoll gezeichneten Figuren, bildhaften Schauplätzen und interessanten Zeitperspektiven erhält dieser schöne Liebesroman die nötige Tiefe. Ein wundervoller Roman für Herz und Seele!

Bewertung vom 03.07.2020
Die Heilkraft der Tiere
Wohlfarth, Rainer; Mutschler, Bettina

Die Heilkraft der Tiere


ausgezeichnet

Das Tier, dein Freund und Helfer

Mensch und Tier haben seit jeher eine spezielle Verbundenheit, die auch in der heutigen Zeit für Therapiezwecke genutzt werden kann. Solche Therapien helfen Autisten, wieder Nähe zuzulassen, fördern bei Menschen die soziale Aktivität, sie bringen Lebensfreude in Altersheime und Kindergärten und bei allen Beteiligten wirkt sich das positiv auf die Psyche aus.

Dr. Rainer Wohlfarth und Bettina Mutschler stellen in diesem Buch die unterschiedlichen Wechselwirkungen vor, die Tiere auf uns Menschen haben. Dabei geben sie ihre wissenschaftliche Erkenntnisse anhand spannender und praxisnaher Beispiele wieder.

Warum halten sich manche Menschen Fische? Sicher liegt das am beruhigenden Effekt, den Fische auf den Betrachter ausüben, wenn sie im Aquarium ihre Kreise ziehen. Doch die Bedürfnisse der Menschen sind unterschiedlich, nicht immer ist Ruhe und Beruhigung das erwünschte Ziel.

Die vielseitige Wechselwirkung von Tieren auf den Menschen kann man sinnvoll nutzen. Positive Effekte machen sich nicht nur in der Haustierhaltung bemerkbar, sie werden auch in der Therapie bestimmter Erkrankungen oder Phobien genutzt. Ob Delfin, Hund, Pferd, Katze oder Lama, all diese Tiere werden zu Therapiezwecken vielseitig eingesetzt. Tiere helfen erwiesenermaßen bei der Bewegungsgymnastik, fördern das Erlernen sozialen Verhaltens und stellen Zuneigung auch ohne verbale Kommunikation her, was man in der Streicheltherapie nutzt. Bei vielen Erkrankungsfeldern bietet sich eine spezielle Therapie an.



In diesem Buch erfährt man die unterschiedlichen Auswirkungen, die Tiere auf den Menschen haben können. Die praxisnahen Beispiele sind wissenschaftlich untermauert, absolut vielseitig und verständlich dargestellt.

Bewertung vom 02.07.2020
Mordssand
Busch, Ulrike

Mordssand


ausgezeichnet

Ein interessanter Fall mit sympathischen Ermittlern und reichlich Nordsee-Flair

Friso Wiborg ist Star-Architekt in St. Peter-Ording und plant direkt am Strand ein besonderes Bauwerk zu errichten, dort soll ein riesiges Hochhaus-Hotel entstehen. Umweltschützer gehen dagegen auf die Barrikaden. Kurze Zeit später findet man die Leiche des Architekten in der Sandskulpturen-Werkstatt in Westerhever, verpackt in Sand auf einem Thron. Das Ermitterteam findet eine Menge an verdächtigen Personen im Umfeld des Toten. Und auch Fennas Tochter Fee ist irgendwie involviert.

In Westerhever bei St. Peter-Ording läuft ein Workshop in der ansässigen Sandskulpturenwerkstatt, dort entdeckt man einen Toten in einer Sandskulptur, ein etwas skurriler Fundort für eine Leiche. Welche Feinde hatte der Tote und warum hat man ihm so ein "Denkmal" gesetzt? Die Ermittler Tammo Anders und Fenna Stern haben viele offene Fragen und zahlreiche Verdächtige zu befragen.

Wie man es von der Reihe gewohnt ist, ist auch dieses Buch ein Cosy-crime und es geht unblutig und eher unterhaltsam und ziemlich menschlich zu. Die Ermittlung steht im Mittelpunkt des Geschehens und die Befragungen setzen den Leser über die Beziehungen, Verflechtungen der Personen und das Geschehen ins Bild und man kann gut miträtseln. An Tatverdächtigen mangelt es auch in diesem Fall nicht. Friso Wiborg war überheblich und sein geplanter Bau des Friso-Towers war ein Grund für die Umweltaktivisten ihn anzugehen, aber auch unter den Mitarbeitern und im privaten Umfeld gab es Probleme. Große Sorge bereitet den Ermittlern bei diesem Fall auch die rätselhafte Verbindung ihrer Tochter Fee zu dem Toten.

Was mir bei dieser Reihe besonders gut gefällt, sind die familiären Einblicke in das Privatleben des Ermittlerpaares der Familie Anders/Stern. Es macht Spaß, die Entwicklungen und Erlebnisse der Familienmitglieder zu verfolgen und man fühlt sich bei ihnen inzwischen schon richtig heimisch.


Mit reichlich Nordseeflair, einem interessanten Fall und vielfältigen Ermittlungen durch liebenswerte Kommissare konnte mich diese Lektüre vollkommen überzeugen.

Bewertung vom 29.06.2020
Madame Beaumarie und die Melodie des Todes
Walther, Ingrid

Madame Beaumarie und die Melodie des Todes


sehr gut

Die französische Antwort auf Miss Marple

Florence Beaumarie befindet sich im Ruhestand, ihr Berufsleben als Sekretärin in einem Pariser Kommissariat hat sie hinter sich und möchte nun die Pensionierung mit dem Besuch eines Barock-Festivals in Avignon feiern. Doch aus dieser Idee wird nichts, denn kaum ist sie in Avignon angekommen, geschieht ein Verbrechen, das Opfer ist der Dirigent des Barockorchesters. Und weil Florence das Schnüffeln einfach im Blut liegt, mischt sie munter bei der Mordermittlung mit. Über die Hilfe freut sich sogar das örtliche Kommissariat, denn ihr Ruf als erfolgreiche Ermittlerin eilt ihr voraus. Allerdings bringt sie sich damit auch in Gefahr.

"Sie hatte schon oft die Szenerie eines Kriminalfalls auf einem Schachbrett nachgestellt, ganz intuitiv und ohne sich an die Regeln zu halten." Zitat Seite 85

In Avignon macht Florence die Bekanntschaft der jungen Musikerin Chantal und ihres Vaters, Charles Florentin. Während sie einem Konzert beiwohnt, stirbt der Dirigent und selbstverständlich hinterfragt Florence die Hintergründe zu dem Fall.

Als auch noch die Vertreterin des Dirigenten verschwindet, ist Florence alarmiert. Hier muss es um mehr gehen als um den Posten des Orchesterleiters. Das örtliche Kommissariat ist dankbar für Florence Mithilfe, irgendwie scheinen die Kollegen von dieser Mordermittlung wohl überfordert zu sein. Der Ermittlungsaufgabe widmet sie sich eifrig, die Aufgabe wird aber zusätzlich erschwert durch die Avancen des charmanten Charles Florentin. Das schmeichelt Florence zwar sehr, aber zunächst steht ihr der Sinn eher nach Spurensuche als nach einem Urlaubsflirt.

Bei diesem Krimi sorgt der flüssige und wunderbar zu lesende Erzählstil mit vielen bildhaften und stimmungsvollen Beschreibungen dafür, dass man sofort in die Handlung hineingezogen wird. Florence Befragungen führen den Leser in die Hintergründe der Figuren und Vorgänge ein und man kann gut miträtseln. Das Ganze kommt ohne Blutvergießen aus und wirkt wie ein unterhaltsamer Urlaubskrimi aus der Provence.

Ingrid Walther beschreibt sehr detailreich die Ermittlungsarbeit, aufgelockert wird das Krimikonstrukt jedoch durch die malerischen örtlichen Schauplätze und auch die Musikszene lässt sie geschickt in die Handlung einfließen. Die Charaktere sind vielschichtig, es gibt Figuren, die man sofort sympathisch findet und alle Personen werden mit ihrem äußeren Erscheinungsbild vorgestellt.

Madame Beaumarie könnte man auch als die Miss Marple von Paris bezeichnen. Wenn sie sich erst einmal in einen Fall verbissen hat, klebt sie bis zum bitteren Ende daran fest und lässt erst los, wenn sie die Beweise vorliegen hat. Mir hat Florence sehr gut gefallen, sie eine ausgewiesene Ermittlerin und hatte leider keine Chance auf eine Anstellung als Frau in diesem Metier. Sie legt Wert auf ihr Erscheinungsbild und kleidet sich gern dem Anlass entsprechend, eine Dame von Welt. Dank ihrer besonderen Beobachtungsgabe kann sie sich gut in die Menschen hineinversetzen und befragt mit dem ihr eigenen Charme.


Dieser stimmige und sehr atmosphärische Krimi wirkt auch ohne Spannungsmittel sehr lesenswert.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.06.2020
Pflanzen
Jose, Sarah

Pflanzen


ausgezeichnet

Das Lexikon "Pflanzen" von Sarah Jose erscheint bei DK Dorling Kindersley Verlag und richtet sich an die Altersklasse ab 8 Jahren.

Dieses Pflanzenbuch stellt die umfangreiche Welt von Bäumen, Blumen, Gräsern, Samen und Früchten vor und verdeutlicht, wie wichtig Pflanzen für unsere Erde sind.

Mehr als 1.000 faszinierende Fotografien verlocken zum Anschauen und die detailreichen Nahaufnahmen lassen den Betrachter den Pflanzen regelrecht auf den Grund gehen.

Zu den eindrucksvollen und originalgetreuen Abbildungen gibt es erklärende wissenswerte Fakten und ganz nebenbei werden Fragen zur Pflanzenwelt kindgerecht beantwortet. So macht Lernen Spaß und auch Erwachsene werden in diesem Werk noch viele Dinge erfahren, die sie noch nicht wussten. Beispielsweise die Tatsache, dass es auf der Erde etwas 28.000 Arten von Orchideen gibt. Oder dass die größte Blüte der Welt von der Rafflesie einen Durchmesser von mehr als 1 Meter hat. Stacheln von Rosen kann man als Angelhaken verwenden. Fledermäuse bestäuben mehr als 500 Pflanzenarten.

Das Wissensangebot erscheint vielfältig aufgefächert, es wird themenbezogen dargeboten und man bekommt das Buch kaum noch aus der Hand. Zum Kapitel Blütenpflanzen gehören beispielsweise der Aufbau der Blüte, die verschiedenen Blütenformen, die Bestäuber, Giftpflanzen, Schmarotzer, Baumrypen, Grasarten und vieles mehr. Diese einzeln erklärten Abschnitte enthalten viel Wissenswertes und sie führen Kinder ganz leicht an diese Materie heran. Hier kann man einiges entdecken, bewundern und kennenlernen.


Dieses Werk ist ein ganz besonders schönes Pflanzenlexikon für die ganze Familie, bei dem man gerne blättert und heimische wie exotische Pflanzen entdecken kann. Ganz große Empfehlung!

Bewertung vom 27.06.2020
Eine Liebe zwischen den Fronten
Peter, Maria W.

Eine Liebe zwischen den Fronten


ausgezeichnet

Ein wunderbarer Roman, der Zeitgefühl und Liebesgeschichte geschickt vereint

Berlin, 1870: Als die Französin Madeleine und der junge deutsche Arzt Paul Verlobung feiern, zerbricht ihr gemeinsam geplantes Leben durch den Ausbruch des Kriegs zwischen Preußen und dem Französischen Kaiserreich. Madeleine und ihr Vater gehen zurück in ihre Heimatstadt Metz und Paul kehrt zum Dienst als preußischer Militärarzt zurück zu seinem Regiment nach Coblenz. Von einem Moment auf den anderen gehören die beiden Liebenden nun verfeindeten Seiten an. Hält ihre Liebe diese Trennung aus?

Pünktlich zum 150. Jahrestag des Ausbruchs des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und des europäischen Gedenkjahres erscheint der neue Roman von Erfolgsautorin Maria W. Peter.

In diesem Roman stellt sie das Schicksal zweier vom Krieg auseinander gerissenen Familien dar und erklärt sehr anschaulich die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe dieser Zeit und der Gebiete Lothringens und des Saarlandes.

Wie man es von ihr bereits kennt, ist es der Autorin wieder hervorragend gelungen, die historischen Grundlagen mit einer fesselnden Geschichte zu vereinen. Die Dialoge passen sprachlich sehr gut in die Zeit, die französischen und arabischen Ausrufe bringen Abwechslung und sorgen für ein örtliches Flair und die Menschen in ihrer Charaktervielfalt sind sehr interessant zu verfolgen. Während der Lektüre kann man die historischen Hintergründe näher kennenlernen, die Kriegshandlungen und die Verfeindung zwischen Deutschen und Franzosen ist spürbar.

Als roten Faden würde ich die fiktive Liebesgeschichte bezeichnen, die sich durch die Zeit schlängelt und die Leser bis zum Ende mitbangen lässt.

Durch den bildhaft beschreibenden und eingängigen Erzählstil lässt sich der Roman wieder wunderbar lesen, man taucht gespannt in die Geschichte ein und bangt mit dem jungen Paar um einen glücklichen Ausgang ihrer Beziehung. Die Widrigkeiten in Form von kriegerischer Auseinandersetzung im Deutsch-Französischen Krieg erlebt man hier hautnah mit, aber auch die persönliche Betroffenheit der Protagonisten, deren Liebe auf dem Spiel steht.

Ganz besonders freue ich mich immer auf das interessante Nachwort der Autorin, in dem sie ihre persönliche Beziehung zu dem Buchprojekt und das Zeitgeschehen näher erklärt. Wer sich für Geschichte interessiert oder einfach nur sein Wissen auffrischen möchte, hat hier die beste Gelegenheit, Historie perfekt erklärt zu bekommen.

Ein hervorragend recherchierter und mit einer fesselnden Liebesgeschichte versehener Roman, der die Zerrissenheit zweier benachbarter Länder sichtbar macht.