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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Miss Marple
Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 123 Bewertungen
Bewertung vom 13.01.2019
Winterhaus
Guterson, Ben

Winterhaus


ausgezeichnet

Magie und Zauberei im Kinderbuchregal

Dieses zauberhafte Buch wird junge Leseratten begeistern, werden sie doch mit Elizabeth, einem 11-jährigen Waisenkind, auf eine spannende Reise ins Hotel Winterhaus geschickt, wo sie gemeinsam mit Freddy, ihrem neuen Freund, gefährliche Abenteuer erlebt. Elizabeth lebt seit dem Tod ihrer Eltern bei Tante und Onkel und wundert sich sehr, dass diese sie weit weg ins Hotel Winterhaus in die Ferien schicken, wobei sie doch eigentlich gar nicht viel Geld haben. Sie ist ein fröhliches Mädchen, das sehr gern liest, Rätsel und Geheimnisse löst und das bei seiner Ankunft in dem winterlich verschneiten Hotel schnell merkt, dass da etwas nicht stimmt. Wird es ihr gelingen gemeinsam mit Freddy, dem alten Rätsel um das Hotel und seine Besitzer zu lösen? Hier soll von der Geschichte nicht zu viel verraten werden;)
Dem Autor gelingt es, die jungen Leser spannend zu unterhalten und Magie und Zauberei vor ihrem inneren Auge lebendig werden zu lassen, nicht zuletzt weil sie während des Lesens kleine Rätsel selbst lösen müssen. Das Buch ist sowohl für Mädchen als auch Jungen sehr empfehlenswert.

Bewertung vom 07.01.2019
Der Apfelbaum
Berkel, Christian

Der Apfelbaum


ausgezeichnet

Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln
Christian Berkel führt den Leser weit zurück ins 20. Jahrhundert auf dem Weg, seine eigenen Familiengeschichte aufzuspüren. Es ist die Geschichte von Sala und Otto, die sich trotz ihrer Herkunft aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten Anfang der 30er Jahre ineinander verlieben. Doch die politische Entwicklung in Deutschland zwingt die Jüdin Sala ihre Heimat 1938 zu verlassen und Otto wird in den Krieg ziehen, aus dem er aus langer russischer Gefangenschaft erst 1950 zurückkehren wird. So trennen sich ihre Lebenswege und werden in diesem spannenden Familienroman über viele Stationen auf der Welt wieder zusammengeführt.
Christian Berkel gelingt es, Zeitgeschichte mit Familiengeschichte zu verbinden und vor dem Auge des Lesers lebendig werden zu lassen. Seine intensive Recherche und die Reisen, die er an die Schauplätze der Ereignisse unternommen hat, lassen die doch sehr persönliche Geschichte für den Leser authentisch werden.

Bewertung vom 07.01.2019
Fehltritt / Doggerland Bd.1
Adolfsson, Maria

Fehltritt / Doggerland Bd.1


ausgezeichnet

Karens 1.Runde
Ein neuer Stern am nordischen Ermittlerhimmel-Kommissarin Karin Eiken Hornby ermittelt auf Doggerland, einer imaginären Inselgruppe zwischen Großbritannien und Dänemark (eigentlich vor 8000 Jahren versunken), wo mit Mark und Schilling bezahlt wird. Nach dem alljährlichen Austernfest, wo viele Austern gegessen und noch mehr Alkohol getrunken wird, erwacht sie in einem Hotelzimmer neben ihrem (arroganten) Chef und nach und nach kehrt die Erinnerung über die zurückliegende Nacht zurück. Reumütig kehrt sie nach Hause zurück, um wenige Stunden später mit dem Mord an dessen Ex-Frau konfrontiert zu werden. Da er wegen Befangenheit die Ermittlungen nicht selbst leiten kann, wird Karen diese Aufgabe zugeteilt und es beginnt die Suche nach dem Mörder, die sie fast 50 Jahre zurückführt in eine Kommune, die damals auf der Insel ein sehr freizügiges Leben geführt haben soll. Alte Geheimnisse kommen ans Licht, die Karen bald in Gefahr bringen werden.
Die Autorin präsentiert in ihrem Debüt einen klassischen Krimi, ohne viel Aufregung, aber mit umso mehr Sympathie für ihre Figuren und die Insel, auf der sie leben. Sie liebt die Beschreibung der Landschaft, die sich im Spätherbst langsam auf den Winter einstimmt. Sie zeichnet mit Karin eine Ermittlerin, die selbst noch nach Jahren von einer persönlichen Katastrophe seelisch stark geprägt ist, die sich den Anfeindungen ihrer Kollegen entgegenstellen muss und mit festem Spürsinn den Fall verfolgt, selbst wenn sie sich den Anweisungen ihrer Vorgesetzten entgegenstellen muss.

Der Auftakt der Reihe ist gemacht und ich bin gespannt, wie es der Autorin gelingt, ihre Figuren weiterzuentwickeln und den interessierten Leser wieder an die rauen Küsten Doggerlands zu entführen. Die Fortsetzung ist bereits angekündigt.

Bewertung vom 05.01.2019
Mit Karacho in den Winter / Ziemlich beste Schwestern Bd.3
Welk, Sarah

Mit Karacho in den Winter / Ziemlich beste Schwestern Bd.3


ausgezeichnet

Winterspaß im Kinderbuchregal

Endlich schneit es!! Die Schwestern Flo und Mimi können es gar nicht erwarten, hinaus in den Garten zu gehen und im ersten Schnee des Jahres zu spielen. Noch viel weniger verstehen sie, dass die Erwachsenen Schnee gar nicht so mögen. Mit Eifer bauen sie eine kleine Zwergenstadt und als es droht, zu regnen, bringen sie diese im Gefrierschrank der Eltern in Sicherheit. Zu deren Freude natürlich!! Denn nun muss am Abend alles aufgetaute Essen verbraucht werden. Das wiederum zur Freude der ziemlich besten Schwestern- Fischstäbchen und Eis in rauen Mengen!!
So reiht sich ein Abenteuer der beiden an das andere und sie erleben, wie ein Kälbchen geboren wird, wundern sich, wie Katzenfutter in Vaters Schlittschuh kommt oder kaufen gemeinsam die lustigsten Schuhe der Welt.
Das Buch vereint fünf spannende und lustige Geschichte aus dem Leben der Schwestern, die immer wieder auf die verrücktesten Ideen kommen.
Wunderbar farbig illustriert macht es riesigen Spaß, das Buch vorzulesen oder kleine Leseratten schon selbst lesen zu lassen- es gibt tolle große Buchstaben;)
Absolut empfehlenswert- und für Fans gibt es zwei weitere Bände.

Bewertung vom 01.01.2019
Der Narr und seine Maschine / Tabor Süden Bd.19
Ani, Friedrich

Der Narr und seine Maschine / Tabor Süden Bd.19


sehr gut

Tabors letzte Runde?
Eigentlich hatte Tabor Süden vor, sich zurückzuziehen, doch ein neuer Auftrag holt ihn ein. Der ehemalige Polizist, dann langjährige Mitarbeiter einer Detektei war nach seiner letzten Ermittlung ausgebrannt, nicht zuletzt durch den Tod seines Kollegen und Freundes tief getroffen. Auf dem Weg zum Bahnhof- sein Ziel noch gar nicht richtig vor Augen- wird er von seiner Chefin abgefangen und gebeten, einen neuen Fall zu übernehmen-die Suche nach einem verschwundenen Schriftsteller. Düster verwebt Friedrich Ani hier zwei Lebensläufe, die sich ähnlicher nicht sein können. Dem Leser präsentiert er einen nicht ganz einfachen kleinen Roman, der nicht unbedingt ein Krimi zu nennen ist, aber durch den Vermisstenfall sich diesem nähert. Es ist die Suche nach dem Sinn des Lebens und dem verständlichen Wunsch an dessen Ende dem Tod ein Schippchen zu schlagen. Keine leichte Kost, aber lesenswert, wenn man sich auf Ani einlässt und eventuell frühere Leseerfahrungen seiner Bücher etwas zurückstellt-obwohl diese auch fast immer düster und deprimierend waren.

Bewertung vom 24.12.2018
Chicago
Mamet, David

Chicago


schlecht

Der Funke ist leider nicht übergesprungen

Als Thriller ausgeschrieben, verspricht der Klappentext spannende Unterhaltung in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Leider konnte mich das Buch nicht packen, weder von Anfang an noch im Laufe des Lesens. In meinen Augen ist es kein Thriller. Es präsentiert dem Leser die Chicagoer Unterwelt aus dem Blickwinkel des jungen Journalisten Mike Hodge, der als Flieger im I. Weltkrieg in Europa überlebte und nun wie tausende andere junge Männer der sogenannten „verlorenen Generation“ versucht, in Amerika der 20er Fuß zu fassen. Als sein Mädchen Annie, die in einem Blumenladen arbeitet, ermordet wird, muss er erkennen, dass das eine persönliche Botschaft an ihn war. Doch von wem? Er schwört Rache und begibt sich in die Abgründe der Chicagoer Unterwelt. Die Story an sich hätte echt Potential gehabt, ein Thriller werden zu können, aber die Erzählweise und Sprache des Autors stehen dem im Wege. Ich fand schwer Zugang zu den gezeichneten Charakteren. Gefallen hat mir die detailgenaue Schilderung des Lebens in der Stadt, sowie ihre bildhafte Beschreibung. Die Zeit ist lebendig geworden, aber die Spannung blieb aus.

Bewertung vom 24.12.2018
Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9
Neuhaus, Nele

Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9


ausgezeichnet

Ein Muss für alle Fans…

…und die, die es noch werden wollen! Lange erwartet, enttäuscht auch der 9. Band der Krimireihe um das Ermittlerduo Bodenstein und Sander seine treuen Fans nicht. Mit Spannung geht es hinein in die Ermittlungen zum Tod des ehemaligen Betreibers eines Mineralbrunnens und lässt uns schon im Prolog den Atem anhalten, als wir Zeuge des Mordes an einem jungen Mädchen vor über 30 Jahren werden.
Bald schon werden auf dem Grundstück des toten Theodor Reifenrath weitere Leichen gefunden. Bodenstein und Sander müssen tief in die Vergangenheit vordringen, um dem Mörder auf die Spur zu kommen. Nicht nur, dass sich bald herausstellt, dass sie es hierbei wahrscheinlich mit einem Serienmörder zu tun haben, werden sie weiterhin durch den Missbrauch an den vielen Pflegekindern der Reifenraths tief erschüttert. Als der Fall aber vor allem für Pia Sander sehr persönlich wird, hat die Autorin wieder einmal alle Register gezogen.
In drei Erzählsträngen führt sie den Leser durch ca. 550 Seiten höchster Spannung. Wer die Reihe jetzt erst kennen lernt, dem seien die Vorgänger dringend empfohlen; nicht nur, um die Hauptpersonen und das vielfältige Beziehungsgeflecht besser zu verstehen, sondern auch, weil man im Taunus mit Nele Neuhaus gut „kriminalisieren“ kann.

Bewertung vom 20.12.2018
Taurus. Die Erben der Macht / Die Sternen-Saga Bd.1
Templar, Michael

Taurus. Die Erben der Macht / Die Sternen-Saga Bd.1


ausgezeichnet

Ein mutiges Mädchen im Kampf gegen das Chaos

Natalie wächst bei ihrem Großvater auf, einem berühmten Astronomie-Wissenschaftler und reist mit ihm rund um die Welt zu seinen Vorträgen und zu bedeutenden Ausgrabungsstätten; bis er in London, während eines Vortrages, an dem er der Welt eine wichtige neue Erkenntnis mitteilen wollte, von Unbekannten in Masken entführt wird. Diese kündigen die Herrschaft des Chaos auf der Erde an. Die Polizei und Interpol messen dem nicht viel bei, Natalies Großvater wird sogar verdächtigt, wertvolle Ausgrabungsgegenstände unerlaubt entfernt zu haben. Natalie glaubt an die Unschuld ihres Großvaters und macht sich auf die Suche nach ihm, die sie zurückführt zu den Forschungsstätten, die sie gemeinsam mit ihm besucht hatte. Sie trifft auf ihrem Weg alte Freunde wieder und gemeinsam versuchen sie, das sagenumwobene Orakulum zu finden, eine Maschine, mit der man die Zukunft voraussagen kann und immer in der Hoffnung so auch ihren Großvater wiederzusehen.
Der Autor führt den jugendlichen Leser auf eine spannende Reise rund um die Welt, verwebt seine Geschichte mit der der Sterne und Sternbilder und lässt die Figuren seiner Sternen-Saga Abenteuer lebendig werden.
Natalie und ihre Freunde sind mutig im Kampf gegen das Chaos und da es der Auftakt zu einer Serien ist, darf man sich bereits auf das kommende Frühjahr freuen, denn Teil 2 „Orion. Die Jäger des Schicksals“ ist bereits angekündigt.

Bewertung vom 15.12.2018
Rachewinter / Evelyn Meyers & Walter Pulaski Bd.3
Gruber, Andreas

Rachewinter / Evelyn Meyers & Walter Pulaski Bd.3


weniger gut

Schwächere 3. Runde
Leipzig meets Wien. Wieder einmal schickt der Autor seinen Ermittler Walter Pulaski auf Mördersuche und erneut zeigen sich Verbindungen nach Wien, wo die Anwältin Evelyn Meyers fest an die Unschuld ihres Klienten glaubt und verbissen wie ein Bulldog versucht, den wahren Mörder zu finden. Sie werden die Mordserien nur gemeinsam lösen können.
Leider gelang es dem Autor nicht, mich von Anfang an an das Geschehen zu fesseln. Langsam ziehen sich die ersten Kapitel dahin, bis sie dann an Fahrt aufnehmen. Spannung entsteht erst, als beide Ermittlungsstränge zusammengeführt werden, in meinen Augen zu spät.
Man kann den dritten Teil ohne die Kenntnis der ersten beiden verstehen, aber es sei empfohlen, diese auch zu lesen, damit man vor allen Dingen die persönlichen Geschehnisse im Leben der Hauptfiguren besser versteht.

Bewertung vom 08.12.2018
Das Geheimnis der Grays
Meredith, Anne

Das Geheimnis der Grays


gut

Nicht wirklich ein Geheimnis
1933 erschienen, stellt der Roman eine Herausforderung für den heutigen Leser dar. Das Buch sei denjenigen Krimiliebhabern empfohlen, die den Mörder bereits von Anfang an kennen lernen wollen. Bereits in den ersten Zeilen erfahren wir, dass Adrian Gray zum Weihnachtsfest 1931 „durch die Hand eines seiner eigenen Kinder“ starb. So wundert es wenig, dass der Leser alsbald auch den Namen des Mörders erfährt. Das Motiv liegt auf der Hand- das schwarze Schaf der Familie braucht Geld und bekam es nicht von seinem geizigen Vater. Hier könnte der Roman ja schon enden. Doch es folgt eine psychologische Studie aller Familienmitglieder eingebunden in die gesellschaftlichen Konventionen der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts im durch seine Standesschranken charakterisierten England.
Es steht nicht wirklich die kriminelle Tat im Mittelpunkt, sondern vielmehr legt die Autorin Wert auf die Darstellung des Familiengeflechtes und den daraus resultierenden Handlungen der einzelnen Mitglieder. Zwar folgt sie einem Muster des Kriminalromans, dessen sich auch Agatha Christie bediente, aber sie damit im Klappentext zu bewerben, ist zu hochgegriffen.
Mir persönlich hat das Buch mäßig gefallen. Durch die Konstruktion war Spannung kaum vorhanden, einzig das Figurenkonzept und das Agieren der einzelnen Personen waren interessant. Den deutschen Titel finde ich unpassend, denn ein wirkliches Geheimnis ist nicht vorhanden. Hier hätte man ruhig dem englischen Titel „Portrait of a murderer“ den Vorrang geben sollen.