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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Miss Marple
Danksagungen: 7 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 319 Bewertungen
Bewertung vom 28.07.2021
Die Karte / Kerner und Oswald Bd.4
Winkelmann, Andreas

Die Karte / Kerner und Oswald Bd.4


ausgezeichnet

Kerners 4.Runde
Der Mord an einer Joggerin ruft Hauptkommissar Jens Kerner und seine Partnerin Rebecca Oswald auf den Plan. Als sich die Vorfälle häufen, suchen sie nach Gemeinsamkeiten. Als bald finden sie in der öffentlich geposteten Laufstrecke einen Ansatzpunkt. Mit rasantem Tempo nimmt der Autor seine Leser wieder einmal mit auf eine spannende Mörderjagd. Als eingespieltes Team verbeißen sich die beiden Ermittler wie schon in den vorherigen Bänden in den Fall. Da die Fälle abgeschlossen sind, sind Vorkenntnisse nicht unbedingt nötig, runden jedoch das Verständnis ab. Besonders gefällt mir, dass der Autor die Erzählperspektive wechselt und so der Leser direkt einen Bezug zum Täter hat, auch wenn er bis zum Schluss im Dunklen bleibt. Dem Autor gelingt es, uns mit seinem Pageturner spannend zu unterhalten.

Bewertung vom 01.07.2021
Wie man seine Eltern richtig groß rausbringt / Eltern Bd.6
Johnson, Pete

Wie man seine Eltern richtig groß rausbringt / Eltern Bd.6


ausgezeichnet

Wenn selbst Achtsamkeits-und Antistresskurse nicht mehr helfen

Noch immer träumt Luis von seiner Karriere als Comedy-Star. Doch so recht geht es nicht voran. Er kämpft dafür mit allen Tricks und verfolgt sogar einen bekannten TV-Produzenten bis in dessen Hotelzimmer und gibt vor, dass er der Hotelkomiker sei. Dass er bei dieser Gelegenheit den Sohn des Produzenten vor dem Ersticken rettet, spielt für Luis‘ Eltern keine Rolle. Diese Aktion lässt die Ergebnisse ihres Antistresskurses sehr ins Wanken geraten. Wieder einmal ist er von seinen peinlichen Eltern so genervt, denn mit einem Video, das sie meditierend zeigt, schaffen sie es sogar in eine TV-Show. Welche Ungerechtigkeit!
Luis neue Abenteuer sind bestens als Ferienlektüre geeignet. Die jungen Leser und Leserinnen werden direkt von ihm angesprochen, was ihn wie einen Kumpel aus der Nachbarschaft erscheinen lässt. Der neue Band der Reihe verspricht ein spaßiges Lesevergnügen.

Bewertung vom 03.06.2021
Das Buch des Totengräbers
Pötzsch, Oliver

Das Buch des Totengräbers


ausgezeichnet

Leos 1. Runde
Nachdem Leopold von Herzfeldt seine Heimatstadt Graz verlässt, ist seine Ankunft als junger Inspektor in Wien etwas holprig. Bereits bei seiner ersten Tatortbesichtigung tritt er den alteingesessen Kollegen aufs Füßchen, indem er naseweis mit neuen ermittlungstechnischen Methoden aufwartet. Wir schreiben das Jahr 1893- und da ist zum Beispiel ein Fotoapparat zur Dokumentation am Tatort noch nicht in der in dieser Hinsicht etwas rückständigen Weltstadt Wien angekommen. Und so kämpft sich Leopold durch die Vorurteile der Kollegen, nicht zuletzt wegen seiner jüdischen Wurzeln, und nimmt die Suche nach dem Mörder der brutal zugerichteten Dienstmädchen auf.
Der Autor präsentiert dem Leser einen neuen Stern am Ermittlerhimmel, der noch mehr leuchtet, indem er ihm einen eigentlich ungleichen Partner zur Seite stellt- den Totengräber vom Wiener Zentralfriedhof Augustin Rothmayer. Wir werden nicht nur mit einem sehr spannenden Kriminalfall unterhalten, sondern werfen einen Blick auf gesellschaftliche Veränderungen am Ende des 19. Jahrhunderts- wo technischer Fortschritt und Frauenrechte auf althergebrachte Traditionen stoßen. Krimi und historischer Roman stehen in der neuen Reihe des Autors Seite an Seite.

Bewertung vom 28.05.2021
Der Donnerstagsmordclub / Die Mordclub-Serie Bd.1
Osman, Richard

Der Donnerstagsmordclub / Die Mordclub-Serie Bd.1


weniger gut

Enttäuscht
Nicht dass es ihnen etwa langweilig werden würde in ihrer luxuriösen Seniorenresidenz mit Restaurant, Ausflügen, Golfplatz- nein Coopers Chase bietet dazu noch einen geheimen Club, der sich der Aufklärung ungeklärter Fälle widmet und der mit Joyce‘ Einzug ein neues Mitglied gewinnt. Und so ist das Kleeblatt der betagten Ermittler komplett- Elisabeth, Ron, Ibrahim und Joyce stürzen sich in ein kriminalistisches Abenteuer, als vor ihrer eigenen Haustür ein Mord geschieht.
Die Grundidee des Romans und auch die Figuren haben mich als Krimi-Fan angesprochen, jedoch konnte mich das Buch von Anfang an nicht packen. Der eigentliche Fall steht im Hintergrund, Joyce‘ langgezogene Tagebucheinträge mit Beobachtungen aus ihrem Umfeld, eine Masse an Protagonisten und ein ständiger Wechsel der Handlungsorte, nimmt der Geschichte die Spannung. Erschwert wurde mir das Lesen durch den besonderen Erzählstil, der nicht meine Leseerwartung erfüllte. Leider habe ich nicht durchgehalten und so habe ich seit langem ein Buch zur Seite gelegt, ohne dass ich es zu Ende gelesen habe.

Bewertung vom 23.05.2021
Verhängnisvolles Lavandou / Leon Ritter Bd.7
Eyssen, Remy

Verhängnisvolles Lavandou / Leon Ritter Bd.7


ausgezeichnet

Leon Ritters 7. Runde
Le Lavandou- Sehnsuchtsort für Leon Ritters Fangemeinde! Und wieder sorgt der sympathische Rechtsmediziner, der aus Frankfurt stammt und nun schon einige Jahre in der Provence lebt, für spannende Lesestunden. Doch die gemütliche Sommerstimmung wird je unterbrochen, als die Leiche eines Jungen, verschnürt zu einem Paket, am Strand gefunden wird. Die Spur führt Capitaine Isabelle Morelle und ihr Team alsbald zu einem katholischen Internat. Als jedoch angesehene Mitglieder der Gemeinde zu Tode kommen und Ritter bei seinen rechtsmedizinischen Untersuchungen vermeintliche Unfälle ausschließen kann, kommen die Ermittler dem Täter immer näher. Dem Autor gelingt es einmal mehr für Spannung bis zur letzten Seite zu sorgen. Besonders gefällt mir auch die Weiterentwicklung seiner Figuren, denn Dr. Ritter ist nicht nur Rechtsmediziner, sondern auch in einer festen Beziehung mit Isabelle und steht ihr bei so mancher schwierigen Situation mit ihrer Tochter zur Seite, die langsam erwachsen wird und mit ihrer Mutter so manchen Kampf des Abnabelns führt.

Bewertung vom 07.05.2021
Das Mädchen im Nordwind
Baldvinsson, Karin

Das Mädchen im Nordwind


sehr gut

Berührende Familiengeschichte

Als Sophie während einer Auszeit in Island, die sie dort als Tischlerin verbringt, in einem alten Schreibtisch ein Tagebuch findet, ist sie von der Geschichte gefesselt. Immer tiefer taucht sie in die Erzählung von Luise ein, der Tochter eines jüdischen Kaufmanns aus Lüneburg, die in schweren Zeiten 1936 den Isländer Jonas kennen lernt. Die Autorin verbindet in aufeinander folgenden Kapitel Vergangenheit und Gegenwart auf so spannende Weise, dass man das Buch schwer aus der Hand legen kann. Auch wenn das Schicksal der deutschen Juden zu Zeiten der Naziherrschaft schon unzählige Male in Romanen verarbeitet wurde, berührt die Geschichte durch ihre starken Charaktere-sowohl Sophie in der Gegenwart als auch Luise in der Vergangenheit kämpfen für ihr Recht auf Liebe und ein glückliches Leben. Schade nur, dass Luises Schicksal nach dem Krieg so schnell erzählt war. Hier hätte ich gerne noch mehr erfahren.

Bewertung vom 02.05.2021
Schwarzwälder Morde / Schwarzwald-Krimi Bd.2
Graze, Linda

Schwarzwälder Morde / Schwarzwald-Krimi Bd.2


ausgezeichnet

Schmälzles 2. Runde
Im Polizeiposten Bad Wildbad ist Langeweile eingezogen, bis eine Moorleiche mit eingeschlagenem Schädel gefunden wird. Doch da diese aus dem 19.Jahrhundert stammt, ist ja auch ihr Mörder schon tot, was Kommissar Schmälzle nicht gerade in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt. Als dann aber noch ein niedergeschlagener Notar, zerstochenen Reifen und Drohbriefe an den ortsansässigen Schnapsbrenner dazukommen, kommt Bewegung in die Polizeistation.
Justin Schmälzle, der badische Kommissar mit haitianischen Wurzeln, versucht sein Bestes in Bad Wildbad heimisch zu werden. Auch wenn er hier und da noch über Sprachbarrieren stolpert. Und mit ihm stolpert leider auch der Leser. Der in diesem Band auffällig oft verwendete Dialekt hat mir das Lesen wesentlich erschwert. Die Handlung der aktuellen Fälle rund um die geplante Ferienanlage und erweiterte Schnapsfabrik plätschert leider so dahin und hat mich nicht mitgerissen. Anderes dagegen die immer wieder eingeschobenen Kapitel rund um die Moorleiche. Hier kommt Spannung ins Spiel.

Bewertung vom 01.05.2021
Als wir uns die Welt versprachen
Casagrande, Romina

Als wir uns die Welt versprachen


sehr gut

Von festen Freundschaftsbanden
Edna und Jakob waren in ihrer Kindheit Freunde, die das schwere Schicksal der sogenannten „Schwabenkinder“ teilten. Sie versprachen sich, immer füreinander da zu sein. Als jedoch der 2. Weltkrieg kam, wurden sie getrennt und verloren sich aus den Augen. Fast 80 Jahre später macht sich Edna auf den Weg, Jakob zu suchen. Im Gepäck hat sie ihren Papagei und eine Menge Erinnerungen, die der Leser auf dieser Reise mit ihr teilt.
Wir wechseln während des Lesens immer wieder von der Gegenwart in die Vergangenheit. Ich war sehr gespannt auf das fast in Vergessenheit geraten Kapitel deutsch- italienischer Geschichte, als sich über Jahrhunderte hinweg arme Bergbauernkinder aus Südtirol bei schwäbischen Landbesitzern verdingen mussten. Hier gelingt es der Autorin den Leser zu fesseln, ihn mit auf eine Zeitreise zu nehmen. Doch die Handlung in der Gegenwart kann den Spannungsbogen nicht immer halten. Was jedoch am Ende des Buches nachhallt, ist die Bedeutung von Freundschaft und Freiheit.

Bewertung vom 12.04.2021
Stay away from Gretchen
Abel, Susanne

Stay away from Gretchen


ausgezeichnet

Berührende Zeitreise

Tom Monderath ist ein bekannter Nachrichtenmoderator und lebte bisher ohne große Sorgen sein etwas machohaftes Single-Leben. Doch plötzlich steht er vor der Demenz-Diagnose seiner Mutter Greta. Die Angst vor dem Vergessen lässt sie nach und nach darüber erzählen, was sie eigentlich vergessen wollte- Geschichten aus der alten Heimat Ostpreußen, über Flucht, Kriegs-und Nachkriegsjahre, in denen vor allem Frauen großes Leid ertragen mussten.
Die Autorin nimmt ihre Protagonisten und mit ihnen uns, ihre Leser, auf eine sehr berührende, aber auch schmerzhafte Reise in die Vergangenheit mit. Sie verbindet die Gegenwart mit Gretas Erkrankung gekonnt mit ihren tiefverborgenen Erinnerungen aus ihrer Jugend. Themen wie Krieg, Flucht, persönliche Schicksalsschläge sind schon oft in Romanen beschrieben worden. Aber der Aspekt des Schicksals farbiger Kinder von Besatzungssoldaten ist mir in der Unterhaltungsliteratur selten begegnet und sicherlich wert, noch weiter recherchiert zu werden (der Anhang mit Quellen gibt Anregung dafür).
Der Roman wirkt noch lange nach der letzten Seite nach und ist absolut empfehlenswert.

Bewertung vom 26.03.2021
Höllenkind / Clara Vidalis Bd.8
Etzold, Veit

Höllenkind / Clara Vidalis Bd.8


ausgezeichnet

Clara Vidalis‘ 8. Runde
Schwer angeschlagen und in die Kritik ihrer Vorgesetzten gekommen, wird Clara zu Beginn des neuen Thrillers suspendiert und möchte ein paar erholsame Tage in der Toskana verbringen. Doch schnell wird sie in die Aufklärung der sogenannten „Roten Hochzeit“ gezogen. Vom Vatikan beauftragt, macht sie sich auf die Suche nach dem Mörder der jungen Braut aus adligem Hause. Alsbald wartet dieser mit weiteren perfiden Taten auf. So dringen Clara und ihr Mann inoffiziell immer weiter in dem Fall vor, was dem Leser starke Nerven abverlangt.
Band 8 bietet wieder spannende Unterhaltung und einen Einblick in italienische Kunstgeschichte. Hier lässt sich der Autor wohl von seiner Begeisterung für Rom und die Renaissance inspirieren.
Die Kenntnis der vorherigen Bände ist empfehlenswert.