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Benutzername: Marie aus E.
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Bewertungen

Insgesamt 248 Bewertungen
Bewertung vom 31.05.2020
Weil jeder Tag besonders ist
Kattilathu, Biyon

Weil jeder Tag besonders ist


gut

Optisch wunderschön - ein schöner grauer Leineneinband mit oranger Schrift, das Mitmach-Tagebuch fasst sich gut an und sieht ebenso gut aus.

Der Autor verspricht, dass nur vier Minuten täglich unser Leben verändern können.
Dazu gibt es sechs Monate lang jeden Morgen und jeden Abend von Montag bis Freitag jeweils drei Fragen, die man beantworten soll. Diese sind im Prinzip immer identisch, nur die Ausrichtung orientiert sich am jeweiligen Monatsschwerpunkt.

Dieser wechselt und umfasst die Themen
Entscheidungen treffen
Dankbarkeit
Mut
Umfeld
Loslassen
Selbstliebe

Morgens beginnt man damit, das kleine Akku-Symbol vollständig auszumalen und damit seinen vollen Tages-Akku auch symbolisch darzustellen. Das ist hübsch, gefällt mir.
Dann beantworten man die drei Fragen
1. Was würde den Tag besonders machen?
2. Welche Entscheidung (-> hier die Varianten zum jeweiligen Monatsschwerpunkt) könnte mich heute weiterbringen?
3. Mein motivierender Satz für heute

Das alles in nur zwei Minuten? Alleine für Frage 3 müsste ich stundenlang überlegen, spätestens ab Tag drei, wenn es nicht nur ein übler abgedroschener Kalenderspruch sein soll. Wobei - selbst da würde mir keiner einfallen.

Den Kalenderspruch gibt es dann aber sowieso noch jeden Tag neu mit auf den Weg.

Am Abend dann ein ähnliches Spiel, wieder drei Fragen, die mir aber viel besser gefallen, da sie konkreter sind, hier kann man immer schön positiv auf den Tag zurückblicken.

Am Samstag gibt es dann jeweils eine kurze Glücksgeschichte (hm, ja, ...) und am Sonntag entweder ein Mandala zum Ausmalen oder die Aufgabe, einen Brief an sich zu schreiben. Beides leider so gar nicht meins.
Zusätzlich aber auch noch eine Challenge für die Folgewoche - und die Wochen-Aufgaben haben mir größtenteils wiederum sehr gut gefallen. Sie sind querbeet von "Nein sagen" bis einfach mal einen Menschen ansprechen, gar nicht so einfach, aber schön konkret und sie haben mich angesprochen.

Insgesamt gar nicht so einfach ein Fazit zu ziehen.
Mit sind einige der täglichen Fragen zu schwammig und mit Mandalas ausmalen und Kalenderspruch-Glücksbotschaften kann ich auch nichts anfangen; andererseits gefällt mir der Tagesrückblick und viele der Wochenaufgaben. Es ist wohl etwas Typsache, für mich passt es nicht so ganz, für andere mag das wieder genau passend sein.

Bewertung vom 31.05.2020
Der freie Hund
Schorlau, Wolfgang; Caiolo, Claudio

Der freie Hund


ausgezeichnet

Commissario Antonio Morello braucht ständig einen Espresso und hasst Venedig, so wie seine neuen Kollegen ihn verabscheuen. Schließlich kommt er aus dem Süden, damit ist für die Bewohner Venedigs schon alles gesagt. Dass mit seiner Besetzung für zwei Kolleg*innen Karrierehoffnungen zerstört wurden, macht den Start nicht leichter.

Das Coverbild deutet es schon an - die Kreuzfahrtindustrie, die Venedig nachhaltig schädigt, ist auch Thema des Krimis.
Der eigentliche Fall, den der Commissario gegen viel Widerstand aufklären will, gerät im Buch fast in den Hintergrund. Er ist präsent, ja, aber sehr viel geht es auch um das Leben in Venedig.
Um die Veränderungen, die der Massentourismus mit sich bringt. Ich fand den Einblick total spannend und habe ganz viel Neues erfahren. Etwa, dass Venedig eigentlich winzig ist, gerade einmal 56.000 Einwohner - und nicht die Stadt, sondern die Region das Schicksal der Stadt prägt. Diese hat ganz andere Interessen.

Auch das Lebensgefühl, Einkauf auf den Markt, aber auch das fürchterliche, sich im Alltag ständig durch Touri-Massen durchquetschen müssen wird überzeugend vermittelt. Hungrig sollte man jedenfalls das Buch nicht in die Hand nehmen, denn der Commissario kocht auch noch gut.

Die Vorurteile, die innerhalb der Landstriche Italiens vorherrschen, die Verflechtung von Mafia und Politik und die Charaktere, die alle menscheln - superspannend, für mich viel spannender als der eigentliche Fall.

Puristische Krimifans könnten vielleicht von dem Buch etwas enttäuscht sein - wenn man aber auch einen Einblick in das Venedig-Alltagsleben bekommen möchte und gerne auch "Drumherum" mag, dann ist es ein absolut empfehlenswertes Buch.

Und obwohl mit kritischem Blick geschrieben, schafft es das Autorenduo, dass man sich wie nach Venedig gebeamt fühlt, gerade jetzt ein kleiner gedanklicher Urlaub. Danke dafür.

Bewertung vom 30.05.2020
flüchtig
Achleitner, Hubert

flüchtig


gut

Maria lebt so vor sich hin, im Beruf als Bankmitarbeiterin wird sie bei einer Beförderung übergangen und die große Liebe hat sich im Laufe der Zeit verflüchtigt.
Als sie eher durch Zufall das Handy ihres Mannes überprüft, löst sich ihre innerliche Starre und sie hat genug, sie fährt einfach davon.

Mit Bezügen zur Musik ist der Roman aber trotzdem auch ohne den Bezug gut lesbar, es gibt keinerlei Dominanz diesbezüglich.

Insgesamt ein eher leises Buch, sehr schön zu lesen, aber eben auch wie der Buchtitel schon verspricht: flüchtig.
Wirklich nachhaltig berührt hat mich keines der geschilderten Schicksale, auch zu keinem der Charaktere konnte ich einen Bezug aufbauen.

Die vielen männlichen Nebenfiguren haben mich etwas irritiert, ja, irgendwie hat sich der Kreis schon immer geschlossen, aber so richtig bereichernd für die Handlung empfand ich das nicht.

Insgesamt ein angenehm zu lesender Roman, nicht uninteressant,

Bewertung vom 30.05.2020
Miezbert
Stütze, Annett; Vorbach, Britta

Miezbert


ausgezeichnet

Miezbert ist eigentlich ein total netter Kater...aber wehe, wenn er Hunger hat!

Das Bilderbuch über Miezbert, der zu Miesbert mutiert, ist hinreißend.
Das arme Kerlchen wird zunehmend schlechter gelaunt, bis irgendwann klar wird, warum. Zum Glück hat er einen tollen Freund, so dass er für künftige Hunger-Attacken gewappnet ist.

Ganz ehrlich: ich habe mich in Miezbert so etwas von wiedererkannt. Auch ich werde unausstehlich, wenn ich Hunger habe. Auch meine Familie hat mich sofort als Miezbert identifiziert.

Neben der für Außenstehenden lustigen Geschichte versteht man nun auch viel besser, dass es sich lohnt hinzusehen, warum jemand so miesepetrig ist.

Und das absolute Highlight sind die Bilder - Miesbert ist so treffend gezeichnet, seine Stimmung ist so wunderbar am Gesichtsausdruck abzulesen - ganz, ganz wunderbar.

Wir lieben das Buch, das übrigens mit Materialien aus nachhaltiger Forstwirtschaft produziert wurde und mit lösungsmittelfreier Farbe gedruckt wurde.

Bewertung vom 29.05.2020
Wie man 13 wird und die Welt rettet / Wie man 13 wird... Bd.3
Johnson, Pete

Wie man 13 wird und die Welt rettet / Wie man 13 wird... Bd.3


sehr gut

Die Reihe um den Halbvampir Markus wird mit Gregs Tagebuch verglichen und für Lesemuffel empfohlen.
Wir finden, der Vergleich hinkt - es ist viel mehr Text am Stück zu bewältigen und weniger lustig.

Markus hat es nicht leicht, nicht nur dass er ein Halbvampir ist, nein, seine Eltern wollen unbedingt, dass er seine besonderen Fähigkeiten entdeckt. Dabei schrecken sie vor nichts zurück, Markus muss sogar einen fürchterlichen Selbsthilfekurs besuchen und dann zu Hause mit seinen Eltern weiter Atemübungen absolvieren. UAAAH!
Während ich das ja witzig fand, konnte die Tochter gar nicht darüber lachen, sie fand die Eltern S U P E R N E R V I G.

Wobei wir das Buch insgesamt gar nicht so witzig fanden, die Vampirjagd war ganz schön gruselig! Wir hatten bei Markus irgendwie das männliche Pendant zu Polly Schlottermotz erwartet, dem war aber gar nicht so.

Die Charaktere waren alle doch sehr seltsam, so ganz warm sind wir nicht damit geworden. Es geht auch schon ganz schön zur Sache, denn die Vampire sind überhaupt keine angenehmen Zeitgenossen, sondern grässliche Blutsauger. Das muss man mögen, trifft aber vermutlich den Geschmack der Zielgruppe (zehn bis dreizehnjährige Jungen).

Während sich meine Begeisterung in Grenzen hielt, hat der Tochter das Buch mit den oben erwähnten Einschränkungen gut gefallen.
Vier Sterne ist ihr Votum. So soll es sein.

Bewertung vom 24.05.2020
City of Girls
Gilbert, Elizabeth

City of Girls


ausgezeichnet

Vivian kommt aus sog. gutem Hause, versagt am College und wird von ihren Eltern zu ihrer Tante nach New York verfrachtet.
Dort lernt sie das unkonventionelle Leben in der Künstlerszene der 40er Jahre kennen und stürzt sich in das Nachtleben der aufregenden Großstadt.
Der Teil der Handlung ist aufregend und witzig, man kann richtig in das damalige Leben Vivians eintauchen, die Seiten sind nur so dahingeflogen.

Doch dann passiert etwas und es wird klar: auch im hipster New York wird mit zweierlei Maß gemessen, was Männer machen, können Frauen aus sogenanntem guten Hause auf keinen Fall. Hier wandelt sich der bis dahin leichte Stil des Buches und es bekommt eine andere Unternote.
Das hat mir auch gut gefallen, die Handlung hat dadurch an Substanz gewonnen.

Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen, der leichte und lockere Stil, der Witz, aber auch das Aufzeigen der himmelschreienden Ungerechtigkeiten, sei es Mann/Frau, Arm/Reich und die ganzen Rollenzuweisungen (nicht nur aus weiblicher Sicht, auch wie Männer im Krieg zu sein haben beispielsweise).

Eine spannende Zeitreise und ein abwechslungsreicher Unterhaltungsroman - ich habe mich an jeder Seite erfreut.

Bewertung vom 21.05.2020
Feuerland
Engman, Pascal

Feuerland


sehr gut

Ein ganz schön vollgepackter Thriller ist Feuerland.
Alles beginnt mit einem Überfall auf einen Uhrenladen, der etwas eigenartig abläuft. Schnell fächert sich die Handlung in viele Stränge mit vielen Akteuren auf.
Überfälle auf reiche Männer, Flüchtlingskinder, Organhandel, organisiertes Verbrechen, Soldatentraumata, Autismus und und und.
Was unübersichtlich und viel zu viel klingt ist es aber nicht.
Die Handlung wird aufgebaut, ohne dass ich als Lesende mich überfrachtet gefühlt hätte.
Die Kommissarin wird auch privat ausführlich charakterisiert, das hat mir hier gut gefallen, sie ist menschlich und wurde mir im Laufe des Buches immer sympathischer. Genauso der Ex-Soldat Nicholas, bei dem beim Lesen dann die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen.

Obwohl das Buch nicht dem klassischen Thrilleraufbau folgt und relativ schnell klar ist, wohin die Reise geht bzw. wie alles zusammenhängt, also nichts mit whodunit und großem Rätseln beim Lesen, war das Buch für mich (erstaunlicherweise) trotzdem spannend. Ich habe die Seiten regelrecht verschlungen.

Insgesamt war das Buch sehr actionreich, ich könnte mir hier auch eine Actionthriller-Verfilmung für das Kino gut vorstellen. Die manchmal etwas als Superheldenkräfte anmutenden Fähigkeiten der Hauptdarsteller passen gut dazu, sind nun nicht so wirklich realistisch, aber sei es darum.

Prima Unterhaltung mit gruseligem Hintergrund -den Autor werde ich weiterverfolgen.

Bewertung vom 19.05.2020
Die Magier von Paris
Wolff, Christina

Die Magier von Paris


ausgezeichnet

Beworben wurde das Buch mit "einer Mischung aus Harry Potter und der fabelhaften Welt der Amelie" - klar, dass meine Erwartungen hier sehr hoch waren.

Claire lebt im Internet und muss ganz plötzlich nach Hause, weil etwas Furchtbares passiert ist.
'Die Anfangsszenen sind etwas düster und auch traurig, aber dann entwickelt sich das Buch zu einem echten Fantasy-Abenteuer für jüngere Leser, das nicht bedrückend und schwer ist.
Empfohlen wird das Buch ab zehn Jahren und das hat bei uns perfekt gepasst. Das Buch ist nicht brutal wie Harry Potter - trotzdem voll von Magie und auch lustigen Wesen.
Dadurch hat es trotz aller Theatralik eine Leichtigkeit, die wunderbar für die Altersgruppe passt - ob es nun die schwerhörigen Ahnen in der Gartenmauer sind oder lustige Geister.

Die Hauptperson Claire ist ein Mädchen, mit dem man sich sofort identifizieren kann, hilfsbereit, tapfer und mutig.

Für Erwachsene fehlt es mir etwas an Komplexität - aber für uns ist es auch nicht geschrieben, das Zielgruppenkind ist jedenfalls sehr begeistert (mag auch Harry Potter, also durchaus ein genreerfahrenes Kind) und sagt:

"Volle fünf Sterne!"

Bewertung vom 17.05.2020
Land unter bei Samuel
Weber, Susanne

Land unter bei Samuel


ausgezeichnet

Samuel muss umziehen und deshalb in eine neue Schule, weil sein Vater einen neuen Job als Klimaforscher hat. Er forscht zu der Inselgruppe Kiribati in der Südsee, die bald untergehen wird.
Das Gute ist, er kann den Klimawandel total verständlich erklären. so dass man es auch als Kind versteht (das ist wirklich super, er macht auch Experimente, z. B. zum Thema Treibhauseffekt, so kann man das als Kind nachvollziehen).

Er erklärt auch, was passiert, wenn die Gletscher schmelzen, dann verteilt sich das Wasser nämlich überall. Wenn man das dann in der Badewanne überprüft und die Wanne überlaufen lässt (ja, ist wirklich so, wie Papa gesagt hat), dann findet er das aber trotzdem blöd.

Noch viel blöder ist Kiara, Samuels Schwester. Bislang war sie immer total nett, aber seit dem Umzug ist sie fies und unausstehlich.
Und die neue Schule erst! Da gibt es einen fürchterlichen Jungen, der Samuel nur ärgert.
Alles blöd!

Wir mochten das Buch sehr, die Kombination aus Infos über den Klimawandel mit der Herausforderungen, die ein Umzug und eine neue Schule - erst mal ohne Freunde - mit sich bringt, eingebettet in eine spannende und lustige Geschichte, das hat uns super gefallen.

Der Schreibstil ist für die Altersgruppe ab acht passend, viele schöne Bilder lockern auf und auch zum Vorlesen ist das Buch gut geeignet.

Neben Infos zum Klimaschutz erfährt man auch Neues über Dinos (oder wusstet Ihr, dass der gefährlichste Dino aller Zeiten der Siats meekerorum ist? Nein? Dann müsst Ihr das Buch aber wirklich lesen!

Bewertung vom 17.05.2020
Bork - Der Bäumling / Bork Bd.1
Lindberg, Olle

Bork - Der Bäumling / Bork Bd.1


ausgezeichnet

Das fröhlich bunte Cover hat sofort unser Interesse geweckt - und hurra, genauso liebenswert wie das Cover ist auch der Inhalt.

Bork lebt im Wald und als Maja ihn eines Tages dort trifft, ist ihre Kommunikation etwas einseitig. Denn Bork kann nur "Bork" sagen. Aber Kinder verstehen sich auch ohne Worte und die Zwei werden Freunde.

Klar, dass das nicht so einfach ist, Bork ist nun mal anders.

Und Bork ist ein wunderschönes Kinderbuch - ohne allzu große Action und mit dem Schwerpunkt Natur und Kinderalltag. Ein Hauch von Abenteuer darf natürlich auch dabei sein.
Das Buch erinnert mich an die langen Sommerferientage meiner Kindheit, immer draußen, den Wald erkunden und jeder Tag war ein Abenteuer. Genauso ist es bei Maja und Bork - nur dass Bork natürlich ein ganz besonderer Freund ist.
Bork bringt schwedische Buchidylle nach Hause - ohne Kitsch, einfach schön.

Schön war auch, dass die Erwachsenen zwar manche Dinge anders sehen, aber nicht auf ihrem Standpunkt beharren.

Das alles auch optisch wunderschön - mit großer Schrift, die das Lesen erleichtert und grün schwarzen Zeichnungen, die so wunderschön sind, dass sie das Buch zu einem echten Schmuckstück machen. Es ist für fortgeschrittene Leseanfänger und zum Vorlesen gut geeignet - gefällt hier aber auch dem etwas älteren Lesekind mit zehn Jahren sehr gut.

Opas Zimtschneckenrezept im Buch haben wir auch gleich nachgebacken - sehr, sehr lecker, aber für unseren Geschmack darf es sogar noch mehr Zimtfüllung sein, diese verdoppeln wir beim nächsten Mal.

Jetzt freuen wir uns auf Band 2 und sind froh, dass der Reihenauftakt auf die mittlerweile oft üblichen Cliffhanger ausgekommen ist, das Buch ist in sich abgeschlossen, juhuu.