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Benutzername: Marie aus E.
Danksagungen: 7 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 380 Bewertungen
Bewertung vom 08.05.2021
Unter Wasser Nacht
Hauff, Kristina

Unter Wasser Nacht


ausgezeichnet

Ein zwar dünnes, aber doch großes Buch über Familie, Freundschaft, Trauer, Neid, Verlust und Hoffnung.

Zwei Paare, beste Freunde, leben in engster Nachbarschaft.
Doch die Freundschaft hat einen tiefen Riss, seitdem Sophie und Thies ihr Kind verloren haben und in einer Mischung aus Trauer und Schuldgefühlen, aber auch Neid auf das scheinbar perfekte Leben ihrer Freunde versinken.

Als ein fremde Frau in den Ort und ihr Leben kommt, beginnt eine eigenartige Dynamik im Leben der zwei Familien.

Ich mochte die Entwicklung, die die Geschichten nahm. Zeitweise hatte der Roman auch Züge eines Krimis - er war tragisch, aber auch sehr spannend.
Die Figuren so, dass ich mich in fast alle hinein versetzten konnte, lediglich bei Thies habe ich mich schwergetan.

Interessant fand ich auch die mal völlig andere Beschreibung eines Kindes, fernab der klassischen Zuweisung bei so jung Verstorbenen. Und was dies mit den Eltern gemacht hat.

Bei all der Düsternis war es aber nie richtig hoffnungslos.

Es fällt mir schwer, die Sogwirkung des doch relativ dünnen Buches zu beschreiben, es passt nicht richtig in meine Schubladen.
Aber vielleicht habe ich es gerade deswegen so gerne gelesen?

Bewertung vom 04.05.2021
Die Reise / Das Internat der bösen Tiere Bd.3
Mayer, Gina

Die Reise / Das Internat der bösen Tiere Bd.3


ausgezeichnet

Hui, das war wieder ein aufregender Ritt durch das Buch.
Auch Band 3 ist wieder mega-spannend und nichts für ängstliche Kinder.
Die Altersempfehlung von 10 Jahren aufwärts sollte man hier schon einhalten.

Noël fühlt sich sehr wohl auf der Insel und er hat endlich richtig gute Freunde.
Dann bekommt er von der Schulleiterin völlig überraschend ein Bündel mit Briefen seiner verschwundenen Mutter. Und Noël ist wild entschlossen, das Rätsel seiner Vergangenheit zu lösen.

Dazu muss er aber die Insel verlassen und dort draußen lauert weiter eine große Gefahr!

Die wilde Reise Noëls ist dramatisch und an Spannung kaum zu überbieten. Super auch hier wieder das Spiel mit Klischees, die dann aufgehoben werden. Wir kategorisieren ja meist schon in süße Haustiere und ekliges Ungeziefer. Manchmal - aber nicht immer, man kann nie sicher sein - wird hier alles umgedreht und man ist erstaunt, wie toll man auf einmal Tier X findet (nun ja, in der Realität wohl eher doch wieder nicht).

Was mir nicht ganz so gut gefallen hat: das Buch ist sehr deutlich ein Abschnitt in einer Reihe, wirklich aufgeklärt wird nichts, es ist mehr ein Abenteuer zwischendrin, ohne allzu große Entwicklung. Die Fragen, die man vor Band 3 hatte, sind alle weiterhin nicht beantwortet.
Auf Dauer könnte das etwas ermüdend werden, hier hat der Thrill aber eindeutig noch überwogen, deshalb keinen Sternchenabzug.

Ach ja: man sollte hier unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen, herausgerissen macht das m. E. nicht so viel Sinn.

Die Erkenntnis des Buches: "Wahre Freunde...sind wichtiger als alles andere auf der Welt."

Bewertung vom 30.04.2021
Die Erfindung des Dosenöffners
Bagci, Tarkan

Die Erfindung des Dosenöffners


ausgezeichnet

Gibt es analog zum Begriff Soulfood (passt gerade so schön zum Titel) auch etwas zu Büchern? Dann wäre das hier genau angebraucht.
Ein schräger Titel, ein sehr schlichtes Cover und auch der Klappentext kommt eher unauffällig daher.
Doch das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert.

Timur Aslan ist jung, lebt bei seinem Vater und arbeitet als Freelancer bei der Lokalredaktion. Dabei langweilt er sich entsetzlich, er will ja "richtig" journalistisch arbeiten, nicht immer nur 70 Zeilen über das Jubiläum eines Kleinzuchtvereins schreiben.
Um an das begehrte Volontariat zu kommen, braucht er aber erst einmal eine richtige Story .
Und da kommt die 70-jährige Annette ins Spiel, die ihm genau diese verspricht. Schließlich hat sie doch den Dosenöffner erfunden...

Ich liebe den Schreibstil. Leicht zu lesen, witzig und voll von Sprüchen, die ich am liebsten alle hier zitieren möchte.
Dazu das Lebensgefühl, wenn man jung ist und stets befürchtet, irgendetwas zu verpassen und in einer Welt lebt, die vom Social-Media Schein lebt.
Oder auch
"Es ist erstaunlich, wie tief dieser Reflex sitzt, sich sofort mit dem Handy abzulenken, sobald man das Gefühl hat, man hätte auch nur die kleinste Kleinigkeit an Arbeit vollbracht".

Dazu der langsame Wandel vom Suchen nach DER Story zu einer Freundschaft und vom Verhältnis von Eltern und Kinder.

Hach, es war ein Buch, das ich mit einem behaglichen Seufzen zugeschlagen habe.
Kommt mit in meine Top Ten 2021.

Bewertung vom 30.04.2021
Der Montagsmordclub / Die Mordclub-Serie Bd.1
Osman, Richard

Der Montagsmordclub / Die Mordclub-Serie Bd.1


gut

Eine Seniorenresidenz der Luxusklasse in der Grafschaft Kent. Ob Pilates oder Puzzle, das Angebot ist groß.
Aber vier der Bewohner*innen treffen sich nicht im Puzzlezimmer nicht dazu, nein, sie widmen sich alten, ungelösten Verbrechen. Und als dann plötzlich ein Mord vor ihrer Haustür geschieht, nehmen sie die Ermittlungen auf.
Klar, dass das nicht auf Begeisterung bei der zuständigen Polizeibehörde stößt.

Die Grundidee und auch die Charaktere sind super. Das Buch hat einen speziellen Humor, der mir gut gefällt, die trockenen und meist abseitigen Kommentare der Hobbyermittler sind sehr erfrischend.

Jetzt kommt das große Aber: davon abgesehen war das Buch einfach langweilig und auch nicht spannend. Die eigentliche Handlung war mit zu zerfleddert und zu langatmig.

Schade, schade, denn wie die vier Hobbyermittler*innen waren wirklich köstlich.

Bewertung vom 23.04.2021
Darling Rose Gold
Wrobel, Stephanie

Darling Rose Gold


sehr gut

Nichts ist, wie es scheint und das beginnt hier schon mit dem Cover. Es entspricht überhaupt nicht meinem Buch-Beuteschema. Darling und rosegold, üble Liebesschnulze, das dachte ich. Bis ich etwas über das Buch gelesen habe und neugierig wurde.

Rose Gold wurde als Kind von ihrer Mutter krank gemacht, Rose entkam, die Mutter landete im Gefängnis und kurz vor der Freilassung nähern sich die beiden wieder an. War es so? Oder ganz anders?

Das Buch erzählt wechselweise aus Sicht von Mutter und Tochter. Und relativ schnell wird klar, das ist ganz schön fies. Man ahnt schon, auf was es hinausläuft, aber ob das auch tatsächlich so sein wird, tja, da kann man sich nicht sicher sein. Wer ist Lügner? Wer ist Böse?

Ich habe oft so meine Probleme mit Büchern, in denen Kinder gequält werden. Hier war das Lesen aber kein Problem, der Schreibstil ist nicht so, dass er mich betroffen und verstört zurücklässt.


Fiese Unterhaltung, das Buch hat mir gut gefallen.

Bewertung vom 20.04.2021
Mia und die aus der 19 - Alpaka-Zirkus
Mahne, Nicole

Mia und die aus der 19 - Alpaka-Zirkus


ausgezeichnet

Hurra! Mia, Jil und die schrullige, liebenswerte Senioren-WG sind wieder da.
Klar, dass es auch im zweiten Band wieder richtig turbulent zugeht.
Zum einen sind die Äpfel reif und damit ist Hochbetrieb bei Jils Vater am Apfelhof. Aber das ist nicht alles, Herr Rippel hat ein Alpaka mit in die Senioren-WG gebracht. Ein lebendiges, echtes Alpaka, kein Kuscheltier! Und das ist soooo süß und es verliebt sich umgehend. Leider sagt Betreuer Holger, das Alpaka muss weg und so muss der Besitzer gefunden werden. Die Suche beginnt.

Das Buch ist einfach klasse. Wie das Cover schon verrät, gibt es nicht nur ein Alpaka, sondern auch ein kleines Äffchen - und beide sind einfach nur niedlich. O.k., auch ein klein wenig frech...Die Tochter war jedenfalls hingerissen und hat mit Mia, der Titelheldin im Chor "Niedlich" und "Süß" gerufen.

Die Bewohner der Senioren-WG sind natürlich auch dabei, wobei Herr Rippel im Fokus steht. Herr Rippel macht sein Ding und wir konnten viel lachen, aber nie im Sinn von auslachen, das ist ganz wunderbar von der Autorin geschrieben. Die Eigenheiten werden geschildert, aber nicht ins Lächerliche gezogen, trotzdem ist es lustig.

Zum Vorlesen oder Selbstlesen - und im Anschluss gleich eine Alpaka-Wanderung buchen, denn "Alpakas machen glücklich".

Bewertung vom 19.04.2021
Weber's Gasgrillbibel
Weyer, Manuel

Weber's Gasgrillbibel


ausgezeichnet

Ach du liebe Zeit, habe ich mir gedacht, als ich diesen dicken Wälzer bekommen habe. Bockelschwer und elend dick, zumindest von den Ausmaßen ist der Begriff Bibel gerechtfertigt.

Das Grundprinzip ist klasse: Learning by doing,
Es gibt also einiges an Theorie, so dass Einsteiger tatsächlich mit dem Buch Stück für Stück Grill-Erfahrungen aufbauen können (und auch wir endlich eine Chance für etwas mehr als "halt eine Wurst und ein Steak auf den Grill geworfen" bekommen).

Auch die Auswahl des richtigen Grills, die Vorteile des Grillens mit Gas und - für mich auch wichtig - alles rund um das Anschließen der Gasflasche werden behandelt. Denn vor letzterem habe ich großen Respekt.

Tja, und dann die Rezepte.
WOW WOW WOW.
Niemals mit Hunger ansehen, hier gibt es wirklich für jeden Geschmack etwas.
Vom Smoked Thai-Chili-Burger über Lachs mit Avocadokruste zu Russia Style Schaschlik, gepoppter Schinkenbraten aus dem Hopfensud, Grillgemüse, ach, welch Schlaraffenland.

Aber auch das einfache Rumpsteak - just grilled - darf nicht fehlen. Sogar Mac'n' Cheese kann man auf dem Grill machen! Oder wie wäre es mit Wassermelonensteaks mit Süßkartoffelpommes?

Ich war ja angesichts des vollmundigen Titels schon etwas skeptisch, aber das Buch ist echt der Hammer. Bei mir blieben keine Fragen offen und jetzt muss nur das Wetter mitspielen, so dass wir unseren Gasgrill nun richtig einweihen können.

Bewertung vom 18.04.2021
Lady Churchill / Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte Bd.2
Benedict, Marie

Lady Churchill / Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte Bd.2


gut

Bis zur Lektüre des Buches wusste ich nicht mal, dass Frau Churchill Clementine hieß, geschweige denn, welch großen Einfluss sie hatte.

Das Buch war für mich aufschlussreich. Clementine Churchill war äußerst politikinteressiert, klug und stand unter Dauerstrom. Sie musste ständig für ihren Mann verfügbar sein, hat aktiv (im Hintergrund) mitgearbeitet und hatte doch auch fünf Kinder. Auch damals war Vereinbarkeit und ständig schlechtes Gewissen schon ein großes Thema, das war mir so gar nicht bewusst.

Clementine Churchill ist m. E. viel zu früh geboren worden, heute wäre sie vermutlich selbst eine bedeutende Politikerin und ob Winston Churchill heute auch Premierminister wäre? Man stellt sich unweigerlich diese Fragen, wenn man das Buch liest.

Ich mochte den Einblick in das sicherlich sehr privilegierte Leben der Churchills, das aber auch von einem sehr großen Arbeitspensum und Druck geprägt war. Das war interessant und der Einsatz von Frau Churchill für das Frauenwahlrecht und Teilhabe ebenso.


Trotzdem fand ich es zu ausschweifend und detailreich geschrieben, es hat sich doch stellenweise ganz schön gezogen. Auch wenn es vielleicht bedeutsam war, aber Aufzählungen, wie diese "Ein Komitee bestehend aus Mr und Mrs Ivan Maisky, dem ehemaligen russischen Botschafter Sir Archibald Clark Kerr; sowie dem amerikanischen Botschafter, unserem lieben Avarell Harriman, begrüßte mich" waren keine Seltenheit und anstrengend zu lesen.

Ein durchwachsenes Fazit. Der Fokus auf die Ehefrau war großartig und interessant, 300 statt 438 Seiten hätten mir aber gereicht.

Bewertung vom 16.04.2021
Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid
Schröder, Alena

Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid


ausgezeichnet

Der Buchtitel ist mein bisheriges Titelhighlight 2021. Er ist ungewöhnlich, macht neugierig und passt perfekt, wenn man dann das Buch gelesen hat.
Dazu noch das schöne Cover, hier passt alles.

Doch das Wesentliche ist ja der Inhalt und auch hier bin ich sehr glücklich mit meiner Buchauswahl.
Schon noch wenigen Seiten war ich völlig eingetaucht in die Handlung.
Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr, er schafft Nähe zu den Figuren, liest sich leicht und flüssig und die Seiten flogen nur so dahin. Ich wollte das Buch gar nicht weglegen, es hat mich in einen Lesesog ähnlich wie ein guter Thriller gezogen, das kenne ich bei Romane eigentlich gar nicht so.

Der Roman wechselt die Zeitebenen zwischen Gegenwart und Vergangenheit.
Spannend und sehr bewegend war natürlich die Zeit von 1924 bis Kriegsende, aber mir hat auch der Schwenk in die Gegenwart immer sehr gut gefallen. Das Verhältnis von Oma und Enkelin, das gefühlte Dazwischenhängen einer Twentysomething, ja, auch das habe ich gern gelesen.

Besonders gut hat mir auch der Fokus auf die Mutterschaft, den dazugehörigen Erwartungshaltungen, Verletzungen und schwierigen Entscheidungen gefallen, den alle drei Mütter verhalten sich nicht so, wie es der sogenannten Normvorstellung entspricht.

Dazu ein runder Buchabschluss, auf den ich auch sehr gespannt war, da hätte man auch noch einiges zerstören können, aber nein, gut gelöst.

Ein starkes, einfühlsames, und unterhaltsames Buch, die Autorin werde ich weiterverfolgen.

Bewertung vom 13.04.2021
Mops und Fidel suchen ihren Papa
Fröhlich, Anja

Mops und Fidel suchen ihren Papa


sehr gut

Mops und Fidel sind zwei quirlige Frischlinge. Nach etwas Zoff mit Mama beschließen sie, ihren Vater (den sich nicht kennen) zu suchen. Bestimmt ist der viel cooler!

Dann beginnt eine lustige Suche.
Das Buch ist sehr schön gezeichnet und es macht Spaß, Mops und Fidel bei der Suche nach Papa zu begleiten. Klar, dass sie jede Menge Waldtiere treffen.

Das Buch wirbt mit den Themen „Vatersuche“ und „Alleinerziehend“ - so ganz klar war mir jetzt nicht, was nun eigentlich die Aussage sein soll. Aber vielleicht gibt es auch gar keine, sondern es wird einfach gezeigt, dass es verschiedene Familienmodelle gibt, nicht mehr und nicht weniger. Und das ist ja auch fein.

Das Buch kann man übrigens prima vorlesen. Es ist nicht allzu lang und hat ganz viel wörtliche Rede. Perfekt zum Vorlesen, man kann die verschiedenen Tierstimmen so schön variieren.
Ein schönes Bilderbuch, das uns gut gefallen hat.