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Sachen gibt es, die gibt es gar nicht. Einen Eisbrocken etwa, der mitten im Sommer vom Himmel stürzt und der achtjährigen Saara auf tragische Weise die Mutter nimmt. Wenig später widerfährt auch Saaras Tante Unwahrscheinliches, als sie zum zweiten Mal im Lotto gewinnt - und vor Schreck in einen dreiwöchigen Dornröschenschlaf fällt. Und dann ist da noch der Fischer aus Schottland, der wiederholt vom Blitz getroffen wird - und sein Schicksal dennoch immer wieder aufs Neue herausfordert.
Was passiert, wenn von einem Moment auf den anderen nichts mehr ist, wie es war? Wenn ein kleiner Zufall
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Produktbeschreibung
Sachen gibt es, die gibt es gar nicht. Einen Eisbrocken etwa, der mitten im Sommer vom Himmel stürzt und der achtjährigen Saara auf tragische Weise die Mutter nimmt. Wenig später widerfährt auch Saaras Tante Unwahrscheinliches, als sie zum zweiten Mal im Lotto gewinnt - und vor Schreck in einen dreiwöchigen Dornröschenschlaf fällt. Und dann ist da noch der Fischer aus Schottland, der wiederholt vom Blitz getroffen wird - und sein Schicksal dennoch immer wieder aufs Neue herausfordert.

Was passiert, wenn von einem Moment auf den anderen nichts mehr ist, wie es war? Wenn ein kleiner Zufall die ganze Welt ins Wanken bringt?

In ihrem prämierten neuen Roman erzählt Selja Ahava eine Geschichte von den unberechenbaren Launen des Schicksals, schmerzhaft und ehrlich, tröstlich und märchenhaft leicht.
  • Produktdetails
  • Verlag: Mareverlag
  • Seitenzahl: 205
  • Erscheinungstermin: 14. Februar 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 128mm x 25mm
  • Gewicht: 338g
  • ISBN-13: 9783866482425
  • ISBN-10: 3866482426
  • Artikelnr.: 46901226
Autorenporträt
Selja Ahava, 1974 geboren, studierte Dramaturgie an der Theaterhochschule Helsinki. Ihr erster Roman, »Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm«, erschien 2014 bei mare. Für »Dinge, die vom Himmel fallen« war sie für den Finlandia Prize nominiert und erhielt 2016 den Literaturpreis der Europäischen Union. Sie lebt mit ihrer Familie in Porvoo. Stefan Moster, geboren 1964 in Mainz, lebt als Autor und Übersetzer in Berlin. Er übertrug Werke zahlreicher namenhafter Autoren vom Finnischen ins Deutsche. Seine Romane erscheinen bei mare, zuletzt »Neringa oder die andere Art der Heimkehr«.
Rezensionen
Besprechung von 19.09.2017
Eisbrocken-Lotterie
Die finnische Autorin Selja Ahava erzählt in ihrem Roman „Dinge, die vom Himmel fallen“ von den Launen des Zufalls
Hannele, Saaras Mutter, ist so etwas wie eine Unvollendete. Eine Frau, die mit ihrer Familie fest verwoben ist und im Sommer große Mengen Erdbeeren einfriert, weil Vorräte Zukunft bedeuten. Die mit ihrem Mann Pekka andauernd das „Sägemehlhaus“, in dem die Familie lebt, renovieren muss, weil es aus allen Fugen rieselt. Doch dann verschwindet Hannele plötzlich aus der Welt, auf völlig aberwitzige Weise. Mitten im Sommer stürzt ein großer Eisbrocken vom Himmel herab und begräbt sie unter sich. Die Tochter wünscht sich, die Mutter hätte ihr eine Botschaft hinterlassen, einen versteckten Brief, ein Puzzle aus markanten Sätzen, die Hannele in einem Buch unterstrichen hat. Eine Erklärung für diesen vollkommen absurden Tod. Die Zeit heilt alle Wunden? Die achtjährige Saara sieht das nicht so und möchte es auch nicht so sehen, damit ihr möglichst viel von der Mutter bleibt.
Die Finnin Selja Ahava, Jahrgang 1974, hat einen Roman über all die Dinge geschrieben, die es eigentlich nicht gibt. Auch Saaras Tante Annu macht eine verblüffende Erfahrung: Sie gewinnt nicht nur einmal, sondern noch ein zweites Mal im Lotto, nicht irgendein Sümmchen, sondern den Jackpot. Beim zweiten Mal fällt Annu in einen ungläubigen Dornröschenschlaf, aus dem sie erst nach drei Wochen erwacht. Danach nimmt sie Kontakt zu einem im Fernsehen gezeigten schottischen Fischer auf, der viermal vom Blitz getroffen wurde. In einem Briefwechsel tauschen sich die beiden über die Launen des Schicksals aus. „Herr MacKay, ist es Ihnen gelungen, sich zu erklären, was Sie am Leben hält?“ Die Normalität, das wissen beide, ist ein kostbares Gut.
Selja Ahavas Roman wechselt mehrfach die Perspektive. Nicht nur Saara erzählt und Tante Annu schreibt ihre Briefe an den Fischer, auch Krista, die neue Freundin von Saaras Vater, die ein vermutlich behindertes Kind in ihrem Bauch trägt, kommt zu Wort. Drei Frauen aus drei Generationen, die alle den Launen des Schicksals ausgesetzt sind. Wenn Saara, deren Mutter eine große Märchenerzählerin war, versucht, die Ereignisse in ihre kindliche Bilderwelt einzuordnen, wimmelt es von Gespenstern und unheimlichen Geschichten. Häufig hat die Mutter bekannte Stoffe abgewandelt – nur für sich selbst, denkt Saara, hat sie sich keinen guten Schluss ausgedacht. Warum musste dieser Eisbrocken überhaupt vom Himmel fallen und ausgerechnet ihre Mutter treffen? Die Antwort ist, dass es keine eindeutige Antwort gibt.
„Dinge, die vom Himmel fallen“, Selja Ahavas zweiter Roman, steckt voller Bilder, Anspielungen und Geschichten. Der Übersetzer Stefan Moster holt sie in ein anschauliches Deutsch. Wenn uns jederzeit der Himmel auf den Kopf fallen kann, hilft nur noch ein gelassener Fatalismus. Oder, in den Worten des Fischers Hamish MacKay: „Was den Alltag betrifft, so können Sie für den nur selbst sorgen. Sie und ich wissen, dass wir die meiste Zeit nur so tun, als ob es gelingt, aber trotzdem sollte man ihn nicht ganz aufgeben.“ Dieser ungewöhnliche Familienroman ist eine mit leichter Hand geschriebene Parabel über die Rolle des Zufalls in der menschlichen Existenz.
FRANZISKA WOLFFHEIM
Selja Ahava: Dinge, die vom Himmel fallen. Roman. Aus dem Finnischen von Stefan Moster. Mare Verlag, Hamburg 2017. 205 Seiten, 20 Euro. E-Book 15,99 Euro.
Saaras Mutter war eine große
Märchenerzählerin. Warum hat
sie kein gutes Ende gefunden?
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"Zauberhaft leicht und voller Tiefe."
Wienerin