Benutzername: GeheimerEichkater
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Bewertungen

Insgesamt 464 Bewertungen
Bewertung vom 24.11.2017
Besser-ich
Ryan, Mary J.

Besser-ich


ausgezeichnet

flüssig zu lesen, einfach und persönlich maßgeschneidert umzusetzen

Zunächst erläutert Mary Jane Ryan wie die Habit Changer, kurze knappe Merksätze, funktionieren, ein Bild entstehen lassen, sich manifestieren und letztendlich automatisieren. Dabei grenzt sie die Habit Changer gegen Mantras ab, bei denen ein Ziel als gegenwärtige Zustandsbeschreibung ausgewählt wurde ( z.B.: ich bin ganz ruhig), was ihrer Meinung nach nicht so funktionieren kann wie ein auffordernder Merksatz, wie beispielsweise „Ein Ende ist immer auch ein Anfang!“ oder „Ich bin nicht die Einzige, der das passiert!“

Die Autorin stellt in diesem viele Beispiele aus langjährigen Tätigkeit als Beraterin und Motivationsreferentin vor, jeweils auf der rechten Doppelseite zu lesen, und, welche Merksätze daraus entwickelt wurden. Diese findet man übersichtlich jeweils auf der linken Doppelseite.

Oft habe ich gelesen, dass eine neue Angewohnheit nach 21 Tagen gefestigt sein soll. Mary Jane Ryan gibt hierfür einen Zeitraum von einem halben bis dreiviertel Jahr an und verweist auf die Notwendigkeit, sich immer nur eine Verhaltensänderung, also einen Merksatz vorzunehmen und sich auf diese eine Kurskorrektur zu konzentrieren. Schon im Inhaltsverzeichnis kann man sich heraussuchen, mit welcher zu verändernden Gewohnheit man beginnen möchte und nur das entsprechende Kapitel dazu lesen. Ich lese gerne immer erst das komplette Buch, denn ich denke, dabei wird mir meine persönliche Rangordnung meiner erklärten Veränderungsziele viel bewußter; für mich macht es dann Sinn, danach das aktuelle Kapitel bzw. dessen Unterpunkt nochmals zu lesen.Die erläuternden Beispiel, helfen den angegebenen Merksatz zu verinnerlichen oder seinen eigenen zu formulieren, was ich persönlich als noch stimmiger empfinde.
Gut gefallen hat mir der flüssig zu lesende, leichte Plauderton, insbesondere, dass außer „Habit Changer“ kein anderer Anglizismus verwendet wurde; manche Bücher quellen ja davon über, was meist nichts Neues verrät, sondern nur Altbekanntes neu verpackt.

Fazit: Bei der vielfältigen Auswahl wird jeder Leser eigene Angewohnheiten entdecken, denen er schon lange mal zu Leibe rücken wollte und hier einen neuen Weg dazu aufgezeigt bekommt.
Bei mehreren Gewohnheiten, die man verändern möchte, handelt es sich also durchaus um ein Buch, dass den Leser jahrelang begleiten kann....

Bewertung vom 24.11.2017
Eine Tussi speckt ab
Katzenberger, Daniela

Eine Tussi speckt ab


sehr gut

Leichte Kost: zum Lachen und Nachkochen

Daniela Katzenberger erzählt in ungefähr zwei Dritteln des Buches im Plauderton von ihren Versuchen, abzunehmen und, welche Möglichkeit für sie die Richtige war. Anekdoten aus ihrem Leben und dem ihrer Mutter kommen nicht zu kurz. Das letzte Drittel des Buches beinhaltet Rezepte der Autorin, wobei dieser Teil durch einige rosa Seiten, etwas umfangreicher wirkt, als die Rezepte alleine.

Vorab muß ich sagen, dass dieses mein erstes Buch von Daniela Katzenberger war und ich auch noch keine Sendung ( außer Werbung) mit ihr gesehen habe. Dennoch haben mich einige Details aus ihrem Leben, wie beispielsweise ihre Hochzeit mit Lucas Cordalis und ihre erfolgreiche Gewichtsabnahme mit der Ernährungsumstellung bzw. dem Programm von Detlef D. Soost, erreicht. Genau dieses Programm hatte mich interessiert und ich hatte gehofft, darüber ein paar Details zu lesen. Jetzt, nach Lesen von „Eine Tussi speckt ab“, denke ich, sie hätte vermutlich Rechte fremden geistigen Eigentums verletzt; offensichtlich hat es bei ihr mit dieser Methode absolut funktioniert.

Nichtsdestotrotz war die Lektüre sehr kurzweilig, überwiegend spaßig zu lesen; ich habe oft schallend lachen müssen. So wirklich neue Erkenntnisse zum Abnehmen habe ich nicht gewonnen, wobei es mir schon sehr gefallen hat, zu lesen, dass andere sich damit auch schwer tun. Mir war vorher schon bewußt, dass es sich hier um keine wissenschaftliche Ausarbeitung handeln würde und eher kurzweilige Unterhaltung mit ein paar Tipps erwartet. Das habe ich alles erhalten, hatte viel Spaß dabei und zum Abschluß sogar noch eine kleine Rezeptsammlung, die dem Programm von bodyChange entsprechen, für die Woche oder den „Fresstag“.

Bewertung vom 21.11.2017
Natürlich färben mit Pflanzen
Ebner, Franziska; Hasenöhrl, Romana

Natürlich färben mit Pflanzen


ausgezeichnet

sehr anschauliches Praxisbuch, mit unzähligen Farbabbildungen und reichem Erfahrungsschatz

Das Buch beginnt mit Informationen über die Färberei in der Vergangenheit, kurzer Vorstellung traditioneller Färberpflanzen und eine Erläuterung der Grundausstattung in der heutigen Hobby-Färberküche. Danach werden die Arbeiten vor dem Färben in Text und Fotoreihen aufgezeigt: waschen, Beizen, inklusive Vor- und Nachbeizen und danach die verschiedenen Färbemethoden: Kalt-, Direktziehende - , Einbad-, Kontaktfärbung sowie Färben auf Vorbeize und Stufenfärbung. Dabei wird alles so gut erklärt, dass ein Nacharbeiten ganz leicht machbar ist. Man erhält ein Färbe-Grundrezept und verschiedene Faustregeln.

Danach werden Pflanzen aus dem Färbergarten vorgestellt, wobei viele Fotos die Informationen unterstreichen, was mir besonders gut bei der Darstellung der Färbeergebnisse auf Wolle und Seide gefällt. Jedesmal ist angegeben, um die wievielte Färbung es sich handelt, ob mit Beize, Alaun, Weinstein- oder Pottaschezugabe. Ganz wichtig hierbei finde ich den Zusatz, dass jedes Färbeergebnis anders ausfällt und von vielen Faktoren abhängt, u.a. die Bodenbeschaffenheit der Färberpflanze. Sehr gut gefällt mir die Empfehlung, selber Aufzeichnungen und kleine Rückstellproben seiner Experimente anzufertigen, um erzielte Farben möglicherweise nacharbeiten zu können.
Zu jeder Pflanze, auch zu Ende des Buches, bei den selber gesammelten oder bestellbaren aus fernen Ländern und aus denen, die wir in unseren Küchen finden ( wie z.B. Kaffee oder Tee) werden nicht nur Färbeergebnisse und das jeweils best erprobte Färberrezept vorgestellt, sondern aus den Erfahrungen der Autorinnen vermittelt, ob sich der eigenen Anbau oder das Sammeln für die Färbung überhaupt lohnen und für welche ergiebige oder einfach zu sammelnde Möglichkeit sich die Autorinnen selber entscheiden, manchmal auch für recht kostspielige bestellte Farben, die sich zum Färben oder besondrs zum Überfärben eigenen.

Gerade dieser weitergegebene Erfahrungsschatz sowie die vielen Farbdarstellungen der vielen Färbungen machen dieses Buch zu einer ganz besonderen, praktischen Hilfe und einem hervorragenden Nachschlagwerk – nicht nur zum Färben selber, sondern auch um einen eigenen kleinen Färbergarten anzulegen, selber zu sammeln oder zu entscheiden, welche Farben man vielleicht doch bestellen möchte; hierfür finden sich im Anhang einige Adresse, zusammen mit denen von bloggenden Färberinnen.

Bewertung vom 15.11.2017
Und es schmilzt
Spit, Lize

Und es schmilzt


ausgezeichnet

Lize Spit läßt Eva ihre eigene Geschichte in zwei Handlungssträngen erzählen; der eine beschreibt den Verlauf des heutigen Tages, der andere Erlebniss in ihrer Familie und zusammen mit ihren beiden Freunden Pim und Laurence im Jahr 2002. Zudem erfährt man, dass in anderen Familien ebenfalls Schicksalsschläge deren kleine Welt verändert haben.


Eva wuchs in einem kleinen Dorf in Belgien auf; in ihrer Familie herrschten keine wohlbehütenden Verhältnisse, sondern Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, hochprozentige Konfliktlösung bzw. Alltagsbewältigung nach einem Schicksalsschlag und ihr eigener sowie der Wunsch ihrer beiden Geschwister aus diesen Zuständen errettet zu werden oder zumindest für Stunden zu entfliehen. So hält sie lange an der Freundschaft zu Pim und Laurence fest; die drei verstehen sich als Musketiere ( „einer für alle“...), bis zu einem Ereignis, das für Eva vieles verändert...


Zunächst liest sich die Beschreibung ganz harmlos, doch je mehr man von Evas Erlebnissen und Erinnerungen aus der Vergangenheit erfährt, umso hoffnungsloser und erdrückender zeichnet sich das Gesamtbild ihres Lebens, das ihrer Geschwister und anderer ab. Die Geschichte ist sehr komplex dargestellt und ich möchte gar nicht zuviel Inhalt verraten; es gibt etliches, bei dem man sich fragt, wie es möglich ist, dass so viele nichts bemerkt oder einfach weggesehen haben. Es gibt Beschreibungen, besonders eine, die in ihrer Ausführlichkeit zutiefst betroffen machen.

Lize Spits Schreibstil hat mir sehr gefallen; der Aufbau der Geschichte und diese selber beeindruckt zutiefst. Erzählt wird so nuancenreich und trotz allem eher sachlich, aus vielen Teilstücken zusammengesetzt, dass der Leser nach und nach ein immer bedrohlicheres Bild erhält, so stimmig, dass ich mich nach Beenden des Buches gefragt habe, ob alles erdacht oder auch teilweise Biographisches enthalten war. Insgesamt hat mich da Buch tief beeindruckt und in seinen Bann gezogen.

Bewertung vom 10.11.2017
Beste Brote
Lipp, Eva Maria

Beste Brote


sehr gut

70 traditionelle oder innovative Brotrezepte

Die Rezepte für „Beste Brote“ stammen von 35 Bäuerinnen, die einzeln vorgestellt werden und ihre Wertschätzung des Brotes erläutern. Jede von ihnen hat zwei ihrer Lieblingsrezepte preisgegeben, jeweils ein traditionelles und eine innovative Eigenkreation. Zu finden sind Rezepte mit Sauerteig oder Hefe, aus ganz verschiedenen Mehlsorten, angereichert mit Zutaten vom eigenen Hof, wie beispielsweise Obst, Nüsse, Saaten, Zucchini, Bohnen oder Möhren. Neben mir noch bekannten Mehlsorten in verschiedener Ausmalung finden sich auch ganz spezielle wie Waldstaudenmehl oder Roggenvorschuss; von beiden habe ich hier das erste Mal gelesen. Auch Zubereitungsbestandteile wie Quell-, Brüh- und Kochstück waren mir unbekannt.

Die Auswahl der Rezepte finde ich gut gelungen, zu jedem brot oder Brotgebäck gibt es eine Foto sowie eine kurze Anleitung. Man merkt schon, dass die Rezeptgeber ihre Rezepte beruflich umsetzen, auch, dass sie in anderen Mengen arbeiten, als unsereins zuhause. Es finden sich durchaus Rezepte, die für drei oder neun Brote ausgelegt sind, wobei ich es nicht schwierig finde, die Zutaten für ein Brot umzurechnen. Manche Zubereitungen gestalten sich schon etwas aufwändiger, sind aber durchaus nachzubereiten.

Mein Favorit ist das Fünf-Minuten-Vollkornbrot, eine Variante des „faulen Brotes“, aber auch das Bio-Zucchini-Brot, ein Erdäpfelbrot, ein Vitalbrot mit Karotten, ein Vifzackbrot und den Alleskönner-Weißbrotteig finde ich sehr interessant. Manche Brote, beispielsweise das Bauernbrot, findet man in verschiedenen Ausführungen, wobei sich alle etwas unterscheiden. Zum Ende des Buches wird auch noch erklärt, wie man einen Sauerteig ansetzt, füttert und weiterverwendet.

Insgesamt finde ich die Rezeptauswahl dieses schön gestalteten Buches recht abwechslungsreich, manche Kreationen wirken auch sehr phantasieanregend um das hauseigene Brot zu entwicklen.

Bewertung vom 10.11.2017
Raureif-Zauber
Houts, Michelle

Raureif-Zauber


ausgezeichnet

zauberhafte Wintergeschichte aus der Wichtelwelt - wunderschön zum Vorlesen

Die zwölfjährige Bettina Larsen lebt mit ihrer kleinen Schwester Pia und ihren Eltern auf einem Hof im dänischen Lolland. Gerade zu Weihnachten gibt es wichtige Ereignisse, die die Eltern zwingen, für ein paar Tage den Hof zu verlassen und Bettina die Verantwortung für Mia, die Tiere und den Hof zu übergeben. Leider hat, bei so viel Aufregung, niemand daran gedacht, dem Hof- und Scheunen wichtel Klakke, mit seinen 62 Jahren ein noch recht junger Wichtel, seinen traditionell üblichen und auch erwarteten Reispudding an Weihnachten in die Scheune gestellt. Ein wenig gekränkt rächt er sich mit ein paar Streichen und vrliert bei einer Aktion, die er ganz unüberlegt beginnt die Kontrolle über die daraus entstehenden Folgen. Hinzu kommt, dass während dieser Zeit seltener Rauhreif Lolland magisch verzaubert und den Schleier zwischen Menschen- und Wichtelwelt für die lüftet, die sich die Zeit nehmen, genau hinzusehen. Und so kommt es, dass sich Bettina nicht nur um Pias Wohl, sondern auch um Klakkes und das seiner Familie kümmern muß und ein aufregende Zeiten erlebt, denn wie heißt es so schön? „ Kümmere Dich um deinen Wichtel, dann kümmert dein Wichtel sich auch um dich.“

Bettinas Abenteuer wird ganz zauberhaft erzählt, und, wie in so vielen skandinavischen Büchern, spielen die Eltern keine große Rolle. Bettina übernimmt Verantwortung, löst beherzt Probleme, hilft anderen und erhält Hilfe, wenn sie diese benötigt.
Man lernt die Wichtel als sehr charmante kleine Wesen kennen, die stets helfen und niemandem schaden möchten und doch manchmal, vor Enttäuschung, man habe sie vergessen oder ungerecht behandelt, ganz unüberlegte Dinge anstellen, die sie selber taurig und hilflos machen; manchmal ziehen sie sich zurück und wissen selber nicht so recht, wie sie aus „dieser Nummer“ wieder herauskommen.
Gerade wegen dieses Aspektes der Geschichte, den schon Kindergartenkinder ganz genau nachempfinden können, würde ich das Buch für aufgeweckte Kinder ab 4 Jahren als Vorlesbuch empfehlen; vom Verlag wird das empfohlene Alter mi 8 – 12 Jahren angegeben, was ich für Selbstleser sehr passend finde; ich bin sicher, auch die Vorleser werden Spaß an dieser ganz bezaubernden Wintergeschichte haben, die mit ihren 36 nicht zu langen Kapiteln individuell in Vorleseabschnitte eingeteilt weren kann.

Bewertung vom 08.11.2017
Deine Zeit zu Leben
Björkegren Jones, Karin

Deine Zeit zu Leben


ausgezeichnet

randvoll mit Betrachtungen, Tipps und Übungen zum Stressabbau, Vereinfachen, seinen Weg und innere Ruhe finden

Die Schwedin Karin Björkegren Jones arbeitet als Yoga-Lehrerin, Journalistin und Autorin. Mit viel Hingabe hat sie in diesem Buch eigene Erfahrungen, Tipps und Übungen gesammelt, wie man seinen persönlichen Stress reduzieren, sein Leben leichter und einfacher gestalten und entspannter Pausen geniessen kann. Zudem kommen immer wieder andere Yoga-Lehrerinnen und Coachs zu Wort, stellen ihre Tipps und Übungen vor.

Da die einzelnen Kapitel nicht aufeinander aufbauen, ist man als Leser ganz frei darin, wie man das Buch nutzt; ich selber finde es sehr gelungen, das Buch zunächst ganz zu lesen und sich dann eher wahllos täglich ein Kapitel vorzunehmen.

Insgesamt werden sehr viele Aspekte betrachtet und gerade die Vielfalt macht den Reiz dieses Buches aus. Es finden sich Betrachtungen, Tipps und Übungen beispielsweise zu Bett-, Büro- und Restorativ-Yoga, zu verschiedenen Meditationsformen, Atemtechniken, Feng Shui, Entrümpeln, guter Schlaf ( viele Tipps), Neinsagen, Loslassen und Vergeben, auf den eigenen Körper zu hören, Genügsamkeit, Vereinfachung, Aufmerksamkeit und Dankbarkeit, inklusive dem Führen entsprechender Tagebücher. Selbstverständlich sind nicht alle Tipps neu und zu manchen der Themen sind bereits umfassende Ratgeber erschienen. Dieses Buch vermittelt hingegen ein breitgestreutes Fachwissen, mit brauchbaren, gut umsetzbaren Tipps und Übungen zu jedem angesprochenen Bereich. Die Buchgestaltung ist abwechslungsreich, bunt und ganz besonders kreativ und paßt perfekt zu der Vielseitigkeit der Themen.

Für mich waren besonders die drei Restorativ-Yoga-Übungen, die Japa Meditation samt Mantrasingen ganz neue Ansätze; eigentlich finde ich jede der hier vorgestellten Betrachtungen und Herangehensweisen sehr gut erklärt, die Übungen anschaulich dargestellt und leicht nachbar und hilfreich, mit eigenem Stress und Anspannung umzugehen, entgegenzuwirken und sich das Leben leichter zu machen sowie sein Wohlbefinden zu steigern und Ruhepausen zu genießen.

Bewertung vom 07.11.2017
Das große Servus Kochbuch 2
Korda, Uschi; Rieder, Alexander

Das große Servus Kochbuch 2


ausgezeichnet

abwechslungsreiche alpenländische Schmankerln, nach Jahreszeiten eingeteilt und edel präsentiert

„Das große Servus Kochbuch Band 2“ ist randvoll mit Rezepten gefüllt; ich freue mich riesig, dass keine Grundtechniken oder Geräte im Vorfeld erklärt werden.

Die Rezepte selber wurden nach Jahreszeiten eingeteilt, was mir ganz besonders gut gefällt, denn so kann man sich im Jahresverlauf durch das Buch kochen und auf saisonale Zutaten zurückgreifen. So gibt es beispielsweise im Frühjahr mehrere Rezepte mit Brennesseln oder wilden Kräutern und im Herbst vieles mit Kartoffeln, Äpfeln oder Kräutern, Wild und Heu. Beim ersten Durchblättern fallen mir auch viele Fleischrezepte auf, wobei diese mir nicht ganz so wichtig sind.

Die Vielfalt der Rezpte, bei denen es sich häufig um alpenländische Spezialitäten handelt, wie z.B. in Bergheu gewickelte Lammhaxe, finde ich sehr ansprechend. Gerade die verschiedenen Kräuter, Würzungen oder in meiner Gegend untypischen Rezepte wecken meine Neugier und erhöhen meinen Speichelfluss schon beim Durchblättern. Die einzelnen Rezepte sind super erklärt und durch ein appetitliches Foto sowie einen „Servus-Tipp“ im Kästchen ergänzt. Das Buch verfügt erfreulicherweise über zwei Lesebändchen, was ich sehr mag und doch kleben jede Menge post-its auf Seiten, deren Rezepte ich unbedingt nachkochen muß. Wie schon angedeutet, mich lachen mehrere Brennesselrezepte an: Brennesselrolle mit getrockneten Paradeisern ( sieht aus wie eine herzhafte Sahnerolle mit grünem Bisquit, mmmh), Brennesseltarte in Taubnesselteig und Brennesseln-Schnitzerln. Da es sich um Frühlingsrezepte handelt, muß ich mich da wohl noch etwas gedulden. Außerdem werde ich Ferlacher Hadnwickl ( Nudelteigrollen u.a. mit Buchweizen gefüllt), Schoko-Chili-Kuchen mit Rhabarber-Eis, Reis Trauttmansdorf mit Gartenerdbeeren, Holunderblütensuppe mit Marillen, Kukuruz(=Mais)cremesuppe mit Steinpilzen, Sauerkrautpuffer, Blauschimmelkäsetorte mit Birnen, Südsteierische Poganze und Erdäpfelroulade mit Linsenfülle probieren.

Insgesamt begeistert mich dieses Buch durch seine vielfältigen Rezepte, die gut erklärt und ebenso nacharbeitbar sind und auch durch seine edle und aufwendige Aufmachung.

Bewertung vom 05.11.2017
Naturkalender 2018
Bastin, Marjolein

Naturkalender 2018


ausgezeichnet

sehr schöner Wochenkalender

Der Naturkalender bietet für jede Woche eine Doppelseite, von der die eine zum Eintragen und die andere Bilder und Kommentare von Marjolein Bastin bereithält. Zum Ende finden sich die Jahresübersicht von 2019 sowie mehrere Seiten um Adressen einzutragen, zu Beginn eine Doppelseite für persönliche Eintragungen, Übersichtkalender für 2018 und 2019 sowie die Darstellung der Feiertage und Schulferien in 2018.

Die Illustration finde ich ansprechend, den Platz zum Eintragen ausreichend und die Spiralbindung praktisch; insgesamt ist ein sehr schöner Wochenkalender.

Bewertung vom 05.11.2017
Helvetia Vegetaria
Bernasconi, Carlo; Chrétien, Juliette

Helvetia Vegetaria


ausgezeichnet

Augen- und Gaumenschmauss-Rundreise durch die Schweiz

Carlo Bernasconi 150 traditionelle, vegane Rezeptklassiker aus der Zeit vor der Massentierhaltung aus allen Regionen der Schweiz zusammengetragen, dabei u.a. Landfrauen oder alte Kochbücher zu Rate gezogen.

Die Kapitel des Kochbuches entsprechen einzelnen Regionen, zu denen man ein Foto, eine kleine Einführung und die landestypischen Rezepte erhält:

- Westschweiz ( Wallis, Waadt, Genf, Freiburg):
z.B. gefüllte Artischocken, Chalet-Suppe, Karden-Gratin, Tomatenfondue, Kartoffelkuchen,
Freiburger Käsekuchen ( herzhaft), Genfer Birnenkuchen, Weinkuchen, Sii, Roggenbrot

Nordwestschweiz ( Neuenburg, Jura, Basel, Basel-Land):
- z.B. Baseler MehlsuppeNeuenburger Spinatkuchen, Kohlgratin, Mandeltorte, Kartoffel-Apfel-Püree, St. Martins-Kuchen, Baselbieter Kirschkuchen, Basler Leckerli

- Mittelland ( Bern, Solothurn, Aargau, Zürich):
z.B. Emmentaler Kartoffelsuppe, Linsensuppe, Sauerkrautsuppe, Weinsuppe, Kappeler Milchsuppe, Berner Rösti, Binätschtätschli, Bircher Müsli, Meringues, Aargauer Rüblitorte

- Zentralschweiz ( Luzern, Zug Schwyz):
z.B. Luzerne Kräuterrahmsuppe, Eierrösti, Süßmostcreme, Birnenweggenkuchen, Zuger Chabisbünteli, Ofeturli, Zuger Kirschtorte

- Ostschweiz ( Schaffhausen, Thurgau, St. Gallen, Appenzell):
z.B. Rieslingsuppe, Appenzeller Gsöödsoppe, Chässuppe, Sankt Galler Sammetsuppe, Schaff- hauser Zwiebelwähe, Spinatwähe, Gerösteter Maisgriess, Mandelfisch, St. Galler Klostertorte

Südostschweiz und Alpenbogen ( Graubünden, Uri, Glarus, Ob- und Nidwalden):
- z.B. Zigersuppe, Zwiebel-Brot-Suppe, Pizzoccheri di Poschiavo, Käse-Brot-Auflauf, Glarner Spinat-Zoggle ( Knöpfli), Birnenhonigkuchen, Engadiner Nusstorte

- Südschweiz ( Tessin und Bündner Südtäler):
- z.B. Karfreitagssuppe mit Gemüse und Nüssen,, Tessiner Pilzsuppe, Brotsuppe, Schwarze Polenta, Polenta mit Kräutern und Käse, Kastanienfladen, Brotkuchen, Kürbiskuchen

Die Rezepte sind gut erklärt, zu vielen gibt es ein Foto, das man auch in einem Designer-Magazin finden könnte. Man merkt den Rezepten an, dass sie einst, auch in ärmeren Zeiten, lecker satt machen sollten und so entsprechen sie mit Zutaten aus der eigenen Region ganz genau auch den heutigen Ansprüchen. Viele Rezepte verfügen neben dem Orginalnamen auch über einen übersetzten – bei etlichen war das wohl nicht wirklich möglich und man rätselt auf den ersten Blick. Jedes Rezept wird ergänzt durch einen ganzen Abschnitt mit Erklärungen beispielsweise zur Geschichte, zu den Zutaten oder zur Abwandlung zum vegetarischen Gericht.

Viele der Gerichte sind auf Grund ihrer Zutaten oder Zusammenstellungen ganz neu und spannend für mich, ob die Verwendung von Karden, Esskastanienmus, verschiedene Zubereitungen mit Wein oder landestypischen Zutaten wie z.B. Birnenhonig. Jedesmal, wenn ich das Buch durchblättere, entdecke ich wieder neue, aufregende Rezepte, die ich noch nachkochen möchte. Auch die Einstimmungen in die jeweiligen Regionen haben mir ausgesprochen gut gefallen.