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Benutzername: leseratte1310
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Bewertungen

Insgesamt 2338 Bewertungen
Bewertung vom 31.05.2020
Dunkles Lavandou / Leon Ritter Bd.6
Eyssen, Remy

Dunkles Lavandou / Leon Ritter Bd.6


ausgezeichnet

Dies ist bereits der sechste Leon-Ritter-Krimi und bis auf den ersten habe ich alle gelesen, daher konnte ich natürlich auch jetzt nicht widerstehen.
In Le Lavandou beginnt die Sommersaison und das Wetter ist hervorragend. Doch dann wird die Leiche einer Frau unter einer Brücke gefunden. Leon Ritter findet heraus, dass es sich nicht um Selbstmord handelt. Das gefällt Polizeichefs Zerna überhaupt nicht, denn solche Nachrichten könnten dem Tourismus schaden. Es soll möglichst wenig an die Öffentlichkeit dringen, doch es passieren weitere schreckliche Dinge. Ritter und seine Lebensgefährtin, die Polizeikommissarin Isabelle Morell gehen der Sache nach. Aber dann verschwindet die Tochter des französischen Kultusministers, die zuletzt in Le Lavandou gesehen wurde, und die Sache lässt sich nicht mehr unter der Decke halten.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und angenehm zu lesen. Die besondere Atmosphäre der Provence ist immer zu spüren und es kommt Urlaubsfeeling auf. Doch die Morde bringen Düsternis in die perfekte sonnige Sommersaison. Die Kapitel, die aus Opfersicht dargestellt sind, verschaffen dem Leser einen besonders tiefen Einblick in die Psyche von Opfer und Täter und machen betroffen.
Der deutsche Gerichtsmediziner Dr. Leon Ritter ist eine interessante Persönlichkeit. Er hat sich auf die Lebensart der Franzosen gerne eingelassen und fühlt sich in der Provence wohl. Er ist wirklich gut in seinem Fach und entdeckt Dinge, die anderen vielleicht entgangen wären. Er verlässt sich auch gerne mal auf sein Bauchgefühl. Aber auch seine Lebensgefährtin Isabelle Morell ist eine sympathische Person und eine fähige Polizistin. Gemeinsam sind sie ein gutes Team. Polizeichefs Zerna ist nicht so ein angenehmer Mensch, aber er sonnt sich gerne im Erfolg. Aber auch die anderen Charaktere sind authentisch und gut beschrieben.
Die Zeit drängt in diesem Fall und ein Sonderermittler aus Paris macht zusätzlich Druck. Da Ritter nicht offiziell ermittelt, erhält er oft viel tieferen Einblick als die Polizei.
Dieser spannende und atmosphärische Krimi hat mir wieder gut gefallen.

Bewertung vom 31.05.2020
Bis die Zeit verschwimmt (eBook, ePUB)
Buchner, Svenja K.

Bis die Zeit verschwimmt (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

An Helenes Schule findet ein Amoklauf statt und Schüler und Lehrer sterben. Die fünfzehnjährige Helene verliert dabei ihre beste Freundin Cassie. Die Zeit bleibt für Helene stehen und alles gerät aus den Fugen.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Helene erzählt, so dass wir ihr ganzes Gefühlschaos hautnah miterleben können. Es gibt viele Gefühle in ihr: Wut, und Trauer, aber auch Schuldgefühle. Wieso konnte sie Cassie nicht beschützen? Helene geht ihren eigenen Weg, um zu verarbeiten, was geschehen ist. Mal ist sie furchtbar deprimiert, dann wieder versucht sie alle zu befragen, die irgendwie mit Cassie zu tun hatten. Doch wird sie jemals begreifen können, wie so etwas geschehen konnte? Ich konnte Helene verstehen, aber sie erschien mir auch als ein schwieriges Mädchen. Es gibt durchaus Menschen, die Helene helfen wollen, auch wenn sie manchmal nicht so recht wissen wie. Vor allem Erik hat mir gut gefallen, der reifer ist als Helene und der sie sehr mag. Aber auch Cassie ist ungeheuer präsent in dieser Geschichte.
Wie geht man mit Trauer um? Auf diese Frage gibt es wohl keine eindeutige Antwort, weil es sehr schwer ist und jeder seinen eigenen Weg finden muss. Ich habe mit Helene gefühlt, auch wenn sie oft etwas sperrig herüberkam.
Es ist eine sehr emotionale Geschichte, die berührt und nachdenklich macht. Lesenswert!

Bewertung vom 31.05.2020
Die Tote in der Sommerfrische
Dix, Elsa

Die Tote in der Sommerfrische


sehr gut

Auf Norderney treffen sich 1912 die Reichen und Schönen. Aber auch die junge Viktoria Berg will die Sommerfrische genießen bevor sie ihre Stelle als Lehrerin antritt, und auch den Journalisten Christian Hinrichs hat es nach Norderney verschlagen, denn er soll eine Reportage über die Sommergäste schreiben. Doch die Idylle wird jäh gestört, als eine junge Frau aus dem Wasser tot im Wasser treibt. Während der Inselpolizist gleich von Selbstmord ausgeht, haben Viktoria und Christian ihre Zweifel. Gemeinsam wollen sie der Sache auf den Grund gehen und stoßen dabei auf die dunklen Geheimnisse der Gesellschaft.
Dieser Krimi lässt sich wirklich locker leicht lesen. Die Seebad-Atmosphäre ist wundervoll dargestellt und wir lernen Menschen mit Standesdünkeln und Menschen, die schwer für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen, kennen.
Alle Charaktere sind individuell und authentisch beschrieben. Christian hat gleich einen Verdacht und Viktoria hat die tote Henny, die in ihrem Hotel Zimmermädchen war, von früher gekannt, daher ermitteln diese sehr unterschiedlichen Hobbydetektive gemeinsam. Viktoria ist für diese Zeit eine sehr emanzipierte Frau, die genau weiß, was sie will. Christian hat ein schlechtes Gewissen und nutzt seinen Auftrag, um von der Bildfläche zu verschwinden.
Bei den Ermittlungen gibt es immer neue Wendungen und eigentlich könnte jeder der Gäste hinter dem Mord stecken, denn alle haben sie scheinbar etwas zu verbergen. Da sind die mit Standesdünkeln behaftete Baroness von Balow mit ihrer freiheitsliebenden Tochter Clara, die verlobt ist, und Claras Tante Elsie von Czarnecki. Severin von Seyfarth ist ein zwielichtiger Adliger und ein Frauenheld, der ständig mit dem nervösen Dr. Moritz Feuser zusammen ist. Aber auch bei Kommerzienrat Gustloff und seiner Ehefrau Louise gibt es Unstimmigkeiten.
Ich habe mich gerne in diese andere Zeit entführen lassen und wollte mit Viktoria und Christian aufklären, warum die arme Henny sterben musste. Obwohl ich einiges geahnt habe, ist es mir bis zum Schluss nicht geglückt, den Mörder und sein Motiv herauszufinden.
Es ist ein unterhaltsamer und spannender Krimi, der Lust auf weitere Fälle mit dem sympathischen Ermittlerpaar macht.

Bewertung vom 30.05.2020
Jenseits der Goldenen Brücke / Cassardim Bd.1
Dippel, Julia

Jenseits der Goldenen Brücke / Cassardim Bd.1


ausgezeichnet

Amaia hat gespürt, dass sie anders ist als andere Menschen, denn ihre Familie altert langsamer. Daher hat Amaia zum achten Mal ihren sechzehnten Geburtstag gefeiert. Sie hat auch keine Ähnlichkeit mit ihren fünf Geschwistern. Doch warum das alles so ist, wei0 sie nicht. Sie hat das unstete Leben ihrer Familie satt. Antwort auf ihre Fragen bekommt sie, nachdem ihre Brüder einen Gefangenen mitbringen. Noár ist geheimnisvoll und gefährlich. Als Amaias Familie Gefahr droht, bringt sie Noár weg von der Menschenwelt in das Reich der Toten Cassardim. Hier findet sie ihre Antworten und verliert ihr Herz.
Ich lese wirklich selten Fantasy, aber Julia Dippel hat mich mit dieser Geschichte so gepackt, dass ich schon sehnsüchtig auf die Fortsetzung warte.
Der Schreibstil ist einfach toll und diese außergewöhnliche Welt fantasievoll und gut beschrieben. Auch die Charaktere sind interessant und vielschichtig angelegt. Ich mag die Protagonisten Amaia und Noár. Amaia ist einfach nur sympathisch. Sie ist noch jung und hat daher Entwicklungsmöglichkeiten. Außerdem ist es für sie schwer, sich in Cassardim mit seinen eigenen Regeln einzugewöhnen. Noár ist ein wirklich interessanter, mysteriöser Typ, auch wenn er ziemlich arrogant daherkommt. Aber er beschützt Amaia. Es wundert mich gar nicht, dass sie bei ihm schwach wird.
In dieser Geschichte gibt es immer wieder Wendungen, die dafür sorgen, dass man sich nicht sicher sein kann, wie es weitergeht. So bleibt es spannend bis zum Schluss.
Ein spannender Fantasyroman, der mit wirklich gut gefallen hat.

Bewertung vom 30.05.2020
Die Tanzenden
Mas, Victoria

Die Tanzenden


sehr gut

Dieser Roman spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Paris. Es ist eine Zeit, in der die Männer bestimmten und die Frauen sich unterzuordnen hatten. Wer als Frau ein bisschen aus der Spur geriet, wurde als Hysterikerin bezeichnet und schnell in eine Anstalt abgeschoben. In Paris ist es das Hôpital de la Salpêtrière, in dem viele solcher Frauen von ihrer Familie oder ihrem Mann untergebracht wurden. Das Salpêtrière hatte ein Amphitheater, in der die Hysterikerinnen zur Schau gestellt wurden.
Während es in Paris schneit, sollen bei der Ballnacht die Tänzerinnen Louise und Eugénie einen Auftritt haben. Das Publikum ist sensationslüstern und hofft auf besondere Unterhaltung. Doch die Frauen, die hier vorgeführt werden, wollen nur ein gleichberechtigtes Leben in Freiheit, sie wollen das, was den Männern bisher vorbehalten ist. Louise und Eugénie wollen aus der Rolle der Hysterikerinnen ausbrechen. Wird es ihnen gelingen?
Es ist eigentlich eine sehr deprimierende Geschichte und doch ist es der Autorin gelungen, alles sehr lebendig zu erzählen.
Die Charaktere sind interessant und authentisch dargestellt. Die Hauptpersonen sind sehr unterschiedlich und doch gibt es Verbindungen. Louise wird von Professor Jean-Martin Charcot mit Hypnose behandelt, da sie unter gynäkologisch bedingter Hysterie leiden soll.
Geneviève ist die Tochter eines Arztes, aber sie hat nicht die Möglichkeit, diesen Beruf zu ergreifen und ist so im Salpêtrière als Aufseherin gelandet. Sie hat einen Verlust erlitten, versagt sich aber die Trauer. Sie hinterfragt die Behandlungen der Ärzte nicht und empfindet auch keine Empathie für ihre Schutzbefohlenen.
Als Eugénie eingewiesen wird, kommt sie Geneviève nicht verrückt vor. Eugénie stammt aus einer wohlhabenden Familie und wollte nicht heiraten. Auch dass sie Kontakt zu Toten aufnehmen konnte, war der Familie ein Dorn im Auge. Als sich die junge Frau Geneviève anvertraut, kommt eine unverhoffte Wendung in die Geschichte.
Was zu jener Zeit in psychiatrischen Kliniken mit den Patienten geschah, ist erschreckend. Die Experimente sind furchtbar und oft sehr brutal. Umso schlimmer ist es, wenn gesunde Frauen in so eine Anstalt abgeschoben und damit den Ärzten ausgeliefert werden, nur weil sie unbequem sind. Wenn man sie dann auch noch zur Schau stellt, ist das nur menschenverachtend. Leider konnte ich den Schmerz der Frauen, die solche Demütigungen ertragen musste, nicht wirklich fühlen. Dennoch geht einem die Geschichte nahe.
Mir hat dieser historische Roman gut gefallen.

Bewertung vom 28.05.2020
Möwentod
Haller, Elias

Möwentod


ausgezeichnet

Die Privatdetektivin Paulina Münzner braucht Geld und nimmt daher auch Jobs an, die sie eigentlich nicht mag. Nun aber ist sie einer heißen Sache auf der Spur und bricht in ein Motelzimmer ein. Wenig später ist sie tot. Hardy Finkel und Greta Silber übernehmen diesen Fall. Dann gibt es Spuren, die zu alten, nicht geklärten Fällen führen. Es scheint, als würde die Aufklärung aus den eigenen Reihen sabotiert. Jemand hat etwas dagegen, dass die Fälle aufgeklärt werden und ihm ist jedes Mittel recht, um das zu verhindern.
Die Bücher von Elias Haller – ganz gleich aus welcher Reihe - sind sehr spannend. Da mich Hardy Finkel und Greta Silber in „Küstenstill“ überzeugt haben, musste ich dieses Buch natürlich auch unbedingt lesen. Wie gewohnt ist der Schreibstil sehr flüssig zu lesen und das Erzähltempo hoch. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt.
Dieser Thriller geht gleich heftig los. Maja Reichert hat Schreckliches mitgemacht und möchte ein neues Leben haben. Doch statt Hilfe zu bekommen, erlebt sie wieder Schreckliches.
Schon beim vorigen Fall haben mir die Ermittler Hardy Finkel und Greta Silber gut gefallen. Sie sind einfach ein gutes Team, auch wenn sie noch nicht so lange zusammenarbeiten. Beide haben ihre Eigenheiten und ihre Probleme. Was sie aber in diesem Fall herausfinden, ist einfach nur scheußlich und abartig. Es ist erschreckend, welche Abgründe in Menschen schlummern können.
Immer wieder gibt es unerwartete Wendungen, die die Spannung hochhalten und dafür sorgen, dass man bis zum Schluss im Unklaren gehalten wird. Das Ende ist unerwartet, aber schlüssig.
Es ist ein packender und sehr spannender Thriller.

Bewertung vom 26.05.2020
Don Cavelli und der tote Kardinal: Die erste Mission (eBook, ePUB)
Conti, David

Don Cavelli und der tote Kardinal: Die erste Mission (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Papst Julius II. war Capitano Umberto Cavelli dankbar, so dankbar, dass Cavelli nicht nur pekuniären Zuwendungen erhielt, sondern auch ein Wohnrecht für sich und seine Nachkommen bis zum Jüngsten Gericht. Seither leben die Cavellis also im Vatikan. Auch Donato Cavelli lebt dort, obwohl er kein Kirchenmann ist. Als Kardinal Eduardo Fontana unter mysteriösen Umständen in der in der Negevwüste stirbt, macht sich Don schon seine Gedanken, denn er war mit dem Kardinal befreundet. Dann erhält er auch noch von einem Notar ein verschlüsseltes Dokument. Zusammen mit Pia Randall, der Nichte des Kardinals, macht er sich daran, herauszufinden was Eduardo in die Wüste getrieben hat. Sie kommen einer großen Sache auf die Spur, welche den Vatikan und die ganze Welt erschüttern könnte.
Das Buch liest sich toll und ist spannend. Auch die Örtlichkeiten sind sehr atmosphärisch beschrieben und ich würde gerne mal auf den Wegen, die hier beschrieben sind, durch den Vatikan schlendern.
Der Prolog macht gleich neugierig, weil sich wohl niemand ohne Wasser in die Wüste begibt. Welche Schuld hat Kardinal Eduardo Fontana auf sich geladen, um einen solchen Weg zu gehen?
Don Cavelli hat zwar mit der Kirche nichts am Hut, aber irgendwie ist er auch nicht von dieser Welt. Mit Menschen kann er nicht so viel anfangen und er liebt die Ruhe, die er im Vatikan hat. Ganz anders ist da der Wirbelwind Pia Randall. Sie ist intelligent und sehr direkt und so bringt sie Cavelli auch schon mal in Verlegenheit. Es ist einfach toll, wie die beiden gemeinsam agieren. Ihre Spurensuche führt sie dann weg vom Vatikan nach Amerika. Aber auch die anderen Charaktere sind interessant.
Die Geschichte ist geheimnisvoll und spannend, aber auch unterhaltsam. Ich konnte das Buch gar nicht aus der Hand legen.
Lesenswert!

Bewertung vom 26.05.2020
Achtzehn
Berg, Anton

Achtzehn


sehr gut

Der Journalist Axel Sköld hat bei seinen Recherchen etwas Ungewöhnliches herausgefunden. Er vermutet, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Mord an Olof Palme und zwei anderen Morden gibt. Nachdem er seiner Chefin seinen Verdacht mitteilt, wird er schnell ausgebremst. Doch der Widerstand sorgt dafür, dass er weitergräbt. Eine Spur bringt ihn weit in die Vergangenheit zu einem Königsmord und er vermutet, dass ein geheimer Club schon lange maßgeblich seine Finger in Politik und Wirtschaft hat und dabei sehr skrupellos vorgeht. Da er nicht lockerlässt, schwebt er schon bald in Lebensgefahr.
Obwohl sich der Schreibstil gut lesen lässt und dieses Buch spannend und fesselnd ist, habe ich ein bisschen gebraucht, um mich in die Geschichte hineinzufinden. Es lag vielleicht daran, dass anfangs nicht so viel passierte. Doch dann konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.
Die Charaktere sind gut und vielschichtig dargestellt. Es gibt „Gute“ und „Böse“ und nicht immer weiß ganz genau, woran man mit den Personen ist. Ehrgeiz und Machtstreben sind manchmal wichtiger als Integrität. Axel Sköld ist ein Vollblutjournalist, der sobald er eine Spur hat, nicht mehr lockerlässt, selbst wenn man ihm Steine in den Weg legt oder es gefährlich wird. Unterstützt wird er dabei von seiner besten Freundin und Kollegin Stina, die mir sehr sympathisch war. Für sie ist es nicht leicht, ihrem Sohn David gerecht zu werden, denn er hat einen Hirnschaden und braucht besondere Zuwendung. Axels Gegenspieler sind mächtig und skrupellos und der Auftragsmörder Eugene de Kock taucht auch immer wieder auf. Manchmal erschien mir Axel aber auch ein wenig naiv, wenn er die recht offensichtliche Gefahr nicht wirklich sah. Die Finanzministerin Lova lässt Axel zwar Hinweise zukommen, aber dennoch wusste ich nie, woran ich wirklich mit ihr bin. Toll fand ich den kolossalen Geschichtsprofessor Vilhelm Skrak.
Nach einem Anfang mit eher unterschwelliger Spannung wurde es zunehmend bedrohlicher und spannend. Am Ende gab es dann zwar einen dramatischen Showdown, aber mir kam das Ende etwas zu abrupt und auch nicht alle Fragen sind beantwortet. Dennoch hat es Spaß gemacht, diesen Polit-Thriller zu lesen.

Bewertung vom 25.05.2020
Blutgott / Clara Vidalis Bd.7 (eBook, ePUB)
Etzold, Veit

Blutgott / Clara Vidalis Bd.7 (eBook, ePUB)


sehr gut

Was dann geschieht, sorgt selbst bei hartgesottenen Ermittlern wie Kommissarin Clara Vidalis vom LKA Berlin für Grauen. Es bleibt nicht be9i dem einen Fall. Überall in Deutschland begehen Horden von Minderjährigen äußerst brutale Morde. Clara ist überzeugt, dass das kein Zufall ist und dass die Jugendlichen auf eigene Faust gehandelt haben. Dann führt eine Spur ins Darknet, wo ein Mann, der sich „Blutgott“ nennt, seine Anhänger zu dem schändlichen Treiben anstiftet.
Dieses Buch ist der siebte Band um die Ermittlerin Clara Vidalis, der auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann.
Wer schon einmal ein Buch von Veit Etzold gelesen hat, weiß was ihn erwartet. Es wird zwar spannend, aber auch grausam und sehr blutig. Wer solche detaillierten Szenen nicht mag, sollte besser die Finger von diesem Buch lassen.
Der Thriller ist sehr spannend und temporeich. Es ist erschreckend, wie rücksichtslos diese Jugendlichen, die noch nicht strafmündig sind, vorgehen. Das wird zwar hier etwas reißerisch dargestellt, aber andererseits habe ich in letzter Zeit einige reale Fälle in den Medien gesehen, wo Kinder erschreckend brutal gehandelt haben. Es bestürzt mich, dass diese Geschichte halt nicht so fiktiv ist, wie man glauben möchte.
Clara Vidalis bekommt es immer wieder mit solch grausamen Mordserien zu tun. Sie ist eine sympathische Ermittlerin, die engagiert und fähig ist. Sie ergänzt sich gut mit Dr. Martin Friedrich, genannt MacDeath, der als Fallanalytiker sich gut in die Täter hineinversetzen kann. Auch wenn er eigentlich ganz sympathisch wirkt, so sind seine Gedankengänge schon sehr abartig. Das Treiben des Blutgottes ist perfide und schrecklich, dennoch hätte ich gerne etwas über seinen Hintergrund erfahren.
Ein fesselnder Thriller, doch der Schluss ist etwas unbefriedigend, da die Geschichte mit einem Cliffhanger endet.

Bewertung vom 25.05.2020
Die sardische Hochzeit – Die Verlobte (eBook, ePUB)
Landau, Grit

Die sardische Hochzeit – Die Verlobte (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Der Krieg ist bereits eine ganze Zeit vorbei und dennoch ist Leo Lanteri immer noch nicht zurückgekehrt. Die Familie wartet bereits sehnsüchtig darauf, dass er wieder bei ihnen ist. Am Ostersonntag 1919 ist es dann endlich soweit. Vor allem Mafalda, die jüngere Schwester von Leo, freut sich. Doch dann erkennt sie, dass ihr Bruder ein anderer Mensch geworden ist. Der Krieg hat seine Spuren hinterlassen und Leo zieht sich mal zurück, mal reagiert er zornig. Dass seine frühere Freundin sich mit einem Faschisten verlobt, passt ihm gar nicht. Er legt sich mit ihm an und eines Nachts artet die Sache aus. Leo muss untertauchen und sein Vater weiß keine andere Lösung, als ihn nach Sardinien zu schicken.
Dieses Prequel zählt die Vorgeschichte zu dem Roman „Die sardische Hochzeit“. Ich habe bisher noch nichts von der Autorin gelesen, bin aber von ihrem Schreibstil sehr angetan. Sie konnte mich gleich in die Geschichte hineinziehen.
Die Personen sind sehr gut und authentisch ausgearbeitet. Leo ist traumatisiert und hat sich nicht mehr im Griff, dabei ist er noch so jung. Mafalda liebt ihren Bruder, aber sie weiß auch nicht, wie sie ihm helfen kann und geht ihm manchmal lieber aus dem Weg. Ihre Freundin Silvia, die mit Leo früher einmal zusammen war, Verlobt sich mit einem Farina, doch der behandelt sie nicht gut. Lieber marschiert er mit seinen faschistischen Freunden durch den Ort und ängstigt die Menschen.
Ich bin sehr gespannt, was Leo auf Sardinien erwartet und ob er jemals wieder zu seiner Familie zurück kann. Auch möchte ich wissen, wie es den Lanteris ergeht und ob Silvia wirklich heiratet.