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Benutzername: leseratte1310
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Bewertungen

Insgesamt 2741 Bewertungen
Bewertung vom 05.05.2021
Verhängnisvolles Lavandou / Leon Ritter Bd.7
Eyssen, Remy

Verhängnisvolles Lavandou / Leon Ritter Bd.7


ausgezeichnet

Am Stand von Le Lavandou wird eines Morgens eine Leiche angespült und stört damit die Idylle des Ortes. Der tote Junge trägt ein Kleid und ist verschnürt wie ein Paket. Capitaine Isabelle Morell und Rechtsmediziner Leon Ritter wollen herausfinden, warum der Junge sterben musste. Die Spuren führen zu einem katholischen Internat. Aber sie stoßen auf eine Mauer des Schweigens. Doch dann passieren weitere Morde. Während Polizeichef Zerna keine Zusammenhänge sieht, verlässt sich Ritter lieber auf seine Intuition und bleibt an der Sache dran.
Dies ist der siebte Band aus der Reihe um den Rechtsmediziner Leon Ritter. Bis auf den ersten Band habe ich alle gelesen.
Der Schreibstil ist wie immer flüssig und angenehm zu lesen. Man bekommt auch einen guten Einblick in das Leben in der Provence und somit ein wenig Urlaubsatmosphäre.
Ich mag den unkonventionellen sympathischen Rechtsmediziner, der sich in Frankreich gut eingelebt hat. Am Tatort hat er einen besonderen Blick für Ungereimtheiten. Wenn ihm etwas auffällt, geht er der Sache nach, auch denn er damit anderen auf die Füße tritt. Mit Capitaine Isabelle Morell bildet er nicht nur beruflich ein tolles Team, die beiden sind privat liiert. Auch zu Isabelles Tochter Lilou hat er eine gute Beziehung. Mit dem Polizeichef aber kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten.
Der Fall ist verzwickt und es gibt Konflikte zwischen Alteingesessenen und Einwanderern. Der Spannungsbogen blieb bis zum Schluss erhalten. Auch war nicht unbedingt vorherzusehen, was hinter allem steckt.
Mir hat dieser spannende und atmosphärische Krimi wieder gut gefallen.

Bewertung vom 05.05.2021
Zeit des Wandels / Die Alster-Schule Bd.1 (eBook, ePUB)
Kröhn, Julia

Zeit des Wandels / Die Alster-Schule Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Hamburg 1931: Felicitas Marquardt will in Hamburg ihre erste Stelle als Oberlehrerin antreten. Sie will ihre Schüler für das Lernen begeistern. Daher ist sie von der Reformpädagogik überzeugt, welche die Kinder abholt und bestärkt, statt ihnen den Stoff einzubläuen. Doch sie übersteht ihren ersten Unterrichtstag nicht. Sie bittet ihren Freund Emil um Hilfe und kommt so an die Alster-Schule. Hier kann sie aufatmen. Doch die Zeiten ändern sich und die Nazis bestimmen nun auch an ihrer Schule. Die Lehrer müssen sich entscheiden, ob sie ihren Idealen treu bleiben oder ob sie die Konsequenzen tragen. Auch Felicitas‘ beste Freundin Anneliese, die als Hauswirtschaftslehrerin unterrichtet, sorgt für Konflikte, weil sie sich in Emil verliebt.
Julia Kröhn hat einen mitreißenden Schreibstil, und die Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt.
In der Zeit der Weimarer Republik war es üblich, dass Schüler gezüchtigt werden. Die Angst war an den Schulen stets gegenwärtig. Durch die Reformpädagogik wehte ein frischer Wind durch die Schulen, der aber bei den Meisten nicht gut ankam. Auch in den Schulen, wie die Alster-Schule, waren längst nicht alle Lehrer von diesen Methoden überzeugt. Doch unter den Nazis wurde es noch schlimmer. Die Jungen sollten zu Soldaten erzogen und ausgebildet werden, die Mädchen sollte auf ihre Rolle als Mutter vorbereitet werden, um so Nachwuchs für das Heer heran zu ziehen.
Felicitas mit ihren Überzeugungen eckt natürlich an, aber auch sie muss bald erkennen, dass sie keine Chance hat. Ich konnte mit ihr fühlen, wenn die Wut in ihr hochkam, die sie aber unterdrücken musste. Sie schöpft Kraft beim Tanzen. Emil ist ein Mensch, der keine Gefühle zeigen will. Felicitas nennt ihn „Zinnsoldat“. Doch etwas zieht ihn zu ihr, aber er will es nicht wahrhaben, doch deckt er Felicitas immer wieder. Anneliese war immer für Felicitas da. Sie ist eine naive Person mit einem festgelegten Rollenbild. Das Ziel ihrer Träume ist es, eine Familie zu haben. Daher passt sie eigentlich so gar nicht zu der lebensfrohen Felicitas. Obwohl ich Felicitas gleich mochte, so war meine Lieblingsfigur doch der stille und bücherverrückte Levi. Aber auch Paul und Helene Löwenhagen haben mir imponiert. Dagegen war mir Dr. Waldemar Grotjahn sehr unsympathisch und seine Frau Carin fand ich mit ihrer übergriffigen Art sogar noch schlimmer.
Dieser Roman spielt in einer furchtbaren Zeit. Innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums verändert sich Deutschland und das Leben der Menschen in einer drastischen Art. Meinungen werden unterdrückt und Menschen zu Denunzianten gemacht, weil die Angst regiert. Ich habe mitgelitten und Ängste ausgestanden.
Diese Geschichte ist nicht leicht wegzustecken, aber mir hat der Roman gut gefallen und ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt.

Bewertung vom 04.05.2021
Aus der Mitte des Sees (eBook, ePUB)
Heger, Moritz

Aus der Mitte des Sees (eBook, ePUB)


sehr gut

Lukas ist Mönch und lebt schon lange im Kloster Maria Laach. Es gibt nur wenige junge Mönche wie ihn im Kloster. Als sein Mitbruder und Freund das Kloster wegen einer Frau verlässt, stürzt dass Lukas in eine Sinnkrise. Er denkt unentwegt nach. Dabei kommen die Erinnerungen und er grübelt über seine Entscheidung Mönch zu werden nach. In dieser Zeit voller Zweifel begegnet er Sarah, die für eine Auszeit ins Kloster gekommen ist. Die beiden führen angeregte Unterhaltungen und die Fragen werden drängender. Das Schwimmen im Laacher See soll Lukas Klarheit bringen, da es den Körper fordert und den Geist öffnet.
Die Geschichte verläuft sehr ruhig und ich habe ein bisschen Zeit gebraucht, um mich einzulesen. Der Schreibstil mit vielen Sprüngen, die nicht immer gleich zu erkennen sind, machte es mir nicht leicht. Doch dann hat mir das Buch gefallen und ich konnte mich auch gut auf die philosophischen Aspekte einlassen. Dabei geht es nicht vorrangig um Religion, sondern in erster Linie um das Leben.
Lukas ist ein grüblerischer Mensch. Er hat einst eine Entscheidung getroffen und wird nun durch den Weggang seines Freundes dazu gebracht, darüber nachzudenken ob er wirklich den richtigen Weg gewählt hat. Dabei schweift er aber auch immer wieder ab und macht sich über alles Mögliche Gedanken.
Eine interessante, nachdenklich stimmende Geschichte.

Bewertung vom 03.05.2021
Das Haus unter den Pinien (eBook, ePUB)
Diesinger, Sabine

Das Haus unter den Pinien (eBook, ePUB)


sehr gut

Dagmar will mit ihrem Freund Leo und dessen Sohn, sowie der Familie ihres Bruders Stefan einen entspannten Sommerurlaub in einem Ferienhaus an der französischen Atlantikküste verbringen. Doch es kommt anders. Von Anfang an sind Spannung da. Als ihr Stefan dann auch noch eröffnet, dass er ihren Vater mit seiner zweiten Frau eingeladen hat, ist Dagmar wütend. Sie hat ein angespanntes Verhältnis zu ihrem Vater, wirft sie ihm doch vor, dass er nach dem Tod von ihrer Schwester Dorit die Familie im Stich gelassen hat. Plötzlich brechen lange verdrängte Gefühle an die Oberfläche.
Es ist wahrlich keine leichte Sommerlektüre, die uns die Autorin Sabine Diesinger mit diesem Buch präsentiert. Dennoch lässt sie sich gut lesen. Die Beschreibung der Gegend lässt Urlaubsgefühle aufkommen.
Die Personen sind alle gut gezeichnet. Die Vergangenheit hat bei ihnen Spuren hinterlassen. Dagmar war sechs Jahre alt, als ihre ältere Schwester Dorit durch einen Unfall starb. Dagmar fühlt sich nicht wirklich wohl in ihrem Leben und fühlt sich immer zurückgesetzt. Anfangs nervte sie mich mit ihrem Selbstmitleid, doch im Nachhinein konnte ich verstehen, warum sie so war.
Als die Familienmitglieder nun zusammen sind, brechen Gefühle auf und es kommt zu Vorwürfen. Doch bei all den Konflikten kommen auch Erinnerungen hoch und damit wendet sich die Geschichte, wie ich es so nicht erwartet hatte.
Mich hat die Geschichte von Anfang an gepackt und ich bin erschüttert über das, was am Ende offenbar wird. Es zeigt, dass Erlebtes nicht verdrängt werden sollte, denn es hat Einfluss auf das Leben und bricht irgendwann hervor.
Ein dramatischer, etwas bedrückender und dennoch packender Roman.

Bewertung vom 02.05.2021
Ein neuer Anfang / Palais Heiligendamm Bd.1 (eBook, ePUB)
Grünig, Michaela

Ein neuer Anfang / Palais Heiligendamm Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Heiligendamm, 1912: Die Berliner Hotelier-Familie Kuhlmann hat in Doberan das luxuriöse Hotel Palais Heiligendamm eröffnet und möchte damit dem berühmten Grand Hotel den Rang ablaufen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn die High Society logiert weiterhin im Grand Hotel. Heinrich Kuhlmann hofft, dass sein Sohn Paul, der mit ihm zusammen die Führung des Hotels innehat, das Hotel einmal übernimmt. Doch Paul ist ein Künstler und lebt für die Musik. Ihm fehlt die kaufmännische Ader und auch der Umgang mit den Gästen behagt ihm nicht. Doch Tochter Elisabeth interessiert sich umso mehr für das Hotel. Sie hat auch kreative Ideen, stößt damit aber auf wenig Interesse, denn zu jener Zeit hat eine Frau zu heiraten und sich um die Familie zu kümmern, nicht aber ein Hotel zu führen. Als es dann finanzielle Probleme gibt, steigt Graf von Seitz sich ins Hotel ein. Er übergibt die Führung an Julius Falkenhayn und Elisabeth bekommt ihre Chance.
Dieser Roman ist der Auftaktband der Heiligendamm-Saga. Er hat mir gut gefallen und macht Lust darauf, auch weiter zu verfolgen, wie es mit dem Hotel und der Familie Kuhlmann weitergeht. Der Schreibstil ist einfach toll zu lesen, dann alles ist lebendig und mit viel Atmosphäre dargestellt.
Aber auch die politischen Verhältnisse sind nicht einfach und es steuert alles auf den 1. Weltkrieg zu. Während die jungen Männer sich anfangs euphorisch freiwillig zum Wehrdienst melden, wird es schon bald ernüchternd. Der Krieg bringt für alle Elend und Schrecken.
Auch die Charaktere sind gut und authentisch ausgearbeitet. Elisabeth ist die mittlere von drei Kuhlmann-Töchtern. Sie liebt die Atmosphäre im Hotel. Dabei ist sie klug und weiß, was sie will. Doch damit kommt sie bei ihren Eltern nicht gut an, denn die wollen ihre Töchter gut verheiraten, wie es damals üblich war. Aber auch Paul soll Erwartungen erfüllen, die so gar nicht zu ihm passen. Julius Falkenhayn hat unkonventionelle Ideen, die Heinrich Kuhlmann überhaupt nicht gefallen. Konflikte bleiben nicht aus. Ottilie Kuhlmann ist eine kalte Frau mit Standesdünkeln und Vorurteilen, der die Konventionen wichtiger sind als Gefühle. Neben den Familienmitgliedern gibt es aber auch noch andere interessante Personen.
Mir hat dieser historische Roman sehr gut gefallen und ich bin schon gespannt, wie es weitergeht.

Bewertung vom 01.05.2021
Kretische Feindschaft / Michalis Charisteas Bd.1 (eBook, ePUB)
Milonás, Nikos

Kretische Feindschaft / Michalis Charisteas Bd.1 (eBook, ePUB)


sehr gut

Kommissar Michalis Charisteas freut sich schon darauf, endlich wieder seine Freundin Hannah aus Berlin in die Arme schließen zu können, die am Nachmittag ankommen soll. Doch dann muss er ermitteln. Der seit einiger Zeit vermisste Bürgermeisters Stelios Karathonos wird neben der Küstenstraße in seinem Wagen tot aufgefunden. Während der Polizeichef die Sache gerne als Unfall abhandeln möchte, sieht das Charisteas anders. Er möchte mit seinem Kollegen Pavlos Koronaios gerne ermitteln, doch das wird sabotiert. Aber Michais gibt nicht so schnell auf, auch wenn er sich unbeliebt macht.
Auch wenn dies der erste Fall von Kommissar Michalis Charisteas ist, so kannte ich ihn schon, Weil ich zuvor „Kretischer Abgrund“ gelesen hatte. Dieser Krimi lässt sich schön flüssig lesen. Es geht eher ruhig zu in diesem Kriminalroman, denn Kreta lässt von seiner Atmosphäre her eher an Urlaub denken und außerdem wird alles ziemlich detailliert beschrieben, was ein wenig die Spannung nimmt, aber mir trotzdem gefallen hat.
Michalis Charisteas ist ein sympathischer Mensch und ein guter Ermittler. Obwohl er schon in den Dreißigern ist, wohnt er immer noch zu Hause bei seinen Eltern. Mit Hannah führt er eine Beziehung auf Distanz und freut sich umso mehr, wenn sie wieder bei ihm ist. Aber nicht nur ihm geht es so, auch seine Familie freut sich auf Hannah und man hofft, dass es vielleicht bald eine Hochzeit gibt und die Familie noch vergrößert wird.
Michalis muss also Ermittlungen und Privates unter einen Hut bringen. Bei den Ermittlungen stößt er auf alte Feindschaften, die weitere Opfer fordern.
Mir hat dieser Krimi mit viel Kreta-Atmosphäre gut gefallen.

Bewertung vom 28.04.2021
Skeleton Tree (eBook, ePUB)
Lawrence, Iain

Skeleton Tree (eBook, ePUB)


sehr gut

Einige Zeit nachdem der Vater von Chris gestorben ist, erhält der Zwölfjährige eine Einladung von seinem Onkel Jack. Er will mit seinem Neffen eine Segeltour an der Küste Alaskas entlang machen. Christophers Mutter ist davon nicht begeistert, denn sie hält Jack für einen Draufgänger, aber schließlich stimmt sie zu. Mit von der Partie ist zu Chris‘ Überraschung auch der fünfzehnjährige Frank, der sich überlegen fühlt. Nach ein paar Tagen kentert das Boot und nur die Jungen überleben. Sie stranden an einer einsamen Küste – ohne Nahrung und ohne Wasser. Sie können kein Feuer machen, haben keine Möglichkeit Hilfe zu rufen und müssen sehen, wie sie überleben können. Aber sie finden eine verlassene Hütte. Dort begegnet ihnen ein Rabe, den Chris Thursday nennt. Aber Frank mag das Tier nicht und es gibt immerzu Streit. Dabei müssen sich die Jungen arrangieren, denn es ist gefährlich, sie sind im Revier der Grizzlys. Dann träumt Chris von seinem Vater und er ist sich sicher, dass die Rettung bald naht.
Der Schreibstil hat mir gefallen. Immer wieder gibt es Rückblenden, die mit dafür sorgen, dass sich am Ende ein umfassendes Bild ergibt. Interessant fand ich auch die Sache mit dem Skeleton Tree und dem Raben.
Mich hat diese Geschichte von Anfang an gepackt. Man fühlt sich an Robinson Crusoe erinnert, nur dass hier zwei Jungen an Land gespült werden. Chris und Frank können nicht miteinander, doch sie müssen schauen, wie sie überleben können. Dabei gibt es ständig Konflikte, denn die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein. Aber sie müssen ums Überleben kämpfen und ihre Ängste überwinden. Doch am Ende kann Chris hinter die Fassade des mürrischen Frank schauen und er erfährt etwas, das sein Leben verändert.
Es ist eine spannende Geschichte, die mir gut gefallen hat.

Bewertung vom 28.04.2021
Top Bob - dein Hund und Retter (eBook, ePUB)
Straaten, Harmen Van

Top Bob - dein Hund und Retter (eBook, ePUB)


sehr gut

Bob ist der Hund von Herrn und Frau Drill. Sie haben ein Schild im Vorgarten „Hier wache ich“, haben aber keine Ahnung, was Top Bob so den ganzen Tag tut. Er muss nämlich dem Briefträger erschrecken, damit der glaubt, dass Bob ein ganz gefährlicher Hund ist. Die Drills wissen auch nicht, wie clever Bob ist, denn er hat einen heimlichen Ausgang aus dem Haus gefunden. So kann er kleine Vögel vor dem Kater Franz retten und seiner Freundin Zita und Skipper helfen, als ein Einbrecher sein Unwesen in der Gegend treibt. Doch die Unordnung, die er hinterlässt, schiebt man auf die Hunde. Das findet Bob sehr ungerecht. Doch dann will der Einbrecher auch zu den Drills. Ob Herrchen und Frauchen nun endlich erkennen, was in Top Bob steckt?
Die Geschichte wird aus der Sicht von Bob erzählt, der es wirklich nicht leicht hat. Dabei gibt er sich viel Mühe. Es macht Spaß, seine kleinen und größeren Abenteuer mitzuerleben, denn Bob ist ein liebenswerter und wachsamer Hund, nur erkennen das die Drills nicht. Sie glauben, er sei langweilig. Die Illustrationen sind passend, gefallen mir aber nicht ganz so gut.
Das Buch eignet sich zum Vorlesen, als auch für Leseanfänger. Es ist ein unterhaltsames Kinderbuch.

Bewertung vom 27.04.2021
Friesenleiche. Ostfrieslandkrimi (eBook, ePUB)
Jorritsma, Sina

Friesenleiche. Ostfrieslandkrimi (eBook, ePUB)


sehr gut

Eine Urlauberin findet am Strand von Borkum eine unter dem Sand verbuddelte Leiche. Bei dem Opfer handelt es sich um den prominenten Schönheitschirurgen Dr. Matthias Drese. Neben Patienten, die Drese für ein Genie am Skalpell halten, gibt es aber auch solche, die wüste Beschimpfungen im Netz loslassen. Sogar verklagt wurde der Chirurg schon. Außerdem war der Doktor dem schönen Geschlecht gegenüber nicht abgeneigt. Wollte seine Ehefrau Cornelia ihn deshalb loswerden? Oder war eine verlassene Geliebte sauer? Aber auch seine Kinder haben keine besonders gute Meinung von ihrem Vater. Die Kommissare Mona Sander und Enno Moll ermitteln in alle Richtungen und es gibt einige Verdächtige. Doch so richtig kommen sie nicht von der Stelle – bis es einen weiteren Notruf gibt.
Ich kenne die Kommissare Mona Sander und Enno Moll schon aus einigen Vorgängerbänden dieser Reihe. Der Schreibstil liest sich gut und flüssig, allerdings stören mich die Wiederholungen wie beispielsweise, dass das Modell des Dienstfahrzeuge immer wieder erwähnt wird oder, dass der Kollege Enno von der Insel stammt. Die Atmosphäre der Insel Borkum ist aber gut dargestellt und macht Lust auf einen Borkum-Urlaub.
Mona und Enno sind zwar sehr unterschiedlich. Während Enno eher ein gemütlicher Typ ist und gerne isst, gehen Mona schon mal die Pferde durch. Aber sie kennt ihre Schwäche. Die beiden verstehen sich nicht nur gut, sondern ergänzen sich auch perfekt. Enno kennt Gott und die Welt, was oft sehr hilfreich ist. Weniger hilfreich ist ihr Vorgesetzter Hinrich Oltbeck, der denn Fall gerne schnell gelöst hätte und gerne den ersten Verdächtigen einbuchten möchte.
Es ist ein verwickelter Fall mit vielen Verdächtigen und einigen Wendungen, der spannend bis zum Schluss ist. Auch Täter und Motiv waren dann überraschend.
Mir hat dieser Ostfriesland-Krimi gut gefallen.

Bewertung vom 25.04.2021
Caldera
Gerling, V. S.

Caldera


ausgezeichnet

Schon seit dem ersten Band „Das Programm“ verfolge ich diese Reihe um Nicolas Eichborn und Helen Wagner. Mit seinem ehemaligen Chef ist Nicolas Eichborn immer wieder aufgestiegen. Nun ist Schranz Bundeskanzler und hat Nicolas zum Sicherheitsberater gemacht. Als an Eichborn Informationen herangetragen werden, bei denen von einer gigantischen Sprengung durch Terroristen ausgegangen wird, ist er nicht wirklich überzeugt. Doch schon bald wird er eines Besseren belehrt, denn es gibt Tote. Als Eichborn klar wird, was wirklich dahintersteckt und dass anscheinend der amerikanische Präsident Kramer seine Finger im Spiel hat, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und Nicolas muss riskante Manöver unternehmen, um den Irrsinn zu stoppen.
Der Autor V. S. Gerling hat mit Caldera wieder einen spannenden Thriller geschrieben. Leider soll es der vorerst letzte Eichborn sein. Das „vorerst“ lässt mich hoffen, auch wenn die Geschichte jetzt einen würdigen Abschluss gefunden hat.
Der Schreibstil ist flüssig und die Dialoge sind prickelnd und unterhaltsam. Kurze Kapitel halten das Tempo hoch.
In diesem Thriller kommt Helen ein wenig zu kurz, denn sie ist schwanger und geht daher keine Risiken ein. Auch wenn Nicolas sich sehr darüber freut, dass er Vater wird, so muss er doch alles tun, um zu verhindern, dass es zu einer Katastrophe kommt. Dabei wird es natürlich wieder gefährlich, denn die Gegner sind nicht zu unterschätzen. Zum Glück hat er die volle Unterstützung des Bundeskanzlers. Nicolas hat es nicht mit Diplomatie und sein amerikanischer Kollege lernt Nicolas dann auch von seiner liebenswürdigsten Seite kennen, denn Nicolas geht keiner Konfrontation aus dem Weg. Natürlich macht er sich mit seiner direkten und oft sarkastischen Art keine Freunde. Aber er tut, was getan werden muss und hat dabei die Unterstützung eines tollen Teams. Aber seine Gegner gehen ja auch rücksichtlos vor und Menschenleben bedeuten ihnen nichts. Der Amerikaner Cooper ist zwar kein unbeschriebenes Blatt, aber er trifft eine Entscheidung und ist eine große Hilfe für Nicolas Eichborn.
Es zeigt sich, dass die vorigen Fälle, die Eichborn und sein Team zu lösen hatten, nur die Vorbereitung auf eine gigantische Verschwörung waren. Es ist ziemlich schockierend, denn wer Geld hat, hat ungeheure Möglichkeiten und kann sich fast alles kaufen.
Ein wirklich toller und sehr spannender Thriller, bei dem Realität und Fiktion verschwimmen.