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Benutzername: leseratte1310
Wohnort: Niederrhein
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Danksagungen: 107 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 1585 Bewertungen
Bewertung vom 17.11.2018
Unter der Drachenwand
Geiger, Arno

Unter der Drachenwand


ausgezeichnet

Veit Kolbe wurde kurz vor Weihnachten 1943 in Russland schwer verwundet und nun hält er sich am Mondsee unter der Drachenwand auf, um sich zu erholen. Er ist erschöpft und ausgelaugt und hofft, dass er nicht mehr zurück an die Front muss. In seinem Quartier ist auch die Darmstädterin Margot, die mit ihrem Kind hier gelandet ist. Mit der Kinderlandverschickung ist die Lehrerin Margarete und über dreißig Mädchen aus Wien in diesen Ort gekommen. Dann ist da auch noch der Gärtner, der davon träumt, nach Brasilien zurückzugehen. Veit wird ein Jahr hier verbringen und der Leser lernt diese Menschen kennen, die hoffnungslos sind und einfach nur überleben wollen. Aber da ist auch Trude Dohm, die Zimmerwirtin, die immer noch ihre Durchhalteparolen von sich gibt.
Die ganze Zeit spürt man die Hoffnung, die die Menschen haben auf eine bessere Zeit nach dem Kriegsende. Aber es ist auch eine unterschwellige Bedrohung spürbar. Es ist ein melancholisches Buch,
Veit hat so viel mitgemacht, auch wenn er nicht in der vordersten Linie dabei war, dass er nicht mehr an die Wehrmacht und nicht an den Sieg glaubt. Er will nicht mehr an die Front und versucht mit allen Mitteln, seine Erholungsphase zu verlängern. Dabei helfen im Margot und die „Panzerschokolade“. Doch für Veit ist der Krieg noch nicht zu Ende, denn es kommt ein neuer Einberufungsbefehl.
Arno Geiger bringt unter der Drachenwand die unterschiedlichsten Menschen zusammen und wir dürfen ihre Gedanken, ihre Sehnsüchte und Hoffnungen kennenlernen.
Es ist keine leichte Lektüre und mehr als einmal musste ich schlucken aufgrund des Pragmatismus, mit dem die Menschen versuchten, in diesen Ausnahmezeiten zu überleben.
Ein packender und sehr eindringlicher Roman, der noch lange nachhallt.

Bewertung vom 17.11.2018
Tattoo / Carver & Lake Bd.1
Dyer, Ashley

Tattoo / Carver & Lake Bd.1


gut

In Liverpool geht ein Serienmörder um, der Frauen tötet, sie gewissenhaft arrangiert und sie mit seltsamen Tätowierungen versieht, die er ihnen vor dem Tod mit einem Dorn einritzt. Detective Greg Carver und seine Kollegin Ruth Lake versuchen schon eine ganze Zeit, den Täter zu erwischen. Als dann eine Frau gefunden wird, die Carvers Frau zum Verwechseln ähnlich sieht, wird die Sache für ihn persönlich.

Der Schreibstil ist gut zu lesen, war mir aber oft zu detailliert. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die dann zusammengeführt werden. Aber auch hier gibt es viele Nebenschauplätze, die das Ganze zu sehr ausdehnen. So geht doch einiges an Spannung verloren. Erst zum Ende hin zog die Spannung dann an.
Die Charaktere sind gut beschrieben, aber niemand ist mir wirklich sympathisch. Auch hier gibt es mal wieder den Ermittler, der private Probleme hat. Irgendwie fehlte den Protagonisten Tiefe. Ihr Handeln konnte ich auch nicht immer nachvollziehen.

Ein Pluspunkt ist für mich, dass ich den Täter im Laufe der Geschichte nicht ausfindig machen konnte.

Ein Thriller, der mich nicht wirklich überzeugen konnte.

Bewertung vom 16.11.2018
Das Mädchen mit dem Schmetterling
Hannah, Kristin

Das Mädchen mit dem Schmetterling


ausgezeichnet

Ich mag die emotionalen Romane von Kristin Hannah sehr. Dieses Buch ist bereits 2008 unter dem Titel „Wohin das Herz uns trägt“ erschienen.


Die Kinderpsychologin Julia Cates landete vor Gericht, da eine ihrer Patientinnen andere mit in den Tod genommen hat. Obwohl Julia freigesprochen wurde, haben Zweifel, ob sie alles richtig gemacht hat, und der Medienrummel tiefe Wunden bei Julia hinterlassen. Als in ihrem Heimatort Mystic Lake ein verwahrlostes Kind mit einem Wolfswelpen auftaucht, wird sie von ihrer Schwester, der Polizistin Ellie, gebeten sich um das Mädchen zu kümmern. Da man herausfinden ill, wer das Mädchen ist, werden die Medien eingeschaltet. Es fällt Julia schwer, sich wieder der Öffentlichkeit zu stellen, aber sie nimmt es in Kauf, weil sie helfen möchte. Der Arzt Max unterstützt sie, denn er glaubt an Julia.


Der einfühlsame Schreibstil der Autorin begeistert mich jedes Mal aufs Neue. Die Geschichte der Kleinen ging mir sehr nahe, denn ihre Gedanken zeigen eine schreckliche Geschichte und auch die Wunden legen davon Zeugnis ab.


Auch Julia trägt Verletzungen in sich, die bis in ihre Kindheit zurückreichen und die noch nicht überwunden sind. Doch je länger sie sich mit dem traumatisierten Mädchen, das sie Alice genannt hat, beschäftigt und dabei Fortschritte erzielt, umso mehr heilen auch ihre Wunden.


Julia versucht mehr über „Wolfskinder“ herauszufinden. Es gibt nur wenige bekannte Fälle und die sind alle irgendwann hinter Anstaltsmauern gelandet sobald der Forschergeist der behandelnden Ärzte befriedigt war. Das will Julia auf jeden Fall verhindern. Dabei helfen ihr die Menschen von Mystic Lake, die alle etwas verschroben sind, ganz besonders aber ihre Schwester und deren Kollegen, sowie Max, der sein Päckchen zu tragen hat.


Auch wenn sich da eine Liebesgeschichte entwickelt, steht eindeutig die psychologische Arbeit mit dem Mädchen im Vordergrund. Man fiebert die ganze Zeit mit und wartet mit Julia darauf, dass sich Erfolge zeigen. Doch zunächst muss eine Vertrauensbasis geschaffen werden. Aber nicht nur Julia stößt manchmal an ihre Grenzen, auch die Polizisten müssen mit hoffnungsvollen Eltern, die ihre Kinder vermissen, und mit merkwürdigen Menschen, die angeblich helfen wollen, fertig werden.


Eine sehr emotionale Geschichte, die mich wirklich berührt hat.

Bewertung vom 15.11.2018
Honig aufs Herz
Kaspers, Moni

Honig aufs Herz


sehr gut

Evryn hat lange Brians Wirkung auf Frauen akzeptiert, da sie ihr ja selbst erlegen war, aber nun hat sie ihn in flagranti erwischt. Sie packt ihre Sachen und zieht - mangels finanziellem Polster - in ihr kleines Detektivbüro. Nur leider läuft es mit der Detektei auch nicht gut. Daher greift sie zu, als ihr ein lukrativer Job angeboten wird. Hätte sie nur vorher gewusst, wie gefährlich es für sie wird. Zum Glück gibt es da den attraktiven, aber auch distanzierten Nachbarn Nicolaj, der sie unterstützt. Aber Nicolaj hat eine dunkle Vergangenheit. Wird er sich der stellen können und wird es eine gemeinsame Zukunft für Evryn und Nicolaj geben?
Es ist eine leicht und locker zu lesende Geschichte, die in New York spielt. Natürlich ist es eine Liebesgeschichte, aber es ist doch auch tiefgreifender.
Brian hätte Evryn ein komfortables Leben bieten können und sie hätte ihre Detektei, die nichts einbringt, weiterführen können. Doch kann man damit leben, wenn der Partner nebenbei auch noch was am Laufen hat? Evy kann es jedenfalls nicht und zieht die Konsequenzen. Dabei wird der quirligen und etwas schusseligen jungen Frau schnell klar, dass es in Zukunft nicht einfach wird. Nicolaj ist ein geheimnisvoller Mensch, der eigentlich nur in Ruhe gelassen werden will. Doch dann wird ihm von Evy die Tür vor die Nase geschlagen.
Die kriminelle Geschichte wird dann mit außergewöhnlichen Mitteln angegangen und Evy ist dabei so kreativ, dass man immer wieder schmunzeln muss. Nicolajs Vorgeschichte ist dagegen keine leichte Kost.
Auch wenn so Einiges weit hergeholt ist, hat mich das Buch, eine Mischung aus Spannung und Liebesgeschichte, gut unterhalten.

Bewertung vom 14.11.2018
NSA - Nationales Sicherheits-Amt
Eschbach, Andreas

NSA - Nationales Sicherheits-Amt


ausgezeichnet

Ich habe in letzter Zeit einiges über die deutsche Geschichte angefangen in der Weimarer Republik bis zum Kriegsende gelesen. Es ist ein furchtbarer Teil der deutschen Geschichte. Aber als wäre das nicht schon schlimm genug, setzt der Autor Andreas Eschbach noch eins drauf. Er führt uns mit diesem Buch vor, wie es gewesen sein könnte, wenn das damalige Regime die technischen Möglichkeiten des Internets und Mobilfunks gehabt hätte. Konnte man damals vielleicht noch davonkommen, indem man sich abduckte, wäre mit diesen Techniken nicht mehr möglich gewesen.
Helene Bodenkamp ist Programmiererin beim Nationalen Sicherheits-Amt und schafft damit die Voraussetzungen, die eine flächendeckende Überwachung möglich macht. Es dauert lange, bis Helene merkt, was wirklich läuft. Erst als ihr Geliebter desertiert und sie ihn schützen will, gerät sie mit in die Machenschaften ihres Vorgesetzten Eugen Lettke, der das alles auch für persönliche Zwecke benutzt.
Der Schreibstil von Eschbach ist gut und flüssig zu lesen. Es gibt eine ganze Reihe von speziellen Ausdrücken, die an die Zeit angepasst wurden, aber eindeutig sind.
Es ist eine spannende, aber auch sehr erschreckende Geschichte, die uns Eschbach in diesem gewichtigen Werk von 800 Seiten erzählt. Die Charaktere sind alle gut gezeichnet. Helene Bodenkamp wirkt etwas verschüchtert, obwohl sie höchst intelligent ist. Lettke dagegen ist ein widerlicher und rücksichtsloser Psychopath.
Hat man sich beim Erscheinen von George Orwells Roman „1984“ noch über eine solche Überwachung Sorgen gemacht, so hat die Wirklichkeit dieses Szenario schon vor vielen Jahren überholt. Wir sind bereits gläsern, auch wenn es von vielen ignoriert wird, denn die Sammelwut unserer Daten durch die großen Firmen wie Facebook, Google usw. wächst und wächst. Man mag sich gar nicht vorstellen, was dieses Werkzeug in falschen Händen anrichten kann.
Es ist ein Buch, in dem vieles nur schwer zu ertragen ist. Aber gerade, weil es so erschreckend ist, macht es nachdenklich und hallt nach.

Bewertung vom 13.11.2018
Lenz / Kommissar Eschenbach Bd.6
Theurillat, Michael

Lenz / Kommissar Eschenbach Bd.6


sehr gut

Kommissar Eschenbach kehrt nach einer Auszeit wieder an seinen Arbeitsplatz zurück, wo eine bedrückte Stimmung herrscht. Seine Stellvertreterin Ivy Köhler hat keine Lust ihren Platz wieder zu räumen und macht es Eschbach nicht leicht. Sein Freund und Kollege Ewald Lenz ist verschwunden. Er steht unter Terrorverdacht. Der Todesfall des 62-jährigen Walter Habicht wird schnell als Selbstmord zu den Akten gelegt, doch Eschbach mag das nicht glauben und beschäftigt sich intensiv mit der Sache.
Es ist ein ungewöhnlicher Krimi, den Michael Theurillat uns in einem klaren Schreibstil mit Schweizer Einschlag präsentiert. Ich wusste nicht, dass dieses Buch Teile eine Reihe um Kommissar Eschenbach ist.
Obwohl es eigentlich ruhig zugeht, ist die Geschichte dennoch spannend. Die Charaktere sind gut dargestellt. Kommissar Eschbach ist ein guter Polizist, der beharrlich an einer Sache dranbleibt, wenn er Zweifel hat. In diesem Fall ist er sogar persönlich betroffen, da sein alter Freund Lenz involviert ist.
Es ist schon merkwürdig, dass der Tote in seiner eigenen, allerdings leergeräumten Wohnung gefunden wird. Scheinbar hatte er keine Bekannten oder Freunde, doch Lenz und Habicht haben sich aus Studienzeiten gekannt. Gibt es einen Zusammenhang?
Es ist ein gesellschaftskritischer Roman, der aktuelle Themen aufgreift, wie Terrorismus, Meinungsmache und kriegerische Konflikte. Einige Elemente beruhen auf wahren Situationen.
Ein anspruchsvolles und tiefgründiges Buch.

Bewertung vom 12.11.2018
Am Anfang des Weges / Die Fotografin Bd.1
Durst-Benning, Petra

Am Anfang des Weges / Die Fotografin Bd.1


ausgezeichnet

Statt den Heiratsantrag des Vikars Heinrich Grohe anzunehmen, entschließt sich Minna Reventlow, genannt Mimi, als Wanderfotografin ihr Glück zu machen. Ihr Onkel Josef war ihr immer ein Vorbild und nun will sie den Menschen mit ihren Fotografien Schönheit schenken. Es ist nicht leicht für sie, sich in dieser männerdominierten Branche durchzusetzen, aber ihr eiserner Wille und ein Quäntchen Glück sorgen dafür, das ihr Name schnell bekannt ist. Doch dann erreicht sie ein Brief der Mutter, dass ihr geliebter Onkel ziemlich krank gewesen ist und Unterstützung braucht, bis er wieder auf den Beinen ist. Mimi macht sich auf den Weg nach Laichingen auf der schwäbischen Alb. In Ulm begegnet sie Hannes, der mächtig Eindruck auf sie macht. Aber sie muss weiter zu ihrem Onkel.
In Laichingen erkennt sie, dass es ihrem Onkel sehr viel schlechter geht als angenommen. Daher beschließt sie, sein Fotoatelier wieder zu öffnen und eine Weile zu bleiben, bis ihre Mutter die Zeit findet, sich um ihren Bruder zu kümmern.
Die Autorin Petra Durst-Benning hat einen sehr angenehm zu lesenden Schreibstil, mit dem sie die Bewohner und das Leben in Laichingen sehr lebendig werden lässt. In dem Ort leben alle von der Leinenweberei, die Männer in der Fabrik und die Frauen besticken die Wäscheteile zu Hause. Alle sind abhängig von Herrmann Gehringer, dem die Fabrik gehört. Traditionen gelten viel in Laichingen, wenn der Vater Weber bei Gehringer ist, wird es der Sohn auch. Trotzdem herrscht unter den Weberfamilien bittere Not, so bleibt keine Zeit für Freude und keine für Trauer und schon gar keine für Träume, außer man schließt diese Träume fest in sein Herz ein.
Es gibt einige Aufregung als Mimi im Ort auftaucht und sich so gar nicht duckmäuserisch verhält. Aber sie ist eine selbständige Frau, die schon sehr früh selbständig war, da ihre Mutter Amelie immer damit beschäftigt war, sich um Notleidende zu kümmern und kaum Zeit für ihre Tochter hatte. Mimi wusste schon immer, was sie wollte, und wurde von ihren Eltern dabei unterstützt. Als sie das Atelier ihres Onkels wieder öffnet, erzeugt sie unterschiedliche Reaktionen. Was dem einen zu fortschrittlich, sorgt bei anderen für ganz neue Ideen und Hoffnungen.
Mimi ist eine sehr sympathische und starke Frau. Sie setzt sich über Widerstände hinweg, aber sie ist auch mitfühlend und hat einen besonderen Blick für andere Menschen. Auch die anderen Personen sind interessant und vielschichtig. Es gibt einige, die man von Anfang an mag und andere, die man am liebsten auf den Mond schießen würde.
Das Ende ist offen und macht neugierig auf den nächsten Band dieser Reihe. Auf ihn bin ich jetzt schon sehr gespannt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich kann es nur empfehlen.

Bewertung vom 11.11.2018
Jahre des Aufbaus / Die Schwestern vom Ku'damm Bd.1
Riebe, Brigitte

Jahre des Aufbaus / Die Schwestern vom Ku'damm Bd.1


ausgezeichnet

Es liegen so wenige Jahre zwischen der Neueröffnung des aufwendig umgebauten Kaufhauses Thalheim & Weisgerber und dem Ende des Krieges, als eben dieses Kaufhaus nur noch eine Ruine ist. Der Krieg ist zu Ende, doch es fehlt an allem und die Menschen hungern. Aber da ist auch die Hoffnung auf bessere Zeiten und der Hunger das nachzuholen, was in den letzten Jahren nicht möglich war. Auch bei den Thalheims hat der krieg Spuren hinterlassen. Friedrich Thalheim und sein Sohn Oskar werden vermisst. Die Wertheims mussten schon früh Deutschland verlassen. Nun werden auch noch die restlichen Familienmitglieder von den Russen aus ihrer Villa vertrieben. Sie können nur wenig mitnehmen, aber zwei Nähmaschinen bilden die Grundlage für einen Neuanfang. Die älteste Tochter Rike will das Kaufhaus wiederaufbauen.
Mit diesem Buch startet die 50er-Jahre-Trilogie der Autorin Brigitte Riebe. Wieder einmal bin ich begeistert von dem fesselnden und authentisch Schreibstil der Autorin.
Auch die Personen sind sehr gut und lebendig beschrieben. Rieke setzt trotz der schweren Arbeit als Trümmerfrau alles daran, das Kaufhaus wiederaufzubauen. Unterstützt wird sie von ihrer Freundin Miriam. Aber ihre Schwestern Silvie und Florentine haben ihre eigenen Vorstellungen vom künftigen Leben. Dann kommt Friedrich zurück, der seine Tochter nicht ernst nimmt. Daher interessiert es ihn auch nicht, woher die Mittel für das Geschäft kommen
Es ist interessant und spannend in jene Zeit nach dem Krieg einzutauchen. Die Not ist immer noch groß, aber der Schwarzhandel blüht. Es ist aber auch eine Zeit, in der die Frauen anpacken mussten, da viele Männer im Krieg geblieben oder in Gefangenschaft waren. Es war nicht einfach für sie, bot ihnen aber auch die Möglichkeit, sich zu emanzipieren und ihren Weg zu gehen. Die Währungsreform kommt und Westberlin wird abgeschnitten von den westlichen Zonen Deutschlands. Es ist nur den Rosinenbombern zu verdanken, dass die Menschen überleben können.
Mir hat dieser historische Roman gut gefallen und ich bin schon gespannt auf die Folgebände.

Bewertung vom 11.11.2018
Das Weihnachtswunder
Rundell, Katherine

Das Weihnachtswunder


weniger gut

Am Heiligenabend müssen die Eltern des kleinen Theo arbeiten. Während die Babysitterin eingeschlafen ist, versucht Theo den Weihnachtsbaum zu schmücken. Viele Kugeln sind zerbrochen, aber vier Christbaumanhänger - ein Schaukelpferd, ein Rotkehlchen, einen Zinnsoldaten mit einer Trommel und ein Engelchen – sind einigermaßen heil. Dann schaut Theo aus dem Fenster, sieht eine Sternschnuppe und wünscht sich, nicht mehr alleine zu sein. Da werden die Figuren lebendig und so wird es doch noch ein schöner Abend für Theo.

Die Geschichte liest sich sehr flüssig und ist ganz nett, aber dass es eine Geschichte voller Herz und Magie sein soll, finde ich übertrieben. Mir fehlte das Geheimnisvolle, das Wundersame in dieser Weihnachtsgeschichte.

Der Schreibstil ist kindegerecht und verständlich. Die Illustrationen sind passend und gefallen mir sehr gut.

Was mir wenig gefallen hat ist, dass aus Geschenkgutscheinen unter dem Weihnachtsbaum ein riesiger Berg Geschenke wurde und dass die Sternschnuppe in Wirklichkeit nur ein Flugzeug war. Am traurigsten fand ich es, dass ein Kind am Heiligabend mit seinem Babysitter alleine ist, weil die Eltern arbeiten müssen und dass diese Babysitterin sich mit dem Handy beschäftigt hat, bis sie eingeschlafen ist. Soll das ein Weihnachtswunder sein? Es ist einfach nur sehr traurig.

Dies ist keine Weihnachtsgeschichte, die ich den Kleinen vorlesen würde in der geheimnisvollen und wundersamen Weihnachtszeit.

Bewertung vom 10.11.2018
Mein Name ist Trump - Hinter den Kulissen von Amerikas First Family
Fox, Emily Jane

Mein Name ist Trump - Hinter den Kulissen von Amerikas First Family


gut

Als sich Donald Trump zur Wahl stellte, wurde die ersten Bücher herausgegeben, die sich mit ihm als Politiker befassten und es kommen immer wieder neue heraus. Nun hat sich also Emily Jane Fox, die als Journalistin bei Vanity Fair ist, diesem Thema gewidmet. Sie betrachtet alles aus der Perspektive der Kinder von Donald Trump. Ganz besonders liegt ihr Augenmerk auf Ivanka Trump, die schon immer mehr in der Öffentlichkeit stand als ihre Geschwister und Trumps Lieblingstochter ist. Von Anfang an war sie mit ihrem Mann Jared Kushner immer ganz nah dabei, wenn Donald öffentlich auftrat. Sie waren auch sofort mit wichtigen Posten versehen, als Trump ins Weiße Haus“ einzog. So bleibt alles in der Familie.
Wenn man in das Trumpsche Familienleben schaut, stellt man fest, dass Business schon immer wichtiger war als Familie. Die Kinder hatten materiell alles, was man sich nur vorstellen kann. Die Betreuung übernahmen aber Angestellte. Ein liebevolles Familienleben schaut anders aus.
Wer also eine oberflächliche, unterhaltsame Betrachtung über den amerikanischen Präsidenten und seine Familie im Stil der Yellow Press sucht, ist bei diesem Buch richtig. In der Ankündigung des Buches ist von „verblüffenden Erkenntnissen“ die Rede. Diese Erkenntnisse habe ich nicht finden können. Mein Wissen und meine Ansichten über den Menschen Donald Trump haben sich mit diesem Buch nicht verändert.
Nett zu lesen, geht aber nicht in die Tiefe.