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Benutzername: vielleser18
Wohnort: Hessen
Über mich: Ich lese querbeet, am liebsten aus den Bereichen Historisch, Krimi/Thriller, Frauen und Fantasy
Danksagungen: 195 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 599 Bewertungen
Bewertung vom 25.07.2020
Vegan! Das Goldene von GU

Vegan! Das Goldene von GU


ausgezeichnet

Ich habe im Vorfeld schon einige vegane Kochbücher im Besitz gehabt, aber dieses hier ist das erste, das mich wirklich rundum begeistert. Wir leben nicht hauptsächlich vegan, aber greifen immer mehr zu fleischlosen Rezpeten um gesünder zu leben.

Das "Vegan ! Das Goldene von GU" ist zum einen sehr umfangreich was die Anzahl der Rezepte angeht und somit ist auch für jeden Geschmack etwas dabei, zum anderen sind sie nicht schwierig nachzukochen, denn die Beschreibung der Zubereitung ist klar und ausführlich gegliedert.


Ein Highlight sind zudem die vielen Küchentipps, die vor jedem Kapitel gestellt sind und viel wissenswertes Grundwissen rund um vegane Ernährung, aber vor allem auch zur Nährstoffversorgung und Zubereitung geben.

Nach dem Motto "Das Auge isst mit" sind die vorgestellten Rezpte auch alle bebildert und appetitlich in Szene gesetzt worden. Ich mag es, wenn ich nicht nur eine Beschreibung habe, sondern schon nach den Bildern entscheiden kann, was ich gerne zubereiten würde.

Die Zutatenliste ist nicht sehr außergewöhnlich, das heißt, ich muss mich für die allermeisten Rezepte nicht auf die Suche nach exotischen Zutaten begeben.

Aufgeteilt ist das Kochbuch in die Kapitel:
-Vegane Basics
-Frühstücksideen
-To Go und Zwischendurch (Salate, Snacks, Fingerfood)
-One-Pot-Seelenfutter (Suppen, Eintöpfe, Currys)
-Hauptgerichte für jeden Tag (Gemüse, Pasta, Hülsenfrüchte)
-Küchenklassiker Vegan
-Süsses gerührt und gebacken

MIt 400 Seiten ein sehr umfangreiches gebundenes Kochbuch, das für diesen Preis von 20,00 € auch noch sehr günstig ist.

Bewertung vom 23.07.2020
Abenteuer in Berlin / Matti und Max Bd.3
Lehmann, Sandra

Abenteuer in Berlin / Matti und Max Bd.3


ausgezeichnet

Im Biber& Butzemann Verlag ist eine Kinderbuchreihe erschienen, die spannend und informativ zugleich ist. In wechselnden Orten, von verschiedenen Autoren, erleben Kinder Abenteuer, dabei lernt der Leser zugleich etwas über die Orte, Begebenheiten und historische Ereignisse ohne dass es langweilig wird, im Gegenteil.

Autorin Sandra Lehmann hat drei Bücher über Matti und Max zu dieser Reihe beigesteuert. In "Abenteuer in Berlin" erleben die beiden Freunde zusammen mit Nachbarin Vicky eine aufregende Zeit in Berlin. Alles beginnt mit dem Urlaub von Matti bei seinem Freund in Berlin. Es ist sein erster Aufenthalt in Berlin und so gibt es viel zu entdecken. Den Zoo, den Fernsehturm, den Wannsee. Dann finden die drei Kinder eine vergrabene Schatulle mit Schmuck und sie machen sich auf die Suche nach der rechtmäßigen Besitzerin, was sich als gar nicht zu leicht herausstellt. Hinzu kommt, dass ein Nachbar sie wütend verfolgt, da er den Schmuck für sich will. Matti, Max und Vicky erkunden dabei nicht nur Berlin, sondern Matti erfährt auch ganz viel von historischen Ereignissen, wie den Bau der Mauer, dem geteilten Berlin, den Rosinenbombern und dem Checkpoint Charlie. Dadurch lernt auch der Leser mehr über Berlin. Die Beschreibungen und historischen Ereignisse wurden informativ und gerade im richtigen Maß mit der Geschichte verwoben, ohne dass es zu viel oder zu langweilig wird. Im Gegenteil, dieses Buch ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Die einzelnen Kapitel haben auch die richtige Länge zum selber lesen für jüngere Kinder bzw. zum Vorlesen für die, die noch nicht viel selbst lesen.

Hervorhebenswert ist auch die hochwertige Aufmachung des Buches. Ein gebundenes Buch mit Lesebändchen, vielen farbigen Illustrationen und einem Stadtplan mit den wichtigsten Punkten von Berlin, die im Buch erwähnt werden, auf der Innnenseite.

Bewertung vom 23.07.2020
Helga räumt auf / Frau Huber ermittelt Bd.2
Raab, Thomas

Helga räumt auf / Frau Huber ermittelt Bd.2


sehr gut

Wer schwarzen Humor, jede Menge Leichen im Roman und einen un- und außergewöhnlichen Erzählstil, den man kaum beschreiben kann, mag, der liegt mit diesem Buch genau richtig.

Im eigentlich beschaulichen Ort Glaubenthal stirbt als erstes der alte Grubmüller durch einen Fall in die hauseigene Jauchegrube....doch, wie schon gesagt, es bleibt nicht bei dem einen Toten. Reihenweise sterben hier die Mitglieder aus zwei Familien, jder auf eine andere und ganz spezielle Art. Ganz Glaubenthal ist ein Ort mit skurrilen Bewohnern, die ihre eigenen Macken haben, die einzige "normale" scheint Hanni Huber zu sein., die natürlich dem Ableben ihrer Mitbürger auf den Grund gehen will. Doch auch Hanni hat ihre Eigenarten. Sie lebt am Rande des Dorfes, und ihr fällt mehr die Rolle der aufmerksamen und sehr neugierigen Beobachterin zu, die für alles irgendwie ihren "Senf" dazu gibt, auch wenn sie es nicht immer laut äußert. Auch wenn sie nicht mehr allzu gut zu Fuß ist, ist ihr im zweifelsfalle kein Weg zu weit um mehr in Erfahrung zu bringen.

Amüsant, derb, zum Schmunzeln, erfinderisch und zum MItraten, wenn es am nächsten erwischt und wer hinter allem steckt. Doppelbödig, tiefschürfend, nicht gradlinig, bisweilen kantig, bissig und kauzig, so kann man vielleicht den Stil Raabs beschreiben. Auf Dauer wurde es mir mit den Toten etwas zuviel und auch der Faden ging zwischenzeitlich etwas verloren, weil die Familienverhältnisse der Beteiligten bzw. Toten mich sehr verwirrt haben. Wer mit wem verheiratet, verbandelt, lieert, Tochter von, Schwester von.....etc. Zwischenzeitlich ist eine Skizze eingefügt, die schon an den Anfang gehört hätte, auf die musste ich immer wieder mal zurückgreifen. In der Mitte hatte ich beim Lesen einen Hänger, der sich allerdings durch ein dramatisches Ende á la Showdown wieder gelegt hat. Das Ende hatte für mich einen Aha-Effekt (obwohl, hätte ich mir den Titel vorher mehr verinnerlicht, hätte ich es ja ahnen können....). Der Abspann wiederrum war nachdenklich stimmend.


Ein ungewöhnlicher Roman, mal was anderes halt. Mit spitzer Zunge bzw. eher spitzer Feder wird hier mächtig viel durcheinander gewirbelt, viel aufs Korn genommen und viel gemordet.

Bewertung vom 15.07.2020
Eisiger Nebel / Theo Krumme Bd.6
Berg, Hendrik

Eisiger Nebel / Theo Krumme Bd.6


ausgezeichnet

Gleich vorweg: dies ist mein dritter Krimi von Hendrik Berg, ich mag seine Krimis mit dem ostfriesischen Flair, die spannend und auch humorig erzählt werden.

Im neuesten Fall muss Kommissar Theo Krumme, kurz Krumme genannt, mit seiner Kollegin Pat herausfinden, wer der übel zugerichtete Tote im Hafenbecken ist. Was verbirgt eine kleine Gemeinschaft von Nachbarn, bei der sie bei den Nachforschungen stoßen ?

Durch verschiedene Erzählstränge wird auch dem Leser sehr schnell klar, dass der Tote kein unbescholtener Bürger ist, dass mehr dahinter steckt und das diese Sache, die er begonnen hat, noch nicht vorbei ist. Denn er hat noch einen Hintermann, der nun die Sache selbst in die Hand nehmen will. Was, das bleibt lange geheimnisvoll, das macht es spannend, genauso wie der Wettlauf mit der Zeit, den sich die Kriminalpolizei nun unbewusst mit ihm liefert.

Viele bekannte Figuren treten auch in diesem Band wieder auf. Ganz vornweg Hund Watson, der diesmal nicht ganz unbeteiligt an dem Geschehen bleibt, aber auch Harke und die Mannsens sind wieder dabei, wenn auch mit einer kleineren Rolle.

Ich mag diese Verquickung von Fall mit Spannung und Privatleben und persönlichen Belangen des Kommissars, so bleibt dieser greifbar, nahbar und vor allem zutiefst menschlich. Diesmal hat Krumme auch ein paar persönliche Probemchen, denn er trifft sich seit langen mal wieder mit seiner Exfrau Maria.

Das Setting und die Protagonisten sind sehr realistisch und wie beschrieben sehr lebendig dargestellt.

Dieser Band spielt in einer kalten, eisigen und oft nebeligen Jahreszeit, ein einsamer Wolf bescherrt zusätzlich für Aufregung in Ostfriesland .

Von Anfang an spannend, am Ende hin aber auch noch mit einem rasanten Showdown, so dass man bei den letzen 150 Seiten gar nicht mehr aufhören kann zu lesen.

Bewertung vom 15.07.2020
Ich bleibe hier
Balzano, Marco

Ich bleibe hier


ausgezeichnet

Die Geschichte spielt in Grau, einem kleinen Bergbauerndorf in Südtirol. Der Roman umspannt die 1920er Jahre bis in die 1950er Jahre hinein und handelt von Trina. Trina ist eine fiktive Figur des Autors Marco Balzano, aber das was sie erlebt, was im Dorf, um das Dorf herum und vor allem mit dem Dorf passiert, das ist aus dem Leben gegriffen.

Graun gehört nach dem Ende des 1. Weltkrieges zu Italien, die Bewohner erleben den Faschismus und den Nationalismus, in der Schule darf nicht mehr Deutsch gesprochen werden, sie erleben Repressalien, den 2. Weltkrieg und am Ende soll auch noch ein Stausee geboren werden. Der Autor hat sich an wahre Begebenheiten, die er durch bibliogrophische Werke und Zeitzeugenberichte zusammengetragen hat, orientiert und hat diesen durch die fikitve Figur Trina Leben und vor allem auch Emotionen eingehaucht.

Der Roman ist wie ein Lebensbericht, eine lange Rede oder ein langer Brief, den die Protagonistin an ihre Tochter richtet, in dem sie berichtet, was in ihrem Leben sich alles ereignet hat, was sie erlebt, erdulden und wo sie sich widersetzen konnte.

Trina ist eine ruhige Hauptperson, sie erinnert mich an bisschen an meine Großmütter, die aus dem selben Jahrzehnt stammen. Trina zeigt dennoch viele Gefühle, sie erlebt in ihrem Leben sehr viel dramatisches, aber sie hat auch Mut und vor allem einen Überlebenswillen, der sie durchhalten und vor allem auch aushalten lässt. Balzano ist es gelungen, dies hier in einem ruhigen Stil zu erzählen, ohne dass es zu melodramatisch oder überzogen wird. Es lässt diese Zeiten in diesem Buch wieder aufleben, so dass man sich hinein versetzt fühlt und man mitfühlen und mitleiden kann. Es ist eine harte Zeit, die dem Leser einiges zum Nachdenken gibt, gerad wenn man weiß, dass diese Zeit noch gar nicht allzu lange her ist.

Heute ragt der Kirchturm von Graun aus dem Reschensee und ist ein beliebtes Fotomotiv. Dieser Roman erzählt die Geschichte, die sich dahinter verbirgt und die nicht in Vergessenheit geraten sollte.

Bewertung vom 12.07.2020
Dort, wo die Feuer brennen
Töpfner, Astrid

Dort, wo die Feuer brennen


ausgezeichnet

Ein Roman, den ich jedem gerne ans Herz legen möchte. Er ist bewegend, fesselnd, spannend, emotional, romantisch und tiefgründig.

Soledad, kurz Sol genannt, lebt in Berlin und ist eigentlich glücklich. Eigentlich. Beruflich steht sie vor einem Karrieresprung, ihr Freund hat ihr vor einigen Monaten einen Heiratsantrag gemacht und auch ihre jahrelange Pechsträhne scheint endlich vorbei zu sein. Doch Sol läuft nur vor ihrer tragischen Vergangenheit weg, sie betäubt ihre Gefühle, sie verdrängt zu viel. Als auch in Berlin alles anfängt aus dem Ruder zu laufen, muss sie sich endlich dem stellen, vor dem sie bisher so erfolgreich davongelaufen ist: ihrer Vergangenheit. Nach vielen Jahren der Abkehr reist sie zurück in ihr Heimatdorf in Spanien und dort holt sie ihre Vergangenheit sie schneller ein als ihr lieb ist.

Die Autorin Astrid Topfner, von der ich bereits „ Wenn Schmetterlinge fliegen lernen“ sehr gerne gelesen habe, hat mich diesmal ziemlich geflasht mit diesem Roman. Es liegt nicht nur an ihrem unheimlich fesselnden Erzählstil, sondern an dieser ganz besonderen Geschichte. Man fühlt beim Lesen mit Sol und man leidet bei jedem falschen Schritt, den sie tut, mit ihr. Als Leser taucht man in diese Geschichte, die von mehreren Zeitebenen aus erzählt wird, ein und kann das Buch kaum aus der Hand legen. Die Autorin kann bildgewaltig und fesselnd erzählen. Zudem hat diese Geschichte so viel Tiefe !

Bei den Nebenfiguren bleibt es lange spannend. Wer ist auf welcher Seite? Wie hat der oder die eine mit dem anderen zu tun. Was ist das Geheimnis aus der Vergangenheit. Wer hat Schuld, wer hat keine Schuld auf sich geladen. Alle, niemand? Eines ist von Anfang an klar, es geht um verletzte Seelen, um Trauer, um tragische Ereignisse, die sich erst nach und nach herauskristallisieren.

Dennoch ist es auch ein Buch über Liebe und Romantik, um Familienbande, Hoffnung und das Loslassen. Über das Glück, das zurückkommt, wenn man es zulässt.

Dies alles hat Astrid Töpfner in diese Geschichte hinein gepackt. Sie hat vor allem alles in wunderbare Worte verpackt, die nachdenklich machen und berühren. „Dort, wo die Feuer brennen“ Ist daher nicht nur ein Lesehightligt für mich geworden, sondern auch ein Jahreshightlight.

Bewertung vom 02.07.2020
Der Gepäckträger
Rawlings, David

Der Gepäckträger


ausgezeichnet

Drei Menschen haben ganz verschiedene Pläne, als sie nach ihrem Flug an die Gepäckausgabe gehen, um ihren Koffer zu holen. . Doch sie nehmen den falschen Koffer und zu spät bemerken sie den Fehler.

David ist auf dem Weg zu einem wichtigen beruflichen Meeting und benötigt seine Unterlagen für seinen Vortrag, die sind natürlich im Koffer. Sein Job, aber auch seine Ehe, die seit einiger Zeit gewaltig kriselt, stehen bei ihm auf dem Spiel.

Gillian ist verheiratet, Mutter von drei Söhnen, diesmal allerdings alleine unterwegs auf dem Weg zu ihrer Schwester. Gillian beneidet ihre Schwester seit ihrer Kindheit, beneidet sie um ihr AUssehen und um ihren luxeriösen Lebensstil. Gerade in ihrer Nähe fühlt sie sich besonders wie ein Aschenputtel.

Der junge Michael ist auf dem Weg zu einem Treffen, das ausschlaggebend für ein Sportstipendium ist, aber eigentlich ist sein Traum Künstler zu werden und ein Kunststudium zu beginnen. Doch sein Vater verlangt von ihm einen anderen Berufsweg und er wagt es nicht seine eigenen Ziele zu verfolgen.

Sie alle treffen in einer ganz besonderen Halle einen Gepäckträger, der ihnen zeigt, welchen Ballast sie in ihrem Leben, in "ihrem Gepäck" tagtäglich mit herum schleppen. Jedes Problem, jeder "Fall" is so ganz anders gelagert, doch alles sind Probleme, die alltäglich sind. Die viele von uns betreffen. Die Last, die jeder von ihnen trägt, sorgt dafür, dass sie unglücklich, unzufrieden und reizbar sind. Sie sehen nur das Schlechte in ihrem Leben, sie ergreifen keine oder zu wenig Selbstinitiative um ihr Leben zu verbessern. Der "Gepäckträger" zeigt ihnen in wunderbar beschriebenen Dialogen und Szenen, wie diese drei die Chance auf eine Veränderung bekommen.

Der Roman von David Rawlings ist eine Parabel, die auch dem Leser in vielen Bereichen die Augen öffnen kann. Wem geht es im Leben nicht so, dass es unnötigen Ballast, der einen beschwert, der einem im Weg steht, mit sich herum schleppt.

Rawlings hat es geschafft in knapp 170 Seiten eine sehr vielschichtige und beeindruckende Geschichte zu erzählen, über Chancen und die Erkenntnis seiner eigenen Wünsche und Ziele, über Selbstbewusstsein und das richtige Augenmaß. Hier wird sehr unterhaltsam, nachdenklich machend und vor allem sehr tiefgründig in dieser Erzählung das Leben von drei Menschen (fast) auf den Kopf gestellt.

Eine nicht alltägliche Geschichte, die mir sehr gefallen hat, da sie nachdenklich stimmt und sehr tiefgründig ist.

Im Anhang stellt Rawlings Fragen, gibt Impulse und führt auch damit den Leser dahin, sich und die Menschen in seinem Umfeld aufmerksam(er) zu betrachten.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.06.2020
Mitten im August
Ventura, Luca

Mitten im August


sehr gut

Ein Toter auf Capri. Erstochen auf seinem Boot. Die örtliche Polizei um Enrico Rizzi führt normalerweise keine Mordermittlungen, dafür ist die Kriminalpolizei in Neapel zuständig. Rizzi und seine neue, etwas geheimnisvolle Kollegin Antonia Cirillio führen jedoch die ersten Ermittlungen am Tatort und im Wohnhaus des Opfers und wollen natürlich mehr herausfinden. Ein Krimi, bei dem mir vor allem die handelnden Persoen ( in besondererem Maße das ungleiche Polizeiduo), der Erzählstil, aber auch die beschriebene Landschaft und das Leben auf Capri, sehr gefallen haben. Die Nebencharaktere, die Handlung und auch die Auflösung des Falles sind aber weitere Pluspunkte. Es ist kein allzu spannender und hochdramatischer Fall, aber ein unheimlich atmosphärischer Krimi, in den man beim Lesen sehr gut eintauchen kann.

Der Tote, Jack, war Student der Ozeanologie, seine reichen Eltern hatten ein Haus auf Capri, er nutzte den Sommer um ein Praktikum bei einem Ozeanforscher zu machen. Im Buch werden einige Umweltaspekte angesprochen, besonders was de Zustand der Weltmeere angeht. Dennoch ist dies nur ein Nebenstrang in dem Roman, wenn auch ein sehr interessanter (und manchmal auch erschreckender).

Der Mittelpunkt ist der Mord und die Aufklärung, aber auch das private Leben von Enrico Rizzi. Er hat in der Vergangenheit trauriges erlebt, hat nun wieder eine Freundin, und hilft in seiner freien Zeit seinem Vater auf der Gemüseplantage. Hier versucht er mit konservativen Mitteln gegen Plagegeister, die die Ernte gefährden, vorzugehen und versucht seinen Vater davon abzubringen, gleich Gift einzusetzten. Es ist ein beschauliches Leben auf Capri, wäre da nicht der brutale Mord. Als Leser ist man bei den Ermittlungen dabei, dennoch gibt es auch immer wieder Rückblenden, die das Leben des Opfers vor der Tat beleuchten. Erst nach und nach kristallisiert sich mehr heraus, Hintergründe, Verdächtige. Ich hatte zwar irgendwann ziemlich früh den richtigen "Riecher", was die Auflösung betrifft, aber das tat dem Lesegenuss keinen Abbruch, denn es war ja lange auch meinerseits nur eine vage Vermutung.

Ich freue mich schon auf den zweiten Band der Capri-Reihe, den der Autor nun schreibt, denn noch sind nicht alle Fragen, was das Privatleben der Polizisten angeht, geklärt. Nichts was jetzt ungemein wichtig wäre, nein, der Roman ist schon in sich abgeschlossen. Es ist eher so, dass man mehr von ihnen erfahren möchte und daher gespannt auf den Folgeband ist.

Für den ersten Band gibt es eine Leseempfehlung und 4,5 Sterne von mir!

Bewertung vom 21.06.2020
Leichter als gedacht
Kostic, Irina

Leichter als gedacht


ausgezeichnet

Neujahrs-Vorsätze, Sommer-Bikini-Zeit, der Blick auf die Waage...wer nimmt sich nicht immer wieder mal vor, etwas an seinem Gewicht zu ändern? Klar, es gibt auch die, die gar keine Probleme damit haben, die entweder so zufrieden sind, wie sie sind, oder die in der glücklichen Lage sind, einfach ihr Gewicht zu halten. Ich konnte mein Gewicht auch jahrelang halten, dann kamen die Schwangerschaften, nach der bei jeder danach ein bisschen „hängen geblieben“ ist, dann kam die 30, die 40 ...und irgendwie kam jedes Jahr langsam, aber stetig, ein oder zwei, oder drei Kilos dazu. So erging es auch der Autorin, Irina Kostíc. Daher hat mir Buch, und vor allem ihre Beschreibungen ihres „Ist-Zustandes“ vor ihrer Veränderung zum Wohlfühlgewicht auch ein bisschen aus der Seele gesprochen.

Vor allem schreibt sie selbstironisch, berichtet aus ihrem Alltag, von „gutgemeinten“ Sprüchen, von Tabus, von Alltagssorge, aber auch mit Augenzwinkern und immer mit einer heiteren Note.

Dies ist ein christliches Buch und die Autorin, beschreibt, welche Empfindungen sie in der Zeit vor ihrem Wohlfühlgewicht hatte, wie es dazu kam, dass sie Gott - ja, in ihrer Not- dann um Hilfe gebeten hat und wie es dann zu einer eigentlich ganz einfachen Art ging um abzunehmen.

Das Buch ist kein alltägliches Abnehm-Diät-Buch, dass beschreibt, tu das, tu das nicht, mach es so oder so. Es ist ein Buch, dass hauptsächlich von den eigenen Erfahrungen berichtet, aber auch schon früh zeigt, was sie alles falsch gemacht hat. Je weiter man liest, gesellen sich auch immer weitere Tipps dazu. Schließlich zeigt sie auf, was sie geändert hat in ihrem Lebensstil und warum dies auch dem Körper gut tut und berichtet, wie sie dadurch ziemlich einfach und auch anhaltend ihr Gewicht verändert hat.

Irina Kostic hat einen lockeren und sympathischen Erzählstil. Sie analysiert sich im Buch gekonnt selbst, reflektiert die Schwachstellen und Fehler in ihrer Form der Ernährung, die (fast jeder) selber auch allzu gerne hat und macht.

Im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Ratgebern hat mir hier gefallen, dass hier gezeigt wurde, wie aus eigener Erfahrung berichtet wird und die Autorin damit zeigt: „hej, was ich geschafft habe, dass schaffst du auch!“. Sie ist mit ihrem BerIcht und Empfehlungen unheimlich motivierend und überzeugend.

Wenn man bereit ist, etwas bei sich selbst ändern zu wollen, dann ist man auch bereit für diesen Ratgeber. Das Buch ist kein Ratgeber für die ein oder andere ganz bestimmte Diät, es unterstützt vielmehr zum eigenen Bewusstsein seiner aktuellen Situation, zur Selbstfindung, zum Auf-sich-selbst-Einlassen. Zum ist es auch ein christliches Buch, die Autorin zeigt, wie wichtig der Glaube auch in unserem Leben ist, gerade auch bei Sorgen, Unzufriedenheit und Problemen.

Fazit: Sie belehrt nicht, sondern sie führt den Leser langsam, aber sicher zum Kern des Problems und nach und nach stärkt sie den Leser, baut ihn auf, vermittelt Zuversicht, dann erklärt sie, wie einfach der Weg sein kann, langsam, aber sicher Gewicht zu verlieren. Sie hat ihren ganz speziellen Humor, spricht auch sehr offen über sich, ist direkt. So macht es Spaß ihrem Monolog und ihre Ausführungen zu lesen. Sie gibt viele Tipps. Hat aber vor allem auch die Meinung, dass jeder mit Hilfe ihrer Erklärungen seinen eigenen individuellen Weg finden muss, aber auch kann.

Bewertung vom 21.06.2020
Das Lächeln des Drachen
Büchle, Elisabeth

Das Lächeln des Drachen


sehr gut

Ein Buch mit zwei Geschichten, die dennoch miteinander zu tun haben..

Der erste Teil spielt 1859, als Olivia nach dem Tod ihres Vaters unangekündigt von Schlesien nach England reist, um ihre Patentante um Hilfe zu bitten, doch sie trifft nur auf Simon, deren Sohn. Familiengeheimnisse, Intrigen, Gefahren, aber auch eine romantische Geschichte, die mich völlig in den Bann gezogen hat und die sehr spannend und vor allem unterhaltsam von der Autorin erzählt wird, so dass ich voll in das 19. Jahrhundert eintauchen konnte.

Im zweiten Teil sind wir im Jahr 2013. Hier geht es um Falk, der, wie auch seine Freunde Rahel und Duke, Daniel und Emma, schon in "Skarabäus und Schmetterling" und "Das Mädchen aus Herrenhuth" eine große Rolle spielte. Falk soll Junia helfen, die vor 15 Jahren bei einem brutalen Überfall ihre Eltern verloren hat und die nun wieder in Gefahr schwebt. Haben die neuen Angriffe etwas mit Junias Vergangenheit zu tun?

Im ersten Teil bin ich nur so durch die Seiten geflogen, bin eingetaucht und habe mitgefühlt und wollte die Protagonisten am Ende ungern "ziehen lassen". Gefallen hat mir, dass auch wahre Begebenheiten hier mit verarbeitet worden sind, in einem Nachwort wird am Ende über die Einzelheiten und historischen Personen eingegangen. Aberf auch das Setting im englischen 19. Jahrhundert und vor allem der dazu passende Erzählstil der Autorin, haben mich einfach mitgerissen. Ich hatte beim Lesen alles bildhaft vor Augen.

Sehr gut gefallen hat mir auch, dass die beiden Erzählstränge wieder komplett voneinander getrennt erzählt werden, so dass man in den jeweiligen Part komplett eintauchen kann, auch wenn der Übergang von historisch zur Jetztzeit erst einmal ein gewaltiger Umbruch ist. Der Stil und die Dynamik sind eine komplett andere, passen sich aber der Situation und den Protagonisten an. Lange musste ich rätseln, wie die beiden Geschichten zusammenhängen, denn von England springen wir auf eine kleine Insel vor der Küste Kanadas. Doch am Ende löst die Autorin den Zusammenhang geschickt und überzeugend auf.

Im zweiten Teil gibt es die "Action", die Verfolgungsjagden, hier ist es Falk, der junge, ungestüme und impulsive Protagonist, der sich verliebt, der mit seinen Freunden ziemlich schnell viel heraus findet. Ich kann schlecht in Worte fassen, hier war es mir ein bisschen "to much" Ungestümtheit und Dynamik, aber nicht in dem Sinne, dass es schlecht wäre, sondern einfach eine Prise zu viel, vielleicht auch im Gegensatz zu dem ganz anderen ersten Teil. Andere vielleicht sehen es genau umgekehrt und lieben gerade diese Dynamik.

Fazit:

Zwei unterschiedliche Geschichten (könnte man anfangs meinen), die die Autorin aber geschickt verwoben hat; Fragen, die am Ende des ersten Teils noch offen geblieben sind, lösen sich auf.

Elisabeth Büchle hat es zudem wieder geschafft, in einem interessanten und abwechslungsreichen Unterhaltsroman überzeugend christliche Werte mit hineinzuarbeiten, so dass die Protagonisten durch ihre Aussagen und ihren Glauben auch dem Leser Kraft spenden können.