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Benutzername: vielleser18
Wohnort: Hessen
Über mich: Ich lese querbeet, am liebsten aus den Bereichen Historisch, Krimi/Thriller, Frauen und Fantasy
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Bewertungen

Insgesamt 539 Bewertungen
Bewertung vom 16.10.2019
Neun Fremde
Moriarty, Liane

Neun Fremde


ausgezeichnet

Neun Menschen, fünf Frauen und vier Männer, darunter zwei Ehepaare, wollen einfach - aus ganz unterschiedlichen Gründen - eine Auszeit von ihrem Leben. Seien es gesundheitliche Probleme, Eheprobleme, tragische Verluste oder berufliche Tiefschläge. Sie alle erwarten oder erhoffen sich zehn Tage Wellness bzw, einen Rückzugsort um Auszuspannen und sich zu erholen und dem Alltag auf angenehme Weise zu entfliehen. Doch im Tranquillum House läuft alles anders als sie denken. Schon am Anfang müssen sie sich strikten Regeln unterwerfen, doch was danach noch alles auf sie zukommt, damit hat keiner von ihnen gerechnet.....

Mir hat der Sprach- und Erzählstil von Liane Moriarty sehr gut gefallen, vor allem die sich immer abwechselnden Sichtweisen der Protagonisten. Die Autorin macht es sehr geschickt und baut die verschiedenen Personen erst nach und nach in die Story mit ein, so dass man sie gut kennenlernen kann ohne verwirrt zu werden. Man lernt so einige Lebensgeschichten kennen, zerplatzte Träume, tiefe Wunden, jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen.

Die Handlung wird spannend insziniert, man wird hineingesogen in dieses Wellness-Resort, man meint dabei zu sein. Moriarty gelingt es Spannung aufzubauen, immer wieder mit neuen Wendungen zu überraschen und ich betone es hier noch einmal, sie überzeugt mich mit den psychologischen (Un-)Tiefen ihrer Protagonisten. Gefallen hat mir auch das "weiche" Ende, es endet nicht mit den 10 Tagen im Resort, sondern Moriarty erzählt uns auch noch über die Auswirkungen, die Veränderungen, die die Protas danach erleben. Man schließt das Buch mit einem guten Gefühl und sinnt noch eine Weile darüber nach.

Liane Moriarty ist die Autorin von "Big little lies"/"Tausend kleine Lügen, ein Roman, der inzwischen als Serie verfilmt worden ist. Auch die Filmrechte von "Neun Fremde" sind schon vergeben, ich hatte beim Lesen auch gleichzeitig einen Film vor Augen ablaufen, es ist eine Geschichte, die ich mir wirklich sehr gut auch verfilmt vorstellen kann. Allerdings bevorzuge ich immer das Buch, denn man kann in gedruckter Form so viel mehr ausdrücken und den Personen Tiefe verleihen.


"Neun Fremde" ist ein sehr fesselnder Roman, den ich sehr gerne weiterempfehlen kann.

Bewertung vom 03.10.2019
Im Garten der Sehnsucht
Morgenroth, Dorothea

Im Garten der Sehnsucht


ausgezeichnet

Nach dem Tod der Mutter ist Natalie aus der Bahn geworfen. Noch kann sie sich nach der Auszeit aufgrund der Pflege ihrer Mutter vor deren Tod nicht aufraffen in ihren alten Job an der Klinik zurück zu kehren.

Da bekommtsieein Mail einer früheren Freundin ihrer Mutter, von der sie allerdings noch nie gehört hat. Matty läadt sie zu sich nach Irland ein um sie näher kennenzulernen. Natalie sagt nach kurzem Zögern zu. Die Reise nach Irland wird sie verändern. Nicht nur Matty und ihr wilder Garten wird ihr und ihrer Seele gut tun, auch der gutaussehende Nachbar von Matty weckt tiefe Gefühle in Natalie.


Ich habe von der Autorin schon "Ein Brief für dich" gelesen und auch dieses mal konnte sie mich begeistern. Sogar ein bisschen mehr. Diesmal ist der Schauplatz Irland und nicht nur die Figuren begeisterten mich, auch die Beschreibungen von Dublin bzw. hinterher der westlichen Küstenlandschaft. Alles wurde sehr gut in den Lauf der Geschichte mit hinein gearbeitet ohne dass es zu viel wurde, eher so, dass es das Sehnsuchtsgefühl, diese Landschaft selbst zu sehen, dorthin zu reisen und es mit eigenen Augen zu betrachten, mächtig erhöht hat.

Dieser christliche Roman von Dorothea Morgenroth ist ein Buch, das einen regelrecht in die Geschichte und das Geschehen hinein zieht. Mit sehr viel Gefühl und fesselndem Erzählstil schafft die Autorin es, dass die Protagonisten authentisch wirken, mit all ihren Sorgen und Problemen, ihren Wünschen, ihren Bestrebungen, ihren Hoffnungen, ihrerm Leid, aber auch mit ihrer Liebe und somit dem Leser ans Herz wachsen. Dadurch konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Es geht nicht nur um Natalie, auch andere Protagonisten in dem Buch haben Probleme, stecken in Krisen oder schwierigen Umständen, haben Schicksalsschläge zu verkraften oder sie sind in Gefahr die falschen Lebenswege zu beschreiten. Dorothea Morgenroth hat alles zu einer sehr fesselnden Geschichte verwebt.


"Im Garten der Sehnsucht" ist ein Wohlfühlroman mit spannenden Elementen, mit Problemen und Sorgen, die gelöst werden. Ein tiefgründiger Roman mit christlichen Aussagen. Sehr schön empfand ich auch die vor jedem Kapitel vorangestellten Zitate und Sprüche.

Bewertung vom 03.10.2019
Die Kaminski-Kids: Tatort Ocean Queen
Meier, Carlo

Die Kaminski-Kids: Tatort Ocean Queen


sehr gut

Der neue Fall für die Kaminski Kids führt Simon, Deborah und Raffi mit ihrem Opa auf ein Kreuzfahrtschiff. Die Reise haben sie gewonnen. Als auf dem Luxusliner eine Perlenkette gestohlen wird, wird der junge Putu, der auf dem Schiff arbeitet, verdächtigt. Die drei Kaminskis glauben aber seinen Unschuldsbeteuerungen, im Gegensatz zur Schiffs-Security, und gehen dem ganzen nach.

Rund um Diebstahl, Schmuggel und anderen Dingen, die auf dem Schiff passieren, geht es um das alltägliche Leben an Bord eines großen Schiffes. Vor allem aber auch um die Diskrepanz zwischen Luxus-Suiten und Angestellten-Decks, um Umweltaspekte und blinden Passagieren.

Um ihren neugewonnenen Freunden zu helfen, riskieren die Geschwister diesmal sehr viel und gehen auch so manch ein mehr als waghalsiges Risiko ein.


Die Kaminski Kids erinnern mich immer wieder ein bisschen an die Fünf-Freunde-Bücher, allerdings werden bei Carlo Meier immer wieder sehr passend christliche Werte mit in die Geschichte eingebaut.

Die Kapitel sind nicht zu lang und altersgerecht geschrieben, immer mal wieder eine SW-Zeichnung, die gerade spannende Szenen detailliert zeigt, rundet die Geschichte ab.

Die Abenteuer der Kaminski Kids eigenen sich zum (Vor-)Lesen für Kinder ab 8/9 Jahren und sind auch als Hörspiele erschienen.

Bewertung vom 02.10.2019
Gewundene Pfade
Joubert, Irma

Gewundene Pfade


ausgezeichnet

Es ist die Geschichte von Lettie. Es beginnt in den 1930er Jahren, als Lettie mit ihren Freundinnen noch zur Schule in Südafrika geht. Es geht um die Liebe, um Freundschaften, aber auch um den zukünfigen Berufsweg. Im Gegensatz zu ihren gertenschlanken und hübschen Freundinnen ist Lettie äußerlich eher unscheinbar, zu dick, Brillenträgerin. Sie ist verliebt, ihre Liebe wird aber nicht erwidert. So stürzt sie sich in ihr Medizinstudium und übernimmt anschließende die Landarztpraxis ihres Vaters.

Es ist aber auch die Geschichte des Italieners Marco, der im 2. Weltkrieg Rachel und die Famile Rosenfeld in den Bergen versteckt. Diese Zeit und diese "Umstände", dieses Grauen, dieses Bangen und Leid, wird von der Autorin sehr sehr beeindruckend erzählt.

Am Anfang muss man sich ein bisschen in das Buch einlesen, hier hilft das vorangestellte Personenregister ungemein. Aber nach ein paar Kapiteln hat mich die Geschichte so richtig gepackt, vor allem emotional. Oft hatte ich Tränen in den Augen, so sehr habe ich mitfühlen könenn.

Die Geschichte spannt sich bis in die 80er Jahre. Politik wird eher am Rande behandelt, es ist vielmehr der steinige und verschlungene (Lebens-)Pfad einer Einzlelnen. Letties Leben, ihre lIebe, ihre Familie, ihre Freundinnen, ihr Alltag, ihre Probleme, die guten und die schlechten Tage, ihre Gedanken, ihre Schicksalsschläge, ihr Hadern mit Gott und der Welt, aber auch ihre Stärke, ihr Mut, ihre Intelligenz und vor allem ihr Glaube, sind das Kerngerüst dieses Romans. Am Ende hätte ich es mir etwas straffer gewünscht, allerdings gelingt der Autorin hier dann auch ein Bogenschlag zum Anfang des Romans, es ist ein mutmachendes und versöhnliches Ende.

Es gibt zwei weitere Romane "Hinter dem Orangenhain" und "Das Kind aus dem versteckten Dorf", die die Sichtweisen und Lebensgeschichten von anderen Personen, die auch hier als Nebenrollen auftauchen, erzählen. Diese beiden Romane möchte ich jetze auch unbedingt lesen.

Irma Joubert hat einen ungemein fesselnden Erzählstil, eher mit leisen Tönen, sanft erzählt, aber man fühlt sich regelrecht hineingezogen in die Geschichte, kann sich alles sehr gut vorstellen und vor allem mitfühlen.

Gewundene Pfade ist ein außergewöhnlicher und emotional berührender Roman.

Bewertung vom 28.09.2019
Schmetterlinge unerwünscht
Overbeck, Maja

Schmetterlinge unerwünscht


ausgezeichnet

Gina und Hannah - zwei Freundinnen, die sich bisher immer alles erzählen konnten, doch ihr Leben wird gerade mächtig durcheinander gewirbelt, so dass nicht nur ihre Freundschaft zu zerbrechen droht.
Gina, fast 40, ist im Beruf überaus erfolgreich, sie ist mit einem gutaussehenden und ebenso erfolgreichem Mann verheiratet, die gemeinsame Tochter Sophie ist 16. Sie bewohnen in München eine Luxuswohnung und gelten in der Szene als DAS Traumpaar. Alles perfekt, oder? Bisher glaubte Gin daran, doch als sie ihren Mann in flagranti mit einer jüngeren Frau erwischt, fängt das Kartenhaus, das sie errichtet hat, an zu wackeln.
Ihre Freundin Hannah hat ganz andere Sorgen. Nach 16 Jahren Ehen ist sie immer noch kinderlos. Die Kinderwunschbehandlung hat bisher keinen Erfolg gezeigt, außer dass in ihrer Ehe nun gewaltig die Luft raus ist. Daher ist Hannah überaus empfänglich für die Komplimente und Annäherungsversuche ihres charismatischen Chefs.

"Schmetterlinge unerwünscht" ist ein mitreißender Roman, den ich nur so verschlungen habe. Mit Witz und Sarkasmus, mit Ernst und Tiefgründigkeit, mit Emphatie und tollem Erzählstil hat die Autorin Maja Overbeck mich gefesselt. Es gibt viel Herzschmerz bei den Protagonistinnen, aber auch Erinnerungen and ie guten Zeiten, sowie Träume und Hoffnungen und die ein oder andere überraschende Wendung.

Hannah und Gina sind zwei taffe Frauen, die beide - aus unterschiedlichen Gründen - in ein tiefes Loch fallen. Beide müssen einen Weg hinaus finden, sich neue Ziele stecken, ihre eigenen Wünsche erst einmal erkennen und vielleicht auch neu definieren. Nicht einfach. Sind es die alten Pfade oder die neuen Wege in ihrem Leben, die sie glücklich machen? Dafür müssen Gina und Hannah einerseits zurück blicken, aber auch nach vorne, was nicht immer leicht ist. Maja Overbeck hat diesen Liebesroman mit allem Witz auch Tiefe gegeben, sie hat Gina und Hannah authentisch geschildert, weder beschönigt, noch übertrieben gezeichnet. Die Gedanken und die Gefühle der beiden sind sehr real und lebendig für mich gewesen.

Liebe und Leid liegen eng beieinander und das erzeugte bei mir fesselnde Lesestunden. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. denn es ist ein bewegender und vor allem berührender Liebesroman rund um Katastrophen und Neuanfängen.

Bewertung vom 24.09.2019
STILL ALIVE - Sie weiß, wo sie dich findet
Douglas, Claire

STILL ALIVE - Sie weiß, wo sie dich findet


sehr gut

Wer träumt nicht einmal von einem Urlaub in einem luxuriösen Haus in Cornwall? Als Libby einen Flyer in ihrem Briefkasten findet, ist sie Feuer und Flamme und überredet ihren Mann Jamie zu einem etwas ungewöhnlichen Haustausch für eine Woche. Was als Auszeit nach schwierigen Zeiten für beide geplant war, endet in einem Horrortrip.

Ein Buch mit überraschenden Wendungen und einem fesselnden Szenario.
Schon ziemlich schnell hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und auch ziemlich schnell geschehen rätselhafte und unheimliche Dinge, die mich als Leser stark gefesselt haben. Man fiebert mit und bangt und rätselt natürlich auch, weil lman die HIntergründe nicht kennt. Schnell wird klar, es gibt eine Vergangenheit im Leben der Protagonisten, die erst nach und nach ans Licht kommt.

Der Thriller erfährt allerdings für mich mit dem Beginn des Zweiten Teils nicht nur einen Bruch im Erzählstil, hier flacht der Spannungsbogen abrupt ab. Allerdings wird hier die Grundlage erzählt, warum alles so und so passiert ist, eine Grundspannung ist auch hier noch vorhanden.

Im dritten Teil wird es wieder spannender. Der Erzählstil von Claire Douglas hat mir sehr gefallen, auch wenn ich manch eine Wiederholung beim Erzählen als unnötig empfand. Aber ansonsten habe ich schon mit den Figuren mitgefiebert und habe mich mit ihnen gegruselt. Am Ende wird man noch das ein oder andere Mal überrascht - und das Ende ist ....naja, ungewöhnlich, aber eben mal etwas anderes.

Mir hat der gut konstruierte Thriller spannende und fesselnde Lesestunden beschert und daher kann ich ihn auch gerne weiterempfehlen, trotz mancher Kritikpunkte.

Bewertung vom 24.09.2019
Das Planetarium
Wormell, Chris; Prinja, Raman

Das Planetarium


ausgezeichnet

Das Planetarium" aus dem Prestel-Junior-Verlag ist ein ganz besonderes Wissensbuch. Es stellt in anschaulicher Weise alles rund um den Weltraum vor. Angefangen von Teleskopen und Sternwarten, über das Sonnensystem mit seinen Planeten, weiter über die Sonne und den Nachthimmel, die Sterne, die Galaxien und dem Universum erklärt der Autor Raman Prinja hier in anschaulicher Weise, mit sehr großformatigen und tollen Illustrationen von Chris Wormell und vor allem leicht verständlichen Texten die einzelnen Bereiche. Hier hat mir besonders gefallen, dass man im Kleinen anfängt und die Dimensionen immer größer werden.

Duch hat in etwa die Größe von A3 und ist sehr hochwertig aufgemacht und daher schon optisch ein echter Hingucker.
Ich denke, dass das Buch für Kinder und Jugendliche ab ca. 8 Jahren gut geeignet ist, am Anfang vielleicht mit Unterstützung beim Verständnis. Aber auch erwachsene Leser können daraus noch einiges lernen, auch - oder gerade für sie- ist dieses Buch sehr interessant. Es ist wirklich ein All-Age-Sachbuch. Zur Zeit z.B. ist mein Mann ganz vertieft in dieses Buch.

Mir hat es vor allem gefallen, weil hier nicht zu viel auf einmal auf den jeweiligen Doppelseiten hinein gepackt wird, sondern, dass immer ein Bereich aufgegriffen wird und auf zwei Seiten, unterstützt mit sehr besonderen, farbigen Zeichnungen, erklärt wird.
Am Ende des Buches gibt es noch ein ausführliches Stichwortregister.

Ein Buch, dass man auch nach dem ersten Durchlesen sicherlich noch öfters in die Hand nimmt.

Bewertung vom 21.09.2019
Ganz aus Versehen verliebt
Witemeyer, Karen

Ganz aus Versehen verliebt


sehr gut

1879: Nach einem Zugunglück sind die drei schwervermittelbaren Waisenkinder Evangeline, Seth und Zach auf sich alleine gestellt. Sie schließen sich zusammen und bilden eine eigene kleine Familie.
15 Jahre später bekommen sie auf der Farm, auf der sie inzwischen leben, einen neuen Nachbarn: Logan Fowler. Was sie nicht wissen ist, dass Logan auf Rache sinnt, Rache an Zach, der siene eigene Familie in den Ruin getrieben hat. Doch Logan lernt als erstes zufällig Evangeline kennen und die bringt seine Rachepläne ganz gewaltig durcheinander.

Anfangs tat ich mich ein bisschen schwer, auf den ersten Seiten ein Gefühl für die Protagonisten zu entwickeln bzw. anfangs dachte ich erst, es wird ein bisschen zu seicht, diese Geschichte. Das war aber nur am Anfang. Die Geschichte nimmt immer mehr an Fahrt auf, es gibt überraschende Wendungen, spannende Szenen, Gespräche und Gedanken rund um den christlichen Glauben, hier speziell rund um Vergebung, Rache und Vertrauen. Dies hat mir alles sehr gut gefallen. "Ganz aus Versehen verliebt" ist natürlich auch eine Liebesgeschichte, dennoch ist es nicht das vordergründige Thema. Es geht um Verrat, um Betrug, um Zusammenhalt in einer (zusammengewürfelten) Famiie, es geht aber auch um Ausgegrenztheit und um seelisches Leid, um Hilfe am Nächsten und Vertrauen in Gott.

Am Ende hat es mcih richtig gepackt und ich war froh, am Anfang nicht gleich aufgegeben zu haben. Das Buch ist eine gelungene Mischung aus historischem amerikanischen Liebes-Roman mit sehr viel Spannungselementen, sowie christlicher Glaubensvermittlung.

Bewertung vom 20.09.2019
Der Sprung
Lappert, Simone

Der Sprung


ausgezeichnet

Ein Tag und eine Nacht verändern die Leben von einigen Figuren in Simone Lapperts genial erzähltem Roman. Das Buch ist definitiv ein Lesehightlight für mich.

Eine Frau, auf dem Dach eines Hauses. Ein Notruf einer vorbeigehenden Frau. Polizei, Neugierige, Anwohner. Alle, die mehr oder weniger nun mit der Frau auf dem Dach in den nächsten Stunden beschäftigt sind. Die meisten kennen sie gar nicht, aber da ist auch noch der Freund der Frau und die Schwester der Frau.
Simone Lappert erzählt von ihnen. In das Leben von zehn Figuren können wir Leser näher eintauchen. Man glaubt es kaum, auch wenn das Buch "nur" 330 Seiten stark ist, aber trotzdem ist da soviel Leben, soviel Nähe zu den Figuren entstanden.
"Der Sprung" erzählt von einem Zusammenspiel von Handlungen und Personen, die sich untereinander meist gar nicht kennen. Dennoch, ihr Leben verändert sich in diesen Stunden gewaltig. Nichts ist danach mehr wie vorher.

Sehr eindrucksvoll, wie die Autorin diese Figuren miteinander verknüpft hat, wie man mit jedem fühlen kann, je mehr man nach und nach über diese erfährt. Anfags denkt man, es sind so viele Fäden, aber sie sind so genial verwoben! Manchmal z.B. erlebt man Szenen, die mit einer Figur anfingen, dann aus den Augen einer andere Figur aus einem anderen Blickwinkel erlebt werden. Kurze Berührungspunkte, die nur dem Leser bewusst werden. Manchmal weiß man als Leser mehr, manchmal wird auch der Leser überrascht.

Der Schreibstil von Simone Lappert passt wunderbar zu diesen Geschichten, diesen Einblicken in die Seelen von so vielen Protagonisten. Neben allem erschreckenden Voyarismus, den dieses Ereignis auslöst, sind es die Protagonisten, die die Gefühle beim Lesen berühren. Abstoßende, erschreckene, bewundernswerte, mutige, feige, unverständliche und liebenswerte Taten geben sich hier die Hand. Immer wieder sind sehr tiefsinnige Gespräche über das Leben eingeflochten, die zeigen, dass es hier nicht um Oberflächlichkeiten, sondern um das Glück, die Zukunft, den Mut zu Veränderungen, um Schuld und Vergebung, das Loslassen, aber auch an den Glauben an sich selbst geht.

Eine einzige Frau, die ungewollt einen ganzen Erdrutsch an Emotionen auslöst.
Ein einziges Ereignis mit lawinenartigen Folgen.
Und am Ende eine Überraschung.
Ein ganz besonderer Roman, ein Buch, das ich nur so verschlungen habe.

Bewertung vom 20.09.2019
Keyserlings Geheimnis
Modick, Klaus

Keyserlings Geheimnis


sehr gut

Mit "Keyserlings Geheimnis" hat mich Klaus Modick wieder einmal in eine andere Epoche eintauchen lassen. Er versteht es als zeitgenössischer Autor, in einem Stil zu schreiben, der zu der Zeit passt, in die man beim Lesen versinkt. Er trifft den Ton der damaligen Epoche. Sein Stil und der Ausdruck lassen die Bilder der Vergangenheit vor dem inneren Auge wiederaufleben.

In seiner ruhigen Art erzählt er von der Zeit um 1901 und von Eduard von Keyserling.
Keyserling lebte von 1855-1918 und war ein deutscher Schriftsteller und Dramatiker des Impressionismus (Quelle: wikipedia).

Modicks Roman ist keine reine Biografie, sondern er erzählt von einem bestimmten Jahr, aber immer wieder gibt es Rückblenden, die dem Leser die Kindheit und Jugendzeit Keyserlings näher bringen.
Ein Geheimnis umschwebt Keyserling. Was führte dazu, dass es den Bruch in seinem Leben gab? Ein Vorfall, der Keyserlings Leben in andere Bahnen gelenkt hatte. Lange wird der Leser im Ungewissen gelassen, die Spannung, die Modick damit eingeflochten hat, ist gut gelungen.
Modick hat viel recherchiert um diesen fiktiven Roman mit vielen Fakten zu füllen.
Es geht um die Liebe, das Leben, den Adel, Tendeleien und LIebschaften, um tiefschürfende, aber auch banale Gedanken, dem Alltag eines Schriftstellers und seiner Freunde. Es geht um Müßigang und Zerstreuung, um die Liebe zum Leben, um existenzielle Gedanken, um LIteratur, um Familienbande, aber auch um Verräter.



Klaus Modick hat mich mit diesem Roman auch neugierig auf Keyserlings Werke gemacht.