Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
vielleser18
Wohnort: 
Hessen
Über mich: 
Ich lese querbeet, am liebsten aus den Bereichen Historisch, Krimi/Thriller, Frauen und Fantasy

Bewertungen

Insgesamt 797 Bewertungen
Bewertung vom 20.06.2024
Tod im Chiemgau
Lehmann, Mathias

Tod im Chiemgau


sehr gut

10 Jahre nach dem Tod seines Freundes Hans kehrt Anton „Toni“ Hauser zur Beerdigung seines Vaters in seinem Heimatort Reit im Winkl zurück. Damals verunglückte Hans mit Tonis Auto, weil die Bremsen versagt hatten. Toni vermutete schon damals, dass sein Auto manipuliert worden sei, aber es gab keine Beweise. Um allen Vorwürfen und Anschuldigungen, die ihm gegenüber bestanden, aus dem Weg zu gehen, war er dem Ort jahrelang fern geblieben. Kaum zurück schlagen ihm nicht nur wieder Hass und Abwehr entgegen, sondern es passieren auch einige „Unfälle“, die nur eines bedeuten können: jemand trachtet nach seinem Leben. Zusammen mit seiner ehemaligen Schulkameradin und heutigen Kommissarin Roxy versucht er herauszufinden, wer hinter allem steckt.

Ein spannender Debütroman mit einigen überraschenden Wendungen, gut ausgearbeiteten Protagonisten, der Lust auf eine Fortsetzung macht. Der Autor hat es verstanden Spannung aufzubauen und dabei den Leser im Dunkeln tappen zu lassen. Der Krimi endet mit einem atemberaubenden Showdown und eine Auflösung, die man nicht erwartet hat, aber dennoch so logisch war. Abwechselnde Sichtweisen haben dazu beigetragen, dass es zudem nie langweilig wurde und man die Ereignisse, aber auch die Ermittlungen hautnah miterleben konnte. Die Protagonisten hatten Ecken und Kanten, waren mutig und gleichzeitig durch ihre Vergangenheit auch verletzlich. Ihre dadurch entstandene gefühlsmäßige Zerrissenheit wurde glaubhaft dargestellt. Einige ganz wenige Szenen waren für mein Empfinden ein klein wenig holprig, aber das hat den Gesamteindruck kaum geschmälert. Am Ende bleibt spannende Unterhaltung, eine gut konstruierte Geschichte und die Hoffnung, dass die ein oder andere Figur in einem zweiten Band wieder eine große Rolle spielt.

Bewertung vom 20.06.2024
Ein Ort für immer
Norton, Graham

Ein Ort für immer


ausgezeichnet

Ich mag die Art wie Graham Norton seine Geschichten erzählt. Ruhig, aber mit ausgesprochen viel Tiefgang und so einigen Abgründen. Auch seine Figuren haben mich hier wieder überzeugt,. Norton schafft es, dass ihre Probleme, ihre Gefühle und auch Verhaltensweisen lebendig und echt wirken. Es sind Menschen, wie es sie überall gibt. Sie sind irgendwie alltäglich, sie lieben, trauern, hoffen, leben. In ihrem Leben gibt es Höhen und Tiefen, aber manchmal auch ganz normales Leben. Graham Norton schafft es, ihnen Leben einzuhauchen.

Der Roman beginnt ruhig, aber überrascht wieder mit nicht erwarteten Wendungen. Ein Krimi, es gibt ja immerhin auch wieder eine Leiche, aber irgendwie mehr eine Gesellschaftsstudie über menschliche Beziehungen, Abhängigkeiten, Wünschen, Lebensplänen und charakterliche Stärken und Schwächen. Hier im Mittelpunkt stehen Familien in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen. Eltern und erwachsene Kinder, Eheleute, Patchworkfamilien. Es geht sehr viel um Gefühle und Wünsche, in all ihren Schattierungen. Für mich wunderbar erzählt, so dass ich eintauchen konnte und vor allem mitfühlen konnte. Es ist eine gelungene Mischung aus ernsthaften und hausgemachten Problemen (oder einer Mischung aus beiden), dennoch fehlt es auch nicht an einer guten Prise Humor, die gerade Carols Mutter mit ins Spiel bringt. Diese ist eher eine Nebenfigur, dennoch sie brilliert in meinen Augen durch Tatkraft, Energie und Witz.

Zum Inhalt: Carol, geschieden und Mutter eines erwachsenen Sohnes, verliebt sich noch einmal. Declan ist wesentlich älter. Seine beiden erwachsenen Kinder lehnen Carol ab, auch nach Jahren des Zusammenlebens der beiden. Sie setzen, als ihr Vater erkrankt, ihn in ein Pflegeheim und Carol vor die Tür. Das Haus wollen sie verkaufen. Carols Eltern wollen diese mit dem (heimlichen) Kauf des Hauses überraschen, doch sie ahnen nicht, was das für Folgen hat, denn das Haus birgt ein dunkles Geheimnis.

Fazit: Graham Norton hat ein ganz besonderen Stil, alles eher irgendwie unaufgeregt, dennoch sehr tiefgründig und auch mit einigem schwarzem Humor gewürzt, so dass der Roman eine kurzweilige Unterhaltung bietet.

Bewertung vom 20.06.2024
Ein Sommer auf Sylt
Wolf, Lena

Ein Sommer auf Sylt


ausgezeichnet

Der Syltroman von Lena Wolf hat mich sehr gut unterhalten. Ein Frauenroman mit einigen Verwicklungen, mit Humor und natürlich hat auch die Liebe einen großen Anteil. Die Beschreibungen der Landschaft wecken zudem die Lust auf einen Urlaub auf Sylt. Die fast 400 Seiten ließen sich daher schnell lesen und hören (parallel zum Buch habe ich mir das Hörbuch heruntergeladen und abwechselnd gehört und gelesen).

Julia hat ein Haus auf Sylt geerbt. Zusammen mit ihrer Mutter und deren zwei Schwestern reist sie nach Sylt. Der Plan besteht eigentlich darin, dort nicht lange zu bleiben, das Haus nur zu besichtigen und möglichst schnell zu verkaufen. Denn Jules Freund hat große Pläne und möchte mit dem Geld aus dem Verkauf das gemeinsame Architekturbüro groß verändern. Doch natürlich kommt alles anders. Familiengeheimnisse werden gelüftet und Jule beginnt über einiges nachzudenken, was sie bislang als selbstverständlich empfunden hat und nicht in Frage gestellt hat. So verändert sie sich auch selbst, denn aus einer anfangs gestressten, unzufriedenen und auch arroganten jungen Frau entwickelt sich ziemlich schnell eine reifere, nachdenklichere und vor allem sympathische und glückliche Person. Aber natürlich gibt es auf dem Weg dahin einige Hindernisse, Probleme und auch einige Überraschungen.

Dies war schon mein zweiter Roman aus der Feder von der Autorin #lenawolf , beides fesselnde Geschichten.

Bewertung vom 20.06.2024
Und mitten im Sommer die Liebe
Fletemeyer, Susanne

Und mitten im Sommer die Liebe


sehr gut

uisas verstorbener langjähriger Kollege und Freund Erik hat ihr in seinem Nachlass eine ganz besondere Challenge hinterlassen. Er wollte, dass Luisa sich endlich aus ihrem Schneckenhaus und ihrer Komfortzone wagt und der Liebe endlich eine Chance gibt. Luisa, die sehr früh Mutter geworden war und damals von dem Vater ihrer Tochter sitzen gelassen worden war, soll sich nun mit fünf von Erik ausgesuchten Männern treffen und herausfinden, ob unter ihnen ein Traumprinz ist. Was für eine Aufgabe! Obwohl sich alles gegen diese Aufgabe sträubt, springt sie über ihren Schatten und nimmt die Challenge an. Wird sie unter ihnen den richtigen Mann fürs Leben finden?

Eine humorvolle, abwechslungsreich erzählte Geschichte über die Liebe. Nicht nur Luisa hat mir gefallen, sondern auch so einige der Nebenfiguren sei es Nachbarin Rosie oder die verschiedenen männlichen Figuren, die hier eine Rolle spielen. Er schreibt still der Autorin bei locker und deshalb konnte man nur so durch die Seiten fliegen. Auch wenn man schnell erahnen konnte, wie die Geschichte wohl enden würde, gab es doch noch so einige Umwege, die den Verlauf der Geschichte beeinflusst haben und für Verwicklungen gesorgt haben. Und einige Tipps für Ausflüge Innung um Hannover herum gab es ganz nebenbei auch noch.

Bewertung vom 20.06.2024
Das Baumhaus
Buck, Vera

Das Baumhaus


ausgezeichnet

Boa! Ein Highlight!! Was für eine Geschichte, was für eine Spannung! Dieses Buch hat mich richtig gefesselt, habe es zudem parallel auch als Hörbuch gehört und das hat diese ganze Stimmung noch intensiviert. So konnte ich in jeder freien Minute entweder lesen oder hören und ich bin vollkommen eingetaucht und habe mich mitreißen lassen.

Autorin Vera Buck hat die Spannung kontinuierlich gesteigert, so dass ich mit rätseln konnte, ich mich auf falsche Fährten habe locken lassen und dabei auch immer das Gefühl von Gänsehaut hatte. Auch die Auflösung hat mich komplett überzeugt! Das war ein echter Pageturner! Diese spannende Geschichte werde ich sicherlich noch einige Zeit im Kopf behalten, sie berührt, fesselt und macht irgendwie auch sprachlos . Auf dem Buchrücken steht: „Du wirst dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen können “ - absolut berechtigt!!!

Henrik und Nora und ihr fünfjähriger Sohn Fynn ziehen in ihrer schwedische Ferienhütte. Doch diese stand schon einige Jahre leer, und wirkt von Anfang an bedrohlich. Parallel findet Rosa Lundquist bei einer Grabung zufällig ein Kinderskelett. Kurz darauf verschwindet in der Nähe Fynn. Hängen beide Fälle miteinander zusammen? Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

Von mir ein Highlight. Die abwechselnden Sichtweisen fügen sich immer mehr zu einem Bild zusammen, doch man ist lange auf der falschen Spur! Sehr gut konstruiert und klasse umgesetzt !

Bewertung vom 29.05.2024
Wenn die Nacht endet
Carlsson, Christoffer

Wenn die Nacht endet


ausgezeichnet

WENN DIE NACHT ENDET ist ein Pageturner. Einer, der vielleicht nicht mit der großen Action-Keule schwingt und der es vor Spannung knistert, sondern einer, bei dem des um Gefühle und Wahrheiten geht. Um Verstrickungen, Domino-Effekte, um Jugendliche auf der Schwelle zum Erwachsen werden, um Freundschaften und Todesfälle. Um kleine Begebenheiten, die wie Steine, die ins Wasser fallen, große Kreise ziehen. Ungewollt und dennoch unaufhaltsam.

Besonders hervorheben möchte ich den Schreibstil und die Ausdrucksweise des Autors. Er schafft durch seine Sprache eine ganz besondere Atmosphäre, die ich als ganz besonders empfand. Es geht nicht nur um einen Kriminalfall, beziehungsweise um all die Ereignisse, die sich im Dezember 1999 in dem kleinen Ort Skavböke zutragen, sondern auch insbesondere um Gefühle, Verstrickungen, Lebenspläne, Verantwortlichkeiten, Abhängigkeiten, Freundschaften und Schuld. Der Autor hat es geschafft, den Personen, die hier in dem Roman ihre Rollen spielen, eine so große Tiefe und Vielschichtigkeit zu verleihen, dass man sie sich nicht nur richtig gut vorstellen kann, sondern dass man auch mit ihnen fühlt und um sie Angst hat. Dieser Krimi ist wie ein Sog einmal angefangen, kann man das Buch kaum aus der Hand legen und versucht, zu verstehen, was passiert ist, wie alles soweit kommen konnte. Wer hat Schuld? Wer ist Opfer, wer Täter? Und vor allem: was haben diese Taten ausgelöst und bewirkt? Ein spannender Plot mit einigen tollen Wendungen, die man so nicht vorausahnen kann. Eine wirklich fesselnde Unterhaltung, der vor allem für mich durch diese ganz besondere Atmosphäre gepunktet hat.

Nur kurz zum Inhalt: im Dezember 1999 wird der 18-jährige Mikael erschlagen aufgefunden. Am Abend davor war er mit seinen Freunden auf einer Party. Danach überschlagen sich die Ereignisse, der Täter scheint gefunden worden zu sein. Doch 20 Jahre später wird sein jüngerer Bruder Filip ebenfalls ermordet. Die beiden Taten müssen doch zusammenhängen ! Wurden sie Opfer ein und des selben Täters? Aber das kann nicht sein! Kann die Polizei jetzt endlich Licht ins Dunkel bringen?

Bewertung vom 29.05.2024
Alles auf Anfang
Wagner, Thilo

Alles auf Anfang


ausgezeichnet

Man stelle sich mal vor, man hat eine Firmenpleite und eine Privatinsolvenz hinter sich. Aber das ist noch nicht alles. Das Eigenheim muss verlassen werden und zudem ist die Ehe zerrüttet. Alle tragenden Säulen des Leben sind eingestürzt, man steht vor einem Scherbenhaufen, sieht keinen Hoffnungsschimmer mehr. Man weiß einfach nicht mehr, wie es weitergehen soll. Alles scheint dunkel und trüb zu sein, eine tiefe Depression hält einen gefangen. So erging es dem Autor Thilo Wagner.


Doch da gab es auch Lichtblicke: Mutmacher in seinem Umfeld, die ihn unterstützen und aus diesem tiefen Loch, in das er gefallen ist, herauszuholen. Er versucht einen Neustart und macht sich auf zum Camino, eine Pilgerreise, ein 800km langer Weg, bei dem du seinen Ballast abwerfen und sich neu finden kann. Ein Weg, der ihn nicht nur physisch, sondern auch mental fordert. Der ihn aber auch stärkt. Dies ist eine ganz persönliche Geschichte, die Thilo Wagner erlebt und in diesem Buch festgehalten hat. Er beschreibt, wie er nach diesem Absturz wieder ins Leben und auch zu seinem Glauben zurückgefunden hat. Beschreibt seine Erlebnisse, seine Gefühle, sehr viele seiner Begegnungen. Menschen, die im Mut machten, Menschen, denen er Mut machen konnte und wie er es geschafft hat, nach und nach den seelischen Ballast hinter sich zu lassen, neuen Mut zu fassen und einen Neuanfang zu wagen.

Eine beeindruckende und ans Herz gehende Geschichte, ein mutmachendes Buch. Thilo Wagner öffnet sich, zeigt seine Verletzlichkeit, aber auch seine Stärke. Und er zeigt, was der Glaube bewirken kann. Wieder ein wichtiges Zeugnis davon, wie der Camino einen Menschen helfen und heilen kann.

Träumst du auch mal davon zu pilgern? Ich würde es gerne auch einmal wagen. Ich habe schon einige andere Bücher darüber gelesen und jedes ist einzigartig und ganz besonders beeindruckend.

Bewertung vom 29.05.2024
Ins Herz geprägt
Caudill, Crystal

Ins Herz geprägt


sehr gut

INS HERZ GEPRÄGT ist ein spannender historischer Krimi, der 1883/1884 in Cincinnati/Ohio spielt. Es dreht sich alles um eine Geldfälscherbande, die vor nichts zurück schreckt, aber auch die Liebe und weitere Verwicklungen spielen eine große Rolle, so dass es dadurch abwechslungsreich und jederzeit fesselnd bleibt.
Crystal Caudill, die Autorin, hat einen ganz besonderen Erzählstil, der einerseits ganz genau zu dieser Zeit und diesen fiktiven historischen Figuren passt, anderseits liest es sich aber auch überaus authentisch, ist sehr bildhaft, sehr unterhaltsam und fesselnd. . Auch die ein oder andere humorvolle Szene fehlte nicht. Am Anfang der Geschichte muss man sich zwar etwas einfinden in die Figuren, ich dachte anfangs erst, es gäbe einen Vorgängerband, aber das Gefühl legt sich rasch und man ist mitten drin im Geschehen. Alles erklärt sich dann schnell von selbst. Ich mochte die Hauptfigur Theresa sehr gerne. Sie ist mutig, hat ihr Herz auf dem richtigen Fleck und kämpft um ihr Glück, auch wenn ihr so einige Steine und Probleme in den Weg gelegt werden.

Theresa, die seit sie Vollwaise ist, bei ihrem Großvater lebt, versucht verzweifelt die Schulden, die sich angehäuft haben, mit Malaufträgen zu begleichen. Doch die Schulden ihres Großvaters sind nicht dessen einziges Problem, wie sich schnell herausstellt. Zwielichtige Gestalten fordern mehr von ihm und schrecken vor nichts zurück. Theresa hat mehr aus dem Gefühl, die Familienehre zu bewahren, zugestimmt den wohlhabenden Edward zu heiraten, doch die Hochzeit zögert sie immer weiter hinaus, denn eigentlich ist sie immer froh, wenn er nicht da ist.
Als ihr ehemaliger Verlobter Broderick, der inzwischen für den Secret Service arbeitet, auf den Geldfälscherring angesetzt wird, treffen die beiden das erste Mal seit sechs Jahren wieder aufeinander. Die Gefühle der beiden füreinander sind noch nicht erloschen, das bemerken sie schnell, auch wenn ihre Trennung damals die Folge von dramatischen Ereignissen war. Können sie einander wieder vertrauen? Und vor allem: Werden sie die kriminellen Machenschaften aufdecken können?

Ein Roman, in dem es auch um den christlichen Glauben, um Hoffnung auch in schwierigen Zeiten und um die Kraft von Vergebung geht. Von mir eine Leseempfehlung für alle die historische Romane lieben.

Bewertung vom 10.05.2024
Die Kranichfrauen
Greil, Renate

Die Kranichfrauen


ausgezeichnet

Der historische Roman spielt im Sommer 1947 am Ammersee. Der Krieg ist seit zwei Jahren zu Ende, der Ammersee liegt in der amerikanischen Besatzungszone. In der fiktiven Geschichte der Autorin Renate Greil (sie hat unter "Thea Fischer bereits zwei Kriminalromane, die am Ammersee spielen veröffentlicht) wird ein ehemaliger Yachtclub am See , der von den Amerikanern beschlagnahmt worden ist, wird von diesen zu einem Jugendclub umgewandelt. Kinder aus der Umgebung sollen hier u.a segeln und schwimmen lernen und werden verpflegt. Dafür bedarf es Betreuer. Anna aus dem nahegelegenen Örtchen und Paula aus München werden neben den ehemaligen Soldaten Dietrich und Wolf von den amerikanischen Soldaten engagiert. Die beiden Frauen haben ganz unterschiedliche Gründe, warum sie diesen Job angetreten haben. Doch beide suchen ihre Freiheit von familiären Erwartungen und Zwängen. Paula, deren Familie Jahrzehnte eng mit dem Yachtclub verbunden ist, ist wagemutig und ihr liegt das Segeln im Blut. Das schönste und größte Segelschiff im Yachtclub, die Kranich, gehörte einst ihrer Familie. Anna hingegen ist eher zurückhaltend, aber ebenfalls mutig, einfallsreich und geschickt. Doch schon schnell nach Dienstantritt stellt sich heraus, dass die beiden Frauen auch hier mit ihrer Rolle zu kämpfen haben, denn sie haben sich mehr vorgestellt, als nur mit dem Mädchen zu malen oder zu basteln. Gemeinsam kämpfen sie für ihre Unabhängigkeit, mehr Zuständigkeit und insbesondere für „ihr“ Segelschiff, die Kranich.

Der Roman von Renate Greil hat mich in eine nicht allzu ferne Vergangenheit versetzt. In eine Zeit kurz nach dem Krieg, als die meisten Frauen wieder in ihre alten Rollen zurück gedrängt wurden, als viele Männer gefallen, vermisst oder verwundet waren, Lebensmittel knapp und die neue Demokratie sich erst im Aufbau befand. Der Roman lässt diese Zeit authentisch wieder aufleben, verpackt in eine fesselnde Geschichte über zwei starke junge Frauen in einem Sommer am Ammersee. Es geht um die große Liebe und Sehnsüchte, das alltägliche Leben, mutige Entscheidungen, aber auch um die Schatten der Vergangenheit. Ein toller Mix, eingebettet in eine fesselnde Geschichte, bei dem mir die zwei Frauen richtig ans Herz gewachsen sind.

Bewertung vom 10.05.2024
Mord am Lago Maggiore
Holenstein, Alexandra

Mord am Lago Maggiore


ausgezeichnet

Ein humorvoller, abwechslungsreicher und fesselnder Krimi, den ich richtig gerne gelesen habe, nicht nur weil ich den Schreibstil der Autorin Alexandra Holenstein so gerne mag. Schon ihre Vorgängerromane (die ganz unabhängigen Romane "Das Heinrich Problem und Auszeit bei den Abendrots) haben mich begeistert, ihr trockener, teils schwarzer Humor in Verbindung mit tiefsinnigem Inhalt, ist immer wieder eine gelungene Kombi.

Auch hier, im aktuellen Roman. Diesmal also ein Krimi. Ein Mord in einer malerischen Landschaft am Lago Maggiore. Herbert Kummer wird tot aufgefunden. Er hat sich Zeit seines Lebens nicht nur Freunde gemacht, eine Art und Weise, wie er mit seinen Mitmenschen umging,, hat so manchen zur Weißglut getrieben. Aber wer geht soweit und begeht einen Mord? Als er vergiftet von seiner Schwiegertochter Tabea aufgefunden wird, kommen gleich eine ganze Reihe von Personen als Täter oder Täterin in Frage. Tabea kann es nicht unterdrücken, ihre Neugier, ihre Fragen, ihr Spürsinn lassen sie selbst Ermittlungen anstellen, nicht ahnend, dass sie sich dabei selbst in Gefahr begibt. Als (ahnungsloser) Leser begibt man sich mit ihr auf Spurensuche, kann mitraten und seine eigenen Vermutungen anstellen. Es bleibt die ganze Zeit spannend.

Neben dem kriminalistischen Inhalt geht es im Roman aber auch um die Beziehung zwischen Tabea und ihrem Ehemann Ludwig, um Familie, Freunde, die beeindruckende Landschaft und manch andere interessante Nebenschauplätze. Alles zusammen ergibt wieder eine gelungene Mischung aus Spannung und Tiefgang. Alexandra Holenstein schildert die meiste Zeit aus Sicht von Tabea, so dass wir ihre Gefühle, ihren Antrieb, ihre Gedanken, verfolgen können. Und das alles sehr authentisch. Ich konnte mir sie so gut vorstellen, mich in sie hineinversetzen. Als Gegenpart gibt es auch einige Kapitel aus der Sicht von Ludwig und das rundet das ganze Bild ab, weil man dadurch auch Einblicke in seine Gedanken und Beweggründe bekommt.

Fazit: ein spannender und trotzdem sehr humorvoller Kriminalroman mit Tiefgang und authentischen Figuren !!