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Mythos / Mythos-Trilogie Bd.1 - Fry, Stephen
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10 Kundenbewertungen

Stephen Fry hat sich die griechischen Göttersagen vorgeknöpft: Grandios und umwerfend komisch! Zügellosigkeit, Lebenslust, Mord und Totschlag, Triumph und Tragödie: Die griechischen Göttersagen sind wilder und wüster als das Leben selbst und bieten damit alles, was sich Leser wünschen. Die alten Griechen inspirierten unter anderen Shakespeare, Michelangelo, James Joyce und Walt Disney. In Stephen Frys brillanter Nacherzählung erwachen die alten Sagen zu neuem Leben. Wir verlieben uns mit Zeus, sehen die Geburt der Athene, nehmen mit Kronos und Gaia Rache an Uranos, wir weinen mit König Midas…mehr

Produktbeschreibung
Stephen Fry hat sich die griechischen Göttersagen vorgeknöpft: Grandios und umwerfend komisch! Zügellosigkeit, Lebenslust, Mord und Totschlag, Triumph und Tragödie: Die griechischen Göttersagen sind wilder und wüster als das Leben selbst und bieten damit alles, was sich Leser wünschen. Die alten Griechen inspirierten unter anderen Shakespeare, Michelangelo, James Joyce und Walt Disney. In Stephen Frys brillanter Nacherzählung erwachen die alten Sagen zu neuem Leben. Wir verlieben uns mit Zeus, sehen die Geburt der Athene, nehmen mit Kronos und Gaia Rache an Uranos, wir weinen mit König Midas und jagen mit der wunderschönen und furchtlosen Artemis. Meisterhaft und in bester Tradition des britischen Humors zeigt uns Stephen Fry die Bedeutung der griechischen Sagen für die Geburt der Literatur.
  • Produktdetails
  • Die Mythos-Trilogie 1
  • Verlag: Aufbau-Verlag
  • Artikelnr. des Verlages: 641/13731
  • 3. Aufl.
  • Seitenzahl: 448
  • Erscheinungstermin: 4. Oktober 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 219mm x 147mm x 40mm
  • Gewicht: 695g
  • ISBN-13: 9783351037314
  • ISBN-10: 3351037317
  • Artikelnr.: 52436707
Autorenporträt
Fry, Stephen§Stephen Fry ist Schriftsteller, Schauspieler, Moderator, Kolumnist und Regisseur. Sein exzentrischer Charakter erklärt sich durch seine krumme Nase und den halben Zentimeter, den er kleiner ist als Monty-Python-Legende John Cleese. Sein letztes Buch »Mythos« wurde zum SPIEGEL-Bestseller.
Bei Aufbau und im Aufbau Taschenbuch sind von ihm lieferbar: »Der Lügner«, »Das Nilpferd«, »Geschichte machen«, »Paperweight«, »Columbus war ein Engländer«, »Der Sterne Tennisbälle«, »Feigen, die fusseln. Entfessle den Dichter in Dir«, »Ich bin so Fry. Meine goldenen Jahre« und »Helden. Die klassischen Sagen der Antike neu erzählt«.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 27.11.2018

Late Night
im Olymp
Sie wissen schon, Zeus wünschte sich Haustiere:
Stephen Fry zitiert die griechischen Götter
auf seine Sitcom-Bühne
VON LOTHAR MÜLLER
Worin liegt die äußerste Härte der Strafen, die Sisyphos, Tantalos oder Prometheus zu erdulden haben? Nicht in der Schwere des Steins, den Sisyphos auf den Berg rollen muss, nicht im Zurückweichen von Speise und Trank vor dem von Hunger und Durst zerfressenen Tantalos, nicht im Schmerz, den der Geier Prometheus zufügt, wenn er an seiner Leber frisst. Sondern darin, dass all dies in ewiger Wiederholung geschieht. Immer wieder rollt der Stein des Sisyphos herab, immer wieder weichen die Speisen und die klare Flut vor Tantalus zurück, immer wieder wächst die Leber des Prometheus nach.
In dem kleinen Wörtchen „nochmal“ steckt aber nicht nur der Schrecken angesichts der unendlichen Wiederkehr des Gleichen, es steckt darin auch das Gegenteil, die Lust an der Wiederholung. Nie ist sie ungehemmter als in der Kindheit. Jeder Erwachsene, der schon einmal dem jubelnden „Nochmal“ eines Kindes wieder und wieder nachgegeben hat, kann davon ein Lied singen.
Das „Nochmal“ der Kinder ist nicht nur mit den Klötzchen im Bunde, die sie hinunterwerfen, sondern auch mit dem Erzählen und dem Rezitieren von Versen. Die Geschichten sollen immer wieder erzählt werden, die Reime immer wieder aufeinander folgen. Die antike, griechisch-römische Mythologie ist mit dem „Noch mal“ im Bunde, wenn auch nicht mit dem kindlichen, das auf der Wiederholung des immergleichen Wortlauts besteht und gegen jede Abweichung Protest einlegt. In immer neuen Variationen werden seit dem 18. Jahrhundert die alten Mythen erzählt. Immer wieder wälzt Sisyphus den Stein, verschlingt Kronos seine Kinder, entspringt Athene dem Haupt des Zeus.
Die Formen des „Nochmal“ in der Literatur sind Paraphrase und Nacherzählung. Sie klingen nach Schulaufgabe und stehen im Verdacht der Epigonalität und Unoriginalität. Aber wer sich im Pantheon der Paraphrasen antiker Mythologie umschaut, stößt auf die produktiven Energien des Nacherzählens. Eben weil der Stoff vorgegeben ist, fällt die Vielfalt der Erzählerstimmen, der Tonlagen, der Arrangements auf. Man blättere nur in die „Götterlehre“ von Karl Philipp Moritz hinein, in der sich die Sprache dem klassizistischen Bild der antiken Statuen anschmiegt, oder in Gustav Schwabs „Die schönsten Sagen des klassischen Altertums“, die in Ton und Aussparungen mindestens so viel vom 19. Jahrhundert erzählen wie von der Antike.
Zum unaufhaltsamen Anschwellen des literarischen Stroms, in dem die antike Mythologe „noch mal“ erzählt wurde, trug bei, dass er sich von den strengen Regeln der Philologie, die seit dem Humanismus die Texte der Überlieferung sicherte, nicht begrenzen ließ. Die Mythenparaphrase wurde zu einer Königsdisziplin der modernen Literatur, zumal im angelsächsischen Raum, von Charles Lambs „The Adventures of Ulysses“ über Nathaniel Hawthornes hinreißende „Tanglewood Tales“ bis hin zu Edith Hamiltons „Timeless Tales of Gods and Heroes“ (1942), Robert Graves’ „The Greek Myths“ (1955) und ihren zahlreichen Verwandten.
Stephen Fry, 1957 in London geboren, ist Schriftsteller, Filmschauspieler, Drehbuchautor, Fernsehcomedian, Kolumnist und manches andere mehr. Er ist sehr bewandert in den Geheimnissen des „Nochmal“, also auch in der Kunst, die Wiederholung zur Quelle des Komischen zu machen. Gerade ist sein Buch „Mythos. A Retelling of the Mythos of Ancient Greece“ (2017) auf Deutsch erschienen. Es trägt die Nacherzählung im Untertitel, aber im Panorama der Paraphrasen gehört es eher in die szenische Abteilung. Die Erzählerstimme ist vor allem dazu da, eine Bühne aufzuschlagen, auf der die Götter und Heroen ihre Auftritte haben, irgendwo zwischen Sitcom und Parodie, Vorabendserie und Late Night Show.
„Sie wissen schon“, „Erinnern Sie sich noch an Asopos?“, „Den Rest kennen Sie“, so wendet sich Stephen Fry als Conférencier ans Publikum, während er die alten Geschichten herbeizitiert, mal ausschmückt, mal abkürzt, und der Übersetzer Matthias Frings sorgt dafür, das er auch im Deutschen seinem Affen Zucker geben kann. Der Zucker, das ist der Dialog, der Sketch, etwa in der Erzählung von Sisyphos, der zweimal dem Tod ein Schnippchen schlägt, ehe im Abschnitt „Rolling Stone“ das „Nochmal“ sein unbarmherziges Gesicht zeigt. Der Zucker des Affen ist dazu da, der Antike das Aroma des Bildungsstoffes zu nehmen.
Beim ersten Besuch des Thanatos ist Sisyphos noch guter Dinge: „‚Hör auf zu stöhnen. Was ist mit dir los? Hast du Zahnschmerzen? Schlechte Verdauung? Und rede nicht in Rätseln. Wie heißt du?‘ ,Wie ich heiße...‘ Thanatos machte eine dramatische Pause. ‚Ich heiße...‘ ‚Ich hab nicht die ganze Nacht Zeit.‘ ‚Ich heiße ...‘ ‚Hast du überhaupt einen Namen?‘ ‚Thanatos.‘ ‚Ja klar, du bist also der Tod, oder? Hm.‘ Sisyphos schien wenig beeindruckt zu sein. ‚Ich dachte, du wärest größer.‘“
Seit Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ und „Die schöne Helena“ sind die Götter zu Operettenfiguren geworden, und es begann so etwas wie eine Arbeitsteilung. Die leichte Muse entführte die antike Mythologie in ihr Reich, während entlaufene Philologen im Bündnis mit modernen Autoren die im Klassizismus verborgene Schreckensseite der Antike hervorholten, ihre grenzenlose Grausamkeit, ihre verstörenden Schreckensszenarien, ihre dionysische Wildheit.
Das alles gibt es, zumal zu Beginn, wenn Gaia sich an Uranos rächt und Kronos ihn entmannt, auch bei Stephen Fry. Aber der frivole Ton fordert seinen Tribut, er kann nicht anders als die Schrecken mildern, in den ewigen Seitensprüngen des Zeus die Gewalt gegenüber der Ehebruchkomödie, in der Geschichte von Prometheus den Schrecken der Bestrafung zugunsten der sie beendenden Befreiung des Freundes der Menschen.
Die Menschen als Spielbälle der Götter haben es Fry sehr angetan. Sein Prometheus ist als Menschenbildner mit Zeus im Bunde, der sich eine „unterwürfige Gattung von Miniaturen“ wünscht. Prometheus lässt sich nicht lange bitten: „Artemis hatte ihre Jagdhunde, Aphrodite ihre Tauben, Athene Eule und Schlange, Poseidon und Amphitrite ihre Delphine und Schildkröten. Sogar Hades hielt sich einen Hund – allerdings einen absolut ekelhaften. Es war nur gerecht, dass der Chef der Götter sich seine eigenen Haustiere schaffen wollte, intelligenter, ergebener und liebenswerter natürlich als die der anderen.“
Die Taten des Herakles, des Prometheus-Befreiers, gibt es in diesem Buch so wenig wie die Geschichten von Medea und den Argonauten, Perseus und Andromeda, den Trojanischen Krieg und die Abenteuer des Odysseus. Fry erzählt die grausame Geschichte der Herausbildung der olympischen Götter mit Hesiod, anderes, wie die Verwandlung der Weberin Arachne, die zu ihrem Unglück Athene im Wettstreit herausfordert, nach den Metamorphosen des Ovid, bei Demeter und Hermes folgt er den homerischen Hymnen. Und gern betreibt er gelehrte Spiele mit der Etymologie von Götternamen.
Bei Hermes übrigens ist Stephen Fry ganz in seinem Element. Die Geschichte, wie Hermes als Kleinkind die Rinder des Apoll entführt und die Lyra erfindet, ist sehr bühnentauglich, und Fry, der in seiner Jugend wegen Kreditkartenbetrugs Probleme hatte, muss in Hermes einen Wahlverwandten erkannt haben: „Die Lust und Doppelzüngigkeit, die er beim Diebstahl von Apollons Rindern an den Tag gelegt hatte, machten Hermes zur ersten Wahl als Gott der Schufte, Diebe, Lügner, Hochstapler, Spieler, Profitmacher, Witzbolde, Geschichtenerzähler und Sportler. Aufgrund der etwas ehrbareren Nähe zu Lügnern, Geschichtenerzählern und Witzbolden war er auch für Literatur zuständig, für Poesie, Redekunst und Witz.“
Was nicht funktioniert in diesem Buch? Kommentare, die allzu philosophisch sein wollen. Und die Bildlegenden im Abbildungsteil, die kaum einmal mitteilen, von wann, wo und wem die Gemälde, Vasen oder Reliefs stammen.
Wegen seiner Nähe
zu Lügnern und Witzbolden
war Hermes auch
für Literatur zuständig
Stephen Fry: Mythos.
Was uns die Götter heute sagen.
Aus dem Englischen von
Matthias Frings. Mit 34 Abbildungen.
Aufbau Verlag, Berlin 2018.
448 Seiten, 24 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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»Stephen Fry hat den Olymp nicht neu erfunden, aber modern erzählt, so dass es Spaß macht die ganze Reise durch die griechische Mythologie zu unternehmen oder die persönlichen Lieblingssagen in neuer Handschrift wiederzuentdecken.« MDR Kultur 20181128