Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Aischa
Danksagungen: 1 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 101 Bewertungen
Bewertung vom 20.08.2018
Eine Nacht, ein Leben
Van der Linden, Sophie

Eine Nacht, ein Leben


sehr gut

Wir bekommen einen kurzen Einblick in die Liebesgeschichte zwischen Henri, einem jungen Kupferstecher und seiner Freundin Youna. Die beiden wurden durch seinen Militärdienst getrennt, sie zog auf eine bretonische Insel und irgendwann brach der Briefwechsel der beiden ab. Henri sucht Youna unangemeldet auf, er sucht nach Antworten, nach der verloren geglaubten Liebe.
Doch der Roman ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern zugleich ein wundervoll atmosphärisches Inselporträt:
Autorin Sophie Van der Linden webt in Ihre Story zahlreiche Binnenerzählungen ein. Wir lernen einen Restaurantbesitzer kennen, der voller Leidenschaft für seine kulinarischen Kreationen ist, einen Läufer, der die kleine Insel bei seinem Training für einen Marathon geradezu manisch umkreist, einen Bauern, dessen Ehe an der Kinderlosigkeit scheiterte und einen Küstenfischer, der für seine Familie täglich sein Leben aufs Spiel setzt.
Van der Linden schafft mit leisen Worten ungewöhnlich intensive Szenen, sie skizziert Bewohner wie Tiere auf wenigen Seiten und doch unvergesslich. Ob es der Gang des Protagonisten am Strand entlang ist oder wie er sich Schnecken über offenem Feuer brät - selten habe ich so eindrucksvolle Sprachbilder erlebt.
Das nur rund 100 Seiten starke Büchlein ist wunderschön gestaltet. Das Cover im Stil des Pointillismus passt hervorragend zur Sprache des Romans.
Fazit: Eine kurze Erzählung, die lange nachhallt, eine Geschichte, die mir einerseits Lust auf einen Urlaub in der Bretagne gemacht hat und die andererseits zeigt, wie zerbrechlich das Glück ist.

Bewertung vom 10.08.2018
Für immer sein Mond
Enters, Marie

Für immer sein Mond


gut

Marie Enters erzählt eine autobiografisch angelegte Liebesgeschichte die sowohl inhaltlich als auch in ihrer Form ungewöhnlich ist.
Protagonistin Marie ist bereits über 50 Jahre als sie sich in den 35jährigen syrischen Flüchtling Melih verliebt.
Melih erwidert ihre Gefühle, und nach anfänglichem Zögern lässt sich Marie auf eine Beziehung ein. Eine Beziehung, die nur in geheimen Stunden und Minuten gelebt werden kann. Denn Marie ist verheiratet und auch Melih möchte nicht, dass seine syrischen Freunde und Verwandten erfahren, dass er ein Verhältnis mit Marie hat.
Die Geschichte steckt voller Spannungsfelder: Da ist der große Altersunterschied der Liebenden, sie stammen aus anderen Kulturkreisen, haben unterschiedliche Religiositäten, es gibt finanzielle Unsicherheiten und bestehende Beziehungen.
Als Leser erleben wir alles aus Sicht der Protagonistin, dabei streut die Autorin zwischen die Kapitel jedoch wunderbare Gedichte, teils an arabische Dichter angelehnt, teils durch Songs inspiriert. Die Gedichte sind eine schöne Abwechslung und Ergänzung zu den kurzen Kapiteln. Es liest sich alles sehr flüssig, ich habe das Buch fast in einem Rutsch beendet.
Für mich deutlich zu farblos bleiben leider Jan, Maries Ehemann, und ihre Töchter. Denn ich bin mir sicher, dass alle Maries Beziehung zu Melih mitbekommen haben, und ich hätte gerne auch deren Sichtweise auf das Fremdgehen der Partnerin bzw. Mutter erfahren. Insgesamt ist mir die Erzählung etwas zu sehr auf Marie fokussiert, ich hätte mir gewünscht, ihr Geliebter wäre etwas mehr zu Wort gekommen.
Dennoch eine lesenswerte Geschichte, die zeigt, dass man in jeder Lebensphase zwischen Liebe und Vernunft hin- und hergerissen sein kann.

Bewertung vom 10.08.2018
Franziska zu Reventlow
Decker, Kerstin

Franziska zu Reventlow


weniger gut

"Denn Liebesgenuss hat noch nie genutzt, man darf zufrieden sein, wenn er nicht schadete."
Dieser Aphorismus des griechischen Philosophen Epikur kam mir bei der Lektüre der Biografie von Franziska zu Reventlow in den Sinn.
Fanny (so ihr richtiger Vorname) ist von Kindesbeinen an unangepasst und extrem freiheitsliebend. So verwundert es auch nicht wirklich, dass die Tochter eines preußischen Landrats des Mädchenpensionats verwiesen wird.
In einem Pfarrhaushalt soll sie nach Willen der Eltern wieder auf den rechten Pfad geführt werden, doch sie flieht von dort und landet in der Münchner Boheme.
Ihre Ehe mit einem Lübecker hält nicht lange. Zwar finanziert ihr Ehemann ihr Malstudien im fernen Schwabing, aber sexuelle Untreue kann er dann doch nicht tolerieren. Und so ist Fanny schnell auf sich gestellt und schlägt sich finanziell - zunächst alleine, bald auch für ihren unehelichen Sohn Rolf verantwortlich - mehr schlecht als recht durch.
Sie nimmt was sie kriegen kann, das gilt für Jobs (Übersetzerin, Witzautorin, Prostituierte) genauso wie für Männer - es sei denn, sie stoßen sie körperlich ab. Fannys Leben ist ein ständiger Kampf ums Überleben, finanziell aber auch körperlich, immer wieder muss sie sich schweren Operationen unterziehen.

Ein ständiger Kampf war für mich leider auch die Lektüre dieser Biografie. Die Schilderung Ihrer Kindheit und Jugend ist Kerstin Decker noch interessant gelungen, doch je mehr Fanny sich in ihre zahlreichen Männerbekanntschaften verzettelte, desto weniger konnte ich ihrer Geschichte abgewinnen. Ich dachte, ich dürfte das Leben einer unangepassten Feministin nachvollziehen, der die persönliche Freiheit über alles ging. Gefunden habe ich eine zwar starke Frau, die vielen Schicksalsschlägen trotzte und die sich über gesellschaftliche Regeln hinwegsetzte, dabei aber nie wirklich frei war, sondern gerade finanziell immer wieder abhängig von anderen.
Sprachlich war Deckers Stil eine echte Herausforderung für mich. Immer wieder streut sie philosophische Bezüge ein, bezieht sich auf Philosophen, die ich, da ich im Gegensatz zur Autorin kein Philosophie-Studium vorweisen kann, nur dem Namen nach kenne. Der Lebensweg der Protagonistin wird sehr lückenhaft nachgezeichnet, viele Fragen bleiben offen, etwa was genau die Ursachen für die zahlreichen Operationen waren.

Mein Fazit: Das Buch ist literarisch sehr fragwürdig, in großen Teilen schwer verständlich, wirr und abschweifend. Fanny von Reventlow war sicher eine sehr außergewöhnliche Frau, sie hat bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, aber leider überwiegend negativen. Dies gilt auch für die Biografie.

Bewertung vom 05.08.2018
Harald Schmidt on air, 1 Audio-CD
Schmidt, Harald

Harald Schmidt on air, 1 Audio-CD


sehr gut

Ich gestehe: Ich bin Harald-Schmidt-Fan. Ich vermisse seine Late-Night-Show, und so war ich sehr froh, mir mit diesem Audiobuch einige seiner Sketche nach Hause holen zu können.
Die 19 Archivaufnahmen stammen aus den Jahren 1986 bis 1991, und man sollte diese Zeit auch bereits bewusst erlebt haben, ansonsten kann man viele der Anspielungen und Bezüge nicht richtig deuten.
Manches ist inzwischen etwas angestaubt, insgesamt zählen Schmidts bissige Satire und seine intelligenten Persiflagen für mich nach wie vor zum Besten, was deutscher Humor zu bieten hat.
Witzig sind nicht nur die Texte, sondern ebenso die Art und Weise der Darbietung; hier kommt Schmidt sicher sein Schauspielstudium zugute. 77 Minuten feinster Unterhaltung, die ich allen ab 50 Jahren nur wärmstens empfehlen kann!

Bewertung vom 02.08.2018
Bis ans Ende, Marie
Rieger, Barbara

Bis ans Ende, Marie


ausgezeichnet

Ich verbringe meinen Urlaub praktisch nie zwei Mal am selben Ort. Denn egal, wie sehr es mir gefallen hat - ich denke immer, dass es woanders vielleicht noch schöner ist.
Und so ähnlich geht es mir auch mit Büchern: Es gibt nur ganz wenige, die ich mehrfach gelesen habe, einfach aus der Angst heraus, dann vielleicht ein noch besseres zu verpassen.
Aber "Bis ans Ende, Marie" werde ich sicher noch einmal lesen. Barbara Rieger hat mit ihrem Erstlingsroman nicht nur grosartgro Literatur vorgelegt, sondern mich persönlich hat der Twist am Ende so überrascht, dass ich mich auf jeden Fall noch einmal auf die Suche nach vorab eingestreuten Hinweisen begeben möchte. Und mit dem Wissen, das ich nun nach vollendeter Lektüre habe, ändert sich wahrscheinlich auch die Beurteilung vieler Figuren im Roman.
Die Leser begleiten die namenlose Ich-Erzählerin, eine junge Psychologiestudentin, und ihre Freundin Marie durch wilde Partynächte, auf Familienfeiern und einen Urlaub mit der Clique. Dabei werden reichlich Alkohol und andere Drogen konsumiert, und nicht immer erkennt man leicht, wo die Realität aufhört und eine Traumsequenz beginnt. Vergangenheit und Gegenwart vermischen sich, auch das Lesen der Geschichte hatte für mich etwas Rauschhaftes.
Aber Vorsicht: Riegers Erzählung erfordert aufmerksame Leser. Die Sprache ist komplexer, als sie zunächst wirkt, und dies gilt für die Handlung noch viel mehr.
Es ist kein Buch für zwischendurch, nichts womit man einfach Mal ausspannen kann, sondern ich wurde durch diesen Roman gefordert, es gab Passagen, die schwierig zu lesen waren, manches muss man sich etwas "erkämpfen".
Und dennoch kann ich "Bis ans Ende, Marie" nur sehr empfehlen, es ist einfach großartige Literatur!

Bewertung vom 31.07.2018
Mein wunderbares Bücherboot
Henshaw, Sarah

Mein wunderbares Bücherboot


weniger gut

"Don't judge a book by its cover" - an diese Binsenweisheit musste ich beim Lesen dieser autobiografischen Geschichte immer wieder denken.
Denn so sehr mir der liebevoll gestaltete Einband gefällt, so wenig hat mir der Inhalt des Buches zugesagt.
Doch zunächst zu den Pluspunkten: Das Cover ist gleichermaßen ungewöhnlich wie reizend. Der Stil der Zeichnung wie auch die Schriftart des Titels erinnern mich an Kinderbücher aus den1960er Jahren, das angerauhte Hardcover und das farblich auf den orangen Rock der Protagonistin abgestimmte Lesebändchen lassen mein bibliophiles Herz höher schlagen. Auch die Typografie der Kapitelüberschriften sowie eine Karte der Reiseroute des Bücherbootes sind liebevolle Details; der Verlag Eden Books hat hier hervorragende Arbeit geleistet.
Der Klappentext ließ mich die abenteuerliche Reise einer Büchernärrin erwarten, die ein Kanalboot in einen Buchladen umwandelt und sechs Monate lang auf britischen Kanälen unterwegs ist , um ihren Traum zu leben.
Abenteuer schildert die Journalistin Sarah Henshaw in zahlreichen, kurzen Kapiteln, sie hat Humor und brachte mich oft zum Schmunzeln.
Dennoch hat mich das Buch nicht gut unterhalten. Das lag zum einen an vielen sich ähnelnden Episoden. Das eine Schleusendurchfahrt alleine körperlich höchste Anstrengung erfordert hat man als Leser schnell verstanden, zwei oder drei Beispiele dafür sind in Ordnung, danach beginnt es mich zu langweilen.
Wesentlich mehr hat mich aber Buchhändlerin Sarah genervt. Sie verwirklicht ihren schwimmenden Büchertraum auf Kosten anderer: Gern genommene Finanzierung des Projektes ist das hart ersparte Geld ihrer Eltern. Vorbereitung auf Sarah Leben als Buchhändlerin auf den Kanälen: Fehlanzeige. Weder hat sie Ahnung von nötigen Geschäftskenntnissen zum Führen einer Buchhandlung, noch macht sie sich mit den grundlegenden Handgriffen vertraut, um ihr Boot sicher zu steuern. Auch Regeln der Binnenschifffahrt sieht Sarah als unnötige Hürden an, die ihr böswillig in den Weg gestellt werden, und so fälscht sie schon Mal ein nötiges Dokument oder lügt, ohne mit der Wimper zu zucken.
Weder kann ich Sarahs Wertvorstellungen teilen, noch habe ich Verständnis für ihren Egotrip.
Unterstützenswert ist ohne Frage Sarahs Anliegen, mit der Book Barge dem Online-Buchhandel und großen Buchhandelsketten etwas entgegen zu setzen. Ich würde gerne jederzeit in Sarahs schwimmendem Buchladen einkaufen. Darüber zu lesen hat mir leider nicht wirklich Freude bereitet.

Bewertung vom 27.07.2018
Die Seidenhändlerin (eBook, ePUB)
Galvani, Gabriela

Die Seidenhändlerin (eBook, ePUB)


sehr gut

Micaela Jary alias Gabriela Galvani versteht ihr Handwerk: Der vorliegende Roman hat einen spannenden Plot mit einigen unerwarteten Twists, die Sprache passt zur Zeit, in der die Geschichte spielt und ist doch soweit an unseren heutigen Jargon angepasst, dass sich die Kapitel sehr flüssig lesen lassen.
Man merkt, dass die Autorin die Originalschauplätze nicht nur gut kennt, sondern dem Tessin und der Lombardei freundschaftlich verbunden ist: Landschaftsschilderungen und die Erwähnung typischer Gerichte der Region vermitteln ein anschauliches Bild; wörtliche Rede im lombardischen Dialekt erzeugt auf sympathische Weise Authentizität.
Und auch sonst hat die Autorin ihre Hausaufgaben gemacht, was bei einem Historienroman für mich in erster Linie umfangreiche Recherche bedeutet.
Ich möchte durch die Lektüre eines historischen Romans gut unterhalten werden und gleichzeitig meine (ehrlich gesagt nur spärlich vorhanden) Geschichtskenntnisse erweitern können. Letzteres ist hier hervorragend gelungen. Jary bettet ihre Geschichte voller Liebe und Leid - samt Verwechslung, die für die nötige Portion Spannung sorgt - geschickt in die politischen Unruhen zur Zeit des napoleonischen Italienfeldzugs ein. Als Leser begleitet man so Gründung und Auflösung der Cisalpinen Republik und erfährt von den Grauen des Krieges, wie Plünderung und Vergewaltigung. Aber auch davon, wie "die einfachen Leute" von der Einführung eines neuen Kalenders verwirrt sind oder dem Adel die neuen, bürgerlichen Anredeformen in den Anfängen der Republik nur zögerlich über die Lippen kommen.
Auch unterhalten wurde ich durch den vorliegenden Roman hervorragend. Einzig die Häufung vieler - in meinen Augen an den Haaren herbei gezogener - Zufälle hat mich doch recht gestört. Ich lese durchaus auch gerne Märchen, aber bei Historienromanen mag ich es doch gerne realistischer.
Zuletzt aber noch ein Pluspunkt: Die Zeittafel am Ende des Buches bietet gute Orientierung in geschichtlicher Hinsicht.

Bewertung vom 24.07.2018
Der höchste Bücherberg der Welt
Bonilla, Rocio

Der höchste Bücherberg der Welt


ausgezeichnet

Was braucht ein gutes Bilderbuch? Schöne Illustrationen und eine gute Geschichte, die etwas zu erzählen hat.
Beides bietet "Der höchste Bücherberg der Welt". Die liebevoll gestalteten Zeichnungen von Rocio Bonilla lassen auch beim wiederholten (Vor-)Lesen immer wieder neue Details entdecken. Ältere Leser unterhalten dabei zahlreiche Reminiszenzen an Klassiker, wie den kleinen Prinzen, das Dschungelbuch oder King Kong.
Für ein Kinderbuch etwas ungewöhnlich ist, dass die Bilder in eher dunklen, gedeckten Farben gehalten sind; für uns eine durchaus willkommene Abwechslung zur üblichen grellen Farbpalette.
Die Geschichte selbst lässt mein Herz höher schlagen, ich liebe die zentrale Aussage: Bücher können dich so beflügeln, dass du auch ohne Flügel fliegen lernst!
Hübsches Gimmick: Ein herausnehmbares Maßband für Kids (bis 140 cm Körpergröße), thematisch passend mit einem Bücherstapel illustriert.
Von mir eine klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 22.07.2018
Hoffnung Liverpool
Marrion, Elisabeth

Hoffnung Liverpool


ausgezeichnet

Ich wünschte, mein Geschichtslehrer hätte seinen Unterricht nur halb so interessant und spannend gestaltet, wie Elisabeth Marrion ihre Romane verfasst.
So aber bin ich dabei, meine zahlreich vorhandenen Wissenslücken auch anhand von Historienromanen zu schließen.
Ich habe bereits "Mein Tanz mit Rommel" gelesen, der großartige erste Teil von Marrions Romantrilogie, in der sie ihre eigene Familiengeschichte verarbeitet.
Hatte mich der erste Band schon gefesselt, so konnte ich den zweiten kaum noch aus der Hand legen.
Der Leser begleitet Annie und ihre Freundin Flo, zwei junge Irinnen, die Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts keine Zukunft mehr in ihrer Heimat sehen und nach England auswandern.
Marionn schafft es auch mit diesem Roman wieder, ein Stück europäische Geschichte für mich lebendig werden zu lassen. Sie charakterisiert ihre Protagonisten lebhaft, und die detaillierten Beschreibungen und zahlreichen Dialoge vermitteln ein anschauliches Bild der damaligen Verhältnisse. Und so habe ich sehr mit ihren Figuren mit gelitten, etwa als Annie ihre Tochter Dorothie nach einem kurzen Heimatbesuch in Irland bei den Großeltern zurück lässt, um ihr eine Kindheit ohne Luftangriffe und ständigen Hunger zu ermöglichen.
Noch eindrucksvoller wird die Erzählung, wenn man sich vergegenwärtigt, dass es sich nicht um Fiktion handelt, sondern die Autorin - auf sehr fesselnde Weise - ihre eigene, wahre Familiengeschichte zu Papier gebracht hat.
Ein beeindruckendes Zeugnis von Auswanderung, Freundschaft, den Schrecken des Krieges und starken Familienbanden. Ich warte schon jetzt gespannt auf den dritten Teil.

Bewertung vom 20.07.2018
Regenlichter
Greene, C.

Regenlichter


sehr gut

Ich geb's zu, ich steh auf Kurzgeschichten. Carolina Greene war mir als Autorin bislang allerdings unbekannt.
Die vorliegende Sammlung neun, sehr unterschiedlicher Kurzgeschichten hat mich überrascht, im Positiven. Zwar sagen mir nicht alle Stories gleichermaßen zu, aber das ist in meinen Augen auch nicht nötig. Ich mag es, wenn mich eine Geschichte auch mal außerhalb meiner Komfortzone lockt, wenn ich über Themen nachdenke, die in meinem Alltag nicht vorkommen.
Und "Regenlichter" bietet einen sehr bunten Blumenstrauß an Themen: Cyborgs, Nixen, das Leben im Alter, Tod u.v.m.
Auch sprachlich bieten diverse Erzählperspektiven anspruchsvolle Abwechslung. Ich warte schon gespannt auf weitere Geschichten!