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Benutzername: julemaus94
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Danksagungen: 4 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 198 Bewertungen
Bewertung vom 05.08.2020
Vegan! Das Goldene von GU (eBook, ePUB)

Vegan! Das Goldene von GU (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Nicht nur für Veganer

Dass Fleischessen für die Umwelt nicht gut ist, hat wohl mittlerweile so ziemlich jeder mitbekommen. Wer aber, so wie ich, nicht vollkommen auf Fleisch und andere tierische Produkte verzichten möchte, sollte sich von dem Wort Vegan im Buchtitel nicht abschrecken lassen.

Denn dieses Kochbuch bietet eine Vielzahl leckerer Rezepte, die den Tierprodukt-lastigen Alltag perfekt auflockern können. Sie zeigen vor allem, dass Vegan nicht unbedingt Verzicht bedeutet. Die Gerichte sind lecker, machen satt und kommen (zumindest eine ausreichend vielfältige Auswahl) auch mit einfachen Zutaten aus, die jeder in seiner Küche vorrätig hat oder verwendet.

Und wenn man einmal Appetit bekommen hat, traut man sich vielleicht auch an einige der Tofu- oder Seitan-haltigen Rezepte ran.

Mir gefällt vor allem auch die Aufteilung der Rezepte nach verschiedenen Tageszeiten oder der Größe des Hungers. Jeder Abschnitt beginnt zudem mit einer kurzen theoretischen Einführung, in der auf Grundlagen und Fehlmeinungen eingegangen wird.

Die Rezepte sind zudem mit Tipps ausgestattet, in denen auf den möglichen Austausch von Zutaten oder die Kombination mit anderen Gerichten oder Beilagen hingewiesen wird.

Allein der recht große Abschnitt über Fleischersatz-Gerichte hätte für mich deutlich geringer ausfallen können. Aber ich kann ja, wenn die Lust zu groß ist, auch auf Fleisch umschwenken, was ein Veganer nicht kann.

Als echtes Highlight möchte ich zum Schluss noch auf die vielen Rezepte zu Grundnahrungsmitteln wie Nussmilch, -sahne oder -mus hinweisen. Diese sind auch für meine Küche eine große Bereicherung und definitiv etwas, was immer wieder Einsatz finden wird.

Bewertung vom 03.08.2020
Immernacht
MacKenzie, Ross

Immernacht


sehr gut

Überraschend brutale Jugendfantasy

Larabelle Fox lebt in einem Königreich, errichtet auf dem verlassenen Schlachtfeld der Götter. In diesem Königreich herrscht ein schwelender Krieg zwischen dem König, Mrs. Heesters und den von ihnen kontrollierten Weißen Magiern auf der einen Seite und den verschrieenen Hexen. Als Lara während ihrer Arbeit als Tosher in der Kanalisation ein mysteriöses Kästchen entdeckt, gerät sie zwischen die Fronten und ist plötzlich die letzte Rettung vor dem drohenden Weltuntergang.

Ross MacKenzie hat eine wirklich düstere, nichts desto trotz aber auch fesselnde Welt erschaffen; eine Mischung aus Steam Punk, Göttersaga und Fluch der Karibik. Mit verschiedenen schillernden Stilelementen hat die Story sowohl etwas seltsam vertrautes als auch überraschend Neues.

Leider bleiben die Figuren, bis auf Larabelle, etwas blass und haben keine besonders großen, ausgefeilten Auftritte. An dieser Stelle hätten es gerne ein paar Seiten mehr sein dürfen um dem Ganzen mehr Leben einzuhauchen. Dafür gefällt mir Larabelle ausnehmend gut und man vergisst angesichts ihres Mutes und ihrer Courage schnell, dass sie eigentlich "nur" ein 13-jähriges Mädchen ist.

Insgesamt bietet "Immernacht" tolle Unterhaltung, ist aber mit seinen teils doch recht schonungslosen Gewaltszenen nichts für schwache Teenieköpfe und -gemüter. An der Stelle täuscht das, zugegeben wunderschöne, Cover etwas und wirkt doch fälschlicherweise etwas zu harmlos.

Bewertung vom 03.08.2020
Die Macht der Kristalle / Lia Sturmgold Bd.1
Ley, Aniela

Die Macht der Kristalle / Lia Sturmgold Bd.1


sehr gut

Fantastischer Mutmacher

Wer wollte nicht schon immer mal für eine kurze Zeit aus seinem Leben ausreißen, den Körper mit jemand viel Coolerem tauschen? Lia eigentlich nicht, sie ist zufrieden mit ihrem Leben, spielt gerne Hockey... und fidnet sich trotzdem plötzlich im Körper der Elfenprinzessin Asalia wieder. Nur weil, die lieber in der Menschenwelt rumhängen will, Eis essen, am Handy spielen, und und und anstatt auf die blöde, neue Elfenschule zu gehen. Stattdessen schickt sie Lia.

Dieses Buch ist der perfekte Mix aus fantastischer Elfengeschichte und einem Lehrstück über Freundschaft, eine Hommage an die Außenseiter und ein Aufruf zu mehr Toleranz und Nächstenliebe.

Die Figuren sind sympathisch, wenn auch teilweise (besonders was die Antagonisten angeht) etwas schablonenhaft. Das macht aber gar nichts, weil das bunte Drumherum wunderbar ablenkt, mitreißt und mit viel Humor zu unterhalten weiß.

Mit viel Fantasie hat Aniela Ley eine kindgerechte Geschichte geschrieben, die von der ersten bis zur letzten Seite ganz viel Spaß und vor allem auch Mut macht!

Bewertung vom 03.08.2020
Wozu wir fähig sind
El Omari, Laila

Wozu wir fähig sind


sehr gut

Moderner Graf von Monte Christo

Laila Omari hat mit "Wozu wir fähig sind" die spannende Jugendadaption eines Klassikers entworfen, die sich schnell zum Pageturner entwickelt.

Als Alexander und Leonora plötzlich auf dem Campus auftauchen, wirbeln sie das Leben von Patrick, Alina und Robin gehörig durcheinander. Insgesamt ist es doch sehr auffällig, wie viele Leben sie mit ihrem Auftreten beeinflussen. Und ihr Verhalten deutet darauf hin, dass sie etwas zu verbergen haben.

Schon bald wird klar, dass die Figuren dieser Geschichte durch einen 7 Jahre zurückliegenden Fall miteinander verbunden sind.

Spannung liefert dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite und hat meine Erwartungen damit in keinster Weise enttäuscht.

Allein die Figuren sind für meinen Geschmack etwas zu eindimensional und blass geblieben. Gepaart mit doch recht ähnlichen Namen fiel es mir an manchen Stellen doch recht schwer, alle Personen auseinander zu halten.

Allerdings ist die Komplexität der Geschichte für ein Jugendbuch vollkommen angemessen. Ich fühlte mich gut unterhalten, die Wendungen der Geschichte kamen für mich unerwartet. Und auch wenn die Thematik nun nichts gänzlich Neues mit sich bringt, so ist es doch alles in allem ein solider Jugendroman.

Bewertung vom 19.06.2020
Offene See
Myers, Benjamin

Offene See


sehr gut

Sehr poetisch

Um "Offene See" wirklich genießen zu können, muss man Myers blumiger, bildhafter Sprache eine Chance geben.

Die Geschichte um den jungen Robert, der den Zwängen seiner Familie, Bergbauarbeiter zu werden, entkommt, indem er auf große Wanderung quer durch England geht und dabei auf Dulcie trifft, ist vieles: eine Hommage an die Natur; ein Aufruf, sich auf die wichtigen Dinge des Lebens zu besinnen und auch mal inne zu halten und auf seine Umgebung zu achten; sich mehr mit seinen eigenen Wünschen und Interessen auseinander zu setzen, dabei aber auch aufgeschlossen gegenüber anderen Meinungen zu bleiben.

Dieser Roman ist wirklich etwas für Liebhaber, Liebhaber der Literatur und bildhaften Sprache. Obwohl er in der Vergangenheit spielt, spricht er überraschend aktuelle Themen an und zeigt mit Dulcie ein erfreulich fortschrittliches, aufgeschlossenes, selbstständiges, ins ich ruhendes Frauenbild.

Fazit:
Insgesamt bekommt man mit "Offene See" ein literarisches Gesamtpaket für Liebhaber, dem man unbedingt eine Chance geben sollte.

Bewertung vom 15.06.2020
Das eiserne Herz des Charlie Berg
Stuertz, Sebastian

Das eiserne Herz des Charlie Berg


gut

Starker Anfang, stark nachlassend

Ich mag Bücher sehr, die sich nicht in eine Schublade stecken lassen. "Das eiserne Herz des Charlie Berg" erfüllt dieses Kriterium mit Bravour. Skurrile Figuren, eine Handlung die zwischen Krimi, Liebesgeschichte und Coming of Age-Story schwankt; sich aber leider in diesen Grauzonen dazwischen verliert.

Charlie Berg wurde mit einem schwachen Herzen geboren, kann dafür aber seit einem Unfall besonders gut riechen. Seine kleine Schwester zieht er beinahe alleine groß, da weder sein dauer-kiffender Vater, noch seine berufsfokussierte Mutter sich sonderlich gut als Eltern eignen.

Die Geschichte hat wirklich großes Potential und beginnt auch mit einem vielversprechenden Auftakt. Allerdings tue ich mich mit dem Erzählstil etwas schwer; er ist mir zu ausschweifend, verliert sich in eher unwichtigen Details. Der eher episodenhafte Aufbau des Buches lässt einen roten Faden vermissen und macht es dem Leser damit umso schwerer, der Erzählung zu folgen.

So verschenkt es sein anfängliches Potential schnell, bis die Handlung nur mehr vor sich hin plätschert. Und auch die Eigenheiten der Figuren, am Anfang noch charmant und liebenswert, nerven dank der vielen Wiederholungen irgendwann nur noch.

Fazit:
Was gut beginnt, muss nicht immer gut enden.

Bewertung vom 12.06.2020
Hexen gibt es doch / Hex Files Bd.1 (eBook, ePUB)
Harper, Helen

Hexen gibt es doch / Hex Files Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Starke Heldin

Seien wir mal ehrlich: das Genre der Romantic Fantasy (oder Fantasy im Allgemeinen) ist nicht gerade besonders bekannt, für starke, selbstständige, weibliche Figuren, die sich ihrem männlichen Gegenstück nicht an den Hals werfen oder sich kopfüber verlieben.

Insofern ist Hex Files mit seiner Hauptfigur Ivy ein absoluter Glpcksgriff! Denn Ivy ist zwar nicht perfekt, eigentlich ist sie sogar das absolute Gegenteil: sie wählt immer den Weg des geringsten Widerstandes; sprich, sie ist unheimlich faul, nicht unbedingt ein Ausbund an Attraktivität und hat auch nur einen mies bezalten Job als Taxifahrerin. Aber sie ist vollkommen im reinen mit sich, hat alles an sich akzeptiert und sprüht nur so vor Intelligenz und Humor.

Den braucht sie auch, als sie ungewollt an einen Hexer des Heiligen Ordens der Magischen Erleuchtung gebunden wird und kurz darauf als Ermittlerin in einem Kriminalfall landet.

Nun würde sich bestimmt jeder denken: ach komm, das läuft doch bestimmt auf eine Liebesgeschichte hinaus, der Hexer ist bestimmt attraktiv, dunkel, geheimnisvoll und gutaussehend. Und ja, ganz abstreiten kann ich das natürlich nicht. Denn Helen Harper hat mit Rafael einen interessanten Gegenpart zu Ivy entworfen. Allerdings wird die Zusammenarbeit der beiden eher von witzigen Streitgesprächen mit gegenseitiger Einsichtigkeit und richtiger Kommunikation bestimmt, als von gegenseitiem Anschmachten.

Während man die üblichen Stilmittel der Romantik getrost vermissen kann, hat sich die Autorin eher auf den interessanten Kriminalfall und die Entwicklung einer guten Partnerschaft konzentriert und damit einen gelungenen Einstieg in diese neue Reihe geschaffen.

Die Figuren sind sympathisch, die Dialoge witzig und die Handlung in ihrer Kürze überraschend wendungsreich. Ein Buch, an dem sich Autoren dieses Genres gerne ein Beispiel nehmen dürfen!

Bewertung vom 08.06.2020
Miracle Creek
Kim, Angie

Miracle Creek


ausgezeichnet

Doppeltes Spiel

Angie Kim hat mit ihrem Roman eine fesselnde Geschichte geschaffen, die sich liest wie John Grisham im Seelenstriptease.

Die junge Elisabeth wird des Mordes angeklagt, nachdem ihr Sohn und ihre Freundin bei einer Gasexplosion ums Leben gekommen sind. Dabei könnte das Feuer, welches dazu führte, auch jeder andere der bei dem Gerichtsprozess anwesenden Zeugen gelegt haben.

Der an ein Gerichtsprotokoll angelehnte Roman bietet aus der Sicht der verschiedenen Beteiligten tiefe Einblicke in die Gedankenwelt der Figuren und offenbart schnell das doppelte Spiel aus Wahrheit und geschönten Aussagen. Dabei transportiert die Erzählung in ihrer ruhigen, unaufgeregten Form umso deutlicher die verschiedenen Gefühle und Emotionen. So hat Angie Kim ein atmosphärisches Kammerspiel geschaffen, das unheimlich gut recherchiert in verschiedene Themenfelder wie Autismus, Eheprobleme und Rassismus einführt.

Keine der Figuren ist darauf angelegt, Sympathien beim Leser zu wecken. Nichtsdestotrotz kann man sich leicht in alle hineinversetzen, ihre Handlungen und Lügen sind auf emotionaler Ebene nachvollziehbar; sie wirken zutiefst menschlich.

Fazit:
Der Roman überzeugt nicht durch einen rasanten Plot, auch wenn er überraschende Wendungen bereit hält, sondern durch seine geballte Menschlichkeit.

Bewertung vom 31.05.2020
Der Sommer, in dem Einstein verschwand
Hermanson, Marie

Der Sommer, in dem Einstein verschwand


sehr gut

Historischer Wohlfühlkrimi

Einstein soll 1923 seine Nobelpreis-Rede auf der Jubiläumsausstellung in Göteborg halten. Ob und wie er aus Deutschland anreist, erzählt dieser fiktive, auf wahren Tatsachen beruhende Roman aus der Sicht mehrerer Personen, die seine Reise begleitet bzw beeinflusst haben.

Auch wenn dieser Sommer in Göteborg ein recht regnerischer gewesen sein muss, liest sich die Geschichte doch wie eine sommerliche, historische Kriminalgeschichte; gespickt mit eine großen Handvoll berühmter Namen aus der Wissenschaft.

Man könnte sich jetzt darüber streiten, ob die Geschichte spannend genug geschrieben ist oder sich ausreichend an wahren Begebenheiten orientiert. Mich jedenfalls hat sie aufs Herrlichste unterhalten, ich habe einiges gelernt, eine neue Sichtweise auf das Jahr 1923 in Deutschland und Schweden bekommen und war anschließend interessiert genug, mich auf eigene Faust noch weiter zu belesen.

Die Handlung war rund und in sich abeschlossen, die Figuren wirkten sympathisch und authentisch. InHIsgesamt ein Buch, an dem ich wirklich nichts auszusetzen hatte und das nichts vermissen ließ.

Bewertung vom 27.05.2020
Young Rebels
Knödler, Benjamin; Knödler, Christine

Young Rebels


gut

Mehr als Greta

Dieses Buch gehört einem ganz neuen Genre an: den Büchern, die berühmte Leute nach den verschiedensten Gesichtspuntken kategorisieren und porträtieren. Nach außergewöhnlichen Frauen, Männern, Berühmtheiten und ihren Haustieren, sowie queeren People folgen nun also Jugendliche, die mit ihren innovativen Ideen die Welt verändern.

Klar, dass man da gerade in unserer heutigen Zeit als erstes an Greta denkt. Dieses Buch zeigt, dass es aber noch so viele kluge Köpfe mehr gibt, die sich eine Erwähnung in diesem Werk verdient haben.

Allerdings konzentrieren sich die Autoren für meinen Geschmack zu sehr auf die letzten 20 Jahre. Kaum eines der hier vorgestellten 25 Kinder ist vor 1990 geboren. Viele sind sogenannte Millenials, die sich die Vorteile der sozialen Netzwerke zunutze gemacht haben, um ihr Anliegen zu verbreiten.

Das mag in sofern gut sein, das es in kurzer Zeit die Aufmerksamkeit der Menschen global erwirken kann, gibt mir aber auch den Anschein, dass dieser Fortschritt und Einfluss, den diese Kids mit ihren Aktionen bewirkt haben, nur dank moderner Vernetzung möglich war.

Für meinen Geschmack finden die jugendlichen Erfinder früherer Jahrzehnte (geschweige denn Jahrhunderte) zu wenig Erwähnung. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Revolutions- und Erfindergeist so etwas Neues ist.

Den Aufbau des Buches an sich finde ich gut gelungen, zumal den einzelnen Figuren (anders als in früheren Werken dieser Art) mehr Platz für ihre Geschichten eingeräumt wird. Aber auch hier wirken die Portäts teilweise mehr wie eine mittelmäßig erzählte Kurzgeschichte als wie wirklich informative Kurzdarstellungen von Problemthemen. Als einzige Ausnahme kann ich hier die Präsentation von Pussy Riot oder Barney Mokgatle, Tsietsi Mashinini, sowie Selby Semela aufführen.

Natürlich soll das Buch als Inspiration für junge Leser dienen, ihre Umwelt zu hinterfragen; den Mut zu finden, seine Stimme zu erheben, wenn einem etwas nicht passt; das Selbstbewusstsein zu entwicklen, dass jeder einzelne etwas erreichen kann, wenn er es wirklich will. Aber auch dafür fehlt diesem Buch das letzte I-Tüpfelchen, und sei es nur ein kleines Infokästchen mit Links oder Tipps für weitere Informationen unter jedem Artikel.

Fazit:
Vielleicht bin ich mit meinen 30 Jahren einfach nicht mehr die richtige Zielgruppe für dieses Buch, aber ich finde die weltverändernden Jugendlichen einach zu einseitig dargestellt.