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Benutzername: fuddelknuddel
Danksagungen: 4 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 165 Bewertungen
Bewertung vom 06.10.2019
Tagebuch eines Buchhändlers
Bythell, Shaun

Tagebuch eines Buchhändlers


weniger gut

Shaun Bythell hat das, von dem viele Leser träumen: eine eigene Buchhandlung. Er führt „The Book Shop“, die größte Second-Hand-Buchhandlung des Landes, und in seinem Tagebuch wird man als Leser durch seinen Alltag geführt. Man erlebt unfreundliche bis dreiste Kunden mit extravaganten Wünschen und Vorstellungen, schlägt sich mit dem Wandel der Zeit herum und hat an Geldsorgen zu knabbern. Doch zwischen all den unangenehmen Seiten des Buchhandels wartet auch die ein oder andere schöne Überraschung auf den Leser, schließlich bietet die Welt der Bücher so viel mehr als nur grummelige Kunden und Mitarbeiter.

Dass das Buch nach dem Konzept eines Tagebuches aufgebaut ist, erschien mir auf den ersten Blick ganz witzig. Ich dachte mir, auf diese Weise in den Alltag des Protagonisten und Autoren einzutauchen, sei bestimmt neuartig und amüsant, letzteres war es jedoch nur bedingt. Anfangs fand ich die Erlebnisse des Buchhändlers noch spannend und war fasziniert, wie es als Gebrauchtbuchshop-Besitzer so läuft, mit der Zeit verlor die Geschichte für mich allerdings ihren Reiz.

Der nüchterne Schreibstil mit dem trockenen Humor des Protagonisten gepaart ergibt eine Kombination, die man entweder mag oder nicht. Mir persönlich hat das nicht so sehr gefallen, geschweige denn gepackt. Öfter bin ich beim Lesen abgeschweift oder habe mich dabei erwischt, dass ich die Seiten passagenweise nur überflogen habe, was ich sehr schade finde, da ich im Vorfeld hohe Erwartungen an dieses Buch hatte.

Mein Fazit:
Ich hatte mir das Buch etwas anders vorgestellt. Wäre zwischendurch vom Tagebuch-Stil abgewichen und damit etwas Abwechslung reingebracht worden, hätte mich das Buch vermutlich mehr gefesselt und ich hätte damit auch dem Inhalt eine zweite Chance gegeben. Doch der Aufbau und der Schreibstil haben dafür gesorgt, dass ich das Tagebuch eines Buchhändlers nach mehreren Versuchen schließlich nach der Hälfte abgebrochen habe.

Bewertung vom 25.09.2019
The One Real Man / Love and Order Bd.3
Rayne, Piper

The One Real Man / Love and Order Bd.3


gut

Die Love-and-Order-Trilogie von Piper Rayne hat mich vom ersten Band an begeistert, Band zwei hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen und daher war ich natürlich auch auf den finalen Teil sehr gespannt. Leider muss ich gestehen, dass ich die Geschichte um Roarke und Hannah am schwächsten von allen fand. Dennoch freue ich mich auf zukünftige Bücher des Autorinnen-Duos, in die bald folgende Trilogie wird bereits am Ende dieses Buches ein Einblick gewährt, da man die Protagonistinnen bei einem Event von Hannahs Organisation kennenlernt. Auf diese Weise sind auch diese beiden Reihen wieder miteinander verknüpft und für so etwas habe ich eine Schwäche, wie ich gestehen muss.

Was genau mir an diesem Buch weniger gefallen hat, als an den anderen, ist schwer in Worte zu fassen. Der Funke ist einfach nicht übergesprungen, obwohl man durch die Erzählung aus Hannahs Ich-Perspektive nah an den Figuren ist und ihre Gedanken und Gefühle sozusagen aus erster Hand erfährt. Auch die Schreibweise war nicht das Problem, denn durch die unkomplizierten, anschaulichen Formulierungen konnte man sich die Geschichte perfekt vor Augen führen und bringt die Seiten im Eiltempo hinter sich.

Es war die Dynamik zwischen Roarke und Hannah, die mir nicht gefallen hat. Roarkes Charakter hat ihn mir einfach madig gemacht, auch wenn seine arrogante Art vermutlich genau das gewesen sein soll, was ihn so interessant und undurchschaubar macht. Die beiden sind einfach zu pragmatisch, nicht so träumerisch und impulsiv wie es Chelsea und Dean zum Beispiel waren. Mir hat einfach die gefühlvolle Romantik gefehlt, dafür gab es eine Menge Funken und Prickeln. Leider eine für meinen Geschmack zu unausgewogene Mischung.

Mein Fazit:
Band drei der Love-and-Order-Trilogie war für mich der schwächste. Das Zusammenspiel der Protagonisten hat mich nicht überzeugt, geschweige denn berührt. Aber ich bleibe auf jeden Fall dran an den Büchern von Piper Rayne, die für jeden New Adult Leser zu empfehlen sind.

Bewertung vom 23.09.2019
Not my type
Score, Lucy

Not my type


gut

So lautet der Klappentext eines weiteren, wie ich finde, höchst durchschnittlichen bis schrägen Buches. Negativ schräg, nicht gut schräg. Der Klappentext klingt schon nach Klischee, was mich persönlich allerdings erst mal nicht abschreckt. Leider geht es dann ziemlich eigenartig weiter.
Die restlichen Brautjungfern von Frankies Freundin wirken gekünstelt ätzend und verzogen, sodass es schon nicht mehr witzig sondern nur noch armselig war. Der Protagonist war ein widerliches Arschloch erster Güte, und Frankie tat mir einfach nur leid bei all dem, was sie zu organisieren, zu retten und zu ertragen hat.

Positiv anzurechnen ist diesem Buch, dass es sich flott und problemlos lesen lässt, die Autorin hat einen flüssigen und angenehm unkomplizierten Schreibstil. Keine verworrenen Sätze oder umständlichen Formulierungen, man kommt gut voran, wenn man Lust auf das Buch hat und sich drauf einlässt. Leider zieht es sich dennoch, wenn man von der Story nicht überzeugt ist, und das war bei mir der Fall.

Was mich an diesem Buch wirklich extrem gestört hat, waren aber nicht die schrecklichen reichen Freunde von Frankies bester Freundin, sondern der eigenartige Plot. Die letzten zwei Drittel des Buches liefen wie man es kennt, wie eben bei einem typischen New Adult Roman. Das erste Drittel jedoch enthält so abstruse Wendungen und Vorkommnisse, dass ich mich gefragt habe, ob die Autorin da zwei grundlegend verschiedene Ideen miteinander vermischt hat, und statt einer Liebesgeschichte zunächst einen Kriminalroman schreiben wollte.
Teilweise wollte ich einfach nur den Kopf gegen eine Wand schlagen, so verrückt und unpassend wie das alles wirkte. An den Haaren herbeigezogen wäre noch eine Untertreibung.

Leider war das auch das K.O.-Kriterium dieser Geschichte. Bei einem so kuddelmuddeligen Plot reißt es auch der Schreibstil dann nicht mehr raus. Ich hatte im Vorfeld keine großen Erwartungen an dieses Buch, was im Nachhinein bedacht vielleicht auch ganz gut so war, sonst wäre meine Rezension vermutlich wesentlich enttäuschter und emotionaler ausgefallen.

Mein Fazit:
Ich persönlich empfand das Buch als seltsam. Es barg eine kuriose Mischung aus Klischees und abwegigen Begebenheiten, sodass ich beim Lesen oft nur den Kopf schütteln konnte, wenngleich es stellenweise doch recht unterhaltsam war. Leider hat mich die Story von Frankie und Aiden im Großen und Ganzen aber nicht packen können, daher gibt es nur gut gemeinte 2,5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 10.09.2019
Alles okay
LaCour, Nina

Alles okay


sehr gut

„Alles okay“ hat mich gedanklich sehr lange beschäftigt. Entsprechend schwer fällt es mir, eine Rezension zu schreiben, die dem gerecht wird, weshalb ich das Ganze auch ziemlich lang herausgezögert habe. Denn mit seinen nur knapp über 200 Seiten ist dieses Buch eines der kürzeren, die ich in letzter Zeit gelesen habe, und dennoch voller Emotionen und ernster Themen, die den Leser berühren und nachdenklich stimmen.

Das Cover habe ich, um ehrlich zu sein, erst auf den zweiten Blick so richtig verstanden. Man sieht Marin in ihrem Zimmer im College stehen, allerdings blickt sie aufs Meer hinaus. Es ist, als wenn sie aus ihrer Gegenwart in die Vergangenheit nach Hause schaut, die sie eigentlich zu verdrängen versucht.
Die auch von der Farbwahl her ungewöhnliche Gestaltung in Kombination mit dem Titel würde mich im Geschäft definitiv neugierig auf das Buch machen und dazu bringen, einen weiteren Blick auf den Inhalt zu riskieren.

Erzählt wird in der Gegenwart aus Marins Ich-Perspektive mit Einschüben aus der Vergangenheit, zu der Zeit als Marins Großvater noch lebte und Marin noch zur Schule ging. Durch die sehr persönliche Erzählweise kann man direkt an den Emotionen und Gedanken der Protagonistin teilhaben und sich perfekt in sie hineinversetzen, man wird von Marins Schicksal berührt und den Ereignissen gefesselt, ob man will oder nicht.

Ich mochte mich kaum von der Geschichte lösen und die 200 Seiten sind viel zu schnell vorüber gewesen. Dennoch finde ich, dass dieses Buch im Gegensatz zu vielen anderen kurzen Büchern nicht mehr Seiten benötigt. Die Story ist stimmig, man hat nicht das Gefühl, dass wichtige Dinge fehlen oder zu kurz kommen, und fühlt sich am Ende ausreichend aufgeklärt über alle Geheimnisse und Begebenheiten, wie ich finde.

Die Beziehung von Mabel und Marin hat mich zu Beginn der Geschichte etwas verwirrt. Ich wusste nicht, in welchem Verhältnis die beiden zueinander stehen, das hat sich mit der Zeit allerdings auch geklärt und ich fand es extrem spannend, ihren Umgang miteinander zu beobachten, angesichts ihrer gemeinsamen Vergangenheit und der Umstände, unter denen Marin ihre Heimat plötzlich verlassen hat.
Allgemein fand ich Marin schwer zu durchschauen. Sie macht sich viele Gedanken, teilweise für meinen Geschmack zu viele. Dennoch konnte ich mich gut mit ihr identifizieren, besonders mit ihrer Unsicherheit und ihrem Unwillen, das bereits Geschehene noch einmal gedanklich durchleben zu müssen.

Die Art und Weise, wie Marins Vergangenheit mit ihrem Opa langsam aufgedröselt und erklärt wird, hat für eine Menge Spannung gesorgt. Bis zuletzt stand ich bezüglich vieler Dinge auf dem Schlauch und erst am Ende der Geschichte ist der Groschen gefallen.
Auch wie mit den Themen Trauer und deren Verarbeitung umgegangen wird, finde ich interessant, denn Marin wird nicht einfach nur sich selbst überlassen, sondern bekommt hartnäckige Unterstützung von ihren Liebsten, die sie trotz allem nicht aufgeben wollen.

Mein Fazit:
Das Buch ist meines Empfindens nach keine leichte Kost. Ich hatte an einigen Entwicklungen in der Story ganz schön zu knabbern und hab mir anschließend auch eine Menge Gedanken dazu gemacht. Definitiv lesenswert für groß und klein.
4,5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 10.09.2019
Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast / Die Spiegelreisende Bd.2
Dabos, Christelle

Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast / Die Spiegelreisende Bd.2


sehr gut

Nachdem ich von Band 1 nur so semi-überzeugt war, hat mich Band 2 doch ordentlich begeistert. Dass ich den ersten Teil gelesen habe, ist noch nicht so arg lang her und entsprechend war mir die langwierige Art zu Erzählen, die mir bei dem Buch nicht so zugesagt hat, noch gut im Gedächtnis. Detailliert ist zwar immer gut, zu ausführlich allerdings wird schnell ermüdend.

In Band 2 hat sich das meiner Meinung nach gebessert. Die Story wurde etwas angezogen und ich wurde wieder in die Welt von Ophelia hinein gesogen, als wäre ich nie weg gewesen. Die Autorin versteht sich meisterlich darauf, eine einzigartige Umgebung zu schaffen, die den Leser gefangen nimmt und fasziniert.

Thorn ist mir erstaunlicherweise auch immer mehr ans Herz gewachsen, das hatte ich in Band 1 noch für komplett unmöglich gehalten, und auch Ophelia hat sich erstaunlich weiterentwickelt.

Band 2 hat mich wesentlich mehr beeindruckt als der erste Teil, ich kann die Fortsetzung kaum noch erwarten!

Bewertung vom 06.09.2019
Broken Love / Sinners of Saint Bd.4
Shen, L. J.

Broken Love / Sinners of Saint Bd.4


gut

Von Grund auf kaputtes Mädchen trifft kiffenden, schlampigen Surfer, der den harten Geschäftsmann mimt, und sie verlieben sich unsterblich, wobei ihre Vergangenheit ihnen immer wieder in die Quere kommt.
Das klingt abwertender als beabsichtigt, fasst den Plot aber im Großen und Ganzen relativ treffend zusammen.

Da ich bereits von Band 3 der Reihe sehr enttäuscht wurde, hatte ich an diesen finalen Teil keine besonders hohen Erwartungen. Und auch wenn dieses Buch insgesamt gesehen in meinen Augen besser war, so hat es mich doch wesentlich mehr zwiegespalten als der Teil davor.
Zu Beginn des Buches gibt es eine Triggerwarnung, was für mich persönlich neu war. Bisher hatte ich noch nie eine Geschichte in der Hand, in der es um die Folgen sexueller Gewalt ging und war entsprechend gespannt wie auch ein wenig skeptisch, wie genau ich mir das Ausmaß der Schilderungen nun vorstellen muss.

Erzählt wird aus den Ich-Perspektiven von Jesse und Bane, sodass man die Gedanken der Figuren perfekt nachvollziehen kann. Besonders Jesse hat mich in der Hinsicht interessiert aufgrund ihrer Vergangenheit und ich empfand es sowohl spannend als auch extrem bedrückend war, zu erfahren, was sie durchgemacht hat und ihre Emotionen so detailliert verfolgen zu können.
Leider hat Bane mit seiner primitiven Art die Ernsthaftigkeit in vielen Momenten zunichte gemacht und auch Jesse irgendwann von interessant zu billig konvertieren lassen, ich hätte mir mehr Gefühl und sehr viel weniger Bett gewünscht.

Mir gefällt, dass auch in diesem Teil die Figuren aus dem vorigen aufgegriffen werden, ungeachtet dessen, dass sie mir da schon nicht sympathisch waren. Solche Beziehungen zwischen Büchern weiß ich zu schätzen, das gibt dem Leser immer das Gefühl, auf vertrautes Terrain zurückzukehren, wo er sich auskennt.
Abgesehen davon hat Roman mir den letzten Nerv geraubt. Der Kerl ist kriminell, ein Erpresser, eine männlichen Hure und wäscht seine Hände in metaphorischem Dreck. Andere mögen das anziehend finden, wie auch die gebeutelte Jesse es tut, mich hat es angewidert.

Jesse dagegen kann ich nur schwer beurteilen. Ich kann nicht sagen, inwiefern ihr Verhalten typisch dem eines Opfers sexueller Gewalt ist, aber anfangs konnte sie mich noch überzeugen. Je mehr sie sich allerdings Bane angenähert hat, desto mehr ist diese Überzeugung gebröckelt, bis sie sich später kaum noch von der Durchschnitts-New-Adult-Protagonistin unterschied.

Bewertung vom 27.08.2019
Verrückt nach Karten

Verrückt nach Karten


gut

In „Verrückt nach Karten“ widmet sich der Herausgeber eines Bestandteils von Büchern und Geschichten, der von vielen nur flüchtig oder vielleicht sogar gar nicht beachtet wird, nämlich den Karten der zugehörigen Welten. In aller Ausführlichkeit wird darauf eingegangen, wie so eine Karte entsteht, wie man sie anschließend liest, welche Arten von Karten es gibt, natürlich gespickt mit jeder Menge Bildern und Beispielen.

Ich muss gestehen, dass ich von der ersten Sekunde an, als ich dieses Buch bei vorablesen in der Vorschau entdeckte, fasziniert war. Bisher habe ich die Karten in Büchern zwar immer erfreut zur Kenntnis genommen, mich allerdings nie wirklich eingehend mit ihnen beschäftigt. Die Leseprobe habe ich mir daher nur flüchtig angeschaut und mich da auch eher auf die Bilder konzentriert. Ein Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte.

Zwar gibt es in diesem Buch unglaublich viele schöne und auch wahnsinnig interessante Karten, besonders jene, deren Geschichten man kennt, wie zum Beispiel von „Narnia“ und „Drachenzähmen leicht gemacht“, habe ich besonders viel Zeit gewidmet. Allerdings hätte ich im Vorfeld nicht gedacht, dass ich von den Anmerkungen und Texten des Herausgebers so wenig angetan sein würde.
Anfangs waren seine Anekdoten, wie er zu seiner Begeisterung für Karten gekommen sei, noch sehr amüsant, später allerdings habe ich den Text weitestgehend nur noch überflogen und mir hauptsächlich die Karten angeschaut.

Mein Fazit:
Zwischen dem ganzen Karten-Enthusiasmus hatte ich verdrängt, dass es sich hier immer noch um ein Sachbuch handelt, wenn auch ein interessant gestaltetes. Man merkt, dass hinter der hochwertigen Aufmachung und liebevollen Illustration eine Menge Arbeit und Überlegung steckt, und im Regal sieht das Buch auch wunderschön aus.
Für jemanden wie mich allerdings, der eher auf die Bilder steht als die Erläuterungen dazu, lohnt es sich nicht, das viele Geld auszugeben.

Bewertung vom 19.08.2019
Wild Hearts - Kein Blick zurück / Outskirts Bd.1
Frazier, T. M.

Wild Hearts - Kein Blick zurück / Outskirts Bd.1


weniger gut

Dass sich bei Büchern die Gemüter spalten, dürfte ja für niemanden ein Geheimnis sein. Aber was ich im Vorfeld über dieses Buch an Meinungen gelesen habe, driftete doch extrem auseinander, was mich nur umso neugieriger machte, wie es denn mir gefallen würde.
Das hübsche Cover lässt zumindest mich auch das ein oder andere verzeihen, denn mir gefällt die Idee mit dem Gewitter sehr, die man allerdings erst versteht, wenn man auch die Geschichte kennt.

Erzählt wird aus den Ich-Perspektiven von Sawyer und Finn, die es für gewöhnlich für den Leser leichter machen, sich in die Figuren hineinzufühlen. Ich persönlich konnte aber weder zum einen noch zur anderen Sympathien aufbauen, dafür waren mir ihre Charaktere nicht nachvollziehbar genug gestaltet.
Der Schreibstil allerdings war angenehm locker, ideal wenn man mal eine weniger anspruchsvolle Lektüre für eine Fahrt oder zur Entspannung braucht. Dazu kommt, dass das Buch vergleichsweise wenige Seiten hat, sodass man relativ fix durch ist damit.
Am Ende durfte ich feststellen, dass es hier, untypisch für New Adult, einen Cliffhanger gibt, der dafür sorgt, dass man die Reihe tatsächlich auch in ihrer festgelegten Reihenfolge lesen muss. Hatte ich auch länger nicht, ich bin schon an die Serien gewöhnt, bei denen jeder Band ein anderes Paar behandelt.

Sawyer fand ich am Anfang der Geschichte noch interessant. Die Art und Weise, wie sie aufgewachsen ist und erzogen wurde, hatte durchaus Potenzial, der Story ordentlich Feuer zu verpassen, aber leider wurde darauf nicht so eingegangen wie ich es mir erhofft hatte. Sawyer oder „Say“, wie Finn sie irgendwann nennt (*würg*), schien sich perfekt in ihrer neuen Heimat einzuleben und dem Stil der Einheimischen anzupassen, als sei sie nur aus dem Nachbardorf dorthin gezogen statt aus einer sektenähnlichen Gemeinde geflohen. Ich hätte erwartet, dass sie zunächst Schwierigkeiten hat, schüchtern wäre, zurückhaltend. Doch sie benimmt sich erstaunlich normal und das Schlimmste ist, wie sie sich von Finn behandeln und einlullen lässt. Ihr Willen schmilzt in seiner Gegenwart zu einem kaum sichtbaren Häufchen zusammen und an Stellen, wo er von mir eine heftige Schelle kassiert hätte, wird sie scharf auf ihn. Bäh.

Finn dagegen ist mir von Anfang an direkt unsympathisch. Sein Verhalten ärgert mich maßlos und sein Benehmen gegenüber Sawyer ist einfach nur eklig. Erst behandelt er sie wie Dreck, und das obwohl er sie natürlich heimlich schon von der ersten Begegnung an liebt, und später wie sein Eigentum, was ich kein Stück besser finde. Er hatte einen Charakter, den ich bei keinem Menschen in meinem Umfeld akzeptieren würde, den Kerl hätte ich direkt nach der ersten Begegnung wieder in den Wind geschossen. Leider schafft er es, für mich komplett unerklärlich, seine naive, unerfahrene „Say“ andauernd um den Finger zu wickeln, was auch nicht selten in irgendwelchen Bettszenen ohne Bett endete.

Letztere waren für mich auch aufgrund der mangelnden Sympathie zu den Figuren immer komplett daneben. Es war einfach schräg und unappetitlich, übertrieben und unangemessen, wenn man bedenkt, wie Sawyer aufgewachsen ist und ich mochte gar nicht lesen, was da gerade passiert.
Das hat nicht geprickelt, ganz im Gegenteil, das war versifft und unangenehm.

Die Story, aus der man sehr viel hätte rausholen können, dankt dem Leser sein Durchhaltevermögen mit ziemlich magerem Plot, wenig überraschenden Wendungen und noch weniger Gefühl.

Bewertung vom 16.08.2019
Dunkler Herzen Schwur / Victorian Rebels Bd.3
Byrne, Kerrigan

Dunkler Herzen Schwur / Victorian Rebels Bd.3


gut

Eigentlich habe ich es so gar nicht mit historischen Romanen. Alles, was irgendwie mit Geschichte zu tun hat, geht meist auf der einen Seite rein und auf der anderen wieder raus, doch bei New Adult mit historischem Hintergrund mache ich meist eine Ausnahme. Dennoch habe ich bisher nicht viel in diese Richtung gelesen und war entsprechend neugierig, was mich bei der Victorian-Rebels-Reihe wohl erwarten würde.

Die Cover sehen alle gleich aus und sind, bis auf den anderen Farbton des Schriftzugs, in schlichtem Schwarz gehalten. So düster wie das auch wirken mag, passt es doch perfekt zum finsteren Inhalt und dem rohen, wilden, fast schon steinzeitmenschlichen Verhalten einiger Figuren.
Unabhängig von den vorigen Bänden kann man dieses Buch ohne Vorkenntnisse lesen, einem fehlen höchstens Informationen über die bereits bestehenden Paare der anderen Teile, was man meiner Meinung nach allerdings verschmerzen kann.

Erzählt wird aus der Draufsicht auf die Figuren, abwechselnd entweder auf Mena oder auf Liam. Auf diese Weise sind für mich einiges an Sympathie und Verbundenheit zum Leser verloren gegangen, die sich meiner Meinung nach immer besser bei der Ich-Perspektive einer Person einstellen. Dennoch konnte man besonders Menas Gefühle und Gedanken ziemlich gut nachvollziehen dank der detaillierten, anschaulichen, intensiven Schreibweise der Autorin.
Passend zur Zeit, in der die Geschichte spielt, ist die Sprache auch etwas altbacken, jedoch keinesfalls zu hochgestochen oder langweilig umständlich. Man konnte dem Geschehen jederzeit gut folgen, auch wenn ich mich dabei erwischt habe, dass ich oft nur quergelesen habe, was allerdings eher am Nicht-Gefallen der Figuren und nicht am Schreibstil lag.

Mena hat eine, sagen wir mal, interessante Vergangenheit. Die ersten Kapitel haben mich wirklich schockiert und extrem angeekelt, gleichzeitig aber leider auch irgendwie fasziniert, wobei ich bei den Ausdrücken, die dort verwendet wurden, teilweise an der Zeitgemäßheit gezweifelt habe. Die Protagonistin musste jedenfalls einiges über sich ergehen lassen, bis sie schließlich bei Liam und seiner Familie landet. Alles in allem hatte ich zwar Mitleid mit ihr und fand es auch spannend, ihre Gedanken zu verfolgen, allerdings fand ich ihr Verhalten an manchen Stellen nicht passend zu dem, wie sich jemand mit ihren Traumata eigentlich benehmen sollte. Zudem war sie oft auch einfach langweilig und ihre ständigen Zweifel wegen ihrer „üppigen“, aber gleichzeitig auch männlichen Figur haben genervt. Ganz ehrlich, entweder hat man die Statur eines Kerls oder üppige Kurven, aber beides müsste mir erst mal jemand vorführen, damit ich mir darunter etwas vorstellen kann.

Liam war.. furchtbar. Von Grund auf ein furchtbarer, grober Kerl, dem ich nicht auch nur einen Funken Vertrauen entgegen gebracht hätte an Menas Stelle und mit ihrer Vorgeschichte. Er verhält sich wie eine Mischung aus Tarzan, Steinzeitmensch und Alpha-Gorilla auf Steroiden, versucht alles und jedem zu dominieren und löste damit bei mir regelmäßig jede Menge Ekel, Wut und Unverständnis aus.

Bewertung vom 14.08.2019
Perfectly Broken
Stankewitz, Sarah

Perfectly Broken


ausgezeichnet

Fast ein Jahr ist es nun her, dass Brooklyn einen Schicksalsschlag erlitten hat, der ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat. Nun hat sie entschieden, weiter weg endlich einen Neuanfang zu wagen, um das Vergangene zu verarbeiten. Doch als sie in Bedford ankommt, offenbart sich ihr direkt das nächste Problem: Eine Tür in ihrem Schlafzimmer, die es mit dem der Nachbarwohnung verbindet.
Anfangs versucht sie, Chase, der nebenan wohnt, zu ignorieren, doch mit jedem Gesprächsfetzen, der zu ihr hinüber dringt, lernt sie ihn besser kennen. Ohne es zu wollen, schafft der junge Mann es, mit seiner vorsichtigen Fürsorge und seinen Klavierstücken ihr Herz zu berühren. Doch je verbundener sich Brooke ihm fühlt, desto stärker plagen sie die Schuldgefühle, die sie daran erinnern, dass ihr Herz eigentlich jemand ganz anderem gehören sollte.

Es gibt ja immer dieses Buch, um das kein Blogger oder Social-Media-Nutzer herumkommt, wenn man halbwegs up to date ist. „Perfectly Broken“ war eines dieser Bücher, denen man wirklich überall begegnet, auf das man entsprechend neugierig ist, was aber auch durch den Hype sehr große Erwartungen schürt. Ich persönlich habe dieses Buch über vorablesen kennengelernt und wusste nach der Leseprobe direkt: Das muss ich haben.

Ein Eye-Catcher ist das traumhafte Cover mit Prägung, es ist einfach nur wunderschön. Die schlichte Marmorierung gefällt mir wesentlich besser als ein einfarbiges Cover und den Schriftzug musste ich beim Lesen andauernd begrabbeln, shame on me. ^^

Wie es mir bei Büchern immer am besten gefällt, wird auch dieses abwechselnd aus der Ich-Perspektive der beiden Hauptfiguren erzählt. Besonders in Brooklyn konnte man sich unglaublich gut hineinversetzen und ich habe von der ersten Sekunde an mit ihr mit gelitten. Ihre Emotionen waren einfach so realistisch und detailliert dargestellt, sodass es ein leichtes war, sich ihre Gemütslage vorzustellen und ihre Gedanken nachzuvollziehen.
Durch den flüssigen, lockeren Schreibstil fliegt man nur so durch die Seiten und hat das relativ kurze Buch leider viel zu schnell beendet. Man ist im letzten Drittel in der typischen Situation, dass man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht, aber gleichzeitig will, dass die Geschichte nie zu Ende geht.

Die Figuren sind mir wirklich schnell ans Herz gewachsen. Brooklyn hat alles, was eine gute Protagonistin braucht, ein gutes Herz, Humor, Mut, sie wirkt auf den Leser rundum sympathisch und macht eine bewundernswerte Entwicklung durch. Oft hatte ich das Bedürfnis, sie in den Arm zu nehmen und ihr zu sagen, dass alles gut werden wird, oder einfach eine Runde mit ihr zu weinen und der Trauer ihren Lauf zu lassen.
Chase allerdings hat auch sein Päckchen zu tragen, wenn auch ein für den Leser nicht komplett unerwartetes, da viele Andeutungen im Laufe der Geschichte gemacht werden, die einen auf die richtige Fährte führen. An und für sich ist er vom Charakter her nicht der typische Bad Boy, um den es oft in solchen Storys geht, sondern ein lieber Kerl, der so einige Leserinnenherzen zum schmelzen bringen wird und sich für Brooke ordentlich ins Zeug legt. Ich persönlich hatte ihn echt gern und fand seine Ideen und seine Fürsorge seiner Nachbarin gegenüber unglaublich berührend.

Wer plant, in eine neue Stadt in eine neue Wohnung zu ziehen, wird vermutlich auf keinen Fall irgendwo einziehen, wo ein Fremder potenziell Zugang zu seinem Schlafzimmer hat. Die Idee, dass Brooke allerdings in genau so eine Situation gerät, fand ich schon ziemlich verrückt und geht vermutlich auch nur in Büchern auf diese Weise aus.
Doch die Liebesgeschichte von Chase und Brooke war einfach Herzschmerz pur. Allein was Brooklyn in der Vergangenheit durchmachen musste, bricht einem das Herz, doch zu sehen, wie die beiden sich annähern und wie sie dagegen ankämpfen, dass mehr daraus wird, zerstörte mich schlichtweg. Ich konnte Brookes Zweifel so gut verstehen, aber ebenso ihren Wunsch, etwas Neues zu finden.