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Benutzername: fuddelknuddel
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Bewertungen

Insgesamt 83 Bewertungen
Bewertung vom 13.01.2019
Maybe this Kiss - Und mit einem Mal doch (eBook, ePUB)
Snow, Jennifer

Maybe this Kiss - Und mit einem Mal doch (eBook, ePUB)


sehr gut

„Sie war dabei, sich erneut in ihn zu verlieben. In die neue, ältere, reifere Version von ihm.“

Als alleinerziehende Mutter und Witwe tut Becky Westmore alles für ihre Tochter Taylor. Sie sagt selten Nein, wenn es darum geht, ihrer Familie oder Freunden eine Gefallen zu tun, doch bei einem muss sie standhaft bleiben: Neil Healy, ihrer Jugendliebe, seines Zeichens stolzer Air Force Pilot und nach vielen Jahren wieder in seine Heimat Glenwood Falls zurückgekehrt.
Ihr Ex-Freund und sie versuchen verzweifelt, sich aus dem Weg zu gehen, doch in der kleinen Stadt ist das, als würde man im gleichen Raum sitzen und dabei versuchen, sich zu ignorieren. Über den jeweils anderen hinwegzukommen wird so nahezu unmöglich, doch vielleicht ist das auch gar nicht nötig..?

Dieses Buch ist eine Novella zur Colorado Ice Serie von Jennifer Snow, Band 1 ist bereits erschienen und dieser Band handelt von zwei Nebencharakteren, Becky und Neil, die man im vorigen Hauptteil bereits kennengelernt hat. Ich persönlich mag es immer lieber, wenn man einen vollwertigen Teil zu einer Serie rausbringt, als „nur“ eine Kurzgeschichte, da ich es schade finde, eine Story mit Potenzial auf das nötigste runterzubrechen, damit es noch als Novella durchgeht. Aber wenn man Fan einer Reihe ist, ist man immer dankbar für jeden Bissen, den die Autoren liefern, auch für eine Kurzgeschichte.

Das Cover passt zur Reihe, dieses macht mit seiner blauen Farbe und der Schneeflocke im Hintergrund auch einen winterlicheren Eindruck als die anderen und passt damit auch besser in die Eishockey-Atmosphäre als der Rest, finde ich. Es ist nicht gerade auffällig, aber wenn man die Reihe kennt, bringt man es definitiv damit in Verbindung.

Aus der Perspektive auf Becky und Neil wird abwechselnd erzählt, wie schon beim ersten Band allerdings nicht aus der Ich-Perspektive, woran ich dann aber gewöhnt war, da ich die Novella direkt im Anschluss las.
Durch den leichten, unkomplizierten Schreibstil liest sich das Buch noch schneller, als es durch seine Kürze sowieso schon der Fall ist, sehr lange hatte ich also nicht von der Geschichte, was ich sehr schade finde. Ich hätte gern noch mehr über Becky und Neil gelesen, und auch über ihre echt taffe Tochter Taylor, die für ihr Alter echt Biss hat.

Becky ist eine herzensgute Frau, die es immer allen recht machen möchte und deswegen oft Hilfe zusagt, obwohl sie sich damit selbst viel zu viel abverlangt. Auf der anderen Seite kann sie auch selbst sehr überzeugend und unnachgiebig sein, besonders wenn es um ihre Familie geht. Sich mit ihr anzulegen, ginge für die meisten nach hinten los, und eigentlich will sie ja auch nur helfen, wie Jackson und Abby im ersten Teil.
Ihre Liebe zu Taylor ist allgegenwärtig, und selbst wenn das Mädchen, was mit drei Eishockey-Onkeln nicht wirklich girlie-mäßig geraten ist, sich mit Zuneigungsbekundungen nicht überschlägt, merkt man doch, dass auch die Kleine jemanden braucht, zu dem sie neben ihrer Mutter aufschauen kann.

Neil hatte die Wahl, entweder das Erbe seiner Familie weiterführen und zur Army gehen oder bei der Liebe seines Lebens bleiben. Becky wollte kein Leben zwischen Einsätzen und Unsicherheit, weshalb ihre Wege sich nach der Highschool getrennt haben. Darüber ist Neil nie hinweggekommen, seine Liebe zu Becky ist ebenso standhaft wie im ersten Band von Jackson zu Abby. Er ist einfach ein guter Kerl, hilfsbereit, charmant und er kann toll mit Taylor, auch bei der Familie Westmore macht er sich beliebt und ich finde, er und Becky sind ein großartiges Paar.
Es war toll, dass man so viele Charaktere aus dem ersten Band noch einmal getroffen hat, allerdings war die Reihenfolge der Veröffentlichung etwas unglücklich, da ich nicht so der Fan von Vorgeschichten bin.

Mein Fazit:
Eine gute Novella, doch ich hätte lieber einen vollwertigen Band gehabt und diesen Teil vor „Maybe This Time“ veröffentlicht, um nicht so ein Durcheinander in der zeitlichen Abfolge zu produzieren.

Bewertung vom 27.12.2018
Taurus. Die Erben der Macht / Die Sternen-Saga Bd.1
Templar, Michael

Taurus. Die Erben der Macht / Die Sternen-Saga Bd.1


sehr gut

„Wer wirklich nach der Wahrheit sucht, muss, soweit als möglich, wenigstens ein Mal im Leben alle Dinge anzweifeln.“

Als Enkelin des berühmten Astrologen Avery Hardaker hat Natalie schon vieles gesehen, ist eine Menge in der Welt herumgekommen und weiß deutlich mehr über Sterne und den Weltraum als andere Kinder in ihrem Alter. Doch als ihr Großvater während einer Rede entführt wird und Natalie herausfindet, dass eine mysteriöse Sekte es auch auf sie abgesehen hat, macht sie sich mit Giles, einem Jungen, den sie öfter bei den Vorträgen trifft, auf die Suche nach den Motiven des Kultes und deckt ein Geheimnis um eine Maschine auf, die angeblich die Zukunft vorhersehen kann. Doch was ist an all diesen Dingen wirklich dran und welche Rolle spielt Natalie dabei?

Das Cover ist wirklich hübsch. Man sieht das Sternbild Taurus in den dunklen Weiten des Alls, doch es besteht nicht nur aus einzelnen Sternen und Strichen, wie man die Darstellungen klassischerweise kennt, sondern es ist viel detaillierter. Ich bin gespannt, wie die weiteren Teile der Reihe aussehen werden, inwiefern sie sich an diesen Band anpassen.

Man liest hauptsächlich aus der Sicht auf Natalie, es gibt jedoch auch immer wieder kurze Einblicke in das, was bei der Sekte gerade passiert. Ich fand es spannend gelöst, da man so nicht nur stumpf aus einer Perspektive liest, sondern auch mal dem Feind über die Schulter blickt und dadurch das Geschehene besser verstehen kann.
Der Schreibstil war flüssig und angenehm leicht, gut für die Zielgruppe geeignet, aber auch ich als Ältere habe mich angesprochen und gut unterhalten gefühlt. Das Buch las sich sehr schnell, nicht nur wegen des kurzweiligen Stils, sondern auch weil stetig Spannung zugegen war.

Natalie ist ein aufgewecktes Mädchen. Für ihr Alter ist sie sehr selbstständig, das zeigt sich vor allem, als sie ohne ihren Großvater auf sich allein gestellt ist. Sie lässt sich nicht entmutigen und versucht mit allen Mitteln, die Machenschaften der Sekte zu enttarnen und aufzuhalten, auch wenn es ein aussichtsloses Unterfangen scheint.
Unterstützung bekommt sie von Giles, der sich zu Anfang noch arrogant verhält, sich aber im Notfall als treuer und mutiger Begleiter herausstellt, ohne den sie ziemlich aufgeschmissen wäre.
Ich finde, die beiden harmonieren miteinander. Natalie ist intelligent und folgt ihrem Instinkt, während Giles es ihr ermöglicht, ihre Pläne erst umzusetzen, zudem ist er ihr Rückhalt, seitdem die Entführung ihr den Boden unter den Füßen weggezogen hat.

Die Idee, Sterne und magische Fähigkeiten in einer Geschichte zu vereinen, gefällt mir sehr gut. Das macht alles mystisch und geheimnisvoll, schließlich ist das All ein einziges großes Wunder für viele. Ich bin sehr gespannt, wie es nun mit der Jagd um die Kraft, Prophezeiungen erstellen und in die Zukunft sehen zu können, weitergeht und welche Rolle Natalie letztendlich spielt. Auch bei ihr deutet sich eine Magie an, die jedoch nicht ihr volles Maß erreicht hat, und ich freue mich auch schon darauf, zu erfahren, was sich bezüglich ihr und Giles noch tut.

Mein Fazit:
Ein spannendes Buch aufbauend auf einer guten Idee. Ich denke, für den nächsten Teil ist noch Luft nach oben, deswegen gibt es 4 Sterne, und ich freue mich auf das nächste Frühjahr, wo Band 2 erscheinen soll.

Bewertung vom 25.12.2018
Projekt: Phoenix - Geliebter Bodyguard (eBook, ePUB)
Carter, Cara

Projekt: Phoenix - Geliebter Bodyguard (eBook, ePUB)


gut

Das Cover zeigt typisch für New Adult einen gut gebauten Mann, dieser trägt einen Anzug, was vermutlich eine Anspielung auf Connor darstellt. Ein besonderer Eye-Catcher ist es meiner Meinung nach nun nicht, auch wegen der dunklen Farben, aber es ist auch nicht hässlich. Rein von der Optik her wäre ich wohl am Buch vorbeigegangen, hätte es in einer Buchhandlung gelegen und auf mich gewartet.

Erzählt wird wechselnd hauptsächlich aus den Perspektiven auf Connor und Lena. Leider nicht aus der Ich-Perspektive, dann hätte mir das Buch glaube ich sehr viel besser gefallen, aber auch so konnte man gut mit den beiden Protagonisten mitfühlen. Was ich spannend fand, waren auch die kleinen Einblicke, die man hinter die feindlichen Linien bekommt, das hat dem Ganzen zwischendurch eine nette Würze verpasst.
Der Schreibstil des Buches war leicht und unkompliziert, es wird nicht blumig und poetisch um die Fakten drum herum geredet, sodass sich die Geschichte flüssig lesen und auch schnell beenden lässt, wenn man erst einmal begonnen hat.

Lena war mir am Anfang des Buches gänzlich unsympathisch, das Einzige, was ich an ihr mochte, war ihr Vorname. Sie war das Musterbeispiel eines verwöhnten, reichen Balges, was nur Party macht und Daddys Geld verprasst, auch noch mit Connor im Schlepptau, der gewaltig darunter leidet. Sie ist sich der Gefahr, die von den Feinden ihres Vaters ausgeht, zunächst nicht mal bewusst, sondern jammert und nörgelt in einer Tour, während Connor versucht, die Nerven zu behalten und ihr und sich den Arsch zu retten. Nur langsam macht sie eine Entwicklung zum positiven durch und wird erträglicher, eine Wohltat für den Leser.

Connor ist um seinen Job wirklich nicht zu beneiden, legt aber eine bewundernswerte Ruhe an den Tag, vor allem angesichts der Tatsache, welche unerwarteten Entwicklungen die Recherchen über die Feinde von Lenas Vater noch ans Licht bringen. Leider ist er gegen Lenas Biss und ihr Aussehen nicht immun, wobei ich nicht umhin komme, mich dabei zu schütteln, wenn ich an die 11 Jahre Altersunterschied denke. Im Grunde genommen sind diese Jahre kein Hindernis für irgendwas, zumal Lena ja auch volljährig ist, dennoch hätte ich mich besser in die Protagonistin hineinversetzen können, wenn ihr Love Interest wenigstens annähernd im gleichen Alter gewesen wäre. Andere mögen das fortschrittlich nennen, schließlich sind solche Beziehungen heutzutage normal und das sehe auch ich so, doch für mich passt es nicht ins Bild der New Adult Romane, die ich üblicherweise lese.

Mein Fazit:
Nicht perfekt, aber ich habe es recht gern gelesen. Leider fehlt mir die Tiefe bei den Charakteren und vor allem die Sympathie zur Protagonistin.

Bewertung vom 25.12.2018
Jeder von uns ist ein Rätsel
Steiger, A. J.

Jeder von uns ist ein Rätsel


ausgezeichnet

Das Cover ist ein kleiner Eye-Catcher. Es hat ein ungewöhnliches Muster, was ein wenig an einen verworrenen Kaninchenbau erinnert, in das sich der Titel perfekt einfügt. Aufgrund des Äußeren bin ich dann auf den Klappentext aufmerksam geworden und habe mich sofort in das Buch verliebt. Mit entsprechend großen Erwartungen bin ich dann ans Lesen gegangen und wurde zum Glück nicht enttäuscht.

Erzählt wird das Buch aus Alvies Ich-Perspektive, was wegen ihres besonderen Charakters und ihrer speziellen Denkweise extrem interessant und auch unterhaltsam war. Mir hat die junge Frau oft leid getan, ich habe mit ihr gelitten und gefühlt und war zeitgleich immer wieder erstaunt, in welche Richtung ihre Gedanken sich teilweise bewegt haben.
Der Schreibstil war ihrer verqueren Art angepasst, manchmal nachdenklich und anderorts wieder sehr durcheinander, generell spricht Alvie ziemlich erwachsen und emotionslos.

Alvie ist ein Gewohnheitstier. Alles läuft bei ihr nach Plan, jede Abweichung von der Norm geht ihr ordentlich auf die Nerven und auch an die Substanz. In Menschenmengen mir viel Aufregung und Stress kommt sie überhaupt nicht zurecht, deshalb ist ihr ein Job mit Tieren am liebsten, bis sie Stanley begegnet. Mit Stanley traut sie sich langsam aus ihrer Komfortzone heraus und im Laufe der Geschichte macht Alvie langsam aber sicher eine Entwicklung durch.
Stanley ist eher still und schüchtern, doch in Alvie findet er jemanden, der ihn nimmt, wie er ist, und nichts an ihm verurteilt. Sie fasziniert ihn mit ihrer Direktheit und er ist gewissermaßen ihr einziger sozialer Kontakt, sodass eine enge Bindung zwischen ihnen beiden entsteht.

Die Geschichte von Alvie und Stanley hat mich sehr berührt. Hier treffen zwei Außenseiter aufeinander, die beide ihr Päckchen zu tragen haben, wenn auch komplett unterschiedliche. Sie finden im jeweils anderen (wenn auch sehr zögerlich) ihr Seelenheil, einen Ort, an dem sie sich ausleben und was trauen können, was normalerweise für sie untypisch wäre. Sie nehmen sich gegenseitig die Unsicherheit und das war wirklich wunderschön zu sehen.
Die Liebesgeschichte war keinesfalls kitschig, sondern ganz und gar atypisch. Es ging nicht so sehr um Dinge wie Dates, stattdessen mehr darum, zunächst mit sich selbst ins ins Reine zu kommen, bevor man lernt, andere zu lieben.

Mein Fazit:
Ein rührendes Buch über zwei einzigartige Menschen, die auf ungewöhnlichem Wege zueinander finden. Es war mir eine Freude, Alvie und Stanley zu begleiten und finde es sehr schade, dass dieses Buch in sich abgeschlossen scheint. Jedoch würde ich von nun an jederzeit erneut zu einem Buch dieser Autorin greifen!

Bewertung vom 23.12.2018
Der Spiegelwächter
Safran, Annina

Der Spiegelwächter


gut

„Es war kein Flüstern, sondern ein Ruf. Ein Ruf des Spiegels, oder bildete sie sich das nur ein?“

Durch Zufall entdeckt Ludmilla in einem verschlossenen Zimmer des Hauses ihrer Großmutter Mina einen Spiegel, der ein Geheimnis verbirgt: Er ist das Portal in eine andere Welt, Eldrid. Fünf solcher Spiegel gibt es insgesamt und jeder der Spiegel wird durch einen Spiegelwächter beschützt, doch als in der Welt des Lichts die Dunkelheit zusehens an Macht gewinnt, ist es ausgerechnet an Ludmilla, dieser Katastrophe Einhalt zu gebieten und sich dem gefährlichen Zamir und seinem Schatten-Gehilfen Godal entgegenzustellen. Aber ist das junge Mädchen dieser Aufgabe wirklich gewachsen?

Auf dieses Buch aufmerksam geworden bin ich, als es bei Lovelybooks im Indie-Sommer beworben wurde und habe mir dann ein Exemplar gesichert. Leider muss ich gestehen, dass es dann sehr lange Zeit auf meinem Reader verstaubte, weil ich nicht wirklich motiviert war, es zu lesen. So kam es, dass die Rezension bei diesem Buch sehr lange auf sich hat warten lassen.

Das Cover passt perfekt zur Geschichte, man sieht die Höhle, in der der Spiegel mündet, sowie Ludmilla, die man an ihren roten Haaren erkennt. Der Rand des Buches ist mit den Mustern gestaltet, die man auch auf den Spiegeln finden kann, ich mag es immer, wenn so viele Details aus der Geschichte im Design der Außengestaltung aufgegriffen werden.

Erzählt wird aus verschiedensten Perspektiven, mal auf Ludmilla, mal auf ihre Großmutter, mal auf welche der Spiegelwächter oder eines der magischen Wesen in Eldrid. So gab es immer mal Abwechslung und die Spannung wurde hochgehalten, wenn gerade etwas aufregendes passierte und dann vor der Auflösung der Situation noch mal die Perspektive gewechselt wurde.
Die Sprache war stellenweise sehr einfach und fast schon unbeholfen, es wurde viel ausgerufen, was sich persönlich immer ziemlich übertrieben finde. Aufgrund der detaillierten Ausführungen konnte man sich die Gespräche und Umgebung aber gut vorstellen und sich leicht ein Bild von allem machen.

Die Charaktere waren eine bunte Mischung aus allem. Es gab die typischen Bösewichte, die Heldin, verschrobene, seltsame Kauze, die Anti-Alles-Fraktion und auch einen süßen Typen. So richtig sympathisch war mir allerdings keiner, ich konnte keine Beziehung zu den Handelnden aufbauen, was ich sehr schade finde. Es ging alles ein wenig zu schnell, als hätte man sich keine Zeit für die Geschichte genommen und wollte möglichst viel Zeug in möglichst wenig Seiten pressen. Ich habe etwas Tiefgang vermisst, denn selbst für einen Fantasy-Roman war mir dieses Buch etwas zu schnelllebig, gerade anhand der Tatsache, dass es eine mehrteilige Reihe wird.

Ob ein Buch mich begeistert hat oder nicht, merke ich immer spätestens am Ende, wenn es darum geht, auf den nächsten Teil der Reihe zu warten. In diesem Fall muss ich leider sagen, dass ich nicht wirklich hibbelig bin, wenn ich daran denke, dass noch mindestens ein weiterer Teil folgt. Ich denke zwar schon, dass ich zur Fortsetzung greifen werde, schließlich bin ich natürlich trotzdem neugierig, wie es bei Ludmilla und ihren Gefährten weiter geht, aber ich fiebere dem Weitergang der Geschichte jetzt nicht unbedingt entgegen, wie es bei anderen Büchern der Fall ist.

Mein Fazit:
Okay, aber nicht überragend. Ich konnte keine Beziehung zu den Charakteren aufbauen und war generell nicht gefesselt, während ich gelesen habe, aber die Idee der Geschichte an sich fand ich gut und ich würde der Fortsetzung noch mal eine Chance geben.

Bewertung vom 22.12.2018
Still Broken
Dawson, April

Still Broken


gut

Ich bin ein absoluter Cover-Käufer und dieses hat mich magisch angezogen. Es ist bildhübsch, irgendwie elegant und der Stil erinnert mich ein wenig an eine Parfüm-Werbung, alles in allem schlicht aber ein schicker Hingucker.
Der Klappentext klang auch interessant, im ersten Moment nicht außergewöhnlich sondern einfach nach normalem New Adult, und da es in einem meiner liebsten Verlage erschienen ist, war eigentlich klar, dass ich es lesen wollte, auch wenn die Autorin mir bis dato unbekannt war.

Geschrieben ist das Buch überwiegend aus der Ich-Perspektive von Norah, nicht unüblich für Liebesromane. So kann man sich mit der Heldin normalerweise besser identifizieren, auch wenn das bei mir in diesem Fall so gar nicht geklappt hat.
Sprachlich ist das Buch einfach gehalten und perfekt dafür geeignet, es innerhalb weniger Tage runterzulesen oder als kleine Abwechslung für zwischendurch.

Norah war mir anfangs noch sympathisch, aber irgendwie hat sich bei ihr im Laufe des Buches nicht viel getan, davon abgesehen, dass sie immer weniger fürs Studium gemacht hat, da sie überfordert war. Mir hat charakterlich einfach etwas gefehlt bei ihr, was, das kann ich leider auch nicht sagen. Aber trotz meiner Wischiwaschi-Argumentation mochte ich sie nun mal einfach nicht so sehr.
Max ist Marke „Bad Boy“, der alles mit ins Bett nimmt, was Beine hat. Er tauscht die Frauen täglich, bis er Norah trifft und natürlich feststellt, dass sie die einzig Wahre für ihn ist, aus dem bösen Jungen wird ein Schoßhündchen. Im Grunde genommen ist das total meins, denn solche Beziehungen sind der Stoff, aus dem Träume bestehen. Wer will schließlich nicht einen Mann wie ihn?

Nun kommen wir jedoch zu den Dingen, die mich an dieser Geschichte gestört haben. Zum einen wäre das die unfassbare Geschwindigkeit, in der die beiden Protagonisten sich näher kommen. Ich finde es absolut unrealistisch, wenn sich schon im ersten Drittel des Buches die ewige und unzerstörbare Liebe geschworen wird, und so ziemlich genau das passiert hier. Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten finden Norah und Max sehr schnell zueinander und ab da wird es unfassbar kitschig. Norahs Gedanken und innere Monologe drehen sich unaufhörlich um Max, Max und Max, die schmalzigen Formulierungen stapeln sich förmlich und das Buch trieft vor Emotionen. Es war einfach viel zu viel.
Zum anderen war es Max' Geheimnis, was mich absolut verstört hat. Ich fand es zwar im ersten Moment spannend und faszinierend, aber irgendwie hat es so gar nicht in die Story gepasst. Es wirkte mühsam hineinkonstruiert, als wenn die Autorin auf Biegen und Brechen dieses Thema aufgreifen wollte, und gerade am Ende der Geschichte gab es wirklich eine Menge glücklicher Zufälle. Dazu kommen noch einige kleine Logikfehler.

Mein Fazit:
Zu viel Kitsch, die Charaktere haben mich nicht nachhaltig begeistert und das große Geheimnis überzeugte mich auch nicht. Zwar eine nette Lektüre für zwischendurch, aber für Menschen, die an mit Ansprüchen an New Adult herangehen, nicht zu empfehlen.

Bewertung vom 18.12.2018
Café Honeybee
Bonnett, Claire

Café Honeybee


ausgezeichnet

Das Cover dieses Buches ist wirklich bildhübsch. Man sieht ein malerisches Café von außen, eine bunte Fassade, die aus dem Hintergrund von der Sonne angestrahlt wird. Es vermittelt einem ein unglaublich heimeliges Gefühl und auf der anderen Seite wirkt es auch irgendwie wie das perfekte, romantische Postkartenmotiv.

Ich hatte bisher weder von der Autorin noch von dem Buch etwas gehört und wurde neugierig, auch weil der Klappentext interessant klang. Da das Buch sich äußerlich von den bekannten und schon vielfach ausgeschlachteten „Das kleine XY hier oder dort“ oder dem „Hübschen AB an jedem Ort“ unterschied, gefiel mir zusätzlich und so beschloss ich, der Geschichte eine Chance zu geben, auch wenn klassische Liebesromane ohne New Adult oder Fantasy meist eigentlich gar nicht so sehr mein Ding sind.

Erzählt wird das Buch abwechselnd aus der Sicht von Greta aus der Ich-Perspektive und der Sicht auf Shawna, die Zwillingsschwester. Gerade das Erzählte von Greta kurz nach ihrem Gedächtnisverlust war wirklich spannend zu lesen, ebenso ihr Umgang mit all den für sie fremden Leuten.
In diesem Buch dominiert eine einfache Spache mit umgangssprachlichen Elementen, sehr leicht und locker lesbar ohne dass man viel grübeln muss, die perfekte Lektüre für zwischendurch also, auch für den Fall, dass man auf einer Fahrt oder in einer Arbeitspause mal abschalten möchte.

Die Charaktere in diesem Buch haben gemischte Gefühle in mir ausgelöst. Die beiden Schwestern haben es mir besonders angetan, sie machen jede für sich eine große Entwicklung durch. Der Vater von Greta und Shawna war mir zu sehr voller Resignation, er war eine unbestimmte Begleiterscheinung, die nie wirklich die Stimme erhoben hat oder sonst wie groß aufgefallen ist, was eigentlich schade ist. Fin jedoch, der Freund von Greta und ihre Großmutter Prudence, kurz Pru, haben mein Blut mit jedem ihrer Auftritte im Buch zum Kochen gebracht. Fin ist ein ignoranter, selbstsüchtiger Trottel, eine manipulative Klette der schlimmsten Sorte, Pru dagegen eine starrsinnige, rassistische, verbissene Alte, der man unbedingt mal kräftig die Meinung sagen sollte. Also wenn die Autorin eins drauf hat, dann ist es starke Charaktere zu formen.

Die Geschichte um Greta und ihre Familie ist keine klassische Liebesgeschichte im herkömmlichen Sinne. Zwar gibt es entsprechende Elemente, im Vordergrund steht jedoch, wie man sein Leben selbst in die Richtung lenken kann, die einem am liebsten ist. Man lernt, dass man sich nicht für andere aufopfern muss, dass man zu allererst auf sein Herz hören sollte, ebenso wird man angehalten, auch mal Hilfe anzunehmen und auf seine Liebsten zu hören. Es mag schwer sein, zwischen denen zu unterscheiden, die wirklich nur dein Bestes wollen, und denen, die aus dir einen Nutzen ziehen, doch mit etwas Beistand kann man alles durchstehen.

Mein Fazit:
Eine aufregende Geschichte mit einem Konzept, was mir neu war und wirklich gut gefallen hat. Spannende Idee, beiderlei sympathische und schreckliche, aber allesamt gut entwickelte Charaktere, ein detaillierter, malerisch beschriebener Schauplatz mit einem Hauch Magie.

Bewertung vom 17.12.2018
The One Best Man
Rayne, Piper

The One Best Man


ausgezeichnet

Nach ihrer Scheidung schwört Victoria den Männern ab, beziehungsweise einer bestimmten Kategorie: Anwälten. Sie hat genug mit ihrer siebenjährigen Tochter Jade zu tun und zieht extra zu ihrer Mutter in ihr Elternhaus nach Chicago zurück, um sie zu unterstützen. Was sie jedoch nicht erwartet, ist, dass sie eines Montagmorgens, als sie Jade zur Schule bringt, auf Reed Warner treffen würde. Reed, gutaussehend, charmant, reich... seinerzeit auf Victorias Hochzeit Trauzeuge ihres Ex-Mannes. Und noch dazu Anwalt. Warum also muss sie sich ausgerechnet zu ihm hingezogen fühlen?

Nach der San-Francisco-Hearts-Reihe des Autorinnen-Teams Piper Rayne ist dies die nächste Reihe aus ihrer Feder. Die Trilogie handelt von drei unterschiedliche Protagonistinnen, die alle bereits im ersten Band erscheinen, nämlich Victoria und ihren beiden Arbeitskolleginnen Chelsea und Hannah. Jede von ihnen ist geschieden, ein wichtiges Motiv, und bekommt ihre eigene Story, wobei Band 1 von Victoria handelt.

Anders als viele New Adult Geschichten wird diese hier ausschließlich aus der Sicht der weiblichen Hauptperson erzählt. Mir persönlich ist es immer lieber, wenn man auch mal einen Blick in den Kopf des Mannes werfen kann, aber in diesem Fall hat mir das gar nicht mal so sehr gefehlt, weil bei Victoria stets genug los war, um drei Köpfe zu füllen.
Die Schreibweise ist flüssig und unkompliziert, die Umgangssprache hat den lockeren Ton noch verstärkt, sodass man oft nicht den Eindruck hatte, dass die Mutter einer siebenjährigen Tochter spricht, sondern viel eher ein Student von Mitte Zwanzig. Das hat mir geholfen, mit Victoria warm zu werden, da ich New Adult mit älteren Protagonisten, insbesondere wenn sie bereits Kinder haben, sonst eher skeptisch gegenüberstehe.

Victoria wurde in ihrer ersten Ehe übel mitgespielt, das einzig Gute, was daraus hervorging, war ihre kleine Tochter. Jade ist ihr Ein und Alles, aber wenn Vic eines gelernt hat, dann sich selbst und ihr Kind an erste Stelle zu setzen und nicht mehr blind hinter einem Mann zu stehen, der sie nicht unterstützt. Sie ist die typische starke aber gebeutelte Frau, die wegen einer gescheiterten Beziehung den Glauben in die Liebe verloren hat, mir war sie aber sehr sympathisch. Ich habe gern ihre Gedanken verfolgt und mit ihr gefühlt und mich mit ihr zusammen in Reed verliebt.

Dieser hingegen ist nicht der typische Bad Boy, sondern ein Mann, der mitten im Leben steht und sich nicht ausschließlich durch die Betten der Frauenwelt schläft, wie es sonst der Fall ist. Mir war er aber etwas zu perfekt. Er hat sich in jeder Hinsicht ideal an Victoria angepasst und ihr die Welt zu Füßen gelegt, abgesehen von Vics anfänglichem Misstrauen, das es für ihn zu überwinden galt, gab es kaum Querelen in der Geschichte. Im Grunde genommen war das aber auch mal erholsam, dass sich nicht auf jeder Seite gezofft und angepöbelt und anschließend im Bett wieder versöhnt wurde.

Was mir an der Geschichte besonders gut gefallen hat, waren einerseits Jade und Henry, die Kids, die zu Victoria und Reed gehören, die teilweise echt anbetungswürdig süß waren und die Stimmung an vielen Stellen aufgelockert und ihr Witz verliehen haben, andererseits waren es die beiden Kolleginnen von Vic, die in den beiden nächsten Teilen ihren großen Auftritt haben. Die beiden sind grundverschieden aber haben mich oft zum lachen gebracht beim Lesen. Chelsea nimmt kein Blatt vor den Mund, geht gern aus und hat eine Männerbekanntschaft nach der anderen, Hannah, die Chefin der anderen beiden, fällt dagegen in die Kategorie „Elegante Businesswoman“ und besticht mit ihrem trockenem Humor. Das Trio hatte eine powervolle Energie zusammen, sodass man selbst als Leser das Gefühl hatte, zu ihnen dazuzugehören.

Mein Fazit:
Wenn es ein Makel ist, dass ein Mann zu perfekt ist, dann habe ich diesen Kritikpunkt hier vorzubringen. Ansonsten gibt’s nichts zu beanstanden, ein wirklich lesenswertes Buch.

Bewertung vom 14.12.2018
Der letzte erste Song / First Bd.4
Iosivoni, Bianca

Der letzte erste Song / First Bd.4


ausgezeichnet

„Musik stellt keine Fragen, macht keine dummen Kommentare, gibt keine unerwünschten Ratschläge, sondern ist einfach für dich da.“ (aus 'Der letzte erste Song' von Bianca Iosivoni aus dem Lyx-Verlag)

Nie wieder singen, das hatte Grace sich selbst geschworen. Nach einem Desaster von früher hat sie einfach zu viel Angst, bis sie sich selbst und ihrer Freundin beweisen will, dass sie mittlerweile stark genug ist und ihre Furcht überwinden kann. Sie singt bei Mason, ihrem Lieblingsfeind aus ihrem Freundeskreis, vor, denn seine Band sucht eine neue Frontsängerin, doch sie hat nicht damit gerechnet, dass sie sich in seiner Nähe auf einmal so anders fühlen würde. Sie sieht eine Seite an ihm, die ihr bisher verborgen blieb, doch sie wird Mason niemals haben können, denn er ist schon vergeben.. Es sei denn, er fühlt das gleiche vielleicht auch für Grace.

Von dieser Reihe kenne ich bisher nur den ersten Band, hatte jedoch schon so viel Gutes gehört, dass ich den vierten und letzten Band vorziehen musste. Ich hatte zwar einige Lücken was Vorkenntnisse betrifft, aber dennoch war es gut lesbar, selbst wenn ich im Nachhinein unbedingt empfehlen würde, sich die Reihe chronologisch vorzunehmen.

Das Cover ist wirklich hübsch, sehr romantisch. Eigentlich mag ich Menschen auf Covern nicht so gern, aber in diesem Fall ist es nicht übertrieben anzüglich sondern süß gestaltet und entsprechend nett anzuschauen. Man erkennt durch die Ähnlichkeit zu den vorigen Bänden natürlich auch gleich die Zugehörigkeit zur Reihe.

Mason und Grace erzählen abwechselnd aus ihrer Ich-Perspektive und mittlerweile sollte jeder wissen, dass ich ein absoluter Befürworter dieser Erzählweise bin. Man rätselt nicht immer herum, warum der Kerl dieses oder jenes tut, sondern bekommt es einfach serviert, ohne wegen irgendwelcher unlogischen Handlungen die Hände über dem Kopf zusammen zu schlagen.
Der Schreibstil ist locker und leicht, man kann angenehm entspannt lesen und merkt gar nicht, wie die Seiten nur so dahinfliegen.

Die Charaktere in diesem Buch sind eine ziemlich bunte Truppe. Grace wirkt auf den ersten Blick etwas hochnäsig und wie die typische Misswahl-Kandidatin, kühl, bestimmend und immer perfekt gestylt. So falsch liegt man damit auch nicht, aber sie verbirgt weit mehr, als es den Anschein hat. Ihr großes Talent ist das Singen, jedoch steht sie seit jeher unter dem drohend erhobenen Pantoffel ihrer rücksichtslosen Mutter, die Grace wie auch schon ihre große Schwester nach ihren Vorstellungen formen will. Ein wenig hat mich das an Jennifer aus Winton Brothers 3 von Penny Reid erinnert, die ebenfalls unter einer übereifrigen Mutter litt. Man findet diese Bücher in vielen Romanen und jedes Mal erwecken sie in mir das Bedürfnis, sie zu packen und fest zu schütteln, bis sie ihre armen Mädchen endlich mal sie selbst sein lassen.

Mason gefiel mir richtig gut. Er ist einerseits witzig und charmant, andererseits nimmt er seine Musik sehr ernst und brennt für das, was er tut. Darum weiß er auch, dass Grace die ideale Besetzung für seine Band ist, jedoch hat er mit ihr eine echt harte Nuss vor sich. Was für die beiden zunächst nur ein Verhältnis aus gegenseitigem Nutzen darstellt, entwickelt sich sehr bald zu mehr und mehr, leider gibt es dabei ein Problem: Masons Freundin. Ich muss ja sagen, dass dieses Mädchen mich mehr als einmal in den Wahnsinn getrieben hat, einen derart sprunghaften und unentschlossenen Menschen konnte ich einfach nicht verstehen.
Der Rest der Clique hat in den verschiedenen anderen Bänden seinen jeweiligen Auftritt, nur wird leider der Rest der Band von Mason dabei übergangen. Seine drei anderen Jungs waren mir ebenfalls unglaublich sympathisch und ich hätte wirklich gern mehr über sie gelesen.

Mein Fazit:
New Adult, das man gelesen haben muss! Ein großartiger Abschluss, ich freue mich, wenn die Autorin wieder mal was aus diesem Genre herausbringt.

Bewertung vom 09.12.2018
Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9
Neuhaus, Nele

Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9


sehr gut

„Würde ich einen Krimi über unseren aktuellen Fall schreiben, müsste ich wohl mindestens vier Opfer und drei Tatverdächtige rausstreichen, damit die Leser nicht den Überblick verlieren.“

Zuerst ist es nur ein einzelner toter Mann, dann ist es auf einmal der Auftakt einer Ermittlung im Fall eines Serienkillers: Der alte Theodor Reifenrath wird tot in seinem Haus aufgefunden, sein Ableben schon einige Zeit her. Durch Zufall können im Zwinger seines Hundes Menschenknochen sichergestellt werden und es tauchen noch weitere Leichen auf, alles Frauen. War der alte, mürrische Mann der Mörder oder steckt mehr dahinter, als die Ermittler auf den ersten Blick vermuten? Eines ist klar: Die Frauen mussten ein Geheimnis haben, was mit dem Muttertag, ihrer aller Todestag, zu tun hat.

Wie man anhand meiner Rezensionen schließen kann, bin ich kein großer Krimileser. So gar nicht. Also wirklich nie, es sei denn ich muss oder zwinge mich. Von Nele Neuhaus habe ich natürlich schon gehört und die restlichen Frauen in meiner Familie sind hellauf begeistert von ihr, hörten/lasen bisher jeden Teil der Reihe, und so dachte ich mir, dass ich mal einen Versuch wage, um mitreden zu können. Außerdem wäre es wirklich schwer gewesen, dem Hype um dieses Buch zu entgehen, das ja nun wirklich an allen Ecken und Ende gepusht wird bis zum Gehtnichtmehr. Gut finde ich allerdings den Hashtag „#ohneFolie“, denn die braucht man tatsächlich in vielen Fällen nicht.

Das Cover finde ich gut gelungen, der Storch steht als Symbol für die Geburt und damit auch die Mutterschaft, die in diesem Buch eine große Rolle spielt (Überraschung, bei dem Titel... nicht). Es entbehrt auch irgendwie nicht einer gewissen Komik, bzw. Ironie, wie ich finde. An sich passt es gut zu den anderen Covern der Reihe, die ich zwar kenne, deren Inhalt ich aber bisher höchstens in Filmform begegnet bin.

Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven und die Zeit variiert ebenfalls in den unterschiedlichen Erzählsträngen. Mal erfährt man was aus der Sicht Pia Sander oder Oliver von Bodenstein, aber auch aus der Sicht des Mörders oder der Opfer liest man was. Mir wurde im Vorfeld schon gesagt, dass die Zeitsprünge etwas verwirren können, allerdings hatte ich damit keine großen Probleme, sondern vielmehr mit all den Namen der Personen, die eine Rolle in diesem Buch spielen.

Neben den eigentlichen Mordermittlungen gibt es natürlich auch Passagen, die sich um das Privatleben der Ermittler drehen, diese empfand ich persönlich als nicht ganz so interessant. Die Entwicklung des Falls wiederum war wirklich aufregend, denn immer wenn ich dachte, der Polizei einen Schritt voraus zu sein, wurde ich auf den kommenden Seiten eines besseres belehrt. Bis zum letzten Viertel des Buches etwa erschloss sich mir noch nicht, was die einzelnen Handlungsstränge für eine Verbindung zueinander haben könnten, bis dann mit einer riesigen Überraschung die Erkenntnis für mich kam. Das fand ich sehr gut gelungen und ab da hing ich förmlich zwischen den Seiten, weil ich nicht erwarten konnte, was als nächstes passiert.

Mein Fazit:
Mein erster Krimi und gleich ein Volltreffer. Zwar gab es etwas zu viele Personen für meinen Geschmack, aber die Spannung war immer greifbar und man wurde als Leser oft hinters Licht geführt, um erst ganz am Ende eine Auflösung zu erfahren, mit der ich persönlich nicht gerechnet habe. Auch ohne Vorkenntnisse der anderen Bände der Reihe gut lesbar! Vielleicht dürfen wir uns ja auch bald über eine Verfilmung dieses Buches freuen, das würde mich persönlich sehr interessieren.