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Benutzername: seschat
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Bewertungen

Insgesamt 575 Bewertungen
Bewertung vom 07.07.2020
Erfolg aus Prinzip
Rouzbeh, Adrian

Erfolg aus Prinzip


gut

Der Ratgeber von Adrian Rouzbeh, seines Zeichens Multiunternehmer und Firmenberater, ist nicht der erste, den ich zum Thema Erfolg gelesen habe. Etwas wesentlich Neues konnte ich leider nicht herausfiltern. Wie in anderen Büchern wird auch hier dem Leser geraten, mutig sowie neugierig zu sein und sich von alten Fesseln/Denkmuster/Routinen wie negativen Menschen im Umfeld zu trennen. Man soll seine eigenen Stärken ausbauen und keinesfalls mit der Masse mitschwimmen. Auch dass der bewusste Einsatz von Sprache/Kommunikation einen Unterschied machen kann, war mir vor der Lektüre nicht unbekannt. Diese "Erfolgsprinzipien" überraschen nicht, sind aber dennoch im Alltag häufig eine Herausforderung. Denn wer Neues wagt und gegen den Strom schwimmt, wird belächelt oder gar ausgegrenzt. Aber Adrian Rouzbeh eigener steiniger Weg zum erfolgreichen Unternehmer und Speaker zeigt, dass es möglich ist, über sich hinauszuwachsen. Denn der Autor hat es geschafft, seine schulische Außenseiterrolle mithilfe von Kampfsport und Aneignung von Wissen (u.a. in Psychologie, Marketing...) zu überwinden. Diese persönliche Erfolgsgeschichte fand ich ehrlich gesagt wesentlich spannender als die folgenden Kapitel zum Thema Erfolgsprinzipien.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.07.2020
Prost, auf die Wirtin
Kalpenstein, Friedrich

Prost, auf die Wirtin


sehr gut

Solides Krimidebüt
Mit "Prost, auf die Wirtin!" hat Friedrich Kalpenstein einen soliden Krimi-Erstling geschaffen, der mich oft an die Hubert-und-Staller-Krimireihe erinnert hat. Das bayerische Ermittlerduo Tischler-Fink ist ein unterhaltsames Gespann, vor allem der traditionell eingestellte Endzwanziger Felix Fink ist immer für einen Lacher gut. Das behäbige Erzähltempo und das überschaubare Setting machen den Provinzkrimi aus Brunngries zu einem Cosy-Crime-Roman. Auch die handelnden Figuren mit ihren provinziellen Eigenheiten und Verhaltensweisen passen zur Handlung. So ist es weniger der Fall der getöteten Wirtin Franziska Leidinger, der immerfort verfolgt wird und im Fokus steht, sondern mehr die kleinen Dorfgeschichten und der sog. Dorftratsch. Als Kalpenstein-Fan hatte ich mir humortechnisch mehr von der Geschichte erwartet. Zwar gab es Szenen mit gewohnter Situationskomik und viel bayerischen Dialekt und Klischees zu bestaunen, aber der Plot zog sich trotzdem etwas in die Länge.

Bewertung vom 29.06.2020
Die Welt der Stoffe
St Clair, Kassia

Die Welt der Stoffe


ausgezeichnet

Ich hätte nie gedacht, dass man über das Thema Stoff so viel schreiben kann. Kassia St Clairs 416-seitiges Werk (E-Book = 1363 Seiten) ist vollgepackt mit Detailwissen aus Archäologie und Geschichte. Von den Anfängen im Alten Ägypten bis zur heutigen Zeit wird auf Kleidung, Kleidungsstile, Produktionsverfahren und Rangunterschiede eingegangen. Als studierte Altertumswissenschaftlerin und Historikerin hatte mich die Autorin mit ihrem sachlichen wie faktenreichen Erzählstil sofort am Haken. Wie viel Recherchearbeit mag in diesem Mammutwerk stecken? Sicherlich eine Menge, aber das hat sich m. E. ausgezahlt. Wer der Materie Stoff und Bekleidung wirklich auf den Grund gehen will und es schätzt, neues Wissen in kompakter Form zu erlangen, für den ist diese Lektüre ein Must-read.

Bewertung vom 26.06.2020
Yasemins Kiosk - Eine bunte Tüte voller Lügen
Antons, Christiane

Yasemins Kiosk - Eine bunte Tüte voller Lügen


ausgezeichnet

INHALT
Ein zweites Mal lässt Christiane Antons die drei Hobbykriminalistinnen Yasemin, Nina und Dorothee in Bielefeld ermitteln. Hier will jemand den guten Leumund des erfolgreichen Cateringunternehmers Pascal Neumann schädigen. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Für die drei Freundinnen gibt es also mächtig viel zu tun, obschon Kioskbesitzerin Yasemin mit ihrem Nesthäkchen Ela alle Hände voll zu tun hat. Vermieterin Doro und die beurlaubte Polizistin Nina freuen sich hingegen über die Abwechslung.

MEINUNG
Die Veröffentlichung des ersten Bandes von "Yasemins Kiosk" liegt schon etwas zurück, was man der Fortsetzung aber keinesfalls anmerkt. Im Gegenteil, Antons erzählt stringent da weiter, wo sie im ersten Teil aufgehört hat. Der temporeiche und humorige Sprachstil konnte mich auch dieses Mal wieder packen. Szenen- und Erzähler wechselten kontinuierlich, so dass man das Buch gar nicht mehr weglegen konnte.

Die drei Hauptfiguren - Yasemin, Doro und Nina - bilden eine sympatische Einheit, die durch dick und dünn geht. Im vorliegenden Band wird zunehmend Ninas Privatleben beleuchtet. Nichtsdestotrotz ist Yasemins Kiosk der quirlige Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Hier trifft man die unterschiedlichsten Typen, erzählt sich den neuesten Tratsch und bekommt stets etwas Essbares - gern auch Süßigkeiten (s. Cover). Der Ruhrpottcharme von Bielefeld wird bestens transportiert.

Die Kriminalgeschichte ist trotz Cosy-Crime-Ausrichtung nicht ohne und sehr verworren. Mir gefiel es außerordentlich, wie die Autorin die unterschiedlichen Erzählstränge peu à peu schlüssig aufgelöst hat. So blieb die Tätersuche bis zum Ende spannend.

Das bunte Cover ist wirklich ein Eyecatcher. Mich hat es auf den ersten Blick neugierig und hungrig auf Süßes gemacht :-)

FAZIT
Eine überaus lesenswerte Fortsetzung, die sich immens flüssig und mit Freude las. Cosy-Crime mit hohem Suchfaktor. Nun hoffe ich auf einen dritten Teil.

Bewertung vom 24.06.2020
Land in Sicht
Hartmann, Ilona

Land in Sicht


ausgezeichnet

Ilona Hartmanns Debütroman "Land in Sicht" habe ich mit ausgesprochener Freude gelesen. Die tragikomische Geschichte der 24-jährigen Jana Bühler, die auf einer Donauflusskreuzfahrt nach ihrem Vater, dem Kapitän Milan, sucht, berührt. Auf dieser ungewöhnlichen Reise, inmitten von hundert Rentnern, fällt die junge Frau sofort auf. Und Jana ist sich dessen auch bewusst, aber viel zu sehr mit der Aufarbeitung ihrer Vergangenheit, d.h. der väterlichen Fehlstelle, beschäftigt. Im Tagebuchstil lässt die Ich-Erzählerin den Leser an dieser 8-tägigen Reise mit und zu ihrem Vater teilhaben. Was mich dabei am meisten beeindruckt hat, ist Hartmanns klare wie prägnante Sprache. Die Autorin erfasst ihr Umfeld frappierend genau, sarkastisch und ungeschönt und erinnert damit stark an Popliteratien wie Benjamin von Stuckrad-Barre oder Katja Eichinger.

Lieblingszitate:
"Alles, was hier passiert (=Kreuzfahrtschiff), passt auf zwei Biedeckel." (S. 11)
"Jemand Perfides hat eine Waage neben die Tür zum Frühstücksraum gestellt." (S. 13)

Abwechselnd wird das Leben an Bord der MS Mozart und Janas Seelenleben betrachtet. Und das Spannende dabei ist, dass die verloren wirkende Suchende auf einen Vater trifft, der ebenso ständig auf Reisen und damit eine ältere Version ihrer selbst ist. Gemeinsam muss man erst lernen, was Familie bedeutet. Die leise und verletzliche Seite der Hauptprotagonistin weiß Hartmann gekonnt inszenieren.

FAZIT
Ein wirklich lesenswertes Büchlein, das mich nicht nur ungemein zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken gebracht hat.

Bewertung vom 21.06.2020
Ans Vorzelt kommen Geranien dran / Online-Omi Bd.14
Bergmann, Renate

Ans Vorzelt kommen Geranien dran / Online-Omi Bd.14


sehr gut

Dieses Mal verschlägt es die rüstige 82-jährige Rentnerin Renate Bergmann für 3 Wochen auf den Campingplatz. Hier wohnt sie zusammen mit dem befreundeten Ehepaar Gläser (Ilse (82) und Kurt (87)) in einem gemieteten Campingbus und berichtet von ihren Urlaubserfahrungen. Normalerweise hat es die Berliner Online-Omi gern komfortabel und stilvoll, doch inmitten von Dauercampern und Zeltaktivisten herrschen andere Sitten. An legere Kleidung, Gemeinschaftswaschräume und tägliche Grillpartys muss sich Renate erst noch gewöhnen. Mit ihrer Lebenserfahrung und ihrem Pragmatismus hat sie sich aber bereits nach ein paar Tagen gut eingelebt. Hier auf dem Campingplatz lassen sich nämlich wunderbar Menschen beobachten und kennenlernen. Wäre da nicht dieser hyperkorrekte Platzwart Herr Habicht und Ilse Gläsers lautes Schnarchen, könnte sich Renate noch mehr entspannen.

Ich habe mich herrlich über Renates "Camping-Studien" inklusive eigenwilliger Schreibweisen/Neologismen (wie Thermomischer, I-Beike oder Smufie) amüsiert. Auch Ilse und Kurt sowie Herr Habicht sorgten mit ihren klischeehaften Aktionen für gute Unterhaltung. Einzig mit der Buchlänge hatte ich etwas zu kämpfen. Gerade das letzte Drittel las sich aufgrund altbekannter Szenen wie semiinteressanter Sachverhalte sehr schleppend.

FAZIT
Ein humorvolles Buch für zwischendurch oder den Sommerurlaub. Fans von Renate Bergmann kommen wieder voll auf ihre Kosten.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.06.2020
Das Antiquariat der Träume
Simon, Lars

Das Antiquariat der Träume


sehr gut

INHALT
Johan lernt 1983 auf einer Ostseekreuzfahrt seine große Liebe Lina kennen. Doch bevor beide Zukunftspläne schmieden können, gibt es auf ihren Schiff eine schwere Havarie. Seitdem gilt Lina als verschollen. Nur Johan will nicht so recht daran glauben und sucht selbst 4 Jahre später noch nach ihr. Dafür gibt er sogar seinen Verlagsjob in Stockholm auf und wird im schwedischen Nest Hedekas sesshaft. Fortan betreibt er dort ein Literaturcafé samt Antiquariat. Wenn er nicht gerade seine Gäste bedient, dann bereist er die Stationen der damaligen Ostseekreuzfahrt und hält nach Lina und einem geheimnisvollen Buch namens Singoalla Ausschau.

MEINUNG
Ich konnte mich ab der ersten Zeile fürs Lars Simons neuestes Buch begeistern, weil die Story zum einen hoffnungslos romantisch ist und es zum anderen innerhalb des Plots nicht an Humor mangelt.

Seit der Buchreihe über Lennart Malmkvist und Mops Bölthorn scheint Simon eine Schwäche für magische wie geheimnisvolle Elemente zu haben. Seine Fantasy ist aber wesentlich charmanter als der übliche Mainstream. Im "Antiquariat der Träume" treten nämlich allseits bekannte Romanhelden, wie Pippi Langstrumpf, Sherlock Holmes oder Faust, als Johanns Lebensberater auf. Das ist ungemein witzig, wenn man bedenkt, dass nur der Hauptcharakter Johann diese literarischen Figuren sehen und sich mit ihnen unterhalten kann, währenddessen sein Umfeld denkt, er sei psychisch labil und führe Selbstgespräche. Ich habe mich jedenfalls nicht nur einmal über die schrägen Literaturhelden herrlich amüsiert. Fans von Romanklassikern werden das Buch für diese ungewöhnliche Idee lieben. Man spürt einfach, dass der Autor sich für (alte) Bücher begeistern kann.

Die Geschichte von Lina und Johan ist eine tragische und zugleich mysteriöse Episode. Man leidet mit Johan mit und drückt ihm für seine Herzensangelegenheit kräftig die Daumen - obgleich das Ende vorhersehbar ist.

Weniger konnte ich mit den anhaltenden zeitlichen Sprüngen innerhalb der Handlung anfangen. Spannung kam bei mir dadurch nicht auf.

Meine Highlights des Buchs waren der unerschütterliche Hauptprotagonist Johan und sein Glaube an die große Liebe, die literarischen Gäste (Sherlock Holmes, Kaninchen als Alice im Wunderland...) sowie Simons grandioser Humor und sein Sinn für Situationskomik.

Fernab der fantasievollen Handlung konnte mich auch die Verpackung des Buchs vollends von sich überzeugen. Das filigran gestaltete Hardcover wirkt mit seinen Scherenschnittmotiven, seinem Schriftbild und seiner an Pergament angelehnten Farbigkeit alt und erinnert damit sicherlich bewusst an ein antiquarisches Buch. Kurzum, Buchcover und -inhalt wurden gut aufeinander abgestimmt.

FAZIT
Eine fantasiereiche wie lustige Geschichte, die sich flüssig liest und noch dazu zum Träumen verleidet. Bibliophile werden Lars Simons neuesten Erzählstoff besonders mögen.

Bewertung vom 15.06.2020
Unter den Linden 6
Kaiser, Ann-Sophie

Unter den Linden 6


ausgezeichnet

INHALT

Im Jahr 1907 treffen in Berlin drei ganz unterschiedliche Frauenzimmer aufeinander, die einzig der unbändige Bildungshunger eint. Hedwig ist Witwe, in einem Frauenvereins engagiert und will Germanistik an der Friedrich-Wilhelms-Universität "Unter den Linden" (vgl. Titel) studieren. Die junge Wienerin Lise ist promovierte Physikerin und hat viel von Max Plancks gehört, zu dessen Forschungskreis sie gern gehören würde. Nesthäkchen Anni tritt beim Kultusminister ihre neue Stelle als Dienstmädchen an und liest heimlich unzählige Bücher, um ihren Wissensdurst zu stillen. Alle drei suchen in der preußischen Metropole ihr Glück und sind dabei allerhand Vorbehalten gegenüber dem weiblichen Geschlecht ausgesetzt.

MEINUNG

Ann-Sophie Kaisers Buch vermochte mich ab der ersten Seite zu fesseln. Die drei Hauptfiguren - Hedwig, Lise und Anni - waren mir auf Anhieb sympathisch, denn ich konnte mich schnell in jede von ihnen hineinversetzen. Sie teilen sich die Rolle des Erzählers, was den Plot ungemein lebendig hielt. Man konnte gar nicht anders und fieberte mit den drei mutigen Frauen, die sich gegen das von Männern dominierte Bildungssystem auflehnten, mit. Kaiser schaffte es vortrefflich, den Leser in die wissenschaftlich umtriebige Zeit von der Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg zurückzuversetzen. Ganz nebenbei lernte man so zeitgenössische Geistesgrößen, wie Max Planck und eben jene Lise Meitner, kennen. Aber nicht nur die Erforschung der Radioaktivität, sondern auch die zarten Tändeleien der drei Frauen durchzogen den Handlungsverlauf. Der Spagat zwischen Fiktion und Realität ist der Autorin ohne Frage gelungen. Auch die sprachliche Umsetzung war stimmig. Besonders das damals übliche Gesieze, auch unter engen Kollegen/Freunden, ließ mich schmunzeln.

FAZIT

Ein wirklich überzeugender Roman, dessen 464 Seiten ich wie im Flug durchgelesen habe. Nun bin ich nicht nur in Sachen Radioaktivität etwas schlauer, sondern weiß auch mit dem Namen Lise Meitner etwas anzufangen. Eine Fortsetzung wäre schön.

Bewertung vom 13.06.2020
Töchter der Elbchaussee
Johannson, Lena

Töchter der Elbchaussee


ausgezeichnet

Im dritten Teil von Lena Johannsons lesenswerter Saga wird die Geschichte der Hamburger Schokoladendynastie beginnend von den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs bis zur großen Sturmflut im Jahr 1962 weitererzählt. Die Hauptprotagonistin Frieda Hannemann muss in dieser Zeit nicht nur von einigen lieb gewonnenen Menschen Abschied nehmen, sondern sich auch um den Fortbestand des Traditionshauses Hannemann-Krüger in unsicheren Zeiten kümmern. Ihr Sohn Henrik und ihre Nichte Sarah sollen die Geschäfte übernehmen, doch Friedas Schwiegertochter fühlt sich benachteiligt und spinnt Intrigen. Zudem treten mit Jugendliebe Jason und Ex-Schwägerin Selma zwei längst vergessene Personen wieder in Friedas Leben. Kurzum, der Plot bietet viel Abwechslung und emotionales Drama. Auch historisch wird viel Wissenswertes über den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit in Hamburg vermittelt.

Wie schon bei den beiden Romanen davor hat mich das Schicksal der Familie Hannemann in seinen Bann gezogen und ich konnte das Buch erst wieder weglegen, als ich es zu Ende gelesen hatte.

Friedas Begeisterung für das Schokoladenhandwerk hat sich abermals sofort auf den Leser übertragen und diesen von den deliziösen Pralinen-Kreationen träumen lassen.

Auch sprachlich konnte mich der dritte Roman wieder überzeugen. Besonders Friedas neue Köchin, die hemdsärmelige Mina, mochte ich. Die 416 Buchseiten lasen sich ausgesprochen flüssig und leicht.

Das Cover mit einer Frau - vermutlich die gealterte Frieda - diesmal in einem lindfarbenen Kleid im Vordergrund verfügt über einen hohen Wiedererkennungswert. Das liegt auch daran, dass die abgebildete Frau in gewohnter Weise (vgl. Band 1 und 2) dem Betrachter den Rücken zukehrt.

Ich hoffe und wünsche mir, dass es mindestens noch eine Fortsetzung geben wird. Denn über Frieda und die folgende Hannemann-Generation ließe sich noch so einiges erzählen.

Bewertung vom 09.06.2020
Gebrauchsanweisung für die griechischen Inseln
Bettermann, Stella

Gebrauchsanweisung für die griechischen Inseln


ausgezeichnet

Wer einmal eine der insgesamt 3054 griechischen Inseln besucht hat, wird das nie vergessen. So war es jedenfalls bei mir, hinzu kam mein großes Interesse für die Geschichte und Kultur der Antike.

Die Halbgriechin und Autorin Stelle Bettermann weiß den Leser mit ihrer Begeisterung für diese unterschiedlichen Eilande im Mittelmeer anzustecken. Sie nähert sich der Thematik umfangreich, indem sie nicht nur die touristisch beliebtesten Inseln, wie Kreta, Rhodos oder Mykonos, sondern auch auf Land & Leute sowie Feier-/Esskultur und besonders sehenswerte Inseln/Plätze eingeht. Hierbei habe ich so einiges Neues erfahren. Darüber hinaus gefiel es mir außerordentlich, dass Bettermann oftmals persönliche Kindheits- und Urlaubserlebnisse auf den griechischen Inseln mit ihren Lesern geteilt hat. Durch ihre interessanten Beschreibungen habe ich diese famose Insellandschaft noch einmal auf eine ganz andere Weise kennengelernt. Am Ende der flüssig geschriebenen Lektüre wünscht man sich nichts sehnlicher als einen Inseltrip oder Inselhopping entlang der Kykladen oder Dodekanes zu machen.

FAZIT
Eine lohnenswerte Lektüre sowohl für Kenner als auch für Neulinge. Bettermann zeigt, dass es keine Bilder/Fotos braucht, um die Magie der griechischen Inseln einzufangen und zu verteilen. Dazu genügen allein Wörter.