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Toptitel von Tanja Kinkel

Grimms Morde

Broschiertes Buch
Der neue historische Roman der Spiegel-Bestseller-Autorin Tanja Kinkel führt zurück in das neunzehnte Jahrhundert und verbindet märchenhaftes Setting und historische Spannung mit einer grausamen Mordserie: Aus Grimms Märchen werden Grimms Morde: Die Mätresse des hessischen Kurfürsten wird bestialisch ermordet, und die einzigen von der Polizei vorgefundenen Hinweise führen zu den Brüdern Grimm und zu den Schwestern von Droste zu Hülshoff. Nur die Zusammenarbeit der ungleichen Geschwisterpaare kann die Wahrheit über Morde und Märchen an den Tag bringen. In einer Zeit, wo die Errungenschaften der Freiheitskriege verloren gehen, Zensur und Überwachung in deutschen Fürstentümern wieder Einzug halten, müssen die vier sich den Verwicklungen der Vergangenheit stellen, um die Rätsel der Gegenwart zu lösen.…mehr

 

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Grimms Morde

Gebundenes Buch
Der neue historische Roman der Spiegel-Bestsellerautorin Tanja Kinkel führt zurück in das neunzehnte Jahrhundert und verbindet märchenhaftes Setting und historische Spannung mit einer grausamen Mordserie. Rot wie Blut...
Kassel, 1821: Die ehemalige Mätresse des Landesfürsten wird nach Märchenart bestialisch ermordet. Die einzigen Indizien weisen ausgerechnet auf die Gebrüder Grimm. Weil die Polizei nicht in Adelskreisen ermitteln kann, die sich lieber Bericht erstatten lassen, anstatt Fragen zu beantworten, kommen den Grimms Jenny und Annette von Droste-Hülshoff zur Hilfe. Ein Zitat aus einer der Geschichten, welche die Schwestern zur Märchensammlung der Grimms beigetragen hatten, war bei der Leiche gefunden worden. Bei ihrer Suche müssen sich die vier aber auch ihrer Vergangenheit stellen: Vorurteilen, Zuneigung, Liebe - und Hass, und diese Aufgabe ist nicht weniger schwierig. In einer Zeit, wo am Theater in Kassel ein Beifallsverbot erteilt wird, damit Stücke nicht politisch missbraucht werden können, Zensur und Überwachung in deutschen Fürstentümern wieder Einzug halten und von Frauen nur Unterordnung erwartet wird, sind Herz und Verstand gefragt.
Geschickt verwebt Tanja Kinkel die privaten Verwicklungen von zwei der berühmtesten Geschwisterpaare der deutschen Literaturgeschichte in ein unglaubliches Verbrechen. Ein Mordsbuch.
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22,99 €

 

Tanja Kinkel

Kinkel, TanjaTanja Kinkel, geboren 1969 in Bamberg, gewann bereits mit 18 Jahren ihre ersten Literaturpreise. Sie studierte in München Germanistik, Theater- und Kommunikationswissenschaft und promovierte über Aspekte von Feuchtwangers Auseinandersetzung mit dem Thema Macht. 1992 gründete sie die Kinderhilfsorganisation "Brot und Bücher e.V", um sich so aktiv für eine humanere Welt einzusetzen (mehr Informationen: www.brotundbuecher.de). Tanja Kinkels Romane wurden in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt; sie spannen den Bogen von der Gründung Roms bis zum Amerika des 21. Jahrhunderts. Zu ihren bekanntesten Werken gehören "Die Löwin von Aquitanien" (1991), "Die Puppenspieler" (1993), "Mondlaub" (1995), "Die Schatten von La Rochelle" (1996), "Die Söhne der Wölfin" (2000), "Götterdämmerung" (2003), "Venuswurf" (2006), "Säulen der Ewigkeit" (2008) und "Im Schatten der Königin" (2010), "Das Spiel der Nachtigall" (2011), "Verführung" (2013) und "Manduchai - Die letzte Kriegerkönigin" (2014).

Kundenbewertungen

Im Schatten der Königin

Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 06.04.2010
Tanja Kinkel hat wieder einmal die richtigen Zutaten gefunden: Liebe, Enttäuschung, Verrat und eine historische Geschichte und fertig ist ein superspannendes Buch. Die große Frage des vorliegenden Buches ist: warum musste Amy Robsart am 8. September 1560 sterben? Alles nur weil ihr Mann sie loswerden wollte um endlich Elizabeth I. heiraten zu können? Das England des 16. Jahrhunderts lässt die Autorin vor unseren Augen lebendig werden. Der mysteriöse Tod lässt den Thron der jungen Königin mächtig ins wanken geraten. Amys Mann Robert Dudley und der Königin Gouvernante Kat Ashley arbeiten fieberhaft daran den Mörder zu finden. Robert war es nicht . . . Wieder einmal geht es in einem Kinkel - Buch um das Lieblingsthema der Autorin. Bereits in ihrer Doktorarbeit schrieb sie über die Macht. Wer ein spannendes Leseabenteuer sucht kommt an diesem Buch nicht vorbei! Christian Döring

Das Spiel der Nachtigall, 3 MP3-CDs

Bewertung von bolie aus Langscheid am 27.01.2020
Walther von der Vogelweide war ein Mann, dessen Name wohl den meisten Deutschen bekannt ist. War er doch einer der bedeutendsten Minnesänger des Mittelalters. Was ihn besonders auszeichnete, das war seine Geradlinigkeit. Er verbog sich nicht für irgendwelche Herrscher, an deren Hof er singen sollte. Im Gegenteil, oft verpackte er die Kritik an ihnen so dezent in seinen Liedern, dass so manch einer von ihnen darauf einging. Tanja Kinkel hat den Charakter des Mannes in ihrem Roman Das Spiel der Nachtigall sehr gut beschrieben. Und nicht nur ihn, sondern gleichzeitig die Kaiser und Könige, die zur Zeit Walthers stets auf Kriegsfuß mit irgendjemandem standen. Neben Walther ist Judith ebenfalls eine Hauptperson in dem Buch. Sie ist Jüdin und schon damals wurde nicht nur sie wegen ihres Glaubens verfolgt und gedemütigt. Und selbst vor Mord schreckten die Widersacher nicht zurück. Beide, Judith und Walther, waren selbstbewusst und starke Persönlichkeiten. Kein Wunder, dass es zwischen ihnen immer mal wieder zu Streitgesprächen kam. Das Hörbuch wird von zwei markanten Stimmen gesprochen. Das ist Katrin Fröhlich, die die Reisen der Ärztin liest und Uve Teschner, der das bei den Ausführungen über Walther macht. Es war für mich ein besonderes Erlebnis, diesen beiden zuzuhören. Aber auch die Ausführungen über die Zeit der Intrigen und dem Machtstreben in Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation sind einprägsam geschrieben. Ja, das Buch gefiel mir ausgesprochen gut und ich gebe fünf Sterne dafür. Es lohnt sich auf jeden Fall, den Sprechern dieses guten Buches zu folgen.

Verführung

Bewertung von Elfi aus Stegaurach am 25.07.2013
Angiola Calori und Casanova begegnen sich als Kinder, verlieren sich aus den Augen und begegnen sich erst wieder, als er auf bestem Weg war, DER Casanova zu werden, sie als verkleideter Kastrat im Kirchenstaat gezwungen war, ihr Geschlecht zu verleugnen. Das pulsierende, nach Leben und Lieben schreiende Rokoko bildet die Kulisse, dazu zwei Menschen, die nach oben wollen, egal was es sie kostet. Es ist nicht bei jedem Roman und Autor so, sicher sein zu können, das Spannung, Liebe, Erotik, Gefahr gleichberechtigt neben guter Unterhaltung und Informationen zur Zeitgeschichte stehen, aber dafür ist Tanja Kinkel schließlich bekannt. Eines vorweg. Es ist wohl ihr erotischster Roman, aber dafür ist zweifelsfrei Casanova verantwortlich. Nur bei diesem Roman buchstabiert sich Erotik, wie es geschrieben wird, nicht mit drei Buchstaben: SEX. Sie nennt trotzdem alle die Dinge beim Namen, welche zu dieser Zeit gehören, als Venedig das Bangkok jener Zeit war, ohne jedoch jede Hautfalte zu beschreiben, wie das gerade in einigen Büchern üblich scheint. Wenn Grausamkeit nicht vermieden werden kann, dann erfährt man aus der Handlung, wie Menschen der Willkür ihrer Dienstherrn ausgesetzt waren, oder „Herrschaften“ ohne Strafe wegkamen, selbst wenn sie töteten. Und es war schon eine verrückte Zeit, wenige Jahrzehnte vor der großen Revolution, in der ungewöhnliche Menschen mit Phantasie, wie Casanova und Angiola Calori, die außergewöhnlichsten Karrieren machen konnten, aus eigener Kraft. Keine andere Autorin beschreibt für mich ehrgeizige, emanzipierte Frauen so deutlich wie Tanja Kinkel, ohne dass irgendetwas Weibliches an ihnen verloren geht oder etwas unlogisch erscheint. Dabei sind auch Nebenfiguren keine Schaufensterpuppen bei ihr. Jede könnte meine Lieblingsfigur sein und meine Entscheidung fiel mir auch diesmal äußerst schwer. Ich habe mich sogar für Angiola Ersatzmutter entschieden, Mamma Lanti, welche ihre Kinder zur Prostitution angehalten hat, weil Tanja Kinkel Gründe anführte, nicht den Stab über sie brach, welche diese Handlungsweise, zu jener Zeit, für mich nachvollziehbar machte. So gab es auch keine vielleicht gerechtfertigte Seitenhiebe auf die Kirche, welche ursächlich für die „Kastration von Kindern damals war: Alles zur Ehre Gottes“, war die gebräuchliche Entschuldigung, sondern eine Auseinandersetzung mit den Menschen, welche denen übel mitspielten, die unschuldig betroffen waren. Ich habe mich auch halb tot gelacht, über die Dialoge von Tanja Kinkel und ihre Empfehlungen an Frauen, wie sie ihre Seitensprünge dem Ehemann beichten sollen, oder an Männer, wie diese andere Männer zur Handlungsunfähigkeit degradieren können, etc. etc. Aber diese Anekdoten möchte ich nicht vorwegnehmen, zumal ich unzählige Lieblingssätze und Aphorismen gefunden habe, die typisch für Casanova - und Tanja Kinkel sind. Wer aus diesem Buch nichts für sich mitnehmen kann, ist selbst schuld denn eines ist gewiss: Casanova wäre stolz auf die Schilderung seiner große Liebe zu Angiola Calori, nicht von ihm, sondern aus der Sicht von Tanja Kinkel geschrieben.

Verführung

Bewertung von apoitzsch aus Weinböhla am 17.07.2013
18. Jahrhundert, Rokoko, Italien - die große Zeit der Opernsänger. Die Kirche spielt eine Übergeordnete Rolle und so verkaufen viele mittellose Familien ihre Söhne, lassen sie kastrieren, in der Hoffnung aus einem solchen Kastraten die perfekte Stimme zu bekommen, mit der sich die Familie aus dem Elend in den Wohlstand ziehen lässt. Angiola Calori ist eine junge Frau, die im Alter von sechs Jahren das erste Mal eine Sängerin auf der Bühne erlebt und seitdem davon träumt, selbst einmal auf der Bühne zu stehen. Ihr Traum wird allerdings von dem Verbot gestoppt, dass Frauen im Kirchenstaat nicht in Chören und auf Bühnen auftreten dürfen. Durch die Hilfe des Kastraten Appianino wird Angiolas Leben komplett umgekrempelt. Nicht nur, dass sie sich in den Sänger verliebt. Als ihre Mutter sie mit dem Professor verheiraten will, flüchtet sie mit Appianino und nimmt ein komplett neues Leben an, das Leben eines Kastraten. Dabei erlebt sie einige schöne, wie auch schreckliche Dinge, lernt ihre neue Familie kennen und lieben und lernt, was es heißt, ums Überleben zu kämpfen und für seine Familie zu sorgen. Aber natürlich kommt die Liebe auch nicht zu kurz, denn Angiola lernt den wohl größten Frauenverführer Italiens kennen, Giacomo Casanova. Eine Achterbahnfahrt zwischen Hass und Liebe beginnt und es ist sehr spannend, was zwischen den beiden so alles passiert. „Verführung“ von Tanja Kinkel ist ein, wie ich finde, sehr spannender Roman und zeigt doch sehr deutlich, worum es im Italien um 1744 ging, Erotik, Sänger und durch Geld zu zeigen, was man sich alles leisten kann. Und damit sind eben nicht nur materielle Dinge gemeint, sondern auch sexuelle Praktiken. Es wird deutlich, dass auch Kinder für die Familie sorgen müssen und Eltern für das Wohl der Familie doch sehr weit gehen und ihre jungen Töchter und Söhne den Wohlhabenden gerne ins Bett schicken. Doch genauso zeigt es eine Frau, die Ehrgeiz hat und sich von den Regeln der Gesellschaft nicht unterdrücken lässt und alles für ihren Traum unternimmt, um ihn wahrwerden zu lassen. Das, muss ich sagen, hat mich sehr beeindruckt. Auch wie Tanja Kinkel die Gefühle und Ängste von Angiola beschreibt, fand ich toll. Ich persönlich hätte mir ein wenig mehr Verführungen gewünscht. Ansonsten sehr gelungen und vor allem sehr empfehlenswert. Daumen hoch.

Im Schatten der Königin

Bewertung von Henriette1966 aus Tostedt am 14.06.2010
Robert Dudley, eng verbunden mit der Königin Elisabeth, ist verheiratet mit Amy. Er ist in der Ehe nicht mehr glücklich und macht sich Hoffnung auf eine Heirat mit der Königin. England munkelt, dass Amy wohl ermordet werden soll, damit der Weg für Robert und die Königin frei ist. Und dann geschieht das Unglaubliche: Amy wird am Fuße der Treppe ihres Wohnortes tot aufgefunden. War es Mord? Und wer war der Mörder? Tom Blount, ein enger Vertrauter von Robert, soll klären, was mit Amy passiert ist. Und gerät selber unter Verdacht. Tanja Kinkel schreibt in ihrem Nachwort, dass sie schon lange fasziniert ist von Elisabeth I. Eigentlich wollte sie nie über diese Königin schreiben. In diesem Roman erhält Elisabeth eine Nebenrolle. Die wichtigste Figur in dieser Geschichte ist Thomas Blount. Er steht Robert sehr nahe und ist sehr hin und her gerissen in den Geschehnissen nach dem Tod von Roberts Frau. Der Einstieg in den Roman war für mich manchmal etwas schwierig, da Tanja Kinkel die Personen in den verwandtschaftlichen Verhältnissen zueinander darstellt. Ich musste sehr aufpassen, dass ich zu Beginn nichts durcheinander bringe. Es hat gut funktioniert, denn ich habe mir Zeit für das Buch genommen. Das war sehr wichtig. Ich habe das Gefühl, dass Tanja Kinkel sich sehr intensiv mit dem Thema Elisabeth beschäftigt hat. Und sie konnte ihre Begeisterung für diese Königin und auch für die Zeit sehr gut vermitteln. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Ich freue mich auf weitere Bücher von Tanja Kinkel. Fazit: Dies ist kein Buch für zwischendurch. Es lohnt sich auf jeden Fall, es zu lesen. Tanja Kinkel hat ein Buch für gute Unterhaltung geschaffen. Dafür vergebe ich fünf von fünf Sternen.

Im Schatten der Königin

Bewertung von Schmitz aus Eich am 28.04.2010
Thomas Blount soll 1560 einen Todesfall aufklären: Die Frau seines Freundes Robert Dudley hat sich bei einem Treppensturz das Genick gebrochen. Nun glauben alle, Robert habe seine Frau auf dem Gewissen. Denn neben seiner Ehefrau gibt es noch eine zweite Frau in seinem Leben: die junge Königin Elisabeth I. Der Verdacht liegt nahe, dass er durch den Tod seiner Frau frei sein wollte für die Hand der Königin, um so auch den englischen Thron erklimmen zu können. Würde Elisabeth ihn nun heiraten, wäre es jedoch wahrscheinlich, dass sie von ihrer ohnehin noch unsicheren Position gestürzt würde. So distanziert sich die junge Königin von ihrem Liebhaber, der nun alles daran setzt, den wahren Mörder zu finden. Auch Elisabeths Gouvernante, Kat Ashley, möchte die Wahrheit herausfinden, um Elisabeth zu schützen. Allerdings müssen alle Beteiligten auch damit rechnen, dass bei ihrer gründlichen Recherche auch Geheimnisse ans Tageslicht kommen, die sie lieber im Verborgenen gelassen hätten.
Ich bin ein Fan von Tanja Kinkels historischen Romanen, da sie immer auf einem Funken historischer Wahrheit beruhen und man so beim Schmökern noch etwas lernen kann. Auch die Basis dieses Romans ist wieder sehr gut recherchiert. Es bleibt auf jeden Fall bis zum Schluss spannend, wie Amy nun wirklich den Tod gefunden hat und welche Beweggründe letztendlich dafür ausschlaggebend waren. Deshalb würde ich jedem, der nun neugierig geworden ist, empfehlen, das Buch zu lesen und es herauszufinden. Interessant gestaltet ist dieser Roman dadurch, dass neben den Recherchen des Thomas Blount immer wieder Kapitel einfließen, die ein ganz anderes Licht auf den Fall werfen und aus einer anderen Perspektive geschildert werden, nämlich der der Gouvernante Kat, die auch Einblicke gibt über das Leben am englischen Hof und den Werdegang der Königin Elisabeth I. Dennoch erschien mir beim Lesen die große Zahl der handelnen Personen etwas verwirrend, da sie nicht markant genug gestaltet waren, um sie beim späteren Lesen wieder sofort einordnen zu können.

Im Schatten der Königin

Bewertung von Isabel von Belles Leseinsel aus Mainz am 31.05.2010
Das Rätsel um Amys Tod Im Jahr 1560 wird die Frau von Robert Dudley am Fuß der Treppe des Landhauses Cumnor Place nahe Abingdon tot aufgefunden. Morgens noch hatte Amy Dudley alle Dienstboten auf den nahegelegenen Jahrmarkt geschickt und war somit fast alleine im Haus. Das Pikante an der Sache: Ihr Ehemann Robert Dudley ist der Jugendfreund und Günstling der Königin und verbringt somit seine Zeit mehr am Hofe als bei seiner Frau. Sofort wird hierdurch nicht nur am königlichen Hof die Frage aufgeworfen, ob Robert Dudley seine Frau hat ermorden lassen, um so um die Hand von Königin Elisabeth I. anhalten zu können. Um die Umstände ihres Todes aufzuklären, beauftragt Robert seinen Vetter und Vertrauten Tom Blount, der sofort nach Abingdon aufbricht, begleitet von dem Gaukler Forbisher. Neben dem eigentlichem Ereignis, welches nur wenige Tage im September 1560 umspannt, erzählt Tanja Kinkel gleichzeitig in Form von Erinnerungen des Tom Blount die Vorgeschichte zum aktuellen Geschehen. Und um einen näheren Bezug zu Elisabeth I. herzustellen, wurde zusätzlich der Erzählstrang von Kat Ashley, ihrer Gouvernante, mit eingebaut, die so bei einigen Zwischenspielen ebenfalls zu Wort kommt. Hierdurch erhält man nach und nach ein gutes Stimmungsbild über die damaligen politischen Zusammenhänge wie auch über das Leben von Robert Dudley und seiner Beziehung zur Königin wie auch zu seiner verstorbenen Frau. Überwiegend lässt die Autorin Tom Blount die Geschichte erzählen und hier liegt meines Erachtens auch die Schwachstelle des Buches. Da es sich hierbei um einen sehr nüchternen, politisch denkenden Mann mittleren Alters handelt, ist seine Ermittlungsarbeit recht sachlich und trocken angelegt. Auch wenn die Autorin ihre Leser oft in die Gedankenwelt ihres Protagonisten eintauchen lässt, bleibt die Person Tom Blount bis zum Schluss blass und schwer greifbar für den Leser. Nur wenige Szenen mit dem Gaukler Forbisher und mit einer Bekannten aus Kindertagen lockern diesen Erzählstrang auf und sind wirklich durchweg unterhaltsam. Bei den gelegentlichen Zwischenspielen, die von Kat Ashley erzählt werden, sieht es wieder ganz anders aus. Hier zeigt sich sofort der sonst so gewohnte lebendige, bildhafte Schreibstil von Tanja Kinkel. Dieser Erzählstrang ist prall und atmosphärisch dicht umgesetzt und fesselt einen durchgehend. Erschwerend kommt natürlich hinzu, dass einem die Auflösung der Geschichte ja bereits bekannt ist, was nicht unbedingt spannungsfördernd ist. Allerdings hätte dies trotzdem durchaus mehr Spannungspotential haben können, wenn es Tanja Kinkel gelungen wäre, ihrem Protagonisten etwas mehr Leben einzuhauchen. So gestalten sich gerade zur Mitte hin die Ermittlungen doch etwas ermüdend und langatmig. Allerdings liefert sie zum Schluss eine wirklich interessante und schlüssige Auflösung über die Hintergründe von Amy Dudleys Tod, die sich durchaus so abgespielt haben könnten. Auffallend ist, dass der Roman wieder sehr gut recherchiert ist und sich laut Tanja Kinkel auch eng an die geschichtlichen Ereignisse hält und so treten in dem Roman auch viele historisch bekannte Personen auf. Fazit: Ein historischer Kriminalroman, der ein interessantes Thema aufgreift, gut recherchiert ist, allerdings stellenweise langatmig und ungewohnt nüchtern umgesetzt wurde.
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