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Leseigel
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Villingen

Bewertungen

Insgesamt 650 Bewertungen
Bewertung vom 26.06.2022
Herzrasen / Klinikum Berlin Bd.2
Lynd, Helene

Herzrasen / Klinikum Berlin Bd.2


ausgezeichnet

Liebe, Dramatik, Humor in der Notaufnahme
Der Roman schildert die täglichen Herausforderungen in der Notaufnahme des Klinikums Berlin. Manchmal musste ich lachen, so als eine junge Frau ohne Grund unbedingt operiert werden wollte , weil sie es auf Instagram gesehen hatte. Dann wieder ist der Kampf vergebens und der Tod gewinnt. Besonders schockierend fand ich die Ereignisse, bei denen die Notaufnahme verwüstet wurde.

Dies alles ist die Rahmenhandlung, innerhalb der die dort tätigen Ärzte ihre eigenen privaten Siege und Niederlagen erleben.

Lotti Richter ist in einer Beziehung mit dem Piloten Laurenz, aber ihr Herz hat andere Pläne. Annabelle ist die neue. Ihre Vergangenheit macht es ihr schwer, sich anderen gegenüber zu öffnen und Anschluss zu finden obwohl sie das Herz auf dem rechten Fleck hat. Poldo liebt Kira, ist aber zu schüchtern, sich ihr zu offenbaren. Als Kira ihn um Mithilfe bei der Aufdeckung eines Abrechnungsbetrugs bittet, stimmt er bereitwillig zu, trotz der Gefahr, dass es für alle das berufliche Aus bedeuten könnte.

Das alles zusammen ergibt ein großartiges Leseerlebnis. Ich fühlte mich angenehm an die Serie "Emergency Room " erinnert, die ich mit Begeisterung gesehen habe. Achtung - das Buch hat in meinen Augen einen hohen Suchtfaktor .

Am Ende wird es dann nochmals richtig turbulent und endet dann mit einem zuversichtlichen Blick in die Zukunft. Ich selbst habe das Buch mit einem zufriedenen Seufzer zugeklappt und wünsche mir von ganzem Herzen eine Fortsetzung.

Bewertung vom 26.06.2022
Eine Stadt der Hoffnung (eBook, ePUB)
Kummerow, Marion

Eine Stadt der Hoffnung (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Liebe im Zeichen der Berliner Luftbrücke
Berlin 1948. Die Stadt ist durch die 4 Siegermächte geteilt und leidet unter den Nachwehen des verheerenden Krieges. sowie dem Kompetenzgerangel der Besatzungsmächte.

Bruni hat ihre ganz eigene Überlebensstrategie entwickelt. Sie ist jung, sehr gut aussehend und singt in einem Cabaret. Sie sucht sich hochgestellte Militärs, von denen sie sich aushalten lässt. Liebe steht nicht auf dem Plan, bis sie den amerikanischen Militärangehörigen Victor trifft.

Gleichzeitig beginnt sich die Lage im geteilten Berlin zuzuspitzen. Die Sowjets riegeln die Stadt vom Umland ab. Zwei Millionen Menschen sind vom Hungertod bedroht. Die Westmächte suchen fieberhaft nach einer Lösung des Versorgungsproblems. Die Idee der Luftbrücke wird geboren.

Die Autorin verknüpft auf sehr unterhaltsame Weise die Liebesgeschichte zwischen Bruni und Victor mit den dramatischen Ereignissen rund um die Berliner Luftbrücke.

Ich mochte Bruni von der ersten Seite an, obwohl sie zu Beginn oberflächlich und berechnend erscheint. Doch sie will einfach überleben und bald merkt man, wie verletzlich und empathisch sie in Wirklichkeit ist.

Auch Victor konnte mich für sich einnehmen. Er begegnet Bruni mit Respekt und beendet die Romanze nicht, auch als Bruni sie nur als geschäftliche Beziehung charakterisiert.

Die Liebesgeschichte wird überschattet von der sowjetischen Blockade. Die Autorin schildert lebendig und für mich realistisch, wie sich die Stimmung aufheizt und die sowjetischen Versuche durch Propaganda, die Berliner in den russischen Sektor zu locken. Die Behauptungen erschienen mir so hanebüchen, dass ich kaum glauben wollte, dass man die Meldungen ernst nehmen kann. Gleichzeitig sind erschreckende Parallelen zu den heutigen Fake News und dem aktuellen Kriegsgeschehen in der Ukraine erkennbar.

Im Verlauf der Ereignisse stieg meine Bewunderung und Respekt gegenüber der Berliner Bevölkerung, die die Hoffnung nicht verloren hat und den Westmächten, die Berlin nicht aufgaben.

Ein tolles , lesenswertes Buch, das mit der Liebesgeschichte unterhält und gleichzeitig die Begebenheiten rund um die Berliner Luftbrücke verständlich wiedergibt und die Fakten mit Leben erfüllt.

Bewertung vom 25.06.2022
Geheimnisvolle Garrigue / Capitaine Roger Blanc Bd.9
Rademacher, Cay

Geheimnisvolle Garrigue / Capitaine Roger Blanc Bd.9


ausgezeichnet

Fesselnder Krimi mit viel Provence- Atmosphäre
In ganz Frankreich herrscht wegen der Pandemie der Ausnahmezustand - der erste Lockdown ! Nicht die besten Voraussetzungen, um einen Mord aufzuklären. Capitaine Blanc hat es in der Provence mit dem Verschwinden zweier junger Frauen zu tun, bei denen die Tatumstände auf eine ungeklärte Verbrechensserie vor 23 Jahren hindeuten. Kopiert hier jemand den alten Fall oder ist der neue Täter der alte ?.

Dies ist mein erster Fall, den ich gemeinsam mit Roger Blanc und seinen Kollegen löse, was auch ohne Vorkenntnisse der anderen Bände gut möglich war. Ich stelle mir jetzt nur die Frage, warum ich nicht schon viel früher die Bekanntschaft mit der Ermittlungsgruppe gesucht habe., denn der Krimi war in meinen Augen perfekt.

Blanc ist ein Kriminalbeamter aus Überzeugung, der seine Kollegen respektiert, gutes Essen und ein Glas Wein schätzt und ein etwas bewegtes Liebesleben hinter sich hat. Mit anderen Worten er ist ein Mensch wie du und ich und er war mir mit seiner unaufgeregten Art sehr sympathisch.

Der Fall selbst ist undurchsichtig und gibt viel Spielraum, über den oder die Täter zu spekulieren. Zusätzliche Spannung entsteht durch die erneute Durchleuchtung des alten Falles. Verdächtige gibt es mehr als genug, sowohl für den alten als auch den neuen Fall.

Die Lösung war überraschend und für mich ein überzeugendes Plädoyer für Gerechtigkeit, auch wenn es manchmal länger dauert.

Zusätzlichen Reiz erhält der Krimi durch die Schönheit der Provence, die in anschaulichen Beschreibungen der Landschaft ihren Zauber entfaltet. Zu meinem vollständigen Lesevergnügen hat zu einem n beträchtlichen Teil auch der Humor, der immer wieder Raum findet, beigetragen. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ich einmal so herzlich über manche Auswirkung der Pandemie lachen kann.

Der Krimi hat mich in jeder Beziehung völlig überzeugt.

Bewertung vom 25.06.2022
Paris und die Mörder der Liebe
Breton, Frédéric

Paris und die Mörder der Liebe


sehr gut

Liebe nur ein Algorithmus ?
Kommissar Lafrague ist nicht gerade ein umgänglicher Mensch und er ist nur bedingt ein Freund des Internets. Doch gerade sein neuster Fall, der Tod einer Lobbyistin für Social-Media , zwingt ihn ihn, in diese Welt einzutauchen. Nachdem ein Bekennerschreiben einer Aktivistengruppe veröffentlicht wird, erklärt sich Lafargues Kollegin Jinjin bereit, undercover in diesen Kreisen zu ermitteln. Kurz darauf ist sie spurlos verschwunden.

Ich gebe zu, zu Beginn hat mich Lafargue mit seiner in meinen Augen destruktiven Stimmung einfach nur genervt. Im Laufe der Ermittlungen musste ich mein Bild von ihm von Grund auf ändern. Er ist von seiner Arbeit geradezu besessen und hat deshalb so gut wie kein Privatleben. er ist empathisch und setzt sich mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen auseinander und hat eine gut begründete Meinung dazu. Seine Ansichten zu Social-Media und Big Data fand ich persönlich sehr treffend.

Die Handlung war für mich zuerst etwas unübersichtlich, da verschiedene Handlungsstränge verfolgt werden, deren Zusammenspiel erst allmählich ersichtlich wird.

Die Erzählweise hat mir sehr gut gefallen. Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz und erzeugen eine Stimmung von Dringlichkeit . Durch die Orts-und Perspektivwechsel ergibt sich ein packender Spannungsbogen der sich in einem dramatischen Ende auflöst.

Ich fand den Krimi fesselnd, nicht zuletzt durch die Thematik Social-Media, was Anlass bietet, sein eigenes Nutzerverhalten zu hinterfragen.

Mit Kommissar Lafrague hat der Autor einen eigenwilligen und auf den zweiten Blick sympathischen Ermittler erschaffen, den er hoffentlich bald auf erneute Tätersuche schickt.

Bewertung vom 19.06.2022
Tatort Nord
Buttler, Monika;Christiansen, Carola;Denzau, Heike;Küpper, Anke;Henze, Franziska

Tatort Nord


ausgezeichnet

Mörderisch gut !
Die Anthologie schickt den Leser auf eine sehr unterhaltsame Mörderjagd in den Norden Deutschlands. Die Bandbreite der fesselnden Kurzkrimis ist groß und so findet sich für jeden Geschmack etwas passendes.

Was die Anthologie in meinen Augen mit auszeichnet, dass Frauen oft nicht die Opfer und nicht weniger ideenreich und fies sind wie ihre männlichen Kollegen.

Ein gutes Beispiel hierfür sind "Eine Beretta für Björn" und "Tod unter Palmen", die zudem auch sehr humorvoll sind. Gut gefallen hat mir auch "Die Rückkehr des Schimmelreiters", ein historischer Krimi, der mir eine Begegnung mit Theodor Storm beschert.

Wer sich mehr für psychologische Aspekte von Verbrechen begeistert, hat an "Fatale Heimkehr" und "Kopfsache" seine helle Freude.

Mich hat jeder der Krimis auf seine Weise begeistert und meine Neugierde auf weitere Werke der AutorInnen geweckt

Bewertung vom 18.06.2022
Das Geheimnis von Ardmore Castle
Wilken, Constanze

Das Geheimnis von Ardmore Castle


ausgezeichnet

Spannend, bewegend, beste Unterhaltung !
1879 wird die Familie Ferguson durch ihren Laid MacKenzie von ihrem Land vertrieben und ihres Lebensunterhalts beraubt.

In der Gegenwart wird Ivy Ferguson von ihrem Arbeitgeber, einer Londoner Versicherung, beauftragt, herauszufinden, ob Ross MacKenzie ein Antiquitätenfälscher ist.

Die anfangs leicht zu bewältigend erscheinende Aufgabe entwickelt sich zu einer schier unlösbaren Herausforderung. Ein alter Mordfall, alte Feindschaften und unerwartete Gefühle machen es Ivy schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Der Roman beginnt mit der tragischen Vertreibung der Pächter von ihrem Land . Ohne jede Möglichkeit, sich gegen die Willkür des Laird zu wehren, bedeutet es für die Betroffenen im besten Fall, ein Leben in erbärmlicher Armut oder die zwangsweise Verschiffung nach Kanada oder Amerika , meistens aber den Tod durch Krankheit oder in Folge des zwecklosen Widerstandes gegen die Vertreibung. Dieser Handlungsstrang, der die gegenwärtigen Ereignisse durch Einschübe unterbricht, hat mich tief bewegt. Ich war fassungslos, wütend ob der schreienden Ungerechtigkeit.

Die Handlung in der Gegenwart beginnt vergleichsweise harmlos, nimmt aber recht schnell an Fahrt auf.

Ivy war mir sehr sympathisch. Sie ist über den "Spionageauftrag" nicht glücklich, hat aber keine andere Wahl, wenn sie ihre Arbeit behalten will.

Ross MacKenzie ist ein schwieriger Charakter. Er ist nicht kooperativ und scheint mit Informationen hinter dem Berg zu halten.

Sein Neffe Calum ist sein Spiegelbild. Er ist freundlich, unterstützt Ivy, sorgt sich um seinen Onkel .

Ein unerklärlicher Unfall Ivys und ein Einbruch ins Schloss bieten Anlass zu vielfältigen Spekulationen. Hinzu kommen die unterschiedlichen Gefühlslagen von Hass, Misstrauen und auch Liebe .

Der Roman endet mit einem Augenzwinkern und war für mich der perfekte Abschluss.

Das Buch hat mich mehr als überzeugt. Es verbindet Vergangenheit und Gegenwart in fesselnder Weise und zeigt, dass rückwärtige Ereignisse sehr wohl Einfluss auf das heutige Geschehen haben. Die Handlung weckt eine Fülle von Gefühlen und hat einige humorvolle Szenen. Durch die Krimielemente ist für genügend Spannung gesorgt und die darin verpackte Liebesgeschichte rührt ans Herz.

Mein Fazit : ein absolut lesenswerter Roman, der auf das beste unterhält.

Bewertung vom 14.06.2022
Die Totenbändiger - Band 23: Täuschungen (eBook, ePUB)
Erdmann, Nadine

Die Totenbändiger - Band 23: Täuschungen (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Letzte Vorbereitungen für das Finale
Mittlerweile haben die Hunts zusammen mit ihren Freunden einen Plan entwickelt, der Carlton endgültig das Handwerk legen und die Vollendung des 4. Rituals verhindern soll. Der Plan birgt viele Unwägbarkeiten.

Auch Carlton und seine Unterstützer entwickeln Strategien, um ihr Vorhaben erfolgreich zu beenden.

In dieser Folge fahren meine Gefühle Achterbahn. Ich kann Cams Verzweiflung nachspüren, der begreifen muss, dass der Zwilling kein Freund, sondern sein Feind ist. Gleichzeitig weiß er um die Bedrohung durch Carlton.

Besonders berührt haben mich die Abschiedsszenen, da die Kinder zusammen mit Sky und Ella nach Schottland in Sicherheit gebracht werden sollen.

Natürlich kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Die Säuberung des Cloverfield Shopping Centre, einer der verlorenen Orte Londons, steht an. Sowohl die Hunts als auch Carlton wollen die Säuberung für ihre Ziele nutzen. Zeitweise war die Spannung kaum auszuhalten, denn beide Seiten konnten punkten.

Nun bin ich gespannt, was die letzte Folge bringt.

Bewertung vom 14.06.2022
Aufbruch voller Sehnsucht / Böhmen-Saga Bd.2
Sonnberger, Gabriele

Aufbruch voller Sehnsucht / Böhmen-Saga Bd.2


sehr gut

Auf der Suche nach dem Platz im Leben
Nach der Vertreibung aus dem böhmischen Hohenfurth ist Erika auf der Suche nach einem Ort, den sie wieder Heimat nennen kann. Das Schicksal verschlägt sie nach Wien. Dort setzt sie ihr Pharmaziestudium fort, obwohl sie viel lieber Kunst studieren würde.. In der Zeit findet sie Anschluss an eine bunt zusammen gewürfelte Studentengruppe und lernt Erich kennen. Die beiden verlieben sich ineinander, träumen von einer gemeinsamen Zukunft.

Währenddessen agiert im Hintergrund der Racheengel Dietrich, ein überzeugter Nazi und ehemaliger SS-Angehöriger. Er macht Erika und ihren Freundeskreis aus Hohenfurth für den Tod seines Geliebten Coelestin verantwortlich . Mit Hilfe eines weit verzweigten Netzes ehemaliger Kumpane schadet er ihnen, wo er nur kann.

So wird Erika nach München ausgewiesen und hofft dort auf eine Rückkehr zu Erich. Trotz eigener Zweifel heiratet Erika Erich tatsächlich , gründet eine Familie. Doch Erika ist nicht glücklich. Sie fühlt sich um ihre Träume betrogen.

Das Buch ist sehr unterhaltsam. Nur die Fülle an Handlungssträngen war eine echte Herausforderung für mich. Das lag auch ein wenig daran, dass ich den 1. Teil nicht kannte. Gleichzeitig waren die vielen Personen eine gute Möglichkeit, die vielfältigen Probleme der Nachkriegszeit zumindest zu benennen und kurz anzureißen.

Besonders berührt hat mich Hanns Schicksal, der homosexuell ist. Er kann seine Neigungen nicht offen leben, weil dies zu jener Zeit strafbewährt war.

Im Mittelpunkt steht unbestritten Erika. Ich begleite sie auf ihrem Weg in eine vermeintlich bessere Zukunft. Zeitweise scheint es, als ob sich Erika gegen die herrschenden Konventionen durchsetzen und sie ihre Träume verwirklichen kann. Beim entscheidenden Schritt verlässt sie jedes Mal der Mut. So heiratet sie einen Mann, mit dem sie im Grunde nichts verbindet. Und das ist der Punkt, an dem ich mein Verständnis für Erika eingebüßt habe. Es hätte andere, in meinen Augen bessere Lösungen gegeben, aber sie ist zögerlich und scheut die Konsequenzen. Und so kommt es, wie es kommen muss. Das Buch endet mit einer Tragödie.

Was mich gelegentlich gestört hat, war, dass viele Figuren nur kurze Auftritte hatten und dann wieder in der Versenkung verschwanden, obwohl es sicher interessant gewesen wäre, sie näher kennenzulernen. Und manches lief für die damalige Zeit für mein Empfinden einfach zu glatt.

Obwohl der Roman meiner Meinung nach einige Schwächen hat, hat er mich sehr gut unterhalten und ja, ich möchte unbedingt wissen, wie es mit Erika weiter geht. Die Autorin will mit ihrem Buch unterhalten und dem Leser die Zeit nach dem 2. Weltkrieg etwas näher bringen. Das ist mit dieser ereignisreichen Geschichte aufs beste gelungen.

Bewertung vom 12.06.2022
Im Schein der Morgenröte
Engel, Cornelia

Im Schein der Morgenröte


ausgezeichnet

gelungene, abwechslungsreiche Fortsetzung
Elisabeth versucht weiterhin Zutritt zum exklusiven Kreis der Pflanzer zu bekommen. Noch immer konnte sie keinen Handel über die von ihrem Bruder geforderten Gewürznelken abschließen. Nur gut, dass sie Preston absolut vertraut und sich seiner Liebe sicher ist, bis dieser einen unverzeihlichen Fehler begeht. Nun steht Elisabeth alleine da und ihr bleibt nur noch Gramberg als letzter Ausweg. Ein gefährliches Spiel beginnt.

Schon im 1. Band habe ich Elisabeth, die ich für ihren Wagemut und Standhaftigkeit weiterhin bewundere, gewünscht, dass sie mit Preston glücklich wird. Zuerst deutet alles daraufhin, dass es so kommt. Es gibt ein paar sehr gefühlvolle Szenen zwischen den beiden, die nicht kitschig sind.

Dann begeht Preston diesen Fehler, den ich ihm so nie zugetraut hätte. Ich habe aufrichtig mit Elisabeth gelitten. Gleichzeitig war ich entsetzt, dass nun Gramberg, dem ich schon im 1. Band misstraut habe, wieder eine wichtige Rolle übernimmt. Auch weil er den Eindruck vermittelt, aufrichtige Gefühle für Elisabeth zu entwickeln.

Dann überstürzen sich die Ereignisse und es gilt einen Abschied von einer lieb gewonnen Figur zu nehmen. Das kam überraschend und hat mich deshalb sehr getroffen.

Wie erhofft, glätten sich die Wogen am Ende des Buches und die Autorin schenkt mir nochmals eine sehr romantische und bewegende Szene.

Ich kann das Buch jedem ans Herz legen, der sich für historische Liebesromane begeistert. Die Geschichte bietet viele emotionale Momente, einiges an Spannung, viel Exotik verbunden mit einem interessanten historischen Hintergrund. Ich habe den Roman mit Begeisterung gelesen und hoffe auf mehr Lesestoff aus der Feder der Autorin.

Bewertung vom 09.06.2022
Der Prinz im Labyrinth
Fondraz, Charlotte

Der Prinz im Labyrinth


ausgezeichnet

Die Minotaurus - Sage überzeugend neu erzählt
ch habe als Jugendliche die klassischen Sagen geliebt. Deshalb war ich sehr gespannt , was die Autorin aus dem mir bekannten Sachverhalt gemacht hat.

Die Geschichte wird als Mordermittlung dargestellt. Asterion, Sohn von Pasiphae, Mina und Königin von Knossos, wird in seinem Zimmer im Palast tot aufgefunden. Es gab Gerüchte, er sei das uneheliche Kind der Königin mit dem Sklaven Tauros. Als man den Toten findet, fehlt auch jede Spur von der Königstochter Ariadne und dem Athener Theseus. Beide hatten gute Gründe, Asterion zu töten.

Pasiphae lässt Daedalos und seinen Sohn Ikarus gefangen nehmen, da sie ihnen eine Beteiligung an der Tat unterstellt. Bei einem Fluchtversuch, stürzt Ikarus zu Tode.

Die Lösung des Kriminalfalles ist am Ende eine echte Überraschung und hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Ein Kompliment an die Autorin ! Ich finde, sie hat die Sage überzeugend , mit Respekt und ohne sie in einer Form zu beschädigen neu erzählt. Alle wesentlichen Punkte finden sich wieder und werden logisch und für unser heutiges Empfinden realistisch wiedergegeben. Ein gutes Beispiel hierfür ist Ikarus Tod. In der Sage kommt er der Sonne , dem Licht, zu nahe und stürzt ab. Hier fällt er in einen Lichthof.

Auch die Art und Weise , wie die Autorin die Geschichte erzählt, war in meinen Augen packend und hat die Spannung hoch gehalten. Die Ereignisse werden abwechselnd im Rückblick beginnend mit Pasiphaes Krönung und der Gegenwart sowie aus der Sicht der Beteiligten geschildert. So fügen sich die einzelnen Puzzleteile zu einem überraschenden Ganzen.