Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
rem member
Wohnort: 
munich

Bewertungen

Insgesamt 251 Bewertungen
Bewertung vom 13.09.2022
Die Kunstschätzerin
Byrd, Sandra

Die Kunstschätzerin


sehr gut

Unterhaltsamer viktorianischer Roman

Viktorianisches England 1866 - posthum, bekommt die junge Kuratorin Eleanor Sheffield vom verstorbenen Lord Lydney ein schwieriges Vermächtnis. Als Treuhänderin soll sie entscheiden, ob seine wertvolle Sammlung seinem Sohn Harry übergeben oder dem Museum in South Kensington gestiftet werden soll. Für die Firma "Sheffield Brothers" ihrer Familie, wäre das Prestige der Stiftung von großem Wert und weiß Harry überhaupt die Sammlung zu schätzen, oder wird gar die Schätze verkaufen? Eine schwerwiegende Entscheidung steht Ellie bevor, ihr Herz spricht zwar für Harry, doch ist ihm zu trauen und ist er es wirklich wert, da er sie gerade so enttäuscht hat?


Die Handlung des Romans "Die Kunstschätzerin" von Autorin Sandra Byrd, spielt zur Zeit der viktorianischen Epoche in England. Betrachtet werde die Aspekte der historischen Sammelwut des britischen Adels, durch die Brille der reizenden Protagonistin Ellie, eine glänzende Idee der Autorin. Die Verantwortung der „Echtheitsprüfung“ des neuen Lords, ist sicherlich ungewöhnlich, aber der Einstieg in die Handlung.
Man ahnt anfangs schon, wohin die Reise geht, doch bis dahin erlebt Eleanor so einiges an Höhen und Tiefen; muss sich sogar gegen übele Machenschaften zur Wehr setzen!
Der Roman beleuchtet dabei recht intensiv die Rolle der Frauen, die Abhängigkeit von den Männern in der damaligen viktorianischen Zeit, mit kaum Recht auf Einmischung und Selbstbestimmung, jedoch für die Konsequenzen allen Handelns mussten sie dann geradestehen.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, aber nicht ganz so fesselnd, wie ich es mir gewünscht hätte. Nach anfänglichen Längen beginnt der Roman sich dann aber gut zu entwickeln und steigert sich sogar auf ein spannungsvolles finales Ende hin.
Die Themen im Buch haben mich wirklich sehr interessiert, Kunstschätzung, aber auch gerade die Rolle, sowie Bedeutung von Antiquitäten und Kunst in dieser Epoche sind gut dargestellt. Bislang wusste ich nicht sehr viel darüber, es überraschte mich, dass gerade Venedig unter Napoleons Regime regelrecht ausgeplündert wurde. Es werden auch historische Persönlichkeiten in die Handlung integriert, was immer eine spannende Angelegenheit ist und ich persönlich in einem historischen Roman besonders gerne mag. Insgesamt wirkt der geschichtliche Hintergrund hervorragend recherchiert.
In einem aufschlussreichen Nachwort erklärt die Autorin noch ihre Motivation zum Buch, veranschaulicht die Zeit und die dazugehörigen politischen und historischen Hintergründe.
Das Cover ist recht nett anzusehen, mit einer Dame, der Zeit entsprechend gekleidet, dazu auf der Rückseite ein goldener Rahmen mit Inhaltsvermerk.

Mein Fazit:
Bis auf ein paar kleine Längen ein wirklich solider historischer Roman, der mich gut unterhalten und mir wieder viele neue Erkenntnisse gebracht hat. Sogar für Liebhaber viktorianischer Romanzen geeignet, denn auch die Liebe kommt nicht zu kurz;).

Bewertung vom 09.09.2022
Stille blutet
Poznanski, Ursula

Stille blutet


ausgezeichnet

Packender und extrem spannender Serienauftakt aus Wien

Die aufstrebende 27-jährige Nachrichtenmoderatorin Nadine Just wird, nachdem sie in ihrer Livesendung ihren eigenen Tod verkündet hat, erstochen in ihrer Garderobe aufgefunden.
Dieses Geschehen lässt die Wiener Medienlandschaft erbeben, während kurz darauf erneut mit den Worten „…..wird in Kürze tot aufgefunden…" schon der nächste Kandidat seinen Tod verkündet!
Auf das Team um die frisch gebackene junge Mordermittlerin Fina Plank wartet beträchtliche Arbeit. Auf Fina speziell auch die besondere Herausforderung im Umgang mit ihrem misogyn gepoltem Kollegen Oliver.

Schon das blutrote Cover, mit der Stadtansicht von Wien, sorgt für einen tollen Blickfang und verheißt kriminellen Inhalt! „Stille blutet“, ist dabei der vielversprechende Titel dieses Wien-Thrillers, Auftakt einer neuen Reihe unter dem Motto „Mordgruppe“, geschrieben von der österreichischen Bestseller-Autorin Ursula Poznanski. Dabei handelt es sich um einen absolut dynamisch gestalteten Thriller, der mit einer geschickt gestrickten, hoch spannenden Handlung aufwartet. Eine unheimliche Mordserie erschüttert dabei die Stadt und jedes Opfer verkündet vorab seinen eigenen Tod. Die Charaktere sind dabei großartig beschrieben und angelegt, der Schreibstil packend. Das sorgt für geniales Kopfkino, das von Beginn an anspringt und den Leser ans Buch bannt.

Mein Fazit:
Großartiger fesselnder Thrill, unter Hochspannung wird man förmlich durch das Buch gejagt und kann es kaum aus der Hand legen. Die Idee dahinter betrifft auch die sensiblen Bereiche Mobbing und Bodyshaming im Netz, was wirklich wichtige Themen sind. Absolut, empfehlenswerte und spannende Unterhaltung. Freue mich auf weitere Fälle aus Wien, denn es liegt noch etwas in der Luft!

Bewertung vom 23.08.2022
Das siebte Mädchen
Willingham, Stacy

Das siebte Mädchen


ausgezeichnet

Fesselndes Thriller-Debüt
Die selbst als Kind schwer traumatisierte Chloe Davis, ist heute eine erfolgreiche Therapeutin. Denn als Chloe 12 Jahre alt war, wurde ihr Vater völlig überraschend als Serienmörder überführt. Die mittlerweile erfolgreiche Psychologin glaubt fest an ihre Selbsttherapie. Mit ihren Erfahrungen meint sie ihre Patienten besonders gut zu verstehen und ihnen gut Hilfe zu leisten. Doch als nach 20 Jahren plötzlich in ihrem nahen Umfeld wieder Mädchen verschwinden, muss Chloe wieder mit ihren Ängsten kämpfen. Können das wirklich noch Zufälle sein, oder gibt es eine Verbindung zu den Taten ihres Vaters?

„Das siebte Mädchen“, ist ein wirklich gelungenes Thriller-Debüt der jungen amerikanischen Autorin Stacy Willingham. Durch eine äußerst geschickt gestrickte Handlung, mit vielen Rückblicken, Überlegungen und Selbstzweifeln ihrer Hauptprotagonistin Chloe, weiß der Leser bald nicht mehr so recht, was er denn nun glauben soll? Immer mehr Verdächtigungen treten in den Focus, es ist wirklich herrlich verzwickt;). Durch all diese Spannungsmomente und verblüffenden Wendungen bleibt die Story fesselnd bis zum Ende. Die Abgründe der Figuren werden subtil freigelegt, dabei behält die entsprechende Person aber immer auch ihre menschlich sympathische Seite, was die Einschätzung verkompliziert. Die Geschichte ereignete sich in einer interessanten und mir unbekannten Ecke Amerikas, im Bundesstaat Louisiana. Darin in der Hauptrolle die ruhige Kleinstadt Breaux Bridge und Baton Rouge. Das Cover wirkt dabei so düster, wie man sich die Erinnerungen von Chloe vorstellt.

Mein Fazit:
Insgesamt ein sehr unterhaltsamer Thriller voller Überraschungsmomente, den man gar nicht aus der Hand legen möchte.
Man hat zwar schon so eine unterschwellige Ahnung, wird aber immer wieder auf eine andere Spur gelockt, so dass man sich in seiner Einschätzung nie sicher sein kann. Diese Momente haben mich bis zuletzt fasziniert.

Bewertung vom 17.08.2022
Die Pflicht der Lady (eBook, ePUB)
Beverley, Jo

Die Pflicht der Lady (eBook, ePUB)


gut

Gekonnte Täuschung

London 1762 - die ledige 25-jährige Elfled Malloren, fürchtet sich so langsam davor, ein Schicksal als alte Jungfer zu fristen! Die meisten ihrer Geschwister sind schon verheiratet und befinden sich auf Reisen. Ganz alleine ohne Schutz zurückgelassen in London, bekommt die gelangweilte Elf Lust auf ein frivoles Abenteuer. Elf beschließt inkognito alias Lisette, die Vauxhall Gardens Masquerade zu besuchen und überredet ihre Freundin Amanda sie zu begleiten. Von einem ungestümen Verehrer bedrängt, müssen sich die beiden Freundinnen trennen und Elf stolpert dabei in ein geheimes Treffen zweier Verschwörer. Der Spaß scheint gefährlich zu werden, denn ihr Retter entpuppt sich als der rachsüchtige Earl of Walgrave, ein Feind der Familie. Gut das Elfs Maskerade so perfekt funktioniert!

Dieser spannungsvolle Romance-Roman mit dem Titel „ Die Pflicht der Lady“ aus der Feder von Autorin Jo Beverley ist der Dritte aus der „The Mallorens-Reihe“.
Angeblich unabhängig zu lesen, begegnet man im Text doch immer wieder Andeutungen der vorangegangenen Geschichten, was etwas frustrierend ist. Fortlaufende Lektüre der Serie ist dabei sicherlich hilfreich. Die Handlung an sich ist ganz unterhaltsam und spannend, wirkt an manchen Stellen jedoch etwas konstruiert und in die Länge gezogen. Bei den erotischen Szenen hätte ich mir auch etwas mehr prickeln gewünscht. Der Schreibstil ist schön flott und auch der Spannungsbogen wird allmählich angezogen, allerdings das Ende fand ich dann schon recht ungewöhnlich.

Mein Fazit:
Insgesamt ein aufregendes, romantisches Regency-Intermezzo mit Luft nach oben. Sehr angenehme Unterhaltung für zwischendurch, liest sich schnell und ist amüsant.

Bewertung vom 06.08.2022
Das Profil / Erdmann und Eloglu Bd.1 (eBook, ePUB)
Borck, Hubertus

Das Profil / Erdmann und Eloglu Bd.1 (eBook, ePUB)


sehr gut

Schau her, das ist mein Leben!

Ein unbekannter toter Mann, bis zum Hals im Sandkasten auf dem Spielplatz vergraben, kurz darauf eine brutal ermordete Influencerin im schicken Altbau. Sind es Einzeltaten oder stehen die beiden Fälle in Verbindung? Die erfahrene Mordermittlerin Franka Erdmann, ihr neuen junger Assistent Alpay Eloglu und ihr Team vom Hamburger LKA stehen vor einem großen Rätsel. Der perfide Täter dagegen hat schon das Instagram-Profil seines nächsten Opfers im Visier.


„Das Profil“ von Autor Hubertus Borck ist ein rasanter Thriller über einen zutiefst gestörten Serienkiller. Die Idee zum Buch finde ich einfach grandios, stellt doch der Homo Digitalis von heute, in seinen diversen Social Media Profilen sein ganzes Leben wie auf einem Präsentierteller dar. Diese Umstände machen es dem Täter hier im Krimi recht einfach, seinen Opfern auf die Spur zu kommen. Für ihn ist das ganze eine spannende Herausforderung, eine Art Challenge oder Versteckspiel, das für ihn nicht einmal anstrengend ist. Seine Ortskenntnis hilft bei der Spurensuche, sowie bei der Tarnung, die so einfach wie genial ist. In Kenntnis der Vorlieben seiner Opfer, ist es geradezu kinderleicht für ihn, sich den Objekten seiner Begierde zu nähern. Auch das Schicksal und der Leidensweg des Täters sind dabei bewegend und berührend geschildert. Geschickt versteht es der Autor dabei, die Geschehnisse aneinander zu sortieren. Als Leser erfährt man alle Facetten, die Motivation und Kindheitstrauma des Täters, die Lebensweisen der Opfer, sowie die Fortschritte der Ermittlungen. Durch abrupte Handlungssprünge nimmt die Handlung immer flotter Fahrt auf und entlädt sich am Ende im finalen Showdown. Das Ermittlerteam des Hamburger LKA rund um Franka Erdmann ist wirklich sympathisch und vielfältig, die Vorgehensweise ihrer Arbeit wird dabei überraschend detailliert dargestellt, vielleicht teilweise etwas abschweifend.
Der Titel passt perfekt und auch das Cover kommt in Thriller konformer Manier des Weges, gefällt mir gut.

Mein Fazit:
Absolut packender Thriller mit einem brandaktuellen Thema. Erschreckend, wie einfach der Täter hier zum Zuge kommt. Sehr spannendes und unterhaltsames Serien-Debüt, gerne mehr davon!

Bewertung vom 11.07.2022
Kein Sommer ohne dich
Henry, Emily

Kein Sommer ohne dich


gut

Ganz nette Beziehungsklamotte aus Übersee

Poppy Wright, das kleine schräge Mädchen aus der Provinz hat es geschafft. Sie hat ihren Traumjob und eine hübsche Wohnung in New York City. Dennoch ist die nicht glücklich. Seit zwei Jahren herrscht Sendepause zwischen ihr und ihrem besten Freund und Seelenverwandten Alex. Sonst haben die beiden jeden Sommer zusammen Urlaub gemacht, bis zu jenem verhängnisvollen Tag vor zwei Jahren!

„Kein Sommer ohne dich" von Autorin Emily Henry wird angepriesen als ein »New York Times« Sommerroman-Bestseller. Die Geschichte dreht sich auch größtenteils um Urlaube, eine langjährige Freundschaft, das Thema Mobbing und ungewöhnliche Freizeitaktionen. Die Protagonisten sind beide etwas schräg angelegt, aber durchaus sympathisch. Es gibt einige witzige und auch traurige Momente im Buch, größtenteils wirken die Gags aber doch recht aufgesetzt und auf mich geradezu typisch amerikanisch. Gerade das Problem mit der Klimaanlage wiederholt sich gefühlt in jedem zweiten amerikanischen Roman. Die Vorstellung, dass Amerikaner nur mit Klimaanlage leben können, finde ich ehrlich gesagt völlig absurd! Da kommt bei mir stark der Europäer durch, bin einfach allergisch auf dieses leidige immer wieder aufgewärmte Thema. Ansonsten sind die Urlaubserlebnisse von Poppy und Alex zwar amüsant, aber ohne große Aufregung. Das Ende ist auch so wie ich es erwartet habe, also keine große Überraschung. Der Schreibstil ist flott und die Geschichte fließt angenehm, aber ohne große Spannungsmomente dahin.
Mein Fazit:
Ganz nette Unterhaltung für zwischendurch, allerdings hätte ich mir mehr prickelnde Momente und Highlights gewünscht. Haben vielleicht auch nicht ganz meinen Humor getroffen.

Bewertung vom 14.05.2022
Tod in Franken
Drüppel, Katharina

Tod in Franken


ausgezeichnet

Gelungener dritter Teil der Franken-Krimi-Serie

Mit seiner Suspendierung und Beziehung hadernd, spricht Hauptkommissar Clemens Sartorius gehörig dem Alkohol zu und bemitleidet sich selbst. Doch seine Probleme werden noch größer, denn Freundin Delphine scheint plötzlich wie vom Erdboden verschluckt und ein fremder Mann ist an ihrem Handy. Clemens macht sich auf die Suche und findet Delphines Leiche an ihrer Jogging Strecke am Ufer des Alterlangener Sees. Sein Aufenthalt am Tatort lässt Clemens aber nicht gerade unschuldig wirken…!

„Tod in Franken“ von Autorin Katharina Drüppel ist die dritte Serien-Fortsetzung um den adretten Ermittler Clemens Sartorius aus Erlangen. Dieses Mal wird es für Clemens sehr persönlich und heikel, aber selnbst unter Mordverdacht, lässt ihn seine sympathische Kollegin Cora zum Glück nicht im Stich;)! Doch Core bekommt Konkurrenz, mit der taffen Forensikerin Marie aus Nürnberg bereichert nämlich eine neue Frau die Handlung. Der Krimi überzeugt dabei mit einer ungewöhnlichen Story, die bis weit in die Vergangenheit des Kommissars führt und einiges an Spannungsmomenten zu bieten hat. Mir hat dieser Fall absolut gut gefallen, der Schreibstil bleibt dabei locker, flüssig und humorvoll.
Mein Fazit:
Wieder eine packende Episode der abwechslungsreichen Regionalkrimiserie, die mit charmanten fränkischem Couleur aufwartet und einem ziemlich smarten Ermittler begeistert. Gerne mehr davon;)!

Bewertung vom 11.04.2022
Das Mädchen und der Totengräber / Inspektor Leopold von Herzfeldt Bd.2
Pötzsch, Oliver

Das Mädchen und der Totengräber / Inspektor Leopold von Herzfeldt Bd.2


ausgezeichnet

Absolut grandiose Fortsetzung der historischen Wien-Serie um den Totengräber Augustin und den feschen Inspektor Leo

Es gibt jede Menge Arbeit für die Mordermittler in Wien, anno 1894. Ein perfider Mörder hat es auf junge Männer abgesehen, um sie zu entmannen. Gleichzeitig entdeckt man im Kunsthistorischen Museum eine Mumie, bei der es sich leider um einen aktuell sehr berühmten österreichischen Professor handelt und nicht um einen 2000 Jahre alten Ägypter, während im Zoo auch noch ein Tierwärter ums Leben kommt. Skandale gilt es zu vermeiden, deshalb hat Inspektor von Herzfeldt alle Hände voll zu tun!

Bücher von Oliver Pötzsch sind ein Garant für spannende Stunden, auch der zweite Band, mit dem Titel „Das Mädchen und der Totengräber“ hat es dieses Mal wieder in sich! Der Kriminalroman dreht sich um Totenkulte, Flüche, ägyptische Entdeckungen, eine Mordserie und natürlich neuste Wissenschaft, also absolut hochinteressant! Die Handlung könnte kaum spannender angelegt sein, unglaublich was hier geboten wird, die Seiten flogen nur so dahin. Man staunt immer wieder, wie erstaunlich lebhaft und anschaulich sich der Erzählstil von Oliver Pötzsch anfühlt. Es ist als stünde man live daneben, in einer anderen Zeit, an einem anderen Ort:), das ist einfach wunderbar! Allein die sorgsam beschrieben Charaktere sind mir schon sehr ans Herz gewachsen, allen voran der skurrile Totengräber Augustin Rothmayer, Tatortsfotografin Julia und ihr schmucker Inspektor Leopold von Herzfeldt.

Mein Fazit:
Ein fabelhafter historischer Krimi in Serie, der sogar Teil eins noch übertrifft, mich absolut gefesselt hat und beste Unterhaltung liefert. Eindeutige Leseempfehlung von mir! Freue mich gerne auf weitere spannende Episoden aus dem historischen Wien.

Bewertung vom 30.03.2022
Das Leben, ein wilder Tanz / Die Polizeiärztin Bd.3
Sommerfeld, Helene

Das Leben, ein wilder Tanz / Die Polizeiärztin Bd.3


ausgezeichnet

Spannungsvoller finaler Abschluss der Trilogie

Berlin 1924 - Polizeiärztin Magda Fuchs, mittlerweile verheiratete Mehring und ihr Mann, Kommissar Kuno Mehring, werden dieses Mal in einen komplizierten Fall verwickelt. Das Opfer, eine reiche junge Frau, die ein kompliziertes und bizarres Liebesleben führt, kommt in der Hauptstadt zu Tode. Die Spur führt bis in den näheren Bekanntenkreis des Paares und bringt einiges an Verwicklungen mit sich. Nebenbei ist Magda immer noch auf der Suche nach dem kleinen Otto, dem Bruder von Pflegekind Elke.

Unter dem Pseudonym Helene Sommerfeld nimmt das Schriftsteller-Ehepaar aus Berlin seine Leser auch im dritten und finalen Band ihrer Trilogie um Polizeiärztin Magda Fuchs, mit dem schwungvollen Titel: „Das Leben, ein wilder Tanz“, wieder mit in die spannungsreichen 20er Jahre der Hauptstadt.
Es war wirklich viel los in dieser Zeit, erste Anzeichen des politischen Wandels sind schon zu spüren, alle historischen Geschehnisse werden dabei ganz geschickt in die Geschichte eingebaut und sind wie gewohnt hervorragend recherchiert. Ein lebhafter und gefühlvoller Schreibstil lässt dabei die Seiten nur so dahinfliegen, einfach total super:).
Mit dabei sind natürlich auch wieder alle Charaktere aus der Schöneberger Pension, samt dem reichen Glamour-Paar Celia Fahrland und Edgar Hinnes.
Wer die Trilogie „Die Ärztin“ kennt, wird begeistert sein, denn wir begegnen auch Figuren aus dieser Saga und dürfen uns auf eine baldige Fortsetzung über die Töchter der Ärztin freuen:)!

Mein Fazit:
Ein großartiges Finale, mit überraschenden Wendungen, verbirgt sich hinter den 624 Seiten, ich bin wirklich restlos begeistert und freue mich sehr auf weitere spannenden Bücher des erfolgreichen Duos.

Bewertung vom 30.11.2021
Brötchen backen - einfach perfekt
Geißler, Lutz

Brötchen backen - einfach perfekt


ausgezeichnet

Schöne detaillierte Anleitungen um rund 100 klassische Brötchenvarianten zu backen

Schöne Kochbücher sind eine große Leidenschaft von mir, denn ich liebe es neue Rezepte, Zutaten und Techniken auszuprobieren. Mit dem Backen allerdings stehe ich schon immer ein wenig auf Kriegsfuß, deshalb hat mich dieses Backbuch „Brötchen backen - einfach perfekt“ von Lutz Geißler sehr interessiert.
Es geht um die Kunst des Brötchenbackens, dessen Geschmack, Technik und Vielfalt. Schon der erste Blick ins Buch ist überwältigend, die Menge der unterschiedlichsten Brötchenauswahl hat mich schier umgehauen! Wow, welch eine Auswahl, dazu all die vielen Varianten, Bilder und Ausführung, man weiß gar nicht welche zuerst ausprobieren;)!
Doch zuvor studierte ich das nötige Wissen dazu, das ausführlichst dargestellt wird. Nach einer Einleitung zur Geschichte des Brötchenbackens werden nötige Utensilien, Grundlagen und Vorgehensweise erläutert und mit detaillierten Fotos dargestellt. Gerade was die Teigarbeit, das Kneten und Ausformen betrifft, sind Bilder eine wirklich große Hilfe. Erklärungen zu den Fachbegriffen, den Ruhezeiten und Abläufen sind auch ein großes Thema. Bevor dann der praktische Teil mit all den Brötchenvarianten beginnt, wird die Anwendung der tabellarischen Anleitung genau erklärt, die ziemlich ausgeklügelt dargestellt und übersichtlich gestaltet ist. Damit hat man sofort den ganzen Zeitaufwand, die Zutaten und den Ablauf im Blick, das ist wirklich praktisch, sobald man den Dreh raus hat! Die Rezepte umfassen mehr die klassischen Brötchenformen mit Weizen und Roggenmehl, wer Vollwert oder besondere Mehlsorten verwenden will, wird im Buch nicht fündig werden.
Das Buch ist optisch wirklich wunderschön, übersichtlich, mit sehr ansprechenden Bildern ausgestaltet, auch das Cover, das Format und die Verarbeitung mit Lesebändchen gefallen mir sehr gut.

Mein Fazit:
Brötchen backen ist wirklich eine Kunst, mit viel Zeitaufwand und Sorgfalt verbunden, das wurde mir beim Studieren und beim Testen der ausgewählten Rezepte klar. Natürlich macht es auch Spaß, kostet aber viel Zeit und Geduld, also nix mit fast Food, das sollte man wissen. Man merkt aber schnell worauf es ankommt, lernt seinen Ofen kennen, denn auch die Backzeit ist ein wichtiger Faktor. Schon mein zweites Backerlebnis hat mich begeistert und kam hier bei den Testessern im Haus gut an. Werde sicherlich noch einige Brötchen ausprobieren, mit viel Zeit und Muße:).