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Benutzername: rem member
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Bewertungen

Insgesamt 240 Bewertungen
Bewertung vom 10.09.2021
Das Kreuz des Pilgers / Pilger Bd.1
Schier, Petra

Das Kreuz des Pilgers / Pilger Bd.1


ausgezeichnet

Spannungsvoller Trilogie-Auftakt um ein mystisches Kreuz aus dem heiligen Land

Anno 1379: Auf einer Handelsreise verliert Reinhild bei einem Überfall ihren Ehemann Gottfried. Zum Glück kann sie im Schutz ihrer Freunde, Palmiro und Conlin nach Koblenz zu ihrem kleinen Sohn zurückkehren. Das mystische Kreuz, das die beiden Pilger aus dem heiligen Land nach Koblenz mitbringen, hat Palmiro zwar vor dem Hinterhalt gewarnt, doch auch er war machtlos in dieser Situation. Zurück in Koblenz wird sich die junge Witwe bald ihrer neuen Situation bewusst, wie geht es nun weiter?

Im historische Roman “Das Kreuz des Pilgers” von Petra Schier, dreht sich alles um ein machtvolles Relikt, ein Kreuz aus dem Templerschatz. Dies ist Band 1 einer neu angelegten Kreuztrilogie der Autorin, die den Leser in das historische Koblenz entführt. Durch ein vorangestelltes Register wird man aber zuerst über die zahlreichen Protagonisten des Romans informiert und ein Stadtplan zeigt eine Ansicht der Innenstadt um 1379. Das ist wirklich sehr hilfreich zum ins Buch finden und es gelingt dabei gut den Überblick zu behalten. Die Charaktere sind zwar zahlreich, aber wundervoll detailliert und lebendig beschrieben, auch die Handlung ist aufregend konstruiert. Spannend sind besonders all die Geheimnisse der Hauptprotagonisten, die von der Autorin scheibchenweise enthüllt werden. Der Schreibstil ist dabei flüssig und angenehm zu lesen.

Mein Fazit:
Ein toller Serien-Auftakt, sehr unterhaltsam und historisch interessant! Bin schon gespannt auf Band 2 und kann es kaum erwarten die Figuren dabei wiederzutreffen:).

Bewertung vom 05.09.2021
Genussvoll gesund bleiben
Crell, Christopher

Genussvoll gesund bleiben


gut

Inspirierend aber aufwendig in der Umsetzung

Das Kochbuch „Genussvoll gesund bleiben“ von Promi-Koch Christopher Crell verspricht eine 28-Tage Ernährung-Challenge für ein starkes Immunsystem. Format und die Optik des Buches fand ich schon mal sehr schön und handlich. Nach einem motivierenden Vorwort ist man schon sehr gespannt auf die Auswahl der Rezepte! Beim ersten Durchblättern war ich auch gleich angetan, durchweg leckere Dinge die mich da anlachten:).
Beim zweiten Blick wird mir aber schnell klar, ein paar außergewöhnliche Zutaten müssen noch besorgt werden! Leider fehlte mir dabei ein wenig die Übersicht, eine wöchentliche Einkaufsliste wäre hier hilfreich gewesen. Aber da ich gut im Improvisieren bin, wurden einfach die Sachen, die mir dann doch mal fehlten, kreativ ersetzt;).
Gesund und essbar war es dennoch, bis auf ein paar Pannen auch recht gut Nachzukochen.
Mit den empfohlenen Ersatzzucker-Arten konnte ich mich aber nicht so recht anfreunden, ich mag deren Geschmack einfach nicht. Fand jedoch die Idee mit dem „Aktivieren“ ganz spannend, habe einfach mit braunem Zucker und Salz experimentiert. Leider wurde auf die Methode, außer im Vorwort nicht näher eingegangen. Dafür waren die Erläuterungen zum Gesundheitsfaktor zwischen den Rezepten sehr informativ und aufschlussreich.

Mein Fazit:
In unserer Lesejury-Koch-Challenge zum Buch habe ich so einige Rezepte getestet und dabei sowohl gute wie auch schlechte Erfahrungen gemacht. Es war dabei sehr hilfreich und aufregend sich austauschen zu können. Größtenteils stellten sich die gleichen Probleme, das war beruhigend;). Im Großen und Ganzen finde ich das Kochbuch schon inspirierend, was man nicht mag, kann man ja weglassen. Die Challenge durchzuhalten ist sicherlich aufwendiger als gedacht, es braucht alles seine Zeit, besonders das Zutaten besorgen! Die Kochanleitungen hätte ich mir auch ein wenig ausführlicher und übersichtlicher gewünscht, vielleicht ist das auch der Grund für manch fehlgeschlagenes Resultat!

Bewertung vom 31.08.2021
Die Salbenmacherin und der Fluch des Teufels
Stolzenburg, Silvia

Die Salbenmacherin und der Fluch des Teufels


ausgezeichnet

Hochspannender Abschluss der Serie
Herbst 1412: Olivera wird von einem verzweifelten Ratsherren um Hilfe gebeten. Seine Tochter sei schwer erkrankt, selbst der Medicus von Nürnberg ist ratlos. Doch auch Olivera kann dem Mädchen nicht mehr helfen! Der Priester empfiehlt dem Rat einen Teufelsaustreiber zu rufen, denn die Seuche scheint in der Stadt um sich zu greifen! Mittlerweile kommen Olivera und der Medicus Matthäus möglichen Ursachen der Erkrankungen auf die Spur. Allen Betroffenen scheint eines gemein zu sein, sie haben Naschereien eines Zuckerbäckers zu sich genommen!

Der historische Roman “Die Salbenmacherin und der Fluch des Teufels”, ist der sechste und leider letzte Band aus der Serie um die ambitionierte Apothekergattin Olivera. Mittlerweile kenne ich schon einige Episoden aus dem Leben der sympathischen Olivera und ihrer Familie. Silvia Stolzenberg bietet ihren Lesern auch dieses Mal wieder einen unglaublich spannungsreichen und dramatischen Handlungsablauf. Es geht um eine schlimme unbekannte Krankheit und einer Serie von angespülten Leichen. Doch hat gerade wirklich der Teufel seine Hand im Spiel, wie manche Leute glauben? Schlimmer Aberglaube und die Hilflosigkeit der Betroffenen sehen teuflische Entwicklungen! Man sieht, schon immer gab es Krankheiten, die den Menschen Rätsel aufgaben, im Moment können wir dieses Problem der Nürnberger wahrhaft gut nachvollziehen. Im Nachwort klärt uns die Autorin dann über wahren Fakten von damals noch recht unbekannten Krankheiten und Behandlungsmethoden auf!

Mein Fazit:
Eine unterhaltsame und interessante Zeitreise, ins historische Nürnberg mit sehr lieb gewonnenen Protagonisten:). Mit den Machtspielen der Kirche war damals wirklich nicht zu spaßen, das macht diese Geschichte mehr als deutlich! Aberglaube und Misstrauen bewegte schon immer die Menschheit, einen Schuldigen zu finden war immer praktisch;)!

Bewertung vom 29.08.2021
Ein Koffer voller Schönheit
Engel, Kristina

Ein Koffer voller Schönheit


sehr gut

Unterhaltsamer Ausflug in die 60er Jahre

Lüneburg Anfang der 60er Jahre-, Anne Jensen ist die klassisch brave deutsche Ehefrau, Mutter und Hausfrau, doch sie ist weder glücklich noch zufrieden. Ihre Ehe läuft immer schlechter und insgeheim beneidet sie die Unabhängigkeit ihrer arbeitenden Schwiegermutter Margarete! Eines Tages, bietet sich Anne die Gelegenheit, sich als Kundenberaterin bei der amerikanischen Firma Avon zu bewerben, Margarete ist ganz Feuer und Flamme und bestärkt Anne ihren Traum zu leben. Wäre da bloß nicht Annes Ehemann Benno!

Der Roman „Ein Koffer voller Schönheit“ von Autorin Kristina Engel ist nicht nur ein Buch über den Berufswunsch einer jungen Frau, nein er geht tiefer. Die Handlung beschäftigt sich auch intensiv mit den Problemen der Nachkriegszeit und all den schwer traumatisierten Menschen, die ihre seelischen Wunden versuchen zu verdrängen. Egal welche Generation, ob jung, ob alt, ein jeder trägt schwer an der Vergangenheit! Der Schreibstil gefällt mir, die Geschichte ist zwar tiefgründig und bewegend, aber auch unterhaltsam und voller positiver Energie, dank der großartigen Figur der Margarete Jensen. Jede Frau würde sich solch eine patente Schwiegermutter wünschen;)!
Mein Fazit:
Ein interessanter Roman, der die Zeit, die Menschen und den Aufbruch in das Wirtschaftswunder gut beschreibt. Habe mich gut unterhalten und Annes Emanzipation gespannt mitverfolgt.

Bewertung vom 17.08.2021
Narbenherz / Heloise Kaldan Bd.2
Hancock, Anne Mette

Narbenherz / Heloise Kaldan Bd.2


sehr gut

Spannende kriminelle Handlung mit unerwarteten Wendungen

In Kopenhagen befindet sich Investigativ-Journalistin Heloise Kaldan gerade in Behandlung bei ihrem Arzt, als diesen die schreckliche Nachricht ereilt, dass sein Sohn Lukas verschwunden ist.
Kommissar Erik Schäfer, ein guter Freund von Heloise übernimmt die Vermissten-Sache. Kurz darauf wird ein ehemaliger dänischer Soldat erschossen in seiner Wohnung aufgefunden. Es gibt Spuren, die auf einen Zusammenhang hinweisen, doch welche Verbindung könnte es geben….?

Der Thriller „Narbenherz“, von der dänischen Autorin Anne Mette Hancock, ist der zweite Teil einer Serie um die Charaktere Schäfer und Kaldan. Darin werden zwei völlig unterschiedliche Fälle behandelt, die der Polizei große Rätsel aufgeben! Gleich zu Beginn der Geschichte, wird der Leser auch mit einem kurzen überraschenden Auftakt konfrontiert. Danach werden Schritt für Schritt, in verschiedenen Episoden immer mehr unterschiedliche Details enthüllt, ohne das ein großer Zusammenhang erkennbar wird, dabei steigt die Spannung stetig! Die Autorin versteht es geschickt eine fesselnde Geschichte aufzubauen. Verschiedene Blickwinkel und Personen wechseln sich dabei in den Kapiteln ab. Die Ermittlungen der Protagonisten Kommissar Schäfer und Journalistin Kaldan laufen dabei aber mehr parallel als gemeinsam ab, die beiden verbindet nur ihre Freundschaft im Privatleben.
Mein Fazit:
Für mich ist das Buch mehr ein solider Krimi mit einer interessanten Handlung, als ein Thriller. Habe mich aber gut unterhalten und große Lust darauf den Vorgängerband „Leichenblume“ zu lesen, um das spannende Vorleben von Heloise zu ergründen! Die Geschichten sind zum Glück aber in sich abgeschlossen und unabhängig voneinander zu lesen.

Bewertung vom 10.08.2021
Ich hätte da was für Sie
Cordes, Vera

Ich hätte da was für Sie


ausgezeichnet

Geniale Tipps rund ums Wohlbefinden

Das Fachbuch “Ich hätte da was für Sie” von Autorin und Gesundheitsexpertin Vera Cordes aus dem Gräfe und Unzer Verlag, hat wirklich so einiges an überraschenden, hilfreichen und simplen Tricks rund um die Gesundheit zu bieten! Vera Cortes ist seit über 20 Jahren Moderatorin der Sendung “Visite” beim NDR. Leider kenne ich ihre Sendung bislang nicht, liegt wohl daran das ich hier im Süden Deutschlands wohne, aber ich bin froh nun ihr Buch in Händen zu halten! Von ein paar Ratschlägen hat man vielleicht am Rande schon mal gehört, doch die genauen Fakten und Anwendungen gleich wieder vergessen. In diesem Buch dagegen, werden die Ratschläge gesammelt, sind übersichtlich geordnet und detailliert verpackt. Dazu sind die Empfehlungen auch noch sehr amüsant und angenehm zu lesen, mit eigenen Erfahrungen und Anekdoten verknüpft, sowie erprobt. Also ich bin wirklich sehr angetan und begeistert:).
Habe viele Ratschläge natürlich gleich getestet und für gut befunden! Die Augensauna und den Bauchnabel-Trick finde ich schon mal sensationell und auch Möhrchen sehe ich jetzt mit ganz anderen Augen:).

Mein Fazit:
Die Idee solch ein hilfreiches Sammelsurium anzulegen finde ich großartig! Besonders gelungen ist dabei die persönliche und freundliche Ansprache der Autorin, sowie ihre Mitteilsamkeit in puncto, eigener Erfahrungen und Erlebnisse. Das macht den großen Charme des Ratgebers aus, spornt an und ist einfach sehr sympathisch! Dieses hilfreiche Büchlein werde ich sicherlich noch des Öfteren zur Hand nehmen und weiterempfehlen:).

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 01.08.2021
Das Spiel der Ketzerin
Schörghofer, Manuela

Das Spiel der Ketzerin


ausgezeichnet

Ein mitreißendes tödliches historisches Ränkespiel

Das Rheinland im 13. Jahrhundert - Mit einer List will sich der verbrecherische Deutschordensritter Konrad von Westerburg die Burg Erkenwald erschleichen und ermordet vor Ort kurzerhand die Grafentochter. Dummerweise erwischt er aber das falsche Mädchen. Alida von Erkenwald gelingt glücklicherweise die Flucht, sie will den betrügerischen Übeltäter beim Kaiser in Worms anzeigen, dabei soll ihr Salomon ben Isaak, ein Jude aus Coellen helfen, der ihrem Vater noch etwas schuldig ist! Der schlaue Konrad aber durchschaut ihren Plan und schickt seinen getreuen Ritterbruder Richard von Thurau aus, sie einzufangen!

Der historische Roman „Das Spiel der Ketzerin“ von Manuela Schörghofer, ist eine Art Katz und Maus-Spiel, zwischen der schlauen Grafentochter Alida und Richard, einem ehrenhaften, frommen aber auch etwas begriffsstutzigen Ordensritter. Die Spannung zwischen den beiden Figuren ist fast greifbar, die Funken sprühen förmlich aus den Buchseiten. Es macht großen Spaß sich diese Stimmung zu erlesen, denn die Autorin versteht es geschickt Spannung und Gefühle ganz hervorragend hochzuschaukeln! Auch der historische Background der Zeit ist in die Geschichte großartig hinein konstruiert und man erfährt Erstaunliches über die beteiligten Persönlichkeiten.
Eine Karte der Örtlichkeiten, das Personenregister, ein Glossar der Begriffe und Fakten zur Geschichte sind an den Beginn des Buches gesetzt und tragen zu einem guten Verständnis bei.
Mein Fazit:
Eine sehr bewegende und sehr mitreißende Geschichte, die ständig an Spannung gewinnt und mich bis zur letzten Seite begeistert hat!

Bewertung vom 26.07.2021
Klüpfel Kobr: Kluftinger in Gefahr! Ein Escape-Room-Spiel

Klüpfel Kobr: Kluftinger in Gefahr! Ein Escape-Room-Spiel


sehr gut

Ganz schön tricky!

Das erste Escape-Room-Karten-Spiel vom Allgäuer Krimiautorenteam Klüpfel/Kobr ist da, mit dem Titel „Kluftinger in Gefahr!“. Für mich die erste Begegnung mit diesem Spiel-Genre, aber ich war sehr gespannt darauf! Natürlich kenne ich viele der Kluftinger - Krimis und im Spiel geht es auch um den gut bekannten Allgäuer Kommissar. Gesucht wird ein Maulwurf im Kemptener Polizeipräsidium. Eine geheime E-Mail fordert den/die Spieler auf, sich in verdeckter Manier durch die Räume und Büros dort zu bewegen, immer auf der Suche nach Hinweisen. Das ist bisweilen ganz schön tricky;) trotz mehrerer Anläufe bin ich noch nicht ganz zu allen Lösungen durchgedrungen, trotz der hilfreichen Tipps auf der Website des Verlages, arsEdition. Doch das macht nichts, vielleicht in der nächsten Runde. Dafür hält der Rätselspaß etwas länger und ich suche mir vielleicht für das nächste Mal einen gewieften Zahlenrätsel-Freak als Mitspieler;). Die Zeit in Kombination mit den Spielzügen spielt dabei auch eine Rolle, wenn man die Versuchung zu schummeln mal außen vor lässt!
Das Spiel, kann im Alleingang oder im Team von bis zu 4 Spielern angegangen werden. Die Angaben mit Bildern und Rätseln sind auf 49 Karten verteilt, ein Codeheft hilft mit Anweisungen und Angaben zur Lösung. Zur guten Ansicht trägt auch das Format bei, schätze sie auf ungefähr A6, sie sind also beinahe 3-mal so groß wie normale Spielkarten. Die Illustrationen auf den Karten sind von Illustrator Hauke Kock sehr detailreich und hübsch ausgestaltet.

Mein Fazit:
Ein gelungenes und kurzweiliges Rätselraten rund um Kluftingers Arbeitsumfeld und ein schöner Einstieg in das Escape-Room-Genre, bisher meine erste Erfahrung auf diesem Gebiet! Es macht schon Spaß den Rätseln auf den Grund zu gehen, leider ist es ist gar nicht so einfach wie Anfangs gedacht ;).

Bewertung vom 18.07.2021
Die Geschichte einer unerhörten Frau
Hippe, Hanne

Die Geschichte einer unerhörten Frau


ausgezeichnet

Bewegender Kampf für ein eigenständiges Leben als alleinerziehende Frau Anfang der 60er Jahre

Augusta Fink genannt Gussy, trennt sich Anfang der 60er Jahre von ihrem Mann, einem zwar allseits beliebten Hallodri, doch nachdem seine betrügerischen Geschäfte auffliegen, sieht sie keine Zukunft für diese Beziehung! Mit ihren zwei Kindern zieht sie von Frankfurt nach Köln, in die Nähe ihrer ungeliebten Schwester und Mutter. Schnell stellt sie dort fest, als Vertriebene geschiedene, evangelische Frau, hat man dort kein leichtes Standing! Doch Gussy lässt sich so schnell nicht unterkriegen….!

Der Roman mit dem treffenden Titel “Die Geschichte einer unerhörten Frau” von Hanne Hippe, ist das Porträt einer jungen Frau mit ihren zwei kleinen Kindern, die sich entschließt ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und allen Vorurteilen und Konventionen die Stirn zu bieten. Dafür sucht sie sich eine recht bigotte Stadt und Zeit aus, denn eine Frau ohne Mann darf es in den 60er Jahren nur als Witwe geben! Was nicht sein soll, das darf nicht sein, oder ab damit unter den Teppich! Es gibt ungeschriebene Regeln was sich gehört und was nicht;). Aber Gussy und auch ihre kleine Tochter Eva machen da nicht mit;)! Es ist herrlich die beiden Charaktere durchs Buch zu begleiten, in traurigen wie in guten Abschnitten. Der Schreibstil ist erfrischend locker, lebhaft und sehr unterhaltsam. Die Autorin widmet sich dem Thema „Was Frau darf, was nicht“, mit einer guten Prise Humor und zeigt dabei gekonnt den damaligen Zeitgeist auf und legt den Finger in offene Wunden. Dabei greift sie auch erstaunliche und kuriose autobiografische Details aus ihrer Familiengeschichte auf. Auch die Nachkriegszeit mit Vertreibung, Ängsten und Schrecken werden in Gussys Schicksal deutlich gemacht.
Mein Fazit:
Ein wirklich gelungenes Zeitporträt, zwischen 1945 und 1965, das mich komplett begeistert, teils ein wenig traurig gemacht hat. Obwohl sich seitdem viel verändert hat, gibt es immer noch viel zu viele, die voller Neid und Missgunst am Fenster hängen, voller Interesse daran was andere machen/dürfen, obwohl die Kehrwoche doch eigentlich längst abgeschafft wurde;).

Bewertung vom 12.07.2021
Erben wollen sie alle
Hennig, Tessa

Erben wollen sie alle


ausgezeichnet

Aufwühlendes und unterhaltsames Familiendrama

Oma Bianca lebt auf Mallorca und hat dort ihren Traummann getroffen, mit dem sie endlich ihre lange gehegten Reiseträume verwirklichen will. Dafür wäre sie sogar bereit sich von ihrer schönen Finca zu trennen! Dummerweise bekommen ihre Kinder in Deutschland Wind davon, da Biancas Reinigungskraft heimlich petzt. Die setzen sich samt Anhang natürlich sofort in den Flieger, um nach ihrer vermeintlich kranken Mutter Bianca zu sehen und dem dubiosen Heiratsschwindler Einhalt zu gebieten! Wie gut das Omas 75ster Geburtstag ansteht….

Der tiefgründige, aber dennoch sehr amüsante Familienroman „Erben wollen sie alle“ von Tessa Hennig spielt auf der Trauminsel Mallorca, im wunderschönen Städtchen Soller. Bianca besitzt dort eine Finca in Bestlage und dieses Besitztum kann schon Begehrlichkeiten wecken;)! Biancas Träume sind verständlich, mit 75 hat man nicht mehr alle Zeit der Welt und will es noch mal krachen lassen. Aber auch die Sorgen ihrer Angehörigen kann man nachvollziehen:). Die Autorin beschreibt die Konflikte und deren Auswirkungen auf das Hervorragendste. Wobei in der Handlung die Missverständnisse stetig größer werden und der Spannungsaufbau dabei kontinuierlich ansteigt, was sehr clever gemacht ist! Es kommen dabei auch Themen zur Sprache, die nachdenklich machen, wie Erben, Altenpflege, Alzheimer und andere Baustellen, (ich möchte nicht zu viel verraten;). Lustig zu Lesen sind auch Biancas Gedanken und Gefühle unterstützt mit so "Emojidingens"...;)in ihrem digitalen Tagebuch, ein wirklich amüsanter Einfall der Autorin. Das Cover ist auch wieder äußerst witzig illustriert, ein Hingucker.

Mein Fazit:
Die Romane der Autorin besitzen eigentlich immer einen unvergleichlichen Humor, aber auch ernsthafte Themen die Bewegen. Eine tolle Kombi, die mir gut gefallen und mich glänzend unterhalten hat. Perfekte Urlaubslektüre:).