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Bewertung von Elohym78 aus Horhausen am 02.02.2011 |
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Die Schuld des Tages an die Nacht erzählt den bewegenden Lebensweg von Younes. Die Flucht mit seinen Eltern aus der Armut als Bauern, hin in die Großstadt Oran. Auch dort fristet die Familie ein bemitleidenswertes Leben, bis Younes von seinem Vater an seinen Onkel gegeben wird und von nun an bei ihm lebt. Sein neues Leben als Jonas beginnt. Weg von der Armut, dank Bildung zu einem angenehmen Lebensstil. Neue Freunde, aber auch die Leides des Krieges - Zweiter Weltkrieg und Bürgerkrieg - erwarten den jungen Mann. Das Cover zeigt eine Familie am Strand. Im Vordergrund ein rennende Junge, im Hintergrund die Mutter, die sich hinter dem Rücken des Vaters verbirgt. Eigentlich ein Bild voller Freude, aber es symbolisiert auch Abschied und Trennungsschmerz. Yasmina Khadra hat von dem Thema her einen eindrucksvollen Roman geschaffen. Algerien in den 30er Jahren bis heute ist bestimmt nicht häufig in Bücher vertreten, leider muß ich sagen. Er bringt das Land dem Leser nah und verknüpft die weltpolitischen Ereignisse - Zweiter Weltkrieg - wunderbar mit den Geschicken des Landes. Die Landschaft beschreibt der Autor bildlich. Ich konnte die duftenden Weinberge förmlich vor mir sehen und die Gluthitze spüren. Auch die handelnden Personen, insbesondere seinen Protagonisten Jonas kommen einfühlsam und nah zur Geltung. Nur der Schreibstil konnte mich nicht überzeugen. Ich hatte das Gefühl, dass mehr als ein Autor an dem Roman beteiligt waren. Jonas Leben wird schwungvoll erzählt, die Dialoge sind spritzig und lesen sich toll. Aber die immer wiederkehrenden Abschweifungen störten den Fluss des Buches extrem und bremsten mich beim Lesen aus. Zudem bleiben für mich viele Enden der Geschichte offen und einigen Handlungssträngen konnte ich nicht folgen. Durch die Leseprobe und den Klapptext hatte ich etwas ganz anderes erwartet. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
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| Bewertung von Hardy aus Sonthofen am 14.11.2010 | |
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Wahrlich ein Epos. Younas erzählt seine Lebensgeschichte. Vom armen Jungen, der mit seiner Familie vor der Armut in die Stadt flüchtet. Dort hat die Armut aber nur andere Gesichter und Dimensionen. Zunächst vom Stolz geleitet, verhindert der Vater, dass der Sohn bei dessen Onkel aufwächst. Als immer mehr Träume des Vaters zerplatzen, gibt er seinen Sohn letztlich in die Hände seines Bruders. Dort wird aus Younas Jonas, ein Kind, das eine gute Erziehung und Ausbildung erhält, auf der sonnigen Seite des Lebens in Algerien aufwächst. Seine Familie und seine alte Heimat entschwindet ihm zusehends. Er findet Freunde, wächst auf, verliebt sich unglücklich und wird wie sein Onkel Apotheker. Doch er wird nicht glücklich. Aus falschem Ehrgefühl heraus verliert er seine große Liebe, wird einsam und findet nie zu sich selbst. Geplagt von Selbstzweifeln erlebt er das gespaltene Algerien mit, dass ebenso wie Younas sich selbst sucht. Die Unabhängigkeitsbewegung in Algerien versetzt Younas neue Schicksalsschläge... Der Leser spürt die Vrzweiflung und Verbitterung des Younas, leidet mit, wenn seine große Liebe einen Anderen heiratet. Gefangen in den Zwängen seiner Kultur und den Versuchungen der neuen Welt fühlt sich Younas sein ganzes Leben als Außenseiter. Er kann und will nicht Stellung beziehen, entscheidet sich dazu, sich nicht zu entscheiden. Vergleichbar mit dem Drachenläufer ist ein großes Buch gelungen, dass sowohl die persönlichen Dramen im Leben eines Mannes als auch die Verwirrungen eines zerrissenen Landes hervorragend beschreibt. Das Buch fesselt, läßt mitleiden und man möchte sich die Haare raufen, wenn Younas zögert, sein Leben nicht selbst in die Hand nimmt. Ein wunderbares Buch, mit Tiefe und Wärme geschrieben, wie es nur jemand kann, der in diesem Land aufgewachsen ist. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
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| Bewertung von Lubig2 am 11.10.2010 | |
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...die zwei Seiten einer Medaille... eine wunderschöne kristallklare Sprache aber eine sehr deprimierende Geschichte, erst die Schattenseite mit all ihrer Armut und den Existenzängsten der Eingeborenenseite und dann die fatalistische Bewegungslosigkeit eines Mannes, der zwischen zwei Kulturen - zwischen zwei Welten gefangen ist alles in allem ein Buch, das durch seine ausgesprochen poetische Sprache überzeugt, andererseits aber auch traurig macht, weil Younes´/Jonas´ Leben so "oberflächlich" bleibt Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
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| Bewertung von anushka aus Berlin am 29.05.2010 | |
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Der zehnjährige Younes wächst mit Vater, Mutter und einer kleinen Schwester in Algerien auf dem Land auf. Viele der Einwohner haben sich der Landflucht angeschlossen, aber Issa, Younes' Vater, ist stolz auf das Land, das schon seit Generationen der Familie gehört. Doch es sind die 1930er Jahre und das Leben ist schwer. Issa ist hoch verschuldet, aber die diesjährige Ernte verpricht Rettung ... bis Issa sein Glück im Dorf ausplaudert und kurze Zeit später die Felder lichterloh brennen. Nun hat die Familie nichts mehr und flüchtet selbst im französisch besetzten Algerien in die Stadt. Bei der Ankunft kommt die Stadt dem jungen Younes paradiesisch vor: wunderschöne Häuser, schöne und entspannte weiße Menschen, Gärten und Balkone. Mit Hilfe eines Onkels will die Familie wieder auf die Füße kommen. Doch wer nichts hat, lernt die dunkle Seite der Stadt kennen, die Vororte und Slums: "Es genügt, einen Häuserblock zu umrunden, schon gelangt man vom Tag in die Nacht, vom Leben in den Tod." Issa ist stolz und hängt sehr an seiner Ehre. Daher will er von seinem Bruder, dem Apotheker, keine Hilfe annehmen, obwohl es diesem finanziell sehr gut geht. Issa gibt seine Familie somit dem Untergang preis. Sich hochzuarbeiten ist schwere Arbeit und dauert lange. Zudem erlaubt er Younes nicht, sich am Familienauskommen zu beteiligen. Als Issa durch einen Verrat schließlich alles bisher Erarbeitete verliert, ist er am Boden zerstört. Ihm bleibt nichts anderes übrig als dem Drängen seines Bruders nachzugeben und Younes in dessen Obhut zu geben. Der Apotheker und seine Frau adoptieren den Jungen und ziehen mit ihm nach Río Salado. Aus Younes wird Jonas und als einer von sehr wenigen Arabern wächst Jonas mit anderen französischen, christlichen und jüdischen Kindern auf und genießt ein komfortables Leben. Dabe wird er immer wieder Zeuge, wie schlecht es den eigentlichen Algeriern geht, zu denen auch seine ursprüngliche Familie gehört. Er sieht auch, wie die Franzosen die Algerier misshandeln und ausbeuten. Doch Jonas kann sich nicht für eine Seite entscheiden, wird es aber bald müssen - so wie die Geschichte voranschreitet. Yasmina Khadra ist das Pseudonym eines algerischen Schriftstellers, der zur Armee gehörte und sein Pseudonym erst lüften konnte, als er sich bereits im Exil befand. Seine Bücher sprechen gesellschaftsrelevante Themen der arabischen Länder (bspw. Afghanistan, Algerien, Iran) an. Die Selbstverständlichkeit moslemischer Werte machen dem Leser deutlich, dass es auch noch andere Kulturen gibt. Die Überraschung des jungen Younes darüber, dass Frauen unverschleiert auf den Straßen unterwegs sind, ist ein Beispiel dafür. Khadra öffnet dem Leser die Augen und ist in der Lage, diese Kulturen nicht als etwas Exotisches, sondern völlig Alltägliches darzustellen. Hinzu kommt Khadras wunderschöner Schreibstil, den ich einfach liebe. Die Beschreibungen und Vergleiche sind farbenprächtig, das Leben spürbar und für den Leser erlebbar. Die Sprache ist poetisch und anschaulich. Im Vergleich zu "Die Schwalben von Kabul", das einem sehr viel Konzentration abverlangte, ist "Die Schuld des Tages an die Nacht" sehr leicht und flüssig zu lesen. Khadra macht auch sehr deutlich, wie sehr die historischen Entwicklungen an Younes vorbeigehen und doch gelingt es ihm, dem Leser die Umbruchstimmung im Algerien der 60er Jahre nahezubringen. Neben einer Geschichte über das Schicksal, die Freundschaft und die Liebe ist dem Autor auch eine spannende Darstellung der algerischen Geschichte von 1930 bis 1960 gelungen, in der ein Weltkrieg and Algerien vorbeizieht und das Land sich schließlich von Frankreich emanzipiert. Mich hat Khadra mit diesem neuen Werk absolut überzeugt, gefesselt und auch mitleiden lassen. Und ich kann es nur jedem ans Herz legen! Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 08.04.2010 |
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Yasmina Khadra erzählt in "Die Schuld des Tages an die Nacht" vom Leben eines Mannes in Algerien zur Zeit der französischen Kolonien und des darauf folgenden Algerienkrieges.Die Geschichte wird auf eine interessante und fesselnde Art transportiert, ohne nach einem Geschichtsbuch zu klingen und verdeutlicht das Leid und die Ängste, von beiden Seiten, die die Menschen durchlebt haben. Die Hauptperson die Algerier und Moslem ist und seine Freunde und die Menschen in der Umgebung in der er aufwächst, auch Franzosen die Christen sind, lassen kulturelle Unterschied deutlich werden. Es ist erstaunlich, wie Menschen in ein fremdes Land kommen, die dortige Bevölkerung unterdrücken und das Land als Ihres betrachten. Zu der Geschichte des Landes kommt die Geschichte eines Lebens und einer unerfüllten Liebe dazu. An mehreren Stellen des Buches musste ich inne um über das Geschriebene nach zu denken. Die unerfüllte Liebe berührt einen sehr und man fängt an sich zu fragen wieso man so viele Sachen in seinem Leben verpasst, weil man zu stolz, zu feige zu sprachlos ist um die Dinge in die Hand zu nehmen. Dies Buch ist eindrucksvoll und authentisch, wenn man es zuschlägt, verlässt es einen nicht so schnell. Christian Döring Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
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| Bewertung von vöglein aus B.-W. am 14.03.2010 | |
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Yasmina Khadra.....ein Frauenname? Umso überraschter war ich, dass sich dahinter ein Mann verbirgt, der es versteht, auch noch richtig schön und gefühlvoll zu schreiben. Ich habe mich gerne nach Algerien führen lassen und habe mit Interesse die Geschichte von Younes/Jonas und dessen Lebens- bzw. Leidensweg verfolgt. Der Autor versteht es, einen mitfühlen zu lassen, was Younes erlebt und wie er zwischen den verschiedenen Welten hin und hergerissen ist und dabei versucht sich selbst zu finden. Auch seine Liebe zu Emilie läßt einen bis zum Ende mitfiebern und mitleiden...... Unbedingt lesenswert!!!! Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
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Bewertung von sabatayn76 am 03.03.2010 |
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Inhalt: Yasmina Khadra erzählt von der Kindheit und Jugend des Arabers Younes/Jonas im Algerien des 20. Jahrhunderts, von den französischen Kolonialisten, die das Land und seine muslimischen Bewohner unterjochen, vom Kampf um Unabhängigkeit, von politischen Unruhen und der algerischen Nationalbewegung. Der Leser erfährt von den Verlockungen der Städte, die die arme Landbevölkerung anziehen, weil ein besseres Leben erhofft wird, und von zerplatzten Träumen und enttäuschten Hoffnungen. Der Autor berichtet von der Rechtlosigkeit der Araber, die in ihrem eigenen Land nur noch Menschen zweiter Klasse sind und die von den Franzosen politisch und kulturell unterdrückt und klein gehalten werden. 'Die Schuld des Tages an die Nacht' handelt von Gewalt und politischen Unruhen, von entstehenden und zerbrechenden Freundschaften, von der Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen, von Erniedrigung und Stolz, von einer Liebe, die unter einem schlechten Stern steht. Mein Eindruck: Wie in allen seinen Büchern verwebt Yasmina Khadra die persönlichen Geschichten seiner Protagonisten mit den historischen und politischen Gegebenheiten seiner Heimat. 'Die Schuld des Tages an die Nacht' unterscheidet sich jedoch stark von den anderen Romanen und ist durch die Betonung der Identitätssuche und der Gefühle von Younes/Jonas meiner Meinung nach ein eher untypisches Buch des algerischen Autors, da es weniger auf Algerien mit seiner Geschichte von Unabhängigkeitskrieg, der Suche nach nationaler Identität, Bürgerkrieg, Islamismus, Terror und Folter fokussiert. 'Die Schuld des Tages an die Nacht' begeistert durch das hohe sprachliche Niveau und die arabisch-blumige Erzählweise, ohne dass der Autor oder der Leser den Faden verliert. Auch die authentischen und realistischen Charaktere haben mir sehr gut gefallen, da es bei Yasmina Khadra keine simple Unterscheidung in Gut oder Böse gibt. Der Autor schafft es zudem, dass die Schauplätze perfekt imaginiert werden können und sich der Leser nach Nordafrika versetzt fühlt. Bisweilen erschienen mir die Geschehnisse jedoch etwas konstruiert und die zahlreichen 'Zufälle', die z.B. zum Wiedersehen alter Bekannter/Freunde/Feinde führen, etwas unglaubwürdig. Mein Resümee: 'Die Schuld des Tages an die Nacht' ist ein großartiges Buch des algerischen Autors. Ich kann auch alle anderen Romane Yasmina Khadras vorbehaltlos empfehlen. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
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| Bewertung von Julz aus Hildesheim am 01.03.2010 | |
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Der Autor Mohammed Moulessehoul, der 1955 geboren ist, trägt den Namen seiner Frau, Yasmina Khadra, als Künstlernamen für seine Werke. Aufgrund der Zensurbestimmungen in Algerien war das höchst wichtig für ihn, nicht erkannt zu werden. Heute wohnt er mit seiner Familie in Paris. Sein Roman ,Die Schuld des Tages an die Nacht' ist auf Französisch erschienen und ist im Jahr 2009 ins Deutsche übersetzt worden. Der Inhalt des Buches ist weit gefächert. Zunächst einmal wird das Geschehen von einem 10-jährigen Jungen erzählt, dessen Namen der Leser im kompletten ersten Kapitel nicht erfahren kann, weil dieser im Mittelpunkt des Erzählens seinen Vater hat. Der Vater arbeitet täglich auf dem Feld. Das Feld bildet sein einziges Interesse. Seiner Familie widmet er keine Zeit. Endlich glaubt er an eine reiche Ernte, aber dann wird diese durch ein Feuer zerstört. Er begibt sich mit der Familie in die Stadt und kommt zuerst zu seinem älteren Bruder, der in einer Apotheke arbeitet und ihm eine Unterkunft durch einen gierigen Makler vermittelt. Später erfährt der Leser, dass der Junge Jonas heißt. Eigentlich hegt er zunächst keine Hoffnungen auf das Überleben, aber am Ende kann sich der Leser angenehm überraschen lassen. Die Sprache, der sich der Autor bedient, ist wirklich sehr bildhaft und voller Adjektive. Er stellt dem Leser seine Welt vor, die voller Beschreibungen ist und den Leser nicht mehr aus dem Staunen herauskommen lassen. Das Buch lässt sich nicht ganz so einfach lesen. Zwischendurch kommt es vor, dass der Leser über das Gelesene nachdenken und sich wundern muss, welchen Zuständen sich Jonas anzupassen hat. Insgesamt lässt sich sagen, dass der Autor einen potenziellen Bestseller geschrieben hat, der noch viele weitere Leser begeistern kann. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
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