Benutzername: Winfried Stanzick
Danksagungen: 3606 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 1977 Bewertungen
Bewertung vom 21.08.2017
tiptoi® Lern mit mir! Das kleine 1 x 1
Recke, Karla

tiptoi® Lern mit mir! Das kleine 1 x 1


ausgezeichnet

Karla Recke, Antje Hagemann, Lern mit mir. Das kleine 1x1, Ravensburger Verlag 2017, ISBN 978-3-473-41809-1

Das Lesen und interaktive Verstehen von Büchern für Kindern mit dem tip toi- Stift ist eine sensationelle Neuheit, die das Lernen für Kinder mit Büchern schon jetzt nach einigen Jahren revolutioniert hat. Einmal angeschafft, passt der Stift zu immer mehr Produkten aus dem Ravensburger Verlag, wie zum Beispiel das vorliegende Buch „ Das kleine 1x1“, mit dem Ravensburger einen lukrativen Markt betritt, denn das System ermöglicht es Kindern auch ohne Nachhilfe ihren Stoff zu bewältigen.
Tip Toi ist ein audiovisuelles Lernsystem für Bücher und Spiele, mit dem die Kinder die Welt spielerisch entdecken. Tippt das Kind mit dem Stift auf ein Bild oder einen Text oder ein entsprechendes Symbol, erklingen passende Geräusche, Sprache oder auch Musik. Eine intelligente Elektronik ermöglicht Kindern, Bücher und Spiele völlig eigenständig immer wieder neu zu erleben.
Ich kann das System nur empfehlen. Die TipToi Büchern sind etwa ein Drittel teurer als die herkömmlichen Wissensbücher bei Ravensburger, aber diese Investition in das Lernen und vor allem die Lernfreude ihres Kindes lohnt sich.
Das vorliegende Buch für Kinder, die gerade in die Schule gekommen sind und dort die ersten Rechenaufgaben lösen lernen, will mit zahlreichen interaktiven Lernspielen und Aufgaben das Verständnis für die Multilokation schulen und das kleine 1x1 einüben.. Beides Grundkenntnisse, die für den erfolgreichen und motivierten Grundschulbesuch sehr wichtig sind.

Leni und David erleben während ihres Wochenenden in den Bergen eine Menge Abenteuer und Spaß und laden auf ihrem Weg die Kinder ein, verschiedene Aufgaben zu lösen und wie nebenbei spielend das kleine 1x1 einzuüben. Im Einmaleins-Gebirge ist ein Schatz versteckt, und zusammen mit dem Abenteurer Marvin und dem Mathegenie Kurt machen sie sich auf den Weg, dem Geheimnis des Schatzes auf die Spur zu kommen.

Dieses interaktive Lernsystem führt mit Spaß und Motivation garantiert zum Erfolg.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.08.2017
Die kleine Hexe
Preußler-Bitsch, Susanne; Preußler, Otfried

Die kleine Hexe


ausgezeichnet

Otfried Preußler, Daniel Napp, Die kleine Hexe. Ausflug mit Abraxas, Thienemann 2017, ISBN 978-3-522-45854-2

Schon vor vielen Jahrzehnten erfand der damals noch junge Autor von Jugend und Kinderbüchern, Otfried Preußler, die Figur der kleinen Hexe. Deren Geschichten wurden seither von Generationen von Kindern gelesen, in 467 Sprachen übersetzt und erfuhren eine Gesamtauflage von Millionen Exemplaren.

Nun hat nach dem Tod Otfried Preußlers 2013 seine Tochter Susanne Preußler-Bitsch und mit Illustrationen von Daniel Napp seiner großen Fangemeinde aus alten und jungen Lesern eine große Freude gemacht und hat zum 60. Geburtstag der kleinen eine neue Bilderbuchgeschichte geschrieben

Unter dem Titel "Ausflug mit Abraxas“ erzählt sie eine neue Geschichte von der kleinen Hexe, in der uns vielen ihrer alten Freunde wieder begegnen, sich aber auch einiges verändert hat.
Während sie sich in ihrem Häuschen tief im Wald für die Hexenprüfung vorbereitet, zaubert sie ihren Besen entzwei. Als sie sich für einen Neukauf zu einem Ausflug mit ihrem Raben Abraxas in die Stadt aufmacht, sorgt sie dort für jede Menge Trubel.
Preußlers unzählige Bücher mit ihren sympathischen Figuren werden weiterleben und auch noch kommende Generationen von Kindern begeistern. Vielleicht setzen Susanne Preußler-Bitsch und Daniel Napp die Geschichten mit den kleine Hexe bald fort.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.08.2017
Future Love
Horx, Matthias

Future Love


sehr gut

Matthias Horx, Future Love. Die Zukunft von Liebe, Sex und Familie, DVA 2017, ISBN 978-3-421-04732-8

Die Möglichkeiten und Formen, die Liebe in diesen Zeiten annimmt, sind vielfältig und haben sich doch im Gegensatz zu früheren Zeiten nicht wesentlich geändert: Man ist Single, verheiratet oder geschieden, man lebt in einer treuen Zweierbeziehung oder genießt die eine oder andere Affäre.

In seinem neuen Buch geht der Zukunftsforscher Matthias Horx nun diesem Thema nach und er denkt darüber nach, wie sich Liebe, Sex und Familie in der Zukunft wohl entwickeln. Da identifiziert er allen Unkenrufen zum Trotz die Liebe zwischen Menschen als das stärkste Gefühl, das der Mensch haben kann. Er nennt es ein wunderbares Paradox unseres Lebens und sagt: "Wenn wir die Liebe aus unserem Leben nehmen, dann ist es eigentlich zu Ende".

Er beschreibt die verschiedenen Formen heutiger Liebesbeziehungen und Partnerschaften und entwirft am Ende drei verschiedenen „Szenarien der futuristischen Liebe“, die mich alle drei nicht so recht überzeugen konnten. Mehr gefallen hat mir, was er in einem Interview sagte:
„Das momentane Kulturmodell der Liebe ist die serielle Monogamie. In den Großstädten bzw. Ballungsgebieten haben die Menschen ungefähr sieben bis acht Partner in ihrem Leben. Sie haben Sex, bevor sie eine Ehe oder Lebenspartnerschaft eingehen. Wir haben heute auch ein Stück weit mehr Liebeserfahrung. Auf der anderen Seite hat man auch das Gefühl, dass wir heute viel unintelligenter und blödsinniger lieben. Wenn Sie sehen, wie heute Kabarettisten Witze über die Liebe machen, dann hat man das Gefühl: Das ist eine einzige Katastrophe. Es gibt auch einen unglaublichen Zynismus über die Liebe, weil alle Leute das Gefühl haben, das kann gar nicht funktionieren – besonders Männer haben das. Mario Barth in einem Sportstadion, das ist, glaube ich, die Apokalypse – und vor allem die Apokalypse der Liebe.“

Mattias Horx glaubt, dass auch in einer weiteren Zukunft die Liebe der Stoff sein wird, der Menschen zusammenführt und zusammenhält. Das ist für einen Zukunftsforscher wohltuend konservativ.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.08.2017
Linas Reise ins Land Glück
Widmark, Martin

Linas Reise ins Land Glück


ausgezeichnet

Martin Widmark, Emilia Dziubak, Linas Reise ins Land Glück, arsedition 2017, ISBN 978-3-8458-2205-1

Eine schöne fantasievolle Geschichte des schwedischen Bestsellerautors Martin Widmark hat Emilia Dziubak mit zarten und geheimnisvollen auf eine sehr ansprechende Art illustriert.
Die an das Märchen vom Däumelinchen von Hans Christian Andersen erinnernde Geschichte erzählt von Lina, die dem kleinen Daniel vor dem Einschlafen eine märchenhafte Geschichte aus ihrer Vergangenheit erzählt, als sie als kleines Mädchen auf der Suche nach ihrem Bruder in einem wunderbaren Phantasiewelt, dem Land Glück, landet.

Dort trifft sie auf sprechende Insekten und auf einen höflichen Käfer in Frack und Fliege. Der Käfer führt die geschrumpfte Lina an die wundervollsten und abenteuerlichsten Orte.

Spannend, liebevoll und warmherzig erzählt Martin Widmark in kurzen Sätzen sein Märchen. Emilia Dziudaks Illustrationen zum Text fügen sich perfekt ein und bezaubern in ihrer seltsamen Schönheit nicht nur die Kinder, sondern auch die vorlesenden Erwachsenen. Auch als Gute-Nacht-Geschichte hervorragend geeignet.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.08.2017
Oma Wombat
French, Jackie

Oma Wombat


ausgezeichnet

Jackie French, Bruce Whatley, Oma Wombat, Gerstenberg 2017, ISBN 978-3-8369-5963-6

Mit ihren bisherigen Büchern „Tagebuch eines Wombat“ (2007) und „Tagebuch eines Babywombat“ (2010), „Weihnachtswombat“ (2012), „Wombats erster Schultag“ (2015) und „Tagebuch eines Wombat“ (2016) haben Jackie French und Bruce Whatley mit ihrer Version des australischen Beuteltieres viele Kinder begeistert und das Leben des kleine Wesens von seiner Babyzeit bis in die Schule begleitet.

Der Wombat frisst am liebsten Karotten. Die Sprache des Wombat ist gewöhnungsbedürftig. Er kann kaum ganze Sätze sprechen und ist so für kleine Kinder ein liebevoller Genosse. Doch mit de n Jahren hat sich das geändert. Auch in dem vorliegenden Buch, das sich hauptsächlich um eine wichtige Person aus der Wombatfamilie dreht, um die „Oma Wombat“. Mit wunderbaren Bildern und lustigen Texten zeigt es eine wunderbare Beziehung zwischen einer Großmutter und ihrem Enkel, wie man sie jedem Kind nur wünschen kann. Leider wachsen viele Kinder heute auf, die ihre Großeltern weil sie weit weg von ihnen wohnen , nur selten. Dieses Buch kann helfen, die Erinnerung an sie wachzuhalten bis zum nächsten, hoffentlich schönen Besuch und vielen schönen Erlebnissen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.08.2017
Schau mich an, wenn ich mit dir rede!
Helfer, Monika

Schau mich an, wenn ich mit dir rede!


ausgezeichnet

Monika Helfer, Schau mich an, wenn ich mit dir rede, Jung und Jung 2017, ISBN 978-3-99027-094-3

Dieser neue Roman der bekannten Österreichischen Schriftstellerin Monika Helfer ist auf die Longlist des Deutschen Buchpreises gekommen. Nicht zum ersten Mal hat ein Roman des kleinen Jung und Jung Verlags diesen Erfolg geschafft.

Der Roman erzählt die Geschichte von Vev, deren Familie nach der Scheidung der Eltern plötzlich durch Patchworkverhältnisse immer größer wird. Ihre Mutter Sonja kommt auch mit Hilfe von Drogen nicht über die Scheidung hinweg, auch wenn The Dude, Sonjas neuer Mann kräftig in Sonjas Leben aufräumt und alles in die Hand nimmt.

Auch Vevs Vater Milan bleibt nicht lange allein. Er zieht zu Natalie und deren beiden Töchtern, doch wie zu erwarten, findet er auch dort nicht seinen wahren Platz. Keiner ist wirklich glücklich, und doch fühlen sie, dass sie alle irgendwie zusammengehören und nicht voneinander loskommen.

Was geschieht in einer solchen Situation mit den betroffenen Kindern? Das ist das Hauptthema eines bewegenden Buches. Sie arrangieren sich, lernen schnell mit der neuen Situation umzugehen und machen das Beste für sich daraus. Sie spielen das Spiel ohne festgelegte Regeln besser als die Erwachsenen.

Mit einer großen Empathie nähert sich Monika Helfer ihre Figuren, lässt sie ganz nahe an den Leser herankommen, doch ihr schonungsloser Blick ist nie denuntiativ. Aufrichtig beschreibt sie eine große Patchworkfamilie, die letztlich nur noch von Eigeninteressen zusammengehalten wird.

Ich glaube, sie ist damit sehr nahe dran an mehr Patchworkfamilien als man herkömmlich denkt.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.08.2017
Wir können nicht allen helfen
Palmer, Boris

Wir können nicht allen helfen


ausgezeichnet

Boris Palmer, Wir können nicht allen helfen, Siedler 2017, ISBN 978-3-8275-0107-3

„Ein Grüner über Integration und die Grenzen der Belastbarkeit“, so lautet der Untertitel des vorliegenden Buches, das schon lange vor seinem Erscheinen für erregte Diskussionen in der bundesdeutschen Öffentlichkeit gesorgt hat. Wohl auch deshalb, weil sein Autor, der Tübinger Oberbürgermeister in den letzten Jahren sich fast täglich meist über facebook und immer politisch unkorrekt in die Debatte über Flüchtlinge und Integration eingemischt hat.

Doch bei einer genauen Lektüre seines Buches, das er auch mit vielen Tübinger Erfahrungen unterfüttert, kann man die Aufregung nicht recht verstehen, beziehungsweise sie nur als ein weiteres Beispiel für das sehen, was er in seinem Buch kritisiert. Zwischen denen, die nach wie vor unreflektiert an ihrer Willkommenskultur festhalten und denen, die am liebsten jeden Asylsuchenden aus Deutschland fernhalten wollen, gibt es kaum noch einen vernünftigen Diskurs. Diese unser Land zerreissende Spannung zwischen Gesinnungsethik und Verantwortungsethik ist das Subthema , das sich durch das ganze Buch zieht. Palmer will das durchbrechen. Je mehr die berechtigte Kritik an einer ungebremsten Zuwanderung (vgl. auch die Bücher von Katja Schneit, Samuel Schirmbeck und Paul Collier) unter Rassismus- und anderen –verdacht gestellt wird, je mehr wird das Geschäft der wirklichen Populisten betrieben.

Man wirft Boris Palmer Populismus vor – aus seinem Buch kann ich das nicht herauslesen.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.08.2017
Sonne, Mond und Abendstern
Kreusch-Jacob, Dorothee; Buchholz, Quint

Sonne, Mond und Abendstern


ausgezeichnet

Dorothee Kreusch-Jacob, Quint Buchholz, Sonne, Mond und Abendstern. Das große Liederbuch zur guten Nacht, Hanser 2017, ISBN 978-3-446-25691-0

Kleineren und größeren Kindern fällt es oft schwer, nach all den Aufregungen und Eindrücken des Tages in Kindergarten, Schule oder zu Hause zur Ruhe zu kommen. Folge ist, dass sie nur schwer in den für sie und ihre geistige Entwicklung wichtigen Schlaf finden. Dass immer mehr Erwachsene unter dem gleichen Phänomen leiden, sei hier nur schon einmal erwähnt. Viele Eltern machen die Erfahrung, dass abendliches Vorlesen von Gute-Nacht-Geschichten, das gemeinsame Singen eines Liedes oder auch ein Abendgebet nicht nur ihren Kindern sondern auch ihnen selbst zur Ruhe verhelfen und ihre Kinder besser einschlafen lässt.

Das hier vorliegende Hausbuch ist ein bibliographisches Meisterwerk. An Groß und Klein denkend, hat Dorothee Kreusch-Jacob aus der reichen Tradition der Lyrik, der Spiritualität und der Musik Leises und Lautes, Gereimtes und Ungereimtes, Wunderliches und Rätselhaftes, Vertrautes und Neues ausgewählt und zu einer unvergleichlichen Sammlung für die ganze Familie zusammengestellt.

Auf fast jeder Doppelseite findet sich eine Illustration von Quint Buchholz. Sie alleine schon rechtfertigen den Kauf dieses wertvollen Buches. Von den jeweiligen Texten sich inspirieren lassend, hat er Dutzende seiner ganz spezifischen Bilder gemalt, die einen Kollegen von der Süddeutschen Zeitung einmal begeistert schreiben ließen:
„Buchholz` schwebende, pointilistische Illustrationen sind Meisterstücke des Atmosphärischen, es sind Bilder, die ihre Rätsel bewahren und nichts im Voraus verraten.“

Die Notensätze der ausgewählten Lieder sind einfach und mit Gitarrengriffen versehen. Die reiche Auswahl von Gedichten, Gebeten und Geschichten, die Dorothee Kreusch-Jacob getroffen hat, ist mehr als gelungen.

Ein wunderbares Buch, ein Schatz für die ganze Familie.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.08.2017
Ihr sollt den Fremden lieben / Rabbi Klein Bd.4
Bodenheimer, Alfred

Ihr sollt den Fremden lieben / Rabbi Klein Bd.4


ausgezeichnet

Alfred Bodenheimer, Ihr sollt den Fremden lieben. Rabbi Kleins vierter Fall, Nage & Kimche 2017, ISBN 978-3-31201033-2

Der Professor für Jüdische Literatur- und Religionsgeschichte an der Universität in Basel, der 1965 geborene Alfred Bodenheimer, hat vor einigen Jahren mit der Streitschrift „Haut ab!“ seine Stimme in der damals aktuellen Beschneidungsdebatte erhoben und auf sich aufmerksam gemacht, nachdem seine bisherigen Werke zur jüdischen Literatur nur von einem kleinen Fachpublikum wahrgenommen wurden.

Nachdem er mit „Kains Opfer“ 2014 seinen ersten Roman vorlegte, einen Kriminalroman, in dem er nicht nur nachwies, dass er selbst gute Literatur schreiben kann, sondern in dem er den Leser mitten hinein in das Leben und den Alltag eines Schweizer Rabbis führte und in tiefsinnige theologische Reflexionen über zentrale Fragen der Auslegung des Talmuds, hat er die Reihe mit „Das Ende vom Lied“ (2015) fortgesetzt und im letzten Jahr den dritten Fall für Rabbi Klein veröffentlicht unter dem Titel „Der Messias kommt nicht.“

Rabbi Gabriel Klein steht als orthodoxer Rabbi einer großen Züricher Synagoge vor. Er predigt, unterrichtet und macht liebend gerne Besuche in Krankenhäusern und Altenheimen bei Mitgliedern seiner Gemeinde. Ein sympathischer Theologe mit Grundsätzen ist Klein, doch er ist durchaus offen auch für neue Gedanken.

Die Fälle, die er löst, kommen zu ihm wie die Jungfrau zum Kind, er schlittert geradezu in sie hinein. Wie Alfred Bodenheimer seinen Rabbi die Fälle lösen lässt, hat auch nichts mit klassischer Krimiliteratur zu tun, wo es vor Spannung und Action nur so knistert, auch nicht mit der pastoralen Ermittlungsarbeit etwa eines Pater Brown. Wenn er allerdings mitten in seinem normalen Alltag einem Verbrechen auf die Spur kommt, da springt bei Rabbi Klein etwas an, was ihn bis zur Lösung nicht mehr zur Ruhe kommen lässt.

Im vorliegenden neuen Buch „Ihr sollt den Fremden lieben“ Buch ist Rabbi Klein bei einer beliebten Talkshow des Schweizer Fernsehens zu Gast und wird dort von dem bekannten und beliebten Journalisten Kim Nufener interviewt. Stunden später, Gabriel Klein hat das Studio schoin verlassen als, er wegen eines liegengelassenen Handys noch einmal zurückkehrt und sieht, wie der das Studio verlassende Kim Nufener von einem Auto angefahren und schwer verletzt wird. Rabbi Klein eilt zu Hilfe doch in seinem Arm stirbt der Journalist blutüberströmt.

Kurze Zeit später meldet sich nach langen Jahren der inzwischen als Modedesigner berühmt gewordene Sohn eines orthodoxen jüdischen Gelehrten, Lejser Morgenroth bei ihm, und gesteht ihm, bei diesem Unfall in der Nähe gewesen zu sein. Er hatte eine homosexuelle Beziehung zu Kim Nufener, die jedoch kurz zuvor zerbrach, weil Kim ihn verlassen hat. Im Verlauf des Buches stellt sich heraus, warum, aber zuvor ist Lejser natürlich dringend tatverdächtig. Auch weil er immer wieder Gabriel Klein drängt ihm zu helfen, beginnt dieser nachzuforschen

Wie schon in den ersten drei Bänden verknüpft Bodenheimer genial eine durchaus spannende und verwickelte Handlung, die schlussendlich zur überraschenden Lösung des Falls führt, und eine theologische Debatte, die zunächst parallel läuft, deren Interpretation aber am Ende den Fall lösen hilft.

Trotz seiner orthodoxen Grundhaltung hat der Rabbi viel Verständnis für die Menschen und das allzu Menschliche. Bodenheimer hat ihm mit Rivka eine Ehefrau gegeben, die mit eigenem Profil ihm treu zur Seite steht und auch dieses Mal mit einer klugen Beobachtung den entscheidenden Hinweis zur Auflösung liefert.

Wieder eine gelungene Mischung aus Krimi und rabbinischer Theologie mit feinen Bemerkungen über die Konkurrenz zwischen Zürich und Basel und vielen Beschreibungen jüdischen Lebens und Alltags in der Schweiz. Auf den nächsten Fall warte ich mit Spannung.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.08.2017
Verlorene Freunde
Brümmer, Elmar; Kräling, Ferdi

Verlorene Freunde


ausgezeichnet

Elmar Brümmer, Ferdi Kräling, Verlorene Freunde, Delius Klasing 2017, ISBN 978-3-667-10970-5

Dieses für alle Formel 1 und Rennsportfreunde interessante Buch versammelt die traurigen Geschichten der Opfer dieses Sportes, der, obwohl in manchen Kreisen durchaus umstritten, nach wie vor nicht nur ein Milliardengeschäft ist, sondern auch Millionen Menschen überall auf der Welt über eine lange Rennsaison in Atem hält. In Deutschland hängt das auch mit den legendären Erfolgen von Michael Schuhmacher und den jüngsten Titeln von Sebastian Vettel zusammen.

Das Buch versammelt Porträts von 19 Rennfahrern, die vor allem in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf den unterschiedlichsten Rennstrecken in ihren schnellen Fahrzeigen bei zum Teil spektakulären Unfällen ihr Leben ließen. Ihr Leben wird beschrieben und ihre Erfolge und auch das Rennen, das ihr letztes werden sollte.

Elmar Brümmer, ein bekannter Motorsportjournalist zeichnet für die sensiblen Texte verantwortlich und Ferdi Kräling für die beeindruckenden Fotografien.

Kritisches zu diesem gefährlichen Sport allerdings wird man in diesem Buch verständlicherweise nicht finden.

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.