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Benutzername: Winfried Stanzick
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Bewertungen

Insgesamt 2351 Bewertungen
Bewertung vom 05.07.2018
Staunen - Die Wunder im Alltag entdecken
Grün, Anselm

Staunen - Die Wunder im Alltag entdecken


ausgezeichnet

Anselm Grün, Staunen. Die Wunder im Alltag entdecken, Herder 2018, ISBN 978-3-451-00657-9

Alle Menschen träumen schon im jungen Alter von einen glücklichen und erfüllten Leben. Im Laufe ihres Lebens mögen sich die Vorstellungen davon verändern. Sind es bei jungen Menschen wie etwa meinem 15- jährigen Sohn Träume von einem Studium und einem bestimmten Beruf, sind es bei mir persönlich im Augenblick Wünsche nach dem Gelingen einer bevorstehenden schwierigen Operation. Wird es mir in meinem letzten Lebensviertel gelingen, jede Stunde und jeden Tag als Geschenk anzunehmen und mit den mir nahen Menschen zu leben, als wäre es mein letzter?

Schon immer waren die Träume von einem glücklichen und erfüllten Leben mehr oder weniger stark beeinflusst von materiellen Wünschen. Eine schöne, größere Wohnung haben, sich einen Urlaub leisten können, im Beruf aufsteigen und mehr Geld verdienen, davon träumten meine Eltern schon in den fünfziger Jahren.

Dass auch ohne viel Geld und ohne das medial vermittelte Bedürfnis nach Erfolg, jugendlicher Schönheit und Anerkennung, der Sinn des Lebens, das Gefühl von Glück und Sinnhaftigkeit dessen, was ich bin und tue, meistens mitten in unserem Alltag verborgen legt und entdeckt werden will, dieser Wahrheit geht der Benediktinerpater Anselm Grün in einem neune bei Herder erschienen Buch nach.

Er hat seinen auch aus seinen früheren Büchern schon bekannten Gedanken den Titel „Staunen“ gegeben.
„Staunen ist eine Voraussetzung dafür, dass jeden Tag etwas Neues in uns beginnen kann, dass wir herauskommen uns den alten, festgefahrenen Wahrnehmungs- und Lebensmustern. Staunen heißt offen sein für da Neue und das Wunder im Alltäglichen erkennen. Kinder können das noch: sich mit offenem Herzen einlassen, ganz im Augenblick sein, ohne Erwartungen, ohne Nebenabsichten, ohne Vorurteile.“
Es ist wie eine „Offenbarung, die keinen Glaubensakt, sondern bloße Aufmerksamkeit fordert.“ (Peter Schellenbaum)

Lassen Sie sich von diesem wunderbaren Buch inspirieren und versuchen Sie, nur einmal am Tag für eine kurze Zeit sich in einen solchen Zustand des Staunens zu versetzen und fangen Sie dabei mit sich selbst an, denn Sie sind ein Wunder.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.07.2018
Der Panther
Rilke, Rainer Maria

Der Panther


ausgezeichnet

Julia Nüsch, Rainer Maria Rilke, Der Panther, Kindermann Verlag 2018, ISBN 978-3-934029-71-2

„Der Panther“ ist das wohl bekannteste Gedicht des 1875 in Prag geborenen Poeten Rainer Maria Rilke. Im Jahr 1902 oder 1903 war Rilke nach einem Besuch des Jardin des Plantes in Paris von einem eingesperrten Panther so tief beeindruckt, dass er kurz danach seine Eindrücke in ein Gedicht fasste, dass wegen seiner Tiefe und seinen Anklängen an die letztliche Gefangenheit aller menschlicher Existenz weltberühmt geworden ist und bis heute auch Menschen bekannt ist, die sonst wenig sich mit Poetik beschäftigen. Rilke beschreibt die Welt aus der Sicht des Panthers hinter seinen Stäben und legt doch viel existienzielle menschliche Erfahrung hinein.
Der Panther hat keinen Bezug mehr zur Welt außerhalb seines Käfigs, sein Sein hat kein Du, an dem es sich reiben oder mit dem es sich messen kann. Mit nur wenigen Zeilen stellt Rainer Maria Rilke das Leben des Panthers dar und tut dies mit einem Gefühl für den Verlust von Identität, wie es nicht unmittelbarer mitzuteilen ist.

In der durchweg empfehlenswerten Reihe „Poesie für Kinder“ des Kindermann Verlags ragt dieses Buch durch die Illustrationen von Julia Nüsch heraus.1979 geboren und an der HAW ausgebildet, arbeitet sie seit 2009 freiberuflich für Agenturen, Verlage und Zeitschriften. Für den "Kindermann Verlag" hat sie zuvor "Der Kaufmann von Venedig" illustriert.
Die Zeichnungen sind so etwas wie Gedichte ohne Worte. Wer die Zeichnungen ansieht, kann vielleicht eine Ahnung davon bekommen, wie sich Rainer Maria Rilke gefühlt hat, als er dem Panther begegnete. Es geht nämlich nicht um den Panther allein, es geht um die Beziehung zwischen dem Panther und dem Dichter. Dies macht das Buch zu einem besonderen Erlebnis. Die Trennung zwischen dem Gegenstand der Betrachtung und dem Betrachter ist also aufgehoben. Und führt dazu, dass die Bilder eine eigene Sprache haben, die mit der Sprache des Dichters korrespondiert.

Ein wunderschönes Buch nicht nur für Kinder.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.07.2018
20 beste Reiseziele
Jörg-Brosche, Claudia

20 beste Reiseziele


ausgezeichnet

Claudia Jörg-Brosche, Zwanzig beste Reiseziele, Ueberreuter 2018, ISBN 978-3-8000-7715-1

Claudia Jörg-Brosche hat als Reisejournalistin schon die ganze Welt bereist. In ihrem neuen Buch präsentiert sie voller Leidenschaft in 18 Kapiteln 20 Reiseziele mit dem Schwerpunkt Österreich und Europa, die sie alle selbst bereist hat.
Da ist für jeden Geschmack ein Ziel dabei. Es geht von Entspannung bis zum Abenteuer, es gibt Vorschläge für Menschen, die Städtereisen leiben und für Globetrotter, die hinaus in die weite Welt wollen, ist auch etwas dabei. Man spürt bei diesen authentisch und sehr lebendig erzählten Geschichten auf jeder Seite, dass die Autorin alles selbst erlebt hat. Entsprechend getönt sind auch ihre zahlreichen Tipps für Unternehmungen an den entsprechenden Orten.

Es sind Ziele und Orte, die entweder noch die Bezeichnung „Geheimtipp“ für sich in Anspruch nehmen dürfen oder Reiseziele, die besonders schön oder aktuell sind.

Wählen Sie aus. Zur Wahl stehen:
Portugal, Madeira, Andalusien, Okzitanien - Toulouse, Palermo, Soca-Tal, Basel, Island, Lemberg, Georgien - Swanetien, Dominikanische Republik - Samaná Halbinsel, Tokio, Namibia, Vietnam, Almtal, Sölden – Ötztal sowie die Kulturhauptstädte Europas: Valetta/Malta & Leeuwarden/Niederlande (2018), Matera/Italien & Plovdiv/Bulgarien (2019)

Für die, die nicht weg können, kann das Buch auch beim Anschauen und Lesen ein Erlebnis werden.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.07.2018
Komplizen
Roshani, Anuschka

Komplizen


ausgezeichnet

Anuschka Roshani, Komplizen. Erinnerungen an meine noch lebenden Eltern, Kein & Aber 2018, ISBN 978-3-0369-5782-1

Es gibt im Leben vieler Menschen einen Zeitpunkt, in dem er beim Blick in den Spiegel von einem Tag auf den anderen mit Erschrecken sieht, dass er alt geworden ist. Andere spüren es bei gewohnten körperlichen Tätigkeiten, oder nach einem nach langen Vorsätzen durchgeführten Arztbesuch, der beängstigende Werte zu Tage brachte.

Mit dieser Ernüchterung einher geht nicht selten eine Veränderung des Blickes auf die eigenen Eltern. Denn die Zeit um das 50. Lebensjahr (Anuschka Roshani ist 1966 geboren) fällt sehr oft mit der Zeit zusammen, in der die bisher zwar alten, aber immer noch auf ihre Weise jung und lebendig wahrgenommenen Eltern, plötzlich krank und gebrechlich werden. Und auf einmal stellt sich dem Sohn oder der Tochter die Frage, wer man eigentlich ist. Wie ist man der Mensch geworden, der heute ist? Was haben die eigenen Eltern damit zu tun? Haben sie mich geprägt oder bin ich meine eigenen Wege gegangen?
An was erinnere ich mich besonders gern, und welche Erfahrungen schmerzen noch heute? Auch Anushka Roshani stellt sich diese Fragen und geht dafür erzählend in die Geschichte ihrer Eltern zurück. Eine schillernde Geschichte, besonders eines exzentrischen Vaters, von dem sie zu Beginn ihrer Recherchen noch nicht einmal sein Geburtsdatum, weiß.

Als der Vater in hohem Alter eine schwierige Diagnose erhält, und dann schlussendlich bricht, beginnt sie zunächst tastend ihre Suche nach ihren eigenen Ursprüngen und entdeckt überraschende Komplizenschaften.
Sensibel, sehr persönlich, stellenweise schonungslos aber immer mit großer Empathie erzählt Roshani das Leben ihrer Eltern, das Leben in einer bestimmten Zeit und Stimmung.
Die Eltern und die Tochter sind in diesem Buch nicht nur die Protagonisten einer außergewöhnlichen Familiengeschichte. Die nich nur eine Zeitreise in die Vergangenheit ist, sondern auch die Gegenwart einer Frau mittleren Alters in einem neuen Licht erscheinen lässt.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.06.2018
Der meistgereiste Mann der Welt
Bown, Mike Spencer

Der meistgereiste Mann der Welt


ausgezeichnet

Mike Spencer Bown, Der meistgereiste Mann der Welt, Riva 2018, ISBN 978-3-7423-0534-3

Als Mike Bown im Jahr 1990 begann, seine schon lange in ihn schwelenden Leidenschaft wahr zu machen und seinen Rucksack packte, da wusste er nicht, wie lange er so in der Welt unterwegs sein würde.

Mittlerweile, so erzählt er in diesem unterhaltsamen und informativen Buch, ist er seit 23 Jahren unterwegs und hat dabei alle 195 Länder der Welt besucht. Aber wie schon bald nach Beginn der Lektüre wohltuend feststellen kann,. geht es ihm nicht um viele Stempel im Pass, sondern immer darum, das Land, das er gerade besuch und die Menschen, denen er dort begegnet wirklich kennenzulernen. Wovon andere nur träumen können, er hat es gemacht:
Er folgte dem Lauf des Amazonas in einem Boot, durchquerte Wüsten und Dschungelgebiete zu Fuß oder in Militärfahrzeugen, schlief in Stammeshütten, lag an unberührten weißen Sandstränden und wartete das Ende eines Schneesturms in einer tibetischen Höhle ab.

Immer will er sich, so authentisch er kann, auf das einlassen, was ihm begegnet. Man spürt es auf fast jeder Seite seiner wunderbaren Reiseerzählungen. Er bringt dem Leser die Welt ein Stück näher und zeigte ihm das ein oder andere Wunder unserer Erde.

Da es nicht so aussieht, als würde er seine Reisen beenden, darf man sich vielleicht über weitere Bücher von ihm freuen.

4 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.06.2018
Der Anfang von etwas Schönem
Doron, Lizzie

Der Anfang von etwas Schönem


ausgezeichnet

Lizzie Dorons dritter ins Deutsche übersetzte Roman erzählt verfremdet von ihrer Kindheit im Tel Aviver Viertel Yad Elijahu, einem kleinen, aber geschlossen wirkenden Viertel, in das damals fast nur Überlebende der Konzentrationslager zogen.
Schon in ihrer autobiographischen Novelle "Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?" hat die 1953 geborene Lizzie Doron von Yad Elijahu erzählt, von ihrer prinzipienfesten Mutter, die über ihre Vergangenheit in den Lagern der Nazis wie so viele andere beharrlich schwieg. Doron hat erzählt von den Aufträgen und Botschaften der Mutter, die wollte, dass die Tochter ihr Leben ganz auf die Zukunft ausrichtet. Dass ihre Tochter sich womöglich für ein Leben m Kibbuz entscheiden könnte, war ihr ein schrecklicher Gedanke. Und doch kam es genauso.

In ihrem Roman "Der Anfang von etwas Schönem" erzählt die Autorin von drei Menschen, die in Yad Elijahu geboren sind und miteinander aufwachsen und deren Lebenswege sich 40 (!) Jahre später wieder kreuzen. Dabei hat sie jeder Figur ein eigenes Kapitel gewidmet, lässt sie jeweils in der Ich-Form erzählen, sich erinnern und die sich langsam bei der Lektüre erschließenden Zusammenhänge zwischen den Lebensgeschichten der drei Menschen schildern.

Da ist Malinka Zuckmayer, die sich Amalia Ben Ami nennt und seit drei Jahrzehnten allein im Haus ihrer Mutter lebt. Verkaufen kann sie es nicht, denn die Mutter hat verfügt, dass sie zuvor erst heiraten müsse. So lebt sie, mit wechselnden Affären mit verheirateten Männer auch sinnbildlich "im Haus der Mutter" und arbeitet, vorzugsweise nachts, als Moderatorin beim israelischen Armeesender.

Da ist Gadi. Durch eine Kinderlähmung behindert, wurde der hinkende junge Mann vom Armeedienst befreit. Seit Kindertagen ist er in Malinka verliebt und träumt von einer Hochzeit mit ihr. Um ihn vor der Schande der militärischen Untauglichkeit zu bewahren, organisiert seine Mutter Sarke seine Auswanderung nach Amerika, wo man "kein Brot aus Erinnerungen backt", wie sie sagt. Sarke war mit Etka, Malinkas Mutter zusammen in Auschwitz und sie leben in Yad Elijahu als direkte Nachbarn.

Gadi wird in Amerika ein erfolgreicher Mann, doch er beginnt sich immer heftiger nach seinem Geburtsort zu sehnen, sehr zum Unwillen seiner Frau Dina, die ihr Judentum verlassen zu haben glaubt, und mit Gadi kontroverse Diskussionen darüber führt, welche Bedeutung Israel für die Juden hat. Er will zurück und mit Amalia leben.

Und da ist Chesi als dritter im Bunde. Er ist nach Paris gegangen und hat dort als Zeithistoriker Karriere gemacht. Er ist wie besessen von der Idee, dass der Zweite Weltkrieg erst vorbei sei, wenn die Juden bzw. ihre Nachkommen wieder in ihre ursprünglichen Orte in Polen zurückkehren und dort die jüdischen Häuser und Gebetstätten wieder aufbauen. Als er während eines Israelbesuchs Amalias Stimme im Radio hört, die sich mit einen "Schlager aus dem Lager" nämlich dem Lied "Still, still, mein Kind, schweig still, hier wachsen Gräber" von ihren Hörern verabschiedet, trifft er sich mit Amalia. Dieses Lied war die Hymne ihrer Kindheit. Er versucht sie zu überzeugen, dass ihre Begegnung "der Anfang von etwas Schönem" sei, doch sie endet schlussendlich in einem Fiasko, nachdem er sie mit nach Polen zu seinem "Wiederaufbauprojekt" genommen hat.
Es ist der Umgang mit dem geschichtlichen Erbe, an dem sich in Dorons Büchern entscheidet, ob sich etwas Schönes oder eine versöhnende Idee in einen Schrecken verwandelt oder nicht.

Dorons Figuren sitzen allesamt wie in einer Falle. So wie sie sie schildert, versucht sie nachzuweisen, dass es keinen "richtigen" Umgang mit dem Gedenken an die Shoa und ihre Opfer geben kann.
Die zweite Generation, aufgewachsen im auch aggressiv vorgetragenen Schweigen ihrer Eltern, hat für ihr ganzes Leben wirksame Beschädigungen erlitten, weil sie ihr Leben nur verstehen können als Trost für die Eltern. So behutsam zum Beispiel Etka u

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.06.2018
Willy Puchners Fabelhaftes Meer
Puchner, Willy

Willy Puchners Fabelhaftes Meer


ausgezeichnet

Willy Puchner, Fabelhaftes Meer, Nilpferd 2017, ISBN 978-3-7074-5186-3

„Ich träumte vom großen Ozean. Von Schiffen, Meerestieren und Inseln, von wunderbaren Menschen, kostbaren Pflanzen und fabelhaften Tieren…“

Willy Puchners Phantasien über das Meer ist ein Buch für Poeten, egal ob es Kinder oder Erwachsene lesen und betrachten. Es ist eine leidenschaftliche Liebeserklärung eines Künstlers an alles Leben im Meer und um es herum. In unzähligen Facetten aufgefächert verbinden sich Beobachtung und Phantasie, Gedanke, Idee und Poesie.

Es ist eine geheimnisvolle Sehnsuchtswelt, die wir so gut zu kennen meinen und die doch immer neue Überraschungen bereithält in die Puchner die entführt, die das großformatige Bilderbuch in ihren Händen halten.

Ein beglückendes Buch für alle, die das Meer lieben.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.06.2018
Susi Schimmel
Leitl, Leonora

Susi Schimmel


ausgezeichnet

Leonora Leitl, Susi Schimmel. Vom Verfaulen und Vergammeln, Tyrolia 2018, ISBN 978-3-7022-3665-6

Sie hat eine Mission, sie ist unerbittlich und sie ist nicht allein: Susi Schimmel die Hauptperson des hier vorliegenden Sachbilderbuchs von Leonora Leitl. Sie widmet sich zusammen mit ihren verschiedenen Artgenossen dem Verfaulen und Vergammeln, in den Jausenboxen der Kinder, hinter Schlafzimmerschränken und sogar auf Babypopos.


Nach „Gerda Gelse“ und „Willi Virus“ legt Leonora Leitl nun mit „Susi Schimmel“ das dritte Sachbilderbuch vor. Informativ berichtet Susi Schimmel aus ihrem Pilzleben, schwärmt von den wunderbaren Farben, mit denen sie Lebensmittel und Wände überzieht, schimpft über ihre ruhmsüchtigen Verwandten, die bei der Erzeugung von edlem Käse und Penicillin mithelfen, und berichtet von so mancher großer Errungenschaft.

Mit Witz und Humor bringt dieses Buch den Kindern von klein auf bei, was Schimmel ist, woher er kommt und was man dagegen tun kann. Aber auch die vielen Arten von Schimmel werden lexikonartig vorgestellt.. Die Bilder sind farbig, modern und kindgerecht illustriert und verbildlichen die kurzen Sachtexte sehr gut.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.06.2018
No Man's Land
Rensbergen, Henk van; Verhelst, Peter

No Man's Land


ausgezeichnet

Henk van Rensbergen, No Man‘ s Land. Zwischen Utopie und Wirklichkeit verlassener Orte, Knesebeck 2018, ISBN 978-3-95728-153-1

Der belgische Fotograf Henk van Rensbergen legt mit „No Man’s Land“ ein Buch vor, das zunächst scheinbar an die nur im Englischen erschienene Reihe Abandoned Places anknüpft. In „No Man‘ s Land“ zeigt er eine ansprechende und Neugier erweckende Melange aus postapokalyptisch anmutenden Szenen, die er meisterhaft festgehalten hat mit seiner Kamera. Der Verhaltensforscher Desmnd Morris hat ein nachdenkliches Vorwort beigesteuert. „Logbuch“ eine fpür dieses Buch verfasste Kurzgeschichte des flämischen Dichters Peter Verhelst steht am Ende eines beeindruckenden Buches.

Ein Buch, in dem Palazzi, stillgelegte Fabriken und leerstehende Krankenhäuser zu einer faszinierend-unheimlichen Gegenwelt sich wandeln, in der sich Tiere das zurückerobern, was einst der Mensch dominierte.
Ungewöhnlich komponierte Bilder voll meditativer Ruhe, die zur Besinnung und zum Nachdenken über den Zustand und die Zukunft der Erde einladen.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.06.2018
Das andere Achtundsechzig
Hodenberg, Christina von

Das andere Achtundsechzig


ausgezeichnet

Christina von Hodenberg, Das andere Achtundsechzig. Gesellschaftsgeschichte einer Revolte, C.H.Beck 2018, ISBN 978-3-406-71971-4

Schon zum 40. Jahrestag von „68“ haben sich vor allem die männlichen Protagonisten der „Bewegung“ in zahllosen Büchern und Interviews geäußert, immer mit dem Ziel ihre eigene Rolle genau zu definieren und unsterblich zu machen.

Nun in diesem Jahr, der 50. Wiederkehr von Achtundsechzig sind etliche dieser Bücher noch einmal aufgelegt worden, aber auch andere sind erschienen, die eine differenzierten und neuen Blick auf das Geschehen des Jahres 1968 werfen und seine Bedeutung neu definieren. Nennen will ich hier außer dem vorliegenden Buch das von dem Psychoanalytiker Claus Koch, der das Jahr 1968 in einer Geschichte von drei Generationen analysiert und beschreibt. Seine Frage:
„Die Eltern legten das Land in Schutt und Asche. Dann bauten sie es wieder auf, bis ihre Kinder 1968 in Berlin und anderswo es noch einmal anzünden wollten. Um damit die Vergangenheit endlich zum Schweigen zu bringen. Und ihre Kinder? Können sie, jenseits von Stillstand und trügerischer Ruhe das Land noch einmal zu neuem Leben erwecken?“
Seine Antwort: Die Phantasie und die Kraft der jungen Generation, in die Koch viel Hoffnung setzt, wird nötig sein, diese Welt besser zu machen und die Hoffnung darauf nicht aufzugeben.

Christina von Hodenberg hat nach dem Blick auf erstmal ausgewertete Quellen den Eindruck, dass das bisherige Bild der 68 er sehr unvollständig und verzerrt ist. Denn die vor allem männlichen Chronisten haben die prägende Rolle der Frauen damals unterschlagen.

Die Frauen fehlen in dem herkömmlichen Bild von 68. Sie kommen in der großen Erzählung der revolutionären Männer nicht vor. In ihrem Buch "Das andere Achtundsechzig" füllt Christina von Hodenberg diese Leerstelle, erinnert an vergessene Aktivistinnen und zeigt: 1968 war weiblich.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.