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Benutzername: narnia
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Bewertungen

Insgesamt 1135 Bewertungen
Bewertung vom 15.12.2011
Wo Elfen noch helfen
Walter, Andrea

Wo Elfen noch helfen


ausgezeichnet

Für genau zwei Monate erhielt die Hamburgerin Andrea Walter ein Stipendium und arbeitete für die isländische Zeitung Morgenblatt.

Diese Zeit reichte aus um die Autorin ins Schwärmen über Island zu versetzen. Sie pflegt in ihrem Buch einen herrlichen Plauderton, der Lust auf Island macht. Dabei verklärt sie die ferne Insel nicht zum Paradies. Sie erzählt beispielsweise von kullinarischen Abscheulichkeiten die ich niemals essen möchte.

Was ihr sehr gut gelingt, dass sind ihre Beschreibungen von der Natur Islands. Ganz sicher hat diese auch die Menschen geprägt. Nicht umsonst schreibt die Autorin: "In Island spürt man allerorten, wie übermächtig die Launen der Natur sind. Vielleicht schaffen die Isländer es deshalb so gut, das Leben und sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen. Weil man weiß, dass man klein ist und die Natur groß."

Nicht nur um Menschen - und Haifischfleisch geht es in dieser Anleitung für Island, es ist ein humorvoller und Zugleich auch nachdenklich machender Blick auf das Land weit oben im Norden.

Nach der Lektüre dieses Buches habe ich auf sehr unterhaltsame Weise einen tiefen Einblick in das Land bekommen.

Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

3 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 14.12.2011
Vom gekreuzigten Gott reden
Hempelmann, Heinzpeter; Herbst, Michael

Vom gekreuzigten Gott reden


ausgezeichnet

Im vorliegenden Buch versuchen sich zwei Theologen am Thema Kreuz und Kreuzestod. Ganz sicher gehört dieses Thema zu den schwersten, ist es doch auch heute schwer vorstellbar, dass ein Vater seinen Sohn hergibt um Sündern Heil widerfahren zu lassen.

Das Kreuz und der Kreuzestod Jesu sind bis heute Themen die wir gern vernachlässigen, an den Rand drängen und doch, so meinen es die beiden Autoren, ist das Kreuz eines der wichtigsten Themen und gehört mitten hinein in unser Glaubensleben.

"Karfreitags - oder Weihnachtschristentum?"

Sehr aktuelle Fragen stellen beide Autoren. So gehen sie der Frage nach: "Ist die Sühnevorstellung dem modernen Menschen noch zumutbar?" Der Leser wird Zeuge wie Theologen heute mit dieser und ähnlichen Fragen umgehen und er ist gefordert aus seiner bequemen Beobachterhaltung herauszukommen und selbst zu überlegen was er glaubt.

Dieses streitbare Glaubensbuch, dass auf der Höhe der Zeit ist und sich um Verständlichkeit auch Laien gegenüber bemüht, stellt erfrischende Fragen, die so leider nur selten zu hören sind, bei denen aber sogleich deutlich wird um wievieles reicher unser Glaube sein könnte, wenn man sich um allgemein anerkannte Antworten bemühen würde. Selbstverständlich ist dann nach dem Finden von Antworten auch ihre Weitervermittlung bis zu Basis hin zu planen.

"Hat das Kreuz eine Heilsbedeutung?"

Spannend und interessant sind dann die Predigten von Michael Herbst zu lesen. Auch wenn sie bereits aus dem Jahr 2009 sind, so zeigen die Worte des Greifswalder Professors doch deutlich, dass es sehr wichtig ist die Menschen an der Basis in die Überlegungen der Theologen miteinzubeziehen.

Die Tendenz des Buches ist klar und eindeutig. Als Leser fühle ich mich nach dieser Lektüre reicher. Michael Herbst sagt: "Gott kann leiden. Gott kann mich leiden. Gott kann für mich leiden."

Wenn wir uns weiter vor dem Thema Kreuz und Kreuzestod drücken, berauben wir uns selbst eines zentralen Glaubensinhaltes, dies wird in diesem Buch sehr deutlich!

Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.12.2011
Liebe im Schein des Polarlichts
Peterson, Tracie

Liebe im Schein des Polarlichts


ausgezeichnet

Nach "Ein Sommer der Leidenschaft" ist nun der zweite Band der großen Alsaska - Trilogie erschienen. Während mir der erste Band stellenweise ein wenig lau vorkam, hat Vielschreiberin Tracie Peterson mit ihrem zweiten Band alle meine Kritikpunkte wett gemacht.

Leah wird vom Zwillingsbruder ihres Mannes entführt. Er schleppt sie quer durch Alaska und die Autorin baut einen Spannungsbogen auf, der sich im weiteren Verlauf der Handlung immer weiter erhöht.

Während Leahs Mann die Verfolgung aufnimmt, beginnt Leah zu begreifen warum Chase Kincaid schon immer der Bösewicht und das schwarze Schaf der Familie war. Zum einen ist er ein gefährliches Monster der vor Mord niemals zurückschreckt, auf der anderen Seite ist er aber auch jemand der sich nie verstanden fühlte. Dies darf keine seiner Taten entschuldigen.

Peterson schreibt über eine Bruderbeziehung die nie funktioniert hat und beinah wie Kain und Abel ausgegangen wäre.

Leah und Helaina gelingt die Flucht vor Chase. Leah muss mit einem Bären kämpfen um dann in den Armen ihres Mannes wieder neuen Mut zu schöpfen. Dann aber beginnt die eigentliche große Frage dieses Romans. Leahs Mann Jayce bricht auf um seinen Zwillingsbruder zu verfolgen.

Diesen Roman kann man nicht ungelesen weglegen. Zeitweise liest er sich wie ein Thriller. Laut Verlagsseite erscheint der dritte Band bereits im Februar 2012. Man darf gespannt sein.

Unbedingt empfehlenswert!

Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.12.2011
Kommentar zum Neuen Testament
Berger, Klaus

Kommentar zum Neuen Testament


ausgezeichnet

An Klaus Berger scheiden sich nach wie vor oft die Geister. Manchen ist er ein theologischer Rebell der zu viel in Frage stellt und wieder anderen ist er ein aktuell wichtiger Zeitgeist, der gern fertige Denkschablonen verlässt um nachzuschauen und zu hinterfragen.

Mit seinem Mamutprojekt »Kommentar zum Neuen Testament« hat der Autor einmal mehr bewiesen, dass er neu und auf der Höhe der Zeit Fragen stellt. Der Kommentator Berger hat den Lebensalltag seiner Leser genau vor Augen. Er kennt die Stolpersteine des Glaubens. So spricht er offen aus was vielen Christen oft Schwierigkeiten bereitet. Bei Matthäus 1, 18-24 fragt Klaus Berger ob wir denn die Mutter Jesu heute wirklich noch als Jungfrau brauchen.

Für jeden Laien gut verständlich beantwortet Berger dann warum es eben auch in der Gegenwart wichtig bleibt Maria weiterhin als Jungfrau zu bezeichnen.

Besonders gespannt war ich auf Bergers Kommentar zum Johannesevangelium. In diesem Buch und besonders unter dem Eindruck der Quellen von Qumran sagt der Autor ganz eindeutig: »Nein, es ist judenchristlich und erörtert das für Juden einzig wichtige Problem, nämlich das Verhältnis zwischen Jesus und Gott und ob Jesu Aussagen über sich selbst Gotteslästerung sind.«

Daraus ergibt sich dann auch Bergers frühe Datierung des Entstehens des Johannesevangeliums auf vor 70 nach Christus. Damit steht er zwar nicht allein da, hat aber auch wissenschaftliche Widersacher. Was mich beeindruckt, ist seine Argumentationslinie, diese ist sauber und gut nachvollziehbar.

Der Preis für dieses Werk mag hoch erscheinen, aber wer sich gern mit dem Neuen Testament beschäftigt und bereit ist auch neue Fragestellungen zuzulassen, dem kann ich versichern, dieses Buch ist sein Geld wert.

Klaus Bergers Lebenswerk wird auf Jahre hinaus ein wichtiger Meilenstein in der Auslegung des Neuen Testaments sein und Bestand haben!

Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

7 von 8 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.12.2011
Michael Köhlmeiers Märchen-Dekamerone

Michael Köhlmeiers Märchen-Dekamerone


ausgezeichnet

Auf den ersten 15 Seiten erzählt Michael Köhlmeier aus seiner Kindheit. Sein Vater war ein Erzähler, der oft mehr erzählte, als die Familie ertrug. Seine Großmutter jedoch war für ihn die beste Erzählerin.

Der Autor schreibt in seiner Einleitung "Wo das Erzählen noch geholfen hat" warum es so wichtig ist und beklagt, dass diese Kunst am Aussterben ist.

Dann folgen die Märchen. Es sind bekannte Deutsche dabei, aber auch mir völlig unbekannte. Sie sind nach Themen geordnet: Die Tür - Bruder und Schwester - Drei - In die weite Welt hinaus - Die Tiere - Der Böse - Niemandes Kind - Verwandelt, verzaubert, verflucht.

Jeweils zu Beginn eines Märchenblocks schreibt Köhlmeier eine zwei bis drei seitige Einleitung. Dies ist nichts großes wissenschaftliches, es sind die Gedanken eines begnadeten Erzählers. Die beiden Lesebändchen ermöglichen ein schnelles wiederfinden, nach dem Lesen eines Märchens. Zu einigen Märchen hätte ich mir mehr an Deutungsversuche gewünscht.

Dennoch hat mich Köhlmeiers Märchen Dekamerone überzeugt, ich empfehle es gern weiter.

Dieses Buch gehört in die Hände von Eltern und Großeltern!

Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.12.2011
Die Wellentänzerin
Krätschmar, Tania

Die Wellentänzerin


ausgezeichnet

Dana ist Kapitän eines schwimmenden Hotels das von Berlin über die Havel und die Müritz bis hinauf nach Schwerin schippert. Diese Geschäftsidee ist noch ganz jung, aber sie beginnt sich zu rechnen.

Die 44-jährige ist mit ihrer Mutter und ihren drei Töchtern an Bord, erst in Berlin wollen sie wieder Passagiere aufnehmen. Zuvor jedoch kommt Antonius aufs Schiff. Er sieht nicht nur so aus wie ein berühmter Stargeiger, der gerade in jeder bunten Fernsehsendung durchgereicht wird, er ist auch mindestens ebenso charmant. Danas Töchter, die dem Teenageralter soeben entwachsen sind, verlieben sich gerade in ihn.

Aber dennoch kommt alles ganz anders. Antonius ist Maler, dass Motiv Wasser hat es ihm besonders angetan. Die Frauen haben die Idee, seine Bilder in einer Ausstellung auf ihrem Schiff zu zeigen. Als Dana jedoch ganz allein im Atelier des um viele Jahre jüngeren Antonius steht, beginnt es zwischen beiden zu knistern.

Tanja Krätschmar hat einen wunderbaren Liebesroman vorgelegt, der nicht in die Kitschschublade gehört, der aber deutlich zeigt, Liebe ist nicht planbar, wenn du nicht mehr an sie glaubst kann sie einfach so zuschlagen.

Empfehlenswert!

Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.12.2011
Klaus Schlesinger
Köhler, Astrid

Klaus Schlesinger


ausgezeichnet

Astrid Köhler ist mit dieser Biographie ein sehr einfühlsames und doch respektvolles Buch über Klaus Schlesinger gelungen. Sehr gut hat sie es verstanden zu zeigen, wie Schlesinger über die gesamte DDR - Zeit als stiller Rebell innerhalb der Kunstszene gewirkt hat.

Ihre Einteilung in sechs Abschnitte sind ebenfalls sehr gelungen:

Geboren in was für eine Welt?
1937-1945

Suche, Spiel und Selbsterprobung
1945-1961

Kreativität und Widerspenstigkeit
1961-1970

Wider das Nischendasein
1971-1980

Verweigerung der Bürgerlichkeit
1980-1989

Das Leben nach "Pest" und "Cholera"
Oder: Jenseits der Alternativen
1990-2001

Beim Lesen sind mir nicht nur viele Dinge aus Schlesingers nicht eben immer geordneten Privatleben begegnet, sondern, die Autorin hat es verstanden gleichzeitig auch einen Streifzug durch die Szene damals zu unternehmen.

Selbstverständlich, dass das politische System immer wieder eine Rolle im Buch spielt. Dadurch hat Schlesinger sich ja eben genau so und nicht anders entwickelt. Und so ist dieser Rückblick auch zu einem geschichtlichen Streifzug durch die unterschiedlichen Welten der DDR geworden.

Astrid Köhler hat damit eine Duftnote gesetzt die ihresgleichen sucht und den Vergleich mit keiner anderen Biographie scheuen muss!

Christian Döring, wwwbuecherveraendernleben.npage.eu

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 08.12.2011
Karl May
Schaper, Rüdiger

Karl May


ausgezeichnet

Bis zum heutigen Tag scheiden sich die Geister an Karl May. Die einen tun ihn als sächsischen Spinner ab und die anderen, so auch der Autor der hier vorliegenden Biografie meinen von Karl May sei bis zum heutig Tag sehr viel zu lernen: " . . . vor allem dies: die Leichtigkeit der Anstrengung."

Mit Hilfe vieler, leider sehr kleiner, schwarz - weiß Fotos zeichnet Rüdiger Schaper das Leben des Karl May nach und versucht dabei immer wieder neu hinter die Faszination zu kommen, die bis zum heutigen Tag von diesem Mann ausgeht. Es ist schon etwas eigenartig die alten Fotos zu sehen und dabei zu lesen:

"Seine Idee von religiöser Toleranz, seine Offenheit für fremde Kulturen, sein von flachen Hierarchien und einem leidenschaftlichen Friedensgedanken geprägtes Bild der Welt entfalten im 21. Jahrhundert aufs Neue ihren Charme, ihre Verführungskraft."

Dem Autor bin ich für seine Biografie über meinen Helden aus Kindertagen sehr dankbar für seine Art ihn darzustellen. Er zeichnet nicht nur das Vergangene des Karl May, sondern stellt ihn so dar, dass er sofort heute wieder top aktuell wäre, würde er plötzlich über den Marktplatz von Radebeul laufen.

Jede Zeit hat aus Karl May etwas anderes versucht zu machen. In den Anfangsjahren der DDR war er sogar verboten, später konnte man sich ihm nicht mehr verschließen. Zu populär waren seine Visionen von einer toleranten Welt.

Mit dem Karl May Bild von Rüdiger Schaper kann ich sehr gut leben und empfehle dies Buch gern weiter!

Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.