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Es ist das Jahr 1986: Danny und sein bester Freund Pat kontrollieren mit ihrer Gang die Straßen von Providence, Rhode Island. Sie machen ihr Geld mit Raub, Schmuggel und Schutzgelderpressung und leben in friedlicher Koexistenz mit der italienischen Mafia-Familie Moretti. Doch als der Bruder von Pat einem Moretti die Frau ausspannt, herrscht Krieg in Dogtown. Morde erschüttern die Stadt. Als das Oberhaupt der Murphys brutal getötet wird, rückt Danny an die Spitze des Clans. Doch er will raus aus dem Business, raus aus Dogtown. Ein letzter Deal soll ihm das Startkapital für ein neues Leben beschaffen. Dafür lässt er sich auf ein Angebot des Feindes ein. …mehr

Produktbeschreibung
Es ist das Jahr 1986: Danny und sein bester Freund Pat kontrollieren mit ihrer Gang die Straßen von Providence, Rhode Island. Sie machen ihr Geld mit Raub, Schmuggel und Schutzgelderpressung und leben in friedlicher Koexistenz mit der italienischen Mafia-Familie Moretti. Doch als der Bruder von Pat einem Moretti die Frau ausspannt, herrscht Krieg in Dogtown. Morde erschüttern die Stadt. Als das Oberhaupt der Murphys brutal getötet wird, rückt Danny an die Spitze des Clans. Doch er will raus aus dem Business, raus aus Dogtown. Ein letzter Deal soll ihm das Startkapital für ein neues Leben beschaffen. Dafür lässt er sich auf ein Angebot des Feindes ein.
Autorenporträt
Don Winslow ist Autor von zweiundzwanzig preisgekrönten internationalen Bestsellern, darunter der New York Times-Bestseller »Corruption«, der internationale Nr.1-Bestseller »Das Kartell« sowie »Tage der Toten«, »Zeit des Zorns« und »Frankie Machine«. »Zeit des Zorns« wurde von dem dreifachen Oscar-Preisträger Oliver Stone verfilmt. »Tage der Toten«, »Das Kartell« und »Jahre des Jägers« wurden an den TV-Sender FX verkauft, der die Ausstrahlung als wöchentliche Serie plant. Die Filmrechte von »City on Fire« sicherten sich Sony und 3000 Pictures. Winslow, ein ehemaliger Privatdetektiv, Anti-Terror-Ausbilder und Prozesssachverständiger, lebt in Kalifornien und Rhode Island.    
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 02.06.2022

Faust statt Feder
Don Winslow hat einen neuen Mafiathriller geschrieben. Jetzt
will er sich dem Kampf gegen Donald Trump widmen
VON JÖRG HÄNTZSCHEL
Don Winslow hat Jahrzehnte seines Lebens der Grausamkeit und dem Verbrechen gewidmet. Er hat sich für die Protagonisten seiner Romane immer neue Methoden des Mordens und Sterbens ausgedacht. Hat das Schlimmste, zu dem Menschen fähig sind, in blutigen Details geschildert und war damit enorm erfolgreich. Wenn einer das so lange gemacht hat, muss er eine enorme Toleranz für das Böse besitzen.
Nicht so Winslow. Er will nicht mehr. Vor ein paar Tagen ist sein neues Buch erschienen, „City on Fire“, der erste Teil einer Trilogie, deren zweiten und dritten er bereits fertiggestellt hat. Damit will er im Alter von 68 Jahren seine Schriftstellerkarriere beenden. Doch es ist nicht die fürchterliche Welt der Drogenkartelle und Mafia-Clans, die ihn in die Schreibabstinenz getrieben hat. Es ist Donald Trump. „In den USA, vielleicht weltweit, befinden wir uns in einer existenziellen Krise der Demokratie. Von jetzt an will ich alles, was ich an Talent besitze, in den Kampf für sie investieren“, erklärt er am Telefon. Und diesen Kampf will er nicht mit Büchern ausfechten, sondern mit seinen enorm erfolgreichen Videos, die so viel Durchschlagskraft besitzen, dass sie seine Mafia- und Drogenthriller erscheinen lassen wie elisabethanische Bildungsromane. Der hard boiled Krimi-Autor, der sich in einen radikalen Polit-Aktivisten verwandelt – dieser Karriere-Schlenker ist ungewöhnlich.
Klar ist immerhin, dass Winslow auf der Höhe seines Könnens geht. „City on Fire“ ist so spannend wie alle Winslow-Bücher, aber viel komplexer. Wie viele der zahllosen Fäden, die er in diesem ersten Teil seiner Trilogie spinnt, er im zweiten und dritten wieder aufnimmt, wird sich zeigen.
Für Winslow ist das große Karrierefinale eine Art Heimkehr. Schauplatz ist die Stadt Providence im US-Bundesstaat Rhode Island. Er ist in der Nähe aufgewachsen, bevor er nach New York und Kalifornien zog. Zur Zeit der Handlung, 1986, hatte die Stadt noch einen wichtigen Hafen. Von dem leben auch die beiden lokalen Mafia-Familien in beinahe rechtschaffen wirkender Bescheidenheit: die irischstämmigen Murphys und die italienischstämmigen Morettis. Erstere kontrollierten die Docks, letztere die Speditionen, daneben gehen sie ihren übrigen Geschäften nach, Kredite und Schutzgelderpressung. Gern verstehen sich die beiden Kleinstadt-Clans als eine Art Sozialhilfeinstitution von unten: Wenn die Kinder in Dogtown, ihrem ärmlichen Viertel, neue Turnschuhe brauchen, kaufen die Eltern die aus dem Container gefallene Ware bei ihnen zum Freundschaftspreis aus dem Kofferraum.
Die Murphys und die Morettis verbindet eine herzliche Feindschaft, aber als Nachkommen der alten Einwanderergruppen sind sie auch unausgesprochene Verbündete gegen die verhassten „Yankees“. Und wenn der alte italienische Clanboss Pasco Ferri am Labor-Day-Wochenende immer ein großes Grillfest veranstaltet, sind die Iren selbstverständlich eingeladen. Mit raffinierter Leutseligkeit lässt Winslow seine Charaktere auftreten als seien sie Menschen wie du und ich, samt ihrer Sorgen: schwindende Leidenschaft von Eheleuten, Alkoholismus, Brustkrebs, Kindheitstraumata.
Doch von den ersten Seiten an verdichten sich die ominösen Zeichen: Nachdem bereits die Fischerei nicht mehr viel einbringt, verliert der Hafen an Bedeutung. Und auch die großen Zeiten des organisierten Verbrechens sind vorbei. „Es ist immer am interessantesten, ein Milieu im Niedergang zu zeigen. Je weniger übrig ist, um das gekämpft werden kann, desto brutaler der Kampf“, erklärt Winslow.
Und schon bricht er los. Kaum steigt vor den Augen der urlaubenden Gangster eine schöne Fremde aus dem Meer, ist es vorbei mit dem fragilen Waffenstillstand. Sie wirkt wie der Katalysator einer tödlichen chemischen Reaktion. Aufhalten kann sie nicht einmal der besonnene Danny Ryan, Sohn des früheren Clanchefs Marty Ryan, der die Hoffnung bis zuletzt nicht aufgibt, das Mafia-Business in eine friedliche bürgerliche Existenz einzubauen.
Weder feiert Winslow seine Helden, noch denunziert er sie. „Manche von ihnen liebe ich, andere nicht“, sagt er. „Es ist nicht meine Aufgabe, moralische Urteile über sie zu fällen. Ich versuche, den Leser ihre Welt durch ihre Augen erfahren zu lassen.“ Doch je kaputter er diese Welt darstellt, desto mehr fragt sich der Leser, warum Winslow nicht mal das Leben einer Cellistin erzählt, oder das eines Archäologen. Winslow lacht und meint „Ich schreibe nun mal Krimis, das ist mein Genre“, als sei er ein Klempner, der nicht erklären muss, warum er keinen Tisch bauen kann. Und dann fällt ihm doch eine Erklärung ein: „Beim Krimi geht es um Menschen in extremis, Menschen in schwierigen und ernsten Situationen, in denen sich ihr Charakter zeigt. Außerdem erlaubt das Genre mir, mich mit sozialen Fragen zu beschäftigen.“
Wäre es nicht naheliegender, statt nun gleich das Medium zu wechseln, es mit einem anderen Genre zu versuchen, politische Thriller zu schreiben oder jene packende Nonfiction, die in Amerika eine so große Tradition hat? „Das können andere besser“, winkt Winslow ab. Und außerdem: „Clausewitz hat gesagt, man soll den Kampf immer auf dem Schlachtfeld seiner Wahl führen. Doch das ist nicht immer möglich. Jetzt sind die sozialen Medien das Schlachtfeld. Vielleicht eignet sich meine Fähigkeit, kurze, scharfe Sätze zu schreiben, ganz gut dafür.“
Mit den Videos hat Winslow im letzten amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf begonnen. Auf Youtube haben sie schon 250 Millionen Menschen gesehen. Er produziert sie gemeinsam mit dem Autor Shane Salerno, der unter anderem die Drehbücher für „Armageddon“, „Avatar“, „Shaft“ und die Verfilmung von Winslows Drogenroman „Savages“ geschrieben hat. Winslows Satzhiebe und Salernos Blockbuster-Dramaturgie münden da tatsächlich in eine überwältigend effektive Kunst der Drastik.
Ob beißender Sarkasmus, Schläge unter die Gürtellinie oder triefender Kitsch, die beiden schrecken vor nichts zurück, um rechte Kandidaten, Mitglieder der Trump-Familie oder Republikaner-Schranzen anzugreifen. Sie verhöhnen sie mit demaskierenden Bildern, Zeitungsausrissen und peinlichen Video-Sequenzen. Sie befeuern ihr Ätzen mit Streichersoße, Trommelwirbeln, Bassbomben und dem ganzen Rest von Hollywoods Sound-Arsenal. Doch der Gänsehaut-Effekt dieser meist um die zweiminütigen Clips rührt vor allem von Winslows Sätzen her: Wie in einem der jüngsten Videos, das gegen Ivanka Trump schießt: „Ivanka Trump ist eine Betrügerin. Alles an ihrem Leben ist eine Lüge“, knattern einem die Worte zu peinlichen Bildern der Trump-Tochter entgegen wie aus einem aufgebohrten Auspuff. „Sie hat das Betrügen von dem größten Lügner der Welt gelernt. Sie ist gegen Frauen, sie ist antiamerikanisch.“ Und so wie meistens in ihren Spots drehen Winslow und Salerno die Lautstärke gegen Ende richtig auf: „Sie ist nicht für Amerika, sie ist nicht für Frauen, sie ist nur für Ivanka.“
Dass er mit diesen hyperaggressiven Attacken gerade diejenigen unter den Zuschauern verlieren könnte, die noch am ehesten für seine Botschaften empfänglich wären, lässt Winslow nicht gelten: „Sie können das aggressiv finden“, sagt er, „aber ich bin es leid, dass wir immer mit Löffeln zur Messerstecherei kommen. Die andere Seite ist bereit alles zu tun und zu sagen, und wir wollen immer so freundlich und so vernünftig sein. Warum soll ich nett sein, wenn Leute versuchen, wie am 6. Januar 2021 die demokratisch gewählte Regierung der Vereinigten Staaten zu stürzen? Nein, ich habe wirklich kein Problem damit, ihnen – metaphorisch gesprochen – mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Sie brauchen es.“ Wie man Fausthiebe richtig platziert, damit kennt sich Winslow aus.
„Es ist immer am
interessantesten, ein Milieu
im Niedergang zu zeigen“
„Jetzt sind die sozialen Medien das Schlachtfeld. Vielleicht eignet sich meine Fähigkeit, kurze, scharfe Sätze zu schreiben, ganz gut dafür.“ – Don Winslow.
Foto: Eduardo Munoz Alvarez/HarperCollins
Don Winslow:
City on Fire.
Roman.
Aus dem Englischen von Conny Lösch.
HarperCollins,
Hamburg 2022.
400 Seiten, 22 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Perlentaucher-Notiz zur Dlf Kultur-Rezension

Einen "nostalgischen Epos über die kleinste Mafia der USA" nennt Rezensent Tobias Gohlis die geplante Trilogie des Krimi-Autoren Don Winslow. Nostalgisch ist für ihn nicht nur die Stimmung in der Geschichte über einen Bandenkrieg in den 80ern zwischen den italienischen Morettis und den irischen Murphys. Nostalgisch zumute wird dem Kritiker auch deshalb, weil  "City of Fire"nicht nur der Anfang eines Dreiteilers ist, sondern auch das Ende einer Schriftsteller-Karriere. Ab sofort, hat der Autor angekündigt, will er nur noch als politischer Aktivist in Erscheinung treten. Schade, findet der Rezensent, mit Winslow verliert die Welt einen geübten Erzähler, der ein Händchen für ambivalente und daher umso interessantere Helden hat, wie er hier einmal mehr beweist.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 07.06.2022

Vergil in Rhode Island
Krimis in Kürze: Harry Kämmerer, Jacob Ross, Don Winslow

München kann sehr kriminell sein, wenn man nur lange genug hinschaut. Und Harry Kämmerer und sein Kommissar Karl-Maria Mader geben sich sehr viel Mühe mit dem präzisen Blick auf die Stadt und ihre Viertel. In "Totwald" (Nagel & Kimche, 272 S., br., 18,- Euro) muss Frankreich-Freund, Deneuve-Verehrer und Dackelbesitzer Mader allerdings schon ein bisschen mehr schultern, als ihm und seinem Team guttut.

Kämmerer hat das Ermittlerteam bei dessen zweitem Auftritt sehr liebevoll und detailfreudig entwickelt, aber er ist manchmal zu sehr um besonders originelle, ausgefallene Eigenschaften seiner Figuren bemüht, wenn etwa der Beamte Hummel unbedingt als Krimiautor reüssieren will und immer wieder an sein "liebes Tagebuch" schreibt, während er nach Feierabend zu viel trinkt, um noch einen guten Plot zu entwickeln.

Der Roman und sein Personal bewegen sich zwischen Stadt und ländlichem Bayern, zwischen einem geheimen Bunker und ultraspießiger Schrebergartenkolonie, es gibt Morde und mysteriös Verschwundene, auch einige sehr pointierte Beobachtungen und Dialoge. Aber es gibt leider auch Passagen, mit denen ein Lektor einen Autor nicht davonkommen lassen sollte, weil sie so klingen wie ihre eigene Parodie: "In der Chefetage der Gurkenfabrik herrscht Bestürzung pur. Erstaunlicherweise ist der Tod des Patriarchen noch nicht kommuniziert worden."

Jacob Ross lebt schon lange in England, aber er stammt aus der Karibik, aus Grenada, und man muss nicht ortskundig sein, um in der fiktiven Insel Camaho den Ort wiederzuerkennen, an dem die Vereinigten Staaten im Jahre 1983 glaubten, unbedingt eine Invasion starten zu müssen.

Der Protagonist in "Die Knochenleser" (Suhrkamp, 376 S., br., 15,95 Euro) ist ein Held wider Willen. Das Letzte, was Michael Digson, den sie "Digger" nennen, will, ist es, zur Polizei zu gehen. Er ist der uneheliche Sohn des Polizeichefs. Man erpresst ihn eher dazu, weil er mehr erfahren will über den Tod seiner Mutter. Er absolviert eine forensische Ausbildung in England, und er kann im Lichte einer LED-Leuchte sehr genau analysieren, was die sterblichen Überreste einer Person über deren letzte Momente im Leben preisgeben.

Ross' Prosa ist sehr eigen, manchmal ein wenig elliptisch, er hat ein gutes Auge für die Landschaft und vor allem für die spezifischen Verhältnisse, unter denen die Menschen leben; er versteht etwas von den Folgen, die Korruption in einer Gesellschaft anrichtet, und von den fatalen Spuren, die ein guruhafter Baptisten-Diakon in einer Gemeinschaft ihm ergebener Frauen hinterlässt. "Mach dir nix vor, erzähl keinen Blödsinn" - das ist ein gutes Motto, um einen Roman zu beenden.

Je berühmter er wurde, desto uninteressanter wurden die Bücher, könnte man etwas böswillig sagen. Nach dem großartigen Drogenepos "Tage der Toten" driftete Don Winslow stark in Richtung Konfektion. Nun setzt er noch mal zu einer großen Trilogie an. "City on Fire" (Harper Collins, 398 S., geb., 22,- Euro) spielt dort, wo er herkommt, an der Ostküste, in Providence, Rhode Island. Es ist eine klassische Mafia-Geschichte. Die Filmrechte sind für einen siebenstelligen Betrag schon an Sony Pictures verkauft.

Das Epos handelt von Bandenkriegen und Familienbanden, die Iren und die Italiener teilen und herrschen, den einen gehören die Docks, den anderen das Glücksspiel, beiden die Gewerkschaften. Das geht eine Weile gut in den Achtzigerjahren, dann entsteigt eine Frau an einem schönen Sommertag dem Meer wie die schaumgeborene Venus. Und der allwissende Erzähler markiert sie für den noch ahnungslosen Protagonisten Danny Ryan als klassische Femme fatale.

Winslow schreibt eine schlanke, schnörkellose Prosa, er holt tief Luft für die Trilogie, und er dirigiert auch mühelos ein ausladendes Personal mit ein paar ganz interessanten Frauenfiguren. Das liest sich gut, ist sehr professionell gearbeitet, aber vom irrlichternden jüngsten Sohn bis zum zögerlichen Boss wider Willen ist da nichts, was man nicht schon kennen würde aus ungezählten Mafia-Legenden. Und wenn Winslow mit pathetischen Anleihen bei Homer und Vergil kommt, fragt man sich schon mal: Geht es nicht auch eine Nummer kleiner? PETER KÖRTE

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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»Die Frauenfiguren sind Don Winslow besonders gut gelungen.«
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