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Benutzername: 
KimVi
Wohnort: 
Niedersachsen
Buchflüsterer: 

Bewertungen

Insgesamt 1230 Bewertungen
Bewertung vom 16.05.2022
Flug 416
Newman, T.J.

Flug 416


ausgezeichnet

Der Start von Coastal Airways Flug 416 verläuft planmäßig. Kapitän Bill Hoffman stellt sich auf einen Routineflug ein. Doch dann erhält er einen Anruf: Ein Entführer ist in sein Haus eingedrungen und hält seine Frau und seine Kinder gefangen. Er droht, die Familie umzubringen, wenn Bill nicht das tut, was der Entführer verlangt. Und das ist für Bill eigentlich undenkbar, denn er soll das Flugzeug, das fast 150 Menschen an Bord hat, zum Absturz bringen. Der Entführer verlangt, dass Bill Stillschweigen bewahrt. Andernfalls wird seiner Familie sofort etwas passieren. Der Entführer droht, sofort davon zu erfahren, falls Bill sich nicht daran hält, da sich ein Komplize an Bord befindet. Bill weiß nicht, was er machen soll und wem er eigentlich vertrauen kann. Doch der Entführer verlangt, dass Bill sich bald entscheidet....

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet und beginnt zunächst eher gemächlich. Doch das ändert sich schnell, denn schon bald kann man sich dem nervenaufreibenden Geschehen kaum noch entziehen. Die Wechsel der Perspektiven sind geschickt angelegt. Da sie häufig an entscheidenden Stellen erfolgen, wird  recht früh ein hohes Tempo aufgebaut. 

Die Autorin beschreibt Handlungsorte und Charaktere so lebendig, dass man schon beinahe das Gefühl hat, selbst dabei zu sein. Die Anspannung ist förmlich spürbar. Genau wie Bill selbst, weiß man nicht, wem man vertrauen kann. Da man im Verlauf der Handlung einige Überraschungen erlebt, steigt die Spannung stetig an. Es ist beinahe unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen, da man unbedingt erfahren möchte, wer und was hinter dem Ganzen steckt und wie es Bill eigentlich gelingen soll, einen Ausweg zu finden. Denn die Entführer scheinen an alles gedacht zu haben. 

Ein wahnsinnig spannender Thriller, den man, einmal angefangen, nur ungern aus der Hand legen mag! 

Bewertung vom 16.05.2022
Fly into my Soul / Move District Bd.3
Haase, Maren Vivien

Fly into my Soul / Move District Bd.3


sehr gut

Die erfolgreiche Tänzerin und Influencerin Mackenzie kehrt für die Kampagne einer bekannten Sportmarke zurück nach New York. Sie freut sich darauf, ihre alte Heimat wiederzusehen. Allerdings hat sie große Bedenken, wie ihre ehemalige Clique auf das Wiedersehen reagieren wird. Die Dreharbeiten für die Kampagne laufen besser als gedacht. Der Videograf Brody versteht sein Handwerk und ist Mackenzie eigentlich sympathisch. Doch das scheint nicht auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Brody scheint einfach nur genervt von der Influencerin zu sein....

"Fly into my Soul" ist bereits der dritte Band der Move-District-Reihe von Maren Vivien Haase. Man kann die Bände auch ohne Vorkenntnisse lesen. Es lohnt sich allerdings, die Reihenfolge einzuhalten, da man so einfach mehr Hintergrundwissen hat und die besondere Freundschaft, die die Clique verbindet, besser nachvollziehen kann. 

In diesem Band stehen Mackenzie und Brody im Zentrum der Ereignisse. Die Handlung wird in der Ich-Form, aus der Sicht von Mackenzie, geschildert. Da die Hauptprotagonistin lebendig erzählt, ist man sofort mitten im Geschehen. Man merkt von Anfang an, dass Mackenzie eine leidenschaftliche Tänzerin ist. Es gelingt ihr hervorragend, ihre Begeisterung zu vermitteln. Handlungsorte und Protagonisten werden ebenfalls so detailliert beschrieben, dass man alles mühelos vor Augen hat. Allerdings hat man zuweilen das Gefühl, dass die Outfits, die Mackenzie oder andere Protagonisten tragen, etwas zu oft und zu detailliert beschrieben werden. Wenn man darüber großzügig hinwegsieht, wird man mit einer emotionalen Geschichte belohnt.

Man kann das Knistern zwischen Brody und Mackenzie förmlich spüren. Da beide sehr sympathisch wirken, gönnt man den beiden ihr Glück von Herzen. Die Schwierigkeiten, die es zu überwinden gilt, werden so glaubhaft vermittelt, dass man mit den beiden mitfiebert und sich dabei ganz auf das Geschehen einlassen kann. Obwohl die Geschichte von Mackenzie und Brody im Mittelpunkt steht, dürfen Fans sich über ein Wiedersehen mit der Clique freuen. Man fühlt sich beim Lesen sofort wohl und genießt die besondere Freundschaft der Charaktere.

Eine emotionale Geschichte, die durch sympathische Charaktere und die besondere Freundschaft, die die Clique verbindet, überzeugt und ganz nebenbei zum Nachdenken anregt.  

Bewertung vom 11.05.2022
Das Ferienhaus - Und du denkst, du bist sicher
Ewan, C.M.

Das Ferienhaus - Und du denkst, du bist sicher


ausgezeichnet

Tom Sullivan, seine Frau Rachel und die gemeinsame Tochter Holly haben in letzter Zeit einiges durchgemacht. Toms Chef hat der Familie deshalb sein Ferienhaus in Schottland angeboten, damit die Familie dort zur Ruhe kommen und Zeit miteinander verbringen kann. Der erste Eindruck von dem abgelegenen Haus ist traumhaft. Doch der Aufenthalt verwandelt sich in einen Alptraum, als nachts plötzlich maskierte Männer ins Haus eindringen...

Der Einstieg in die Handlung verläuft zunächst eher gemächlich. Man lernt die Hauptprotagonisten kennen, erfährt ein wenig von der schicksalhaften Zeit, die gerade hinter ihnen liegt und begibt sich dann mit den Charakteren in das luxuriöse Ferienhaus. Dem Autor gelingt es hervorragend, Handlungsorte und Protagonisten so zu beschreiben, dass man alles mühelos vor Augen hat. 

Als nachts die maskierten Männer ins Haus eindringen, weiß man sofort, dass diese zu allem bereit sind. Die Spannung ist sofort spürbar. Ein meisterhaftes Katz- und Mausspiel, das man atemlos verfolgt, beginnt. Die Familie versucht zu entkommen, doch das scheint unmöglich zu sein. Immer, wenn man meint, dass es doch noch eine winzige Chance für die Familie gibt, sorgen überraschende Wendungen für neuen Nervenkitzel. Als Tom dann noch beginnt, seiner Frau zu misstrauen, weiß man nicht mehr, was man glauben soll und ob man ihr vertrauen kann. Das gibt dem Ganzen einen zusätzlichen Reiz. 

Die Frage, was die Männer eigentlich von der Familie wollen, hat man ständig im Hinterkopf. Doch auf das, was nach und nach ans Tageslicht kommt, ist man nicht vorbereitet. Dieser Thriller bietet also nicht nur ungebremsten Nervenkitzel, ein enorm hohes Tempo und überraschende Wendungen, sondern bleibt bis kurz vor Schluss nahezu unvorhersehbar. 

Ein spannender Pageturner, den man atemlos verschlingt! 

Bewertung vom 11.05.2022
Beyond Now (eBook, ePUB)
Brooks, Abby

Beyond Now (eBook, ePUB)


sehr gut

Schon im Grundschulalter war Caleb klar, dass er seine beste Freundin Maisie Brown einmal heiraten wird. Doch das Leben hat die beiden auseinandergerissen. Caleb glaubt seinen Augen nicht zu trauen, als er Maisie plötzlich in einer Bar trifft. Denn Maisie ist für eine Woche in ihre alte Heimat zurückgekehrt, um Urlaub zu machen. Calebs Gefühle sind sofort wieder da. Allerdings ist ihm klar, dass die mittlerweile beruflich sehr erfolgreiche Maisie nach dieser Woche wieder abreisen wird.... 

"Beyond Now" ist bereits der dritte Band einer Liebesroman-Reihe um die Hutton-Family. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ereignissen aber auch dann mühelos folgen, wenn man die Vorgänger nicht gelesen hat. Fans der Reihe dürfen sich allerdings über ein Wiedersehen mit den bereits bekannten Familienmitgliedern freuen. 

In diesem Band stehen Caleb und Maisie im Zentrum der Ereignisse. Die Handlung wird in der Ich-Form, abwechselnd aus der Sicht der beiden, geschildert. Dadurch kann man nicht nur ganz in ihre Gedanken und Gefühle eintauchen, sondern beobachtet außerdem, wie sie aufeinander wirken. 

Der Schreibstil ist locker und sehr angenehm lesbar. Es gelingt der Autorin nicht nur hervorragend, die Charaktere lebendig wirken zu lassen, sondern die Handlungsorte so zu beschreiben, dass man beinahe meint, selbst vor Ort zu sein. Dadurch kann man sich ganz auf die gefühlvolle Liebesgeschichte der beiden einlassen. Diese wirkt authentisch, da man die Beweggründe von Caleb und Maisie nachvollziehen kann. Das Ganze wirkt in keinem Moment übertrieben oder gar kitschig. "Beyond Now" ist ein Liebesroman mit Wohlfühlcharakter, der zum Mitfiebern einlädt. 

Bewertung vom 02.05.2022
Zwei Herzen unter acht Millionen
Spencer, Kate

Zwei Herzen unter acht Millionen


ausgezeichnet

Franny wurde gerade gefeuert und nun fährt ihr auch noch fast die U-Bahn davon, die sie nach Hause bringen soll. Franny schafft es im letzten Moment, noch in die Bahn zu springen. Dieses vermeintliche Glück entpuppt sich wenig später als totale Katastrophe. Frannys Kleid ist in der Tür eingeklemmt und zerreißt. Gleich in Unterwäsche vor all den Leuten in der U-Bahn zu stehen, lässt bei Franny Panik aufkommen. Völlig unverhofft reicht ihr ein unbekannter Mann sein Gucci-Sakko. Franny ist die ganze Sache total peinlich. Die Wahrscheinlichkeit, den Mann jemals wiederzusehen, ist allerdings äußerst gering. Doch Franny ahnt nicht, dass jemand die Szenen in der U-Bahn gefilmt, alles online gestellt und mit der Vermutung, dass es sich hier um den Beginn einer großen Liebe handelt, gepostet hat. Zeitungen und Fernsehsender reißen sich plötzlich um die Geschichte und deshalb kommt es dazu, dass Franny ihren Retter doch wiedersehen muss...

Die Handlung wird in der Ich-Form, abwechselnd aus der Sicht von Franny und ihrem geheimnisvollen Retter Hayes geschildert. Dadurch kann man nicht nur in die Gedanken und Gefühle der beiden eintauchen, sondern erfährt außerdem, was sie voneinander denken und wie sei aufeinander wirken. 

Die beiden Hauptprotagonisten wirken sofort sympathisch. Deshalb fühlt man sich wohl, quasi in der Haut der beiden zu stecken. Die Haupt- und Nebencharaktere wirken so lebendig, dass man sich ganz auf die Geschichte einlassen kann. Die Metropole New York bildet eine authentische Hintergrundkulisse und wird so eindrucksvoll beschrieben, dass man beinahe meint, selbst vor Ort zu sein. 

Die Liebesgeschichte wird gefühlvoll erzählt, ohne dabei auch nur einen Moment kitschig zu wirken. Man kann die Gefühle nachvollziehen und das Hin und Her zwischen den beiden genießen. Dabei blitzt zwischendurch eine wohldosierte Prise Humor auf, die das Ganze auflockert. Einmal angefangen, fällt es schwer, den Roman aus der Hand zu legen, denn man gerät in den Sog der Ereignisse und da diese so lebendig dargestellt werden, hat man das Gefühl hautnah dabei zu sein. 

Eine wunderbar erzählte Lovestory, die zu Herzen geht, ohne dabei zu kitschig zu wirken. 

Bewertung vom 02.05.2022
Die Stimme des Wahns / Ackerman & Shirazi Bd.3
Cross, Ethan

Die Stimme des Wahns / Ackerman & Shirazi Bd.3


sehr gut

Francis Ackerman jr. und seine Partnerin Nadia Shirazi verhören im Hochsicherheitsgefängnis den dort einsitzenden, äußerst gefährlichen Killer Demon. In Ackerman keimt der Verdacht auf, dass es sich gar nicht um den perfiden Killer handelt, sondern um einen Doppelgänger, der an Demons Stelle die Haft verbüßt. Dieser Verdacht bestätigt sich. Als Ackerman sich auf die Jagd nach dem richtigen Killer macht, tritt er damit eine Lawine los, die alles zu verschlingen droht, was Ackerman lieb und teuer ist....

"Die Stimme des Wahns" ist nach "Die Stimme des Zorns" und "Die Stimme der Rache" bereits der dritte Band in dem Francis Ackerman jr. mit seiner Partnerin Nadia Shirazi ermittelt. Da wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung eingestreut werden, kann man den aktuellen Ereignissen sicher auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Reihe gelesen hat. Um Ackerman richtig einschätzen zu können, ist es allerdings empfehlenswert, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Um mehr über seine Vergangenheit als Serienkiller zu erfahren, lohnt es sich außerdem, zuerst die Reihe zu lesen, in der Ackerman und sein Bruder Marcus Williams im Zentrum der Ereignisse stehen.

Der Autor versteht es auch in diesem Band wieder, sofort Interesse an der Handlung zu wecken, wodurch man von Anfang an mitten im Geschehen ist. Unterschiedliche Erzählstränge, die oftmals an entscheidenden Stellen wechseln, sorgen für ein hohes Tempo. Zunächst ahnt man nicht, wie sich alles verbinden könnte, allerdings gelingt es Ethan Cross, die einzelnen Handlungsfäden nach und nach miteinander zu verknüpfen. 

Dieses Mal scheint Ackerman seinen Meister gefunden zu haben. Denn Demon scheint ihm immer den entscheidenden Schritt voraus zu sein. Dabei geht er äußerst brutal vor. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen also nicht sein, denn der Autor beschreibt diese Szenen so detailliert, dass im Kopf sofort die entsprechenden Bilder dazu entstehen. Obwohl die Handlung spannend startet, gibt es bei diesem Teil auch Abschnitte, in denen Ackerman ein wenig abschweift, was zu Lasten der Spannung geht. Allerdings wird dadurch die Weiterentwicklung dieses Protagonisten vermittelt. Die etwas abgeflachte Spannungskurve steigt schon bald wieder an. Man fiebert mit und mag kaum glauben, was Demon alles bedacht hat. Das Ganze gipfelt in einem hochspannenden Finale, das schließlich dafür sorgt, dass man es kaum erwarten kann, den nächsten Teil zu lesen. 

Eine spannende Fortsetzung, die zwar ein paar Längen hat, aber dennoch überzeugen kann. 

Bewertung vom 28.04.2022
Regenglanz
Omah, Anya

Regenglanz


ausgezeichnet

Simon hofft, dass sich seine nervige Ex Kiki nie wieder bei ihm meldet. Leider erinnert ihn ein peinliches Tattoo ständig an die damalige Beziehung. Deshalb beschließt er, ein angesagtes Tattoo-Studio aufzusuchen und sich dort beraten zu lassen, wie die Tätowierung überstochen werden kann. Dort trifft er auf Alissa. Simon ist sofort fasziniert von der jungen Frau mit den lilafarbenen Haaren. Doch er will sich auf keinen Fall von ihr beraten lassen, da es ihm zu peinlich ist, ausgerechnet Alissa das missglückte Tattoo zu zeigen. Alissa denkt, dass Simon an ihren Fähigkeiten zweifelt und ist deshalb stinksauer auf ihn....

Die Handlung wird in der Ich-Form, abwechselnd aus der Sicht von Simon und Alissa, erzählt. Dadurch kann man nicht nur in ihre Gedanken und Gefühle eintauchen, sondern außerdem beobachten, wie sie aufeinander wirken und was sie voneinander halten. 

Der Einstieg in die Handlung gelingt mühelos, denn beide Charaktere wirken sympathisch und lebendig. Deshalb fällt es leicht, sich auf die beiden Protagonisten einzulassen. Ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen wirken so authentisch, dass man die Geschichte vom ersten Moment an genießen kann. Es gelingt der Autorin hervorragend, die Protagonisten und die jeweiligen Handlungsorte so zu beschreiben, dass man alles vor Augen hat.

Man merkt sofort, dass Alissa und Simon sich zueinander hingezogen fühlen. Diese Gefühle werden authentisch vermittelt und wirken zu keinem Zeitpunkt übertrieben oder gar kitschig. Dass sich alles so echt anfühlt, ist ein großer Pluspunkt dieser Geschichte, denn dadurch fliegt man förmlich durch das Buch. Natürlich haben die beiden auch Schwierigkeiten zu überwinden. Die Hintergründe dazu werden so glaubhaft vermittelt, dass man nachvollziehen kann, was Alissa und Simon gerade bewegt. Dabei werden auch Themen angesprochen, die zum Nachdenken anregen. Man fiebert mit den beiden mit und erlebt dabei eine echte Gefühlsachterbahn. 

Eine wunderbare Liebesgeschichte, die authentisch wirkt und außerdem zum Nachdenken anregt. 

Bewertung vom 28.04.2022
Trügerische Provence / Commissaire Leclerc Bd.7
Lagrange, Pierre

Trügerische Provence / Commissaire Leclerc Bd.7


sehr gut

Der pensionierte Commissaire Albin Leclerc besucht mit seiner zukünftigen Frau ein Konzert. Doch das Event fällt aus, da eine angesehene Musikerin nicht zum Auftritt erscheint. Ihr Lebensgefährte wird tot im Hotelzimmer aufgefunden. Die Musikerin und ihr wertvolles Instrument sind verschwunden. Caterine Castel und Alain Theroux nehmen die Ermittlungen auf. Obwohl Leclerc eigentlich mitten in den Hochzeitsvorbereitungen steckt, kann er es mal wieder nicht lassen, seine ehemaligen Kollegen zu unterstützen. Gemeinsam mit seinem Mops Tyson begibt er sich auf Spurensuche und gerät dabei in tödliche Gefahr...

"Trügerische Provence" ist bereits der siebte Fall, den der pensionierte Ermittler, gemeinsam mit Mops Tyson, in seinem Ruhestand verfolgt. Man kann den aktuellen Ereignissen sicher auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Band der Reihe gelesen hat, da der Autor wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung einfließen lässt. Es gibt zwar Nebenhandlungen, die sich durch die Reihe ziehen, doch diese nehmen nicht zu viel Raum ein und werden zudem noch schlüssig eingeflochten, wodurch man dem Ganzen auch ohne Vorkenntnisse folgen kann.

Die Handlung beginnt mit einem wahren Paukenschlag, denn man beobachtet eine Szene, in der ein älterer Mann in großer Gefahr schwebt und hat den Verdacht, dass es sich um Albin Leclerc handeln könnte. Danach springt man in der Zeit zurück und beobachtet die Ereignisse, die zur Anfangsszene führen. Das Geschehen wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei Albin Leclerc größtenteils im Zentrum der Ereignisse steht.

Auch in diesem Band gelingt es Pierre Lagrange wieder hervorragend, die sommerliche Provence zum Leben zu erwecken. Man hat beinahe das Gefühl, selbst vor Ort zu sein, die heißen Temperaturen zu spüren und die einzigartigen Gerüche wahrzunehmen. Auch die Protagonisten wirken so lebendig, dass man sie beim Lesen vor Augen hat. Ganz nebenbei erfährt man einiges über die Musikfestivals, Veranstaltungsorte, die Musiker und ihre Instrumente. Diese Informationen fließen gekonnt in die Handlung ein. Leider hat man stellenweise das Gefühl, dass einiges etwas zu detailliert beschrieben wird, wodurch man zuweilen in Versuchung gerät, die entsprechenden Passagen zu überspringen, um endlich mit dem Fall voranzukommen. Denn der hat es wirklich in sich. Zunächst hat man keine Ahnung, in welche Richtung sich alles entwickeln wird. Die Ermittlungen wirken authentisch und durchgehend interessant. Immer wenn man meint, dass man nun auf der richtigen Spur ist, sorgen überraschende Wendungen dafür, dass man umdenken muss. Das Ganze gipfelt in einem hochspannenden Finale, das man geradezu atemlos verfolgt.

Wieder ein gelungener Fall für Leclerc und Tyson. Die beiden bilden einfach ein unschlagbares Team und es macht Spaß, ihren Dialogen zu folgen. Der Fall selbst hält einige Überraschungen bereit und ist deshalb empfehlenswert.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.04.2022
Der letzte Pilger / Kommissar Tommy Bergmann Bd.1
Sveen, Gard

Der letzte Pilger / Kommissar Tommy Bergmann Bd.1


sehr gut

Durch Zufall werden in der Nordmarka die Überreste von drei Menschen gefunden, die dort offenbar vor langer Zeit verscharrt wurden. Kommissar Tommy Bergmann setzt alles daran, die Identität der Toten herauszufinden. Doch kurz darauf wird er mit einem aktuellen Fall betraut, denn Carl Oscar Krogh, ein ehemaliger Widerstandskämpfer, wird in seinem Haus ermordet aufgefunden. Der Täter ist mit hoher Brutalität vorgegangen. Bergmann sieht eine Verbindung zwischen den Fällen und beginnt tief in der Vergangenheit zu graben....

Die Handlung trägt sich auf unterschiedlichen Zeitebenen zu. Der aktuelle Handlungsstrang ist im Jahr 2003 angesiedelt. Hier verfolgt man die Ermittlungen von Tommy Bergmann. Außerdem beobachtet man im Jahre 1942 Agnes Gerner. Die junge Frau arbeitet unter gefährlichen Umständen im Widerstand gegen die Deutschen. 

Die Handlungen starten eher gemächlich. Man beobachtet zwar interessiert das Geschehen, doch die Spannung lässt zunächst auf sich warten. Allerdings gelingt es Gard Sveen hervorragend, Handlungsorte und Protagonisten in beiden Erzählsträngen so lebendig zu beschreiben, dass man alles mühelos vor Augen hat. Im Verlauf der Ereignisse lernt man die Charaktere näher kennen und beginnt dadurch, sich ganz auf die Handlung einzulassen.

​​​​​​​Nach und nach beginnen sich die Ereignisse zu verknüpfen. Durch die Rückblicke in die Vergangenheit von Agnes Gerner hat man mehr Informationen als der Ermittler Tommy Bergmann. Dennoch lassen sich die wahren Hintergründe am Mord von Carl Oscar Krogh nur schwer erahnen. Immer, wenn man meint, dass man der Wahrheit auf der Spur ist, sorgen neue Entwicklungen dafür, dass sich ein anderes Bild ergibt. Dadurch gerät man in den Bann der Handlung und mag sich kaum noch vom Gelesenen lösen. Zum Ende hin steigt die Spannungskurve steil an und gipfelt schließlich in einem überraschenden Finale. 

Ein Krimi, der zunächst eher gemächlich startet, dann aber deutlich Fahrt aufnimmt!

Bewertung vom 19.04.2022
Heller als die Sterne / April & Storm Bd.3
Ashley, Karen

Heller als die Sterne / April & Storm Bd.3


gut

April und Storms Liebe wird einer Belastungsprobe ausgesetzt, denn Storm wird Vater. Seine Ex ist schwanger und konfrontiert ihn mit der Situation. Für Storm ist es selbstverständlich, die Verantwortung zu übernehmen. Er versichert April, dass sich dadurch nichts an seiner Liebe zu ihr ändern wird. Doch kann er dieses Versprechen einhalten? 

"Heller als die Sterne" ist nach "Stärker als die Nacht" und "Weiter als der Ozean" der finale Band der Trilogie um April und Storm. Man kann den aktuellen Ereignissen sicher auch dann folgen, wenn man die ersten beiden Teile nicht gelesen hat, da wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung eingeflochten werden. Dennoch ist es empfehlenswert, die Reihenfolge einzuhalten, da die beiden Hauptcharaktere schon einiges durchgestanden haben und man so die Gefühle der beiden einfach besser nachvollziehen kann.

Die Handlung knüpft beinahe nahtlos an das Ende des vorherigen Bands an und wird, wie bei den anderen Teilen auch, abwechselnd aus der Sicht von April und Storm erzählt, wobei April ihre Sicht in der Ich-Form schildert. Dadurch kann man das Gefühlschaos, das die Nachricht von Storms unerwarteter Vaterschaft auslöst, glaubhaft nachvollziehen. Es gibt auch immer wieder Rückblicke in Storms Vergangenheit, wodurch man mehr über seine Beziehung zu Laureen erfährt. 

In diesem Teil kommen die gemeinsamen Momente der beiden leider etwas zu kurz. Denn Storm ist durch die Teilnahme an der Talentshow stark eingespannt. Aprils Gedanken haben also jede Menge Zeit, zu kreisen. Dadurch tritt die Handlung leider etwas auf der Stelle. Man kann zwar nachvollziehen, was April gerade durchmacht, doch zuweilen möchte man sie am liebsten schütteln. Und auch Storm wirkt so, als ob er viel zu naiv mit der Situation umgehen würde. Als Leserin oder Leser macht man sich seine eigenen Gedanken, gerade wenn man die Rückblicke betrachtet, und stellt sich die Frage, warum Storm die Situation als gegeben hinnimmt. 

Der Schreibstil ist wieder flüssig und locker zu lesen, doch die Handlung überzeugt dieses Mal leider nicht. Die ganz großen Gefühle, die in den anderen Bänden stets spürbar waren, werden in diesem Teil leider nicht mitreißend vermittelt und die Story selber wirkt einfach viel zu vorhersehbar. 

Auch wenn mich die ersten beiden Teile begeistert haben, konnte mich das große Finale leider nicht überzeugen.