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Benutzername: KimVi
Wohnort: Niedersachsen
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Danksagungen: 59 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 667 Bewertungen
Bewertung vom 12.10.2019
Frucht der Sünde / Ein Merrily-Watkins-Mystery Bd.1
Rickman, Phil

Frucht der Sünde / Ein Merrily-Watkins-Mystery Bd.1


sehr gut

Der Start in die Krimi-Serie um die Pfarrerin Merrily Watkins erinnert zunächst wenig an einen Kriminalroman. Denn man lernt hier Merrily, ihre Tochter Jane und das persönliche Umfeld der beiden näher kennen. So erfährt man, warum sich Merrily relativ spät für den Beruf der Pfarrerin entschied und nicht den vorher gewählten Berufsweg einschlug. Auch die Geschichte des kleinen Dorfs Ledwardine und die Personen die dort leben werden vorgestellt.

Gerade die Beschreibungen der zahlreichen Protagonisten empfand ich als sehr gelungen, da sie auf mich durchgehend lebendig und glaubwürdig wirkten. Besonders die Hauptprotagonisten überzeugten mich dabei. Denn Merrily wird hier nicht als fromme, zugeknöpfte und weltfremde Pfarrerin dargestellt, sondern als ein ganz normaler Mensch mit Fehlern und Schwächen. Ihre Selbstzweifel empfand ich beim Lesen absolut glaubwürdig und auch die Ängste aufgrund ihrer Alpträume und Visionen, konnte ich nachempfinden. Obwohl mich ihr ständiger Zigarettenkonsum zunächst etwas störte, gewöhnte ich mich bald an ihn und nahm ihn als Teil ihrer Persönlichkeit hin. Die Figur der pubertierenden Jane überzeugte mich ebenfalls und auch das teilweise gespannte Mutter/Tochter Verhältnis war meiner Meinung nach glaubhaft beschrieben.

Das scheinbar idyllische englische Dörfchen und seine Bewohner wurden ebenfalls detailliert und lebendig dargestellt. Bei den zahlreichen Besuchen des Apfelgartens meinte ich schon fast den Duft zu riechen. Gerade die etwas unheimliche Atmosphäre dort konnte ich beim Lesen förmlich spüren. Auch das Gefüge innerhalb der Dorfgemeinschaft wurde treffend skizziert, denn die alten Familien haben in diesem Ort das Sagen, da das schon immer so war, sehen sie das als ihr gutes Recht an und wollen dieses Privileg auch nicht aufgeben. Merrily gerät durch den Wunsch, das Leben des als Hexer bezichtigten Pfarrers in der Kirche nachzuspielen, zwischen die Fronten der Dorfbewohner und muss deshalb ihre Entscheidung gut überdenken. Der Zwiespalt der Hauptprotagonistin wurde ebenfalls sehr gut vermittelt.

Eigentlich hatte ich mich auf einen Kriminalroman mit einer ungewöhnlichen Ermittlerin eingestellt, doch die Pfarrerin Merrily ist keine Ermittlerin im klassischen Sinn, sondern gelangt eher zufällig in den Sog der Geschichte. Da die kriminalistische Story dieses Romans ziemlich spät begann, würde ich diesen Roman auch eher als einen ruhigen Vertreter des Genres einordnen. Das meine ich aber nicht negativ, da dieser Auftaktband mich durch andere Qualitäten überzeugte. Denn er lieferte das nötige Hintergrundwissen zu Merrily und ihrem Start in die Gemeinde. Trotz mangelnder kriminalistischer Aktivitäten im Anfangsbereich kam beim Lesen keine Langeweile auf, denn die unheimlichen Vorkommnisse im Apfelgarten und die Ängste, die Merrily im Pfarrhaus aufgrund ihrer Alpträume verspürt, zogen mich in ihren Bann. Der Hauch des Übernatürlichen machte diesen Krimi zu einem vielversprechenden Serienauftakt. Ich freue mich nun auf weitere Bände mit einer sympathischen, kettenrauchenden Hauptprotagonistin, die trotz ihrer Berufung auch mal äußerst derbe Ausdrücke gebrauchen kann.

Bewertung vom 10.10.2019
Flames 'n' Roses / Lebe lieber übersinnlich Bd.1
White, Kiersten

Flames 'n' Roses / Lebe lieber übersinnlich Bd.1


sehr gut

Obwohl ich ja sonst eher einen weiten Bogen um alles mache, was auch nur entfernt mit den Worten "rosa" und "romantisch" in Verbindung gebracht werden kann, bin ich von der Aufmachung des Buchs total angetan. Vor der silbergrauen Hintergrundgestaltung kommen die pinken Elemente des Schutzumschlags wunderbar zur Geltung, sodass das Buch ein echter Hingucker ist. Doch auch ohne den Schutzumschlag braucht sich das Hardcover nicht im Regal zu verstecken, denn darunter findet man einen weißen Bucheinband mit pinker Beschriftung. Das sieht wirklich sehr ansprechend aus. Die wunderschöne Gestaltung setzt sich auch im Buchinneren fort, denn die Überschriften der jeweiligen Kapitel, sind in pinken Buchstaben gesetzt und mit grauen Illustrationen verziert. Die Seitenzahlen sind ebenfalls pink. Außerdem kann man sich über ein silbergraues Lesebändchen freuen. Vor dem Lesen lohnt sich ein Blick in das Inhaltsverzeichnis, denn die Titel der jeweiligen Kapitel entlockten mir schon die ersten unverhofften Schmunzler. So stimmt man sich schon etwas auf den folgenden Inhalt ein und kann gut gelaunt mit dem Lesen beginnen.

Da die Geschichte in der Ich-Perspektive, aus der Sicht der sechzehnjährigen Hauptprotagonistin Evie, erzählt wird, schlüpft man in die Rolle des jungen Mädchens. Die Verwandlung gelingt mühelos, da Evie, trotz ihres paranormalen Hintergrundes, eigentlich ein ganz normaler Teenager ist und dementsprechend handelt und denkt. Evie erzählt ihre Geschichte ganz so, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Schnell bekommt man einen Eindruck von ihren Vorlieben und Abneigungen. Da sie, gerade im Gespräch mit ihrer besten Freundin, der Meerjungfrau Lish, kein Blatt vor den Mund nimmt und die Ausdrucksweise der beiden darunter zuweilen leidet, kommt es oft zu Situationen, die zum Piepen sind. Denn Lish Gespräche werden von einem Computer übersetzt und der weigert sich schlicht und einfach "schlimme" Wörter zu benutzen oder mal zu fluchen und ersetzt die entsprechenden Passagen durch Piep-Töne, wie man sie sonst aus dem Fernsehen kennt. Die beiden haben ihren Spaß daran und diese Freude überträgt sich langsam beim Lesen, sodass man in Gefahr gerät selbst dem piependen Virus zu erliegen. Der Schreibstil ist sehr locker und gelegentlich triefen Evies Beschreibungen vor Sarkasmus. Dadurch kann man dem Geschehen mühelos folgen und die Seiten verfliegen im Nu.

Es fällt leicht in Evies Welt einzutauchen und sie, sowohl in ihrem turbulenten Berufsleben, als auch im privaten Bereich zu beobachten. Dabei tauchen verschiedene Fantasygeschöpfe auf und nach und nach bekommt man einen guten Überblick über die herrschenden Gepflogenheiten und Gesetze. Zuckersüß ist die beginnende Romanze zwischen Evie und dem Gestaltwandler Lend. Es macht Spaß ihren Gesprächen zu folgen. Da man, durch die Ich-Perspektive, quasi selbst in Evies Haut steckt, kann man das Herzflattern und die ersten Annäherungen gut nachempfinden. Obwohl ich ja sonst kein Fan von romantischen Liebesverwicklungen bin, haben mir diese Szenen sehr gut gefallen und ich hatte an keiner Stelle das Gefühl, dass zu dick aufgetragen wird. Der Humor kommt auch in diesem Handlungsstrang nicht zu kurz, sodass man entspannt und mit viel Spaß dem Geschehen folgen kann.

Man darf natürlich nicht vergessen, dass es sich bei Evies Geschichte um ein Jugendbuch mit einer Leseempfehlung ab 12 Jahren handelt. Obwohl ich das empfohlene Lesealter schon etwas überschritten habe, konnte ich mich gut in die Handlung hineinversetzen und dem Charme von Evie erliegen.

Bewertung vom 08.10.2019
Helle und die kalte Hand / Kommissarin Helle Jespers Bd.2
Arendt, Judith

Helle und die kalte Hand / Kommissarin Helle Jespers Bd.2


sehr gut

Helle Jespers leitet die Polizeistation in Skagen. Die Anzahl der Kollegen ist überschaubar und auch sonst geht es am nördlichsten Zipfel Dänemarks eher beschaulich zu. Das ändert sich allerdings abrupt, als in der Nähe der beliebten Wanderdüne Rabjerg Mile eine verschüttete Frauenleiche gefunden wird. Es scheint sich um eine Asiatin zu handeln, doch mehr lässt sich zunächst nicht herausfinden. Denn niemand kennt die Frau. Deshalb liegt der Verdacht nah, dass sie illegal im Land war. Doch Helle gibt nicht auf, sie setzt alles daran, mehr über die Frau und die qualvollen Umstände ihres Todes zu erfahren....

"Helle und die kalte Hand" ist nach "Helle und der Tote im Tivoli" der zweite Fall für die sympathische Kommissarin Helle Jespers aus Skagen. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann problemlos folgen, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Es wird zwar immer mal wieder kurz Bezug auf die damaligen Ereignisse genommen, doch dabei wird nicht zu viel verraten. Man kann den ersten Fall also auch nach der Lektüre des zweiten Bandes lesen, ohne sich die Spannung zu verderben.

Der Einstieg in diesen Krimi gelingt mühelos, denn die Autorin versteht es von Anfang an, das Interesse an der Handlung zu wecken. Diese wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Zunächst ahnt man nicht, wie sich diese Stränge miteinander verknüpfen werden, doch nach und nach läuft alles schlüssig zusammen. Die Ermittlungen sind durchgehend interessant. Man stellt beim Lesen eigene Vermutungen an und hofft, den Hintergründen auf die Spur zu kommen. Dabei gibt es einige Wendungen, die dafür sorgen, dass der Krimi nicht so leicht zu durchschauen ist. Dadurch fiebert man mit und gerät früh in den Sog der Ereignisse.

Der Schreibstil ist flüssig und äußerst angenehm lesbar. Judith Arendt beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so lebendig, dass man beinahe meint, selbst vor Ort zu sein und die Ermittlungen zu beobachten. Helle Jespers wirkt sehr sympathisch und bodenständig. Es macht einfach Spaß, sie und ihre Kollegen zu beobachten und die spannenden Ermittlungen zu verfolgen.

Ich habe bereits den ersten Fall mit Begeisterung gelesen und auch dieser Band konnte mich wieder durch lebendige Charaktere, authentisch beschriebene Handlungsorte und einen durchgehend spannenden Fall überzeugen. Ich hoffe deshalb sehr, dass Helle Jespers bald wieder ermitteln wird und werde ihr auf jeden Fall die Treue halten.

Bewertung vom 07.10.2019
Die Gaben des Todes / Winter und Parkov Bd.1
Krüger, Martin

Die Gaben des Todes / Winter und Parkov Bd.1


ausgezeichnet

Der kleinen Tochter von Oberkommissarin Marie Winter geht es immer schlechter. Sie liegt im Krankenhaus und kämpft um ihr Leben. Ausgerechnet jetzt bekommt Marie Winter einen rätselhaften Fall zugeteilt. In einer Schaufensterauslage wird die grausam zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden. Der Mörder will offensichtlich ein perfides Spiel mit den Ermittlern treiben, denn er fordert Marie Winter dazu auf, den exzentrischen BKA-Hauptkommissar Daniel Parkov hinzuzuziehen. Der Killer kennt keine Skrupel und scheint den Ermittlern immer einen Schritt voraus zu sein. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.....

"Die Gaben des Todes" ist der Auftakt der Thriller-Reihe mit den Ermittlern Marie Winter und Daniel Parkov. Ohne langatmiges Vorgeplänkel befindet man sich von Anfang an mitten im Geschehen und beobachtet im Prolog eine Szene, die sofort für ein mulmiges Gefühl sorgt. Das Interesse an der Handlung wird dadurch unmittelbar geweckt.

Das Ermittlerteam, das sich in diesem Auftaktband erst kennenlernt, ist zwar ungewöhnlich, doch es wirkt vom ersten Moment an sympathisch. Daniel Parkov erinnert ein wenig an James Bond. Das mag zwar ein wenig übertrieben wirken, doch es passt einfach gut zu dieser Figur. Marie Winter ist eine wirklich hartnäckige Ermittlerin, die sich, trotz der Warnungen ihrer Kollegen, auf die eigenwilligen Methoden von Daniel Parkov einlässt. Beide Hauptprotagonisten haben nicht nur Ecken und Kanten, sondern, jeder für sich, einschneidende Erlebnisse in der Vergangenheit erlitten, die ihnen noch nachgehen. Das alles lässt diese Protagonisten lebendig wirken, sodass man gerne mit ihnen ermittelt und dabei richtig mitfiebern kann.

Der Fall ist äußerst rätselhaft und nicht so leicht zu durchschauen. Es gelingt Martin Krüger hervorragend, falsche Spuren auszulegen, denen man nur allzu bereitwillig folgt, um dann schließlich festzustellen, dass es sich um eine Sackgasse handelt. Hier ist zunächst nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Spannung ist von Anfang an spürbar und kann sich im Verlauf der Handlung sogar noch steigern. Dadurch entwickelt sich das Buch bereits früh zu einem Pageturner, den man nur ungern aus der Hand legen mag. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen allerdings nicht sein, da der Autor auch brutale Szenen so lebendig beschreibt, dass man alles lebhaft vor Augen hat.

Krimis und Thriller sind ja meine absoluten Favoriten und bei diesem Exemplar habe ich mich ausgesprochen gut und spannend unterhalten. Bereits nach kurzer Zeit geriet ich in den Sog der Handlung und mochte das Buch erst aus der Hand legen, als ich am Ende angekommen war. Ich werde diese Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen.

Bewertung vom 06.10.2019
Rapunzel / Grall und Wyler Bd.2
Schütz, Lars

Rapunzel / Grall und Wyler Bd.2


sehr gut

Als die Profilerin Rabea Wyler erfährt, dass ein totes Mädchen aufgefunden wurde, das mit seinen eigenen Haaren erdrosselt wurde und dem außerdem noch die Hände fehlen, wird sie sofort mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Denn ihre Schwester wird seit Jahren vermisst, nur eine einzige Hand wurde von ihr gefunden. Rabea hat noch lange nicht damit abgeschlossen. Sie muss einfach herausfinden, ob dieser neue Mord etwas mit dem Verschwinden der Schwester zu tun hat und setzt sich deshalb über alle Vorschriften hinweg. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und hofft darauf, dass ihr ehemaliger Chef Jan Grall, sie dabei unterstützt. Die beiden ahnen nicht, auf welch perfides Spiel sie sich einlassen.....

Nach "Der Alphabetmörder" ist "Rapunzel, mein" der zweite Band, in dem die Fallanalytiker Rabea Wyler und Jan Grall gemeinsam ermitteln. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen aber auch dann mühelos folgen, wenn man den Vorgänger nicht kennt. Wichtige Hintergrundinformationen werden in die Handlung eingestreut. Dabei wird auch nicht zu viel verraten, sodass man den ersten Teil auch dann noch lesen kann, wenn man den Folgeband bereits kennt, ohne sich die Spannung zu verderben. Der erste Band hat bei beiden Hauptcharakteren Spuren hinterlassen. Jan Grall ist mittlerweile suspendiert und Rabea Wyler arbeitet zwar weiterhin als Fallanalytikerin, hat aber noch immer mit den Folgen der Ermittlungen im Fall des "Alphabetmörders" zu kämpfen.

Der Einstieg in die aktuellen Ereignisse gelingt mühelos, denn der Autor versteht es hervorragend, sofort das Interesse an der Handlung zu wecken. Man möchte unbedingt erfahren, was es mit dem grausamen Mord an dem Mädchen auf sich hat und ob es tatsächlich eine Verbindung zum Verschwinden von Rabeas Schwester gibt. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Dadurch bekommt man einen recht guten Überblick. Die Spannung wird früh aufgebaut und kann durchgehend gehalten werden. Der Fall bleibt zunächst rätselhaft. Überraschende Wendungen sorgen dafür, dass es nicht langweilig wird. So kann man mit den Akteuren mitfiebern und die Suche nach dem perfiden Killer, der hinter allem steckt, genießen. Der Zufall greift den Ermittlern hier allerdings einige Male sehr hilfreich unter die Arme. Das sorgt zwar für eine temporeiche und spannende Handlung, geht allerdings, da es ziemlich häufig auftritt, zu Lasten der Glaubwürdigkeit.

Ich habe bereits den ersten Teil der Reihe mit Begeisterung gelesen und mich deshalb sehr über ein Wiedersehen mit den beiden Fallanalytikern gefreut. Der Fall konnte mich durch eine temporeiche und durchgehend spannende Handlung überzeugen. Allerdings gebe ich zu, dass mir der Zufall bei diesen Ermittlungen eine viel zu große Rolle gespielt hat. Das wirkte auf mich arg konstruiert und unglaubwürdig. Dennoch habe ich den Thriller regelrecht verschlungen und würde mich über eine Fortsetzung der Reihe freuen.

Bewertung vom 04.10.2019
Vladimir Tod beißt sich durch (eBook, ePUB)
Brewer, Heather

Vladimir Tod beißt sich durch (eBook, ePUB)


sehr gut

Der Halbvampir Vladimir Tod versucht noch immer ein ganz normales Leben zu führen. Nur wenige kennen sein Geheimnis. Doch nun ist ihm Eddie Poe, der Reporter der Schülerzeitung, gefährlich nahe gekommen. Er ahnt, dass Vlad ein dunkles Geheimnis hütet und deshalb setzt er alles daran, es zu enthüllen. Ausgerechnet jetzt ist ein Vampirjäger in der Stadt, der es kaum erwarten kann einen Vampir mit dem Pflock zur Strecke zu bringen. Vlad muss also besonders aufmerksam sein, um nicht in Gefahr zu geraten. Doch das ist leider momentan gar nicht so einfach. Denn Vlad schwärmt noch immer für Meredith und der verpatzte Kuss vom Abschlussfest geht ihm nicht mehr aus dem Sinn. Außerdem steht noch Nachhilfeunterricht der besonderen Art an, denn Vlad fliegt mit seinem Onkel nach Sibirien, um dort die Vampirischen Künste zu erlernen. Können seine neuen Kenntnisse ihm dabei helfen den Jäger und den viel zu neugierigen Schulreporter abzuschütteln?


Nach "Vladimir hat Blut geleckt" ist dieser Band der zweite Teil einer Jugendbuchreihe um den Halbvampir Vladimir Tod. Vlad schwärmt zwar immer noch für Meredith, doch eine romantische Vampirgeschichte braucht man, genau wie im ersten Teil, nicht zu befürchten. Deshalb ist diese Serie sowohl für Mädchen als auch für Jungs geeignet. Denn nur die Kleinigkeit, dass Vlad ein Halbvampir ist, unterscheidet ihn von den anderen Teenagern. Auch in diesem Band muss er sich mit normalen Teenagerproblemen, wie z.B. nervenden Erziehungsberechtigten oder unausstehlichen Schulkameraden herumplagen. Dazu kommt noch ein gefährlicher Vampirjäger und ein herumschnüffelnder Schulreporter. Vlad hat es also nicht gerade leicht und deshalb hält auch dieser Teil Action und Spannung bereit.

Der Schreibstil ist gewohnt locker angenehm lesbar. Dadurch gelingt der erneute Einstieg in Vladimirs Welt mühelos. Da es kurze Rückblicke in den ersten Teil gibt, kann man dem Geschehen auch gut folgen, wenn man den Auftaktband nicht gelesen hat. Zum besseren Verständnis der gesamten Handlung und der Weiterentwicklung der Charaktere empfiehlt sich allerdings die Einhaltung der Reihenfolge. Vlad wirkt in diesem Teil etwas ernster und reifer. Dadurch bleibt leider das humorvolle und witzige Geplänkel mit seinem besten Freund Henry etwas auf der Strecke. Es gibt auch in diesem Teil einige heitere Szenen, in denen die beiden miteinander scherzen und ihre Späßchen treiben, doch leider nicht ganz so häufig. Die Charaktere können allerdings auch in diesem Band wieder durch ihre Lebendigkeit überzeugen. Man darf sich über ein Wiedersehen mit alten Bekannten aus dem ersten Band freuen, doch es tauchen auch einige neue Charaktere auf.

Insgesamt gesehen hat mir diese Fortsetzung gut gefallen. Doch leider bin ich der Meinung, dass die Inhaltszusammenfassung des Klappentextes etwas zu viel verrät. Ohne diese Hinweise wäre der Inhalt deutlich spannender und überraschender gewesen. Obwohl ich nicht mehr zur jugendlichen Zielgruppe gehöre, habe ich mich beim Lesen gut unterhalten und kann es kaum erwarten erneut in die Welt des sympathischen Halbvampirs einzutauchen.

Bewertung vom 03.10.2019
Nenne drei Streichinstrumente: Geige, Bratsche, Limoncello
Greiner, Lena; Padtberg-Kruse, Carola

Nenne drei Streichinstrumente: Geige, Bratsche, Limoncello


sehr gut

Nach "Nenne drei Nadelbäume:Tanne, Fichte, Oberkiefer" und "Nenne drei Hochkulturen: Römer, Ägypter, Imker" ist "Nenne drei Streichinstrumente: Geige, Bratsche, Limoncello" bereits der dritte Band in dem man in von Lehrern eingeschickten Anekdoten aus dem ganz normalen Schulalltag stöbern kann. Die beiden Spiegel-Online Redakteurinnen Lena Greiner und Carola Padtberg-Kruse haben die eingeschickten Einblicke in verschiedene Fachbereiche eingeteilt.

Mit einer locker und humorvollen Einleitung wird man perfekt auf die nun folgende Lektüre eingestimmt. Dabei darf man sich dieses Mal auf krass, witzige Einblicke in deutsche Klassenzimmer freuen. Thematisch sind die geistigen Aussetzer, die man auch liebevoll als kreative Antworten bezeichnen kann, in folgende Fachbereiche geordnet: Erdkunde, Musik, Biologie, Deutsch, Chemie, Englisch, Mathematik, Religion, Ethik, Geschichte und Politik. Die schönsten Ausreden darf man übrigens auch genießen. In diesem Band gibt es außerdem Anekdoten, in denen Schüler von ihren schrägen Erlebnissen mit seltsamen Pädagogen berichten, und Geständnisse aus dem Lehrerzimmer. Der ganz normale Schulwahnsinn wird also von allen Seiten betrachtet. Das zieht sich durch alle Klassen und Schulformen. Die unterschiedlichen Einblicke werden gelegentlich durch lustige, zum Thema passende, Cartoons aufgelockert.

Die jeweiligen Abschnitte sind nicht zu lang. Deshalb lassen sie sich locker und flott lesen. Dabei hat man das Gefühl, das Augenzwinkern, mit dem diese Anekdoten beschrieben werden, beim Lesen regelrecht wahrzunehmen. Dieses Buch eignet sich wunderbar als kurzweilige Lektüre für Zwischendurch, da man gut unterhalten wird und oft unverhofft schmunzeln muss.

Bewertung vom 03.10.2019
Das Geheimnis der Totenmagd
Neeb, Ursula

Das Geheimnis der Totenmagd


gut

Der historische Roman beginnt mit einem Prolog. Hier beobachtet man einen äußerst brutalen Mann, der großen Gefallen daran findet, eine Frau zu misshandeln und sie zu unterdrücken. Durch den intensiven Einstieg ist das Interesse an der Handlung sofort geweckt, sodass man unbedingt mehr über die Zusammenhänge erfahren möchte. Das eigentliche Geschehen wird in der Erzählperspektive geschildert, wobei die junge Totenwäscherin meist im Mittelpunkt steht. Allerdings gibt es auch Handlungsstränge, die eine andere Sicht ermöglichen und Passagen, die Einblicke in die Aufzeichnungen eines jungen Mönchs gewähren. Außerdem meldet sich "König Tod" zu Wort, ein geheimnisvoller Mann, der die Pest überlebte und dem Tod im letzten Moment von der Schippe sprang. Die verschiedenen Erzählstränge haben auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun. Sie verknüpfen sich jedoch im Verlauf der Handlung miteinander und werden dadurch nachvollziehbarer.

Der Einstieg in diesen historischen Krimi ist spannend und vielversprechend. Man erfährt nebenbei einiges aus der damaligen Zeit und bekommt so einen Eindruck, welchen Diskriminierungen die Menschen, die die nicht angesehenen Berufe ausübten, ausgesetzt waren und mit welcher unglaublichen Brutalität Geständnisse durch Folterungen erzwungen wurden. Gerade diese Szenen sind nichts für schwache Nerven. Die bereits anfangs aufgebaute Spannung kann allerdings nicht durchgehend gehalten werden. Die Handlung wirkt stellenweise sehr konstruiert und vorhersehbar. Die eingeflochtene Liebesgeschichte drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund, dennoch wirkt gerade dieser Handlungsstrang sehr klischeehaft und liefert deshalb keine Überraschungen.

Der Schreibstil ist flüssig und man kann dem Verlauf der Handlung dadurch mühelos folgen. Durch die detaillierten Beschreibungen kann man sich Handlungsorte und Protagonisten gut vorstellen. In einigen Szenen lässt die Autorin ihre Figuren in der damaligen Mundart sprechen. Das lässt die entsprechenden Szenen im ersten Moment sehr authentisch wirken. Da der Dialekt allerdings nicht durchgehend, sondern nur sporadisch, verwendet wird, verfliegt der positive Eindruck schnell und die zeitweilige Verwendung wirkt eher befremdlich. Die Protagonisten können leider nicht immer überzeugen. Gerade die weiblichen Figuren wirken für die damalige Zeit zu emanzipiert und die Reaktionen, die auf ihre eigenwilligen Handlungen folgen, unglaubwürdig.

Aufgrund des interessanten Einstiegs hatte ich mir ein deutlich spannenderes historisches Lesevergügen erhofft. Doch leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt, da die aufgebaute Spannung schnell abflachte und die Handlung dann langsam vor sich hin plätscherte. Die eingeflochtene Liebesgeschichte, die auch in diesem Roman natürlich nicht fehlen darf, ist extrem vorhersehbar und wirkt ziemlich kitschig. Das Ende hält leider ebenfalls keine Überraschungen bereit. Da mir der Anfang des Buchs allerdings sehr gut gefallen hat und ich den Schreibstil als flüssig empfand, vergebe ich dennoch drei von fünf Sternen.

Bewertung vom 02.10.2019
ATME!
Merchant, Judith

ATME!


weniger gut

Nile scheint mit Ben endlich das große Glück gefunden zu haben. Erst waren es nur ein paar gestohlene Stunden, da Ben noch verheiratet ist. Doch nun lässt er sich scheiden und lebt mit Nile zusammen. Bei einer gemeinsamen Shopping-Tour verschwindet Ben plötzlich spurlos. Nile macht sich sofort panisch auf die Suche. Doch niemand hat Ben gesehen oder etwas von ihm gehört. Nile ist sich sicher, dass etwas Schreckliches passiert ist. Da nicht einmal die Polizei sie bei ihrer Suche unterstützt, muss Nile jede Hilfe annehmen, die sie bekommen kann und die kommt ausgerechnet von Flo, der Noch-Ehefrau von Ben! Doch kann Nile ihr wirklich trauen?

Die Handlung wird ausschließlich in der Ich-Form, aus der Sicht von Nile, geschildert. Der Einstieg gelingt mühelos, denn man befindet sich sofort mitten im Geschehen, da Lebensgefährte Ben recht früh spurlos verschwindet. Kurze Sätze sorgen für ein hohes Tempo. Man merkt, dass Nile gestresst ist und panisch reagiert. Genau wie Nile selbst, stellt man sich die Frage, wo Ben ist und was eigentlich passiert ist. Nile ist nur noch darauf fixiert, Ben so schnell wie möglich zu finden. Es gelingt der Autorin hervorragend, die Panik und die Verzweiflung, die Nile befallen, so zu beschreiben, dass man sie glaubhaft nachvollziehen kann.

Niles Gedanken kreisen nur noch um Ben, die Beziehung zu ihm und alles was damit zusammenhängt. Dadurch, dass die gesamte Handlung aus der Ich-Perspektive betrachtet wird, hat man eine ziemlich eingeschränkte Sicht und ist darauf angewiesen, die Puzzleteile, die Nile langsam zusammenträgt, genau zu betrachten. Das Gedankenkarussell von Nile ist anfangs noch interessant, doch nach und nach stellt sich der Verdacht ein, dass sie gelegentlich etwas verwirrt ist und nicht alles richtig zuordnet. Denn die Noch-Ehefrau von Ben scheint einiges vollkommen anders zu sehen. Doch woran liegt das? Wem kann man hier eigentlich vertrauen?

Nile scheint sich im Kreis zu drehen. Ihre Suche wird immer verzweifelter. Dennoch geht es keinen Schritt voran. Man hat das Gefühl, dass die Handlung auf der Stelle tritt. Man verfolgt zwar Niles Gedanken, doch die Spannung, die man von einem Thriller erwartet, will sich nicht einstellen. Selbst das Interesse an den Hintergründen lässt von Zeile zu Zeile nach. Ab der Mitte kommt dann endlich ein wenig Schwung in die Handlung. Auch wenn man als aufmerksamer Leser schon bald einen Verdacht hat, was passiert sein könnte, kann man sich doch nicht sicher sein und stellt beim Lesen weitere Ermittlungen an. Es kommt zum Ende hin zu einigen Wendungen, die allerdings nicht wirklich überraschend sind, sondern ziemlich konstruiert wirken.

Ich hatte mir von diesem Thriller ein spannendes Verwirrspiel erhofft, bei dem ich atemlos an den Seiten klebe und mich nicht mehr vom Gelesenen lösen mag. Der Anfang erschien mir auch wirklich vielversprechend, doch dann trat die Handlung, für meinen Geschmack, zu sehr auf der Stelle. Die Hauptprotagonistin war mir auch nicht sympathisch, sondern nervte mich früh. Da die überraschenden Wendungen auf mich ziemlich vorhersehbar wirkten und mir die Spannung viel zu kurz kam, war ich froh, als ich am Ende angekommen war.

Bewertung vom 01.10.2019
Vom anderen Ende der Welt
Winterberg, Liv

Vom anderen Ende der Welt


sehr gut

Obwohl die neunzehnjährige Mary Linley in einer Meldung des Town Magazine gelesen hat, dass das Schiff, mit dem ihr Vater, der Arzt und Botaniker Francis Linley, unterwegs war, bei Kap Hoorn zerschellt ist, kann und will sie die Hoffnung auf eine gesunde Heimkehr des Vaters nicht aufgeben. Jeden Tag sucht sie den Hafen auf und hofft auf ein Wunder. Ihre Tante kümmert sich bereits um den Nachlass und möchte Mary so schnell wie möglich verheiraten. Doch Mary hat andere Interessen als sich um Ehemann, Haushalt oder Kinder zu kümmern. Da sie ihrem Vater stets bei seiner Arbeit zur Hand ging, ist sie in Botanik und Medizin sehr bewandert. Ihr größter Traum ist es, diese Kenntnisse in der Praxis einzusetzen und an einer Expeditionsreise teilzunehmen. Für eine Frau ist an ein solches Abenteuer natürlich nicht zu denken und deshalb verkleidet sie sich als Mann und geht als Marc Middleton an Bord der 'Sailing Queen'. So hat sie die Möglichkeit, als Zeichner im Stab des angesehenen Botanikers Carl Belham, um die halbe Welt zu segeln und Pflanzen und Tiere zu dokumentieren. Doch an Bord herrschen raue Sitten und es ist gar nicht so einfach, die Tarnung als Mann aufrechtzuerhalten. Als Mary entdeckt, dass sie sich zu Carl Belham hingezogen fühlt, fällt ihr das Versteckspiel noch viel schwerer....

Aufgrund der Inhaltsbeschreibung könnte der Eindruck entstehen, dass sich Liv Winterbergs Debütroman nicht sonderlich von anderen Genrevertretern unterscheidet und ein gern verwendetes Klischee, den Frau-in-Hosen-Roman, bedient. Doch im Nachwort stellt man fest, dass sich die Autorin von der Biografie der französichen Botanikerin Jeanne Baret inspirieren ließ und dass sich Mary Linleys Geschichte, obwohl sie ziemlich abenteuerlich wirkt, so realistisch wie möglich daran orientiert. Um sich die Spannung nicht zu verderben, sollte man sich das Nachwort allerdings, wie das Wort schon sagt, erst nach dem Lesen des Romans zu Gemüte führen.

Liv Winterberg schafft es mühelos, der Geschichte Leben einzuhauchen. Durch ihre detaillierten, aber keinesfalls ausufernden, Beschreibungen, fühlt man sich an die entsprechenden Handlungsorte versetzt und hat das ächzende Schiff, mit seiner Geräusch- und Geruchskulisse genauso vor Augen, wie die Ziele der Expeditionsreise . Auch die agierenden Personen wirken sehr lebendig und authentisch. Man fühlt mit ihnen und fasst schon nach wenigen Seiten erste Sympathien oder auch spontane Abneigungen. Auf dem Schiff treffen die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander und deshalb wirkt auch die monatelange Schiffsreise nicht langweilig. Die damaligen Gepflogenheiten an Bord fließen in die Handlung ein und ganz nebenbei erfährt man so von den harten und gefährlichen Bedingungen einer so langen Seereise. Man hat beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat und dass sie ihr Wissen gut vermitteln kann.

Die Liebesgeschichte zwischen Mary und Carl wirkt glaubhaft und nicht zu hochromantisch. Sie drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern lässt genug Raum für weitere Handlungsstränge. Man hat keinen Moment das Gefühl einen reinen Liebesroman zu lesen, denn dieser historische Roman hat deutlich mehr zu bieten.

Liv Winterbergs Debütroman hat mich positiv überrascht, da er sich wohltuend vom gängigen Klischee des Frau-in-Hosen-Romans abhebt, und mir einige interessante, abenteuerliche, herzergreifende, spannende und lehrreiche Lesestunden bereitet hat.

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