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Benutzername: KimVi
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Bewertungen

Insgesamt 833 Bewertungen
Bewertung vom 31.05.2020
Die ferne Hoffnung / Die Hansen-Saga Bd.1
Carsta, Ellin

Die ferne Hoffnung / Die Hansen-Saga Bd.1


ausgezeichnet

Hamburg, 1888: Der Geschäftsmann Peter Hansen nimmt sich an seinem Geburtstag das Leben. Das allein ist für seine drei Söhne Georg, Robert und Karl schon schlimm. Doch der Notar hat noch schlechtere Nachrichten, denn das Unternehmen ist hoch verschuldet, sodass nicht nur finanzielle Ruin, sondern auch der Verkauf der Villa, in der die Söhne mit ihren Familien leben, droht. Guter Rat ist nun teuer. Doch dann bietet sich den Brüdern die einmalige Gelegenheit, in Kamerun eine Kakaoplantage zu äußerst fairen Konditionen zu erwerben. Damit könnte das familiäre Auskommen gesichert und der Ruin abgewendet werden. Robert erklärt sich bereit, mit seiner Familie nach Kamerun überzusiedeln, um dort die Plantage zu führen. Seine Frau Elisabeth setzt alles daran, ihn von dieser Idee abzubringen. Denn sie ist von der Vorstellung, ihr Leben fortan unter Wilden zu verbringen, alles andere als angetan....

"Die ferne Hoffnung" ist der Auftaktband der historischen Hansen-Saga. Der Einstieg gelingt mühelos, denn die Autorin versteht es hervorragend, Handlungsorte und Charaktere so lebendig zu beschreiben, dass man alles sofort vor Augen hat und ganz in die damalige Zeit eintauchen kann. Ohne langatmiges Vorgeplänkel ist man sofort mitten im Geschehen.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Man beobachtet Georg, der in Hamburg die Familiengeschäfte weiterführt, Robert in Kamerun, beim Bewirtschaften der Plantage und Karl beim Aufbau eines neuen Kontors in Wien. In jedem Handlungsstrang gelingt es der Autorin, eine authentische Atmosphäre zu erschaffen, die glaubwürdig vermittelt wird. Die jeweilige historische Hintergrundkulisse fügt sich dabei harmonisch in die Handlung ein.

Die Charaktere wirken so lebendig, dass man schon bald einen Eindruck vom Familienleben hat. Dabei entwickelt man sowohl spontane Sympathien, als auch Abneigungen. Denn die einzelnen Familienmitglieder haben unterschiedliche Ziele und Träume. Und diese lassen sich nicht immer miteinander vereinbaren. Alle Handlungsstränge sind durchgehend interessant. Durch die ständigen Wechsel gerät man früh in den Sog der Ereignisse und mag das Buch dann kaum noch aus der Hand legen. Man fiebert mit den Charakteren mit und beobachtet gespannt, welche Überraschungen das Schicksal für sie bereithält. Es kommt zu einigen unvorhergesehenen Wendungen und Intrigen. Dadurch bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten.

Ein grandioser Auftaktband, der dafür sorgt, dass man unbedingt erfahren möchte, wie es bei den Hansens weitergeht.

Bewertung vom 31.05.2020
Enna Andersen und das verschwundene Mädchen
Johannsen, Anna

Enna Andersen und das verschwundene Mädchen


sehr gut

Nach einer beruflichen Auszeit tritt Hauptkommissarin Enna Andersen wieder ihren Dienst an. Von der neuen Stelle ist sie zunächst wenig begeistert. Denn sie soll eine neue Abteilung leiten, die sich mit alten, bisher ungelösten Fällen befasst. An ihre Seite gestellt bekommt sie einen degradierten Oberkommissar, eine frisch gebackene Kommissarin, ein neues Büro und jede Menge alte Fälle. Per Losverfahren entscheidet sich das Team schließlich dazu, das Verschwinden von Marie Hansen zu untersuchen. Das Mädchen befand sich damals auf einer Klassenfahrt auf der Insel Wangerooge und verschwand eines nachts spurlos. Die erneuten Ermittlungen scheinen zunächst in eine Sackgasse zu führen, doch dann ergeben sich tatsächlich erste Hinweise darauf, dass dieser Fall doch noch gelöst werden kann...

Der Einstieg in diesen Krimi gelingt mühelos. Denn man kann sich sofort mit der Hauptkommissarin Enna Andersen identifizieren und verfolgt deshalb gespannt, die Entstehung der neuen Abteilung. Die drei Charaktere, die nun gemeinsam an den alten Fällen arbeiten, sind sehr unterschiedlich und deshalb ist es für alle zunächst nicht einfach, sich mit der neuen Stelle und den Kollegen zu arrangieren.

Der Autorin gelingt es hervorragend, das Interesse an diesem neuen Team und dem Fall, der nun zu bearbeiten ist, zu wecken. Handlungsorte und Protagonisten werden dabei so lebendig beschrieben, dass man alles mühelos vor Augen hat. Man kann sich deshalb ganz auf das Team und die Ermittlungen einlassen. Im Verlauf der Ereignisse erfährt man einiges aus dem Privatleben von Enna Andersen. Dieser Nebenstrang drängt sich allerdings nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern fügt sich harmonisch in den Krimi ein.
Man könnte meinen, dass ein alter Fall kaum Spannung bieten kann. Doch das ist definitiv nicht der Fall, denn man gerät relativ früh in den Sog der Ereignisse und wird dazu angeregt, eigene Ermittlungen anzustellen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn dieser alte Fall hat es in sich und hält einige Überraschungen bereit. Deshalb folgt man gespannt dem Geschehen und versucht, die Puzzleteilchen, die man während der Ermittlungen erhält, zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen. Die Spannung kann dabei nicht nur durchgehend gehalten werden, sondern steigt zum Ende hin noch einmal enorm an. Denn dann überschlagen sich die Ereignisse regelrecht. Im großen Finale hat man zwar das Gefühl, dass einiges etwas zu glatt und reibungslos verläuft, doch das ist Jammern auf hohem Niveau.

Ein spannender Auftakt, zu einer Reihe, die hoffentlich bald fortgesetzt wird.

Bewertung vom 28.05.2020
Düstere Provence / Commissaire Leclerc Bd.5
Lagrange, Pierre

Düstere Provence / Commissaire Leclerc Bd.5


ausgezeichnet

Der ehemalige Gangsterboss Louis Rey wird nach 25 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Kurz danach werden drei Männer ermordet. Auf den ersten Blick scheint es keine Verbindung zwischen den Taten zu geben. Doch bei dem ehemaligen Commissaire Albin Leclerc schrillen die Alarmglocken. Denn jeder der getöteten Männer hat damals seinen Teil dazu beigetragen, Louis Rey von seinem Thron zu stoßen und ihn ins Gefängnis zu bringen. Für Albin Leclerc ist klar, dass Rey auf einem Rachefeldzug ist und unbedingt gestoppt werden muss. Deshalb beginnt er sich in die Ermittlungen einzumischen. Die Zeit drängt, denn Albin Leclerc ahnt, dass er selbst ebenfalls auf der Liste des ehemaligen Gangsterbosses steht....

"Düstere Provence" ist mittlerweile der fünfte Fall, den der bereits pensionierte Kommissar, gemeinsam mit seinem Mops Tyson, aus dem Ruhestand verfolgt. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann mühelos folgen, wenn man noch keinen Teil der Serie gelesen hat. Um die Weiterentwicklung der Charaktere und die, der privaten Nebenhandlungen zu verfolgen, empfiehlt sich aber, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. Das Geschehen wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Wobei Leclercs Ermittlungen im Zentrum der Ereignisse stehen. Durch die unterschiedlichen Blickwinkel ist die Handlung von Anfang an interessant und abwechslungsreich.

Auch in diesem Band versteht es der Autor wieder hervorragend, die sommerliche Provence so lebendig zu beschreiben, dass man beinahe meint, die glühende Hitze selbst zu spüren. Die Charaktere wirken äußerst lebendig. Albin Leclerc hat sich noch nicht verändert. Er ist und bleibt ein Original. Auch in diesem Band gelingt es ihm mühelos, seine ehemaligen Kollegen, durch seine eigenmächtigen Aktionen, an den Rand der Verzweiflung zu treiben. Doch Leclerc wäre nicht er selbst, wenn ihn das auch nur im Ansatz kümmern würde. Gemeinsam mit Mops Tyson bildet er wieder ein unschlagbares Team.

Der aktuelle Fall hat es in sich. Die Spannung ist sofort spürbar und steigert sich im Verlauf der Handlung stetig. Dadurch gerät man bereits früh in den Sog der Ereignisse und mag das Buch nur ungern aus der Hand legen. Das Ganze gipfelt in einem atemberaubenden Finale, das im Hinblick auf Spannung und Nervenkitzel keine Wünsche offen lässt.

Für mich definitiv der bisher beste Band der Reihe!

Bewertung vom 27.05.2020
The other Girl (eBook, ePUB)
Mitchell, Maggie

The other Girl (eBook, ePUB)


weniger gut

Lois und Carly May steigen als Zwölfjährige arglos in das Auto eines Fremden. Beide verschwinden spurlos. Erst Wochen später gelingt es der Polizei, die beiden zu befreien. Durch ihre gemeinsamen Erfahrungen mit dem Entführer ist eine ganz besondere Beziehung zwischen Lois und Carly May entstanden. Nach der Befreiung bricht der Kontakt allerdings ab und die beiden schlagen ganz unterschiedliche Wege ein. Zwei Jahrzehnte später ist aus Lois eine Literaturprofessorin geworden, die sogar einen Roman veröffentlicht hat, in dem es um zwei entführte Mädchen geht. Dieser soll nun verfilmt werden und Carly May, die mittlerweile Schauspielerin ist, bekommt eine Rolle angeboten...

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptprotagonisten Carly May und Lois erzählt. Dadurch bekommt man einen guten Eindruck, wie die beiden die damaligen Erlebnisse wahrgenommen und was sie über den Entführer, sich selbst und das jeweils andere Mädchen gedacht haben. Dabei werden nicht nur die damaligen Ereignisse thematisiert, sondern auch die aktuellen Lebensverhältnisse.

Man erfährt relativ viel über die beiden Charaktere. Dennoch bleiben sie recht blass und sind nur schwer greifbar. Es ist nicht leicht, sich in sie hineinzuversetzen und mit ihnen mitzufiebern. Man beobachtet alles eher distanziert. Der Schreibstil ist flüssig und recht angenehm lesbar. Deshalb kann man dem Handlungsverlauf mühelos folgen. Allerdings wird sehr ausschweifend erzählt. Man hat deshalb schon bald das Gefühl, dass man auf der Stelle tritt und dass die Handlung zäh vor sich hin plätschert. Dennoch hat man immer die Hoffnung, dass sich nun doch endlich mal ein wenig Spannung einstellen müsste. Doch leider tut sich in dieser Hinsicht nichts. Im Gegenteil, denn das anfängliche Interesse, das der vielversprechende Plot auslöst, beginnt sich in gähnende Langeweile zu verwandeln. Zum Ende hin nimmt die Geschichte endlich ein wenig Fahrt auf, dennoch ist auch das nicht richtig zufriedenstellend.

Ich habe mir von diesem Roman anscheinend viel zu viel erhofft und wurde deshalb ziemlich enttäuscht. Mein anfängliches Interesse flachte beim Lesen immer mehr ab und verwandelte sich zum Schluss in gähnende Langeweile. Deshalb bekommt das Buch auf meiner persönlichen Bewertungsskala leider nur zwei von fünf Bewertungssternen.

Bewertung vom 26.05.2020
Versuchung zum Aperitif
Bybee, Catherine

Versuchung zum Aperitif


sehr gut

Sasha Budanov kehrt nach Jahren zurück an den Ort ihrer Kindheit und Jugend. Zurück ins Elite-Internat "Richter". Hier hat sie alles gelernt, was nötig für ihren Job als Personenschützerin ist und sogar einiges mehr. Denn das, was im Internat in geheimen Unterrichtsstunden gelehrt wird, ahnen nur die Wenigsten. Sasha kehrt zurück, um Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Dabei lernt sie den attraktiven AJ Hofmann kennen, der auf der Suche nach dem Mörder seiner Schwester ist. Sasha lässt sich darauf ein, AJ zu helfen. Sie ahnt nicht einmal im Ansatz, wie gefährlich diese Entscheidung ist und was sie für ihre Zukunft bedeutet.

"Versuchung zum Aperitif" ist der fünfte Band der "Diesmal für immer"-Reihe. Im Zentrum der Handlung steht dieses Mal Sasha Budanov. Um die Weiterentwicklung der Charaktere zu beobachten und die Nebenhandlungen zu genießen, ist es sicher sinnvoll, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Das ist aber nicht zwingend notwendig, da man der aktuellen Handlung um Sasha auch dann problemlos folgen kann, wenn man noch keinen Teil der Serie kennt.

Covergestaltung und Inhaltsangabe legen die Vermutung nahe, dass es sich um einen reinen Liebesroman handelt. Doch dieses Buch hat viel mehr zu bieten, als eine einfache Romanze. Denn der Autorin gelingt es vom ersten Moment an, durch interessante Charaktere und eine spannende Handlung zu überzeugen. Bereits beim ersten Aufeinandertreffen der Hauptprotagonisten bemerkt man zwar das berühmte Knistern zwischen den beiden, doch zu übertrieben romantischen Liebesszenen kommt es zunächst nicht. Denn das ist einfach nicht Sashas Stil. Man merkt, dass sich die beiden zueinander hingezogen fühlen und kann einige humorvolle Wortgefechte genießen.

Der Fokus der Handlung liegt eher auf der spannenden Suche nach dem Mörder von AJ's Schwester und den geheimnisvollen Vorgängen im Elite-Internat. Deshalb hat man manchmal das Gefühl, dass man einen Agenten-Thriller liest und keinen Liebesroman. Doch das ist auch gut so, denn diese Geschichte passt perfekt zu Sasha und bietet einiges an Spannung. Deshalb gerät man auch früh in den Sog der Ereignisse und mag das Buch erst aus der Hand legen, wenn man am Ende angekommen ist.

Eine gelungene Mischung aus Spannung, Action und Liebe!

Bewertung vom 26.05.2020
Möwentod
Haller, Elias

Möwentod


ausgezeichnet

In Stralsund versucht eine Privatdetektivin Kontakt zu einem Informanten aufzunehmen. Wenig später wird sie ermordet aufgefunden. Greta Silber und Hardy Finkel nehmen die Ermittlungen auf. Der Fall ist äußerst rätselhaft und nimmt unerwartete Ausmaße an. Die beiden erfahrenen Ermittler geraten immer wieder in große Gefahr. Es hat außerdem den Anschein, dass jemand mit allen Mitteln versucht, die Aufklärung zu verhindern….

„Möwentod“ ist nach „Küstenstill“ der zweite Fall für Greta Silber und Hardy Finkel. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann problemlos folgen, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat.

Der Einstieg in den Thriller gelingt mühelos, denn Elias Haller versteht es vom ersten Moment an, das Interesse an der Handlung zu wecken. Man möchte unbedingt erfahren, was es mit dem Mord an der Privatdetektivin auf sich hat. Schon bald stellt sich heraus, dass der Tod der Privatermittlerin und die damit verbundenen polizeilichen Ermittlungen unerwartet harte Reaktionen auslösen. Deshalb stellt man sich die Frage, was genau dahintersteckt und wer ein Interesse daran haben könnte, dass dieser Fall schnell zu den Akten gelegt wird. Dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse. Es geht Schlag auf Schlag, sodass man einige Male gespannt den Atem anhält und nicht weiß, wie man alles einordnen soll.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Da die Wechsel oft an entscheidenden Stellen stattfinden, entwickelt die Story ein hohes Tempo. Unerwartete Wendungen sorgen außerdem dafür, dass man die eigenen Ermittlungen, die man beim Lesen angestellt hat, über den Haufen werfen und neu ansetzen muss. Dadurch bleibt die früh aufgebaute Spannung nicht nur durchgehend erhalten, sondern kann sich bis zum Ende stetig steigern.

Ein durchgehend spannender Thriller, mit einem sympathischen Ermittlerduo. Bitte mehr davon!

Bewertung vom 24.05.2020
Lessons from a One-Night-Stand / Baileys-Serie Bd.1 (eBook, ePUB)
Rayne, Piper

Lessons from a One-Night-Stand / Baileys-Serie Bd.1 (eBook, ePUB)


sehr gut

Austin Bailey ist Coach an der Highschool in seinem Heimatort. Als er in einer Bar eine attraktive Frau kennenlernt, landen die beiden nach kurzer Zeit auf der Rückbank seines Jeeps. Nie hätte er damit gerechnet, die Frau schnell wiederzusehen. Doch als am Montagmorgen in der Highschool die neue Rektorin ihre Stelle antritt, glaubt er seinen Augen nicht zu trauen. Denn es handelt sich tatsächlich um die attraktive Frau, der er auf seiner Rückbank näherkommen durfte. Das alleine ist schon ungewöhnlich genug, doch in einer Kleinstadt bleibt nichts verborgen und deshalb kommt es noch schlimmer: Denn auf dem örtlichen Klatsch-Blog, von dem niemand genau weiß, wer ihn führt, tauchen Bilder von den beschlagenen Scheiben des Jeeps und wilde Vermutungen auf....

"Lessons from a One-Night-Stand" ist der Auftakt zu einer Reihe um die Geschwister der Bailey-Familie. Im Zentrum des Geschehens stehen in diesem Band die attraktive Rektorin Holly Radcliffe und Austin Bailey, Coach an der örtlichen Highschool und ältester Sohn der Baileys. Die Handlung wird in der Ich-Perspektive, abwechselnd aus der Sicht von Holly und Austin, geschildert. Da die Wechsel immer mit dem Namen des Protagonisten, in dessen Haut man quasi gerade steckt, gekennzeichnet sind, fällt es leicht, den Überblick zu behalten.

Die beiden Hauptprotagonisten sind sehr sympathisch. Durch die verwendete Ich-Perspektive kann man ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterleben und erfährt außerdem, wie sie aufeinander wirken. Der Schreibstil ist wunderbar leicht und locker. Man fühlt sich direkt angesprochen und da die beiden auch mal über sich selber lachen können, geht es nicht nur gefühlvoll, sondern auch sehr humorvoll zu. Da sämtliche Charaktere äußerst lebendig wirken und die Story zwar etwas vorhersehbar, aber dennoch durchgehend interessant ist, kann man sich ganz auf das Geschehen einlassen und in die Handlung eintauchen. Dabei kann man nicht nur herrliche Dialoge genießen, sondern einfach mal die Seele baumeln lassen.

Ein gelungener Auftakt zu einer neuen Reihe, der die Lust darauf weckt, sofort den nächsten Band zu lesen.

Bewertung vom 24.05.2020
Children of Virtue and Vengeance / Children of Blood and Bone Bd.2
Adeyemi, Tomi

Children of Virtue and Vengeance / Children of Blood and Bone Bd.2


gut

Die Magie ist nach Orïsha zurückgekehrt. Doch dabei wurden nicht nur die verschütteten Fähigkeiten von Zélies und Amaris Anhängern geweckt, sondern auch die ihrer Gegner. Dadurch sind die Anhänger der Monarchie stärker denn je. Sie setzen ihre gewonnenen Kräfte gnadenlos ein. Ein erbitterter Krieg beginnt.

"Children of Virtue and Vengeance - Flammende Schatten" ist nach "Children of Blood and Bone - Goldener Zorn", der zweite Band, der in die magische Welt von Orïsha führt. Zum besseren Verständnis der komplexen Handlung, empfiehlt sich die Einhaltung der Reihenfolge, denn sonst könnte es schwierig werden, dem Ganzen zu folgen.

Auch in diesem Folgeband wird die Handlung aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Da die Ich-Form verwendet wird, schlüpft man abwechselnd in die Rolle von Zélie, Amari und Inan. Da die Wechsel der Perspektiven immer mit dem Namen des Protagonisten versehen sind, in dessen Haut man quasi gerade steckt, ist es leicht die Übersicht zu behalten. Durch die unterschiedlichen Blickwinkel bekommt man einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der Protagonisten und kann außerdem beobachten, wie sie aufeinander wirken und miteinander agieren.

Der erneute Einstieg in die Reihe verläuft zunächst etwas mühsam, denn man braucht einen Moment, um sich wieder an die besonderen Gepflogenheiten der fremden Welt zu gewöhnen und sich an die Ereignisse aus dem Auftaktband zu erinnern. Die exotischen Namen der Protagonisten, die zugegebenermaßen gut zur Handlung passen, erschweren den Einstieg zusätzlich. Außerdem ist es nicht immer ganz einfach, die unterschiedlichen Clans und die Besonderheiten ihrer Magie richtig zuzuordnen. Doch wenn man konzentriert liest, dann geben sich diese Einstiegsschwierigkeiten recht bald.

Man trifft in diesem Band auf alte Bekannte aus dem ersten Teil. Doch mit der neu gewonnenen Macht der Gegner, verändert sich auch die Beziehung zwischen den Hauptcharakteren. Das Vertrauen untereinander ist erschüttert. Dadurch ist nichts mehr so, wie es vorher war. Leider betrachtet man die Charaktere dadurch nicht nur distanzierter, sondern es ist auch schwieriger, sie einzuschätzen und mit ihnen mitzufühlen. Es kommt zu einigen Vergeltungsschlägen und Rachefeldzügen zwischen den Anhängern der Magie und denen der Monarchie. Dabei ist es nicht immer einfach, alles nachzuvollziehen und den roten Faden zu verfolgen. Obwohl es bereits früh zu actionreichen Szenen kommt, stellt sich die Spannung erst spät ein. Die Handlung ist zwar durchgehend interessant, aber nicht so fesselnd wie im ersten Band. Das Ganze endet mit einem Paukenschlag, der dennoch die Lust auf die Fortsetzung weckt.

Der Folgeband wirkte auch mich leider schwächer als der fesselnde Auftakt der Reihe, dennoch bin ich gespannt auf den weiteren Verlauf.

Bewertung vom 23.05.2020
Vengeful - Die Rache ist mein / Vicious & Vengeful Bd.2
Schwab, V. E.

Vengeful - Die Rache ist mein / Vicious & Vengeful Bd.2


ausgezeichnet

Fünf Jahre sind vergangen, seit es zwischen Victor Vale und Eli Ever zum großen Showdown kam. Victor, Mitch, Sydney und Hund Dol bilden noch immer eine Gemeinschaft. Doch Victor geht es immer schlechter, denn seit Syd ihn wiederbelebt hat, stimmt irgendwas nicht mit ihm. Er bekommt immer wieder Aussetzer, bei denen er kurzfristig stirbt und da diese Zeitspannen immer größer werden, ist Victor auf der Suche nach Heilung. Dafür zieht die kleine Truppe von Stadt zu Stadt. Erzrivale Eli wird währenddessen von einer Organisation festgehalten, die sich auf EOs spezialisiert hat. Elis Kräfte werden dort genau erforscht und sein Leben ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Doch Direktor Stell hat Großes mit Eli vor. Schon bald benötigt er seine Hilfe, da mit Marcella Riggins eine starke EO entsteht, die sich mit ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten nicht nur auf einen persönlichen Rachefeldzug begibt, sondern beschließt, gleich die ganze Stadt zu übernehmen.....

"Vengeful - Die Rache ist mein" ist der Folgeband zu "Vicious - Das Böse in uns". Zum besseren Verständnis, empfiehlt es sich, die Bände in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen. Denn sonst könnte es schwierig werden, den Ereignissen zu folgen. Auch in diesem Teil, springt die Handlung in der Zeit hin und her. Gerade am Anfang sollte man deshalb konzentriert lesen, um den Anschluss nicht zu verpassen. Wenn man sich allerdings daran gewöhnt hat, ergeben die Zeitsprünge nicht nur Sinn, sondern machen den besonderen Reiz dieser Reihe aus.

In diesem Band darf man sich nicht nur auf ein Wiedersehen mit den altbekannten Charakteren freuen, sondern entdeckt neue, facettenreiche und äußert interessante Akteure, die kaum einzuschätzen sind. Der Plot fesselt vom ersten Moment an und man beobachtet gespannt, wie sich alles entwickelt. Die Spannung ist dadurch von Anfang an spürbar und schon bald mag man das Buch nicht mehr aus der Hand legen, da sich alles unvorhersehbar entwickelt. Man hat lange Zeit keine Ahnung, wie sich alles zusammenfügen wird, doch der große Showdown hat es dann wirklich in sich. Man mag kaum glauben, was passiert und klappt diesen genialen Fantasyroman mit der Hoffnung zusammen, dass es eine Fortsetzung geben wird.

Ein genialer Fantasyroman, der durch einen außergewöhnlichen Plot, Spannung und schräge Charaktere überzeugt. Bitte mehr davon!

Bewertung vom 19.05.2020
Monteperdido - Das Dorf der verschwundenen Mädchen
Martínez, Agustín

Monteperdido - Das Dorf der verschwundenen Mädchen


gut

Vor fünf Jahren sind die beiden elfjährigen Mädchen Ana und Lucia spurlos aus ihrem Heimatdorf Monteperdido verschwunden. Was mit ihnen geschah oder wer sie entführt hat, wurde nie geklärt. Vollkommen unerwartet taucht nun die sechszehnjährige Ana bewusstlos in einem Wagen wieder auf, der in der Nähe des Ortes in eine Schlucht gestürzt ist. Ist auch Lucia noch am Leben? Kann der mysteriöse Fall nach all den Jahren endlich aufgeklärt werden? Kommissarin Sara Campos nimmt die Ermittlungen auf und versucht Licht ins Dunkle zu bringen. War es ein Fremder oder ein Dorfbewohner? Plötzlich ist in Monteperdido jeder verdächtig...

In der Dorfgemeinschaft von Monteperdido hat jeder Bewohner seinen ganz besonderen Platz. Man kennt sich Ewigkeiten und meint, alles übereinander zu wissen. Nach und nach werden die Dorfbewohner in die Erzählung eingeführt. Hier sollte man aufmerksam lesen, um Namen und Beziehungen untereinander richtig zu- und einzuordnen, damit man nicht die Übersicht über die Handlung verliert. Denn die Geschichte der verschwundenen Mädchen wird aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert, die oft wechseln.

Die Grundstimmung ist eher düster und beklemmend. Genau wie die Ermittlerin tappt man im Dunkeln und erfährt erst nach und nach von alten Begebenheiten und versucht Zusammenhänge zu sehen. Er hat den Anschein, als ob jeder Dorfbewohner etwas mit dem Verschwinden der Mädchen zu tun haben könnte, denn es gibt viele Geheimnisse zu ergründen. Das Interesse an der Handlung wird dadurch durchgehend gehalten. Es gibt verschiedene Spuren, denen man bereitwillig folgt, um dann festzustellen, dass sich alles doch ganz anders zugetragen haben könnte. Die Auflösung selbst ist überraschend und durch Wendungen kaum vorhersehbar.

Der Schreibstil ist ruhig und recht angenehm lesbar. Man kann sich die entsprechenden Szenen sehr gut vorstellen und dadurch ganz in die Suche nach Lucia eintauchen. Leider gerät die eigentliche Suche nach dem zweiten verschwundenen Mädchen etwas in den Hintergrund. Man hat beim Lesen das Gefühl, dass in dieser Hinsicht nicht viel passiert und das Geschehen auf der Stelle tritt. Die Kommissarin ist wirklich engagiert bei der Sache, dennoch hat man das Gefühl, dass sich die Handlung in Details verliert, die die Spannung hemmen.

Ich habe mich beim Lesen recht gut unterhalten. Nicht weniger - aber leider auch nicht mehr! Die düstere und eher beklemmende Atmosphäre hat mir gut gefallen, denn sie passte hervorragend zu dem Entführungsfall. Die Auflösung hat mich überrascht, da sie durch Wendungen kaum vorhersehbar war. Doch leider muss ich gestehen, dass mir die Spannung für einen Krimi einfach viel zu mager war und dass mich die Gesamthandlung einfach nicht richtig fesseln konnte. Deshalb bekommt das Buch auf meiner persönlichen Bewertungsskala auch "nur" drei von fünf Sternchen.