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Benutzername: Tefelz
Wohnort: 67459 Böhl-Iggelheim
Über mich:


Bewertungen

Insgesamt 19 Bewertungen
12
Bewertung vom 20.10.2019
Der Fund
Aichner, Bernhard

Der Fund


ausgezeichnet

Einzigartig mit einem überraschenden Ende

"Der Fund"ist ein Grund, warum es immer wieder Spaß macht Bücher zu lesen und diese auch in den Händen zu halten. Schwarzes Cover mit gelben Seiten ist einfach der Hingucker. Wenn dazu noch der Inhalt stimmt, wie in diesem Roman, dann ist die Freude kaum zu zügeln.
Geschichte:
Rita Dalek ist 53 und Verkäuferin im Supermarkt und putzt als Nebenjob bei einem Millionär. Ihr ganzes Leben ist gekennzeichnet durch Tragik. Verlust Ihrer Eltern, ihre Sohnes und Ihr Ehemann ist Alkoholiker. Da entdeckt Rita eine Bananenkiste mit 12,5 kg reinstem Kokain zwischen den Bananen. Soll sie den Fund melden oder kann sie endlich einmal das ganze zu Geld machen und davon profitieren? Gemeinsam mit einer Freundin, die im Endstadion Krebs hat beschließen die Beiden, das Leben nochmal voll auszukosten und lassen es krachen.... Doch so einfach lässt sich die Mafia nicht Kokain wegnehmen und die Tage von Rita sind gezählt.....
Personen und Schreibstil:
Unvergleichbar gut, wird das Buch in verschiedene Bereiche eingeblendet. Ein Polizist ermittelt im Todesfall Rita Dalek und verhört alle mit Ihr bekannten Personen, während gleichzeitig die Geschichte von Rita seit Ihrer Kindheit eingeblendet wird. Der Schreibstil ist fantastisch und das Buch ist entweder zu kurz oder der Schriftsteller einfach genial.
Meinung:
Was ungewiss mit einem Verhör beginnt, entwickelt sich ganz langsam von einer netten Geschichte, zu einem Roman, der so nicht vorhersehbar ist und mit einem sehr starken Ende aufwarten kann. Selten habe ich mich so gut , so kurzweilig, unterhalten gefühlt. Was will man mehr ? Eine Geschichte mit vielen Wendungen, mit wunderbaren Charakteren, flüssig erzählt und ein Genuss es lesen zu können.
Fazit:
Um jeden Preis lesen ! Absolute Empfehlung !

Bewertung vom 06.10.2019
Der Untergang der Könige
Lyons, Jenn

Der Untergang der Könige


gut

Zieht sich und ist mir zu belanglos
Mehr als gespannt auf einen neuen Start einer Fantasy Saga mit über 800 Seiten , habe ich den Karton aufgerissen und angefangen zu lesen, aber irgendwie.….

Geschichte: Khirin begegnet im Kerker seiner Kerkermeisterin, die ihn ausfragt und der er, ob er will oder nicht, seine Geschichte erzählen muss. Klaue die ihn ausfragt, ist in der Lage seine Gedanken zu lesen und auch sonst ein sehr magisches Wesen, mit dem nicht zu spaßen ist. Also beginnt er mit seiner Kindheit , die er als Sohn eines blinden Musikers der ihn gefunden hat und einer Bordellmutter die beiden eine Bleibe gibt, startet. Für Ola, die ihn so liebt wie ein eigenes Kind, führt er jedoch kleinere "Aufträge" aus und begibt sich in Gefahr. Bei einem solchen Einsatz in einem fremden Haus, beobachtet Khirin wie 2 Männer einen fremden Mann foltern und einen Dämonen anrufen. Klaue unterdessen, erzählt ebenfalls Khirins Geschichte jedoch zu einem viel späteren Zeitpunkt und lässt ihn als Sklaven auf einem fremden Kontinent versteigern. Ab diesem Zeitpunkt laufen beide Geschichten parallel....

Personen und Schreibstil

Es gibt sehr viele Personen und durch die beiden gleichlaufenden Geschichten, fällt es extrem schwer am Ball zu bleiben. 2 Tage Pause und ich war schon wieder raus und mußte im Glücklicherweise beigefügten Personenlexikon nachschlagen. Der Schreibstil ist einerseits flüssig aber erreicht mich irgendwie gar nicht. Ich ertappe mich dabei, wie es mir völlig egal ist, was als nächstes passiert. Dazu kommt, dass fast auf jeder Seite 1-2 Fußnoten sind, die mich in den Wahnsinn treiben. "Witzige Kommentare" die zu nichts führen, " Bemerkungen" die wenig zu der Handlung beitragen, die ich versuche im Kopf zu behalten.

Meinung

Hier hat jemand sehr viele Ideen und eine große Phantasie, was zunächst einmal gut ist. Nachteilig wird es, wenn mich das Buch überhaupt nicht packen kann. Die Geschichte dreht sich um Khirin hier, der einen Fehler nach dem anderen macht und Khirin da, der mich so gar nicht mitleiden lässt.
Warum auch immer.....

Fazit: Sicherlich gut gemachte Fantasy für beinharte Fans. Ich liebe normal Fantasy, also komme ich mit der Autorin und dem Schreibstil wahrscheinlich nicht klar. Bei fesselnden Büchern lese ich normal 100 Seiten am Stück, hier quälte ich mich durch jeweils 10 Seiten. Leider nichts für mich. 1 Stern für jeden Autor der ein Buch schreibt. 1 Stern für die Idee. Einen Stern weil es flüssig geschrieben ist, auch wenn es mich nicht erreicht hat.

Bewertung vom 06.10.2019
Hotel Cartagena / Chas Riley Bd.9
Buchholz, Simone

Hotel Cartagena / Chas Riley Bd.9


ausgezeichnet

Kurz, knackig und spannend
Was so unscheinbar daher kommt, hat es faustdick in sich und ist für mich total überraschend auf positive Weise. Aber erst einmal zur ...
Geschichte:
In einem Luxushotel am Hamburger Hafen in einer Bar in einer der oberen Stockwerke feiert Faller seinen 65. Geburtstag und hat seine Kollegen und Freunde von der Polizeiinspektion eingeladen, als auch Staatsanwältin Chastity Riley, die gespannt auf die Party geht, da Zumindest 2 Ex-Liebhaber als auch ihr aktueller Freund anwesend sein werden, wobei ein Ex-Liebhaber noch gar nicht so EX ist. Als die Türen aufgehen und 13 Männer die Bar besetzen, weiß noch niemand welche Ziele die Männer verfolgen, als sie die Polizisten und Chastity als Geiseln nehmen.
Personen und Schreibweise:
Sehr gut dargestellte und teilweise wirklich verrückt wirkende Personen geben sich die Hand. Der Schreibstil ist völlig Unkonventionell und manche Seiten bestehen aus Denkfetzen eines mit Medikamenten vernebelten Hirns aber trotzdem ist alles irgendwie klar und wird nicht unübersichtlich. Harte Töne und klar geschriebene Geschichte machen das Buch wirklich sehr gut.
Meinung:
Ich kannte noch kein Buch dieses Schriftstellerin und man braucht auch keine Vorgeschichte, um das Buch und seine Geschichte, genießen zu können. Das Hin und Her in den Kapiteln, zwischen der Geschichte der Barbesetzer oder den privaten Gedanken und der Erzählung der Staatsanwältin, sowie der Geschichte von Stepanovic, sind irgendwie anders aufgebaut und härter als in einem klassischen Krimi. Die Dialoge und Denkspalten sind so wie jemand etwas denkt und es so hinschreibt, ohne sich Gedanken zu machen, wie das in korrekter Form wohl aussehen könnte, aber das hat seinen Charme und gefällt mir sehr gut. Für einen 5.Stern ist mir das Buch zu kurz und mit 15,00 € für einen Taschenbuch überzogen, ob nun Krimipreis oder Kunst, wir bewegen uns in einem Terrain das zu hoch angesetzt ist.
Fazit :
Absolute Empfehlung an jeden Krimi-Fan. Zu keinem Zeitpunkt langweilig. Die Seiten fliegen beim lesen einfach vorbei und somit alles richtig gemacht. Die Geschichte ist stark und auch das Ende passt und ist nicht konstruiert weil keiner mehr weiß , wie er den Knoten auflöst. Spannend und super geschrieben, es hätte einfach noch mehr sein können! Top!

Bewertung vom 08.09.2019
Ein neues Blau
Saller, Tom

Ein neues Blau


sehr gut

Bewegend und lehrreich
Ein historischer Roman über eine Porzellan-Manufaktur dachte ich mir und war gespannt. Das es eine Exkursion über Tee / Porzellan / Freundschaft und Religion werden sollte, war die Zugabe dieser

Geschichte:

Friedrich der Große, ließ in seiner Königliche Porzellan Manufaktur nach einer Farbe suchen, die bislang so noch nicht hergestellt wurde. Nach 4 Jahren Forschung, gelang das besondere blau = bleu mourant. Die Formel dazu durften immer nur 2 Menschen kennen bis zum ableben des Königs. Diese als Einleitung gefasste Hintergrundinformation ist grundlegend für die Geschichte von 2 Frauen, die sich im Berlin 1985 begegnen. Anja 18 Jahre, selbst in einer Lebenskrise ( Eltern wollen sich trennen, sie selbst ritzt sich ) wird von einem Lehrer des Gymansiums angesprochen, ob sie sich an ein paar Nachmittagen Geld verdienen will, indem sie einer alten Frau Gesellschaft leistete. Die Dame hat kein Telefon, aber wenn sie möchte soll sie einfach vorbeifahren. Die alte Dame ist Lili, eine Halbjüdin, die im Laufe der Zeit Ihre Geschichte erzählt, über Ihren Freund einen Japaner, der das Teehaus im Garten gebaut hat und seine Lebensweise, über Ihren Vater, der mit Tee gehandelt hat, über sich und ihre Ausbildung als Prozellanmalerin.

Personen und Schreibstil:

Gewöhnungsbedürftig ist der Schreibstil, der mich am Anfang nur schwer durchgeführt hat, dann irgendwie ist der Knoten geplatzt und der Rest ist mir flüssig vorgekommen. Die Personen sind gut dargestellt und Takeshi ist ein guter Lehrer, genau wir Rabbi Teichlmann oder auch der Direktor der KPM.

Meinung:

Der ganz große Wurf fehlt mir bei dieser Geschichte, die handwerklich sauber gemacht ist und auch bewegt. Es ist unheimlich lehrreich mehr über Tee und Porzellan zu erfahren. Dazu die Veränderungen seit dem 1. Weltkrieg zum 2. Weltkrieg und auch die veränderten Denkweisen. Die Auseinandersetzung mit der Religion die nie gelebt wurde. Es war eine sehr schöne und intensive Geschichte die wirklich überzeugt hat. 1 Stern zum Klassiker fehlt mir, weil ich am Ende vielleicht nicht wirklich traurig, mitgenommen oder Fassungslos war. Hahaha aber alles auf sehr hohem Niveau !

Fazit:

Eine klare Empfehlung für Menschen die sehr schöne Dialoge mögen, die ein Gefühl für Situationen haben, die mit Erinnerungen verbunden sind. Die ein Leben vor historischem Hintergrund einordnen können und die es lieben, wenn die Perspektive von 1985 wieder auf die 30 er Jahre umgeschaltet wird. Klare 4 Sterne!

Bewertung vom 07.09.2019
Blackbird, 1 MP3-CD
Brandt, Matthias

Blackbird, 1 MP3-CD


sehr gut

Matthias Brandt als Vorleser, als Schauspieler haben wir schon gekannt, als Autor ist mir das neu und ich war überrascht. Mir liegt die ungekürzte Autorenlesung vor, mit knapp 7 Stunden und es gefällt mir... Doch kommen wir zur....

Geschichte:
Morten Schumacher, genannt Motte ist 15 Jahre alt und plant gerade mit seinem besten Freund Bogie, das erste mal einen drauf zu machen. Dazu haben sich die beiden 2 Flaschen Amselfelder Wein gekauft. Doch bevor es zu den ersten alkoholischen Tests kommen kann, bekommt er den Anruf von den Eltern seines Kumpels, dass Bogie die nächste Zeit im Krankenhaus verbringen muss und er doch schnell einmal zu Besuch kommen soll. Eine Art Krebs soll Bogie bekämpfen und benötigt alle Unterstützung....

Personen und Sprecher
Morten erzählt das Buch aus einer Ich-Perspektive und lässt uns an seinen Gedanken und Verwirrungen teilnehmen. Wir erleben 1 Jahr
im Leben eines 16 Jährigen, dessen Eltern sich scheiden lassen, er umziehen muss und seine ersten Erfahrungen mit der Liebe machen soll. Mir gefällt die Leseweise ausgezeichnet und oft ertappe ich mich, wie ich positiv auf die vielen "alten" Kennzeichnungen im Buch stoße, und es genieße. Die Fernsehsendung " der siebte Sinn " und vieles mehr, dass die heutige Generation nicht mehr kennen kann.
Das Einfühlungsvermögen und wie Motte erzählt, könnte durchaus von einem 16 Jährigen stammen und ich bin beeindruckt, wie gut sich Matthias Brandt noch eindecken kann.

Meinung:
Es ist sicherlich kein spektakuläres Buch, aber ein sehr gutes! Alle Gefühle und Denkweisen lassen sich gut nachvollziehen und es ist sowohl komisch als auch wirklich traurig. Morten der sich nie um Verantwortung kümmern musste, hat plötzlich sehr viele Entscheidungen zu treffen, die er eigentlich gar nicht treffen will. Über allem schwebt die schwere Krankheit seines besten Freundes. Für diesen steht die Zeit im Krankenhaus still, während Motte weiter lebt und dessen Zeit eben nicht still steht. Der Umgang mit Bogie, was erzählt man sich, vor allem wenn man sowieso noch nie ein großer Redner war. Wie schafft er es , seine erste Liebe zu kontaktieren, seine Enttäuschungen, seine Traurigkeit und seine Scham?

Fazit:
Es ist sehr hörenswert, da der Autor wunderbar vorlesen kann und seine eigene Figur auch am besten darstellen kann. Die Geschichte hat mich berührt und 4 Sterne weil das Ende vorhersehbar war und für mich der Überraschungseffekt etwas gefehlt hat. Vielleicht hätte ich mir einfach noch ein starkes Bonbon für das Ende gewünscht oder irgend etwas was mich mitnimmt und ein paar Tage beschäftigt. Grundsätzlich jedoch eine Empfehlung, denn es war stark!

Bewertung vom 07.09.2019
STILL ALIVE - Sie weiß, wo sie dich findet
Douglas, Claire

STILL ALIVE - Sie weiß, wo sie dich findet


sehr gut

Wunderbar Überraschend
Nach dem ersten Roman der mir sehr gut gefallen hat (Missing) war ich auf das zweite Buch von Claire Douglas total gespannt und wurde nicht entäuscht ...

Geschichte: Libby ist Lehrerin, verheiratet und vor kurzem als Heldin gefeiert, da sie eine Schulklasse bei einem Schulbrand retten konnte. Dabei verlor die schwangere Libby jedoch ihr Kind und ist noch ziemlich angeschlagen... Da kommt es ihr recht, dass in Ihrem Briefkasten ein Flyer liegt in dem ein Ehepaar aus Cornwall ein Haus für eine Woche zum Tausch anbietet. Sie benötigen eine Wohnung in London, da deren Tochter operiert wird und sie nahe dabei sein möchten. Um ihre Ehe und sich selbst wieder aufzubauen, nimmt sie das Angebot an, packt den Hund mit ein und los geht es nach Cornwall. Überraschenderweise finden sie eine sehr moderne riesige Villa vor und können ihr Glück kaum glauben. Doch irgendwie fühlt sich Libby von Anfang an beobachtet. Dinge scheinen sich verändert zu haben , wenn sie vom Spaziergang zurück sind und Ihr Mann hat plötzlich eine Lebensmittelvergiftung und muss ins Krankenhaus.....

Personen und Schreibstil:

Der Schreibstil ist wie für einen Thriller gemacht. Es beginnt gemächlich und steigert sich im Verlauf bis zum Ende, wie es sein sollte. Die Akteure sind wunderbar beschrieben und man bekommt ein wirkliches Gefühl wie Libby in ihre Lebenskrise und Angstzustände gekommen ist. Ihr Mann versucht alles um es ihr recht zu machen doch irgendwie hat auch er ein Geheimnis. Libbies Schwiegereltern und Geschwister sind auch nicht so ganz von ihr überzeugt, da sie sich etwas besseres für ihren Sohn/Bruder gewünscht hätten und irgendwie schleppt jeder etwas mit sich herum, von dem die anderen nichts ahnen.

Meinung:

Nach einem einleitenden und sich steigernden Teil, bricht das Buch ab , um in die Vergangenheit von Libby zu reisen und dieser Teil erschließt ein weiteres Geheimnis, das es total überraschend macht und begeistert. Am Ende verbindet sich alles und es wird richtig spannend in der Auflösung. Die Seiten sind schnell gelesen und sehr flüssig geschrieben. Langeweile kam bei mir nie auf.

Fazit:

Ein für mich sehr guter Thriller mit dicken 4 Sternen, dem zum 5.Stern nicht mehr viel gefehlt hat. 5 Sterne, wenn das Buch noch Tage danach nachgewirkt hat und mich getroffen hat. Dieses Buch ist ein kurzweiliges Lesevergnügen für Thriller Fans. Nicht mehr aber auch nicht weniger !

Bewertung vom 01.09.2019
Der Gesang der Flusskrebse, 2 MP3-CD
Owens, Delia

Der Gesang der Flusskrebse, 2 MP3-CD


ausgezeichnet

Eine sanfte Schönheit
Eine sanft schreibende Schriftstellerin trifft auf eine sanft sprechende Vorleserin und das Ergebnis ist kaum zu überbieten. Auch wenn dieses Buch herausgehoben wird, muss man sagen : Zurecht! Es ist einfach mal wieder etwas ganz anderes.... Doch zur

Geschichte:
Northcarolina in den 60er Jahren. Das Marschland ist der Zufluchtsort für viele Zwielichtige Gestalten, die in den Sümpfen jagen, Ihre Hütte bauen und mit dem Rest der Gesellschaft nicht viel zu tun haben wollen. Es gelten eigene Gesetze und die "normale " Gesellschaft will mit dem Sumpfpack nichts zu tun haben. Mit Farbigen schon gar nicht und somit haben wir 3 Völkergruppen auf engstem Raum. Kya ist 6 Jahre alt und lebt mit Ihren 4 Geschwistern und ihren Eltern in einer kleinen Hütte in den Sümpfen. Ihr Vater ist oft tagelang verschwunden und wenn er da ist, säuft er und schlägt seine Frau. Eines Tages nimmt Kya`s Mutter Ihren Koffer und verlässt die Familie für immer... Die großen Geschwister halten es mit dem versoffenen Vater nicht aus und verschwinden ebenfalls einfach so. Kya alleine muss lernen Ihrem Vater auszuweichen und dennoch zu überleben. Sie entdeckt die Marsch für sich und der Überlebenskampf begint.Der Anfang einer unglaublichen Geschichte über Einsamkeit ….

Personen:
Wunderbare gezeichnete Personen, die einem sofort ans Herz wachsen, wie Jumpin, ein Farbiger, der einen kleinen Laden betreibt und Benzin für die Bootsmotoren verkauft.Seine Frau Mabel, Tate der Jugendfreund von Kya, Jodi ihr Bruder, aber auch die restlichen Bewohner des nahe gelegenen Ortes. Die Dialoge sind fein und voller Poesie inmitten der wunderschön beschriebenen Landschaft mit all Ihren Vögeln, Gräsern, Muscheln. Die Sprecherin Luise Helm muss hier besonders erwähnt werden. Diese traurige und teilweise abgehackte Stimme zieht einen erst herunter bis man sich daran gewöhnt hat und lässt die Stimmung von Kya erst wirklich deutlich werden. Eine Superleistung in meinen Augen.

Meinung:
Schon das Cover und der Titel sind so wunderschön ausgewählt, dass man sich auf das Buch freut. Und man wird nicht enttäuscht!
Wunderschön erzählt, berührend in jedem Zeitpunkt, leidend wenn Kya wieder einmal von jemand verlassen wird, strahlend, wenn Kya das Leben genießen kann und spannend,durch die permanenten Zeitsprünge, des aktuellen Verbrechens und der gesamten Vergangenheitsgeschichte. Klasse der Prozess, der gut beschrieben wurde. Kriminalroman, Liebesgeschichte, Drama und wundervolle Landschaftsbeschreibung.

Fazit: Dieses Buch hätte nicht aufhören müssen! Volle Punktzahl !

Bewertung vom 31.08.2019
Ultimatum
Ditfurth, Christian von

Ultimatum


sehr gut

Spannend und fließend erzählt
Entweder mag man de Bodt oder man mag ihn nicht. Es gibt nichts dazwischen. Die einen halten ihn für einen Superklugen Schwätzer, die andern bewundern ihn als Superheld. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte

Geschichte: Der Mann der Bundeskanzlerin wird entführt und die Kidnapper stellen eine Forderung nach der anderen, wobei die erste Forderung schon sehr schwer zu verdauen für de Bodt vom Landeskriminalamt ist, zumal Bob Wendenstein entlassen werden soll. Gerade jener Wedenstein, der de Bodt nicht nur einmal Probleme bereitet hat. Die Forderungen werden immer wilder und es sterben plötzlich russische Diplomaten und die Frau des Präsidenten in Frankreich wird ebenfalls entführt und weitere Forderungen tauchen auf. De Bodt gelingt es zwar den Mann der Kanzlerin zu befreien aber das Problem weitet sich europaweit aus...

Meinung: Durch die kurzen Abschnitte lässt sich das Buch schnell und fließend lesen. Die Personen sind alle speziell und wer de Bodt noch nicht kennt, muss sich erst einmal auf Ihn einlassen können. Permanent zitierte Textpassagen alter Schriftsteller wie Hölderlin etc.
können Spaß machen oder einfach nur nerven. Die Dialoge mit seinen Kollegen sind immer wieder witzig. Natürlich ist de Bodt eine Figur die Polarisiert. Er behält fast immer Recht und ist dem Status eines Superhelden nicht weit entfernt ...auf der anderen Seite , habe ich Western mit dem besten Revolverheld auch immer gemocht.

Fazit: Für mich ein weiteres starkes Buch von Ditfurth mit einem brisanten und vor allem aktuellen Thema. Empfehlenswert in jedem Fall für alle die mit deutschen Politthrillern etwas anfangen können.
Mit hat es sehr gut gefallen, mit etwas Luft nach oben. Starke 4 Sterne...

Bewertung vom 31.08.2019
Der Kastanienmann
Sveistrup, Søren

Der Kastanienmann


ausgezeichnet

Perfekter Thriller
Völlig gefesselt und wie im Rausch, verflogen hier die Seiten, anhand eines grandiosen Schreibstils, der immer die Spannung sehr hoch hält. Ich war total neugierig, ob der Drehbuchautor von "The Killing" auch einen richtigen Roman schreiben kann. Es hat sich auf perfekte Weise bestätigt, doch zur ….

Geschichte:
Auf einem Spielplatz in Kopenhagen, wird die grauenvoll zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden. Naia Thulin, die eigentlich von der Mordkommission zur neu errichteten IT-Abteilung wechseln möchte, kriegt den Auftrag den Mord zu untersuchen. Helfen soll ihr dabei Mark Hess, ein von Interpol suspendierter Beamter, der anscheinend immer Hierarchieprobleme hatte und den Interpol los werden will, und dessen einziger Wunsch es ist, wieder schnell bei Interpol zu sein.
Niemand bemerkt zuerst ein wichtiges Detail bei diesem Mord, doch ein autistischer Junge, der den Spielplatz kennt, bringt sie darauf ein angebundes Kastanienmännchen untersuchen zu lassen. Sie Sensation ist allerdings perfekt, als man auf dem Kastanienmänchen Fingerabdrück findet, die zu einer seit 1 Jahr vermissten, weil entführten Person führen. Der Tochter der Ministerin Rosa Hartung, die ihre Tochter als tot melden lassen wollte....

Personen: Thulin und Hess sind unbequeme, aber dafür perfekt gezeichnete Figuren, die unterschiedlich nicht sein können. Beide haben Probleme, beide arbeiten völlig unterschiedlich und beide haben einen Dickkopf. Thulin ist eher ablehnend und glaubt kein Wort der Theorien von Hess, aber dieser lässt sich in der Regel nicht ablenken und überzeugt so langsam seine neue Kollegin. Sveistrup ist ein außergewöhnlich gutes Duo gelungen , mit dem der Leser einfach nur mitfiebert.

Meinung:
Alles an diesem Buch macht Spaß, angefangen vom Cover, über die Personen, der Schreibstil machen eine solche Spannung aus, dass die fast 600 Seiten wie im Flug vorbeirauschen. Die Geschichte stimmt, es gibt immer wieder neue Verdächtige und die Spannung spitzt sich bis zum Ende, das auch logisch ist, immer weiter zu.

Fazit: Für mich einer der besten Thriller, die ich in diesem Jahr lesen durfte und eine absolute Entdeckung. Skandinavisch mit viel Atmosphäre. 100 % ige Empfehlung an jeden Thriller Fan, alles andere wäre Unsinn!

Bewertung vom 31.08.2019
Dead Lions
Herron, Mick

Dead Lions


ausgezeichnet

Ungewöhnlicher Agentenroman
Schon die Leseprobe ließ mich hoffen, dieses Buch lesen zu dürfen und Volltreffer. Ungewöhnlich beschreibt es vielleicht am Besten, mit Kultstatus könnte vielleicht übertrieben klingen, aber da ist etwas ganz besonderes in dieser
Geschichte:
Nicht weit entfernt vom Secret Service gibt es eine weitere Dienststelle des Geheimdienstes und zwar das Slough-House. Dort werden alle Agenten untergebracht, die wegen irgendwelcher Vorfälle abserviert werden sollen. Da man sie nicht entlassen kann, werden sie zu unnützen Aufgaben verdonnert, die dazu dienen, dass die Agenten von selbst kündigen. Der Chef ist Jackson Lamb und eigentlich dafür bekannt, den ganzen Tag nichts zu tun, viel zu essen, dick zu sein und seinen Mitarbeitern mit seinen Sprüchen , den Tag zu verderben. Als aber ein ehemaliger Informant tot im Bus gefunden wird, verlässt Lamb das Büro und ermittelt. Das letzte Wort das der ermordete in sein Handy tippte, reicht um Lamb an etwas großes glauben zu lassen, dass London gefährden könnte. Also setzt er seine "Truppe" mal wirklich in Marsch...
Personen:
Selten so skurile Menschen in einem Roman kennengelernt, angefangen vom IT-Experten, der Programme schreibt, dass jeder denkt, er würde arbeiten bis Hoch zu Jackson Lamb, dem es absolut nichts ausmacht jeden zu beleidigen den er sieht oder aus dem Büro mit seinen Fürzen zu jagen. Die beiden "neuen " Kollegen passen da auf Anhieb zur bestehenden Mannschaft und haben alle ihre Macken. Einfach genial !
Meinung:
War ich am Anfang der Überzeugung, dass es sich um eine Agentenpersiflage handelt a la 007, wurde ich im Laufe des Buches eines besseren belehrt. Hier gibt es keine Wunderwaffen von Q, aber solide Ermittlerarbeit. Natürlich gibt es viele komische Szenen und die Dialoge sind wunderbar, aber es gibt auch einen ernsthaften und wirklich sehr guten Fall zu lösen. Leider kenne ich nicht den ersten Teil aber hat überhaupt nicht gestört. Man ist sofort drin und hat überhaupt keine Probleme das Buch zu genießen.
Fazit: Den ersten Teil zu lesen, würde vermutlich jetzt keinen Sinn mehr machen, aber diese Geschichte hat mich absolut begeistern können. Die Seiten sind wieder vorbeigeflogen, die Lösung logisch und das Buch spannend. Absolute Empfehlung !

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