© Anette Göttlicher/Suhrkamp Verlag
Zoë, Beck
Zoë Beck, geboren 1975, wuchs zweisprachig auf und pendelt zwischen Großbritannien und Deutschland. Ihre große Liebe neben der Literatur ist die Musik. Heute arbeitet sie als freie Autorin, Redakteurin und Übersetzerin. Für ihre Romane und Kurzgeschichten wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Friedrich-Glauser-Preis.
Kundenbewertungen
Harriet rettet eine Frau vor einem Waldbrand, was bei ihr danach seltsame Erinnerungen hervorruft. Sie tut Dinge, die ihr eigentlich unbekannt sind und weiß bald nicht mehr, was sie von den bruchstückhaften Erinnerungen halten soll. Sie beginnt ihr bisheriges Leben zu hinterfragen und forscht nach, was es mit den gan...
Harriet rettet eine Frau vor einem Waldbrand, was bei ihr danach seltsame Erinnerungen hervorruft. Sie tut Dinge, die ihr eigentlich unbekannt sind und weiß bald nicht mehr, was sie von den bruchstückhaften Erinnerungen halten soll. Sie beginnt ihr bisheriges Leben zu hinterfragen und forscht nach, was es mit den ganzen rätselhaften Dingen auf sich hat. Je näher sie der Wahrheit kommt, desto gefährlicher wird es für sie.
Die Autorin versetzt den Leser in die nicht so ferne Zukunft und bleibt in ihrer Handlung in Deutschland. Sie greift das Klimathema auf, denn überall brennt es. Daher ist das Cover sehr passend zur Geschichte. Die Spannung ist von Anfang bis Ende vorhanden. Ich war als Leser sehr gespannt, was es mit den Erinnerungen von Harriet auf sich hat. Die Auflösung am Ende war schlüssig und glaubhaft dargestellt, allerdings hatte ich mit so etwas nicht gerechnet. Die Hörbuchsprecherin hat eine sehr angenehme Stimme und man kann ihrer Vortragsweise sehr gut folgen. Sie betont an den richtigen Stellen, so dass dadurch gut die Spannung der Geschichte transportiert werden kann. Ein sehr spannender Thriller für alle, die sich gerne mit den nahen Zukunftsperspektiven beschäftigen und überraschende Auflösungen mögen.
1 von 1 finden diese Rezension hilfreich
Falsche oder wahre Erinnerungen nach Traumatherapie – spannend!
Das Cover zeigt ein brennendes Waldgebiet bei Nacht in eindrucksvoller Farbgebung. Inhaltlich geht es mit dem Szenario einer Klimakatastrophe mit Missernten durch Dürre und Hitze weiter – eine abschreckende Zukunftsvision für Deutschland. Die 32-jä...
Falsche oder wahre Erinnerungen nach Traumatherapie – spannend!
Das Cover zeigt ein brennendes Waldgebiet bei Nacht in eindrucksvoller Farbgebung. Inhaltlich geht es mit dem Szenario einer Klimakatastrophe mit Missernten durch Dürre und Hitze weiter – eine abschreckende Zukunftsvision für Deutschland. Die 32-jährige Hauptfigur Harriet und ihre kärgliche Wohn- und Arbeitssituation in Frankfurt und Gießen mit Strom- und Wasserrationierung zeichnen eine traurige Zukunftsvision. Einst eine Erfolg versprechende Klaviervirtuosin leidet sie an Albträumen in verschiedenen Variationen, deren echte oder falsche Erinnerungen für starke Verunsicherung sorgen. Durch diverse Ereignisse im näheren Umfeld – z.B. eine ältere Dame kennt ihren Vornamen oder die Neubeantragung ihres Führerscheins - fällt sie in ein schwarzes Loch ohne jegliche Erinnerung. Durch den Ortswechsel mit dem Elternhaus in München, dem Ort ihrer Kindheit bis zum Alter von 17 Jahren, beginnt die spannende Suche nach ihrer Vergangenheit. Mit der Mutter bereits verstorben und dem Vater stark an Demenz erkrankt, stützt sich die sympathische Harriet bei eigenen Nachforschungen auf Fotoalben im Keller, freundliche Nachbarn, hilfsbereite Security-Mitarbeiter, diverse Anrufe und Internetrecherchen. Bei dieser spannenden Suche nach der Wahrheit bleibt viel Spielraum für zwielichtige Gestalten und dramatische Twists. Der klare, direkte Schreibstil ohne Ausschweifungen in Landschafts- oder Charakterbeschreibungen hilft bei der Erinnerung an tatsächliche, einschneidende Ereignisse statt an Visionen. Fragen werden vielleicht aufgeworfen: Wie weit die Wissenschaft in der Psychiatrie gehen? Ist Manipulation unseres Erinnerungsvermögens durch künstliche Intelligenz erlaubt? Welchen persönlichen Wert haben gute wie schlechte Erinnerungen? Lesenswerter Thriller!
Eine runde Sache
Im Deutschland der Zukunft recherchiert Liina heimlich für die freie Presse und stößt mit ihren Fragen immer wieder auf Schweigen oder fadenscheinige Erklärungen. Als ihr Chef schwer verletzt und eine Kollegin tot aufgefunden wird, intensivieren sie und ihre Kollegen die gefährlichen Nachforschun...
Eine runde Sache
Im Deutschland der Zukunft recherchiert Liina heimlich für die freie Presse und stößt mit ihren Fragen immer wieder auf Schweigen oder fadenscheinige Erklärungen. Als ihr Chef schwer verletzt und eine Kollegin tot aufgefunden wird, intensivieren sie und ihre Kollegen die gefährlichen Nachforschungen.
Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut und hatte dementsprechend auch hohe Erwartungen. Ich war etwas skeptisch, wie diese Geschichte auf nur 280 Seiten untergebracht werden kann, muss aber sagen, dass ich die Länge letztendlich als genau richtig empfand.
Die Geschichte um Liina und das Deutschland der nahen Zukunft ist dicht und präzise geschrieben. Es gibt keine Längen, aber ich hatte auch nie das Gefühl, das etwas fehlt. Man erfährt eingehend, wie dieses Deutschland aussieht und funktioniert, aber auch sehr viel darüber, was in Liina persönlich vorgeht und welche Vorgeschichte sie hat. Auch die Beziehung der Figuren untereinander sind immer wieder ein wichtiges Thema und sorgen dafür, dass man ein lebendiges Bild vor Augen hat und sich leicht in die Protagonistin hineinversetzen kann.
Die Darstellung der Situation in der Zukunft ist wirklich interessant gemacht: Sie sorgt definitiv immer wieder für Gänsehaut, aber gleichzeitig erscheint sie alles andere als unrealistisch, da man Anfänge der beschriebenen Entwicklungen bereits aus der Gegenwart kennt. Unheimlich ist es insbesondere, wenn man Frankfurt gut kennt und die einzelnen Schauplätze bildlich vor Augen hat. Dass Frankfurt eine so zentrale Rolle im Buch spielt, hatte ich gar nicht erwartet, war aber für mich aber dann eine schöne Überraschung.
Gefallen hat mir auch die düstere Spannung im Buch, die so ganz anders daherkommt, als die häufig actiongeladene Spannung in Krimis oder Thrillern. Spannend bleibt es wirklich bis ganz zum Schluss, aber Zoe Beck kriegt auf den letzten Seiten noch ganz souverän die Kurve, so dass mir auch das Ende noch richtig gut gefallen hat.
Fazit: Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Selten habe ich so ein kurzes und intensives Buch gelesen, in das ich so tief eingetaucht bin.
Edvard hat verschiedenste Gründe, nicht mehr in die Schule zu gehen. Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu, doch seine Stimme ist immer noch zu hoch, die Brust haarlos, und die Aussicht auf Ferien auf einem Bauernhof mit seinen engagierten, vegetarisch essenden Eltern bereitet ihm wenig Freude. In der virtuellen We...
Edvard hat verschiedenste Gründe, nicht mehr in die Schule zu gehen. Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu, doch seine Stimme ist immer noch zu hoch, die Brust haarlos, und die Aussicht auf Ferien auf einem Bauernhof mit seinen engagierten, vegetarisch essenden Eltern bereitet ihm wenig Freude. In der virtuellen Welt hat er sich als Jason ein alternatives Leben geschaffen, mit einem durchdachten Fake-Profil, das ihn mit Constanze verbindet. Doch sein Nachbar Herr Tannenbaum könnte ihm eine Chance bieten, sich im echten Leben zu beweisen.
Edvard teilt seine Ängste und Sorgen in Blogposts, verbringt viel Zeit online und hat sogar künstliche Intelligenz genutzt, um seinen Fake-Account zu perfektionieren - unter anderem mit künstlicher Intelligenz. Dadurch bekommt die Geschichte natürlich einiges an Aktualität, denn er fälscht mal eben sogar ganze Videos. Dieses Lügennetz, was er da aufbaut, ist aber insgesamt ziemlich lustig und hat selbst ständig Sorge, wie sich das entwickeln soll. Seine Pubertätsprobleme sind nicht geringer und natürlich ist er ausgerechnet in das beliebteste Mädchen der Klasse verliebt. Da ist uns als Leser*innen die neue Mitschülerin Karli lieber, aber ich finde es ziemlich authentisch, dass Edvard da nicht genauso vernünftig denkt wie wir. Neben Humor und ziemlich vielen Problemen der Pubertät, ist das Thema Engagement gefragt und Edvard kann für die Rettung von Herrn Tannenbaums Haus endlich seine Energie mal richtig einsetzen.
Auf jeden Fall sehr unterhaltsam und nachvollziehbar, wie Edvard uns seine kleinen und großen Sorgen ganz modern mitteilt. Gäbe es den Blog wirklich, würde ich ihm bestimmt folgen.
Es ist sicher nicht einfach, wenn man nach Grieg und Munch benannt wurde. Aber Edvard Vater ist Musikdirektor und die Mutter leitet eine Galerie.
Edvard liebt seine Klassenkameradin Constanze, die ihn aber in den sozialen Medien gesperrt hat, ob der Grund die fehlende Brustbehaarung Edvards ist, stelle ich in Frage. ...
Es ist sicher nicht einfach, wenn man nach Grieg und Munch benannt wurde. Aber Edvard Vater ist Musikdirektor und die Mutter leitet eine Galerie.
Edvard liebt seine Klassenkameradin Constanze, die ihn aber in den sozialen Medien gesperrt hat, ob der Grund die fehlende Brustbehaarung Edvards ist, stelle ich in Frage. Edvard kommt auf die Idee einen amerikanischen Austauschschüler namens Jason zu erfinden. Diese Faceprofil baut er mit Familie und Freunden aus und Constanze ist begeistert von Jason und liket alle seine Posts.
Das Verhältnis zum realen Nachbarn ist nicht besonders gut, da Edvard mehrfach in die Hinterlassenschaften des Pudels getreten ist. Umso mehr ist er erstaunt, als der Nachbar ihm ein paar neue Sneakers bringt. Die Edvard sofort anzieht und die er am liebsten anlassen möchte. Doch der Nachbar bietet noch eine andere Überraschung. Doch da will ich nicht zu viel verraten.
Ein sehr turbulentes Buch mit erstaunlichen Wendungen, das einfach Spaß macht zu lesen. Die Kapitel sind immer mit Datum und Uhrzeit überschrieben und teilweise sehr kurz. Deshalb ist das Buch mit seinen fast 200 Seiten schnell gelesen. Die Charaktere der einzelne Figuren sind sehr vielschichtig und sie werden nicht bewertet, was mir sehr gut gefällt.
Zum Inhalt:
Harriet hatte mal eine Karriere als Konzertpianistin vor sich bis eine Operation die Karriere zerstört. Das hatte sie zumindest immer gedacht. Nachdem sie eine Frau vor einem Waldbrand gerettet hat, wird sie immer wieder von sonderbaren Erinnerungen geplagt mit Szenen, die scheinbar aus einem anderen Lebe...
Zum Inhalt:
Harriet hatte mal eine Karriere als Konzertpianistin vor sich bis eine Operation die Karriere zerstört. Das hatte sie zumindest immer gedacht. Nachdem sie eine Frau vor einem Waldbrand gerettet hat, wird sie immer wieder von sonderbaren Erinnerungen geplagt mit Szenen, die scheinbar aus einem anderen Leben stammen und sie beginnt an ihrem Verstand zu zweifeln. Was ist wirklich in der Vergangenheit passiert?
Meine Meinung:
Lange Zeit hatte ich bei dem Buch nicht wirklich eine Thrillergefühl, aber irgendwann war das voll da und mit jedem Kapitel wurde es spannender. Es gab unerwartete Wendungen und immer wenn man dachte, man kommt der Sache auf die Spur, dreht sich wieder alles. Ich hatte die Hörbuchversion und fand diese auch sehr gut gelesen. Gerade beim Hörbuch steht und fällt viel mit dem Sprecher oder Sprecherin und hier passte es einfach.
Fazit:
Sehr spannend
Megacity Frankfurt. Die Luft ist sauber, alle Menschen sind gut genährt, verfügen über ein Grundeinkommen, können bei wöchentlicher 20-Stunden Arbeitszeit etwas hinzuverdienen und bekommen bei gesunder Lebensweise Sozialpunkte, das heißt, bessere Wohnungen oder andere Vergünstigungen. Der öffentliche Nahverkehr...
Megacity Frankfurt. Die Luft ist sauber, alle Menschen sind gut genährt, verfügen über ein Grundeinkommen, können bei wöchentlicher 20-Stunden Arbeitszeit etwas hinzuverdienen und bekommen bei gesunder Lebensweise Sozialpunkte, das heißt, bessere Wohnungen oder andere Vergünstigungen. Der öffentliche Nahverkehr funktioniert bestens und gesund sind alle, wird das doch regelmäßig überprüft und gegebenenfalls behandelt.
Alles schön, oder? Na, wenn man nichts Falsches macht, dann stört einen doch permanente Überwachung nicht, oder? Dann ist es doch egal, ob die Nachrichten immer der Wahrheit entsprechen, ob man glaubt, dass es keine schlimmen Krankheiten mehr gibt, ob Daten missbraucht werden und ob Genmanipulationen stattfinden? ODER?
Protagonistin Liina arbeitet in einer privaten Nachrichtenagentur, recherchiert Vorfälle, die in der Staatspresse nicht vorkommen oder anders dargestellt werden. Das ist gefährlich, nicht nur für sie.....
Wie sieht es überhaupt außerhalb aus? Überschwemmungen, veraltete Infrastruktur, dann gibt es auch noch die Parallelen, Menschen, die sich den Kontrollen entziehen, die anders sind.
Hätte eine packende Dystopie sein können, ist es aber nicht. Manches ist unlogisch, die Figuren sind irgendwie blutarm, undurchsichtige Regierungsgestalten sind stets nur verpixelte Schatten.
Eine Zukunftsvision von Zoe Beck, die nur bedingt mitnimmt.
Ich fand die Geschichte langweilig. Es ist nie gelungen Spannung aufzubauen und es wurde einfach eine Geschichte über Deutschland in der Zukunft erzählt. Die Rückblicke in die Vergangenheit und das Leben der Parallelen waren auch nicht spannend oder trugen wesentlich zur Story bei.