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Benutzername: Baerbel82
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Bewertungen

Insgesamt 333 Bewertungen
Bewertung vom 06.06.2018
Inspektor Takeda und der lächelnde Mörder / Inspektor Takeda Bd.3
Siebold, Henrik

Inspektor Takeda und der lächelnde Mörder / Inspektor Takeda Bd.3


ausgezeichnet

Intelligent und ungewöhnlich

Um es gleich zu sagen, „Inspektor Takeda und der lächelnde Mörder“ von Henrik Siebold hat mir viel besser gefallen als die beiden Vorgänger. Kenjiro Takeda, genannt Ken, kommt aus Tokio und hält sich im Rahmen eines Austauschprogramms in Hamburg auf. In ihrem 3. Fall bekommen er und seine Kollegin Claudia Harms es mit Mordfällen anscheinend ohne Motiv zu tun.
Der 17-jährige Simon hat offenbar eine Frau auf einem S-Bahnhof vor den Zug gestoßen. Jedenfalls gesteht er die Tat. Der Fall scheint also gelöst. Doch dann widerruft Simon sein Geständnis und die Polizei muss ihn wieder gehen lassen. Weitere mysteriöse Todesfälle geschehen - und Simon war immer in der Nähe…
Henrik Siebold ist das Pseudonym des Journalisten und Buchautors Daniel Bielenstein, unter dem er seine Kriminalromane veröffentlicht. Dem Autor gelingt es, einerseits einen spannenden Krimi zu schreiben, andererseits interessante Einblicke in die Kultur und Denke der Japaner zu geben. Auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Simon ist ein s.g. Hikikomori, der sich in sein Zimmer einschließt und sich von der Gesellschaft zurückzieht. Er liebt Mangas und identifiziert sich mit den Hauptfiguren. Aber, ist er deshalb auch ein Mörder? Es geht um Mobbing, Manipulation durch das Internet - und Einsamkeit. Aber es geht auch um Grundstücksspekulationen und politische Intrigen.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Über das Wiedersehen mit Ken und Claudia habe ich mich sehr gefreut. Denn sie sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Sie ist temperamentvoll, er cool. Da geht doch was! Über eine Fortsetzung würde ich mich sehr freuen.

Fazit: Takeda-San ermittelt in Hamburg. Beste Unterhaltung!

Bewertung vom 03.06.2018
Kowalskis Mörder (eBook, ePUB)
Börgdahl, Ole R.

Kowalskis Mörder (eBook, ePUB)


sehr gut

Aller guten Dinge sind drei

„Kowalskis Mörder“ ist der letzte Band einer spannenden Trilogie um die Berliner Kommissare Marek Quint und Thomas Leidtner. Die Bücher sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden. Worum geht es?
„Kowalskis Mörder ist in Berlin!“ Mit dieser Nachricht wird Marek aus dem Schlaf gerissen. Doch damit nicht genug. Der Absender zwingt ihn, ein perfides Spiel mit ihm zu spielen - sonst stirbt seine Freundin, die Gerichtsmedizinerin Kerstin Sander. Marek bittet Thomas um Hilfe, denn Kerstin ist nicht zu erreichen. Offenbar wurde sie entführt.
Marek lässt sich auf das „Spiel“ ein und ermittelt undercover als Bodyguard eines Staatssekretärs. Währenddessen macht sich Thomas auf die Suche nach Kerstin…
Ole R. Börgdahl hat seinen neuen Kriminalroman spannend in Szene gesetzt. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Immer mal wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängern. Das macht Lust auf mehr für die, die die ersten Bände (noch) nicht kennen.
Die zeitgeschichtlichen Hintergründe sind sehr interessant und bestens recherchiert. Zudem erfährt der Leser viel über das Thema Personenschutz. „Kowalskis Mörder“ ist ein echter Slow Burner, vom Krimi zum Actionthriller, der auch Verschwörungstheorien enthält. Nur das kitschige Ende konnte mich nicht begeistern.

Fazit: Ein etwas anderer Reiseführer von Berlin. Lehrreich und packend zugleich!

Bewertung vom 30.05.2018
Fake
Rayburn, James

Fake


ausgezeichnet

Zwischen Fiktion und Realität

Cathrine Finch, eine US-amerikanische Ärztin, wird bei einem Drohnenangriff im syrischen Rakka, der Hauptstadt des s.g. Kalifats, getötet. Ein Kollateralschaden. Seit Jahren war Cathrine eine Geisel des IS-Führers Ahmed Assir. Er war das eigentliche Ziel des Anschlags.
Um Friedensverhandlungen im Nahen Osten nicht zu gefährden, wird Ex-CIA-Agent Pete Town beauftragt, mittels Fake News so zu tun, als wäre Cathrine noch am Leben. Eine falsche SMS ist schnell geschrieben, aber die Inszenierung eines YouTube-Videos?
Skrupellose Waffenhändler, die am Krieg in Syrien verdienen, wollen das verhindern. Ein Wettlauf um Leben und Tod beginnt…
Schon die Leseprobe war der Hammer: Auf knapp 40 Seiten schafft es James Rayburn alias Roger Smith, einen enormen Spannungsbogen aufzubauen. Sein Protagonist, Pete Town, hat mich sofort an die Figur des George Smiley aus den Spionageromanen von John le Carré erinnert. Pete ist genauso wortkarg und unscheinbar. Ein grauer Mann.
Wie so oft, passt der Originaltitel „Hostages“ viel besser, finde ich. Denn nicht nur Cathrine ist eine Geisel, auch Pete ist gefangen in seiner Vergangenheit. Das macht ihn erpressbar. „Fake" ist ein beängstigender Thriller über heutige Demokratien und die dunklen Seiten ihrer Geheimdienste. Habgier und Gewalt.
Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Mit „Fake“ präsentiert sich der Autor als Meister der Irrungen und Wendungen. Und glaubt man, es sei keine Steigerung mehr möglich, dann setzt er noch einen drauf. Und noch einen. Und noch einen… Eine finale Auflösung, die alles in den Schatten stellt.

Fazit: Ein Thriller mit dem Finger am Puls der Zeit. Ich bin begeistert!

Bewertung vom 27.05.2018
Der einsame Bote / Kommissar Tommy Bergmann Bd.3 (eBook, ePUB)
Sveen, Gard

Der einsame Bote / Kommissar Tommy Bergmann Bd.3 (eBook, ePUB)


sehr gut

Männer sind Schweine

„Der einsame Bote“ von Gard Sveen ist der dritte Fall für den Osloer Kommissar Tommy Bergmann. Die Vorgänger hatte ich mit Begeisterung verschlungen und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Tommy sucht noch immer nach der 13-jährigen Amanda, obwohl ihr Mörder angeblich tot ist. Er ist der Einzige, der daran glaubt, dass Jon-Olav Farberg noch lebt.
Wird Tommy von Anders Rask, Farbergs Freund und Kollege, mehr erfahren? Und was hat Morten Høgda, der Geliebte von Farbergs Komplizin Elisabeth Thorstensen damit zu tun? Denn er bekommt mysteriöse Postkarten aus Vilnius und fühlt sich bedroht. Die Spur führt zu einer alten Sekte. Tommy verbeißt sich in den Fall. Eine gefährliche Suche beginnt…
Währenddessen ermittelt Tommys Kollegin Susanne Bech im Fall einer ermordeten Frau mit abgetrennten Händen. Ein Ritual? Ein weiteres Opfer von Farberg?
Gard Sveen erzählt die komplexe, aber auch etwas wirre Geschichte, in perfektem Tempo und mit stetig steigender Spannung. Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf und münden in einen dramatischen Showdown. Tommy, ein guter Beobachter und Kenner menschlicher Abgründe, entdeckt den Zusammenhang.
Für diejenigen Leser, die „Der letzte Pilger“ und „Teufelskälte“ nicht gelesen haben, gibt es am Anfang eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse. Ab und zu finden sich Bezüge zu den Vorgängern, erscheinen alte Bekannte. Nichtsdestotrotz könnte ich mir vorstellen, dass Neueinsteiger, die die ersten beiden Bände nicht kennen, Verständnisprobleme haben.

Fazit: Ein Krimi, der einen nicht mehr loslässt. Abgründig und düster!

Bewertung vom 23.05.2018
Blut und Scherben (eBook, ePUB)
Börgdahl, Ole R.

Blut und Scherben (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Was passierte wirklich?

„Tod und Schatten“ von Ole R. Börgdahl hatte ich mit Begeisterung verschlungen. Und auch der 2. Fall für die Berliner Kommissare Marek Quint und Thomas Leidtner, „Blut und Scherben“, hat mich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Im Wald wird ein Grab mit einer männlichen Leiche gefunden. Schnell ist klar, dass es sich um Ken Börder handelt, ein Kleinkrimineller. Sein Kumpel Rainer steht schon bald unter Verdacht. Doch Thomas verfolgt eine andere Spur, unterstützt von Marek und der Gerichtsmedizinerin Kerstin, denn bei der Obduktion wurden offenbar Fehler gemacht.
Marek wurde zum Tatorterkennungsdienst versetzt, Thomas in eine andere Operative Einheit. Während Marek es gut getroffen hat, kommt Thomas mit seinem neuen Chef überhaupt nicht klar. Konflikte sind also vorprogrammiert.
„Blut und Scherben“ ist ein schöner ruhiger Ermittlerkrimi mit interessanten Einblicken in die Arbeit der Polizei. Sprachlich locker erzählt. Wie immer gelingt es Ole R. Börgdahl, Spannung aufzubauen - und zu halten. Ab und zu finden sich Bezüge zum Vorgänger, erscheinen alte Bekannte. Zudem hat der Autor eine Thematik gewählt, die nicht schon x-fach kriminalliterarisch abgearbeitet wurde.
Ole R. Börgdahl versucht die ein oder andere falsche Fährte zu legen, über die wahlweise die Kommissare oder die Leser stolpern sollen. Die Auflösung ist überraschend, aber stimmig. Auch wenn ein paar Punkte offen bleiben. Über das Wiedersehen von Marek und Thomas habe ich mich sehr gefreut. Beide sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Und so bin ich schon gespannt auf den 3. Fall.

Fazit: Marek Quint und Thomas Leidtner ermitteln in Berlin. Einfallsreich!

Bewertung vom 14.05.2018
In den Fängen des Löwen (eBook, ePUB)
Kallentoft, Mons; Lutteman, Markus

In den Fängen des Löwen (eBook, ePUB)


sehr gut

Irgendwie hängt alles zusammen

„Die Fährte des Wolfes“ des schwedischen Autorenduos Kallentoft & Lutteman hatte ich mit Begeisterung verschlungen. Und auch der 2. Fall für Zack Herry, Mitglied einer Spezialeinheit der Polizei, „In den Fängen des Löwen“, hat mich nicht enttäuscht.
Die Autoren gehen gleich in medias res: Ein Mann, der sich als Löwe verkleidet, ein Junge in einem Käfig und Zack, der Russisch Roulette spielt. Wo ist die Verbindung?
Sechs Tage zuvor: Auf einem alten Fabrikgelände in Stockholm wird die Leiche eines 11-jährigen Jungen entdeckt. Festgebunden auf einem Schornstein in schwindelerregender Höhe. Zack und seine Partnerin Deniz ermitteln. Schnell ist klar, dass es sich um Ismail handelt, einen Asylbewerber aus dem Irak.
Wie sich herausstellt, soll ein Mann, der sich Lejonet, der Löwe, nennt, schon öfter Kinder vor der Flüchtlingsunterkunft beobachtet haben. Ist der Betreffende Ismails Mörder? Das wäre wohl zu einfach. Denn kurz darauf ist ein weiterer Junge verschwunden…
Zack nimmt immer noch Drogen. Zitat: „Er ist nicht mehr auf dem Weg nach unten. Er ist unten. Ganz tief unten.“ Liegt es an Abdula, seinem Dealerkumpel? Niklas ist das genaue Gegenteil. Er ist ein Familienmensch. Deniz scheint mit Cornelia ihr Glück gefunden zu haben. Auch der blinde Rudolf und IT-Spezialistin Sirpa sind wieder mit dabei.
Es geht um kranke Menschen, missbrauchte Kinder. Mitunter kaum auszuhalten. Es geht auch um den ultimativen Kick und ein bisschen Sozialkritik. Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf und münden schließlich in einen dramatischen Showdown. Die Auflösung ist absolut stimmig.
Aber durchgeknallt und zugedröhnt, das geht gar nicht. Punktabzug für Zack! „In den Fängen des Löwen“ ist definitiv nichts für sanfte Gemüter oder Leute mit einem schwachen Magen. Ihr seid also gewarnt.

Fazit: Deftiger Schweden-Krimi. Actionreich und hochspannend!

Bewertung vom 12.05.2018
Die Tyrannei des Schmetterlings
Schätzing, Frank

Die Tyrannei des Schmetterlings


ausgezeichnet

Mensch oder Maschine?

Um es gleich vorweg zu sagen, das neue Werk von Frank Schätzing ist der Hammer! Eine Mischung aus „Der Scharm“ und „Limit“ - und doch ganz anders, besser! Worum geht es?
„Die Tyrannei des Schmetterlings“ spielt in der nahen Zukunft in Kalifornien: Luther Opoku, Undersheriff von Sierra County, entdeckt eine geheime Forschungsanlage, in der ein Hightech-Konzern eine lernfähige künstliche Intelligenz (KI) entwickelt hat. Doch was wäre, wenn dieser Quantencomputer außer Kontrolle gerät und nach der Macht greift?
Ein erschreckend realistisches Szenario, das der Autor sich ausgedacht hat. Sprachlich locker erzählt. Aber es geht nicht nur um KI, sondern auch um Paralleluniversen (PU) und Biowaffen. Alles bestens recherchiert. Und es geht um Werte. Ein brisantes, aktuelles Thema. Frank Schätzing liefert hierzu viele Denkanstöße: „Alles ist möglich.“
Häufige Perspektivwechsel sorgen für Dynamik und einen durchgängigen Spannungsbogen bis zum actionreichen Showdown. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Luther ist mir sofort ans Herz gewachsen. Denn er hat viel Empathie. Ein äußerst intelligenter Mix aus Thriller, Sci-Fi und Horror. Unheimlich unterhaltsam.

Fazit: Rasanter Thriller mit dem Finger am Puls der Zeit. Ganz großes Kino!

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.05.2018
Der Pate von Glasgow / DCI Jim Daley Bd.2
Meyrick, Denzil

Der Pate von Glasgow / DCI Jim Daley Bd.2


ausgezeichnet

DCI Jim Daley ermittelt wieder

„Der Pate von Glasgow“ ist nach „Tödliches Treibgut“ der zweite Fall für DCI Jim Daley von der Mordkommission Glasgow. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Daley bekommt ein mysteriöses Video zugeschickt: In Melbourne, Australien, werden Gerald Dowie und seine Frau in ihrem Haus brutal ermordet. Er war einer der Kronzeugen im Prozess gegen James Machie, den Paten von Glasgow.
Der Täter sieht aus wie James Machie. Doch wie kann das sein? Denn Machie ist angeblich seit fünf Jahren tot. Daley, der nach Kinloch versetzt wurde, soll nun den anderen Zeugen, Frank MacDougall, beschützen. Aber der Killer mordet weiter...
Denzil Meyricks hat seinen Schottland-Krimi wieder atmosphärisch in Szene gesetzt. Erneut gelingt es dem Autor, Spannung aufzubauen und zu halten. Über das Wiedersehen von Jim Daley und seinen Freund und Kollegen DS Brian Scott habe ich mich gefreut. Auch wenn Daley von privaten Problemen geplagt wird und sein Chef Superintendent Donald ihm Knüppel zwischen die Beine wirft.
Alles in allem hat mir der Krimi sehr gut gefallen. Besser noch als Band 1. Selbst der Humor kommt nicht zu kurz, der Whisky fließt in Strömen. Packend, nicht vorhersehbar und mit überraschenden Wendungen bis zum furiosen Finale. Über eine Fortsetzung würde ich mich daher sehr freuen.

Fazit: Abgründig und authentisch. Krimi-Spannung aus Schottland!

Bewertung vom 03.05.2018
Spur der Angst / Post Mortem Bd.4
Roderick, Mark

Spur der Angst / Post Mortem Bd.4


sehr gut

Nicht nur knallrot, sondern auch knallhart

„Post Mortem - Spur der Angst“ ist bereits der 4. Band um Profi-Killer Avram Kuyper und Interpol-Agentin Emilia Ness. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Lina Sattler wurde als Kind entführt, kann sich aber nicht mehr daran erinnern. Doch die Schatten der Vergangenheit werden länger. Der Einzige, der ihr helfen kann ist Avram, denn er hatte bereits damals nach ihr gesucht. Unterstützt werden sie von Emilia, die kurz vor ihrer Hochzeit mit Kollege Mikka steht.
Die ersten drei Bände hatten mich begeistert. Deshalb musste ich „Spur der Angst“ unbedingt haben. Doch ich wurde enttäuscht. Eigentlich ist es immer das Gleiche: Gewalt, insbesondere Folter und finstere Mächte. Ein inoffizielles Forschungsprogramm mit menschlichen Versuchskaninchen, in das selbst die Polizei verstrickt zu sein scheint.
Mark Roderick hat seinen neuen Thriller routiniert in Szene gesetzt. Erneut gelingt es dem Autor, Spannung aufzubauen. Gut gefallen haben mir auch die häufigen Perspektivwechsel. Denn die sorgen für Dynamik. Immer mal wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängern. Das macht Lust auf mehr für die, die die ersten Bände (noch) nicht kennen.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Avram und Emilia sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Neu dabei, Lina. Sie ist tough, kennt keine Angst. Fluch und Segen zugleich. Allerdings scheint Avram in die Jahre zu kommen. Denn so oft wurde er noch nie geschnappt und musste sich von den Mädels retten lassen. Frauenpower eben.
Die Geschichte wird irgendwann vorhersehbar. Zudem haben mir die psychologischen Raffinessen gefehlt, die ich aus den ersten Bänden gewohnt war.

Fazit: Abgründig und böse. Für mich aber nicht das beste Buch der Reihe.

Bewertung vom 01.05.2018
Der Kreidemann
Tudor, C. J.

Der Kreidemann


gut

Fünf Freunde 2.0

Krimis und Thriller interessieren mich immer, neue Autoren sowieso. Deshalb musste ich „Der Kreidemann“ unbedingt haben. Doch ich wurde enttäuscht. Worum geht es?
Schauplatz ist eine englische Kleinstadt. Zwei Handlungsstränge gilt es zu verfolgen: Einer in den 80er Jahren, ein weiterer 30 Jahre danach. Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus Sicht von Ed erzählt.
Eddie war zwölf Jahre alt, als alles begann. Zu seiner Gang gehören Fat Gav, Metal Micky, Hoppo und Nicky, das einzige Mädchen. Eines Tages bekommt Fat Gav zum Geburtstag einen Eimer mit Kreidestiften. Ein Lehrer, der wegen seiner bleichen Haut „Kreidemann“ genannt wird, bringt die fünf Freunde auf die Idee, Strichmännchen zu zeichnen und mittels geheimer Botschaften zu kommunizieren. Als Eddie im Wald ein totes Mädchen findet, ist nichts mehr, wie es war.
„Der Kreidemann“ von C.J. Tudor ist eher ein Jugendroman als ein Thriller. Es geht um Freundschaft und Verlust. Eds Mutter ist Ärztin in einer Abtreibungsklinik, Nickys Vater Pfarrer. Auch hier sind Konflikte vorprogrammiert. Zudem wird Alzheimer thematisiert.
30 Jahre danach. Ed ist ein Eigenbrötler und lebt noch immer in seinem Elternhaus. Er arbeitet inzwischen selbst als Lehrer und ist noch immer ein leidenschaftlicher Sammler. Als Ed einen geheimnisvollen Brief erhält, scheint sich die Geschichte zu wiederholen.
Dem grausigen Prolog folgt ein schwacher Mittelteil. Doch die Autorin versteht es, den Leser mit unvorhergesehenen Wendungen zu überraschen. Die Auflösung ist unerwartet und beantwortet alle offenen Fragen. Eine Geschichte mit diversen Schock-Effekten, die für meinen Geschmack aber spannender hätte sein können.

Fazit: Gelungener Debütroman. Unheimlich und unterhaltsam. Aber kein Thriller!