Der Fall Collini - Schirach, Ferdinand von

Ferdinand von Schirach 

Der Fall Collini

Roman

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Der Fall Collini

Was treibt einen Menschen, der sich ein Leben lang nichts hat zuschulden kommen lassen, zu einem Mord?
34 Jahre hat der Italiener Fabrizio Collini als Werkzeugmacher bei Mercedes-Benz gearbeitet. Unauffällig und unbescholten. Und dann ermordet er in einem Berliner Luxushotel einen alten Mann. Grundlos, wie es scheint. Der junge Anwalt Caspar Leinen bekommt die Pflichtverteidigung in diesem Fall zugewiesen. Was für ihn zunächst wie eine vielversprechende Karrierechance aussieht, wird zu einem Albtraum, als er erfährt, wer das Mordopfer ist: Der Tote, ein angesehener deutscher Industrieller, ist der Großvater seines besten Freundes; in Leinens Erinnerung ein freundlicher, warmherziger Mensch. Wieder und wieder versucht er die Tat zu verstehen. Vergeblich, denn Collini gesteht zwar den Mord, aber zu seinem Motiv schweigt er. Und so muss Leinen einen Mann verteidigen, der nicht verteidigt werden will. Ein zunächst aussichtsloses Unterfangen, aber schließlich stößt er auf eine Spur, die weit hinausgeht über den Fall Collini und Leinen mitten hineinführt in ein erschreckendes Kapitel deutscher Justizgeschichte
Mehr Informationen zum Autor erhalten Sie auf seiner Website: http://www.schirach.de


Produktinformation

  • Verlag: Piper
  • 2011
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 195 S.
  • Seitenzahl: 195
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 120mm x 30mm
  • Gewicht: 357g
  • ISBN-13: 9783492054751
  • ISBN-10: 3492054757
  • Best.Nr.: 33720589
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.09.2011

Diese fatale Schwäche für Pralinen oder Sellerie

Wenn die banalsten Dinge zur Chiffre der Undurchschaubarkeit des menschlichen Lebens werden: Ferdinand von Schirach schreibt einen Roman.

Von Patrick Bahners

Er darf das. Seinen ersten Roman zusammenzimmern und über der Eingangstür einen Satz von Großpapa Hemingway ans Gebälk nageln: "Wir sind wohl alle für das geschaffen, was wir tun." Bei jedem anderen Krimiautor sähe das affig aus. Nicht bei Ferdinand von Schirach, dem schreibenden Rechtsanwalt. Er ist ein harter Bursche, der als Kleinwildjäger durch das Unterholz der eigenen Prosa streift. Ungerührt bringt er Nebenfiguren zur Strecke, die getan haben, was sie zu tun hatten, und für mehr nicht geschaffen waren. Philipp, der Freund des Helden aus dem Internat am Bodensee, kommt kurz nach dem Abitur durch einen Holztieflader zu Tode, der plötzlich schräg auf der Straße steht. Die Eltern sitzen praktischerweise ebenfalls im Auto. Caspar Leinen, der Held, naturgemäß nicht. So ist von der Familie, als Caspar später den Mörder von Philipps Großvater verteidigen muss, weil er den Hörer des Notruftelefons der Pflichtverteidiger …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Kein gutes Haar lässt Patrick Bahners, der wie stets sehr ins Detail geht, an diesem Romanerstling des zuvor mit aus dem Rechtsleben gegriffenen Erzählbänden hervorgetrenen Ferdinand von Schirach. Wo er schon mal dabei ist, kritisiert Bahners auch das diesen Bänden ausgesprochene "Lob" als "maßlos". Zu den Dingen, die es in den Erzählungen bereits gab und die ihn am nun vorliegenden Roman besonders enervieren, gehört eine bestimmte Sorte von Sätzen, "Protokollsätzen", die zur Wirklichkeitsfindung nichts beitragen, auch wenn sie das als sinnlose Reihung von Sachverhalten zu tun vorgeben. Von der verwickelten Handlung ist auf jeden Fall soviel zu erfahren, dass der Autor durch die Geschichte der Familie des Protagonisten Caspar Leinen als "eiskalter Engel" geht und in Todesarten erfindungsreich die Brüchigkeit bürgerlicher Existenz vorführt. Das Motto von Hemingway macht den Rezensenten nicht glücklich, erschwerend kommen "falsche Konjunktive, schiefe Bilder und kitschige Sentenzen" hinzu. Ein freundliches Wort sucht man in dieser Besprechung vergebens.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.09.2011

Glutkern in Schmockhülle
Gut gemeint, arg misslungen: Ferdinand von Schirach führt in seinem Roman „Der Fall Collini“ einen Nazi-Prozess
„Schuld“ und „Verbrechen“ hießen die beiden Erzählungsbände, die den erfolgreichen Strafverteidiger Ferdinand von Schirach zum Bestsellerautor machten. Schuld und Verbrechen – das klang ein wenig nach Dostojewski, lebte aber vor allem vom Echtheitsversprechen: Da wusste einer Bescheid über Juristerei und menschliche Abgründe, hatte genügend Stoff aus der Praxis, dazu eine lakonisch knappe und unterkühlte Erzählweise und keine Scheu, ohne mit der Wimper zu zucken in tiefen Fleischwunden zu bohren. Gut und Böse liegen dicht beieinander, und oft ist es nur ein Zufall, ob ein Mensch Täter oder Opfer wird. Das war die wichtigste Lehre aus diesen Geschichten. Schirach hat sie nun noch einmal zum Mitschreiben in einem Spiegel-Essay formuliert, der das Erscheinen seines ersten Romans „Der Fall Collini“ publizistisch flankiert. Er hätte ihn, um bei Dostojewski zu bleiben, auch „Sühne“ nennen können.
Im Roman – und im Begleitessay – setzt sich Schirach mit der Frage auseinander, ob Schuld …

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»Glasklare Geschichte von bestürzender Amoralität« Die Welt »Ein Glücksfall für die deutsche Literatur« Focus »Ein großartiger Erzähler« Spiegel »Schirach formuliert präzise, sachlich, er sucht nicht nach krimitypischen Tricks, um die Leser zu fesseln. Er erzählt einfach eine Geschichte- schnörkellos, atemberaubend.« Neues Deutschland »Schichte für Schicht deckt von Schirach Abgründe auf. Seine Sprache ? Präzise wie ein Seziermesser. Sein erster Roman? Die Obduktion eines dunklen Kapitels deutscher Geschichte. Beim Lesen warm anziehen!« MySelf »Die fast emotionslose Erzählweise lässt das Spannungsbarometer zügig klettern und man möchte das Buch nicht aus der Hand legen. Eine spannend erzählte Geschichte um Schuld und Rache.« Ruhr Nachrichten »Grandios!« Elle »Ausgehärtet und genau kalkuliert ist von Schirachs Sprache, und das hat etwas äußerst Angenehmes, das Ungeheuere des Sachverhalts tritt so nur um so schärfer hervor. « Cicero »Mordprozeß mit politischer Brisanz: spannend, klug, erschütternd.« Focus

"Glasklare Geschichte von bestürzender Amoralität" Die Welt "Ein Glücksfall für die deutsche Literatur" Focus "Ein großartiger Erzähler" Spiegel "Schirach formuliert präzise, sachlich, er sucht nicht nach krimitypischen Tricks, um die Leser zu fesseln. Er erzählt einfach eine Geschichte- schnörkellos, atemberaubend." Neues Deutschland "Schichte für Schicht deckt von Schirach Abgründe auf. Seine Sprache ? Präzise wie ein Seziermesser. Sein erster Roman? Die Obduktion eines dunklen Kapitels deutscher Geschichte. Beim Lesen warm anziehen!" MySelf "Die fast emotionslose Erzählweise lässt das Spannungsbarometer zügig klettern und man möchte das Buch nicht aus der Hand legen. Eine spannend erzählte Geschichte um Schuld und Rache." Ruhr Nachrichten "Grandios!" Elle "Ausgehärtet und genau kalkuliert ist von Schirachs Sprache, und das hat etwas äußerst Angenehmes, das Ungeheuere des Sachverhalts tritt so nur um so schärfer hervor. " Cicero "Mordprozeß mit politischer Brisanz: spannend, klug, erschütternd." Focus

»Ein großartiger Erzähler!« Der Spiegel
Ferdinand von Schirach, geboren 1964 in München, arbeitet seit 1994 als Anwalt und Strafverteidiger in Berlin. Zu seinen Mandanten gehörten das frühere Politbüro-Mitglied Günter Schabowski, der ehemalige BND-Spion Norbert Juretzko, Industrielle, Prominente und Angehörige der Unterwelt.

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Kundenbewertungen zu "Der Fall Collini" von "Ferdinand von Schirach"

4 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen ***** sehr gut)
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Bewertung von R.E.R. am 20.01.2013 ***** sehr gut
Der unbescholtene Werkzeugmacher Fabrizio Collini ermordet den Industriemagnaten Hans Meyer. Mehrere Kopfschüsse und ein brutal zerstörtes Antlitz deuten auf einen persönlichen Racheakt hin, aber jede Verbindung zwischen Täter und Opfer fehlt. Caspar Leinen, gerade zugelassener Rechtsvertreter, wird dem Italiener als Pflichtverteidiger zugeordnet, ohne zu ahnen, dass es sich bei dem ermordeten um den Großvater seines besten Freundes handelt. Der unerfahrene Anwalt muss sich der Frage stellen, ob er den geständigen Mörder überhaupt verteidigen kann, solange dieser nicht verteidigt werden will. Collini schweigt hartnäckig über sein Motiv. Schließlich stößt Leinen, rein zufällig, auf eine Spur die weit in die Vergangenheit reicht und die Tat in einem völlig anderen Licht erscheinen lässt.

Ich weiß nicht, inwieweit Nichtabonnenten die Möglichkeit haben das Archiv der Süddeutschen Zeitung online einzusehen. Im großen Wochenendinterview vom 31.7.2010 sprach Rebecca Casati mit Ferdinand von Schirach über “Motive”. Die Wochenendinterviews der SZ sind eigentlich immer hochinteressant und lesenswert, aber manche hinterlassen einen noch stärkeren Eindruck. So auch das Interview mit dem Berliner Strafverteidiger, der mit seinen Büchern “Verbrechen” und “Schuld” Bestseller schrieb. Wer die Möglichkeit hat, dem sei die Lektüre empfohlen.

Nachdem ich das Interview vor mehr als zwei Jahren gelesen hatte, machte ich mir eine Notiz das Buch “Schuld” in dem es in dem Gespräch unter anderem ging, unbedingt zu lesen. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich das bis heute noch nicht geschafft habe. Der Autor ist mir allerdings in Erinnerung geblieben. Als in der Bücherei “Der Fall Collini” vorrätig war, griff ich selbstverständlich sofort zu.

Ferdinand von Schirach erzählt in einem eigentümlich sachlichen Stil, der nüchtern klingt und dennoch ungeheuer fesselt. Er reduziert die Handlung auf die wesentlichen Fakten und “garniert” diese mit wenigen, aber aussagekräftigen, Hintergrundinformationen. So erlebt man einige Sommertage in Kindheit und Jugend des jungen Anwaltes. Oder man erfährt etwas über den Verteidiger der Gegenseite, den legendären Staranwalt Richard Mattinger. Eine Stelle, die mir besonders in Erinnerung blieb, war folgende: “Am nächsten Verhandlungstag fragte Mattinger weiter. Und am übernächsten. Am Ende stand die Frau siebenundfünfzig Tage im Zeugenstand und musste seine Fragen beantworten. Am Morgen des achtundfünfzigsten Tages gab sie zu, dass sie ihren Mann aus Eifersucht ins Gefängnis bringen wollte. Die letzte Frage war die gleiche wie am Anfang: Möchten Sie zugeben, dass Sie gelogen haben?“

Das geschilderte, real sachliche Wissen des Autors zu Abläufen bei Gericht bzw. hinter den Kulissen desselben fand ich besonders spannend, weil es eben nicht nur authentisch wirkt sondern wohl auch ist. Ein Faktor für den Erfolg seiner Bücher ist sicher das Befriedigen einer natürlichen Neugier bzw. der Hang sich gerne “fremdzugruseln“. Die Prosa von Schirachs bedient aber keineswegs niedere Instinkte. Die Würde der Figuren bleibt zu jeder Zeit gewahrt.

“Mein Gewissen ist ruhig. Gewiss, ich habe ein Kriminalverbrechen begangen; gewiss, ich habe den Buchstaben des Gesetzes verletzt und Blut vergossen; nun gut, so nehmt für den Buchstaben des Gesetzes meinen Kopf.” So gelassen resümiert der Mörder Raskolnikow am Ende von Dostojewskis “Schuld und Sühne”. Ähnlich reagiert auch der Täter Collini. Ihn umgibt eine stille Größe, die von Beginn an ahnen lässt, dass hinter der Tat mehr steckt als offen sichtlich. Ferdinand von Schirach beschreibt mit dem “Fall Collini” nicht nur ein spektakuläres Verbrechen sondern arbeitet , bei der Beschreibung der Verteidigung, gleichzeitig ein dunkles Kapitel Rechtsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland auf.

“Eine böse Tat - was bedeutet das?” fragt Dostojewskis Raskolnikow. Ferdinand von Schirach zeigt es.

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Bewertung von Anna aus Potsdam am 03.01.2013 ***** sehr gut
Ein junger Pflichtverteidiger versucht das Motiv eines Mörders zu erfahren. Der Mörder gibt zwar die Tat zu, schweigt aber zu dem Motiv. Der Verteidiger entschlüsselt durch einen Zufall und Beharrlichkeit das Rätsel und lässt sich auch durch seine persönliche Beziehung zum Opfer nicht beeinflussen. Am Ende erfährt der Jurist von einer grausamen Geschichte und von einem Skandal zum Thema Umgang mit den Verbrechen und Verbrechern des Krieges.
Mir hat das Buch gut gefallen, weil es spannend, überraschend und informativ ist. Ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen.

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Bewertung von Punni aus München am 10.02.2012 ***** ausgezeichnet
Bestellung lief problemlos, Bücher kamen prompt

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Bewertung von herbert rost aus düsseldorf am 04.12.2011 ***** gut
Ein spannend geschriebener Roman, aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich mir nach "Verbrechen" etwas mehr Insiderwissen in dem Buch erwartet hatte. Liegt vielleicht auch daran, dass ich gleichzeitig den Krimi "Gitterblüten" von Martin W. Brock gelesen habe, der mit dem Fall Collini in der Welt am Sonntag vorgestellt worden war. In diesem Buch bin ich wirklich in die Welt der Verbrecher geführt worden, zudem ist es richtig spannend geschrieben.

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