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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Joschne
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Bewertungen

Insgesamt 1627 Bewertungen
Bewertung vom 21.01.2019
Babylon Berlin - Staffel 1

Babylon Berlin - Staffel 1


ausgezeichnet

+++Eine Serie, die süchtig macht+++
Die Fernseh-Serie „Babylon Berlin“ basiert auf den Gereon-Rath-Romanen von Volker Kutscher. Der Großstadtkrimi um Ermittler Gereon Rath (Volker Bruch) spielt sich im Berlin der 1920er Jahre ab. Die erste Staffel behandelt den ersten Band „Der nasse Fisch“.
Kommissar Gereon Rath wird von Köln nach Berlin versetzt, wo er in der so genannten „Roten Burg“, dem Polizeipräsidium der Stadt, seinen Dienst in der Sitte antritt. Dort trifft er auf Charlotte Ritter, die als Stenotypistin bei der Polizei arbeitet - einer der wenigen Berufe, der Frauen bei der Kriminalpolizei offensteht. Dabei würde sie gerne selbst als Ermittlerin tätig sein. Gereons erster Fall ist simpel genug: das Ausheben eines Produzenten illegaler Pornofilme. Bald schon wird er jedoch in einen Fall ganz anderer Dimensionen verwickelt.
Die Autoren von „Babylon Berlin“ sind Tom Tykwer, Achim von Borries und Hendrik Handloegten. Produziert wurde die mit Abstand teuerste Fernsehserie aller Zeiten im Auftrag von ARD Degeto, Sky Deutschland und Das Erste.
Es handelt sich um eine Serie, die süchtig macht. Ob Ambiente, Schauspieler, Kleidung oder Musik - alles vermittelt auf den Punkt Zwanzigerjahre-Flair. Dazu sind die einzelnen kurzen Folgen höllisch spannend und man muss aufpassen, dass man alles mitkriegt. Einziger Wermutstropfen: Der Berliner Slang ("Icke"), der für Norddeutsche nicht immer leicht verständlich ist.
Trotzdem eine großartige Serie, von der wir uns mehr wünschen.

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Bewertung vom 17.01.2019
Roter Rabe / Max Heller Bd.4
Goldammer, Frank

Roter Rabe / Max Heller Bd.4


sehr gut

+++Spion im eigenen Land+++
Im Spätsommer 1951 kehrt Oberkommissar Heller mit seiner Familie aus dem staatlich genehmigten Ostseeurlaub nach Dresden zurück. Für seine Frau Karin geht die Fahrt gleich weiter, denn sie hat überraschend die Reiseerlaubnis in den Westen zu Sohn Erwin erhalten. Heller ist besorgt. Doch sein neuer Fall lässt ihm keine Zeit zum Grübeln: Zwei unter Spionageverdacht stehende Männer, Zeugen Jehovas, sterben in ihren Gefängniszellen. Und es geschehen weitere mysteriöse Todesfälle. Bei einem der Opfer wird eine geheimnisvolle Botschaft gefunden: »Eine Flut wird kommen.« Heller beschleicht eine schreckliche Ahnung.

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Bewertung vom 29.12.2018
Das finstere Tal

Das finstere Tal


weniger gut

+++Extrem blutiger und gewaltbetonter Alpen-Western+++
Fans von "Spiel mir das Lied vom Tod" und anderen Produktionen des Western-Genres könnten hieran Freude haben: Ein junger Mann namens Greider kommt Ende des 19. Jahrhunderts mit Pferd und Gepäck in ein abgelegenes Bergdorf in den Alpen. Er stellt sich als Fotograf vor und bittet die Bewohner um Quartier für einen Winter. Seine Ankunft stößt auf Missbilligung, und erst nach Vorauszahlung wird ihm sein Wunsch gewährt. Das Dorf wird von den sechs Söhnen des patriarchalen Bauern namens Brenner rigide kontrolliert. Greider wird zu einem abgeschiedenen Hof gebracht, wo Luzi mit ihrer Mutter wohnt. Die zwei Frauen leben seit dem Unfalltod von Vater und Sohn allein. Greider wird im Haus wohlwollend aufgenommen und angemessen versorgt. Er zeigt sich wortkarg, erzählt nur, dass er in Amerika aufgewachsen sei. Luzi steht kurz vor der Hochzeit mit Lukas, sieht dem Ereignis aber mit Schrecken entgegen. Eines Tages begleitet Greider Luzi zum Einkauf in das Dorf. Im Gasthof kommt es zum Zusammenstoß mit den Brenner-Söhnen, als Greider den angebotenen Schnaps nicht trinken will. Daraufhin schlägt ihn Otto Brenner nieder und schüttet ihm den Rest aus der Schnapsflasche in den Mund. In den folgenden Wochen macht Greider mit seiner Kamera im Tal Landschaftsaufnahmen sowie auf Luzis Wunsch ein Porträtfoto von ihr mit Lukas.
Nacheinander kommen zwei der Söhne Brenners bei Waldarbeiten und auf der Jagd bei scheinbaren Unfällen zu Tode. Greider weiß, dass der Verdacht auf ihn fallen wird und zieht sich in eine Waldhütte zurück. Die Hochzeit findet trotz der Todesfälle statt. An dieser Stelle offenbart sich die vom alten Brenner durchgesetzte Tradition, wonach im Sinne eines „verlängerten“ Ius primae noctis jede Braut ihm sexuell gefügig sein muss, bis sie schwanger wird. Diese Regel wurde erst einmal gebrochen, und zwar von Greiders Mutter und deren Ehemann, der damals seine Frau aus dem Brenner-Hof befreite und sich mit ihr im Keller des Wirtes versteckte. Sie wurden jedoch verraten und von den Brenners gefasst, der Mann daraufhin misshandelt und gekreuzigt; die Mutter konnte letztlich entkommen und wurde nie mehr gesehen. Greider ist somit ins Tal gekommen, um an dem Brenner-Bauern und seiner Familie für die an seiner Mutter und ihrem Ehemann verübten Grausamkeiten Rache zu nehmen. Und das tut er reichlich, blutig und letztendlich mit Erfolg.
Fazit: Düsteres Rache-Epos mit extrem wortkargen Helden, tolle Schauspieler wie Sam Riley, Tobias Moretti und Paula Beer, um nur die bekanntesten zu nennen, die ihre wahren Qualitäten kaum ausspielen können, extrem eisige Winter-Atmosphäre. Lohnt nur für hartgesottene (Alpen-)Westernfans.

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Bewertung vom 25.12.2018
Flugangst 7A
Fitzek, Sebastian

Flugangst 7A


sehr gut

+++Eine tödliche Waffe, die durch jede Kontrolle kommt+++
Es gibt eine tödliche Waffe, die durch jede Kontrolle kommt. Jeder kann sie ungehindert an Bord eines Flugzeugs bringen. Ein Nachtflug Buenos Aires-Berlin. Ein seelisch labiler Passagier. Und ein Psychiater, der diesen Passagier dazu bewegen soll, die Maschine zum Absturz zu bringen – sonst stirbt der einzige Mensch, den er liebt.
Rezension
"Der nächste Megaseller des Berliner Thrillerautors" Focus, 04.11.2017
Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt "Die Therapie"(2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile werden seine Bücher in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.

Bewertung vom 18.12.2018
Der Zorn der Einsiedlerin / Kommissar Adamsberg Bd.12 (6 Audio-CDs)
Vargas, Fred

Der Zorn der Einsiedlerin / Kommissar Adamsberg Bd.12 (6 Audio-CDs)


sehr gut

+++Tödlicher Biss der Einsiedlerspinne+++
Im Süden Frankreichs sterben mehrere Männer – angeblich sind sie dem Biss der Einsiedlerspinne zum Opfer gefallen. Allerdings reicht das Gift einer einzigen Spinne nicht aus, um einen Menschen zu töten. Adamsberg und sein Team von der Brigade Criminelle des 13. Pariser Arrondissements ermitteln. Seine Nachforschungen führen den eigenwilligen Kommissar zu einem Waisenhaus bei Nîmes und zu einer Gruppe von Jungen, die dort in den 1940er-Jahren lebte. Und plötzlich erscheinen die Todesfälle, die bislang nicht als Morde betrachtet wurden, in einem anderen Licht …
Spannend gelesen von Hörbuchpreisträger Volker Lechtenbrink
(8 CDs, Laufzeit: ca. 10h 38)
Fred Vargas, geboren 1957, ist ausgebildete Archäologin und hat Geschichte studiert. Sie ist heute die bedeutendste französische Kriminalautorin mit internationalem Renommee. 2004 erhielt sie für »Fliehe weit und schnell« den Deutschen Krimipreis, 2012 den Europäischen Krimipreis für ihr Gesamtwerk und 2016 den Deutschen Krimipreis in der Kategorie International für »Das barmherzige Fallbeil«.
Volker Lechtenbrink wurde 1944 in Cranz/Ostpreußen geboren. Bereits als Achtjähriger sprach er im NDR-Kinderfunk. 1959 wurde er 15-jährig in der Rolle des Kurt Hagen in Bernhard Wickis Antikriegsfilm Die Brücke bundesweit bekannt. Er spielte am Theater in Köln, am Bayerischen Staatsschauspiel München und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. 1976 stellte Volker Lechtenbrink seine viel beachtete erste Langspielplatte "Der Macher" vor. 1979 erhielt er vom Saarländischen Rundfunk eine eigene Fernsehshow: Live: Volker Lechtenbrink.
2007 wurde Volker Lechtenbrink für die Lesung "Die Brücke" als 'Bester Interpret' mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet und ist heute in zahlreichen Fernsehserien zu sehen, wie u. a. "Ein Fall für Zwei", "Siska" und "Küstenwache"

Bewertung vom 18.12.2018
Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9
Neuhaus, Nele

Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9


sehr gut

+++Der Mörder läuft noch frei herum+++
Im Wohnhaus einer stillgelegten Fabrik wird eine Leiche gefunden. Es handelt sich um den ehemaligen Betreiber des Werks, Theodor Reifenrath, wie Kriminalhauptkommissarin Pia Sander feststellt. In einem Hundezwinger machen sie und ihr Chef Oliver von Bodenstein eine grausige Entdeckung: Neben einem fast verhungerten Hund liegen menschliche Knochen verstreut, und die Spurensicherung fördert immer mehr schreckliche Details zutage. Reifenrath lebte sehr zurückgezogen, seit sich zwanzig Jahre zuvor seine Frau Rita das Leben nahm. Im Dorf will niemand glauben, dass er ein Serienmörder war.
Rechtsmediziner Henning Kirchhoff kann einige der Opfer identifizieren, die schon vor Jahren ermordet wurden. Alle waren Frauen. Alle verschwanden an einem Sonntag im Mai. Pia ist überzeugt: Der Mörder läuft noch frei herum. Er sucht sein nächstes Opfer. Und bald ist Anfang Mai.
Nele Neuhaus, geboren in Münster/Westfalen, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus und schreibt bereits ebenso lange. Ihr 2010 erschienener Kriminalroman "Schneewittchen muss sterben" brachte ihr den großen Durchbruch, heute ist sie die erfolgreichste Krimiautorin Deutschlands. Außerdem schreibt die passionierte Reiterin Pferde-Jugendbücher und, unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg, Unterhaltungsliteratur. Ihre Bücher erscheinen in über 30 Ländern. Vom Polizeipräsidenten Westhessens wurde Nele Neuhaus zur Kriminalhauptkommissarin ehrenhalber ernannt.

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Bewertung vom 14.12.2018
Weihnachten (2 Audio-CDs)
Helene Fischer

Weihnachten (2 Audio-CDs)


gut

+++Perfekt produziertes Weihnachts-Album+++
„Weihnachten“ mit Helene Fischer, der wohl bekanntesten deutschen Schlagersängerin, ist ein perfekt produziertes Doppel-Album, das jeden Zuhörer sofort in vorweihnachtliche Stimmung versetzt. Die Musiker vom Royal Philharmonic Orchestra in London sorgen mit ihren Instrumenten – vor allem mit ihrem hervorragenden Streicher-Ensemble – für eine musikalisch lukullische Untermalung. Das muss selbst ich, der kein ausgesprochener Schlager- und damit Helene-Fischer-Fan ist, neidlos anerkennen.
Helene Fischer präsentiert ihren Fans 35 hörenswerte Weihnachtslieder, die perfekt in die für Viele schönste Zeit des Jahres passen, und hat bei der Auswahl der Titel Wert auf einen ausgewogenen Mix zwischen deutschen und englischen Songs gefunden. Ihr Gesang passt sich hervorragend der gefühlvollen Stimmung der einzelnen Titel an. Helene Fischer beginnt oft sehr leise zu singen, fast könnte man sagen, sie haucht die Worte, um dann spätestens beim Refrain aus dem Vollen zu schöpfen. Nicht umsonst belegt Helene Fischer den Spitzenplatz der deutschsprachigen Sängerinnen. Wie kaum eine andere kann sie sich in die Grundstimmung des jeweiligen Textes hinein fühlen und dem Zuhörer Gänsehaut vermitteln, heißt es von den Produzenten der Doppel-CD.
Auch wenn viele Lieder grundsätzlich den meisten Menschen bekannt sein dürften, klingen sie in der Interpretation von Helene Fischer wieder etwas anders als gewohnt, sodass man sie immer wieder gerne hört. Ob es sich um das berühmte „Ave Maria“ handelt, um das „Halleluja“, um „Leise rieselt der Schnee“, um „Stille Nacht“ oder um „Süßer die Glocken nie klingen“ – jedes Mal trifft Helene Fischer mitten ins Herz.
Auch schwungvolle, fröhliche Lieder fanden den Weg in das Weihnachtsalbum von Helene Fischer. So zum Beispiel „In der Weihnachtsbäckerei“, „Jingle Bells“, „Lasst uns froh und munter sein“ oder „Fröhliche Weihnacht überall“. Besonders hervorzuheben sind die Lieder, in denen sich Helene Fischer im Duett mit lebenden oder bereits verstorbenen Sängern präsentiert. So ist der Gesangspartner bei „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ kein Geringerer als Xavier Naidoo, bei „White Christmas“ Bing Crosby, dessen Gesang hinein kopiert wurde – ebenso wie beim Lied mit Frank Sinatra, wo man auch das Gefühl hat, Helene Fischer steht mit dem Sänger zusammen im Studio. Aber die heutige Technik macht eben das Unmögliche möglich.
Mein Fazit: Einfach mal vorurteilsfrei reinhören, es lohnt sich bestimmt.

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Bewertung vom 10.12.2018
Kleinhirn an alle
Waalkes, Otto

Kleinhirn an alle


sehr gut

+++Ein märchenhafter Aufstieg+++
Darauf haben Generationen von Fans gerade noch gewartet: Otto erzählt aus den ersten 70 Jahren seines Lebens – einem märchenhaften Aufstieg vom Deichkind zum Alleinunterhalter der Nation. Seine Sketche und Figuren haben unser kollektives Gedächtnis und unseren Witzwortschatz bereichert: Harry Hirsch (übergibt sich ins Funkhaus), Robin Hood (der Stecher der Entnervten), Susi Sorglos (föhnt ihr goldenes Haar), Louis Flambée (kocht Pommes de Bordell) Peter, Paul and Mary (are planning a bank robbery) und der „Schniedelwutz“ (hat's bis in den Duden gebracht).
Aber: Wer waren eigentlich Ottos Vorbilder? Wo kommt er her? Was treibt ihn an? Wie entsteht seine eigene Art von Komik? Und wozu überhaupt? Gibt es ein Geheimnis?
Jetzt erzählt Otto freiwillig von Höhe- und Tiefpunkten, von den glücklichsten und den glanzvollsten Momenten, ohne die peinlichsten und traurigsten auszulassen. Nicht zu vergessen einige noch unveröffentlichte Fotos und selbstgemalte Bilder.
Otto Waalkes, geb. 1948 in Emden, Ostfriesland, lebt in Hamburg und ist einer der erfolgreichsten Komiker Deutschlands. Bereits während seines Studiums an der Hochschule für Bildende Künste trat er in kleinen Clubs auf. 1972 produzierte er seine erste LP, es folgten unzählige Goldene Schallplatten, TV-Shows, Bücher in Millionenauflage, Filme mit Rekordbesucherzahlen. Dafür gab‘s zahlreiche Auszeichnungen. Fehlt nur noch ein Literaturpreis.
Übrigens: Das ebenso köstliche Hörbuch, gelesen vom Meister selbst, ist bei Random House Audio erschienen.

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Bewertung vom 04.12.2018
Helen Dorn - Teil 9-10:

Helen Dorn - Teil 9-10:


gut

+++Zieht sich etwas in die Länge+++
Sie hilft beim Bundeskriminalamt aus, bekommt damit einen neuen Kollegen an die Seite und es mit einem Fall zu tun, der sie nicht nur wie üblich in Gefahr, sondern an ihren Grenzen bringt. Am Schluss hört sie sogar Stimmen. Anna Loos (48) spielt Helen Dorn seit 2014 in dem erfolgreichen ZDF-Samstagskrimi als kühl und kontrolliert wirkende Kriminalkommissarin, die unbeirrt ihre Arbeit macht und Verbrecher um Verbrecher zur Strecke bringt.
Dorn hat aber auch eine andere Seite, die meist nur sichtbar wird, wenn sie mit ihrem Vater Richard (Ernst Stötzner, 66) zusammen ist: Mit ihm geht die verschlossene Kriminalkommissarin, die gegenüber Kollegen nicht zu sozialer Wärme neigt, geradezu zärtlich um. Und diesmal zeigt sie umso mehr Gefühle, als ihr Vater schwer verletzt im Koma liegt.
Am Anfang landet Dorn dort allerdings selbst im OP-Saal. Beim Schusswechsel mit einem Drogendealer hat sie einen Treffer in der Brust abbekommen. Der Verbrecher ist tot. Das bringt Helen Dorn einigen Ärger ein. Und in den Innendienst wird sie nur deshalb nicht versetzt, weil der junge BKA-Kommissar Felix Schwarz (Christoph Letkowski, 35) Hilfe braucht.
Ein Fischer in Hamburg hat in einer Flaschenpost eine Botschaft gefunden, die mit menschlichem Blut geschrieben wurde. Sie könnte von Paul Westerberg stammen, einem reichen Silicon-Valley-Investor, der 2014 in Prag spurlos verschwunden ist und den die Behörden längst für tot hielten. Westerberg war 1989 aus der DDR über die Prager Botschaft in den Westen geflohen und dann als Pionier der Digitalbranche zu Geld gekommen. Hält ihn jemand in Prag gefangen? Und warum? Das Lösegeld, das seine Firma zu zahlen bereit war, wurde nie abgeholt.
Helen Dorn wäre nicht Helen Dorn, wenn sie das auf sich beruhen lassen würde. Und so fährt sie mit ihrem neuen Partner in die tschechische Hauptstadt - zu ihrem ersten Auslandseinsatz überhaupt. Die beiden finden schnell heraus, dass Paul Westerberg (August Zirner) nicht der war, als er der in den Medien galt: Eine seiner früheren engen Mitarbeiterinnen beschreibt ihn als Unsympath, dem andere Menschen egal gewesen seien. Und noch am Tag seiner Entführung hatte er eine Prostituierte bei einem Escort-Service gebucht. Aber seine Entführung hatte ganz andere Gründe, die in die Zeit im Herbst 1989 zurückreichen, in die Wochen und Monate, bevor die Mauer fiel.
Das Drehbuch von Clemens Murath und Florian Oeller erzählt eine Geschichte, die alles andere als 08/15 ist, aber trotzdem nicht abgedreht wirkt. Die Musik von Wolfram de Marco ist angenehm darauf abgestimmt. Regisseur Alexander Dierbach hat sie mit viel Fingerspitzengefühl umgesetzt, es gibt viele spannende Szenen, aber auch einige unerwartet leise Momente - gerade am Schluss.
Da hat Helen Dorn wie üblich den Fall gelöst und sitzt nun am Bett ihres schwer verletzten Vaters im Krankenhaus. «Bis morgen, Papa», sagt sie und geht los. Aber dann hört sie seine Stimme und kommt zurück. Und sie unterhält sich mit ihm, als würde er nicht reglos im Koma liegen, über ihre Mutter, die an Krebs gestorben ist und die sie nie kennengelernt hat. «Ich schlag' dir einen Deal vor», hört sie die Stimme ihres Vaters sagen. «Wenn ich hier rauskomme, erzähle ich dir von ihr.» Gar kein schlechter Cliffhanger.
Solide Krimi/Thriller-Ware mit Anleihen beim realen Zeitgeschehen, die sich jedoch etwas in die Länge zieht. Komprimierter wäre in diesem Fall mehr gewesen. Bekommt trotzdem drei Sterne von mir.

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Bewertung vom 30.11.2018
So fuhr der Osten
Schameitat, Klaus

So fuhr der Osten


sehr gut

+++Auto-Schätze von damals, die längst verschwunden sind+++
Skurril, farbenfroh, formschön, manchmal aber auch einfach nur erstaunlich zeigt sich der Osten in diesem prachtvollen Bildband. Über 800 Abbildungen mit Modellbeschreibungen zeigen über 60 Fahrzeughersteller aus 20 Ländern.
Klaus Schameitat beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit den Ländern Osteuropas und der ehemaligen Sowjetunion und hat dabei zahlreiche Schätze dokumentiert, die heute längst aus dem Straßenbild verschwunden sind.

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