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Bewertungen

Insgesamt 855 Bewertungen
Bewertung vom 31.05.2020
Anthony's Kitchen
Sarpong, Anthony

Anthony's Kitchen


sehr gut

Einblicke in die Küche des Sternekochs Anthony Sarpong

In Meerbusch betreibt Anthony Sarpong ein Restaurant und eine Kochschule. Das Team ist international und so entstehen immer neuer „Genuss-Opern in mehreren Akten“. Die besten Rezepte davon sind in diesem Buch zusammengestellt, von Suppen und Vorspeisen über Hauptspeisen und Fischgerichten bis zu Desserts.

Klar, wirklich alltagstauglich sind die Gerichte nicht und entsprechend aufwändig sind die Zutaten. Die hat man nicht als Standard zu Hause und muss teils schon sehr danach suchen. Dennoch – für besondere Anlässe lohnt sich das.

Auch wenn ich es mag, wenn auch mal ausgefallene Speisen auf den Tisch kommen, hört es bei mir bei „Stubenküken“ auf. Da Anthony Sarpong großen Wert auf ökologische, weltanschauliche Einstellung zur Nahrung legt, auf Ganzheitlichkeit, Nachhaltigkgeit, Achtsamkeit und Respekt, kann ich nicht nachvollziehen, warum ein solches Rezept in diesem Buch zu finden ist. Für mich ist das ein Widerspruch. Dagegen ist es für mich schlüssig und konsequent, dass auch Kalbsbries aufgeführt wird – wenn wir schon Tiere essen, dann bitteschön alles davon.

Die Rezepte sind sehr schön dargestellt. Neben einem großformatigen Foto vom edel angerichteten Teller (Marke: ich brauche mindestens zehn Gänge, um damit satt zu werden) steht die Zutatenliste. Auf Nährwertangaben wurde verzichtet, aber man findet die Angaben für die Anzahl der Portionen, die Zubereitungszeit und in einem Sternesystem den Schwierigkeitsgrad der Zubereitung und oben rechts in einem gezackten Kreis einen Tipp. Besonders schön aber finde ich den Text, den es zu jeder Speise gibt, bevor die wirklich ausführliche Anleitung der Zubereitung folgt. Diese ist noch dazu reichlich bebildert. Viel Text zu lesen, viel zu schauen – da traut man sich nach ausreihendem „Studium“ auch an die kompliziertesten Speisen ran! Das Buch ist also quasi eine kleine Kochschule.

Dennoch – für blutige Anfänger ist es natürlich denkbar ungeeignet. Wer aber gern kocht und schon eine gewisse Grundsicherheit mitbringt, wird seine Freude an diesem Buch haben. Die Informationen im Vorwort und im Kapitel „Anthony’s kleine Kochschule“ sind wunderbar und sehr informativ. Alle Fotos, ob vom Team, den Lebensmitteln, der Zubereitung oder der fertig angerichteten Teller sind liebevoll und sehr künstlerisch gemacht. Insgesamt ist es fast mehr „Lesebuch“, denn Kochbuch, aus dem man Gerichte zaubert. Insgesamt gefällt es mir aber sehr gut und ich gebe vier Sterne – als reines Kochbuch jedoch hätte es nur drei Sterne bekommen.

Bewertung vom 30.05.2020
Mein Lokal, dein Lokal - der Profi kommt
Süsser, Mike

Mein Lokal, dein Lokal - der Profi kommt


gut

Einmal quer durch die Republik

Wenn ich TV sehe, dann zumeist Sendungen, die mit dem Kochen zu tun haben. „Mein Lokal, Dein Lokal“ mag ich recht gern. Es ist manchmal schon erschreckend, wie der eine oder andere Teilnehmer das Haar in der Suppe sucht. Aber man kann immer irgendeinen Trick lernen und das finde ich toll. Ganz klar also, dass mich auch das Buch sehr interessiert hat!

Allerdings muss ich sagen – Gewinnerrezepte sind dann wohl leider doch nicht ganz so die Rezepte, die mich wirklich reizen, interessieren, meinen Appetit anregen und die ich dementsprechend nachkochen möchte. Viel mehr Freude hatte ich bei diesem Buch an den Fotos und kurzen Vorstellungen der Teilnehmer und den ersten fünfzehn Seiten mit Vorwort und Tipps von Mike Süsser. In einem muss ich ihm aber widersprechen: Ich lagere meine Tomaten bis zum Verzehr/Verbrauch schon immer im Kühlschrank. Das schadet weder den Tomaten noch mir!

Die Rezepte selbst sind kochbuchtypisch und klassisch aufgemacht, nur werden sie hier nach Postleitzahl sortiert, statt nach Zutat oder Ereignis. Die Zutaten sind links untereinander gelistet, jeweils sortiert. Dazu gibt es dann eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die gut verständlich geschrieben ist. Die Adresse des Lokals und Mike Süssers Wertung des Gerichts, ein Foto davon und hin und wieder eine Mike-Info gibt es noch obendrauf. Die Mengenangaben und Zeiten fehlen auch nicht. Verzichtet wurde jedoch auf die Angabe der Nährwerte.

Mir ist schon klar, was sich Verlag und Autor beim Buch gedacht haben, jedoch ist das Finden eines Rezeptes hier eher Zufall. Möchte man ein Drei-Gänge-Menü daraus kochen, sucht man sich erst mal einen Wolf, denn Vor- und Hauptspeisen sowie Desserts sind wild durcheinandergewürfelt. Also muss man entweder wissen, was wo im Buch steht oder suchen oder jedes Mal das Buch durchforsten. Das ist ein bisschen unglücklich, finde ich.

Auch das Register … nun ja, es ist etwas chaotisch. Unter A wie Alge steht Geflämmter Lachs. Den hätte ich dann doch unter L wie Lachs gesucht, aber da ist er nicht zu finden. Sieht man unter F wie Fisch nach, entdeckt man noch ein paar Lachsrezepte – unter vielen anderen Fischrezepten. Resultat: Ein bestimmtes Rezept zu finden, ist und bleibt hier Glückssache.

Mein Fazit deshalb: Ein schönes Buch zur Sendung, bei dem man am besten seine Lieblingsrezepte gleich mal mit Pagemarkern markiert – und das noch farblich nach Gang. Im Vergleich zu anderen Kochbüchern – und ich habe davon eine ganze Menge – schwächelt es aber deutlich. Deshalb von mir drei Sterne.

Bewertung vom 29.05.2020
Der Selbstversorger: Mein Gartenjahr
Storl, Wolf-Dieter

Der Selbstversorger: Mein Gartenjahr


sehr gut

Gute Infos, aber nicht ausführlich genug

In diesem Buch findet man interessante Anregungen, wie man einen Garten naturnah und effizient anlegen und nutzen kann. Von Gemüse und Kräutern bis zu Obst wird alles behandelt. Ganz besonders toll finde ich den Gemüse- und Kräuterfahrplan am Ende des Buches. Hier sieht man per Farbcode, was wann zu tun ist. Nur sind darin nicht alle Pflanzen aufgeführt, die im Buch behandelt werden. Hier lohnt dann ein Blick ins Register, um herauszufinden, wo die gesuchte Information stecken könnte. Oder man googelt …! Da das Buch nicht sonderlich dick ist, ist es auch gar nicht möglich, alle Fragen zu beantworten.

Hin und wieder sind mir die Informationen zu oberflächlich. Für Geübte vielleicht ausreichend, für Ungeübte jedoch einfach nicht ausreichend genug. Ein Beispiel: Storl erklärt, wie man Saatkartoffeln äugelt, aber ob man einfach „übrig gebliebene“ Kartoffeln, die treiben, nehmen kann oder spezielle Saatkartoffeln kaufen muss, das erfährt man im Buch nicht. Dafür erzählt Storl ein paar nette Anekdoten. Das ist lehrreich und unterhaltsam zugleich.

Für den einen oder anderen ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist wohl auch, dass Storl dem Mond sehr viel Beachtung schenkt. So wird auf die genaue Mondstellung geachtet. Aber nicht nur, ob es Vollmond oder Halbmond ist oder der Mond zu- oder abnimmt ist ihm wichtig, auch in welchem Sternzeichen er steht, wie weit er von der Erde entfernt ist und an welchem Tag welcher Phase man pflanzt. Dazu kommt der phänologische Jahreskalender, der das Jahr in zehn Abschnitte unterteilt. Diese sind: Vorfrühling, Erstfrühling, Vollfrühling, Frühsommer, Hochsommer, Spätsommer, Frühherbst, Vollherbst, Spätherbst und Winterliche Ruhezeit. Diese Phasen richten sich nicht nach unserem Kalender, sondern können sich jedes Jahr ein wenig verschieben und hängt auch mit der jeweiligen Region, in der man lebt, zusammen.

Wolf-Dieter Storl macht keinen Hehl daraus, dass er ein Leben weit ab der uns bekannten und gewohnten Norm führt. Seine Art, sich selbst mit dem, was die Natur bietet, zu ernähren und sein Aussehen lassen da keinen Zweifel. Der größte Skeptiker muss aber neidlos anerkennen, dass Storl aus seinem Garten enorm viel herausholt. Allerdings ist dieser auch recht groß. Sein Buch bezieht sich im Grunde auf eine Fläche von 500 m². Natürlich geht das alles auch „ein paar Nummern kleiner“, niemand muss so viel Fläche nutzen. Aber wenn man rund ums Jahr davon satt werden will, ist das nicht mehr so viel Fläche – und man erkennt plötzlich, wie viel Fläche, Arbeit, Wasser, Zeit und Energie nötig ist, um satt zu werden!

Die beiliegende DVD ist ein bisschen unglücklich befestigt, sodass man das Buch „verletzt“, wenn man sie herausnimmt. Hier hätte ich es sinnvoller gefunden, wenn eine Einstecklasche befestigt worden wäre. Auf der DVD sieht man Storl das tun, was er im Buch beschreibt. Auch mit der App kann man dies verfolgen. So sind alle happy – die Leser und die „Gucker“.

Ganz ohne weitere Literatur wird man dennoch nicht auskommen. Deshalb gebe ich vier Sterne.

Bewertung vom 29.05.2020
Frau Honig Bd.3
Bohlmann, Sabine

Frau Honig Bd.3


ausgezeichnet

Frischer Wind und ein Löffelchen Honig!

Als Frau Honig an der Birkenschule vorbeikommt, weht der Wind sie hinein. Frau Schimmelpfennig, die Rektorin der Schule, denkt, Frau Honig ist die neue Aushilfslehrerin und bringt sie in den Raum der Klasse 4b. So kommt es, dass Frau Honig ihre freie Woche ganz anders als geplant verbringt. Die Klasse gilt als nicht ganz einfach und Frau Honig merkt auch schnell, warum. Doch die Kinder ahnen ja nicht, was Frau Honig so alles kann …!

Dieses Kinderbuch ist einfach wunderbar! Ganz spielerisch und mit ganz viel Spaß lässt Sabine Bohlmann mit ihrer Figur Frau Honig die Kinder – sowohl die Schüler im Buch als auch die Kinder, die das Buch lesen oder vorgelesen bekommen – eine ganze Menge lernen. Sie lässt sie vieles selbst entdecken und feststellen, dass Lernen nicht trocken sein muss und mit Spaß viel leichter geht. Doch vor allem lernen sie, dass das Gelernte das ganze Leben bereichert. In allem um uns herum ist „Unterrichtsstoff“.

Auch das Miteinander ist ein Thema. Statt über Kinder zu lachen, die die Deutsche Sprache (noch) nicht beherrschen, hilft man ihnen eben, diese Sprache zu erlernen. Wunderbar auch, dass deutlich gemacht wird, dass eine Drei mindestens so viel Lob verdienen kann, wie eine Eins und Stolz keine nette Eigenschaft ist, wenn er stark in Richtung Hochnäsigkeit tendiert. Frau Honig lehrt die Kinder und Lehrer und Eltern das Wichtigste überhaupt: Eingefahrene Bahnen auch mal zu verlassen und neue Wege auszuprobieren, ohne dabei den Boden komplett zu verlieren. Die Altersangabe „8-99“ finde ich absolut passend. Man ist nie zu alt für dieses Buch!

Die kleinen Eselsbrücken und Zitate am Ende des Buches saugen die Kids ganz fix in sich auf – und schon haben sie wieder etwas gelernt und hatten Spaß dabei. Besonders gelungen finde ich auch die „zufällig“ passenden Anfangsbuchstaben der Namen der Kinder, als Frau Honig das Sonnensystem erklärt. Die sanfte Kritik an allzu verknöcherten Lehrern, die steif an ihrem Lehrplan festhalten, gefällt mir sehr. Da können auch die Eltern ein bisschen umdenken. Frau Honig ist für mich eine wunderbar gelungene Mischung aus einer Nanny McPhee und Mary Poppins, vielleicht sogar mit einem kleinen Hauch Nanny Fine. Jung, frisch, kein bisschen leise, verständisvoll und mit ganz viel Fantasie!

Sehr schön auch die kleinen Illustrationen. Sie lockern die Geschichte zusätzlich auf und machen Kids besonders viel Freude. Dennoch sind es nicht zu viele, um das Buch nicht zu sehr Bilderbuch werden zu lassen. Mir gefällt die „Dosierung“ sehr gut! Mich hat das Buch be- und verzaubert und ich gebe ihm die vollen fünf Sterne.

Bewertung vom 27.05.2020
Das Kind in mir will achtsam morden / Achtsam morden Bd.2
Dusse, Karsten

Das Kind in mir will achtsam morden / Achtsam morden Bd.2


ausgezeichnet

Dieser Rechtsanwalt kann irre gut schreiben!

Björns Leben ist durch das Prinzip der Achtsamkeit besser geworden. Seine Ehe ist zwar noch immer nicht gekittet, aber er verbringt viel Zeit mit seiner Tochter, wohnt über dem Kindergarten, den er quasi übernommen hat und der von Sasha, einem ehemaligen Mafiosi, geführt wird und in dessen Keller Boris „aufbewahrt“ wird. Also eigentlich alles bestens. Aber Björn ist das Morden leid und merkt, dass er zu oft und schnell die Beherrschung verliert. Seine Frau Katharina schickt ihn deshalb direkt vom Urlaub erneut zu Joschka Breitner, damit Björn weiter an seiner Achtsamkeit arbeitet. Und der erkennt: Björns Problem liegt in dessen Kindheit begraben. Also Zeit, um mit seinem inneren Kind zu kommunizieren!

Da dachte ich, nach „Achtsam morden“ muss sich Karsten Dusse etwas ganz Neues einfallen lassen, denn das kann man weder toppen noch fortsetzen. Tja, da habe ich mich aber gewaltig geirrt! Die Idee ist nicht nur gelungen, sondern auch noch genial umgesetzt. Wie im ersten Buch ist auch hier jeder noch so absurde Gedankengang komplett logisch aufgebaut und damit in sich total stimmig. Man denkt, den nächsten Schritt und das nächste Ereignis hervorzusehen, doch dann setzt Dusse der Sache noch eins drauf, haut eine weitere Wendung rein und überrascht den Leser erneut. Dadurch ist die Story nicht nur urkomisch, sondern auch immer und durchweg spannend.

So manchem Psychothriller fehlen ausgereifte Figuren, um die Glaubwürdigkeit zu ermöglichen. So abgehoben die Geschichte in „Das Kind in mir will achtsam morden“ auch ist, die Charaktere sind ausgereift, abwechslungsreich, in sich stimmig, authentisch und unfassbar gut gelungen. Sehr schön auch, dass sich alle, die man schon aus dem ersten Buch kennt, logisch weiterentwickeln. Die eine oder andere Überraschung kommt natürlich dazu. Und all das mit Satzkonstruktionen, die einfach umhauen. Sie sind witzig, oh ja, aber auch geradezu philosophisch stellenweise. Ein intellektuell daherredender Sascha ist einfach nur köstlich, die Szene bei der Kindergarten-Beiratssitzung in ihrer Übertriebenheit dermaßen glaubhaft, dass man vor Lachen kaum an sich halten kann. Dusse greift gekonnt brisante Themen auf, die er dann durch den Fleischwolf dreht und deren Absurdität wunderbar herausarbeitet. Umweltschutz und Gleichberechtigung sind wichtig, eindeutig auch dem Autor. Aber ich liebe es einfach, wie er zeigt, dass hier oft maßlos übers Ziel hinausgeschossen wird.

Kein Wunder, dass es Björn Diemel fürchterlich schwer im Leben hat, weil er einfach allem und jedem gerecht werden möchte. Angefangen bei seiner Frau über die Kindergartenkinder-Eltern bis zu den Clans – nur sich selbst vergisst er viel zu oft. Gendergerecht, politisch korrekt, achtsam, umweltbewusst, datenschutzgerecht und noch dazu kindgerecht – das muss man erst mal unter einen Hut bekommen, ohne dabei selbst auf der Strecke zu bleiben! Nicht nur diese, aber besonders die Dialoge mit dem inneren Kind sind außergewöhnlich gut gelungen.


So witzig und komisch das Ganze ist – es gibt auch ganz viele ganz treffende Tipps, die man für sich aus dem Buch beziehungsweise den Lehren von Joschka Breitner mitnehmen kann. Klingt orakelig und vielleicht auch ein bisschen gaga. Macht nix. Wer das Buch liest, wird verstehen, was ich meine. Verraten mag ich es nicht!

Humorvolle Menschen, denen der erste Teil gefallen hat, werden diese gelungene Fortsetzung lieben. Alle anderen müssen wohl zu Boris und mit dem lachen. Also in den Keller. Solange das noch geht. Von mir gibt es fünf Sterne! Und ich bin gespannt, ob ich noch mehr Zeit mit Björn, Sascha, Katharina, Emily, Laura und dem einen und der anderen Figur dieser beiden Bücher verbringen kann. Ich würde super gerne mehr davon lesen!

Bewertung vom 25.05.2020
LeckerSchmecker - Hauptsache Herzhaft

LeckerSchmecker - Hauptsache Herzhaft


sehr gut

Nicht ganz so einfach, wie man denken mag!

Es muss nicht immer die große Sterneküche sein, aber schmecken muss es immer! Wer es satt hat, auf Kalorien, Kohlehydrate oder sonstige Dinge zu achten, aber schlau genug ist, sich in Maßen statt in Massen an den Leckereien zu bedienen, wird dieses Buch lieben. Obwohl ich schon früh auf der „Internet-Welle“ mitgeschwommen bin, lassen mich You-Tube-Videos meist recht kalt. Ich lese lieber, statt zu gucken. So wurde ich auf „LeckerSchmecker“ durch meinen Mann aufmerksam. Für mich ein Riesengewinn, dass es inzwischen auch Rezeptbücher davon gibt! Für alle Fans von Videos gibt es zu jedem Rezept den QR-Code für das Video. So ist allen gedient!

Wer wie ich lieber selbst den Pizzateig herstellt, kann natürlich den Fertigteig dadurch ersetzen. Beim Blätterteig bin ich, ich gebe es zu, auch gern bequem und kaufe ihn fertig. Dafür reibe ich meinen Käse lieber selbst, weil ich keine Trennmittel im Essen haben mag. Kurz – man kann alle Zutaten, die man als nicht so perfekt betrachtet, locker ersetzen. Aber so, wie die Rezepte abgedruckt sind, sind sie alle recht schnell und mit nicht allzu viel Aufwand selbst nachzumachen. Die Kombinationen sind jung, frisch, wild, überraschend, frech und oberlecker! Der Hammer aber ist, dass sie alle auch optisch total außergewöhnlich sind. So eignen sie sich super für Partys oder Pärchenabende, für Spieleabende, Kindergeburtstage oder eben einfach für sich selbst. Die Zutaten sind in jedem Lebensmittelgeschäft leicht zu bekommen. Außergewöhnliche Zutaten braucht man hier nicht.

Mir gefällt super, dass die Zutaten immer so aufgelistet sind, als würden sie mit Kreide auf einer Tafel geschrieben sein. Die Zubereitungsschritte sind verständlich, knapp und bündig. Dazu gibt es eine Reihe Fotos, die regelrecht selbstredend sind. Und, wie bereits erwähnt, der QR-Code zum Video, ist unter jedem Rezept angegeben.

Es wird, wie eingangs gesagt, viel mit Fertigteigen gearbeitet. Ebenfalls wird viel, viel Käse verwendet. Bei manchen Rezepten muss man mitdenken – beispielsweise bei der Spinatsonne. Wie sie „gebastelt“ wird, ist klar beschrieben. Aber wie man sie dann auf ein Backbleck bekommt, ohne dass sie kaputt geht, ist mir ein Rätsel. Ich mache sie deshalb auf einer Backfolie, sodass ich diese komplett aufs Blech ziehe kann. Will sagen – für absolute Kochanfänger ist das Buch weniger geeignet. Man muss schon eine Ahnung haben, damit man gewisse Fehler bzw. Probleme von Anfang an vermeidet. Mengenberechnungen unterliegen natürlich dem Hunger und dem Essvermögen der zu verköstigenden Personen, das Würzen muss man auch dem eigenen Geschmack anpassen – meiner Meinung nach ist das völlig normal.

Alles in allem ein wunderbares Buch für ausgefallene, herzhafte Gerichte, dem ich gerne vier Sterne gebe.

Bewertung vom 24.05.2020
Escape Room Kids
Tapia, Ivan; Linde, Montse

Escape Room Kids


ausgezeichnet

Sehr gelungene Story mit Rätseln im Escape-Room-Stil

Escape-Room-Rätsel-Bücher gibt es viele. Die meisten muss man für die Lösung zerstören. Mir sind diese hier, bei denen man liest, die Rätsel löst und damit die Seitenzahl erfährt, auf denen es weiter geht, ohne das Buch kaputt machen zu müssen, sehr viel lieber. So kann man immer wieder mit Freunden das Abenteuer erleben.

Die Geschichte ist flott und spannend. Sie nimmt relativ viel Raum ein. Es ist also nicht möglich, das Buch und damit das Spiel innerhalb einer Stunde zu lösen. Man sollte sich die Zeit nehmen und ganz in Ruhe das Buch lesen und genießen und dann die Rätsel lösen. Zu Hause ist es da ideal, jeden Tag ein paar wenige der Abschnitte zu lesen und zu lösen, dann sind die 23 Rätsel noch spannender und witziger. Auf eine Woche verteilt z.B. kann das ein schönes, kleines Ritual werden.

Mir gefällt, dass die Kids meist ganz von allein auf die Lösung bzw. den Lösungsweg kommen. Falls nicht, gibt es auf der Rätselseite ganz unten einen Hinweis. Um den lesen zu können, muss man das Buch umdrehen. Die Schrift ist immer ein wenig „getarnt“, einen Ton dunkler, als die Hintergrundfarbe. So kann man sie nicht „versehentlich“ lesen. Wenn auch dieser Hinweis nicht zur Lösung verhilft, kann man auch mal mogeln und hinten im Buch nach der Lösung sehen, aber wer ein bisschen Ehrgeiz hat, lässt das bleiben.

Das Buch fördert das logische Denken, Kombinationsgabe, Kreativität, Einfallsreichtum und liefert mit der spannenden Geschichte einen tollen Hintergrund mit Nervenkitzel. So macht auch jenen Kids das Lesen Spaß, die sonst Bücher meiden, wie der Teufel das Weihwasser. Es ist gleichzeitig ein Spiel und gegen Spiele haben die Kids ja selten Einwände.

Die Altersangabe liegt bei 5-16 Jahren. Die Protagonistin und Heldin des Buches ist Lia. Sie ist in Jakob verliebt, der wie sie ein Türöffner ist. Dennoch ist es ein „unschuldiges“ Buch und ich denke, dass Kids auch dann Freude an den Rätseln haben werden, wenn sie Liebe und Verliebtheit noch doof finden. Das eine oder andere Kind wird schon mit 5 Jahren voll im Escape-Room-Fieber sein, einige so ab 8 und wieder andere vielleicht erst mit 12, dafür aber auch viele mit 15/16. Hier möchte ich mich weder festlegen noch einmischen.

Für rätselbegeisterte Kinder einfach super, zumal wenn die Eltern miträtseln und mitlesen. Ich gebe die vollen fünf Sterne.

Bewertung vom 24.05.2020
Meine Katze ist ein Arschloch - Deine auch? Vol.2
Bunte, Klaus

Meine Katze ist ein Arschloch - Deine auch? Vol.2


ausgezeichnet

Man muss der Wahrheit auch mal einen Namen geben dürfen!

Ach ja, ich finde solche Büchlein einfach klasse! Sie bringen einen zum Lachen oder zumindest zum breit Grinsen. Und sie treffen den Nagel auf den Kopf. Mal im Ernst – wir alle lieben unsere Katzen, wissen aber genau, dass sie die Macht haben und diese rigoros ausnutzen. Ich habe keine Ahnung, wann ich zuletzt wirklich ausschlafen konnte. Muss in meiner Kindheit gewesen sein, als meine Mutter von den Fellmonstern zum Füttern genötigt wurde. Heute bin das ausschließlich ich – die Biester wissen, dass mein Mann ihren Terror sehr gut ignorieren kann. Und doch – ich liebe diese Monster und werde immer wieder weich.

Klaus Bunte hat hier jede Menge neuer Gemeinheiten unserer süßen, unschuldigen Fellbündel zusammengestellt und trefflich mit Texten versehen. Dabei schenkt er uns auch eine Menge Wortspiele, die super treffend sind. „Mietzekotze“ hat mich schallend lachen lassen, zumal unser Kater uns damit gern segnet, wenn das Wetter mal wieder wechselt. Das Mädchen findet sich auch immer wieder in den Bildern – sie ist die typische Zicke.

Ja, und am Ende des Büchleins weiß man, man steht nicht allein damit da, dass man sich freiwillig ausnutzen und herumscheuchen lässt. Unbegreiflich, aber man liebt die kleinen Terrorzwerge nach der Lektüre des herrlichen Sammelsuriums noch mehr. So sind wir Katzenmenschen eben. Total bescheuert. Und das ist auch gut so. Fünf Sterne!

Bewertung vom 22.05.2020
Katerminator
Fielstedde, Kerstin

Katerminator


ausgezeichnet

Tierische Spannung gepaart mit bissigem Humor – großartig!

Das iCats-Team wird von Jägern der Tierversuchsanstalt verfolgt. Einzige Chance: Sie müssen Unterschlupf bei den Freimaunzern finden. Doch da lauern weitere Gefahren. Ian und Schneuzi gelingt die Flucht, doch schon geraten sie in neue Gefahr: Die Nachtragendsten Schnüffler Amerikas. Nun muss der Rest der Truppe zur Rettung eilen …

Für alle erst mal ein kleiner Tipp: Ab Seite 223 befindet sich ein tolles „Personenregister“ mit herrlichen Zeichnungen der Figuren. Ich selbst mag das sehr und ärgere mich immer, wenn ich das zu spät entdecke. Deshalb habe ich mir angewöhnt, immer erst mal hinten im Buch nachzusehen, ob da etwas versteckt ist. Tipp an den Verlag: Leser freuen sich, wenn sie diese kleine „Hilfe“ vor dem Lesen haben, nicht am Ende, wenn es quasi zu spät ist!

Nicht wichtig, aber ein schönes Detail, sind auch die Katzengrafiken bei jedem neuen Kapitel in der Überschrift. Jede ist anders! Das gefällt mir sehr.

Die Story selbst ist herrlich erfrischend und anders! Zwar werden die Tiere stark vermenschlicht, was den menschlichen Protagonisten so gar nicht aufzufallen scheint, aber wenn man das als gegeben hinnimmt und sich der Geschichte öffnet, wird man mit Unterhaltung vom Feinsten belohnt. Unzählige Anspielungen auf tatsächliche Ereignisse aus unserer näheren und auch weiteren Vergangenheit, auf Filme und Serien, sogar auf die Musikszene und nicht zuletzt auf allzu menschliche Schwächen finden sich in einer spannenden Geschichte versteckt. Der Autorin scheinen die Ideen einfach nie auszugehen. Kaum hat man sich von einer Situation erholt, folgt der nächste Angriff auf die Lachmuskeln oder die Nerven werden bis zum Zerreißen gespannt. Diese Mischung ist einzigartig und gerade für Vielleser wunderbar anders!

Stellenweise ist man versucht, das Buch in das Genre Jugendbuch zu denken, doch gibt es auch genug Szenen, die für Kids so gar nicht geeignet sind. Zudem vermute ich, dass die versteckten „Bonbons“ doch eine gewisse Lebenserfahrung voraussetzen und Kids sie gar nicht wahrnehmen würden. Der alte und wohl ewigwährende Kampf zwischen Hund und Katz ist ein idealer Nährboden, um bissige und geniale Metaphern zu schaffen. Insofern ist „Katerminator“ eine absolut gelungene Fabel.

Dies ist der zweite Band der iCats-Reihe, man kann ihn aber auch gut ohne Vorkenntnisse lesen, obwohl man spätestens am Ende doch gleich loslaufen wird, den ersten Band zu kaufen und sofort zu lesen! Der dritte Band ist ja zum Glück schon in Arbeit! Das ist besonders deshalb erfreulich, weil das Buch in sich zwar geschlossen und stimmig ist, das Ende aber ein paar kleine Fädchen offen gelassen hat.

Ich wurde aufs vortrefflichste unterhalten und frage mich gerade, welche Geheimnisse mein Kater und meine Kätzin wohl vor mir verheimlichen! Ich gebe fünf Sterne!

Bewertung vom 20.05.2020
Die Blutlinie / Smoky Barrett Bd.1
McFadyen, Cody

Die Blutlinie / Smoky Barrett Bd.1


sehr gut

Jack the Ripper heute

Smoky Barrett hat ein gewaltiges Päckchen zu schleppen. Der Tod von Mann und Kind hat sie zu einem psychischen Wrack gemacht. Die Arbeit als Ermittlerin ist ihr einziger Halt. Dann wird ihre Freundin ermordet und die Psyche von Smoky noch mehr strapaziert. Doch es kommt noch schlimmer – Smoky hat es mit einem Serienmöder zu tun, der sich als Nachkomme von Jack the Ripper sieht, Jack Junior. Er spielt ein perfides Spiel mit ihr und verlangt ihr alles ab – bis weit über die erträglichen Grenzen hinaus …

Ja, was soll ich lang drumrumreden – dieses Buch ist nichts für zarte Gemüter. Einige Szenen sind sehr blutig und extrem brutal. Das mag ich nicht so sehr, aber hier ist es im Kontext stimmig und wird nicht ganz so „lüstern“ geschildert, wie das bei anderen Autoren gern mal ist. Auch Smokys Seelenleben ist für den Leser nicht so prickelnd. Doch schafft es Cody Mcfadyen, dass man sich nicht selbst mit ins tiefe, schwarze Loch stürzt, sondern einfach versteht, wie es in Smoky aussieht.

Momentan bin ich von Thrillern ein bisschen übersättigt. Sie ähneln sich zu sehr oder sind zu politisch für meinen Geschmack. Der erste Teil der Smoky-Barrett-Reihe hat mir aber so gut gefallen, dass ich erst mal dranbleiben werde. Besonders mag ich die Ich-Perspektive. Ich lasse mir gern von Smoky erzählen, was geschehen ist. Sie jammert nicht, spielt vieles oft herunter und ist sehr offen und sehr ehrlich. Manchmal wird die Sprache ein bisschen vulgär und primitiv, doch dann immer in Situationen, zu denen es passt. Wer aufmerksam liest, spürt die schwache, zarte und verletzliche Seite von Smoky. Und genau damit hat mich der Autor gekriegt. Meine Seele zeigt sich solidarisch mit Smoky.

Die Entwicklung des Falles und der Figuren gefällt mir ebenfalls. Der Spannungsbogen steigt sehr langsam an, aber dann wird es heftig. Gerade die relative Ruhe am Anfang gefällt mir sehr – sie hat nichts mit uninteressant oder langweilig zu tun. Es ist eher eine logische Sachlichkeit, die unspektakulär, aber sehr realistisch ist.

Insgesamt also mag ich diesen ersten Band sehr. Dennoch ziehe ich einen Stern ab – einfach, weil das Buch wirklich extrem grausam ist und ich hoffe, dass die weiteren Bände ein bisschen „weicher“ sind.