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Benutzername: Christina P.
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Bewertungen

Insgesamt 253 Bewertungen
Bewertung vom 15.03.2019
Die Verlobten des Winters / Die Spiegelreisende Bd.1
Dabos, Christelle

Die Verlobten des Winters / Die Spiegelreisende Bd.1


gut

Eine schöne Idee verkommt zu einer langweiligen Story mit blassen Charakteren
Einst zerbarst unsere Welt - seitdem fliegt sie in 21 Archen und viele kleinere Trümmer zerschlagen um ihren Weltkern. Diese Archen sind so unterschiedlich wie heutzutage die Nationen. Auf der Arche Anima lebt z. B. Ophelia mit ihrer Familie in einer matriarchaischen Welt. Die Animisten haben in Bezug auf Gegenstände besondere Fähigkeiten, können diese durch Berührung reparieren, bewegen oder die Gefühle der früheren Besitzer auslesen. Im letzteren ist Ophelia sehr gut, zudem kann sie durch Spiegel reisen, in denen sie bereits ihr Antlitz sah. Ihre Welt gerät aus den Fugen, als über ihren Kopf hinweg eine Ehe mit Thorn arrangiert wird, einem Bewohner der Arche Pol. Die Welt dort gleicht dem ewigen Winter Skandinaviens und die Bewohner haben gänzlich andere magische Fähigkeiten. Und ihr Zukünftiger würdigt sie kaum eines Blickes…
Das Buch begann so schön mit ein bißchen Magie hier und da: Gegenstände haben ein Gedächtnis, Gebäude einen Charakter und Ophelia und ihr Patenonkel wirkten zu Beginn etwas skurril, aber auf ihre Art liebevoll. Anima war wie ein früheres Frankreich aufgebaut und ich freute mich, dass es zur Abwechslung mal ein Matriarchat gab, die Frau in der Zukunft endlich mal dem Mann gleichgestellt. Und da hörte es dann aber auch schon auf. Plötzlich gibt es eine arrangierte Ehe mit einem völlig Fremden, der sich seine Frau einfach nach ihren Fähigkeiten (eine gebärfreudige Animistin!) aussuchen durfte und der nur ein wenig maskulin auftreten muss, damit auf Anima alle nach seiner Pfeife tanzen. Als er seine Verlobte gleich nach seiner Ankunft wie seinen Besitz einfach mitnehmen will, begehrt keiner aus Ophelias Familie auf oder nimmt sie in Schutz - stattdessen murren sie nur rum wegen der vielen geplanten Freizeitaktivitäten, welche sie für Ophelias Anwärter geplant hatten und die nun ins Wasser fallen. Ophelias Rechte? Gestrichen! Auf der Arche Pol wird es dann tatsächlich noch schlimmer: Dort regiert der Adel, welcher sich durch soziale Inkompetenz, Tratsch und Intrigen auszeichnet - und natürlich sind alle Adligen blond. Ophelia wird dort ignoriert, schikaniert, gedemütigt, misshandelt, wie Eigentum oder Freiwild betrachtet - und was macht sie? Sie ist devot und lässt sich den ganzen Mist gefallen! Bezeichnet sich selbst auch noch als undankbar. Zudem hat sie die Macke, rund um die Uhr uralte, abgetragene Leserinnenhandschuhe zu tragen, mit denen sie alles anfasst und auch noch daran herumknabbert. Das ist keine Marotte mehr, das ist eklig! Bei Ophelia hatte ich wirklich den starken Verdacht, dass sie nicht mehr alle Sticker im Album hat.
Der Großteil des Romans dreht sich leider um gähnend langweiligen Klatsch und Intrigen in und um den Mondscheinpalast, eine unterwürfige Ophelia, die sich Misshandlungen und Demütigungen gefallen lässt und eine zukünftige Schwiegerfamilie, die nur scharf auf Ophelias magische Fähigkeiten ist, um dadurch am Hofe mehr Einfluss zu gewinnen. Und ihre eigene Familie kommt nach einem Dreivierteljahr der Funkstille seitens Ophelia endlich mal auf die Idee, dass vielleicht doch irgendwas mit ihr nicht stimmen könnte. Na, wer solch eine Familie hat benötigt keine Feinde mehr.
Begann der Roman anfangs noch recht vielversprechend, war der Großteil jedoch einfach nur fürchterlich, troff vor Dekadenz, Intrigen und Misshandlungen, wobei der Adel selbst vor Mord nicht Halt macht. Eine wirklich spannende Handlung suchte ich zwischen Schampus und Hochnäsigkeit leider vergeblich. Ophelias Fähigkeiten kamen kaum zu Einsatz, erst zum Ende hin wurde es langsam wieder interessant. Die Charaktere blieben alle farblos und oberflächlich bis auf einen Nebencharakter: Die Mechanikerin Gwenael, welche eine starke Persönlichkeit ist und sich durch eine bewegende Vergangenheit kämpfen musste. Das ist auch die einzige Person, welche man in dem Roman als Heldin bezeichnen könnte.

Bewertung vom 14.03.2019
Das schwarze Uhrwerk
Volkmann, Magali

Das schwarze Uhrwerk


gut

Der magische Funke verlosch mittendrin

Das schwarze Uhrwerk ist die Führungsriege einer Inselgruppe, welche von den als „13 Stunden“ bezeichneten Regenten recht despotisch überwacht und kontrolliert wird. Wer auch nur etwas gegen die Regierung andeutet, wird als Rebell von der Garde verhaftet und mit Glück mit Hirndrähten im Schädel wieder in die Freiheit entlassen. Dem Adel hingegen geht es wunderbar, wer es sich leisten kann, wertet seinen Körper dank Funkenmagie zu einem Metallhybriden auf.

Taiden Belarron ist ein Kind des Adels, er kennt das Leid der Bevölkerung nicht. In ihm schwelt jedoch der Hass gegen die Rebellen, weil ein solcher Schuld trägt, dass er seit seiner Kindheit eine verstümmelte Hand hat. Mit jedem Jahr wächst sein Wunsch, den Schatten von Assara, den Rebellenführer, zu töten. Bis dieser ihm das Leben rettet…

Mir gefällt die Idee hinter dieser Steampunk-Fantasy sehr. Es gibt Rebellen, welche die Tyrranei der Regierung zu Fall bringen wollen, die Kunst der Metallhybride, wobei jedes Metall seine eigenen Eigenschaften mit sich bringt, und das Wissen, den Lebensfunken zu nutzen, welcher vielfältiger einsetzbar ist als die elektrische Energie. Neben der Klassenhierarchie kommt im Roman zusätzlich noch die Diskriminierung anderer Völker zum Tragen.

Zu Beginn ist Taiden noch ein naiver, sich bemitleidender Schnösel, der einfach keine Ahnung hat, was in der Welt vor sich geht. Mit seiner verklärten Vorstellung, sich mal eben wie ein Held am Rebellenkönig zu rächen, reitet er sich jedoch schnell in arge Schwierigkeiten. Kyron, der Schatten, ist hingegen ein charismatischer Rebell, welcher das gemeine Volk wie ein maskierter Ritter der Armen unterstützt und der menschlich auf der Sympathieskala ganz weit oben steht. Bis hier ist alles noch verständlich und gut, allerdings hätte ich mir ab dem Punkt, an dem die beiden aufeinander treffen und sich besser kennen lernen, eine Wendung von Taidens Charakter erhofft. Leider blieb diese aus, Taiden charakterlich naiv, er handelte wiederholt unverständlich und dumm und brachte dadurch nicht nur sich, sondern auch andere fahrlässig in tödliche Gefahr. Setzte Kyron sich für andere ein, glänzte Taiden damit, vor brenzligen Situationen buchstäblich davon zu laufen oder schlicht unüberlegt zu handeln. Da er jedoch immer mehr zum Hauptcharakter der Erzählung mit relevanter Position wurde, machte mir das Buch von Seite zu Seite immer weniger Spaß. Ich konnte seinen Werdegang ebenso wie sein Handeln nicht mehr nachvollziehen. Da wurde in meinen Augen die Chance vertan, aus einem Naivling einen Mann zu machen. Sehr schade vor allem vor dem Hintergrund der wirklich fantastischen Ideen dieser Welt und einem so gelungenem Anfang.

Bewertung vom 12.03.2019
Die dunklen Lande
Heitz, Markus

Die dunklen Lande


sehr gut

Das Böse trägt viele Masken
1629, Zeit des 30-jährigen Krieges im Römischen Reich deutscher Nation. Zeit der Hexen, Zauberer und Dämonen. Die junge Abenteurerin Aenlin Kane kommt nach Hamburg, um das Erbe ihres berühmten Vaters und einstigen Dämonenjägers Solomon Kane in Empfang zu nehmen. An ihrer Seite Tahmina, eine persische Mystikerin mit magischen Talenten. Die Umstände führen dazu, dass die beiden sich kurz darauf im Auftrag der Westindischen Compagnie zusammen mit einer Söldnertruppe nach Bamberg aufmachen, einer Hochburg der Hexenverfolgung, um fünf Personen nach Hamburg zu bringen. Auf ihrem Weg durch die dunklen Lande sind Hexen jedoch die geringste der Gefahren, auf welche die Gruppe schon sehr bald treffen. Denn das Böse hat viele Gesichter…
Mir gefiel die Idee, dass „Dämonenjäger“ Solomon Kane, eine Figur des Autors Robert E. Howard, hier mit Aenlin Kane eine Tochter hat, welche er nie traf, die aber trotzdem einen ähnlichen Job wie ihr Vater ausüben wird. Das Setting ist düster, wobei der Autor es sich auch diesmal nicht hat nehmen lassen, historische Details geschickt in die Story einzubauen, was dem Ganzen das gewisse Extra verleiht. Zusätzlich zu den damals verfolgten Hexen tummeln sich im Roman auch andere dunkle Mächte wie Dämonen, Nixen und einiges mehr, was eine hervorragende, historische Dark Fantasy ergibt. Auch wurde eine dunkle Macht mit eingebaut, mit welcher ich zu Beginn nicht gerechnet hatte und die für eine entsprechende Überraschung sorgte.
Vom Schreibstil, der gebotenen Atmosphäre sowie der Idee an sich ist das Buch wirklich super. Was mich störte war, dass einige Handlungsstränge oberflächlich oder unstimmig blieben und mich somit etwas unglücklich zurück ließen. Da bin ich bessere Übergänge vom Autor gewohnt. Schade ist für mich auch, dass sich das Geheimnis um einen Hauptcharakter nicht klärt sondern erst im folgenden Album der Band „Blind Guardian“ aufgelöst wird. Zwar ist das Co-work an sich eine ganz interessant Idee, für mich als Leser jedoch etwas ärgerlich, da ich nun auf meiner Spekulation sitzen bleibe.
Bis auf einige Unstimmigkeiten ist das Buch eine gelungene, historische Dark Fantasy mit einer spürbar düsteren Atmosphäre, überraschenden Wendungen und aussergewöhnlichen Charakteren.

Bewertung vom 12.03.2019
The Umbrella Academy 1 - Neue Edition
Way, Gerard

The Umbrella Academy 1 - Neue Edition


ausgezeichnet

Dynamisch, schwarzhumorig und skurril
In der Umbrella Academy bildete ein Forscher und geheimer Ausserirdischer einst sieben Adoptivkinder zu vermeintlichen Superhelden aus. Die Herkunft der Kinder sowie ihrer Kräfte bleibt zunächst ungeklärt. Jahre später, die Kinder sind erwachsen und in alle Winde zerstreut, treffen sie sich am Grab ihres Adoptivvaters wieder. Und sehen der nächsten tödlichen Bedrohung ins Auge, in welcher die siebte Schwester eine wichtige Rolle spielt.

„Es beginnt mit einem Schwinger und endet mit einem Sandwich...“ (Zitat aus der Einleitung)

Der erste Sammelband ist in seiner Neuauflage sehr wertig aufgemacht und beinhaltet die ersten sechs zusammenhängenen Ausgaben der Serie sowie zwei Kurzgeschichten und etwas Artwork. Inhaltlich wartet die Story mit recht skurrilen (Anti-)helden auf, welche sich nicht immer einig sind und teils unkonventionelle Wege gehen, um Feinde zu besiegen und Katastrophen abzuwehren. Die Handlungswechsel erfolgen manchmal recht schnell und halten einen dadurch beim Lesen auf Trab. Zudem werden die Helden nicht anfangs der Reihe nach vorgestellt sondern man lernt sie erst durch das Lesen des Comics nach und nach kennen. Dadurch benötigte ich ein paar Kapitel, bis ich mich in der Serie wiederfand, wurde aber trotzdem bis dahin bereits gut unterhalten. Den Humor könnte man als schwarz, blutig und strange beschreiben. Der Zeichenstil ist zu Beginn jeder Folge aufwendig-genial und wechselt dann in eine etwas einfachere Form.
Ein idealer Comic für all die Leser, welche keine Lust haben auf rundgelutschte Superhelden und schwarzem Humor nicht abgeneigt sind.

Bewertung vom 12.03.2019
Das Erbe der Macht - Band 16: Hexenholz (eBook, ePUB)
Suchanek, Andreas

Das Erbe der Macht - Band 16: Hexenholz (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Vom Hexenholz und anderen Geheimnissen
In Band 16 der Urban Fantasy Serie erfährt man wieder so einige gut verpackte Geheimnisse. Besonders interessant ist hier, was sich hinter dem magischen Hexenholz verbrigt, welches auch Namensgeber dieser Folge ist. Das Hexenholz hat einer Legende nach seinen Ursprung in Afrika - und genau dorthin schickt Moriarty seine drei „Engel“ Jason, Alfie und Madison, um einen Auftrag für ihn zu erledigen. Zugleich erfährt man, wessen Platz die Unsterbliche Piratin Anne eingenommen hat und was mit dem ursprünglich für das Castillo bestimmten Unsterblichen geschah. Den Aha-Effekt gibt es hierbei gratis. Und nebenbei stoßen Wechselbalg Kyra und Alex in ihrem Geheimversteck auf etwas, was den Magiern vielleicht im Kampf gegen das Böse Vorteile verschaffen könnte. Oder der Leser stößt auf etwas, was die Magier noch nicht erahnen - wer weiß?
Mir hat gefallen, dass in dieser Folge einige offene Fragen geklärt und zugleich Möglichkeiten geschaffen wurden, auf welche die Magier vielleicht später zurück greifen können. Sowohl die Licht- als auch die Schattenmagier kommen unabhängig voneinander Geheimnissen auf die Spur, welche man als Leser natürlich versucht, ins Gesamtbild des Abenteuers zu verweben. Und nebenbei erfährt man wieder ein paar Details über einige Personen, welche - vielleicht - noch wichtig werden könnten.
Eine mitreißende Mischung aus Action, Spannung, Abenteuer, Twists und Humor, welche mir wieder sehr gefallen hat.

Bewertung vom 07.03.2019
Schattenloge 1: Die Rückkehr / Das Erbe der Macht Bd.13-15
Suchanek, Andreas

Schattenloge 1: Die Rückkehr / Das Erbe der Macht Bd.13-15


ausgezeichnet

Die zweite Staffel startet mit Spannung, Action, Humor und ein mächtigem Gegner

Ein spannender Auftakt zur zweiten Staffel der Urban Fantasy Serie. Die Feindin der ersten Staffel ist besiegt, der magische Wall gefestigt - da tritt ein alter, noch mächtigerer Feind auf den Plan, welcher bereits seit Jahrhunderten die Fäden in der Hand zu halten scheint. Ein Feind, welcher bereits im Spin off "Die Chronik der Archivarin: Der verschollene Mentiglobus" angedeutet wurde, weshalb man dieses am besten nach Ende der ersten Staffel gelesen haben sollte.
Auch diesmal gibt es wieder mehrere Handlungsstränge, bei denen man mitfiebern kann. Einer davon ist die Rettung von Alex, auf dem ein Vergessenszauber ruht, der sich dummerweise als tödlich erweist. Hier hat sich der Autor wieder so einiges einfallen lassen, um das Problem zu lösen. Doch hinter Alex steckt ein noch größeres Geheimnis, welchem auch Moriarty auf die Spur zu kommen versucht. Parallel dazu tritt ein mächtiger Feind unerkannt auf den Plan und versucht, geschickt seine von langer Hand geplante Macht zu festigen. Zudem bekommt das Castillo eine neue Unsterbliche, die noch für die ein oder andere Überraschung sorgen wird.
Geschickt wurden hier Details neu eingebracht und mit der ersten Staffel verwoben, so dass sich ein immer größeres Bild ergibt, was der Serie eine angenehme Tiefe verleiht. Natürlich kommen mit jedem Häppchen des Wissen stets neue Rätsel hinzu, welche dafür sorgen, dass die Serie nicht den Hauch einer Chance bekommt, langweilig zu werden. Für Humor und freche Sprüche wurde ebenfalls wieder gesorgt, die sich mit Spannung und Action gekonnt abwechseln.
Definitiv ein wirklich spannender Auftakt der zweiten Staffel, der sofort in die Vollen geht und einen das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen lässt.

Bewertung vom 07.03.2019
Gold und Schatten / Buch der Götter Bd.1
Licht, Kira

Gold und Schatten / Buch der Götter Bd.1


ausgezeichnet

Paris - göttliche Stadt der Liebe
Schon, als ich die Beschreibung des Romans las, wusste ich sofort: Das Buch muss ich lesen. Eine Geschichte über Götter inmitten von Paris, der wunderschönen Stadt der Liebe? Genau das richtige für mich! Und ich bin so froh, das Buch entdeckt zu haben…
Worum geht es? Livia (16) ist eine Diplomatentochter, hat schon viel von der Welt gesehen und ist grad mit ihren Eltern in Paris angekommen. Seit ihrem letzten Geburtstag fühlt sie sich jedoch merkwürdig, und was das unheimlichste ist: Sie hört Pflanzen reden! Moment mal, Pflanzen? Also, würd mich ein Löwenzahn schräg von der Seite anquatschen wär ich auch ziemlich durcheinander. Das steigert sich, als sie die berühmten Katakomben von Paris besichtigen will und dabei Maél kennen lernt. Maél ist gut aussehend, selbstbewußt und gehört zu den Cataphiles, einer Gruppe von Menschen, die illegal durch die Katakomben streifen. Dadurch umweht ihn gleich von Beginn an eine gewisse Aura des Rätselhaften, zu der sich Livia wie magisch angezogen fühlt. Und das Schöne ist: Es wird tatsächlich magisch, nicht nur zwischen den beiden. Und Paris entpuppt sich nicht nur als Stadt der Liebe, sondern auch als Stadt der Götter.

"Er war so gut darin. Im Bitten, im Verführen, im Verschleiern." (Zitat S. 204)

Hach, was habe ich dieses Buch geliebt: Götter, Halbgötter und andere Wesen der griechischen Mythologie leben unerkannt in Paris. Und mitten hinein gerät Livia, die mir gleich von Beginn an sympathisch war. Das Buch ist sehr lebendig geschrieben, so dass ich beim Lesen sowohl Bilder im Kopf hatte als auch die Emotionen der Protagonisten ausmachen konnte. Besonders atmosphärisch waren natürlich die Szenen in den Katakomben. Und auch das Knistern zwischen Livia und Maél war gleich von Beginn an zu spüren, auch wenn ich Maél gegenüber lange Zeit etwas skeptisch blieb, da er einiges zu verheimlichen schien.
Inhaltlich möchte ich mal nichts weiter verraten. Auf jeden Fall kamen ein paar gelungene (göttliche) Überraschungen vor und vor allem Livia machte eine erstaunliche Entwicklung durch, mental sowie körperlich (da bin ich mal gespannt, was das noch zu bedeuten hat). Selbst der Titel „Gold & Schatten“ hat tatsächlich eine Bedeutung, die sich nach und nach beim Lesen zeigt. Der erste Band der Dilogie endet mit einem gelungenen Cliffhanger, nach welchem Livia im zweiten Band hoffentlich zeigen kann, was in ihr steckt.
Ein zauberhaft-göttliches Buch, dessen zweiten Band ich sehnsüchtig erwarte.

Bewertung vom 28.02.2019
Whispering Blue
Decomain, Michel; Herzog, Marika

Whispering Blue


gut

Von süßen Seehundbabies und süßen Tierpflegern
Der 18-jährige Adrian wird zur Sozialarbeit in der Seehundstation Norddeich verdonnert. Schuld daran ist ein Streich der Clique, mit welcher er rumhängt und zu der auch der Bruder seiner Freundin gehört. In der Seehundstation gerät er in Streit mit Marc, einem gut aussehenden Mitarbeiter. Und dennoch knistert es zwischen den beiden - obwohl Adrian eine Freundin hat?
Neben wirklich niedlichen Seehunden hat dieser Manga Themen wie homofeindliches Mobbing sowie Coming Out aufgegriffen. Alles rund um die Seehunde gefiel mir ganz gut, im Anhang sind sogar noch ein paar interessante Facts zu den knuffigen Tieren, ebenso wie zur Homophobie. Thematisch kamen mir ein paar zuviele Klischees vor, auch wenn dadurch Mobbing und Homophobie etwas verdeutlicht wurden. Was mir eindeutig fehlte war etwas mehr Spannung, da hätte es ruhig stärker knistern können zwischen Marc und Adrian. Auch das Thema Boys Love selbst war doch eher nur subtil vorhanden, da wären ein paar mehr romantische Momente ganz schön gewesen.
Stilistisch ist der Manga gut gezeichnet, wenn auch nicht immer übersichtlich. Thematisch kamen die Seehunde voll auf ihre Kosten, die Boy Romance hingegen fiel mir zu kurz aus.

Bewertung vom 20.02.2019
Die Dynastie der Maschinen
Wilson, Daniel H.

Die Dynastie der Maschinen


sehr gut

Spannende Abenteuer aus der Welt der Maschinenrasse
Seit Jahrtausenden leben sie unerkannt unter uns: Die „Awtomat“, menschliche Maschinen, angetrieben von einer Quelle, welche Herz und Hirn zugleich ist, Energie spendet wie auch Erinnerungen speichert. Doch ihre Energiequelle versiegt, und das Wissen, diese wieder aufzufüllen, ging ihnen einst verloren. Jetzt jagen sie einander, um sich gegenseitig ihrer Energie zu berauben. In diesen Krieg gerät June, eine Archäologin und Spezialistin für alte Automaten, wie sie z. B. am kaiserlichen Hof des russischen Zaren Peter der Große für Abwechslung sorgten. Ihr Großvater beobachtete einst einen mechanischen Engel, der Metall blutete und ein geheimnisvolles Artefakt verlor, was ihr Interesse an mechanischen Robotern weckte. Dieses Artefakt trägt June stets bei sich - und ahnt nicht, in welche Gefahr sie sich damit bringt…
Daniel H. Wilson hat einen faszinierenden Roman geschrieben über menschenähnliche Maschinen, welche unerkannt unter uns leben und ihren eigenen Krieg führen. Die Geschichte wird im Wechsel aus zwei Perspektiven erzählt. Zum Einen von June und ihren Erlebnissen in der Gegenwart, wie sie zwischen die Fronten des Awtomatenkrieges gerät, zum Anderen von Awtomat Peter, dessen Erinnerungen anfangs bis in die Zeit am Hofe des Zaren Peter des Großen 1709 zurück reichen und der seitdem nach seiner Bestimmung sucht. Sehr geschickt nähern sich diese Zeitstränge nach und nach an und ergänzen sich, so dass der Leser immer mehr Einblick in die Welt der Awtomat erhält.
Vom Stil her erinnerte mich das Buch an russische Science Fiction Klassiker. Der Roman hielt sich emotional sehr zurück, was vor allem recht gut zu Peters Kapiteln passte. Leider empfand ich zu Beginn Junes Part als etwas verwirrend und benötigte einige Zeit, bis ich einen roten Faden erkennen konnte. Gelungen hingegen ist, wie Peters Erinnerungen in historische Gegebenheiten eingepasst wurden wie z. B. an Zar Peter oder frühere Kriege. Überhaupt ist der Roman doch recht kriegslastig ausgefallen, was ich sehr schade finde. Mir hätten mehr Einblicke in die Welt der Awtomaten besser gefallen, zumal noch weitere Maschinen vorkamen und dadurch mehr Interaktionen möglich gewesen wären. Junes Part blieb mir zu distanziert, die Abenteuer rund um Peter sowie der anderen Maschinen fielen zumeist deutlich spannender aus.
Alles in allem ein faszinierender Roman mit einem aussergewöhnlichen Protagonisten einer vor uns verborgen lebenden Maschinenrasse.

Bewertung vom 20.02.2019
éclair

éclair


sehr gut

Abwechslungsreiche Sammlung - bitte inhaltlich etwas mutiger!
Eine wunderschöne Sammlung mit 16 Kurzgeschichten zum Thema Girls Love, gezeichnet von 16 Mangaka. Jede Geschichte hat hierbei ihren eigenen Stil, sowohl zeichnerisch wie auch inhaltlich. Sehr gefallen hat mir, wie abwechslungsreich das Buch ist. In den meisten Fällen geht es um Mädchen im Schulalter oder junge Frauen, aber auch eine fantastische Welt ist mit dabei. Die Bandbreite reicht von Schwärmerei für ein anderes Mädchen bis hin zu Lust und Versuchung, bleibt aber im Großen und Ganzen überwiegend harmlos. Diesbezüglich bin ich gespannt, wie weit die Geschichten in den geplanten Folgebänden gehen werden. Sehr schön ist auch das Format des Buches. Dadurch, dass das Buch etwas größer gestaltet ist, lässt es sich wunderbar lesen und die Panels kommen gut zur Geltung.
Wie bei jeder Anthologie gefielen mir auch hier die Mangas unterschiedlich gut: Manche mochte ich sehr gern, einige gefielen mir weniger. Das macht es schwer, eine abschließende Bewertung für das Buch zu geben. Im Nachhinein betrachtet wäre es schön gewesen, wenn einige Mangaka zum Thema Girls Love inhaltlich etwas mutiger gewesen wären, um die Altersempfehlung 15+ zu rechtfertigen.