Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Eva Fl.
Wohnort: Unterfranken
Über mich:
Danksagungen: 14 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 200 Bewertungen
Bewertung vom 22.06.2018
Liebe zukünftige Lieblingsfrau, 5 Audio-CDs
Pantelouris, Michalis

Liebe zukünftige Lieblingsfrau, 5 Audio-CDs


sehr gut

Liebe wird aus Mut gemacht.

Michalis Panteleouris erzählt seine ganz eigene Geschichte, wie er plötzlich nach über zehn Jahren von seiner Frau verlassen wurde, weil sie sich wohl entliebt hatte. Doch wie ist das nun, wenn man schon über 40 ist, lange nicht mehr gedatet hat – man war ja in festen Händen - , ein Teilzeit-Alleinerziehender-Vater ist (Wechselmodell) und sich erst wieder einfinden muss in die neue Situation als Single? All das schildert er im Hörbuch, das als Buch aufgrund seiner SZ-Kolumne „Liebe zukünftige Lieblingsfrau“ entstanden ist.

„Liebe zukünftige Lieblingsfrau ist ein Hörbuch, das mich vor allem durch den Titel angesprochen hat. Von der Kolumne hatte ich wohl am Rande schon mal etwas mitbekommen, kann mich aber nicht wirklich daran erinnern ob ich sie wirklich gelesen habe. Nun sollte es also das Hörbuch sein, etwas, was mich vor allem bei längeren Autofahrten immer wieder gut unterhält.

An die Stimme des Autoren, der sein Hörbuch selbst wiedergibt, muss man sich erst einmal gewöhnen, finde ich. Er betont manches schon besonders bewusst bzw. hat so manche Eigenart in der Stimme, die ich gewöhnungsbedürftig fand. Auch merkt man an seiner generellen Ausdrucksweise, dass er eben Journalist ist („cheesy“) – und auch Vater zweier Töchter. (Teenager und Fast-Teenager)

Die „Briefe“ (Kolumne) an die zukünftige Lieblingsfrau wechseln sich im Buch mit Schilderungen aus dem Leben von Michalis Pantelouris ab. So erfährt man hier ein wenig über sein Leben, in dem die Töchter immer eine Woche bei ihm leben, er anschließend in der Woche darauf eine Woche lang alleine ein „Single-Leben“ führt. Auch über seine Freizeitgestaltung und Dates erfährt man etwas. Man merkt durchaus, dass sich sein Leben in Hamburg abspielt und nicht in einer Kleinstadt, manchmal wirkt es ein bißchen abgehoben. (Was ich auch an der Tatsache, dass man immer wieder Taxi fährt, ausmache. In einer Stadt mit U-/S-Bahn erscheint mir das fast unnötig, aber gut. Es passt einfach teilweise nicht zu der Art, dass man eben das Konto überzieht und sich dann aber den Luxus eines Taxis leistet…)

Bei den vermeintlichen Briefen schildert er immer wieder, wie es sich nun für ihn anfühlt, wie er sich wieder neu auf dem Markt orientieren muss, wie es einfach auch viel Zeit braucht, bis er sich verlieben kann, bis er sich wohl fallen lassen kann. Seine Ansichten sind schon sehr romantischer Natur, was durchaus sehr angenehm und sicher auch liebenswert ist, wobei er sich aber – meiner Ansicht nach – vielleicht auch ein bißchen selbst im Weg steht manchmal. Natürlich ist es schwierig, wenn man von heute auf morgen das Aus einer angenommenen großen Liebe erfährt. Und tatsächlich heilt solch eine Wunde nicht von heute auf morgen. Aber manchmal muss man eben auch einfach offen sein (was der Journalist in gewisser Weise ja auch ist).

Alles in allem war es mal ein ganz anderes Hörbuch, das wirklich interessant und sehr tiefgründig war. Es war spannend hier mal Einblicke in männliche Sichtweisen zu bekommen, wobei man dadurch natürlich nicht auf alle Männer schließen kann. Mit der Stimme des Autoren habe ich mir teilweise ein bißchen schwer getan, manchmal hatte ich auch das Gefühl, dass da Wortendungen verschluckt werden, aber gut. Inhaltlich durchaus emotional wie auch sehr amüsant teilweise, vor allem wenn ich an den „Buko. Beischlafutensilienkoffer“ denke. Man sollte sich dennoch nicht auf ganz leichte Kost einstellen, wenn man das Hörbuch hören möchte, denn es ist schon wirklich voller Inhalt.

Von mir gibt es hier eine Empfehlung und 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 22.06.2018
Reise Know-How InselTrip Fuerteventura
Schulze, Dieter

Reise Know-How InselTrip Fuerteventura


ausgezeichnet

Fuerteventura: vom Fischerort El Cotillo über die Höhlen von Ajuy bis hin zum Playa Barca.

Sich im Urlaub auf Fuerteventura mal die Dünenstrände von Corralejo ansehen, dort entlang laufen – oder vielleicht den putzigen Atlashörnchen zusehen, wie sie Nüsse futtern? All das und noch viel mehr kann man auf Fuerteventura machen, dieser Reiseführer zeigt einem viele Möglichkeiten für einen Urlaub auf der schönen Kanareninsel auf.

Handliche Reiseführer finde ich wunderbar um sie auch direkt mit in den Urlaub zu nehmen, denn man hat meist gut zusammengefasst viel Wissen dabei – ohne schwer tragen zu müssen. (Reiseführer mit an die 300 Seiten machen da schon einen Unterschied…)

Dieser Reiseführer beinhaltet neben zwei Karten der Insel (vorne und hinten in der Klappbroschur, zahlreiche Ziele, die im Buch beschrieben sind, sind nummerisch gekennzeichnet) auch einen Faltplan, so dass man wirklich gutes Kartenmaterial direkt dabei hat. Eingeteilt ist es in verschiedene Kapitel, so erfährt man einiges grundsätzliches über die Insel, erhält persönliche Tipps vom Autoren, bekommt Überblick über die verschiedenen Orte je nach Region (Norden, zentrales Bergland, Osten, Süden), erhält Aktivtipps sowie Informationen zum Reisen generell und natürlich auch über die Insel (Feste, Essen, etc.).

Die Aufteilung gefällt mir recht gut, so ist auch in der Übersicht schon jeder einzelne Ort zu finden und auch entsprechend mit Sternen bewertet – man erhält also direkt eine Übersicht ob es sich lohnt diesen Ort zu besuchen, ob es hier besonders sehenswerte Orte gibt, etc. Natürlich ist das alles Ansichtssache, aber generell muss ich sagen dass ich hier in der Meinung des Autors übereinstimme. Im Reiseführer erfährt im übersichtlich vieles über die einzelnen Orte, Sehenswürdigkeiten dort, Übernachtungsmöglichkeiten sowie Lokalitäten. Hier ist immer auch eine Angabe über Öffnungszeiten sowie die genaue Lage mit aufgeführt, so dass man nicht noch einmal unbedingt danach suchen muss. (Wenngleich man manches vielleicht sicherheitshalber im Internet nachliest, nicht immer behalten Lokalitäten die Öffnungszeiten bei, etc.) Die Bebilderung im Reiseführer gefällt mir gut, ebenso die Überblicke über verschiedene Orte mit kleinen Straßenkarten – sehr praktisch hier eine Übersicht zu haben, auf der Lokalitäten, Hotels, Aktivitätsmöglichkeiten etc. eingezeichnet sind.

Der Reiseführer hält auch noch vier Wanderungen bereit, diese sind gut verständlich erläutert, so dass man hier auch Bescheid weiß wo man entlang muss. Die grundsätzlichen Informationen finde ich durchaus sehr hilfreich, gerade Feiertage finden in anderen Ländern ja oftmals üppiger/ausführlicher statt als in Deutschland – je nach Region eben.

Mir hat dieser praktische und sehr handliche Reiseführer gut gefallen, die Tipps des Autoren fand ich toll, außerdem die weitere Ausführung im Buch. Die Einteilung hat mir gut gefallen, ich fand diese sehr hilfreich und übersichtlich, ebenso fand ich das Kartenmaterial richtig gut. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Bewertung vom 18.06.2018
DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Fuerteventura
Lipps, Susanne

DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Fuerteventura


gut

Landschaftlich vielfältig – von der Westküste bis hin zu den Wanderdünen von Corralejo.

Fuerteventura ist eine vielseitige Insel, genau darüber informiert dieser Reiseführer. Von der Wanderdüne von Corralejo bis über die spanischste Stadt der Insel, die von Touristen kaum heimgesucht wird – Puerto del Rosario – bis hin zur Halbinsel Jandia, die schon sehr touristisch ist, aber eben schöne Strände bietet.

Sich auf eine Reise vorbereiten gehört für mich einfach dazu, entsprechend genieße ich es vorab in Reiseführern schon ein klein wenig auf die Reise zu gehen. Der Dumont-Reiseführer bietet direkt vorn eine ausklappbare Karte der Insel, auf der man sich einen guten Überblick verschaffen kann. Hier findet man auch bei einigen Orten direkt schon ein orangenes Ausrufzeichen sowie die Angabe einer Seitenzahl auf der man mehr über den jeweiligen Ort erfährt. Ansonsten ist der Reiseführer eingeteilt in verschiedene Kapitel, generelle Informationen (Wetter und Reisezeit, Übernachten, Essen + Trinken, Sport, Feste vor Ort), historische und geschichtliche Daten und Fakten, Unterwegs auf Fuerteventura (eingeteilt in den Norden, die Inselmitte, das westliche Bergland, Ost- und Südostküste sowie die Halbinsel Jandia) sowie verschiedene Entdeckungstouren.

Mit nahezu dreihundert Seiten (und fast 500 Gramm) ist dieser Reiseführer ein recht umfangreiches Werk, welchen man sicher nicht unbedingt immer mit sich umher schleppen möchte, denke ich. Die Bebilderung und Gliederung der einzelnen Berichte/Tipps hat mir gut gefallen, auch die immer wieder detaillierten Angaben (Öffnungszeiten, Homepage, Telefonnummer etc.) zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten oder Lokalitäten. So fand ich es auch sehr praktisch für viele Orte eine kleine abgedruckte Stadtkarte vorzufinden, auf der Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten, Lokalitäten, Einkaufsmöglichkeiten, sportliche Aktivitäten und Bars/Discotheken eingezeichnet sind.

Generell habe ich diesen Reiseführer fast als ein bißchen zu umfangreich empfunden, einfach weil er so gewaltig daherkommt. Klar ist er dennoch praktisch vom Format her – aber ich möchte ihn ungern die ganze Zeit mit mir herumschleppen… Was ich auch ein wenig schade fand, waren manche Formulierungen bzw. Erzählungen. So ist von der Villa Winter beispielsweise die Rede, jedoch ist der Bericht für mich ein bißchen larifari geschrieben, man geht nicht wirklich genau darauf ein. Ich hatte zum Vergleich einen anderen Reiseführer – und der dortige Artikel war halt einfach informativ. Das fand ich ein bißchen schade – zumal ich hier halt auch ein paar Eckdaten (bzw. die Erzählung) drum herum im Kopf hatte. Bei allen weiteren Angaben habe ich das nicht auch noch verglichen, es hat für mich aber halt leider einen blöden Beigeschmack gehabt.

Alles in allem bin ich vom Dumont Reiseführer Fuerteventura hier ein bißchen enttäuscht worden. Er ist sehr vollgepackt, mir fast ein bißchen zu wuchtig, wenngleich viele Informationen natürlich auch toll sind, aber mir war das einfach zuviel. Auch die Art und Weise wie manche Sehenswürdigkeit beschrieben ist hat mir einfach nicht gänzlich zugesagt. Da möchte ich lieber knappe und präzise Angaben die mich informieren und nicht noch viel drum herum/oder so etwas wie „Halbwahrheiten“. Entsprechend vergebe ich hier 3 von 5 Sternen und bleibe hinsichtlich einer Empfehlung unentschlossen.

Bewertung vom 13.06.2018
Lady Susan, 2 Audio-CDs
Austen, Jane

Lady Susan, 2 Audio-CDs


sehr gut

Briefe aus längst vergangenen Tagen

Kaum ist die attraktive Lady Susan verwitwet, ist sie schon wieder am Kokettieren mit verschiedenen Verehrern. Um Gerüchten aus der Welt zu Gegen zieht sie sich aufs Anwesen ihres Schwagers zurück, jedoch wird somit die dortige Familie mit in ihre Turbulenzen verwickelt. In einem regen Briefwechsel wird die Geschichte rund um Lady Susan erläutert, die ein Auge auf Reginald DeCourcy, den jüngeren Bruder ihrer Schwägerin, geworfen hat.

Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich bislang noch kein Buch von Jane Austen gelesen habe bzw. als Hörbuch angehört habe. Doch dieses sprach mich nun an – und mit Eva Mattes als Sprecherin war mir klar, dass es mir in dieser Hinsicht wohl schon mal gefallen würde.

Die Geschichte fand ich auch recht ansprechend, wobei ich mir zu Beginn doch eher schwer getan habe, denn die Erzählung findet in Form eines Briefwechsels statt. Bei Hörbüchern finde ich so etwas dann doch ein bißchen schwierig muss ich sagen, zumal es sich natürlich auch um keine so einfachen Namen handelt. Man braucht also erst ein bißchen, bis man versteht wer welche Person ist, die da gerade einen Brief schreibt/empfängt oder von der im Brief die Rede ist.

Durch die harmonische und sehr angenehme Stimme von Eva Mattes hat mir das Hörbuch sehr zugesagt, ihre Stimme hat einen wunderbaren Klang, der sehr sympathisch ist. Keine flippige Mädchenstimme, sondern die Stimme einer wunderbaren Frau und Schauspielerin.

Die Geschichte an und für sich ist mal was ganz anderes, wenn man sich bewusst wird zu welcher Zeit Jane Austen gelebt hat. Entsprechend also nicht wirklich mit der aktuellen Zeit vergleichbar – interessant aber wie „skandalös“ das Treiben mancher Personen schon früher war. Sprachlich durchaus wirklich toll, regelrecht stilvoll.

Das Hörbuch ist entsprechend unterhaltsam und auch ein wenig emotional und hat mich durchaus zum Schmunzeln gebracht. Dennoch habe ich mir beim Hörbuch in Form eines ständigen Briefwechsels ein Stück weit schwer getan.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Bewertung vom 12.06.2018
Der kleine Drache Kokosnuss - Die besten Feuerdrachenwitze, 1 Audio-CD
Siegner, Ingo

Der kleine Drache Kokosnuss - Die besten Feuerdrachenwitze, 1 Audio-CD


ausgezeichnet

Wenn zwei Fische mal wieder schwimmen gehen.

Der kleine Drache Kokosnuss und seine Freunde haben schon viele Witze auf ihren Abenteuern gehört. Nun gibts diese Witze auch auf einer CD - damit man selbst auch mitlachen kann - und diese dann natürlich selbst auch weiter erzählen kann. Auf der CD sind über 200 neue Witze und auch Scherzfragen.

Wer den kleinen Drachen Kokosnuss kennt, dem ist die Sprecherstimme von Philipp Schepmann sicher auch schon bekannt - und natürlich die tollen Geschichten rund um den kleinen Drachen und seine Freunde von Ingo Siegner. Hier gibts nun über 200 tolle Witze, die auch wieder von Philipp Schepmann gelesen wurden. Er versteht einfach sein Handwerk und bringt durch seine Flexibilität beim Sprechen wirklich Abwechslung mit, so klingt Oskar natürlich anders als Kokosnuss oder Gisa. Das ist wirklich schön anzuhören. Zwischen den einzelnen Witzen hört man auch immer mal kurze musikalische Einspieler - allerdings wirklich nur kurz.

Die vorgetragenen Witze sind durchaus Kindertauglich, ob Fünfjährige diese nun schon so gut verstehen bezweifle ich ein wenig, für Siebenjährige Kinder sind aber fast alle Witze verständlich - von den Gedankengängen her. Wobei das sicher auch aufs Kind ankommt. Die CD hat bei uns so begeistert, dass man sie durchaus mehrfach und eigentlich andauernd anhören konnte, so dass man die Witze dann schon auswendig weiß und mitsprechen kann - was natürlich toll ist. So wird unbewusst und ohne große Anstrengung - weil es ja eh schon so lustig ist - das Gedächtnis toll trainiert.

Manche Witze mögen ein bißchen flach sein, nicht-verständlich sind aber keine, so dass es auch für Erwachsene lustig ist hier mitzuhören. Klar sind einem manche Witze oder Scherzfragen vielleicht schon bekannt, dennoch sind sie hier wirklich toll erzählt. Außerdem ist es wohl ein toller Nebeneffekt, denn wenn man die Geschichten um den kleinen Drachen Kokosnuss kennt, dann kennt man natürlich auch viele seiner Freunde, von denen man auch immer wieder in den Witzen hört.

Den Lerneffekt würde ich als insofern eher gering einschätzen, als dass man bei den Witzen vielleicht nicht unbedingt soviel „mitnehmen“ sollte, denn da geht’s ja oft um Blödsinn inhaltlich. Im Vergleich zu den anderen Kokosnussgeschichten ist der Lerneffekt hier also nicht so groß – dafür das Gedächtnistraining umso mehr.

Meiner Ansicht nach sagt allein ein dauerhaftes und immer-wieder-hören-Wollen viel über die CD aus - sie begeistert. Von uns gibt es 5 von 5 Sternen und eine absolute Empfehlung.

Bewertung vom 11.06.2018
Selbstrufmord
Tietjen, Martin

Selbstrufmord


gut

Wenn aus Bürokauffrauen die Abteilung „Spesen und Kugelschreiberminen“ gemacht wird.

Martin Tietjen ist bislang nicht unbedingt großartig bekannt aus Funk und Fernsehen, also schrieb er ein Buch. Im Buch erzählt er über verschiedene Pannen in seinem Leben, wie manche Dates verlaufen sind, wie er sich geoutet hat seiner Familie gegenüber, wie das Aufwachsen bzw. Leben mit einem Bruder mit Down-Syndrom war bzw. ist.

Unterhaltsame Bücher finde ich immer wieder gut – und wenn das Cover dann noch so amüsant ansprechend ist – in rosa und mit dem Konterfei des Autoren – warum nicht auch mal was so kurioses wie den „Selbstrufmord“ lesen.

Geschrieben ist das Buch sehr angenehm, es ist gut verständlich, vom Satzbau oder der Wortwahl her nicht zu abgedreht, manchmal merkt man allerdings schon, dass Martin Tietjen in der Medien-Branche arbeitet, was sich an manchen Ausdrucksweisen im Buch widerspiegelt. Alles in allem ist die Lektüre schon mal angenehm zu lesen. Inhaltlich erfährt man sehr viel über ihn und seine Familie und Freunde sowie seinen beruflichen Werdegang.

Teilweise muss ich ganz ehrlich sagen, dass mir das als Familie vielleicht ein bißchen zu viel wäre. Da spricht er schon sehr offen über manche Sachen. Klar ist es auch bemerkenswert, wenn man das eigene berufliche Scheitern eingesteht, manchmal kam es aber auch so rüber, dass es ein wenig naiv wirkt. Im einen Moment schildert er manches auch sehr amüsant, im nächsten Moment dann wieder eher emotional, gerade wenn es mal um die Familie – insbesondere seinen Bruder geht. Diese Kapitel sind dann ein krasser Gegensatz zu anderen Aussagen im Buch, wo er die weiblichen Auszubildenden zur Bürokauffrau schon als sehr spießig darstellt. Es mag ja sein, dass diese Mädels dann nicht die Partymäuse sind, seine Darstellung fand ich aber extrem überheblich – immerhin, diese Mädels machen eine Ausbildung, etwas, was er ja wohl eher spät gemacht hat.

In anderen Aussagen im Buch muss ich sagen, dass ich nicht alles so glaubwürdig empfunden habe. Sicher ist es die künstlerische Freiheit, dass noch manches vielleicht anders und überspitzt dargestellt wird, mir war das aber dann auch zuviel. Ebenso wie eine Schilderung aus einem Darkroom. Ich habe schon zahlreiche Lektüren gelesen, in denen es um viel Blut, Tote etc. geht, aber das fand ich wirklich ziemlich abschreckend/eklig.

Alles in allem war es eine unterhaltsame und durchaus lustige Lektüre, teilweise jedoch hat man das Gefühl, dass der Autor meint, Wunder was geleistet zu haben, zu sein. Da drückt er sich dann auch teilweise anderen Menschen gegenüber sehr überheblich aus. Wie er dann aber auch manchmal wieder eher emotional über seinen Bruder schreibt, passt dann fast nicht dazu. Von mir gibt’s 3 von 5 Sternen, hinsichtlich einer Empfehlung bin ich unentschlossen.

Bewertung vom 05.06.2018
Before you go - Jeder letzte Tag mit dir, 6 Audio-CDs
Swatman, Clare

Before you go - Jeder letzte Tag mit dir, 6 Audio-CDs


sehr gut

Wenn ein Ende erst der Anfang einer großen Geschichte ist.

Zoe ist mit Ed schon lange zusammen, inzwischen verheiratet. Doch die Beziehung gerät ins Wanken, da nicht immer alles so läuft, wie es sich die Beiden vorstellen. Als Ed dann eines Tages auf dem Weg zur Arbeit bei einem Unfall stirbt macht Zoe sich schwere Vorwürfe – warum hat sie ihm an diesem Morgen nicht noch gesagt, wie sehr sie ihn liebt? Als sie einige Zeit später, eingehüllt in diese dauerhafte Traurigkeit wegen seines Todes, stürzt, wacht sie in einer Version ihres Lebens auf, in der Ed noch lebt. So kann sie manche Tage noch einmal erleben und etwas daran ändern – bis hin zum Tag des Unfalls…

Hörbücher finde ich immer wieder spannend – können sie doch wunderbar unterhalten, spannende Geschichten erzählen und auch wirklich berührend sein. All das konnte „Before you go“ definitiv, um das mal vorweg zu nehmen. Die Geschichte klang für mich sehr unterhaltsam und auch emotional, eine vielleicht tiefgründige Geschichte war meine Erwartung daran.

Gesprochen wird die Geschichte von Christiane Marx, die mit einer doch eher zarten Frauenstimme daher kommt, was dann in gewisser Weise ein bißchen komisch oder gar amüsant wirkt, wenn sie Ed, also den Mann, spricht. Aber gut, auch daran gewöhnt man sich. Von der Stimme her war es soweit in Ordnung ihr zuzuhören, andere Hörbücher haben mir im Vergleich ein bißchen besser gefallen.

Die Geschichte ist sehr emotional, der Tod des Mannes ist ja doch ein heftiger Schicksalsschlag, zumal Ed ja noch recht jung ist bzw. war. (noch keine 40 Jahre alt) Die Ausführungen hier über das Verhalten von Zoe sind also durchaus nachvollziehbar bzw. verständlich. Überhaupt ist die Geschichte dadurch auch sehr aufwühlend – auch durch die weitere Thematik, die man anhand der Schilderung (Klappentext) so gar nicht vermutet hat. (Ich möchte hier auch nichts vorweg nehmen, kann nur sagen, dass für mich hier auch einiges überraschend war.) Entsprechend ist das Hörbuch wirklich sehr emotional. Durch die vermeintliche Chance, die Zoe wohl bekommt, etwas zu ändern, ist man die ganze Zeit am Hoffen, dass sie sich ihren Ed noch zurück holen kann, wobei natürlich immer Zweifel bleiben ob das wirklich so geschehen kann.

Mit der Zeit wurde es dann immer dramatischer, zumindest habe ich das ab der vierten (von gesamt sechs) CDs so empfunden, eine Spannung, die kaum auszuhalten ist. Manches lässt sich dann vielleicht erahnen, wobei man sich ja auch weiterhin von der Geschichte überraschen lässt.

Teilweise war mir die Geschichte dann fast ein bißchen zu aufwühlend, wirklich extrem emotional und berührend. Im Vergleich war es dazu zu Beginn in gewisser Weise regelrecht langatmig – da hätte ich mir gewünscht, dass man da manches fast ein wenig gekürzt hätte.

Alles in allem ein Hörbuch vor allem für Frauen, wobei es sicher nicht verkehrt ist, wenn Mann auch mithört und dann ggf. die Schulter zum Anlehnen anbietet – wegen der großen Emotionalität. Mir hat das Hörbuch gut gefallen, wenngleich es teilweise wirklich fast nicht mehr auszuhalten war vor Dramatik und Spannung und sehr aufwühlend war – und ich mir hier zu Beginn etwas weniger Langatmigkeit gewünscht hätte. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Bewertung vom 04.06.2018
Low Carb mit Genuss
Haschka, Tori

Low Carb mit Genuss


ausgezeichnet

Wenn geröstete Mandeln mit Sojasauce und dem Fünf-Gewürze-Mantel daherkommen.

Endlich abnehmen – und das mit einer gesunden Ernährung, das funktioniert recht gut mit Low Carb. Tori Haschka hat sich auf Reisen Anregungen zu diesen Rezepten geholt – und so entstand diese kreative Küche. Der Verzicht auf Nudeln und Co. lohnt sich also auf alle Fälle, nimmt man die Autorin als Vorbild.

Kochbücher finde ich immer wieder spannend, da sie einem doch immer wieder neue Rezepte und Möglichkeiten aufzeigen. Generell ist Low Carb für mich auch ein großes Thema – dieses Kochbuch hat mich sehr angesprochen, eben weil es sehr kreativ dabei ist.

Aufgebaut ist das wunderbar bebilderte Buch in verschiedene Kapitel, so erhält man in der Einleitung erst einmal grundsätzliche Informationen über die Low Carb-Ernährung, in den weiteren sieben Kapiteln erhält man dann tolle Rezepte – vom Frühstück über Suppen und Salate, leichte sommerliche Festessen bis hin zu Dessert, die Lust auf mehr machen.

So kann man beispielsweise mit einem Birchermüsli mit Chiasamen oder auch leckeren Socca-Pfannkuchen mit geräuchertem Lachs und Hüttenkäse wunderbar in den Tag starten. Bei leichten Snacks findet man das Rezept für leckere geröstete Mandeln in Soja-Fünf-Gewürze-Mantel, welche ich wirklich sehr lecker fand. Ein Rezept für eine kalte Suppe mit weißen Bohnen, Gurke, Minze und Joghurt oder auch für eine peruanische Hühnersuppe mit Koriander ist im Suppen-Kapitel aufgeführt. Weiter dann bei den Salaten und interessanten Beilagen findet man ein Rezept für Brokkoli-Steaks mit Chimichurri-Sauce und Paranüssen, außerdem Blumenkohl-Couscous mit Mandeln, Rosinen und Minze. Als leichte sommerliche Festessen werden Essen wie Salat mit Garnelen, Avocado und Edamame sowie thailändischer grüner Papayasalat mit Forelle aufgelistet. Bei „Wohlfühlessen am Kamin“ findet man die Anleitung für Hähnchenschenkel mit Thymian, geschmortem Kopfsalat und Erben ebenso wie für überbackene Aubergine. Ein Trifle mit Chia, Mango, Kokos und Macadamia-Nüssen sowie ein Kuchen aus weißen Bohnen und Himbeeren (Oder auch: Schokolade, schwarzen Bohnen und Kirschen) findet sich in der Dessert-Kategorie.

Die Rezepte sind so gut wie alle mit Bildern aufgeführt, so dass man auch direkt sieht, wie lecker all das aussieht. Bei den Rezepten ist immer eine Angabe der Menge (Portionen oder Stücke) angegeben, ein kurzer Einleitungstext, anschließend die Zutatenliste dann der Zubereitungstext. Also kein großartiger Text drumherum – kurz und knackig. Bei den Zutaten ist es so, dass natürlich unheimlich viel Gemüse verarbeitet wird, aber auch Fisch und Fleisch nicht gänzlich vom Speiseplan gestrichen wird. Teilweise kommen auch mal Zutaten vor, die man vielleicht nicht unbedingt gleich zur Hand hat (Kichererbsenmehl) oder halt nicht in jedem Geschäft findet, das finde ich aber hält sich in Grenzen. Alles in allem war es hier so, dass man durchaus die meisten Zutaten schnell zur Hand hat.

Mir hat dieses Kochbuch richtig gut gefallen, die Bilder sind realistisch und nicht übertrieben, ebenso sind die Rezepte umsetzbar – ohne große Probleme. Klar ist es sehr von Vorteil wenn man gewisse Küchenutensilien hat (ein Standmixer hat keine Probleme aus dem Blumenkohl einen Couscous zu machen), man kann Rezepte aber auch immer ein wenig umwandeln (was auch angegeben ist – und statt dem Mixer einen Hobel nutzen). Die Auswahl der Rezepte und deren Kreativität finde ich richtig toll, es hat richtig Spaß gemacht immer wieder neue Rezepte auszuprobieren. Die Mandeln beispielsweise finde ich richtig genial, da ich sie sonst nur als gebrannte Mandeln geschmacklich „verewigt“ habe – und sie hier dann doch noch eine ganz andere Nuance mit sich bringen.

Von mir gibt’s 5 von 5 Sternen für dieses tolle Low Carb Kochbuch – und eine Empfehlung.

Bewertung vom 28.05.2018
Für immer auf Wolke sieben
Piazza, Jo

Für immer auf Wolke sieben


weniger gut

Seid dankbar, denn man weiß nie, was morgen sein wird.

Nur drei Monate nachdem Jo Piazza Nick Aster kennengelernt hat, macht ihr dieser einen Antrag, die beiden verloben sich. Als sie also recht schnell heiraten sucht sie das Patentrezept für eine glückliche Ehe, die ewig hält. Wie wird es gelingen für immer glücklich miteinander zu sein? Dafür hat sie fünf Kontinente bereist und dort Weisheiten und Ratschläge gesammelt, die sie im Buch zusammengefasst hat.

Ein Ratgeber wie man eine glückliche Ehe führen kann – das war mal eine spannende Lektüre, der ich mich nun angenommen habe. Glücklich möchte man ja in jeder Beziehung sein, egal ob das ganze schriftlich auf Papier mit steuerlichen Vorteilen festgehalten ist – oder eben nicht. Meiner Ansicht nach zählt beides gleich viel, was aber natürlich nicht so ist, aber darum geht es in diesem Buch nicht.

Ein Patentrezept, wie man dauerhaft glücklich ist in einer Ehe – darauf war ich nun gespannt. Der Schreibstil der Autorin hat mir größtenteils* gut gefallen, es lässt sich gut lesen, ist gut nachvollziehbar. Auch inhaltlich gab es kaum Fremdwörter oder Fachbegriffe, die nicht verständlich waren – also vom Lesen her eine angenehme Lektüre. Auch von den Einblicken in die verschiedenen Nationen und dortigen Bräuche oder Herangehensweise an die Ehe und auch die Familie bin ich recht angetan. War es doch mal spannend zu lesen, dass die Franzosen gar nicht so auf die Ehe aus sind, man in Dänemark sehr „hygge“ lebt und gerne mal eine Kerze am Tisch für Gemütlichkeit sorgt. Dass in den Niederlanden öfter in Teilzeit gearbeitet wird, damit auch genug Zeit für die Familie da ist. All diese Einblicke fand ich interessant und sehr lesenswert, von manchem hatte ich schon gehört, aber definitiv nicht von allen.

Schwer getan habe ich mir aber im Vergleich dazu mit der Autorin, die ja mit diesem Buchprojekt auch ihr eigenes Leben öffnet und schildert. Sie erzählt hier, wie sie locker-leicht zweimal am Tag auswärts isst/gegessen hat, aber eigentlich kein Geld zur Verfügung hat bzw. auch für später mal zur Seite gelegt hat. Oder wie unverständlich sie darauf reagiert, dass das Smartphone beim Abendessen mal nicht am Tisch liegen sollte. Alles Dinge, die für mich selbstverständlich sind (obwohl die Autorin u. mich nicht allzuviele Jahre trennen), an die sie meiner Ansicht nach aber irgendwie naiv herangeht. Auch wie sie dann arbeitslos wird, aber all die Reisen ja bislang gemacht hat bzw. weiterhin macht – all das kostet ja auch Geld… Das ist in meinen Augen schon ein wenig eine blauäugige Herangehensweise, finde ich. Vielleicht auch einfach eine/die amerikanische Lebensart, die ich nicht nachvollziehen kann.

Ebenso wie die Schilderung einer Freundin der Autorin, die sich für das Treffen mit ihrer Freundin anschließend bei ihrem Mann, der währenddessen die Betreuung der Kinder übernommen hat, mit einer oralen Betätigung bedanken muss. Vielleicht sind wir da in Europa einfach weiter – und für uns ist es selbstverständlich, dass man sich in einer Partnerschaft bzw. Familie bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten abwechselt? Ohne dass eine Belohnung eingefordert werden muss? Solche Aussagen im Buch haben mir das Lesen irgendwie vermiest, ich finde sowas einfach schäbig, solche Vereinbarungen grotesk.

Manche Einblicke waren wirklich interessant, so habe ich auch den ein oder anderen Tipp für mich mitnehmen können („Seid dankbar, denn man weiß nie, was morgen sein wird.“) und habe Interessantes und Neues erfahren (auch über die sog. Zweitfrauen in Afrika, etc.). Dennoch habe ich mir vom Buch mehr erwartet und versprochen und muss sagen, dass mich manche Eigenart der Autorin dabei dann einfach gestört hat. So gut sie es mit diesem Buch vielleicht gemeint hat, für mich war da ein Ticken zuviel Naivität dabei. (Man sollte auch mal den Originaltitel lesen.)

* bis auf manche meiner Ansicht nach naive Schilderung der Autorin (aus ihrem Leben)
2 von 5 Sternen.

Bewertung vom 24.05.2018
Böser Bruder, toter Bruder
Dhami, Narinder

Böser Bruder, toter Bruder


ausgezeichnet

Wenn Zwillinge eine besondere Verbindung haben

Mia wächst mit ihrem Zwillingsbruder Jamie bei der Mutter auf, der Name des Vaters ist ihnen nicht bekannt, die Mutter verschweigt ihn da er vor der Geburt schon weggegangen ist. Mit der Mutter, die Depressionen hat, ist es immer schwierig, do das Jamie immer radikaler wird. Bis es dann an Mias Schule zu einem Amoklauf kommt. Und Mia eine böse Ahnung beschleicht....

Durch die spannend-klingende Geschichte wurde ich auf „Böser Bruder, toter Bruder“ aufmerksam, entsprechend gespannt war ich auf die Umsetzung. Das Jugendbuch kommt ja schon mit einem interessanten Cover daher (es gibt wohl zwei Varianten, beide sind ansprechend gestaltet), man merkt also direkt, dass man es mit einem Krimi/Thriller zu tun hat.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, es lässt sich angenehm lesen, man merkt durchaus, dass es ein Jugendbuch ist, d.h. es ist nicht zu anspruchsvoll, auf keinen Fall aber zu einfach geschrieben. Einfach „Jugendlichen-gerecht“ geschrieben. Wirklich schön zu lesen, keine großartigen Fremdwörter oder ähnliches, kein zu verschachtelter Satzbau.

Die Geschichte verspricht spannend zu werden, denn es kommt zu einem Amoklauf an der Schule. Das Buch bringt hier sehr viel Spannung und Abwechslung insofern, dass sich die Kapitel abwechseln, d.h. Mia erzählt aus der aktuellen Situation an der Schule und im nächsten Kapitel geht es dann grundsätzlich um das Leben, um frühere Ereignisse, etc. Das macht es schon sehr unterhaltsam und fesselnd. Dieser interessante Stil hat mir gut gefallen.

Zu Beginn hat es für mich erst ein wenig gedauert bis ich gut ins Buch hineingekommen bin, als ich dann aber im Lesefluss war wollte ich das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen, die Seiten sind nur so dahin geflogen. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, ich wurde gut unterhalten, es war eine spannende Geschichte, die absolut nicht vorhersehbar ist, was mir gut gefallen hat. Von mir gibt es dafür 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung.