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Benutzername: Eva Fl.
Wohnort: Unterfranken
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Danksagungen: 22 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 271 Bewertungen
Bewertung vom 18.01.2019
Darüber spricht man nicht
Adler, Yael

Darüber spricht man nicht


ausgezeichnet

Genial erklärt, dass man eben doch drüber spricht!

Durch ihre Arbeit als Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten in ihrer eigenen Praxis wird Dr. med. Yael Adler tagtäglich mit Tabuthemen der Patienten konfrontiert. Da sind es komische Ausschläge, Unfälle mit Sexspielzeugen oder auch Körpergeräusche. So suchen die unterschiedlichsten Menschen Rat bei ihr. Entsprechend weiß sie, was die Menschen bewegt und klärt über vermeintliche Tabuthemen bzw. –fragen hinsichtlich des menschlichen Körpers auf.

Bislang habe ich von der Autorin noch kein Buch gelesen, wobei mir auch ihr erstes Werk, „Haut nah“, bereits bekannt ist und schon darauf wartet gelesen zu werden. Entsprechend gespannt war ich auf die vermeintlichen Körpertabus, mit denen sie hier aufräumt bzw. unheimlich viel dazu erläutert.

Eingeteilt ist das Buch in verschiedene Kapitel, im ersten geht es dabei um Körpergerüche, im zweiten um Sex bzw. die Geschlechtsorgane, im dritten Kapitel um menschliche Makel und im vierten und letzten Kapitel darum, dass wir auf unseren Körper hören sollten. Die einzelnen Kapitel sind noch einmal unterteilt in verschiedene Unterbereiche, damit das ganze etwas spezifiziert werden kann.

Natürlich kommt man in einem medizinischen Buch nicht ohne entsprechend Fachbegriffe aus, aber all diese hat die Autorin wunderbar erläutert bzw. den lateinischen Begriffen die Übersetzung beigefügt. Damit man alles auch wirklich bildlich verstehen kann findet man viele sehr passende und gut gemachte Illustrationen von Katja Spitzer. Diese sind wirklich gut nachvollziehbar, durchaus auch mal witzig, sicher aber medizinisch passend. Und für die Erläuterungen von Dr. Adler echt immer sehr hilfreich, so weiß man auch genau, was sich hier wie aufbaut, was wie im Körper angelegt ist, man begreift die Anatomie. Hat mir richtig gut gefallen.

Die einzelnen Erkrankungen behandelt die Autorin so, dass es sich sehr gut liest, absolut verständlich ist und sogar regelrecht unterhaltsam. Sie nimmt hier kein Blatt vor den Mund, manchmal ist die Sprache vielleicht gefühlt ein bißchen flapsig, auf alle Fälle aber absolut echt und es macht Spaß, das Buch zu lesen und das Wissen über die Krankheiten zu erfahren. Dadurch liest sich das Buch auch echt gut, es ist kein langatmiges oder gar trockenes Buch, es ist durch ihre Beispiele und Schilderungen nachvollziehbar, sehr informativ und echt interessant.

Alles in allem hat mir dieses Buch richtig gut gefallen. Es liest sich sehr angenehm, ist zwar inhaltlich keine locker-leichte Lektüre, da man mit manchen Erkrankungen nicht so flapsig umgehen sollte bzw. diese gut behandeln lassen sollte, ist aber echt gut zu lesen. Es ist absolut kein zu ernstes, wissenschaftliches Buch, sondern durchaus auch unterhaltsam, wobei es natürlich auch sehr informativ ist, da man einiges an Wissen erhält. Die enthaltenen Illustrationen tun ihr übriges – sehr gelungen, humorvoll und einfach passend, prima!

Ein absolut gelungenes Buch, dem ich nur 5 von 5 Sternen geben kann und das ich absolut empfehlen kann.

Bewertung vom 16.01.2019
Shakespeare oder Willy, das ist hier 1 Frage
Nachdenklich, Willy

Shakespeare oder Willy, das ist hier 1 Frage


sehr gut

So 1 Chongse bekommt man nicht 2 mahl in Leben

Der ein oder andere kennt ihn vielleicht – Willy, von „Nachdenkliche Sprüche mit Bilder“, wie man die Bilder auf Facebook findet. Nach seinem ersten Buch gibt es hier nun das zweite „litterarische“ Feuerwerk mit 24 bramd neue Kurzgeschichem. (Ich übersetze das mal: 24 brandneue Kurzgeschichten.)

Mit keiner großen Erwartungshaltung bin ich an dieses Buch gegangen, denn schließlich kannte ich das erste Werk von Willy Nachdenklich (aus der Oberpfalz übrigens) nicht. Seine lustigen „nachdenklichen Sprüche mit Bildern“ fand ich schon immer sehr amüsant, wenngleich es einem da von der Rechtschreibung bzw. Aussage her natürlich kalt den Rücken herunter läuft… das tut schon ein bißchen weh, manches davon.

In diesem Buch nun hat er 24 verschiedene Kurzgeschichten, manche bauen aufeinander auf, andere sind auch alleine zu lesen und stehen für sich. Neben der Geschichten in der „vong“-Sprache, wie ich diese nun mal nennen würde, findet man die vorangegangene Geschichte anschließend auch immer wieder übersetzt – ins normale Deutsch. Das ist auch immer mal wieder ganz schön, denn auch wenn diese „vong“-Sprache mal lustig zu lesen ist, man vielleicht manchmal überlegen muss, was was heißen soll, so ist die normale Schriftweise sehr angenehm zu lesen.

Mal ein Beispiel für die Sprache im Buch: „Ich bim jetzt Ende 40 un so 1 Chongse bekommt man nicht 2 mahl in Leben“ (Seite 46). Ja, es ist schon so, dass es einem ein bißchen in den Augen weh tut, wenn man das so liest, aber irgendwie ist es auch einfach sehr unterhaltsam.

Mir hat das Buch insofern echt gut gefallen, dass es Geschichten sind, die in gewisser Weise zusammen gehören. Gelegentlich gab es dann auch einen QR-Code, wenn man diesen scannt, dann wird die Geschichte in der Vong-Sprache noch kurz weiter ausgeführt. Das ist natürlich mal was anderes und auch ganz lustig. Dadurch war es in gewisser Weise auch noch abwechslungsreich.

Alles in allem ist dieses Buch sicher kein klassisches literarisches Feuerwerk, mir hat es aber recht gut gefallen, zumal es nicht nur in Jugendsprache geschrieben, sondern quasi auch übersetzt dabei ist. Natürlich tut es in den Augen weh beim Lesen, aber in gewisser Weise ist es eben auch sehr unterhaltsam so. Und die Geschichten inhaltlich einfach kurios. Insofern vergebe ich hier 4 von 5 Sternen und spreche eine Leseempfehlung aus – für Mutige.

Bewertung vom 14.01.2019
Notruf 110 (Band 1)
Friese, Hartmut

Notruf 110 (Band 1)


ausgezeichnet

Fränkisch unterhaltsam.

In diesem Buch schildert Hartmut Friese seine mitunter kuriosen, lustigen und spannenden Einsätze in seiner beruflichen Tätigkeit bei einer mittelfränkischen Polizeiinspektion. Da wird schon mal geholfen, damit der abgestürzte Wellensittich hinter dem Schrank nicht verendet, außerdem gilt es am Gericht präsent zu sein – was aber auch ein Striptease nicht verhindern kann…

Schon lange wollte ich mal die kuriosen Geschichten aus dem mittelfränkischen Polizei“alltag“ lesen, nun endlich war es soweit. Das Buch ist eine durchaus handliche Lektüre, sehr praktisch auch für unterwegs. Der Schreibstil ist ein sehr angenehmer, locker, leicht geschrieben ist er wirklich gut verständlich. Fremdwörter oder Fachbegriffe sucht man vergeblich, so dass sich das Buch wirklich prima lesen lässt. Auch inhaltlich sind die verschiedenen geschilderten Vorgänge und Vorfälle absolut nachvollziehbar. Lediglich sprachlich könnte jemand, der den (mittel)fränkischen Dialekt nicht kennt, mal kurz ins Stocken geraten. Wobei auch hier immer gleich Aufklärung vom Autor erfolgt. Man lernt also hier auch dazu.

Die einzelnen Geschichten sind sehr unterhaltsam, durchaus auch mal spannend, da es hier ja doch um echte Einsätze ging. Da taucht ein Dreijähriger in einem Geschäft in der Innenstadt alleine auf – und nur bekleidet mit der Badehose. Oder Kirchweihburschen werden für Diebe des Blaulichts vom Polizeiauto gehalten. Es sind verschiedene Einsätze, die allerdings wirklich unterhaltsam und vor allem im Ausgang dann lustig sind. Wenn man hier natürlich ortskundig ist und manches Gerichtsgeschehen sowie die Polizeinachrichten in der Zeitung aufmerksam verfolgt hat, so kann man sich manchmal sicher auch zusammenreimen, um welche Personen oder Lokalitäten es sich dabei handelt. Da es sich aber bei genannten Fällen, die man in dieser Hinsicht nachvollziehen kann, um keine großartigen Straftaten handelt, finde ich das mehr amüsant als „schlimm“.

Alles in allem ist dies eine lustige und unterhaltsame Lektüre, durchaus auch mal spannend. Das Buch ist schnell gelesen, man bekommt einen Einblick in den Polizei“alltag“, der sicher nicht alltäglich ist. Vielleicht sollte man das Einsatzgebiet kennen oder auch Sympathie für (Mittel)Franken hegen, wenn man das Buch liest – dann liest es sich vielleicht noch leichter. Von mir gibt es hier 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung für eine kurzweilige Lektüre.

Bewertung vom 13.01.2019
100 Genussorte in Bayern

100 Genussorte in Bayern


ausgezeichnet

Von Franken bis in die Oberpfalz – wo Bayern wunderbaren Genuss bietet.

Mit diesem Buch erhält man einen wunderbaren Einblick in einhundert Genussorte in Bayern, denn Bayern hat kulinarisch so viel zu bieten. Vom leckeren Frankenwein bis hin zum Allgäuer Käse, dem guten Bier aus der Oberpfalz und dem frischen Karpfen aus dem Aischgrund.

Der kulinarische Reiseführer durch die einhundert unterschiedlichen Genussorte Bayern kommt in einem schönen, handlichen Format mit Softcover daher. Vorn im Inhaltsverzeichnis sind dann die verschiedenen Regierungsbezirke mit den im Buch vorgestellten Orten aufgeführt. So bekommt man schon einmal eine schöne Übersicht, welche Orte hier zu den Genussorten zählen. Was auffällt: Vor allem Unter- und Oberfranken sind mit zahlreichen Orten dabei, ab Mittelfranken, der Oberpfalz, Niederbayern, Schwaben und Oberbayern sind es dann weniger aufgeführte Orte. (Vielleicht mag das an der LWG liegen, die bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, die das Buch für den Freistaat Bayern herausgebracht hat und ihren Sitz in Veitshöchheim, in Unterfranken hat.) Ich persönlich finde es sehr gut, dass hier mal die Franken vorne dran sind…

Auf zwei Doppelseiten sind dann die verschiedenen Orte vorgestellt, so findet man in der Rhön beispielsweise den Markt Oberelsbach oder auch Fladungen, am Main dann Randersacker, was hier vorgestellt wird. Über den Ort erfährt man immer ein bißchen, praktischerweise auch die Lage in Bayern. Dazu findet man dann hier ortstypische Besonderheiten, zum Beispiels manchmal ein Museum und eigentlich immer eine Gaststätte, in der ein lokales Gericht serviert wird, was auch kurz vorgestellt wird. Sämtliche Ortsvorstellungen sind immer mit einigen Bildern ausgestaltet, was mir sehr gut gefallen hat.

Um hier noch einmal einen kleinen Einblick in die weiteren Genussorte zu gewähren, gebe ich noch zwei Beispiele je Regierungsbezirk an. Oberfranken: Bamberg, Sesslach. Mittelfranken: Baiersdorf, Neustadt an der Aisch. Oberpfalz: Amberg, Plankstetten. Niederbayern: Bernried, Stubenberg. Schwaben: Immenstadt im Allgäu, Seeg. Oberbayern: Ettal, Wolnzach.

Die einzelnen Texte bei den verschiedenen Genussorten sind wirklich sehr interessant und angenehm zu lesen. Eine schöne Sprache, in der natürlich auch mal spezifische Wörter vorkommen, was dem Lesegenuss aber keinen Abbruch tut.

Alles in allem bietet dieser wunderbare kulinarische Reiseführer wirklich schöne Einblicke in das tolle Bundesland Bayern. Hier wird aufgezeigt, welche Spezialitäten man in welcher Region gut essen kann, welche weiteren Besonderheiten manche Orte mit sich bringen, man erfährt wirklich vieles über die Regierungsbezirke Bayerns. Dadurch, dass nicht ausschließlich große Städte ausgewählt wurden, sondern doch vor allem kleinere Städte hier vorgestellt werden und zu den Genussorten zählen, bekommt man hier doch wirklich besondere Einblicke. Man blickt quasi über den Tellerrand hinaus – und wenn man sich dann noch mit einem guten Essen gestärkt hat, tut man das wortwörtlich.

Ich finde dieses Buch wirklich sehr gelungen, man kann Orte quasi erst per Buch erkunden, bevor man sich selbst auf den Weg macht. So bekommt man schon einmal Ideen und Anregungen für die nächsten Ausflüge oder gar Urlaube und hat Einblicke in bislang vielleicht unbekannte Regionen. Die Aufmachung gefällt mir sehr gut und auch die Inhalte finde ich sehr gut dargestellt, kurzum, ich vergebe hier 5 von 5 Sternen und spreche eine absolute Empfehlung aus.

Bewertung vom 05.01.2019
Hello Snow
Cawley, Julia; Schäper, Vera; van Deelen, Saskia

Hello Snow


sehr gut

Der Winter hat wunderschöne Seiten.
Für die meisten ist der Winter die schlimmste Jahreszeit, die es überhaupt gibt. Dabei ist sie doch eigentlich so schön – wenn draußen der Schnee schön glitzert, es knackig kalt ist und man sich drinnen schön aufwärmen kann… in diesem Buch findet man fürs Aufwärmen richtig schöne Rezepte. Und falls der Winter draußen mal nicht so schön verschneit ist, dann findet man entsprechende Fotografien ebenso im Buch.

Das Buch wirkt schon durch das weiße Cover und die schöne abgebildete Fotografie samt den güldenen Lettern sehr hochwertig, was sich auch weiterhin durchs gesamte Buch so zieht. So findet man auch bei den jeweiligen Rezepten anschließend immer wieder Fotos der Gerichte, diese sind recht natürlich, aber auch sehr einfach, ohne viel Schnickschnack, abgebildet.

Man findet im Buch leckere Rezepte für Gerichte nach dem Winterspaziergang, Süßes für kalte Tage, köstliches wie vom Weihnachtsmarkt, ebenso aber auch Festliches, saisonale Gerichte und Rezepte für Leckereien nachmittags am Kamin. So darf man sich beispielsweise nach einem Spaziergang durch die winterliche Landschaft bei einem Chili con Carne (mit Zimt und dunkler Schokolade) aufwärmen, getrocknete Apfelringe mit Schokoladendip genießen (nicht im Ofen getrocknet, sondern sehr clever an einer Schnur aufgehängt trocknen gelassen) oder auch eine feine Zitronentarte mit Baiser schlemmen.

Der klassische Bratapfel darf dabei natürlich auch nicht fehlen, ebenso wenig wie die krosse Gänsekeule. Liebesäpfel, die im rot kandierten Zuckermantel glänzen, sind im Buch auch aufgeführt, hier merkt man aber natürlich auch, welche Zuckerbombe dahinter steckt.

Die einzelnen Rezepte sind auf einer Seite immer schön bebildert, auf der Seite daneben dann findet man die einzelnen Zutaten, benötigten Hilfsmittel (Förmchen, etc.), Zubereitungszeit sowie die ausformulierte Zubereitungsanleitung. Oftmals gibt’s noch einen Tipp obendrauf, beispielsweise wie man ein Rezept schneller zubereiten kann oder was mit einem Rest gemacht werden kann. Die Rezeptfotos sind recht minimalistisch, ebenso aber wie die Fotos zu den jeweiligen Kategorien. Was ich da nicht so optimal fand, waren Fotos von Blumen, die im Winter eben nicht unbedingt typisch sind. Genauso wie die Verwendung von Gurke (beispielsweise) im saisonalen Kapitel.

Die Fotos zwischen den Rezepten sind von wunderbaren winterlichen Schneelandschaften, wo genau die Bilder entstanden sind, habe ich aber nicht im Buch gelesen. Womöglich habe ich es überlesen, ich gehe aber mal von keiner deutschen Winterlandschaft aus, zumal auch mal Rentiere abgebildet waren.

Alles in allem ist „Hello Snow“ ein sehr wertiges Buch, man merkt die Liebe, die darin steckt. Für mich war es fast so, dass ich Skrupel hatte, das Buch mit in die Küche zu nehmen, da es dort ja direkt verschmutzen könnte… was mich ein wenig gestört hat, waren die doch recht minimalistischen Fotos von den jeweiligen Rezepten, wirklich sehr einfach gehalten, sehr schlicht, ebenso die Deko-Elemente, die man zu Beginn einer jeden Rezept-Kategorie auf dem Foto sehen konnte. Quasi alles ist bewusst in weiß gehalten. Bei den Rezepten waren einige tolle neue Rezepte dabei, die ich so noch nicht kannte und nun ausprobiert habe. Über Zucker darf man sich hier teilweise allerdings keinen Kopf machen, gerade bei den Liebesäpfeln habe ich die Menge schon als sehr viel empfunden. Schade finde ich, dass man einerseits auf saisonales Obst bzw. Gemüse hinweist, dann aber Gurke mit aufnimmt. Oder angibt, dass man Karotten fürs Ofengemüse schälen und halbieren soll, diese auf dem Foto aber natürlich nicht so behandelt wurden. (Klar, sieht ja auch nicht soooo schön aus…)

Dieses Buch eignet sich meiner Ansicht nach wunderbar als Geschenk, ein sehr hochwertiges Buch mit tollen Rezepten, schönen Winterbildern und kurzen Texten. Von mir gibt es hier 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Bewertung vom 04.01.2019
Der Renate Bergmann Kalender 2019
Bergmann, Renate

Der Renate Bergmann Kalender 2019


ausgezeichnet

Mit Renate Bergmann durchs ganze Jahr!

Kalender sind nicht nur praktisch, sie dürfen auch gerne unterhaltsam sein. So kommt der Renate Bergmann Kalender 2019 mit vielen Sprüchen und Weisheiten der „Online-Omi“ daher – man wird also tagtäglich gut unterhalten und lernt mitunter noch was dazu.

Dieser Kalender ist ein täglicher Abreißkalender, der allerdings nicht an der Wand hängt, sondern eine Pappvorrichtung zum Aufstellen hat. So kann man ihn praktisch auf den Tisch (die Anrichte, das Sideboard, etc.) stellen. Vorn im Kalender sind nach dem Titelblatt noch einmal sämtliche Personen erläutert, eben Renate Bergmanns Freunde und Bekannte, Ilse, Kurt, die Tochter Kirsten bis hin zu den Nachbarinnen. So erhält man, selbst wenn man Renate Bergmann und ihre Geschichten unverständlicherweise bislang nicht kennt, einen guten Überblick.

Die einzelnen Blätter sind schön und übersichtlich gestaltet. Unten findet man das aktuelle Datum in Form des Wochentags, der Angabe in Zahlform sowie des ausgeschriebenen Monats. Diese Angabe ist quasi jeden Tag auf einer schönen Bordüre zu finden. Das gesamte Blatt hat einen schönen Hintergrund, meist blumiger Natur. Darauf findet man dann eine Sprechblase mit dem jeweiligen Spruch, Weisheit, Ratschlag von Renate Bergmann. So beispielsweise: „Bevor ich das Haus verlasse, werden Betten gemacht. Soweit kommt es noch, dass ich verunglücke und die finden eine liederliche Wohnung vor!“ oder auch: „Kurt sagt, wenn es glatt ist, fährt er lieber als bei offenem Wetter. Dann lenkt es sich leichter und es zieht ihm nicht so in der Schulter.“

Bei den einzelnen Kalenderblättern wird auch auf Feiertage eingegangen – sowohl inhaltlich als auch von der Angabe, diese findet man dann unten rechts, unterhalb der Bordüre. Die einzelnen Sprüche finde ich wirklich sehr gelungen und unterhaltsam. Natürlich ist auch bei einer Renate Bergmann nicht jeder Tag gleich, so finde ich manche Sprüche lustiger als andere. Das ist aber auch absolut legitim. Man muss Renate Bergmann einfach mögen, finde ich – und mit diesem Kalender hat man sie dann tagtäglich ein Stück im eigenen Leben dabei.

Die Kalenderblätter (Achtung, Lifehack…) kann man übrigens auch an den nächsten Tagen noch wunderbar weiterverwenden, denn die Rückseite ist unbedruckt. Egal ob als Notiz-, Schmier- oder Einkaufszettel – auch hier hat Renate Bergmann, da bin ich mir sicher, also mitgedacht.

Von mir gibt es 5 von 5 Sternen für diesen sehr gelungen, lustigen und unterhaltsamen Kalender, den man natürlich nicht ganz ernst nehmen sollte. Ich kann ihn nur empfehlen, mir gefällt er sehr gut.

Bewertung vom 03.01.2019
Thorbeckes Gemüse Kalender 2019

Thorbeckes Gemüse Kalender 2019


ausgezeichnet

Von der Karotte bis zum Mais - wöchentliche Gemüsebegleiter fürs neue Jahr.

Kalender sind ja Jahr für Jahr praktisch um den Überblick zu behalten. Dieser Kalender bringt viele wissenswerte Informationen über die verschiedenen Gemüsesorten für sich - für jede Woche gibt es eine andere Gemüse, das wunderbar bebildert (historische Abbildungen) ist und auch in Textform noch vorgestellt wird.

Der Gemüse Kalender kommt nicht gerade als zierlicher Kalender daher, er ist etwas größer als DIN A 4 Format. Oben hat er eine Spiralbindung samt Aufhängung, ein stabiler Wandkalender ist es also.

Die Einteilung des Kalenders ist in Wochen, so dass man also wirklich viele verschiedene Gemüsearten kennenlernen kann. Auf jedem hochwertigen und stabilen Kalenderblatt findet man eine große Abbildung der jeweiligen Gemüseart, darunter oftmals den lateinischen Namen sowie den Namen in alter Schrift geschrieben. Darunter findet man dann die Wochentage-Ansicht, inklusive kleiner Abbildung des Mondes. Rechts findet man mittig die Angabe des Monats zusammen mit der jeweiligen Woche.

Darunter dann findet man den Namen der Pflanze samt dem gesamten lateinischen Namen und direkt darunter dann die ausführliche Erläuterung. Hier erfährt man etwas über die zu erwartende Größe der Pflanze, welche Farbe und Form die Blüte trägt, wie sie verwendet wurde und spezielle Tipps und Empfehlungen. Diese sind dann auf die jeweilige Pflanze immer wieder zugeschnitten, hier gleicht kein Text dem anderen, man erfährt also immer wieder etwas Neues.

Auch die genauere Abbildung der Blüte, Frucht und des Samens über der Monatsangabe ist meiner Ansicht nach wirklich gelungen und durchaus hilfreich und informativ. Von den Gemüsesorten erfährt man hier etwas über die Kichererbse, Lupine, Steckrübe, Gurke, Feuerbohne, Brokkoli und Kürbis - bis hin zum Meerrettich.

Mir gefällt dieser Kalender gut, die historischen Abbildungen finde ich gut und gelungen, denn es muss ja nicht alles mit Fotografien festgehalten sein und dargestellt werden. Auf diesen Zeichnungen kann man gut erkennen, wie die jeweiligen Gemüsesorten und deren Blütenstand etc. aussehen. Und auch der Text ist wirklich lesenswert und absolut informativ. So nimmt man Woche für Woche noch Wissenswertes mit auf den Weg. Großartige Spalten für Eintragungen gibt es in diesem Wandkalender nicht, was ich aber wirklich schlimm finde - dafür hat man schließlich andere Kalender.
Für mich ist dies ein wirklich wertiger Kalender, der mir gut gefällt und sich vor allem auch für Garten- und Pflanzenfreunde gut eignet. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Bewertung vom 02.01.2019
Unendlich nah / Backstage-Love Bd.1
Keen, Liv

Unendlich nah / Backstage-Love Bd.1


weniger gut

Komm, wir suchen ein Problem und machen dann wieder ein anderes Problem daraus.

Schon seit Kindertagen sind Nic und Mia gut befreundet. Und eigentlich ist da doch mehr… aber Nic ist ein berühmter Rockstar, der um die Welt tourt und Partys feiert, was er auch genießt. Aber dennoch vermisst er Mia… Und Mia geht es nicht anders, aber nun meldet sich Nic nicht mehr bei ihr, obwohl sie doch beste Freunde sind. Kann da nie wirklich die große Liebe draus werden?

Bei Büchern freue ich mich immer wieder darüber, wenn ich auch einmal ein anderes Genre lese, mich beim Lesen eine angenehme Abwechslung der Geschichten und Ideen erreicht. So war ich nun auf diese Geschichte, die für mich nach ganz unterhaltsamer Literatur klang.

Der Schreibstil ist sehr angenehmer Natur, leichte Kost, alles gut verständlich, kein komplizierter Satzbau. Auch inhaltlich hat man keine großartigen Fremdwörter oder Fachbegriffe verwendet. Ein Buch, das sich sehr flott lesen lässt, wie ich finde, zumindest was den Schreibstil anbelangt.

Von der Geschichte her muss ich sagen, dass man hier manches ein bißchen hätte abkürzen können. Ich war recht schnell davon genervt, wie man immer wieder neue Probleme generiert und den Leser damit zu unterhalten versucht. Natürlich läuft im Leben nicht alles nach Plan, aber hier wurden für mich die Dinge sehr überspitzt dargestellt, so dass ich die Lust am Lesen in gewisser Weise verloren habe. An und für sich fand ich die Idee, die hinter der gesamten Geschichte steckt, durchaus ansprechend und lesenswert. Da ich schlußendlich auch wissen wollte, welchen Ausgang die Geschichte nimmt, habe ich das Buch natürlich auch komplett gelesen. Dennoch war es so, dass ich in gewisser Weise leider genervt war. Immerhin ist es vom Lesen her so, dass die Geschichte locker-leicht geschrieben ist, man das also wirklich zügig lesen kann. Trotzdem habe ich mir hier mehr erwartet und wurde recht enttäuscht.

Insofern kann ich leider nur 2 von 5 Sternen geben und keine Empfehlung aussprechen.

Bewertung vom 01.01.2019
Vegan Christmas
Oakley, Gaz

Vegan Christmas


weniger gut

Veganer Weihnachtsbraten, veganer Räucherlachs oder gar veganer Frühstücksspeck gefällig?

Vegan kochen an Weihnachten – das muss nicht heißen, dass man auf leckere Rezepte verzichet. Gaz Oakley bietet in diesem Buch viele verschiedene vegane Köstlichkeiten an – vom veganen Frühstücksspeck bis hin zur Kokosnuss-Panna Cotta mit gegrillter Mango. Nach seinem erfolgreichen Debüt VEGAN 100 gibt es in diesem Buch sämtliche Rezepte – vom Frühstück bis zum Mittag- und Festessen.

Grundsätzlich bin ich ja für viele Essensrichtungen sehr offen und probiere hier immer wieder gerne neue Rezepte aus. Auch im Hinblick auf mögliche Intoleranzen im Freundes- oder Familienkreis hinsichtlich verschiedener Lebensmittel finde ich das alles sehr praktisch. Entsprechend gespannt war ich auf die veganen Weihnachtsrezepte.

Das Buch – mit praktischem Lesezeichenbändchen – kommt sehr wertig daher – und in einem praktischen Format. Nicht zu groß, sondern genau im richtigen Format (ca. 17,5 x 23 cm). Auch innen ist es optisch wirklich schön gestaltet – auf der einen Seite findet man übersichtlich gestaltet die Angaben zum Rezept, Zutaten, Portionsgröße, Zeitangabe und Schwierigkeitsstufe, darunter in kurzen Schritten die Zubereitung. Auf der gegenüberliegenden Seite findet man dann das zubereitete Gericht und bekommt direkt Appetit darauf. Die Fotos sind wirklich schön gemacht, natürlich alles ein bißchen im passenden Vintage-Stil, Emaille-Becher beispielsweise, Topflappen an denen man sieht, dass mit ihnen definitiv schon mal gekocht wurde. Durchaus ansprechend also, wobei nicht alle Rezepte bebildert sind, was natürlich noch schöner wäre, damit man sich vor der Zubereitung ein Bild machen könnte.

Eingeteilt sind die Rezepte in verschiedene Kategorien, angefangen bei Weihnachtsmorgen (z.B. karmamellisierte Bananen, Süßkartoffel-Waffeln mit sautierten Pilzen) über Party-Snack & kleine Mahlzeiten (Pastinaken-Vanille-Suppe, „Fischstäbchen“-Mini-Burger) zu den Hauptsachen (gefüllte Auberginen, „Rinderbraten“) bis über die Resteverwertung und das Hinterher (Apfel-Zimt-Crumble, frittierte Donut-Windbeutel). Man hat eine wirklich große Auswahl an leckeren Rezepten, mit denen man sicher auch mal Fleischesser begeistern kann – und sei es „nur“ bei einem Snack oder einer Vorspeise.

Inhaltlich muss ich sagen, dass mich diese Nachmache von Fleisch- und Fischgerichten eher genervt hat. Wer beispielsweise durchwachsenen Frühstücksspeck als vegane Variante haben möchte, der sollte dafür mal 180 Minuten Zeit (3 Stunden!!!) einplanen, außerdem fast dreißig Zutaten… (vom Apfelsaft über getrocknete Pilze, Miso-Paste, Kichererbsen bis hin zum festen Tofu). Das geht meiner Ansicht nach schön ein bißchen zu weit, finde ich. Ebenso die weiteren Fisch-Fleisch-Nachahme-Gerichte sind mit vielen Zutaten und längerer Zubereitungszeit verbunden. Mir ist klar, dass auch ein „normales“, nicht vegetarisch oder veganes Weihnachtsmenü längere Zeit benötigt, ebenso die verschiedensten unterschiedlichen Zutaten.

Generell waren hier einige Rezepte, die mich wirklich angesprochen haben, gerade was z.B. Gerichte wie gefüllte Auberginen, eine leckere Suppe oder auch einen leckeren Nachtisch angeht. Auch die Darstellung hat mir größtenteils ganz gut gefallen, wenngleich mich dieser Vintage-Stil ein bißchen nervt, aber gut. Was mir aber gar nicht gefallen hat, waren diese Fisch-Fleisch-Imitier-Rezepte, denn der Fleischesser kocht sich ja auch keinen Blumenkohl aus Hackfleisch – oder? Diese Art und Weise zieht mein Gesamtbild des Buches leider herunter, weil damit ein blöder Eindruck hängen bleibt. Entsprechend kann ich hier leider nur 2 von 5 Sternen vergeben und bleibe hinsichtlich einer Empfehlung unentschlossen.

Bewertung vom 29.12.2018
Die Stunde der Señorita Leo
Doñate, Ángeles

Die Stunde der Señorita Leo


ausgezeichnet

Wenn die Stunde der Señorita Leo kommt, lauschen alle gebannt am Radio.

Barcelona, Ende der 70er Jahre. Im Radio gibt es eine Sendung, die soviele Menschen unbewusst miteinander verknüpft, da sie alle genau diese Zeit im Radio lieben: Die Stunde der Señorita Leo. Hier werden Briefe sämtlicher Zuhörer vorgelesen und beantwortet, etwas, was viele Spanier sehr bewegt. Hinter der Stimme steckt Aurora, in die sich der Handlungsreisende Germán verliebt hat, obwohl er doch nicht einmal die Person dahinter kennt…

Auf diese Geschichte aus Spanien war ich wirklich sehr gespannt, denn schon die Buchbeschreibung hörte sich für mich wirklich gut an. Auch das ansprechende Cover zog mich in seinen Bann – so dass ich es schnell lesen wollte.

Der Schreibstil des Buches hat mir gut gefallen. Ein angenehmer, verständlicher Stil, der auch einen gewissen Anspruch hat. Oftmals eine gar poetische Weise, wie hier manches geschildert wird. Was vielleicht auch ein wenig an der Zeit, zu der es spielt, liegt. Ende der 1970er Jahre ist in Spanien manches im Umbruch und genau diese Stimmung wird im Buch auch deutlich. Mir hat das sehr zugesagt. Vom Lesen her war es eine sehr unterhaltsame Lektüre, die aber durchaus auch Anspruch hatte. Geschrieben ist sie sehr verständlich, keine großartig verschachtelten Sätze, aber eben keine Lektüre, die man mal schnell hinunterratternd liest. Die Übersetzung vom Spanischen ins Deutsche ist hier sehr gelungen, was meiner Ansicht nach auch ein großer Verdienst der Übersetzerin ist. (Nicht alle Bücher werden so gut übersetzt wie dieses hier, finde ich.)

Die Geschichte hat mir unheimlich gut gefallen. Ich fand es sehr spannend zu sehen, wie hier manches miteinander verknüpft ist, wie man erst mit der Zeit genau durch blickt, wer in welcher Verbindung zu wem ist, etc. Auch fand ich es schön, immer wieder durch die schöne Stadt Barcelona dabei geführt zu werden, so dass man immer wieder selbst dorthin reisen möchte. Die Verbindung der Geschichte der Señorita Leo mit den jeweiligen Personen und den Örtlichkeiten in Barcelona fand ich wirklich sehr gelungen. Entsprechend gut lässt sich das Buch lesen, es hat mich gut unterhalten, war spannend und durchaus auch emotional. Schön zu sehen, wie sich hier manches entwickelt, Mut geschöpft wird. Entsprechend kann ich dieses Buch wirklich sehr empfehlen, es hat mir richtig gut gefallen. Von mir gibt’s 5 von 5 Sternen.