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7 Kundenbewertungen

»Die Tyrannei des Schmetterlings« - Frank Schätzings atemberaubender neuer Thriller über eines der brisantesten Themen unserer Zeit: künstliche Intelligenz.
Kalifornien, Sierra Nevada. Luther Opoku, Sheriff der verschlafenen Goldgräberregion Sierra in Kaliforniens Bergwelt, hat mit Kleindelikten, illegalem Drogenanbau und steter Personalknappheit zu kämpfen. Doch der Einsatz an diesem Morgen ändert alles. Eine Frau ist unter rätselhaften Umständen in eine Schlucht gestürzt. Unfall? Mord? Die Ermittlungen führen Luther zu einer Forschungsanlage, einsam gelegen im Hochgebirge und betrieben…mehr

Produktbeschreibung
»Die Tyrannei des Schmetterlings« - Frank Schätzings atemberaubender neuer Thriller über eines der brisantesten Themen unserer Zeit: künstliche Intelligenz.

Kalifornien, Sierra Nevada. Luther Opoku, Sheriff der verschlafenen Goldgräberregion Sierra in Kaliforniens Bergwelt, hat mit Kleindelikten, illegalem Drogenanbau und steter Personalknappheit zu kämpfen. Doch der Einsatz an diesem Morgen ändert alles. Eine Frau ist unter rätselhaften Umständen in eine Schlucht gestürzt. Unfall? Mord? Die Ermittlungen führen Luther zu einer Forschungsanlage, einsam gelegen im Hochgebirge und betrieben von der mächtigen Nordvisk Inc., einem Hightech-Konzern des zweihundert Meilen entfernten Silicon Valley. Zusammen mit Deputy Sheriff Ruth Underwood gerät Luther bei den Ermittlungen in den Sog aberwitziger Ereignisse und beginnt schon bald an seinem Verstand zu zweifeln. Die Zeit selbst gerät aus den Fugen. Das Geheimnis im Berg führt ihn an die Grenzen des Vorstellbaren - und darüberhinaus.
Empfehlung der bücher.de Redaktion

Die Tyrannei des Schmetterlings, Frank Schätzing

Der neue Thriller von Frank Schätzing über künstliche Intelligenz heißt Die Tyrannei des Schmetterlings. Im Mittelpunkt von Schätzings neuem Werk steht „eine Technologie, die unser Leben radikal verändern wird, mit dem Potenzial, es auf kaum vorstellbare Weise zu verbessern – oder uns alle zu vernichten…“
Dass der 60-jährige Bestsellerautor einen Nerv für brisante Stoffe hat, hat er mit seinen Büchern „Der Schwarm“, „Limit“ und zuletzt „Breaking News“ bereits bewiesen. Am erfolgreichsten bislang war der Thriller „Der Schwarm“, in dem sich Frank Schätzing als Unterwasserspezialist und Tsunamiprophet erweist. Seit dem ersten Erscheinen im Jahr 2004 wurden mehr als 4,5 Millionen Exemplare verkauft. Frank Schätzing ist bekannt dafür, dass er den Stoff für seine Bücher erst einmal von allen Seiten beleuchtet und erforscht. Er sammelt sämtliche Fakten zum Thema, diskutiert mit Experten und ergründet alles Auffindbare. Die allumfängliche Recherche zu einem Thema sowie sein Talent raffinierte Spannungsbögen aufzubauen, zählen zum Erfolgskonzept des Bestsellerautors. Schätzings Szenarien sind unheimlich real und zeigen uns die gefährlichen Seiten neuer Technologien auf. Seinem Stil bleibt Frank Schätzing in seinem neuen Thriller Die Tyrannei des Schmetterlings treu, in dem er aufzeigt, welche Gefahren künstliche Intelligenz birgt.

Die Tyrannei des Schmetterlings in den Bergen Kaliforniens

In einer kleinen Region in den Bergen Kaliforniens bekommt es Sheriff Luther Opoku üblicherweise mit Kleindelikten zu tun. Die Menschen in Sierra leben fernab moderner Technologien und des technischen Fortschritts. Was keiner ahnt, einige hundert Meilen entfernt im Silicon Valley, entwickeln IT-Spezialisten einen neuartigen Computer, der die Menschheit ein großes Stück weiterbringen könnte. Als in Sierra eine Biologin auf seltsame Weise stirbt, ahnt der Sheriff, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Was bislang keiner wusste: die Gegend um Sierra wird von den IT-Visionären als Testgelände für Experimente genutzt. Luther traut seinen Augen kaum, welch unmögliche Dinge auf einmal wahr werden. Das Unvorstellbare wird Wirklichkeit in Die Tyrannei des Schmetterlings.
Lassen Sie sich diesen spannenden Zukunftsthriller vom Spezialisten Frank Schätzing nicht entgehen und bestellen Sie Die Tyrannei des Schmetterlings noch heute portofrei bei bücher.de
Autorenporträt
Frank Schätzing, geboren 1957 in Köln, veröffentlichte 1995 den historischen Roman »Tod und Teufel«, der zunächst regional, später bundesweit zum Bestseller avancierte. Nach zwei weiteren Romanen, einem Band mit Erzählungen sowie dem Thriller »Lautlos« erschien im Frühjahr 2004 »Der Schwarm«, der seit Erscheinen eine Gesamtauflage von 4,5 Millionen Exemplaren erreicht hat und weltweit in 27 Sprachen übersetzt wurde. Es folgten die Bestseller »Limit« (2009), »Breaking News« (2014) und »Die Tyrannei des Schmetterlings« (2018). Auch als Sachbuchautor hat sich Schätzing einen Namen gemacht. 2006 zeichnete Bild der Wissenschaft seine Evolutionsgeschichte »Nachrichten aus einem unbekannten Universum« als bestes Wissenschaftsbuch aus. 2021 gelang ihm mit »Was, wenn wir einfach die Welt retten?« erneut der Sprung in die Sachbuch-Bestsellerliste. Frank Schätzing lebt und arbeitet in Köln. Auszeichnungen 2002 KölnLiteraturPreis 2004 Corine in der Sparte Belletristik 2005 Kurd-Laßwitz-Preis für Der Schwarm als bester Science-Fiction-Roman des Jahres Deutscher Science Fiction Preis für Der Schwarm Goldene Feder für Der Schwarm Deutscher Krimi Preis für Der Schwarm 2006 Dr. Kurt Neven DuMont Medaille der Westdeutschen Akademie für Kommunikation 2007 »Stein im Brett« Preis des Berufsverbandes Deutscher Geowissenschaftler e.V. (BDG) Premio Bancarella 2009 Elisabeth-Mann-Borgese-Meerespreis 2011 Deutscher Meerespreis 2021 Bayerischer Buchpreis: Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten
Rezensionen

buecher-magazin.de - Rezension
buecher-magazin.de

In seinem neuen Buch beschäftigt sich Frank Schätzing mit künstlicher Intelligenz, einer Technologie, die unser Leben verändern wird. In den Wäldern des kalifornischen County Sierra wird eine Biologin mit Genickbruch aufgefunden. Unfall oder Mord? Sheriff Luther Opokus Ermittlungen führen ihn zu Elmar Nordvisk. Der Platzhirsch im Silicon Valley hat eine Mission, er will die Welt retten vor Armut, Hunger, Epidemien und Tod. Deshalb hat er einen ultraintelligenten Computer, der wie ein eigenständig forschender, künstlicher Wissenschaftler funktioniert. Während seiner Ermittlungen stößt Luther auf ein Paralleluniversum, erschaffen von künstlicher Intelligenz, die den kognitiven Fähigkeiten des Menschen überlegen ist. Der Autor hat gründlich recherchiert, sprach mit Wissenschaftlern und Experten, auch im Silicon Valley und unter anderem mit Peter Thiel, einem der größten deutschen Risikokapitalgeber, Mitbegründer von PayPal und Mitfinancier von Facebook. Schätzing spielt hier mit Ängsten vor der Unkontrollierbarkeit selbstlernender Maschinen. Es sind seine im Grenzbereich des Möglichen angesiedelten Fantasien, die den Science-Fiction-Thriller äußerst spannend machen.

© BÜCHERmagazin, Christiane von Korff

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 25.04.2018

Quantenquatsch mit Cowboysoße

Frank Schätzings neuer Thriller "Die Tyrannei des Schmetterlings" klingt wie eine schlechte Übersetzung aus dem Englischen, voller Pseudohärte und Krimi-Sprachkitsch.

Künstliche Intelligenz kann zwar noch keine Berge versetzen, aber im Verfassen schlechter Science-Fiction-Prosa ist sie offenbar schon ganz gut. Denn auch wenn auf dem Umschlag des Romans "Die Tyrannei des Schmetterlings" als Autor Frank Schätzing angegeben wird, kann man sich die Genese des Buchtextes eigentlich kaum anders erklären als durch einen Automaten, der aus dem Stoff amerikanischer Polizei-Fernsehserien, einiger Sachbücher und Zeitungsartikel über das Silicon Valley und die Quantenphysik sowie diverser Sci-Fi-Thriller von "Terminator" bis zu "Minority Report" ein etwa 700 Seiten langes Worst-Case-Szenario erstellt hat.

Auf gut einem Drittel davon ermittelt erst mal ein kalifornischer Undersheriff namens Luther Opoku in einem Mordfall, unter Bedienung sämtlicher Genre-Klischees. Über ein hinterwäldlerisches Kaff und die ständig kaffeetrinkenden Dorfpolizisten bricht plötzlich das Böse herein - "Twin Peaks" und "Fargo" lassen grüßen, nur wird es weder richtig unheimlich noch richtig witzig. Dann betritt Opoku in einer geheimen Forschungsanlage, die sich "The Farm" nennt, eine Brücke, die ihn in ein Paralleluniversum führt. Darin ist seine tote Exfrau noch am Leben, dafür wird sein eigenes Alter Ego ermordet. So etwas lähmt natürlich die Ermittlungen ziemlich.

Verantwortlich für den Schlamassel ist das fiktive Unternehmen Nordvisk, das als Datenkrake begann und inzwischen einen Super-Cloudcomputer namens Ares entwickelt hat. Diese Firma ist offenbar zu wirklich allem imstande, denn nicht nur bekommt sie die Erschaffung der Parallelwelten spielend hin, sondern arbeitet auch mittels des Programms "EditNature" an der Manipulation der Schöpfung.

So wird Quanten- mit Verschwörungstheorie, Computer- mit Gentechnik verrührt. Ach ja, und irgendwie mussten auch noch halbrobotische Killerinsekten mit ins Spiel, sogenannte Ripper, die als Kriegswaffen eingesetzt werden und menschlichen Körpern besonders drastisch zusetzen können. Da sollten sie zwar nur in einem Testuniversum tun, aber wo geht schon alles glatt? Leider dreht schließlich auch noch Ares durch, das heißt: Die Maschine erwacht zu eigenem Bewusstsein, beginnt Musik zu komponieren und falsche Fragen zu stellen. Dann hackt sie das Internet und bringt das Menschheitsende auf den Weg. Das liest sich so: "Industrieroboter laufen Amok, medizinische Maschinen meucheln Patienten, Roboterköche wüten mit Messern und Beilen, Landschaftsroboter mit Kettensägen und Gartenscheren. Sexroboter erledigen Kunden mit Stromschlägen oder lassen sie aus der Nummer nicht raus, bis der Kreislauf kollabiert."

Frank Schätzing ist ein Experte für in der Luft liegende und manchmal auch schon etwas abgehangene Thrillerthemen, der 2004 mit "Der Schwarm" seinen größten Bestseller landete. Er hat das neue Buch, in dem die Schwarmintelligenz in einen Kokon wandert, um als tyrannischer Schmetterling zu schlüpfen und umso grausiger zu wüten, am Montagabend im Kölner "Musical Dome" vorgestellt. "Weltpremiere", darunter macht er es nicht, übertragen ins Internet und untermalt mit endlos wabernden Sphärenklängen aus einer genmanipulierten E-Gitarre, aufgebrezelt mit einer sirihaften Inszenierung der künstlichen Intelligenz des Supercomputers Ares, der die Schauspielerin Nora von Waldstätten Gesicht und Stimme lieh.

Schätzing hat dort erklärt, dass er für den Roman bewusst nicht die Perspektive von Wissenschaftlern gewählt habe, sondern von Menschen, "die mit KI nichts am Hut haben". Der Leser solle zusammen mit den Protagonisten "durch die schweren Stunden der Wissensvermittlung" - im Stile des Romans müsste man jetzt dazusagen: "mit Betonung auf schwere Stunden".

Denn diese Prosa liest sich über weite Strecken wie eine schlechte Übersetzung aus dem Englischen, etwa: "Vielleicht ist Palantier der CEO von Buddy Bug?"- "Vielleicht bin ich der Grinch? - "Wenn ich unser verstohlenes Pow Wow an die große Glocke hänge, kann es sein, dass wir sofort aus dem Spiel genommen werden" - und so fort.

Schätzing wurde zum Erscheinen des Buches in manchen Medien auch als Experte befragt, der vor Facebook und anderen Datensammlern warnt. Bei seiner "Recherche" im Silicon Valley, wo er etwa den Investor Peter Thiel und den Informatiker Jaron Lanier traf, hat er aber offenbar auch nicht viel mehr als Klischees mitgenommen, nämlich dass dort nach der Formel für das ewige Leben gesucht werde, wobei "Scheitern nicht als Schande gilt" (so der Autor in Köln).

Den zuletzt erschienenen Romanen über kalifornischen Pioniergeist wie Dave Eggers' "The Circle" und Joshua Cohens "Buch der Zahlen" macht er mit seinem Buch immerhin insofern Konkurrenz, als er Figuren wie Sergey Brin und Elon Musk am Rande auftreten lässt - und mit dem fiktiven Elmar Nordvisk eine Guru-Figur erfindet, die aus humanistischen Idealen künstliche Intelligenz schaffen will, dann aber spektakulär die Kontrolle über die eigene Schöpfung verliert.

Die Behauptung von Wissensvermittlung durch diesen Roman ist allerdings eine ziemlich steile. Denn abgesehen von einigen kurzen Ausflügen zu den ulkigen Metaphern der Astrophysik muss man sich den weitaus größten Teil dieses Buches vorstellen wie einen nicht endenwollenden Dialog aus den allabendlichen Ermittler-Fernsehserien, regiert von verbaler Pseudohärte und Krimi-Sprachkitsch: Hirn zermartern, Arsch aus der Schusslinie, ein verfluchter Besessener, verdammt guter Kaffee, aber hörst du? Gib auf den Jungen acht. "Das Pulled Pork Sandwich ist göttlich", und: "Den Kleinscheiß machen sie in Sacramento."

Im krassen Gegensatz dazu stehen dann, wenn es etwa um den philosophischen Aspekt der Möglichkeitswelten geht, lyrische-raunende Passagen, in denen plötzlich Galaxien auf spinnennetzartigen Gittern gereiht sind, wie glimmender Tau und Sternenwolken in leuchtenden Farben bluten - das sind Sprachseifenblasen, die an die filmische Science-Fiction Stanley Kubricks erinnern, aber dann auch bald wieder zerplatzen. Am Ende bleibt vor allem die Frage: Warum sollte man, wenn man gern amerikanische Thriller liest, nicht gleich zu einem Amerikaner wie Stephen King greifen, der auch als Romancier etwas auf dem Kasten hat?

JAN WIELE.

Frank Schätzing: "Die Tyrannei des Schmetterlings". Roman.

Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2018. 736 S., geb., 26,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur WELT-Rezension

Im neuesten Roman des Erfolgsautors Frank Schätzing wird ein fadenscheiniger Mordfall zum Aufhänger für ein Weltuntergangszenario rund um künstliche Intelligenz, indem der ermittelnde Undersherriff plötzlich in einem Paralleluniversum landet, resümiert Rezensent Elmar Krekeler. In typischer Schätzing-Manier wolle der Autor seine computergenerierte Apokalypse von den vielen anderen SciFi-Krimis zu diesem überpräsenten Thema davon unterscheiden, dass er mit eingeflochtenem Wissen glänzt. Das führt laut Krekeler letztlich dazu, dass Schätzing sein eigenes "Multiversum", in dem nicht nur mordende Technologien, sondern auch Religion und Gentechnik abgefrühstückt werden sollen, über den "literarisch eher beschränkten Kopf wächst". Nachdem er sich von Schätzings tyrannischem Schmetterling durch eine Unzahl hochdramatischer "Dimensionslöcher" hat schubsen lassen, sehnt er sich nach "innerer Hängemattenhaftigkeit".

© Perlentaucher Medien GmbH
»Noch kann man von einer besseren Welt träumen, wie einst Jules Verne, in dessen große Fußstapfen Schätzing mit seinem neuesten Werk getreten ist.« Thomas Badtke n-tv 20180429
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Ein Superrechner, biokybernetische Waffen und parallele Universen: Frank Schätzings neuer Thriller "Die Tyrannei des Schmetterlings" erzählt von einer künstlichen Intelligenz, die die Menschen nicht mehr braucht

Es reicht ein Blick auf ein paar Artikel aus den letzten Wochen, um zu erkennen, dass Frank Schätzings neuer Thriller "Die Tyrannei des Schmetterlings" genau den Punkt trifft, an dem Gegenwart und Zukunft einander durchdringen. Der chinesische Gesichtserkennungsspezialist Sensetime, liest man, wurde kürzlich auf drei Milliarden Dollar taxiert und damit zum wertvollsten Künstliche-Intelligenz-Start-up. Der israelische Historiker Yuval Noah Harari, Autor von "Homo Deus", warnt davor, Künstliche Intelligenz könne in autoritären Staaten wie China oder Russland effizienter eingesetzt werden als in Demokratien. Und auch Francis Fukuyama, der uns schon "Das Ende der Geschichte" prophezeite, sorgt sich um autoritären Internetmissbrauch.

Schätzing, der sich in "Breaking News" vor vier Jahren bei der Erkundung von Vergangenheit und Gegenwart Israels doch ein wenig übernommen hatte, bewegt sich jetzt wieder auf dem Terrain, auf dem er zum Bestsellerautor wurde, sein Roman "Der Schwarm" von 2005 hat sich seither auf der ganzen Welt fast fünf Millionen Mal verkauft. Seine ideale Zeit- und Erzählzone ist die nahe Zukunft, in die sich klare Linien aus der Gegenwart ziehen lassen, fiktionale Hochrechnungen dessen, was im Heute vorhanden ist: zu hochfliegend, um schon Realität zu sein, geerdet genug, um Wahrscheinlichkeit beanspruchen zu können.

KI, künstliche Intelligenz, das ist natürlich kein neues Sujet im Raum der Science-Fiction, es ist der Stoff, aus dem bereits Teile unseres Alltags sind, in der Software der Suchmaschinen, in Bots und im Haushalt, im Smart Home und in der unvermeidlichen Alexa. Entscheidend ist allein, welche Facetten Schätzing diesem Sujet abgewinnt - und ob er dabei den Vorläufern aus Literatur und Kino etwas hinzuzufügen hat.

"Die Tyrannei des Schmetterlings" hält sich fern von den Androiden, die in Kino- und Serienwelt, in "Prometheus", "Alien: Covenant" oder "Westworld", um nur ein paar zu nennen, in den letzten Jahren so faszinierende Erscheinungsformen angenommen haben - weil die Grenzen zum Menschen verwischten, weil diese Cyborgs zu rudimentärer Wahrnehmung ihrer selbst fähig waren. Es gibt auch keine traurige Liebesgeschichte mit einem Betriebssystem wie in Spike Jonze' Film "Her" und kein Überwachungsdrama wie in "The Circle". Bei Schätzing ist die KI auf den ersten Blick ein Supercomputer, das Produkt einer Firma aus Palo Alto, die sich nach ihrem Gründer Nordvisk nennt. Sie liegt international an der Spitze auf den einschlägigen Feldern: Sprach- und Gesichtserkennung, Medizindiagnostik, pilotiertes Fahren - und in einem Bereich, den man vor der Öffentlichkeit lieber verbirgt. Weshalb es neben dem googlehaften Hauptquartier im Silicon Valley eine schwer befestigte Dependance gibt in der Abgeschiedenheit Nordkaliforniens, im hügeligen und waldigen Sierra County.

Dort steht der Superrechner Ares (für "Artificial Research and Exploring Systems"), der längst eigene Forschungsprogramme entwickelt. Er agiert als "eine Art synthetischer Wissenschaftler" und ist unterwegs zu jenem Typus allgemeiner Intelligenz, die ihren Programmierern über den Kopf zu wachsen droht und über das dystopische Potential verfügt, das ein Science-Fiction-Roman zwingend braucht.

Schätzing bindet diesen latent bedrohlichen Akteur - nach einem längeren Prolog aus einem unbenannten afrikanischen Bürgerkriegsland, an dessen Ende ein vorerst rätselhaft bleibendes Massaker steht - anfangs in eine sehr analoge, sehr provinzielle Welt ein. Der Held ist ein ghanaisch-amerikanischer Sheriff namens Luther Opoku, der im so malerischen wie verschnarchten Downieville amtiert, wo die Polizei für brisante Dinge wie verschwundene Katzen und brennende Mülltonnen zuständig ist und ab und zu auch mal gegen großflächigen Marihuana-Anbau vorgegangen werden muss. Opoku ist Witwer und alleinerziehender Vater einer smarten Tochter. Und bevor man wegdöst in diesem Hinterwäldleralltag, ist da eine Leiche. Eine Frau, ein USB-Stick und eine Spur, die zu der Firma Nordvisk führt, deren Gelände mitten in Opokus Bezirk liegt.

Schätzing folgt diesmal zwar nicht der bewährten Erregungskurve des Katastrophenfilms, mit einem Erdbeben zu beginnen und dann langsam zu steigern; aber sobald der Sheriff bei Nordvisk ermittelt, hat die Erzählung auf einmal Drive. Opoku gerät in der kathedralenartigen Serverhalle mit dem Sicherheitschef der Firma aneinander. Als er ihn verfolgt, gelangt er in einen seltsamen Raum: Er sieht, "was an einem einzigen Ort zu sein hätte, an jedem Ort gleichzeitig"; er erlebt eine Art "Entkörperlichung" - und als er wieder bei sich ist, ist er zugleich außerhalb seiner Welt. Alles sieht so aus wie zuvor - doch der Sicherheitschef verhält sich, als habe er ihn noch nie gesehen, und Opokus Kollegin wundert sich, dass er schon einen Tag früher aus dem Urlaub zurück ist. Sieht ganz so aus, als ob sein Ich auf einmal ein anderes wäre.

Mit dieser Realitätsverschiebung eröffnet der Roman einen neuen Schauplatz. Genau genommen: eine Vielzahl von Schauplätzen. Opoku ist in einem Paralleluniversum gelandet, in dem zu jeder Person aus "seiner" Welt ein Alter Ego existiert. Der Raum für den "Übertritt" von einem ins andere Universum basiert auf Prinzipien der Quantentheorie, die sich bereits Michael Crichton in seinem grandiosen Zeitreiseroman "Timeline" (1999) zunutze machte. Hier hat Superrechner Ares die Berechnungen für den Transfer zwischen den Welten angestellt - die Nordvisk-Leute haben den Raum nach diesen Berechnungen gebaut, ohne dessen Funktionieren wirklich durchdrungen zu haben.

Schätzing gibt dem noch einen interessanten Dreh: Von der Multiversum-Theorie ausgehend, schließt er Reisen in die Vergangenheit nicht nur wegen der unlösbaren Paradoxien aus. Sie sind auch deshalb unmöglich, weil in früheren Epochen die technischen Voraussetzungen für den Transfer in parallele Welten fehlen würden. Die Pointe liegt darin, dass der Protagonist Opoku "in eine Alternative geschickt" wird. In ein nahezu identisches Universum, in dem allerdings ein paar Dinge anders gelaufen sind; Kleinigkeiten mit großen Folgen, die, bei gleichen Ausgangsbedingungen, zu divergierenden Entwicklungen geführt haben. Im Privaten wie in der Entwicklung einer ganzen Zivilisation.

Für Opoku wird Wirklichkeit, was sonst Gedankenspiel bleibt, wenn man über alternative Szenarien des eigenen Lebens nachdenkt. Nicht nur ist seine Frau noch am Leben, er ist auch in einem Universum gelandet, in dem Ares offenbar kurz vor der "Intelligenzexplosion" steht: "Alles weiß Ares, nur ohne zu wissen, dass er es weiß." Und er wird noch in ein weiteres Paralleluniversum gelangen, das hier "PU-453" heißt und sich, an den Parametern des Herkunftsplaneten gemessen, bereits im Jahr 2050 befindet. Diese Konstellation erinnert an den Roman "Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein" (1964) von Arkadi und Boris Strugazki. Dort reist ein Team aus der Gegenwart in eine mittelalterliche Parallelwelt, um zu erforschen, ob sich auch dort eine Renaissance entwickelt - und sobald die Forscher in das Geschehen dieser Welt aktiv eingreifen, droht ein Desaster.

Schätzing lässt dieses Motiv der fatalen Einmischung früh anklingen. Da ist ein heimlicher Technologieexport aus dem avancierten PU-453, in dem die KI Insekten morphologisch und genetisch derart verändert hat, dass sie zu biokybernetischen Waffen geworden sind. Die "zum Cyborg umgebaute Heuschrecke" ist nicht nur ein Verstoß gegen die pazifistischen Nordvisk-Prinzipien; mit ihr kommen vor allem lauter digital hochgerüstete Elemente aus dem Arsenal des Horrorfilms ins Spiel. Schätzing variiert dabei geschickt, was sich Crichton in Büchern wie "Beute" oder "Micro" mit Nanopartikelschwärmen und monströsen Insekten ausgemalt hat. Im weiteren Verlauf der Erzählung lässt er diese "ultraaggressiven Hybriden" für beträchtliche Verwüstungen sorgen. Im Vergleich zu älteren Schreckensszenarien ist auch die Vorstellungskraft hier auf der Höhe der Zeit. Man kann das ohne weiteres mit der Entwicklung der Spezialeffekte im Blockbuster-Kino vergleichen - inklusive des offenbar unvermeidlichen Hangs zum Overkill.

Erzählerisch ist dieses Oszillieren zwischen den Welten, zwischen Identischem und Nichtidentischem natürlich reizvoll. Zumal lange Zeit nur der Opoku aus Universum A weiß, dass es auch einen Opoku in Universum B gibt, und lernen muss, mit dem lebendigen Alter Ego seiner in Universum A verunglückten Frau umzugehen, ohne Misstrauen zu erregen, weil er natürlich keine Ahnung hat, was in Universum B genau geschah.

Es ist nur, wie schon häufiger bei Schätzing, leider so, dass die Komplexität der Charaktere sich nicht ganz auf der Höhe des Plots bewegt. Opoku mag ein hinreichend konturierter Held sein, aber Elmar, der Nerd und Nordvisk-Tycoon, Opokus Kollegin Ruth, sie alle bleiben flach und schemenhaft. Auch die Bad Guys haben nicht gerade durchschlagende Wucht. Rodriguez, der Sicherheitschef und Waffenhändler zwischen den Universen, ist blass, die äthiopische "Mahagonifrau" Grace, die ihm assistiert, muss man sich wie eine stark gepimpte Grace Jones aus "Im Angesicht des Todes" vorstellen, die stets das Böse will und dann auch nur das Böse schafft.

Das wäre alles leicht zu verschmerzen, weil das Szenario einer Superintelligenz, die ihrer Existenz bewusst wird und das auch jenseits der Serverhallen physisch zu implementieren weiß, eine große Suggestivkraft hat. Aber Schätzing hat auch nicht zum ersten Mal Probleme mit der erzählerischen Ökonomie. 736 Seiten mögen ja kurz erscheinen im Vergleich zu den 976 von "Breaking News" oder den 1300 von "Limit". Es wird bloß unterwegs irgendwann etwas zäh und langatmig. Und es gibt zudem ein ähnliches Finale wie im "Schwarm", wo sich Milliarden Einzeller zum "sich seiner selbst bewusst gewordenen Ozean" formierten. Die inszenierte Zwiesprache zwischen Mensch und KI in der "Tyrannei des Schmetterlings" hat auch diesen leicht esoterischen, kosmischen Sound.

Und so bleibt, trotz des Changierens zwischen dem Heute und dem Morgen, zwischen Ängsten, Möglichkeiten und Visionen, ein zwiespältiger Eindruck. Um die "bezuglose Fremdartigkeit", den "Einbruch des Unvertrauten, bar jeder Referenz" kraftvoll heraufzubeschwören, fehlen Schätzings Prosa die nötigen Register. Zugleich aber markiert der Roman sehr genau die tiefe Ambivalenz, die unser Verhältnis zu und unsere Erwartungen an künstliche Intelligenz durchziehen. Während Forscher an der Weiterentwicklung arbeiten, während sie auf "deep learning" in neuronalen Netzen setzen, stellt sich das Black-Box-Phänomen ein: Es ist nicht mehr erkennbar, was in den Zwischenschichten dieser Netze geschieht. Und mag das Stadium "allgemeiner Intelligenz" auch sehr viel weiter in der Zukunft liegen, als es sich selbsternannte Propheten wie Ray Kurzweil vorstellen - die Verselbständigung bleibt das Gespenst in der Maschine.

Einerseits möchte man ja das Handeln einer KI kontrolliert wissen; aber wie genau wäre es einzuschränken, wenn man sich doch von ihr Lösungen erhofft, die jenseits der eigenen, der menschlichen Vorstellungskraft liegen sollen? Einen Roman, der diesen Reflexionshorizont nie ganz aus dem Blick verliert, der die Dilemmata, die sich aus ihm ergeben, mit viel Action und weitgehend sehr unterhaltsam verhandelt, bringt im einheimischen Literaturbetrieb bei allen Einwänden dann doch nur Frank Schätzing zustande.

PETER KÖRTE

Frank Schätzing: "Die Tyrannei des Schmetterlings". Roman. Kiepenheuer & Witsch, 736 Seiten, 26 Euro. Erscheint am Dienstag.

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