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Benutzername: Juti
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Danksagungen: 43 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 272 Bewertungen
Bewertung vom 24.06.2020
Der Stellvertreter
Hochhuth, Rolf

Der Stellvertreter


ausgezeichnet

Hätte der Vatikan die Juden vor Hitler retten können?

„Was soll man gegen dieses Buch tun?“ ist der Papst Johannes XXIII. gefragt worden. „Was kann man gegen die Wahrheit tun?“ war seine Antwort.

Zum Tode des Autor habe ich sein vielleicht wichtigstes Werk gelesen. Dieses oder letztes Jahr hat der Vatikan endlich eine Historiker-Kommission in seine Archive gelassen. Ob wir Antworten erhalten auf die Fragen, die das Buch aufwirft?

Ich bin normalerweise nicht der Typ, der Theaterstücke liest, aber in diesem Fall kann ich der Gattung durchaus etwas abgewinnen. Ein Sachbuch würde einen wohl verzweifelt und deprimiert zurücklassen, wenn Eichmann behauptet, erschießen sei bei so vielen Toten keinem Schützen zuzumuten (82).

Nach dem Stück folgt eine historische Einordnung, die mir, obwohl nicht ganz aktuell sehr gefallen hat. Die klare Aussage ist, dass Hitler vor Vernichtungen absah, wenn hohe deutsche Kleriker oder der Vatikan durch den Nuntius massiv protestierten (433).
Ein Bespiel ist der Bischof von Galen, der so gegen die Euthanasie predigte, dass Goebbels eine Rede in Münster aus Angst vor Protesten absagte und Hitler die Morde an Behinderte abbrach (133). Der Führer wünschte bis Kriegsende Ruhe an der Heimatfront. Als im Winter 1942 polnische Tuberkuloseopfer vergast werden sollten, schritten die dortigen Bischöfe ein, die Aktion wurde abgeblasen (405).

Als Gegenbeispiel erschüttert am meisten der Tod von Edith Stein, die längst katholische Nonne war und aus ihrem Kloster in Holland abgeholt wurde, weil die dortigen Bischöfe gegen die Nazis predigten, aber Rom schwieg (109).
Von den führenden Nazis waren Eichmann und Göring Protestanten, aber Hitler, dessen Mutter in die Kirche ging, Goebbels, der seine Kinder taufen ließ, und der Ausschwitz-Kommandant Höß Katholiken. Himmlers Patenonkel war sogar Weihbischof in Bamberg (331).

1943 fielen Bomben in die Gärten des Vatikans. Keiner will es gewesen sein. Der Botschafter von Nazi-Deutschland in Rom Weizsäcker sicherte dem Vatikan den Schutz der Besatzer zu, aber die Juden von Rom wurden weiter deportiert. Weizsäckers Rolle wäre ein Extrakapitel.

Selbst als Rom schon unter amerikanischer Kotrolle war, protestierte der Papst Pius XII. nicht und hunderttausend ungarische Juden mussten deswegen sterben. Der Papst wurde bereits 1941 vom Krakauer Erzbischof über die Vernichtung der Juden informiert, half aber lieber im Stillen. Er hoffte zwischen den Westmächten und den Nazis einen Frieden zu vermitteln. Andere werfen ihm vor, dass das Konkordat mit dem Vatikan Hitler erst hoffähig gemacht habe (158).
Vielleicht war Pius XII. auch Antisemit, wie in vielen Ländern Europas. Einerseits half in den von den Nazis besetzten Ländern die einheimische Bevölkerung außer in Dänemark, wo der eigentlich machtlose König erfolgreich gegen die Deportation protestierte, kräftig mit, und auf der Konferenz von Évian 1938 scheiterte der Versuch die Flüchtlingskontingente in den anderen Ländern für deutsche Juden zu erhöhen (503), andererseits versteckte die Berliner Bevölkerung erfolgreich 4.000 Juden, als die Polizei ankündigte, dass die Juden aus den Betrieben abgeholt werden (107f).

Kurz: Richtige Fragen, spannendes Thema, 5 Sterne

Zitat: „Kriege haben stets andere Ergebnisse, als die, für die man kämpfen wollte.“ (152)

Bewertung vom 16.06.2020
Durch die Welt im Auftrag des Herrn

Durch die Welt im Auftrag des Herrn


sehr gut

Protestantische Mission

Wer an Mission denkt, der hat den Jesuitenorden vor Augen, der von China bis Südamerika alle zu Katholiken werden lässt, die nicht bei drei auf den Bäumen sind.

Ganz anders verläuft die Mission aus Halle. Bei einer durch Deutschland merkt der Gründer des Halleschen Weisenhauses August Hermann Francke, dass es um den Evangelischen Glauben nicht gut bestellt ist. Offiziell unabhängig, aber mindestens die Infrastruktur nutzend, wird ein Institut gegründet das sich der Judenmission widmet. Hauptzielgebiet ist Polen mit der Bewegung von Jakob Frank. Später wird eine Jerusalemreise geplant und die Mission auf die Ostkirchen ausgeweitet.

Das Buch ist eine Mischung aus Sachbuch und Ausstellungskatalog. Bei den Katalog muss ich fragen, warum einige Exponate zweimal, andere gar nicht gezeigt werden. Sonst habe ich viel Neues erfahren. Völlig verdiente 4 Sterne.

Bewertung vom 16.06.2020
Schluss mit dem täglichen Weltuntergang
Urner, Maren

Schluss mit dem täglichen Weltuntergang


gut

neuer Journalismus

Schon vor der Corona-Krise gefiel mir der Mainstream-Journalismus nicht mehr. Gute Nachrichten, dass Kindersterblichkeit oder die Zahl der Analphabeten weltweit prozentual gesunken sind, der Schutz vor Naturkatastrophen dagegen gestiegen sind, kommen zu kurz. Dies war mir nicht neu. Ich werde auch das Buch von Hans Rosling „Factfulness“ noch lesen. Doch werde ich meiner Linie treu bleiben, ein Buch sofort nach dem Lesen zu bewerten. Zu dem Thema habe ich bereits von Ingrid Brodnig „Lügen im Netz“ gelesen, was mir insgesamt besser gefiel.

Ich frage mich, was an Urners Buch wirklich neu ist. Als Antwort übrig bleibt nur ihre Webseite für die sie im dritten Kapitel, dem schlechtesten des Buches, unerträgliche Werbung macht.
Sonst verstehe ich das Werk als Aufruf, lösungsorientierte Artikel zu suchen, die und das sage jetzt ich auch außerhalb der geliebten Webseite der Autorin findet.

3 Sterne passt ganz gut, Brodnig hat 4 bekommen. Sehen wir dieses Buch als Zusammenfassung, wie der Journalismus besser werden könnte.

Bewertung vom 08.06.2020
Die Bagage
Helfer, Monika

Die Bagage


sehr gut

Ehrentitel Bagage?

Der erste Satz der Beschreibung stellt ein Problem dar, was zunächst nur am Rande behandelt wird. Das eigentliche Thema dieses Buches ist der Beginn des 1. Weltkriegs. Der in einem Hof außerhalb des Dorfes wohnende Familienvater Joseph, der gut rechnen kann, seine geheimen Geschäfte und deswegen immer genug Geld hat wird als Soldat in den Krieg eingezogen.

Aber zunächst ist die Armut seiner Familie auch danach kein Thema, weil der Bürgermeister auf die Maria, die schöne Ehefrau Josephs, aufpassen soll und immer Lebensmittel aus dem Dorf mitbringt. Und das ist das Hauptthema: Was passiert mit einer schönen Frau im Dorf, wenn der Ehemann in den Krieg zieht?

Maria lernt einen Mann aus Hannover kennen, der aber Anstand und Manieren hat, keine Manieren hat der Bürgermeister, der mehr gewollt hätte, wenn nicht vor allem der 10jährige Lorenz die Mutter verteidigt hätte. Darauf bleiben die Lebensmittel aus, aber Maria und Lorenz wissen sich zu helfen.

Diese Kriegsgeschichte wird geschickt verknüpft mit der Familiengeschichte. Diese aber ist mühsam, weil Maria und Joseph 7 oder 8 Kinder haben. Von jedem Kind wird in diesem Kurzroman die ganze Lebensgeschichte erzählt, so dass man den Überblick verlieren und die genaue Kinderzahl vergessen kann.

Hinzu kommt, dass die Ich-Erzählerin die Tochter des im Krieg geborenen versteckten Mädchens Grete ist, das von ihrem Vater versteckt wird, weil er nicht glaubt, ihr Vater zu sein. Weitere Kinder folgen dennoch. Das Buch ist traurig, unendlich traurig, weil auch die Ich-Erzählerin einen Tochter von 21 Jahren verliert. Und auch ihre Großeltern sterben früh. Erst nach ihrem Tod wird die Bagage zur Bagage.

Ein kurzes, aber ungemein fesselndes Buch. Weil ich manchmal den Überblick verloren habe, ziehe ich einen Stern ab. 4 Sterne

Bewertung vom 05.06.2020
Der grüne Fürst
Ohff, Heinz

Der grüne Fürst


ausgezeichnet

Schoko – Vanille – Erdbeer

Nach der Lektüre dieses Buches staune ich umso mehr, dass man im Westen Deutschlands Fürst Pückler mit drei Eissorte in Verbindung setzt. Mir ist nicht klar, ob Speiseeis im 19. Jahrhundert schon bekannt war. Es passt aber zum Fürsten, weil er das gute Leben liebte. Als Adliger geboren verkehrte er stets in den besten Kreise und verschmähte keine schöne Frau.

Im Osten ist Hermann Pückler auch wegen seiner Gartenkunst bekannt. Am berühmtesten ist wohl sein Schloss und der Park in Muskau an der Neiße, wo er aufgewachsen ist. Leider scheint der heute polnische Teil nicht so gut erhalten zu sein. Die Gartengestaltung kostete dem stets klammen Fürsten viel Geld, er reiste und suchte vergebens eine reiche Frau, mit deren Mitgift er seine Schulden bezahlen konnte.

Er heiratete zwar Lucie, die Tochter des preußischen Kanzler Hardenberg, doch auch ihr Geld reichte nicht. Um dem Fürsten eine weitere Mitgift zu ermöglichen, ließ sie sich trotz großer Liebe scheiden, lebte aber weiter mit Pückler zusammen.

Mehrfach reiste er durch Europa, einmal sogar rund ums Mittelmeer. Er brachte ein schwarzes Mädchen von der Reise mit, die aber an einer Krankheit und vielleicht an Heimweh in Muskau starb. Für die Beziehung mit Lucie war das besser, denn ganz ohne Eifersucht war sie nicht.

Die Geldsorgen lindern konnten die heute ziemlich unbekannten Bücher des Fürsten. Er war ein liberaler Geist in der Zeit, wo Preußen die Meinungsfreiheit einschränkte. Kein Wunder, dass er mit Heine befreundet war und ihm in schwerer Zeit in Paris half. Erst als er sein Schloss Muskau an den niederländische König verkaufte, verschwanden auch seine Geldnöte. Und er legte am Schloss Branitz einen neuen Garten an. Auch Babelsberg und Klein Glienicke sollen seine Handschrift tragen.

Ich erfuhr von diesem Buch in der Kritik an dem Buch „Hammer“. Und ich muss gestehen, dass das Leben von Pückler spannender war als das von Joseph von Hammer-Prugstall. Daher hat dieses Werk volle 5 Sterne verdient.

Bewertung vom 27.05.2020
Reiseliteratur
Keller, Andreas; Siebers, Winfried

Reiseliteratur


weniger gut

Einführungsgeschwätz

Deutsche Geisteswissenschaftler können am besten Bücher herausgeben, in denen sie zeigen, was sie allerhand gelesen haben. Doch die Frage "warum?" stellt man besser nicht. Kaempfer, Forster, Humboldt sind mir alle bekannt, da fragt sich was ich Neues erfahren habe. Immerhin eine Expedition in den Norden eines Herrn Müller.

Die Reise des Mittelalters und der frühen Neuzeit werden noch gut dokumentiert. Witzig ist der Bruch in Kapitel 1 und 4, wenn es ab 1990 „Aspekte der neueren Reise- und Reiseliteraturforschung.“ Meines Erachtens werden gerade diese Kapitel in wenigen Jahren lächerlich wirken. Die Auswahl ist im neuen Zeitraum willkürlich, wenn Scholl-Latour genannt wird, Gerd Ruge aber nicht. Die Beispielautoren im letzten Kapitel sind nett, enthalten aber nichts Neues. Und Navid Kermanis Stil als neue Art der Berichterstattung zu rühmen, ist übertrieben.

Dennoch rate ich dazu Kermanis Bücher zu lesen. Das bringt mehr als dieses Buch, das leider nur 2 Sterne verdient hat.

Bewertung vom 25.05.2020
Der Hammer
Stermann, Dirk

Der Hammer


sehr gut

Ironische Biografie eines Wissenschaftlers

Das Leben von Joseph Hammer, der später einen Doppelnamen erbt, wird in diesem Buch bearbeitet. Leider erfahren wir nicht, was historische Wahrheiten sind.
Wenn Hammer in eine Jauchegrube fällt, dann ist mir das egal, ob er es oder ein anderer war. Dass es im Morgenland zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert größere Reinlichkeit gegeben hat, ist unbestritten.
Aber schön wäre es zu wissen, ob Josephs Tod in Ägypten tatsächlich in Wien verkündet wurde. Jedenfalls ist der Roman mit reichlich Ironie gewürzt, eine Stärke des Autors, die ich schon in seinem letzten Buch mit dem Pferd bemerkt habe.

Auf Seite 335 wird Niebuhr erwähnt. Ihn kennen ich gut. Der Satz: „Von den sechs Teilnehmern [der Arabien-Expedition] starben fünf an Malaria, und Niebuhr kam ohne einen einzigen Beweis [für die Richtigkeit der biblischen Erzählungen] zurück nach Dänemark“ ist absolut richtig. Der folgende Satz: „Er starb dann später bei einem Großbrand in einem kleinen Haus am Hafen“ ist totaler Quatsch. Auch wenn Stermann einen running gag daraus macht, dass Dänen nicht mit Feuer umgehen können, so starb Niebuhr im hohen Alter eines natürlichen Todes in Meldorf. Wäre es nicht schon witzig genug, wenn er schriebe, die Kupferplatten für die Veröffentlichung seines Reiseberichts seien dem Brand in Kopenhagen zum Opfer gefallen. Dies wäre sogar historisch richtig.

Danach wurde ich misstrauischer. Aber der rosaroten Prinz starb wirklich während des Wiener Kongresses. Ob er tatsächlich trotz Fieber keine Party ausließ oder nur aus Altersgründen aus dem Leben schied, ist für mich zweitrangig.
Mir gefällt ferner das Hammer ein Lobbuch führt, in dem er jedes Lob einträgt, das er bekommt. Er ist auch witzig, weil er als Diplomat geschildert wird, der seine Klappe nicht halten kann.

Es schadet auch nicht, wenn man durch Lesen neues lernt. Vom Meteoriteneinschlag bei Pöhlitz in Ostthüringen wusste ich bisher nichts.

Ich habe mich teilweise köstlich amüsiert und vergebe 4 Sterne. Ein Nachwort über das, was historisch verbürgt ist, hätte den fünften Stern gebracht.

Bewertung vom 16.05.2020
Fuchs 8
Saunders, George

Fuchs 8


gut

Kurz, Kürzer, am Kürzesten

Das Buch von Frankl war schon kurz, aber dieses lässt sich locker in einer stillen Stunde lesen. Es empfiehlt sich es nicht aus der Hand zu legen, weil das Buch ohne Rechtschreibung nach Gehör verfasst wurde. Ein Fuchs dringt in die Menschenwelt ein.

Richtig lustig, wie etwa der 24. Dezember eines Hundes fand ich es nicht, es geht mehr um Konsumkritik. Was der Mensch doch alles könnte, wenn er das Richtige täte.

Ich vergebe 3 Sterne, weil es nicht schaden kann, ein Stündchen für das Lesen zu investieren.

Bewertung vom 13.05.2020
... trotzdem Ja zum Leben sagen
Frankl, Viktor E.

... trotzdem Ja zum Leben sagen


sehr gut

Zeitloser Bericht eines KZ-Häftlings

In Corona-Zeiten fühlt man sich manchmal schlecht. Nicht zu vergleichen ist das aber mit dem, was der Autor während der Nazizeit erlebte. Die Grausamkeiten der SS sind genug beschrieben. Was mir wichtig war, welche Arten von Glück der Autor erlebt (wenn etwa in der Suppe die Kelle von unten also mit Kartoffeln kommt) und welche Überlebensstrategie er angewendet hat. Er fragte nicht was er vom Leben erwartet, sondern welche Aufgabe das Leben für ihn bereit hält.

Auf den letzten 50 Seiten beschreibt er im Theaterstück „Synchrosination in Birkenwald“ genau das. KZ-Häftlinge werden von den drei Philosophen Sokrates, Spinoza und Kant aus dem Himmel beobachtet, wie sie im KZ überleben. Im Mittelpunkt stehen zwei Brüder, die sich nach ihrer Mutter sehnen.

Das kleine Büchlein lässt sich gut an zwei Tagen lesen. Vielleicht dauert es ein wenig bis das Neue der Geschichte zur Sprache kommt, deswegen 4 Sterne. Wer noch nie ein Buch über KZ gelesen hat, der müsste sogar die Bestnote vergeben.

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Bewertung vom 11.05.2020
»Er brachte Licht und Ordnung in die Welt«
Kertscher, Hans-Joachim

»Er brachte Licht und Ordnung in die Welt«


sehr gut

Glück gehabt

Wenn Wolff sich in seinem Leben in mehr Städten aufgehalten hätte, als in seiner Geburtsstadt Breslau, in Halle und in seinem Exil Marburg, wir hätten keinen Stadtführer mehr für Europa im 18. Jahrhundert gebraucht. Diese satirische Kritik zeigt, dass der Autor vielleicht mehr die philosophischen Lehren und vor allem Wolffs Beiträge zur Mathematik hätte behandeln sollen, anstatt dreimal ausführliche Stadtgeschichte zu betreiben.

Aber der Gesamteindruck bleibt positiv. Wer hätte gedacht, dass Wolff sich auch über Sexualität äußerte: Die Junggesellen sollen den Jungfern einen Griff dahin tun, dass „sie in eine rechte Lust und Brunst ad coitum dadurch setzen möchten, […], daß manche aus der großen Lust und angenehmen Begierde durch ein solches Griffgen über den Tölpel geworfen wird, die es sonst“ ihre Lebtage nicht getan hätte (122).
Der Skandal, den Wolffs Vertreibung aus Halle 1723 gebracht hat, wird ausführlich beschrieben. Wolff wird in Marburg begeistert aufgenommen. Dem Preußenkönig reute seine Entscheidung, aber erst sein Thronfolger holte Wolff zurück. Doch danach wuchs die Liebe Friedrich des Großen zu Voltaire.
Ganz in seinem Element ist der Verfasser wieder, wenn es um die Suche der Überreste von Christian Wolff geht.

Die Philosophie wird vorzüglich, die Stadtgeschichte zu ausführlich und die Mathematik so gut wie gar nicht behandelt, insgesamt also 4 Sterne.