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Benutzername: Silke Schröder, hallo-buch.de
Wohnort: Hannover
Über mich: Ich liebe Geschichten und schreibe gerne und viele Rezensionen über die gelesene und gehörten Hörbücher und Bücher. Besucht auch mal meine Website hallo-buch.de
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Bewertungen

Insgesamt 1268 Bewertungen
Bewertung vom 11.06.2018
Im Licht der Erinnerung
Ziegler, Silke

Im Licht der Erinnerung


sehr gut

Silke Zieglers dritter Romantik-Thriller „Im Licht der Erinnerung“, der erneut in Südfrankreich spielt, ist wieder eine unterhaltsame Mischung aus Love-Story und Krimifall. Dieses Mal stehen der suspendierte Ermittler Cédric Duchont und eine ebenso schöne wie geheimnisvolle Unbekannte im Mittelpunkt der Geschichte. Dabei switcht die Autorin immer wieder zurück zu Ereignissen, die bereits vier Wochen zuvor stattfanden und deren Beziehung zum Fall der angeschossenen Jugendlichen und der schönen Hauptverdächtigen sich erst nach und nach erhellt. Ziegler baut dabei eine angenehme Spannung auf, die sie trotz ein paar weniger aufregender Abschnitte bis zum Schluss aufrecht erhalten kann. So ist „Im Licht der Erinnerung“ eine gut inszenierte Krimi-Romantik-Schmonzette für unterm Sonnenschirm.

Bewertung vom 11.06.2018
Dunkles Arles / Capitaine Roger Blanc Bd.5
Rademacher, Cay

Dunkles Arles / Capitaine Roger Blanc Bd.5


gut

Cay Rademacher legt hier eine hit and run-Actiongeschichte vor, die an nur einem Wochenende spielt und dabei viele aktuelle politische Verhältnisse in der französischen Gesellschaft aufgreift. Sein engagierter, manchmal etwas naiver Kommissar und dessen neue Flamme, die leicht anstrengende Richterin Aveline fighten sich zusammen in James Bond-Manier durch eine Story, die zwar gelegentlich etwas konstruiert wirkt, aber sehr dazu anregt, die wunderhübsche provenzialische Stadt Arles an der Carmarque einmal zu besuchen. Tipps dazu hat Cay Rademacher auf alle Fälle zur Genüge!

Bewertung vom 11.06.2018
Der Bote / Fredrik Beier Bd.2
Johnsrud, Ingar

Der Bote / Fredrik Beier Bd.2


gut

In „Der Bote“ entrollt Ingar Johnsrud einen spannenden Plot, der uns bis zum Zerfall der früheren Sowjetunion zurückführt. So switcht der Autor aus der Jetztzeit immer wieder in die Jahre um 1990 und puzzelt so Stück für Stück die Geschehnisse zu einem komplexen Gesamtbild zusammen. Es kostet ein wenig Mühe, seinen recht unemotionalen Kommissar, der für seinen Job zwei Beziehungen scheitern lässt und auch seinen leicht gestörten Sohn aus den Augen verliert, wirklich sympathisch zu finden. Wenig Probleme hat damit aber die junge Kommissarin an seiner Seite, die ihn treu durch die fesselnd inszenierten Ermittlungen begleitet. Wer sich daran nicht stört und auf spannungsgeladene Action steht, ist hier gut aufgehoben.

Bewertung vom 11.06.2018
Im Schatten der Mitternachtssonne
Ekbäck, Cecilia

Im Schatten der Mitternachtssonne


ausgezeichnet

Mit „Im Schatten der Mitternachtssonne“ begibt sich Cécilia Ekbäck auf eine spannende Zeitreise Mitte des 19. Jahrhundert, auf der sie uns Einiges über das Verhältnis der Schweden zu der samischen Bevölkerung erzählt – jene früher abschätzig als „Lappen“ bezeichneten Leute, die schon lange vor den Schweden als Nomaden im hohen Norden Skandinaviens unterwegs waren. Die Autorin wechselt dabei immer wieder die Erzählperspektive zwischen der älteren, vom Pastor Esther genannten Samin Biija, der rebellischen Lovina und dem Mineralogen Magnus Stille. So erfahren wir viel über die Gesellschaft in jener Zeit, als die Samen trotz Christianisierung noch immer heimlich an ihren Riten festhielten, die Schweden ziemlich autoritär durchregierten und die wunderschöne Landschaft im Norden allmählich als Wirtschaftsraum interessant wurde. Die Autorin erzählt diese an Konflikten nicht arme Geschichte sehr einfühlsam und inszeniert so einen leisen, aber eindrucksvollen Plot, der die Fäden ihrer Story am Ende geschickt zusammenlaufen lässt. Der Begriff Lappen wird von ihr übrigens nur benutzt, da er zu dieser Zeit von den Schweden verwendet wurde.

Bewertung vom 11.06.2018
Kukolka
Lux, Lana

Kukolka


ausgezeichnet

Anfang der 90er Jahre, nach dem Auseinanderfallen der UdSSR, herrschen in der Ukraine desolate Zustände. Darunter leidet auch das Heimkind Samira, das Lana Lux in ihrem Roman „Kukolka“ in den Mittelpunkt stellt. Und das hübsche Mädchen, das alle nur Kukolka (Püppchen) nennen, wird von ihr auf einen zehnjährigen wahren Höllentrip geschickt. Schonungslos und zum Teil sehr explizit, aber stets aus der kindlich-naiven Sicht beschreibt sie dabei Ereignisse, bei denen einem die Luft wegbleibt. Denn ihre kleine Heldin ist Täterin, vor allem aber Leidtragende von Verhältnissen, in denen Korruption, Prostitution, Mädchenhandel und andere kriminelle Machenschaften florieren: Alles ist hier käuflich, egal ob Passstempel, Studienabschluss oder ein Menschenleben. So ist „Kukolka“ ein beklemmender und dennoch faszinierender, sehr lesenswerter literarischer Blick auf gesellschaftliche Zustände am Ostrand Europas – und das, was einen dabei am Leben erhält.

Bewertung vom 17.05.2018
Der letzte Gast
Kornbichler, Sabine

Der letzte Gast


ausgezeichnet

Auch ihren neuen Fall “Der letzte Gast” siedelt Sabine Kornbichler wieder irgendwo zwischen Krimi und verzwickter Familiengeschichte an. Und erneut ist Ihre Heldin auch sehr persönlich in den Fall involviert und recherchiert auf eigene Faust. Die Autorin erzeugt dabei eine sehr authentische Atmosphäre, die die Spannung bei der Jagd auf den Täter sehr lange aufrecht hält. Zwar geht der Story kurz vor dem Finale dann doch noch ein wenig die Puste aus, aber dennoch ist “Der Letzte Gast” gute Krimiunterhaltung aus München.

Bewertung vom 17.05.2018
Die Rebellinnen / Iron Flowers Bd.1 (4 Audio-CDs)
Banghart, Tracy

Die Rebellinnen / Iron Flowers Bd.1 (4 Audio-CDs)


ausgezeichnet

Mit „Iron Flower - Die Rebellinnen“ gelingt Tracy Banghart eine fesselnde Jugend-Fantasy-Dystopie, die sich, gerade passend zur aktuellen #metoo-Debatte, um Gleichberechtigung und die Rolle der Frauen dreht. Denn die beiden Heldinnen ihrer Story leben in einer Welt, in der Frauen schlichtweg nichts zu sagen haben. Doch mit ihren starken Frauenfiguren und auch den Männern, die sich gegen diese absurden Verhältnisse auflehnen, zeigt die Autorin, dass man oder frau sich nicht in die scheinbar unveränderlichen Rollenbilder fügen muss. So lernen die beiden Schwestern, dass sich auch Frauen durchsetzen und ihre eigenen Ideen entwickeln können. Aber natürlich dürfen bei so viel knallhartem Geschlechterkampf auch ein ordentlicher Schuss Romantik und eine gewisse Portion Tragik nicht fehlen. Freuen wir uns also auf die Fortsetzung der neuen Serie aus der “Selection”-Reihe des Fischer Sauerländer Verlags. Authentisch gelesen von Coco Plümer und Theresa Horeis.

Bewertung vom 15.05.2018
Artemis, 2 MP3-CDs
Weir, Andy

Artemis, 2 MP3-CDs


ausgezeichnet

Schon mit „Der Marsianer“ ist Andy Weir ein spannender Science Fiction gelungen. Das setzt er jetzt mit „Artemis“ fort. Seine Protagonistin und Ich-Erzählerin Jazz ist eine pfiffige und erfolgreiche Schmugglerin, die trotz ihrer illegalen Geschäfte an ehrbaren Zielen im Leben festhält und darüber in echte Schwierigkeiten gerät. Um diesen Plot entwickelt der Autor eine gut inszenierte Story, die mit viel Action und Humor funktioniert. Zum Glück hat Jazz immer wieder einen guten Plan in Petto, um nicht nur sich selbst, sondern auch den Mond vor allerlei Fieslingen zu retten. So ist „Artemis“ ein sehr kurzweiliger Sci-Fi-Spaß, ganz authentisch und fesselnd intoniert von Gabrielle Pietermann und Marius Clarén.

Bewertung vom 15.05.2018
Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden
Kawamura, Genki

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden


ausgezeichnet

Es ist ein philosophischer poetischer Abgesang auf die allgegenwärtigen gesellschaftlichen oder selbst geschaffenen Regeln und Zwänge des Lebens, die uns der Autor Genki Kawamura hier in “Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden” präsentiert. Im Angesicht des Todes lässt er seinen Protagonisten und Ich-Erzähler, den Postboten, die wichtigen Dinge seines Daseins erkennen: Liebe, Freundschaft, Zeit für andere und für sich selbst. Genki Kawamura zeigt, dass ein Mensch auch ohne Termine, ständige Erreichbarkeit und den ganzen medialen Input gut auskommen kann – aber nicht ohne soziale Kontakte. Für eine strikt durchgeregelte Gesellschaft wie die japanische (und auch für viele von uns) ein aufrüttelndes Buch, denn das Leben ist tatsächlich endlich und der Mensch hat, wie Genki Kawamura schreibt, eine 100%ge Sterberate. Gewürzt mit vielen popkulturellen Filmzitaten und tragischer Alltagskomik, ist “Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden” eine schöne Parabel auf unsere durchgetaktete Zeit.

Bewertung vom 15.05.2018
Slade House
Mitchell, David

Slade House


ausgezeichnet

Mit “Slade House” gelingt David Mitchell, der durch seinen Roman “Cloud Atlas” berühmt geworden ist, eine schaurig-schöne Gruselgeschichte. Immer aus der Ich-Perspektive erzählt er das Schicksal all jener Menschen, die mit dem Haus in der Slade Alley und seinen Bewohnern in engere Berührung kommen. Ganz langsam entfaltet sich so eine ebenso fantastisch-zauberhafte wie gruselige Geschichte, bei der uns immer wieder eine leichte Gänsehaut über den Rücken läuft. Mit seinen knapp 130 Seiten ist “Slade House” ein eher kurzes Vergnügen – v .a. im Vergleich zum opulenten Cloud Atlas. Doch das tut der Spannung keinen Abbruch.