Benutzername: Silke Schröder, hallo-buch.de
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Bewertungen

Insgesamt 1170 Bewertungen
Bewertung vom 12.10.2017
Das Erwachen
Brandhorst, Andreas

Das Erwachen


sehr gut

In seinem neuen Wissenschaftsthriller “Das Erwachen” nimmt sich Andreas Brandhorst des sehr aktuellen Themas der künstlichen Intelligenz bzw. Maschinenintelligenz an. Wie schon in Filmklassikern wie “2001 - Odyssee im Weltraum” oder “Dark Star”, in denen Computer das eigene Ich entdeckten, entwickelt der Autor hier ein Worst-Case-Szenario zu der Frage, ob die Menschheit einer Superintelligenz überhaupt gewachsen wäre. Dies ist, auch wenn es soweit (vorerst) nicht kommen muss, ein ebenso fesselndes wie philosophisches Thema in einer Welt, in der wir uns alle immer mehr von Prozessoren und Rechenschiebern steuern lassen. Brandhorst hat für sein Buch sorgfältig recherchiert und aus seiner Story einen Jump-and-run-Thriller gemacht, der spannend und informativ, jedoch stellenweise etwas langatmig ist. Vor allem aber kratzt er nur an der Oberfläche dessen, was unser digitales Leben in der Zukunft tatsächlich ausmachen könnte. So ist “Das Erwachen” ein äußerst interessanter Wissenschaftsthriller mit vielen fesselnden Hintergrundinfos, der das große Potential seines Plots kaum ausschöpft.

Bewertung vom 12.10.2017
Auslöschung / Southern Reach Trilogie Bd.1
VanderMeer, Jeff

Auslöschung / Southern Reach Trilogie Bd.1


ausgezeichnet

Es ist eine faszinierend distanzierte Haltung, die der Autor gegenüber seinen Protagonisten einnimmt. Denn in VanderMeers beklemmender Dystopie werden die Figuren nicht mit Namen, sondern nur mit ihren Berufsbezeichnungen oder sonstigen Zuordnungen erwähnt. Wie seine Heldin, die einfach nur „die Biologin“ ist. In düsteren Szenarien, in denen man nie mehr weiß als die Ich-Erzählerin selbst, betreten wir eine mysteriöse Welt mit einer feindselig-gruseligen Natur und seltsamen Geschehnissen, deren dunkle Geheimnisse sich nur stückchenweise erhellen. Immer wieder switcht der Autor zurück in die Vergangenheit zu jenen Ereignissen, die erklären, warum sich seine Bio-Wissenschaftlerin für die Expedition beworben hat. Dabei spart er wahrlich nicht an horroresken Gänsehautszenen. Wer auf fesselnd-gruselige Science-Fiction nach Alien-Art steht, ist hier genau richtig. Im Februar 2018 kommt der Film in die Kinos.

Bewertung vom 09.10.2017
Das erste Opfer / Oxen Bd.1
Jensen, Jens H.

Das erste Opfer / Oxen Bd.1


sehr gut

Sehr sorgsam konstruiert der Däne Jens Henrik Jensen in “Oxen - Das erste Opfer” seine Story um eine ebenso gefährliche wie mächtige Geheimorganisation, die aus sehr einflussreichen Männern in Dänemark zu bestehen scheint. Im Mittelpunkt steht der unangepasste und stark traumatisierte Ex-Soldat Niels Oxen, der der Zivilisation und der dänischen Gesellschaft am liebsten ganz den Rücken kehren möchte, nun aber zur Rettung der eigenen Haut eng mit den Behörden zusammenarbeiten muss – insbesondere mit der engagierten Geheimagentin Sabine Franck. Nach einem etwas mühsamen Einstieg nimmt Jensens Geschichte Fahrt auf und jagt uns dann durch eine überraschend unberechenbare Krimistory, die Lust auf die nachfolgenden Bände macht.

Bewertung vom 09.10.2017
Fever
Meyer, Deon

Fever


ausgezeichnet

“Fever” ist eine epische Geschichte über eine postapokalyptischen Zeit und über Menschen, die sich entscheiden müssen, wie sie weiter existieren wollen. Der Autor erzählt die Story aus Sicht von Willems Sohn Nico, der zusammen mit seinem Vater wieder in einer funktionierenden Gemeinschaft leben will und seine ganze Kraft in den Aufbau eines neuen Ortes steckt. Es geht um die Grundlagen und Visionen eines friedlichen Zusammenlebens, aber auch um die Unwägbarkeiten des Daseins in unsicheren Zeiten. Immer wieder wechselt der Autor seine Erzählform, switcht von den rückblickenden Berichten Nicos zu Interviews mit den verschiedenen Dorfbewohnern oder nimmt auch mal die Sicht einer anderen Figur ein. So entstehen immer wieder neue Eindrücke aus einer postapokalyptischen Welt, in der nichts mehr gegeben ist und alles neu geschaffen werden muss. Deon Meyer, der selbst in der Nähe von Kapstadt wohnt, hat sich akribisch auf seine epische Dystopie vorbereitet, wie man an den zahlreichen Quellenangaben sieht. So begeistert er mit einer faszinierend-fesselnden Story, die schon wie ein Drehbuch geschrieben ist.

Bewertung vom 04.10.2017
Der Sinn des Todes
McDermid, Val

Der Sinn des Todes


ausgezeichnet

“Der Sinn des Todes” ist bereits der dreißigste Kriminalroman der britischen Bestseller-Autorin Val McDermid, und ihr vierter mit der toughen Ermittlerin Karen Pirie. Diese muss sich nach den gewaltsamen Tod ihres Freundes erst einmal wieder sammeln, baut jedoch das Verhältnis zu ihrem unerfahrenen Mitarbeiter Jason vorsichtig weiter aus. Val McDermit schafft es hier erneut, eine fesselnde Story aufzubauen, indem sie ihre Heldin gleich an mehreren Fällen gleichzeitig arbeiten lässt – weibliches Multitasking halt. Und sie zeigt, dass Frauen überall in wichtigen Positionen zu finden sind und das Networking mindestens ebenso gut beherrschen, wie ihre männlichen Kollegen. Spannend ist auch, wie sie immer wieder auf die Teilsouveränität Schottlands zu sprechen kommt und die unterschiedlichen Rechtstraditionen und Lebensweisen hier wie in England darstellt. So ist “Der Sinn des Todes” ein verlässlich fesselnd geschriebener Krimi von der Grand Dame der Spannungsunterhaltung.

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Bewertung vom 28.09.2017
Scherben der Dunkelheit
Schwartz, Gesa

Scherben der Dunkelheit


sehr gut

Gesa Schwartz lädt uns in ihrem neuen Jugend-Romantic-Fantasy in eine Welt voller Magie und dunklem Zauber ein. Im Mittelpunkt steht die 16-jährige Anouk, aus deren Sicht die Story auch erzählt ist. Dabei bietet die Autorin fast alles auf, was ein düsteres Teenieherz so braucht: Eine geheime Bestimmung, magische Zirkusauftritte, mythische Orte, durchtriebene Bösewichte, gute Freunde und natürlich einen geheimnisvollen, gutaussehenden, aber äußerst schweigsamen jungen Mann. Das ganze wird von Gesa Schwartz geschickt arrangiert und in eine wohlig düstere, melancholische Atmosphäre verpackt, die perfekt zum leichten Gruseln ist. Heraus kommt: ein charmant-verzaubernder Coming-of-Age Fantasy-Schmöker.

Bewertung vom 28.09.2017
Für alle Augenblicke wir / Forever again Bd.1 (4 Audio-CDs)
James, Lauren

Für alle Augenblicke wir / Forever again Bd.1 (4 Audio-CDs)


sehr gut

In ihrem romantischen Zeitreiseroman erzählt die junge Britin Lauren James gleich vier Liebesgeschichten des gleichen Paares aus vier verschiedenen Epochen. Dabei switcht sie immer wieder zwischen den einzelnen Zeitebenen hin und her und beschreibt so die kurze und leidenschaftliche Liebe zwischen ihren jeweiligen Protagonisten. Immer wieder finden sie zusammen, und immer wieder werden sie auseinandergerissen. Lange lässt uns die Autorin im Dunklen, was hinter diesen Schicksalen steckt, bis schließlich… nein, das bleibt eine Überraschung. So ist “Forever again” von Lauren James eine romantische Zeitreise und zugleich eine weitere Variante der alten Theorie, dass mehrere Zeitstränge nebeneinander existieren könnten, in denen wir vielleicht ganz unterschiedliche Leben leben – wenn wir nur hinüber schauen könnten! Ganz wunderbar authentisch gelesen von Julia Meier, die insbesondere der Stimme des Computers einen sehr gelungenen Anstrich gibt.

Bewertung vom 26.09.2017
Neunauge / Kommissar Danowski Bd.4
Raether, Till

Neunauge / Kommissar Danowski Bd.4


sehr gut

Die Idee zu „Neunauge“, so der Autor Till Raether, sei ihm gekommen, nachdem er in einer Projektarbeit zusammen mit einer Schulklasse einen Roman entwickelt habe. In seinem neuen Krimi mit dem etwas anderen Kommissar Adam Danowski spielt er dessen Qualitäten wieder voll aus. Denn Adam tickt anders und geht mit seinem Freund Finzi und seiner Kollegin Meta Juckschat gern mal unkonventionelle Ermittlungswege. Daneben lässt der Autor auch das Privatleben seiner Figuren nicht außer Acht. So geht es dieses Mal unter anderem um das Verhältnis Adams zu seiner gerade in die Pubertät kommenden Tochter und um die Beziehung zwischen Finzi und Meta. So ist “Neunauge” wieder ein souverän und mit einem Augenzwinkern geschriebener Krimi aus Hamburg.

Bewertung vom 26.09.2017
Fiona
Bingham, Harry

Fiona


sehr gut

Wie der Autor Harry Bingham schreibt, beruht „Fiona - Als ich tot war“ auf einer wahren Begebenheit. Sehr detailliert erzählt der Autor die Geschichte der jungen Polizistin Fiona Griffith, die als verdeckte Ermittlerin versucht, einen groß angelegten Versicherungsbetrug aufzudecken. Dafür infiltriert sie als Fiona Grey die Gruppe der Betrüger. Doch was als professionelles Rollenspiel beginnt, wird zum psychologischen Abgrund, als die hochmotivierte und ehrgeizige Ermittlerin immer mehr in zwei Persönlichkeiten zerfällt: die gewiefte Polizistin und die kleine Büroangestellte, die sich an die großen Fische heranmacht. Sehr behutsam entwickelt der Autor die Story aus Sicht der ehrgeizigen Frau, die über ihren Job unmerklich ihr eigenes Ich verliert. Spannend erzählt, stellenweise recht ausführlich, aber psychologisch sehr fein austariert.

Bewertung vom 26.09.2017
Die Rückkehr des Lemming / Lemming Bd.5
Slupetzky, Stefan

Die Rückkehr des Lemming / Lemming Bd.5


sehr gut

Zwei parallele, zeitlich weit auseinander liegende Handlungsstränge verfolgt Stefan Slupetzky in seinem neuen Wiener Krimi “Die Rückkehr des Lemming”. Einerseits die seines eigenwilligen Helden Leopold “Lemming” Wallisch, der hier einmal mehr auf sehr eigenwillige Art seinen Ermittlungen in einem Entführungsfall nachgeht, und andererseits die eines jungen Mannes namens Max, der im 17. Jahrhundert kurz nach dem 30-jährigen Krieg die beiden Vögel Kaspar und Pannonia von einer langen Seefahrt mit nach Hause bringt. Stefan Slupetzky erzählt die Story in dem ihm eigenen, humorvollen Stil, so dass auch der neue Lemming-Fall wieder ein unterhaltsamer, stellenweise leicht überdreht-spaßiger Krimi mit einer richtig schönen Überraschung am Ende ist (Mehr wird hier aber nicht verraten - lest selbst).