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Benutzername: Wedma
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Bewertungen

Insgesamt 295 Bewertungen
Bewertung vom 20.03.2019
Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur
Unzicker, Alexander

Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur


ausgezeichnet

Dieses Buch habe ich sehr gern gelesen. Hat viel Spaß gemacht. Das unterhält nicht nur auf einem guten Niveau, an einigen Stellen musste ich auflachen, es gibt reichhaltigen Stoff zum Nachsinnieren, Nachlesen usw. Vielerorts stellt Unzicker sehr gute Fragen, die man sich so vllt noch nicht gestellt hat. Es ist sehr zugänglich und für jeden verständlich geschrieben,
Zum Autor laut Klappentext: „Der Physiker, Jurist und Kognitionsforscher Alexander Unzicker analysieret die Herausforderungen für unser Denken im postfaktischen Zeitalter und schafft Orientierung im großen durcheinander. Vor allem aber fordert er von uns allen den Mut, selbstbewusst und frei den eigenen Verstand zu gebrauchen.“
Der Inhalt ist prima strukturiert, sehr leserfreundlich. Es gibt 3 Teile: Sehen, Denken Handeln, die aus 6, 5 und 4 Kapiteln von etwa 10-25 Seiten bestehen. Diese wiederum beinhalten noch kleinere Abschnitte, sodass man, wenn wenig Zeit, auch nur eine halbe Seite lesen kann. Man kann das Buch im Grunde auch in einem Rutsch durchlesen, aber Pausenmachen und Nachdenken, gerade hier, ist eine sehr gute Idee.
Alle Themen sind prima aufgeschlossen. Man bekommt viel mehr, als die Überschriften im Inhaltsverzeichnis erahnen lassen.
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Teil 1 vermittelt u.a., dass man das Weltgeschehen durchaus anders sehen kann, als die Leitmedien dies beharrlich nahelegen und liefert wertvolle Anstöße, die einem helfen können, das Aufnehmen und Bewerten von Information, Fake News usw. anders zu gestalten. Das weckt auch den Wunsch, sich besser, im Sinne von weniger Quantität, aber in höherer Qualität, zu informieren uvm.
Im Teil 2 spricht Unzicker von der Regression des Denkens in der Gesellschaft und Wissenschaft, die in den letzten Jahren kaum zu übersehen ist. Er schildert u.a., welchen negativen Einfluss Neoliberalismus auf die Grundlagenforschung ausübt, was dazu führt, dass die Menschheit seit Langem nichts grundsätzlich Neues mehr hergebracht hat. Zitat hier: „Big science may destroy great science.“ Karl Popper.
Aufschlussreich schreibt er auch über die Zensur, die sich langsam aber sicher in das gesellschaftliche Leben einschleicht, und welche Auswirkungen diese auf das freie Denken hat. Auch den Erzählrahmen, den die Leitmedien pflegen, und wie dieser die objektive Betrachtung der Ereignisse und das freie Denken unmöglich macht, schildert er eingängig. Das letzte Kapitel im Teil 2 beschäftigt sich mit Verschwörungstheorien vs. Regierungsmärchen wie den Verschwörungstheoretikern vs. Regierungstrottel.
Auch letzter Teil hat seine starken Seiten. Er schlägt auch konkrete Dinge vor, die für jeden recht einfach zu bewerkstelligen sind, z.B. weniger Infomüll. Man muss all die Neuigkeiten in der Welt nicht alle paar Minuten erfahren. Ich praktiziere es schon seit paar Jahren und kann bestätigen, dass dies ein guter Rat ist. Solche Haltung hebt nicht nur die Lebensqualität.
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Im Anhang findet man alternative Nachrichtenquellen: 58 an der Zahl wie nachdenkseiten, telepolis, rubikon news (Jens Wernicke) usw. Auch die Literatur kann sich sehen lassen. Ich kenne gut über die Hälfte dieser Werke. Sehr lesenswert.
Dieses Buch ist ein wichtiger Beitrag in Sachen Aufklärung. Er legt das, was man aus den Werken von Noam Chomsky, Albrecht Müller, Daniele Ganser, Michael Lüders und vielen anderen kennt, zugrunde und schafft eine sehr gute, anschauliche Anleitung zum Selberdenken in verrückten Zeiten, wie der Untertitel auch verspricht. Bleibt zu hoffen, dass das Buch vielen Lesern zur besseren Orientierung verhelfen wird.
„Wenn man weiß, wo der Verstand ist…“ ist auch voller Zitate, die ich nicht mehr missen möchte.

Fazit: Ein bereicherndes Werk, auch wenn man schon einiges zum Thema gelesen hat.
Dieses Buch würde ich jedem in die Hand drücken: „Lese das. Tut gut.“
5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 15.03.2019
Zeitenwende 1979
Bösch, Frank

Zeitenwende 1979


gut

Die Bücher wie das vorliegende sind vllt nicht gerade schlecht, vllt taugen sie als erste Annäherung an das Thema, aber als sonderlich gut kann ich sie auch nicht bezeichnen: Da weiß man nicht so genau, ob die Verklärung oder die Aufklärung die Oberhand gewinnt. Es gibt andere Werke, bei denen die knappe Lesezeit mit größerem Erkenntnisgewinn investiert ist.
Gekürzt.

Bewertung vom 05.03.2019
Nachdenken über Deutschland
Müller, Albrecht; Berger, Jens

Nachdenken über Deutschland


ausgezeichnet

Das Buch ist richtig gut: direkt, schonungslos und bitter nötig. Ein Augenöffner.

Hier sagen Albrecht Müller und Jens Berger all die Dinge, die man aus „Qualitätsmedien“ kaum erfährt, da diese klare, adäquate Sicht der Dinge deutlich jenseits des Erzählrahmens der Leitmedien liegt. Das Ganze wirkt wie Karaffe frischen Wassers nach all dem, was man den bekannten Zeitungen zu akuten Themen der Gegenwart in den letzten Jahren entnehmen durfte. Das ist Aufklärung, wie sie sein soll: Hintergründe, Ursachen der Konflikte, Zusammenhänge, messerscharfe Analysen werden hier geliefert. Starkes Zeug zum Aufwachen.

Das Buch stellt eine Ansammlung von Beiträgen auf NachDenkSeiten, unterteilt in 5 Kapitel, dar:
1. Merkelismus
2. Medienkritik, Meinungsmache und Manipulation
3. Erfolge der Rechtpopulisten
4. Die neoliberale Wirtschaft hat die Politik fest im Griff
5. Krieg, Zerstörung und Flucht

Im ersten Kapitel liest man u.a. 27 gute Gründe, Angela Merkel nicht zu wählen, da es hier um die Beiträge von Albrecht Müller zur Bundestagswahl 2017 geht. Die Wahl steht nicht mehr zur Debatte, aber die guten Gründe bleiben, die Probleme wie marode Infrastruktur, Ausverkauf der Industrie, Erstarkung der Rechten, weiterer Einsatz von Glyphosat, Einschränkung der Bürgerrechte usw. wollen gelöst werden.

Auch Kapitel 2 liefert Spannendes zum Nachdenken und nicht nur. Die Thesen, nach Paul Sethe „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten“ ergänzt durch Albrecht Müller „Jenen Personen und Gruppen haben offensichtlich entschieden, dass es Alternativen zur herrschenden neoliberal geprägten Ideologie und Praxis nicht mehr geben soll“ sind hier anhand mehrerer Beispiele beleuchtet worden.

Im dritten Kapitel geht es u.a. um AfD. Eine zutreffende Analyse dessen, wie es passieren konnte, dass diese Partei ihre Erfolge feiert. Auch andere Dinge, wie z.B. die Vorschläge, wie man die gesetzliche Rente noch retten könnte uvm. sind hier auch dabei.

Das letzte Kapitel liefert nicht nur klare Worte zum Fall Skripal. Jens Berger zeigt in seinem Beitrag vom 2.03.2018 einige Hintergründe auf, die hinter Russland-Bashing und Sanktionen gegen Russland stecken. Albrecht Müller gibt in seinem Beitrag „Auf dem Weg zum Regimechange in Russland…“ vom 13.04.2018 noch paar sehr gute Denkanstöße zum Thema Meinungsmache und führt 8 Methoden auf, die bei der Manipulation der öffentlichen Meinung aktiv Anwendung finden. Bei der Lektüre der sog. Leitmedien kann diese jeder erkennen, der darauf achtet. Einige Beispiele sind auch hier dabei. In seinem Beitrag vom 01.06.2018 führt Albrecht Müller 9 Punkte auf „Wo überall und wie die USA uns beherrschen“, z.B. „Die USA nutzen unser Land und Europa, um weltweit ihre vielen Kriege zu führen“, „Die USA bestimmen weitgehend unsere Außen- und Sicherheitspolitik“, „Die deutschen Unternehmen sind über weite Strecken im Einflussbereich US-amerikanischer Fonds.“ uvm.

Ich finde gut, dass man diese Beiträge in einem Buch zusammengefasst hat. Wenn man die NachDenkSeiten noch nicht kannte, ist es ein eindrucksvolles Kennenlernen. Wenn man schon das eine oder andere bereits dort gelesen hat, ist es gut, diese Ausführungen gedruckt in einem Buch zu haben.

Fazit: Lesen Sie es. Auch, oder gerade dann, wenn Sie Ihre Meinung über das Weltgeschehen aus den sog. Leitmedien erfahren. Diese Inhalte, diese Sicht der Dinge sollte man kennen und darüber nachdenken.

Bewertung vom 28.02.2019
Das letzte Achtel
Pfeifer, Günther

Das letzte Achtel


ausgezeichnet

In dieser Folge mit Schierhuber und Hawelka habe ich mich nicht nur köstlich amüsiert, noch viele anderen Dinge kamen dazu: authentische Figuren, spannende Handlung, Atmosphäre samt Urlaubsfeeling uvm. Hat echt Spaß gemacht.
Klappentext beschreibt die Eckpunkte der Geschichte ganz gut. In einem beschaulichen Ort im niederösterreichischen Weinviertel wurde eine männliche Leiche gefunden, die wie bei einem Ritualmord hergerichtet aussah: Mit 37 Rohrweihen im Kreis um den Toten.
Schierhuber und Hawelka wurden von ihrem Vorgesetzten aus Wien dorthin abkommandiert. Sie dürfen aber nur Undercover ermitteln. Wie es da zugeht, und was aus dem Ganzen wird, sollte man lieber selbst lesen.
Dieser Krimi ist nicht nur sehr gut aufgebaut, spannend, urig-atmosphärisch, wie ein Kurzurlaub im Weinviertel mit seinen Sehenswürdigkeiten und Festen, kurzen Ausflügen in die Geschichte usw., er hat auch eine klare Botschaft, die prima rübergebracht wurde.
Schon am Anfang musste ich auflachen. Die Heiterkeit hielt sich bis zum Schluss, denn die Situationskomik und die humorige Art der Hauptfiguren, wie sie mit einander umgehen, ist schon herrlich und verleitet oft genug zum Schmunzeln. Auch die Geschichte an sich wurde locker, mit Augenzwinkern erzählt. Ich mag diesen Humor.
Die Figuren reden mit einander im Dialekt. Das macht das Ganze noch authentischer. Keine Verständigungsprobleme trüben den Spaß, denn alles wurde gleich unten nach dem Sternchen in kleinerer Schrift erklärt. Diese Fußnoten sind eine herrliche Ergänzung, die nicht nur zum Zweck der einwandfreien Verständigung da sind. Preußen und andere können hier sehr gut zugreifen.
An Überraschungen zum Schluss mangelt es kaum. Und das einzige, was man schade findet, ist, dass der Krimi zu schnell zu Ende ist.

Fazit: Eine sehr gut gelungene Folge mit Schierhuber, Hawelka& Co. Gern vergebe ich 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung, und bleibe auf weitere Folgen sehr gespannt.

Bewertung vom 28.02.2019
Die Farben des Feuers
Lemaitre, Pierre

Die Farben des Feuers


sehr gut

Diesen Roman habe ich sehr gern gelesen. Er hat mir viele schöne, heitere Lesestunden geschenkt, daher empfehle ich ihn auch weiter.
Insbesondere das Wie des Erzählens bereitete mir viel Vergnügen. In der ersten Hälfte kam mir oft der Gedanke: So schön, gekonnt und leichtfüßig erzählt, mit feiner Ironie, etc. kann mir der werte Autor alles auftischen. Und darauf kam er im zweiten Teil auch zurück. Da tauchten oft genug Glaubwürdigkeitsfragen auf, insb. zum Schluss. Da musste ich an Indiana Jones denken, der mit nur paar Freunden, die ihm zur Hand gehen, all die mächtigen Bösewichter etwas Besseren gelehrt hat.
Aber wenn man die Geschichte mit guter Portion Humor und sonst nicht so schwernimmt, so wie sie erzählt wurde, dann hat man eine schöne Lektüre, die optimistisch stimmt und an den Sieg des Guten am Ende glauben lässt. So gesehen, ist diese Geschichte eine Art Märchen, das in den dreißiger Jahren des 20 Jh. angesiedelt ist. Man fühlt sich auch gleich in diese Zeit versetzt, schön atmosphärisch ist es also auf jeden Fall.
Der Roman fängt eher düster an, da passt auch das Coverbild zu, aber nach und nach wird es heller. Ich musste paarmal auflachen. Gute Portion Gesellschaftskritik liest sich deutlich heraus. Die Prinzipienlosigkeit und Verlogenheit der Reichen und Mächtigen, die Einfluss und Geld über alles stellen, das gilt auch für die Presse, was an mehreren Stellen mit Augenzwinkern zum Ausdruck gebracht wurde.
Was sehr positiv auffällt: Die Figuren, die keine 08/15 sind. Unikal und absolut unverwechselbar. Jede hat seine Vorgeschichte und tiefe Verletzung, an der sie zu knabbern hat.
Madeleine entwickelt sich im Laufe des Geschichte zu einer wahren Heldin. Reiche Erbin einer angesehenen Pariser Bank, sieht sie sich eines Tages nach dem Tod ihres Vaters nach Strich und Faden betrogen, manipuliert und enteignet. Von den Menschen, tw. nächsten Verwandten, denen sie praktisch blind vertraut hat. Ihr Sohn, ihr ein und alles, missbraucht und gelähmt, sitzt nun im Rollstuhl und stottert vor sich her. Und alle, die ihr altes Leben bestimmt und sie in diese Lage gebracht haben, tun so, als ob nichts passiert wäre, als ob es sich so gehöre. Madeleine überlegt sich einen raffinierten Racheplan, den sie, mit nur paar Helfern, virtuos in die Tat umsetzt.
Kann sein, dass man einen bestimmten Grad an persönlicher Reife erreicht haben muss, um in den vollen Genuss dieses Werkes zu kommen.
Ich halte den Roman für sehr gut und lesenswert. Schön auch als Geschenk.

Das Buch ist auch wie dafür gemacht: Hardcover in kräftigem Rot, Umschlagblatt, fest und glatt, gutes Papier, angenehme Schriftgröße.

Fazit: Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Damit habe ich einige erfüllen Lesestunden verbracht, was ich auch Euch wünsche. Gern lese ich auch weitere Werke des Autors.
Ich sehe, der Roman komm auch in der Hörbuchversion. Höre ich mir bestimmt an.

Bewertung vom 22.02.2019
Vogelzug
Richarz, Klaus

Vogelzug


ausgezeichnet

Für dieses Buch konnte ich mich restlos begeistern. Klaus Richartz präsentiert ein sehr gutes, informatives, aufschlussreiches Werk, das den Vogelzug aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und spannende Erkenntnisse liefert.

Die Ausführungen folgen einem wohl durchdachten Konzept. Alle Punkte des Inhaltsverzeichnisses, s. z.B. die Leseprobe auf der Webseite des Verlages, sind prima aufgeschlossen worden. Es fängt mit ein wenig Geschichte an: „Vogelzug – eine Geschichte voller Mythen und Beobachtungen“, geht über die „‘Zugvögel‘ aus anderen Tiergruppen“, wo man über die Gnus, Lachse und Falter einige Dinge liest, so habe ich sie bisher noch nicht gesehen, hin zur Beringung der Vögel, gefolgt von ein paar schönen Seiten über die Pinguine.
Viele Vogelarten kommen in diesem Buch vor: Gänse, Auer-. Rebhühner, Wachtel, Habichte, Storche, Kraniche, Schwäne uvm. Im Kapitel „Vogelzug in Zeit und Raum“ sind einige Vogelarten zwecks der Erkennungshilfe kurz beschrieben worden. Die Fotos sind bei jeder Artbeschreibung dabei.
Es ist ein Buch, das man gern zusammen mit Kindern lesen kann. Griffige, verständliche Texte, dazu die großen Farbabbildungen auf jeder Seite, 218 insg., meist Fotos, aber auch geografische Karten, die u.a. die wichtigsten Zugstraßen abbilden, oder auch Tabellen, die gemessene Flughöhen oder Geschwindigkeiten der Zugvögel darstellen, sprechen dafür.
Die Fotos sind einfach großartig. Man kann das Buch aufschlagen und sich zunächst nur diese schönen Naturfotos anschauen. Herrlich!
Ein Foto hat mich besonders beeindruckt: Drei Weißstorche, die man hier oft auf den Wiesen sieht, stehen auf einer Landstraße vor einem Elefanten. Dran liest man: „Im afrikanischen Winterquartier bewegen sich Weißstörche so selbstverständlich zwischen Elefanten wie bei und zwischen Weidetieren.“ S. 83.
Zum Schluss gibt es zwei wichtige Kapitel, die über die Gefahren für die Vögel auf dem Zug aufklären. Dazu gehören die Windräder, da ist ein Foto von einem Kranich, der das Treffen mit den Rotoren nicht überlebt hat, aber auch der Klimawandel insg., Lichtverschmutzung, Plastikmüll uvm. Jede dieser Gefahren wurde kurz aber aufschlussreich beschrieben. Anschließend liest man über die Hilfen für Zugvögel, wie auch über die Schutzgebiete, wo man die Vögel gut beobachten kann, z.B. Helgoland, Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und einige anderen. Im Anhang findet man die wichtigen Einrichtungen und Adressen samt kurzen Beschreibungen ihrer Funktionen wie Staatliche Vogelschutzwarten nach Bundesländern, Bundesamt für Naturschutz und die nicht staatlichen Organisationen wie NABU etc.

Literaturhinweise bieten gute Tipps, wenn man sich in das Thema noch weiter vertiefen möchte. Register hilft der schnellen Navigation.

Zum Autor laut Klappentext: „Klaus Richarz ist promovierter Biologe. Von 1980 bis 2013 war er hauptamtlich im Naturschutz tätig und leitete bis 2013 für 22 Jahre die Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland in Frankfurt. Als Berater in Naturschutzfachfragen sowie ehrenamtlich als Vorsitzender des Bundesverbandes Wissenschaftlicher Vogelschutz e.V., als Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz im NABU Hessen und als Beirat mehrerer Naturschutzstiftungen ist er weiterhin im Naturschutz aktiv. Seit vielen Jahren schreibt er Sachbücher zu den Themen Vögel, Fledermäuse, Naturschutz und Naturerleben, die in mehr als zehn Sprachen übersetzt wurden.“

Das Buch ist hochwertig gestaltet: Festeinband in Blau, Umschlagblatt, glattes, festes Weißpapier der Seiten. Schön als Geschenk.

Fazit: Ein aufschlussreiches, reich bebildertes Buch für Naturfreunde, das man gut mit Kindern lesen kann. Gern vergebe ich fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 22.02.2019
Napoleon
Müchler, Günter

Napoleon


gut

Die Biografie ist bestimmt nicht schlecht. Wenn sie bloß weniger einseitig, fragmentiert, dazu aber objektiver und frei von irreführender Meinungsmache/Umdeutung der Geschichte geschrieben wäre!
Gekürzt.

Bewertung vom 19.02.2019
Mutterschaft
Heti, Sheila

Mutterschaft


ausgezeichnet

Eine geistreiche, tiefgründige, gefühlvolle und auch sinnliche Auseinandersetzung mit dem Thema Mutterschaft. Den Leserinnen, die zu begreifen versuchen, ob sie Mütter werden wollen, gibt dieses Buch eine umfangreiche Entscheidungshilfe. Es vermittelt auch, dass es völlig in Ordnung ist, keine Kinder zu haben. Warum und wie es begründet ist, das liest man lieber selbst.

Dass man über die Mutterschaft so facettenreich schreiben kann! Dieses Werk gibt viel reichhaltigen Stoff zum Nachdenken, nicht nur über das Hauptthema, wobei das wird ausgiebig aus etlichen Blickwinkeln betrachtet. Überlegungen zu: Was ist Leben, Liebe, Familie, Freundschaft, Sinn des Lebens, Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, schwierige Mutter-Tochter Beziehung, die ein Leben lang andauerte, und wie diese durch das Schreiben dieses Buches und durch das Ergebnis an sich geheilt wurde. Es geht auch um das Zusammenleben von Mann und Frau, um die Dinge, die eine erfolgreiche Beziehung ausmachen, und noch vieles mehr.

Diese Überlegungen sind nicht nur unverblümt ehrlich, sie bergen auch etwas Wahres in sich. Auch esoterische, spirituelle Momente sind dabei und ergänzen das Ganze ungemein.

Manchmal musste ich auflachen. Und ein anderes Mal wurde ich sehr nachdenklich.

Das Buch sollte man gelesen haben. Es ist gekonnt wie talentiert, ja meisterhaft geschrieben. So spannend, dass ich es kaum aus der Hand legen mochte. Sprachlich wunderbar, lässt es sich sehr angenehm und flüssig lesen.
Damit meine ich nicht, dass man es in einem Rutsch lesen sollte. Pauseneinlegen und Nachdenken, gerade bei diesem Werk, ist eine sehr gute Idee.
Es ist weise und sehr rührend zum Schluss. Einfach genial.

Das Buch ist hochwertig gemacht. Heller Festeinband, Umschlagblatt, Lesebändchen in Violett, passend zu den Buchstaben des Titels. Schön auch als Geschenk.

Auf dem Buchrücken steht: „Hier ist es endlich, das Buch für euch alle, die ihr überlegt, ein Kind zu bekommen, die ihr schon eins habt, die ihr keines wolltet, die ihr nicht wisst, was ihr wollt, obwohl die Uhr tickt.“ Miranda July. Das stimmt, das kann ich unterschreiben.

Fazit: Dieses Buch ist ein Kunstwerk. Dem muss man genug Raum und Zeit geben, damit es seine Wirkung vollends entfalten kann.
Eine großartige Neuentdeckung. Gern lese ich mehr aus der Feder der kanadischen Autorin Sheila Heti.

Bewertung vom 15.02.2019
Die Glocke im See, 2 MP3-CDs
Mytting, Lars

Die Glocke im See, 2 MP3-CDs


ausgezeichnet

Eine urige, atmosphärische, tragische, großartig erzählte Geschichte, die ich sehr gern gehört habe.

Klappentext beschreibt den Inhalt sehr treffend. Aber da ist noch viel mehr als eine bloße Abfolge der Ereignisse. Man muss diese Geschichte auf sich wirken lassen: nachdenken, nachfühlen, dann hat man mehr davon.

Ich war sofort im Geschehen drin. Und musste feststellen, dass man sich auf diesen Roman am besten voll und ganz einlassen sollte. Dann entgehen einem die schöne, gehaltvolle Sprache, die stimmungsvollen Landschaftsbeschreibungen zu allen Jahreszeiten und die Sätze, die jedes Zitatenheft ehren können, und noch vieles mehr, wohl kaum.

Authentisch und atmosphärisch ist das Leben in Norwegen im Jahr 1840 dargestellt worden. Es ist, als ob man eine Zeitreise unternimmt. Man trifft die Menschen dort, sieht, wie es ihnen ergeht, gegen welche Widrigkeiten sie ankämpfen müssen.

Auch die Protagonisten erscheinen sehr authentisch, wie dem wahren Leben entsprungen. Sie haben ihre Ecken und Kanten, sind aber auch Kinder ihrer Zeit. Dem Ganzen liegt eine Liebesgeschichte, eine Art Dreieckbeziehung zugrunde. Zwei junge Männer: der örtliche neue Priester, der deutsche Student der Architektur und die Einheimische junge, hübsche, gescheite Astrid. Als weitere Protagonisten kann man die alte Stabkirche, ein Kunstwerk mit all den Schnitzereien, sowie die Kirchenglocken ansehen, denn sie spielen eine große Rolle und verändern stark das Leben der Anderen. Gerade die Glocken haben eine bemerkenswerte Vorgeschichte. Und der Spruch, „Die Kirche im Dorf lassen“, gewinnt hier seine spezielle Bedeutung. Alle Protagonisten verändern sich im Laufe der Geschichte. Das sieht man heute nicht so oft, meist in besonders kunstfertigen Werken.

Auch einige Überraschungen sind dabei. Die Handlung konnte ich selten, zum Schluss gar nicht voraussehen.

Beate Rysopp hat sehr gut gelesen. Stundenlang konnte ich ihr zuhören. Freue mich auf weitere Hörbücher in ihrer Darbietung.

Fazit: Das erste Highlight des Jahres in der Kategorie Roman. Eine Geschichte über die Liebe, Freundschaft, Verrat, Pflichterfüllung, Heimatliebe und noch vieles mehr. Nicht besonders fröhlich, eher tragisch, aber sehr beeindruckend, die noch lange nachhallt. Toll, dass es der Auftakt einer Familiensaga ist, und man auch die Fortsetzung freuen darf.
Gern vergebe ich die wohl verdienten 5 Sterne und eine Hörempfehlung.

Bewertung vom 13.02.2019
China First
Sommer, Theo

China First


gut

Kurz gesagt: Hier gibt es gute und weniger gute Seiten. Der Stoff ist recht deutlich auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten.

Das Buch hat vier Teile: Im ersten liest man paar Dinge zur Geschichte und zum Werdegang Chinas. Im zweiten Teil geht es um den Aufstieg zur Supermacht. Der dritte Teil beschreibt die Sicht des Autors auf Chinas heutige Weltpolitik, darin ca. 40 Seite über die Seidenstraßen, 26 S. über Aufrüstung, ca. 20 S. zu den Geschehnissen im Südchinesischen Meer. Teil vier beschreibt Konflikte mit einigen anderen Ländern wie Japan, Indien, Russland, USA.

Im Grunde, wenn man das WAS vom das WIE, i.e. die informative Ebene von der Art der Stoffdarbietung trennen kann, was zugegebenermaßen nicht so einfach ist, oder vom Haus aus leitmedienaffin ist, mit all den daraus folgenden Konsequenzen, dann wird man hier auf seine Kosten kommen können. Die im Inhaltsverzeichnis aufgeführten Punkte sind ganz gut, auf Info-Ebene, beleuchtet worden. Da hatte ich nicht den Eindruck, man redete am Thema vorbei.

Es gibt schon eine Reihe guter Gedanken, insb. zum Schluss. Bloß über all dem Gesagten hängt wie Damokles Schwert die Frage der Glaubwürdigkeit. Diese Ausführungen setzen ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Autor und den Lesern voraus. Dieses wurde sowohl hier als auch sonst längst verspielt.

Das Buch ist hochwertig gemacht: Festeinband in Weiß, Umschlagblatt aus glattem, festem Papier. Die roten Buchstaben des Titels sind haptisch hervorgehoben. Lesebändchen ist leider nicht dabei. Die Schrift ist gerade noch so groß, dass man sie problemlos lesen kann. Eine recht ausführliche geographische Karte Chinas am Anfand und am Ende leistet gute Hilfe. Paar s/w Fotos, Tabellen machen die Ausführungen anschaulicher.
Ohne die Schwächen hätte es ein sehr gutes Buch werden können. Aber so kann ich hier nur drei Sterne mit ganz viel Wohlwollen vergeben.

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