Autor im Porträt

Toptitel von Margaret Atwood

Drei drollige Dramen

Gebundenes Buch
Die Drei drolligen Dramen kitzeln die Lachmuskeln. Sie führen in die Welt der aufregenden Abenteuer und der Alliteration, der gleichen Anfangslaute. Die drei Geschichten für kleine und große Kinder ab 7 Jahren wollen laut vorgelesen oder selbst laut gelesen werden. - Rüpel Ramsay und die randalierenden Radieschen Ramsay nimmt vor seiner raubeinigen Restfamilie - Ron, Rollo und Ruby - Reißaus. - Bedauernswerter Bob und Düstere Dorinda Von Baby Bob und der düsteren Dorinda, deren dünnlicher Dad und dickliche Mum bei einem Dammbruch in Dschibuti verloren gegangen sind ...- Die wandernde Wanda und Witwe Wischwaschs Wunder-WäschereiDie wandernde Wanda wird in einen Weidenkorb gezwängt und landet mit drei weiteren Waisen in der Wunder-Waschküche von Witwe Wischwasch ...…mehr

 

19,00 €

 

Die Kunst des Kochens und Auftragens

Gebundenes Buch
Nach dem Lyrik-Sammelband Die Füchsin soll dieses Buch Margaret Atwoods Erzählungen ins rechte Licht rücken. Ohne Zweifel sind ihre Stories ein wesentlicher Teil ihres Werks, ihr Sinn für knappe Pointen und ironische Zuspitzungen machen sie zu einer Meisterin der kurzen Form. Dies ist der Versuch, einen großen Bogen über Margaret Atwoods diesbezügliches Schaffen zu spannen. Eine exklusiv für diese Sammlung geschriebene Geschichte und ein knappes Dutzend noch nie auf Deutsch erschienener Stories verleihen diesem Projekt zusätzliche Bedeutung.
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30,00 €

 

Margaret Atwood

Margaret Atwood, geboren 1939 in Ottawa, ist eine der wichtigsten Autorinnen Kanadas. Ihre Werke liegen in über 20 Sprachen übersetzt vor und wurden national und international vielfach aus gezeichnet. Neben Romanen verfasst sie auch Essays, Kurzgeschichten und Lyrik. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Booker Prize, dem kanadischen Giller Prize und mit dem Prinz-von- Asturien-Preis (2008) und mit dem Nelly-Sachs-Preis (2009).Sie lebt mit ihrer Familie in Toronto.

Die Geschichte von Zeb - Literaturfestival 2014

Die Macht des Erzählens und "Die Geschichte von Zeb"



Margaret Atwood kommentiert ihren Ende des Jahres anstehenden 75. Geburtstag in unserem Interview mit dem Witz, dass sie "gerade eben doch noch 39" gewesen sei ... Und liest man ihren neuesten Roman - den letzten Teil der "MaddAddam"-Trilogie, "Die Geschichte von Zeb" -, dann spürt man auf jeder Seite, dass Margaret Atwood einfach ein junger Geist ist: so fantasievoll und witzig, vor Einfällen sprühend und immer am Puls der Zeit. Auch ihre Internetpräsenz spiegelt das wunderbar wider - mit den z. B. von Atwood gezeichneten BookTour Comix oder Spielen wie The Happy Zombie Sunrise Home. In Letzterem tobt sich Atwood zusammen mit Autorin und Spieleschreiberin Naomi Alderman aus. Ein weiterer Tipp für Atwood-Fans: ihre Kinderbücher, von denen einige auch auf Deutsch erschienen sind. Anarchische Geschichten und ein großer Spaß ...



"Die Geschichte von Zeb" - SciFi und große Literatur



Nun also legt die kanadische Autorin mit "Die Geschichte von Zeb" den Showdown ihrer Trilogie vor - die SciFi-Romane sind große Literatur. Atwood schafft es auch in diesem Buch -mehr

Die Geschichte von Zeb - Literaturfestival 2014

Mit die "Die Geschichte von Zeb" erscheint nun der letzte Teil der "MaddAddam"-Trilogie nach "Oryx und Crake" und "Das Jahr der Flut". Sie schreiben über das Ende der Menschheit und eine Welt, die von genmanipulierten Tieren wie den riesigen und sehr gefährlichen Organschweinen mit menschlichem Genmaterial, die sehr schlau sind, oder Mo'Hair-Schafen mit menschlichen Haaren, aber auch von seltsamen menschenähnlich aussehenden Kreationen wie den "Crakern" bevölkert ist. Obwohl der Planet verwüstet und verseucht ist, lesen sich die Romane der Trilogie leicht und durchaus humorvoll - wie erreichen Sie diese Leichtigkeit, diese Balance?



Margaret Atwood: Ein europäischer Journalist hat mich vor einiger Zeit mal gefragt, ob meine Bücher denn nun lustig seien oder nicht, und ich habe geantwortet: "Beides." Sein Kommentar: "Ah ja. Angelsächsischer Humor." Wie auch immer - ich glaube, es ist ein weitverbreiteter menschlicher Wesenszug, Dingen, die uns Angst machen und/oder eigentlich nicht wirklich lustig sind, mit Humor zu begegnen. Wahrscheinlich ist das ähnlich wie bei den Raben, wenn sie nach den Schwänzen von Wölfen picken und die anderen Raben dazu krächzen,mehr

Kundenbewertungen

Die Zeuginnen (eBook, ePUB)

Bewertung von Dark Rose aus NRW am 20.09.2019
Ich bin absolut begeistert! So hätte ich mir "Der Report der Magd" gewünscht! Ich habe ja keinen Hehl daraus gemacht, dass ich von „Der Report der Magd“ enttäuscht war. Dennoch konnte ich jetzt Band 2 „Die Zeuginnen“ nicht widerstehen und ich bin sehr froh darüber! Im Buch erzählen drei Frauen ihre jeweilige Geschichte und inwiefern sie mit Gilead verbunden waren. Tante Lydia, die vorher Richterin am Familiengericht war. Agnes, die in Gilead aufgewachsen war und später erfuhr, dass sie nicht die Tochter ihrer Eltern war, sondern ihre leibliche Mutter bei der Flucht aus Gilead gefasst worden war und nun vermutlich eine Magd ist. Daisy, die in Freiheit aufwuchs, aber ebenfalls nicht die Tochter ihrer Eltern ist, die obendrein noch zum Widerstandsnetzwerk Mayday gehörten. Diese drei erzählen abwechseln über ihr Leben. Ich war direkt von Beginn an gefesselt von diesem Buch. Ich konnte mich in alle drei Protagonistinnen und die Nebencharaktere hineinversetzen. Die Atmosphäre Gileads wurde sehr überzeugend eingefangen und durch die drei verschiedenen Erzählerinnen bekam man deutlich mehr zu sehen, als bei nur einer Sichtweise. Dieses Buch hat alles, was ich bei „Der Report der Magd“ vermisst habe. Man hat endlich mehr über Gilead erfahren, wie das Leben dort so ist, wie der Staat funktioniert, wie es überhaupt so weit kommen konnte und wie es nach „Der Report der Magd“ weiterging. Das Buch erinnert stark an die Serie, die auf dem ersten Buch basiert und das ist meiner Meinung nach genau das Richtige. Was mir am besten gefiel kann ich nicht sagen, da ich sonst spoilern würde, aber ich denke meine Begeisterung reicht, um zu zeigen, wie gut dieses Buch ist, vor allem wenn man bedenkt, wie sehr ich mich über den Roman aus den 1980er Jahren aufgeregt habe. Denn das, was ich dort meisten kritisiert habe, findet sich hier eben nicht. Ich habe das Buch verschlungen, ich bin wirklich begeistert und bin so froh, dass ich mich getraut habe es zu lesen. Es war total spannend, faszinierend und erschreckend, aber auf außergewöhnliche Weise. So habe ich mir damals „Der Report der Magd“ vorgestellt, als ich das Buch das erste Mal las. Fazit: Ich kann das Buch nur loben. Es hat meine Erwartungen nicht nur um Welten übertroffen, sondern mir wirklich richtig gut gefallen. Ich wollte es nicht mehr aus der Hand legen und habe an den Seiten gehangen. Es wirkte auf mich glaubwürdig und die Charaktere waren mir sympathisch und wirkten „echt“ auf mich. Die Schilderungen Gileads fand ich richtig beeindruckend. Dieses Regime aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wirkt einschüchternder und bedrückender aber gleichzeitig so unglaublich gruselig, dass man sich wirklich wünscht, dass es niemals dazu kommen wird. Ich bin zutiefst beeindruckt und einfach nur glücklich, dass ich mich getraut habe dem Buch eine Chance zu geben. An alle die von „Der Report der Magd“ wie ich enttäuscht waren: „Die Zeuginnen“ ist um Welten besser! Traut euch!

Der Report der Magd

Bewertung von FrauSchafski am 14.07.2019
Hinter den Scheuklappen Es gibt Bücher, die schon vor dem Lesen eine Art Aura von Ehrfurcht in mir auslösen. Meist sind das Klassiker der Weltliteratur von Autor*innen, die sich einen Platz in den Annalen der Literaturgeschichte erkämpft haben. Solche Bücher zu Rezensieren, sehe ich mich quasi außer Stande. Wie kann ein so kleines unwissendes Licht sich an die großen Werke herantrauen und es auch noch wagen, eine Bewertung derselbigen auszusprechen? Da hilft nur eins - etwas Abstand von der Ehrfurcht gewinnen und versuchen, im Ansatz Leseeindrücke zusammenzufassen und wiederzugeben. „Der Report der Magd“ war mein erstes Buch von Margarete Atwood und es hat viel zu lange auf dem SuB gelegen, viel zu lange habe ich gewartet, um den Einstieg in das Werk der Autorin zu wagen. Denn sie ist brillant - und zu dieser Ansicht komme ich bereits nach der Lektüre nur eines ihrer Bücher. Das darin beschriebene Gesellschaftssystem scheint zeitlich gesehen bereits morgen genau so umsetzbar zu sein und beinhaltet dennoch Ansätze, die ebenso gut aus dem Mittelalter stammen könnten. Solche Gegensätzlichkeiten ziehen sich durch die gesamte Geschichte und bilden ein irritierendes, bigottes Konstrukt. Atwood zeichnet eine patriarchalische Gesellschaft, in der Frauen gleichermaßen unterdrückt und zum wichtigsten Gute der menschlichen Rasse erhoben werden aufgrund ihrer Fähigkeit, Kinder zu gebären und somit den Fortbestand zu sichern. Diejenigen unter ihnen, die noch fruchtbar sind, werden den reichen, bedeutenden Herren als Magd unterstellt und haben ihnen zum Zweck der Fortpflanzung zur Verfügung zu stehen. Dieser Akt an sich erfolgt anhand eines festgelegten Rituals, das jegliche sexuelle Empfindung oder gar Befriedigung der Frau unterbindet. Generell ist Vergnügen in dieser Gesellschaft nicht gern gesehen, stattdessen pflegen die Menschen eine manische Religiosität, die gleichzeitig auch Legitimierung und Quelle des vorherrschenden Wertesystems ist. Vor diesem Hintergrund folgen wir der Stimme von Desfred, einer Magd, die uns an ihren Empfindungen teilhaben lässt. In ihr spiegeln sich Unterdrückung und Auflehnung, Resignation und Wut, Vorher und Nachher. Denn Desfred kennt das „Vorher“ und weiß um die Freiheit, die sie verloren hat. Sie ist die Stimme in unserem Kopf, die uns gleichsam zu Unterdrückten macht, ohne dass wir genau sagen könnten, wie es denn so weit hat kommen können. Sie ist die Feministin des Romans, ohne dass sie darum weiß. So unvermittelt, wie wir in die Handlung hineingeworfen werden, so unvermittelt fallen wir auch wieder hinaus. Denn der Report umfasst - wie es die Textsorte nun einmal will - nur einen kleinen Teilbereich der ganzen Geschichte. Was davor geschah oder danach geschehen wird, obliegt allein der Fantasie der Leser. Fazit: Es ist nicht möglich, alle Facetten des Romans beim ersten Lesen zu erfassen. Atwood schreibt so vielschichtig und tiefgründig, dass zwar jeder diese Geschichte lesen kann, doch bei Weitem nicht jeder sie verstehen wird. Dennoch ist „Der Report der Magd“ eines der Bücher, über das sich jeder selbst eine Meinung bilden sollte. Ich vergebe 5 Sterne, einfach weil dieses Buch 5 Sterne bekommen muss und meine subjektive Meinung eigentlich keine Rolle spielt.

Hexensaat

Bewertung von kaffeeelse am 29.12.2020
Dieses Buch ist das erste Buch aus dem Hogarth Shakespeare Projekt, welches mir vor die Augen kommt. Im Hogarth Shakespeare Projekt erzählen bekannte Autoren Werke von Shakespeare in einem neuen Gewand nach. Und in "Hexensaat" erzählt Margaret Atwood "Der Sturm" nach. Ich habe "Hexensaat" sehr gern gelesen, habe aber leider auch etwas die Schärfe der Margaret Atwood vermisst, die in anderen Büchern dieser wunderbaren Autorin besser zum Vorschein kommt und auch diese Geschichte noch etwas mehr gewürzt hätte. Denn eine Prise Chili fehlt hier. Dennoch ist diese Geschichte über Rache ein wirklich gelungenes Buch. Vielleicht ist es auch schwer ein Bühnenstück in eine literarische Form zu bringen, gewisse Vorgaben sind ja einzuhalten. Ich habe ja noch einige Bücher aus diesem Projekt vor mir. Mal sehen, wie diese so vor meinen Augen abschneiden werden. Felix Philips ist ein hervorragender Mensch des Theaters, er lebt für seinen Beruf, hat auch schon durch seinen Anspruch an seinen Beruf Schläge einstecken müssen. Dennoch brennt er für seine Arbeit. Seine Inszenierungen sind legendär, opulent und einzigartig. Doch eine fiese Intrige engster Mitarbeiter lässt ihn seinen Beruf/seine Stellung verlieren, gerade als er kurz vor der Premiere von "Der Sturm" stand. Er zieht sich Wunden leckend zurück und sinnt auf Rache. Auf seine Chance auf Rache. Er wartet. Und diese Chance wird ihm Jahre später geboten. In einer weiteren Inszenierung von "Der Sturm", auf einer anderen Bühne, an einem anderen Ort. Die Geschichte ist gut erzählt, kommt aber vor meinen Augen leider nicht an "Der Report der Magd" oder an "Der blinde Mörder" heran. Aber vielleicht liegt das auch an mir und meiner Interpretation beider Bücher. :-)

Der Report der Magd

Bewertung von TochterAlice aus Köln am 09.08.2020
Gut als Refresher oder für Wenigleser, um sich in die Thematik einzuarbeiten. Atwoods spezifischer Stil bleibt in diesem Format auf der Strecke. Und das ist meiner Ansicht nach das wirklich Aufwühlende und Bewegend an diesem Buch.

Survival

Bewertung von Lenasbuecherlounge aus Köln am 13.01.2022
Mir fällt es schwer, dieses Sachbuch zu bewerten, da ich mir nicht anmaßen möchte, eine Arbeit zu kritisieren, von deren Inhalt ich schlicht zu wenig Ahnung haben. Ich habe dem Buch und den zwölf Thesen Margaret Atwoods eine Chance gegeben, aber schnell festgestellt, dass ich mit ihren Theorien wenig anfangen konnte, da ich die Literatur, die sie beispielhaft erwähnt, nicht kenne. So konnte ich ihre Ansichten weder bestätigen noch hinterfragen oder widerlegen. Ich würde das Buch deshalb nur Leser*innen empfehlen, die sich mit kanadischer Literatur auskennen oder die eine Freude darin finden, sich sehr theoretisch mit Geschichten, deren Analyse und Interpretationsmöglichkeiten, auseinanderzusetzen. Ich schwanke zwischen Langeweile und Überforderung.

Survival

Bewertung von Aischa am 19.01.2022
Margaret Atwood zählt zu den wenigen kanadischen Autorinnen und Autoren, die es zu Weltruhm gebracht haben. Ihre Dystopie "Der Report der Magd" wurde in zahlreichen Ländern ein Bestseller. Nun ist Atwoods Analyse der literarischen Landschaft ihrer Heimat erstmals auf Deutsch verlegt worden, knapp 50 Jahre nach Veröffentlichung des Originals. Ich mag Atwoods Romane, stellte vor der Lektüre von "Survival" selbstkritisch fest, dass ich wenig über Kanada und noch weniger über Canlit wusste und stürzte mich erwartungsvoll auf die vom Verlag recht vollmundig als skandalös und hochamüsant angepriesene Literaturgeschichte. Was habe ich durch das Buch gewonnen? Nun, durchaus an Erkenntnis, etwa dass Atwood das Überleben als eines der zentralen Symbole kanadischer Literatur ausmacht. Dass die Natur von kanadischen Autoren als zerstörerisch und brutal beschrieben wird, dass ihre Protagonisten verzweifelte Verlierer sind, geprägt von der kolonialen Ausbeutung ihrer Heimat.Die Zukunft einer Nation benötigt eine identitätsstiftende Vergangenheit, und der Blick auf den Ist-Zustand der Literatur kann sicher zum (Selbst-)Verständnis einer Nation beitragen. Allerdings kann ich Atwoods Thesen nicht einmal ansatzweise bewerten, kenne ich doch so gut wie keines der zahlreich zitierten Werke. Überdies ist ihre Analyse veraltet, sie bildet den Status von vor 50 Jahren ab. Und das ist mir zu wenig. Ich frage mich einerseits, wieso Atwood es - abgesehen von weiteren Vorworten - nicht für sinnvoll und nötig erachtete, ergänzende Kapitel zur jüngeren Canlit zu verfassen. Außerdem würde ich gerne wissen, wieso der Verlag ein derart angestaubtes und veraltetes Buch gerade jetzt erstmals in Deutsch veröffentlicht. Vermutlich wäre das ohne Atwoods Prominenz und der Tatsache, dass Kanada Gastland der letzten Frankfurter Buchmesse war nicht geschehen. Was mich ferner stört ist die Verwendung des Begriffs "amerikanische Literatur", wenn US-amerikanische Literatur in Abgrenzung zur Canlit gemeint ist. Was ist mit der Literatur aus Mittel- und Südamerika? Aber es kommt noch schlimmer: Dass Atwood es bei der Neuauflage von 2013 nicht erforderlich fand, die postkoloniale, äußerst negativ besetzte Fremdbezeichnung "Indianer" durch First Nations oder Natives zu ersetzen, ist inakzeptabel und ignorant. Dass der berlin Verlag sich hier mit einer einzigen, winzigen Fußnote aus der Verantwortung stiehlt, enttäuscht mich überdies. Ich wünsche mir hier, dass man Haltung zeigt. Ebenso sollte man wissen, dass Atwood - selbst Anglokanadierin - auf die frankokanadische Literatur nur stiefmütterlich eingeht. Für mich ein insgesamt durchwachsenes Leseerlebnis, leider.

Die Zeuginnen (eBook, ePUB)

Bewertung von Hortensia13 aus Schweiz am 26.04.2020
Anhand von drei Zeuginnen geht die Geschichte in Gilead weiter. Wie gestaltet sich das Leben in diesem totalitärem Staat? Wie können Frauen ihr Leben gestaltet, ohne irgendein Mitspracherecht daran? Viele Details werden nach dem "Report der Magd" enthüllt. Ich war nach dem Bestseller "Der Report der Magd" neugierig, was es noch mehr von der Welt der Mägde zu erfahren gibt. Leider fand ich das Hin- und Hergewechsel zwischen den Zeuginnenberichten der drei Hauptprotagonistinnen anstrengend. Es dauerte immer einige Augenblicke bis ich wusste, wer gerade was erzählt, da dies sehr subtil gekennzeichnet ist. Erst ab der Hälfte fing langsam alles Sinn zu haben, da man Verknüpfungen (auch zum Vorgängerbuch) machen konnte. So wurde die Geschichte endlich zu einem grossen Ganzen, was mich deutlich mehr zusprach. Aber wegen der Personenkonfusion gibt es von mir 3 Sterne.

Der Report der Magd

Bewertung von MarySophie am 02.09.2019
Herausragend war auf jeden Fall die Schreibweise. Anspruchsvoll, mit vielen Details und tiefen Gedanken, Rückblicke in die Vergangenheit und trotzdem äußerst angenehm zu lesen. Der tolle Schreibstil der Autorin hat stark dazu beigetragen, dass ich das Buch so schnell ausgelesen hatte und das Buch auch recht gerne in die Hand genommen habe. Hier konnte die Autorin viele Pluspunkte sammeln und allein aus diesem Grund kann ich das Buch empfehlen. Auch wenn ich vieles schräg fand und nicht mit allem zufrieden war, war die Schreibweise ein Highlight für mich und hat den ganzen Charakter des Buches ausgemacht. Ich muss sagen, dass ich überraschend schnell und gut in die Handlung reingekommen bin. Es gibt einen recht langsamen Start, vieles wird erklärt und man wird schnell über die Welt und verschiedene Umstände informiert. Ich war wirklich gespannt auf das Folgende und ich fand es richtig gut, dass ein Ich-Erzähler gewählt wurde. Dadurch fand ich die beschriebenen Dinge und Handlungen etwas lebendiger und wahrheitsgetreuer. An sich war die Handlung meist ohne viel Spannung. Es gibt nur wenige Momente, in denen die Spannungskurve etwas nach oben geht, meist bleibt sie auf einem gleichbleibenden Niveau. An sich hat mich das absolut nicht gestört, ich fand es sogar ganz angenehm, ein Buch ohne zu viel Drama zu lesen. Doch ab und an hätte ich mir schon ein Ereignis gewünscht, welches aufrüttelt und den Geschehnissen einen neuen Lauf gibt. Das eigentliche Ende nach dem letzten Kapitel fand ich gar nicht so schlecht. Man kann sich seine eigenen Gedanken machen und für mich war es einfach passend zu dem Roman. Doch leider folgt darauf noch ein Abschnitt mit Historischen Anmerkungen, die mir absolut nicht gefallen haben. Ich fand sie weder interessant, noch unterhaltsam und habe wirklich nur die ersten drei Seiten davon vollkommen gelesen, den ganzen Rest nur kurz überflogen. Ich war mir dem eigentlichen Ende so zufrieden und dann hat das letzte Kapitel alles zerstört... Ich finde es schwierig, zu den Protagonisten etwas zu sagen. Sie sind besonders, wirken durchdacht, lassen sich aber nicht in die Karten blicken. Trotz der vielen Zeit, die wir mit Desfred verbringen, wird sie nicht menschlich. Sie ist und bleibt für mich, genau wie die anderen Figuren, nur eine Puppe oder eine Maschine. Ich habe weder Sympathie, noch Mitgefühl für sie gehabt, hatte aber auch keine negativen Gedanken über sie. Es fühlt sich fast an wie eine Begegnung mit einem fremden Menschen, man plaudert ein wenig und nach dem verabschieden denkt man nie wieder an die Person. Noch schwieriger waren die anderen Charaktere. Sie blieben erst recht blass, wirkten wie Erscheinungen, die einfach nicht menschlich wirken. Vielleicht war das von der Autorin so gewollt, gefallen hat mir das nicht. Fazit: Leider kann ich mich den ganzen positiven Meinungen so nicht anschließen. Zeitweise fand ich das Buch richtig gut, ich habe es wegen der fabelhaften Schreibweise gern in die Hand genommen und habe es schnell ausgelesen gehabt. Doch es gibt auch so einige Punkte, die ich schwierig fand und die meine Lesefreude etwas getrübt haben. Dazu zählen u.a. die Protagonisten, die etwas zu monotone Handlung, wo es nur sehr wenig Spannung gibt und auch die Verortung von verschiedenen Gebäuden. Ich bin trotzdem froh, dass ich das Buch gelesen habe, es scheint ja fast schon zum Kanon der Literatur zu gehören.
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