Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: meggie
Wohnort: Mertesheim
Über mich: Ich lese gerne! Und diese Leidenschaft möchte ich teilen! https://www.meggies-fussnoten.com
Danksagungen: 470 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 670 Bewertungen
Bewertung vom 20.11.2018
Das Geheimnis um Nebula / Explorer Academy Bd.1
Trueit, Trudi

Das Geheimnis um Nebula / Explorer Academy Bd.1


weniger gut

Cruz lebt auf Hawaii, ist super intelligent und bekommt die Chance, auf der Explorer Academy eine Ausbildung zum Forscher und Entdecker zu absolvieren. Doch scheint es Leute zu geben, die mit aller Macht verhindern wollen, dass Cruz die Akademie besucht. Kaum dort angekommen, wird er davor gewarnt, weiter an der Akademie zu bleiben. Doch Cruz lässt sich nicht unterkriegen und forscht seinerseits nach, wer ihm Böses will. Dabei findet er heraus, dass seine Mutter nicht bei einem Unfall starb, sondern getötet wurde.

Die Aufmachung des Buches ist richtig toll. Nicht nur von außen merkt man, dass der National Geographic seine Hände im Spiel hat. Viele Informationen erwarten einem. Mit viel Liebe und Ideenreichtum wird hier spielerisch Wissen vermittelt.

Die Geschichte an sich ist spannend und auch sehr lehrreich, werden zwischendurch immer wieder Dinge erklärt, die eben einer Erklärung bedürfen, gerade wenn es um Physik, Chemie oder andere Naturwissenschaften geht.

Doch muss ich sagen, dass ich mir mehr Szenen aus dem Unterricht gewünscht hätte. Stattdessen ist das Buch eine einzige Aneinanderreihung an Gefahrensituationen.

Cruz und seine neuen Freunde müssen sich ständig aus irgendwelchen Situationen retten oder bekommen Steine in den Weg gelegt, damit sie nicht rechtzeitig zum Unterricht erscheinen oder die Aufgaben nicht lösen können, die gestellt werden.

Irgendwie kam mir alles so vor, als wären es reine Abenteuerkurzgeschichten, durch die sich ein leichter roter Faden zieht.

Für Kinder ist dies bestimmt interessant und spannend, ich als Erwachsene kam jedoch damit nicht so zurecht.
Vo allem Cruz hätte in meinen Augen aktiver sein können. Er überlässt Nachforschungen eher den anderen bzw. beauftragt andere. Er konzentriert sich auf seine Ausbildung.

Sehr gut gefallen haben mir die wissenschaftlichen Einwürfe. Ich schaue gerne Dokumentationen und auch gerne die von National Geographic, weshalb die Erklärungen immer zur richtigen Zeit kamen, um etwas näher zu verstehen.

Die Kinder sind mit ihren 12 bzw. 13 Jahren schon sehr erwachsen, zumindest was das Denken anbetrifft.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und es gab auch keine Längen. Es ging eben alles Schlaf auf Schlag.

Fazit:
Interessant, spannend, lehrreich, aber einfach zu rasant.

Bewertung vom 20.11.2018
Stürme des Lebens / Die Ärztin Bd.2
Sommerfeld, Helene

Stürme des Lebens / Die Ärztin Bd.2


ausgezeichnet

Ricarda heiratet aus Vernunft heraus Georg Köhler und macht sich daran, ihre große Liebe Siegfried zu vergessen. Sie merkt jedoch bald, dass Georg ein großartiger Mann ist, der versucht, ihr jeden Wunsch zu erfüllen. Die Vergangenheit fängt an, nicht mehr so sehr weh zu tun und Rica lässt es zu, in die Zukunft zu blicken.
Die Geburt von Tochter Henny stellt Rica jedoch vor schwere Entscheidungen. Die Begegnung mit einer alten Freundin reißt verheilt geglaubte Wunden wieder auf.
Doch Rica hat gelernt zu kämpfen. Für sich, für ihre Lieben und für die Rechte, die ihr zustehen. Ärztin zu sein ist ihre Bestimmung. Keiner kann sie aufhalten. Bis das Schicksal erneut schwer zuschlägt.

Der 2. Teil der großen Historiensaga um Ricarda Petersen geht genauso fesselnd weiter, wie der erste aufgehört hat.
Ricarda hat sich weiterentwickelt von einem mutigen 13jährigen Mädchen zu einer starken, jungen Frau, die sich mit viel Gerechtigkeitssinn und noch größerem Mut für ihre Träume einsetzt.

Doch werden ihr auch viele Steine in den Weg gelegt, da sie als Frau nicht die gleichen Rechte besitzt, wie ein Mann. Ihr Beruf, der einer Ärztin, wird nicht von jedem anerkannt und so muss Ricarda viele Anfeindungen erleben.

Rica erlebt einiges. Die Heirat mit Georg Kögler und die Geburt ihrer Tochter Henny sind dabei nur der Anfang. Je mehr das Buch fortschreitet, wird auch mehr von Henny berichtet, so dass am Ende parallel von Ricarda und Henny erzählt wird. Die Geschichte greift sozusagen auf die nächste Generation über.

Der flüssige und fesselnde Schreibstil des unter Pseudonym schreibenden Autorenduos zieht einem in den Bann. Selten fliegen die Seiten so dahin, wie bei diesem Buch. Und schon ist man am Ende des über 600 Seiten langen Buches.
Um dann wieder mit offenem Mund dazusitzen. Das Ende ist abrupt und endet mit einem Cliffhanger der übelsten Sorte. Es geschieht etwas, dass erschüttert und Welten zerbrechen lässt. Ergo: Es folgt ein weiterer Teil im August 2019.

Ich bewundere Ricardas Mut, für das zu kämpfen, was sie liebt. Später übernimmt Henny diesen Part. Doch beide sind manchmal auch hilflos und müssen sich geschlagen geben. Hier schlägt das Schicksal dann unbarmherzig zu.
Trotzdem wird weiter nach Lösungen gesucht.

Bei einigen Szenen musste ich schwer schlucken, wenn es um ärztliche Behandlungen ging. Die Zurschaustellung der Macht der Männer war teilweise ekelerregend. Doch zum Glück war nicht jeder Mann so.

Die gefühlvolle Beschreibung von Ricardas Leben war für mich ein spannender Ausflug in das 19./20. Jahrhundert mit all seinen Schrecken, aber auch schönen Seiten.

Fazit:
Ricardas Kampf für die Gerechtigkeit.

Bewertung vom 19.11.2018
Lady ohne Furcht und Tadel (eBook, ePUB)
McAbbey, Lisa

Lady ohne Furcht und Tadel (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Samantha reist, als Mann verkleidet, von England nach Schottland, um so einer Zwangsheirat zu entgehen. 10 Tage dauert die Reise in einer Kutsche. Mit Sam sind noch 6 weitere Reisende unterwegs.
Der französische Comte hat es Sam besonders angetan, doch weiß sie auch, dass sie mit ihrer Schwärmerei hinterm Berg halten muss, um nicht aufzufliegen. Ein weiterer Mitreisender macht es Sam jedoch sehr schwer, sich zu beherrschen, weil er sie mit seinem Verhalten auf die Palme bringt. Der Landschaftsgärtner Henry James scheint jedoch auch etwas zu verbergen und so ist Sams Neugier natürlich geweckt.

Zuerst sei angemerkt, dass es sich bei diesem Buch um eine Neuauflage des Romans "Die Reise nach Edinburgh" handelt.

Die Autorin nimmt sich verschiedener, historischer Ereignisse an, gibt sympathische Charaktere dazu, eine spannende Handlung und würzt alles mit einer gehörigen Prise Liebe. Heraus kommt dabei ein fesselnder Roman, mit Witz und gehörig viel Charme.

Dies ist nun mein vierter Roman der Autorin und ich kann mit Sicherheit sagen, nicht mein letzter. Bei dem Schreibstil der Autorin kann ich einfach abschalten und mich von der Geschichte mitreißen lassen. Mein Kopfkino hat gehörig was zu tun, da durch die Beschreibung der Landschaft oder gar die Dialoge einfach viele Bilder in mir entstehen.

Gerade die Protagonisten Sam und Henry haben es richtig krachen lassen. Die Wortgefechte, die die beiden sich liefern, sind herrlich. Es gibt sich keiner geschlagen und wenn, dann nur, um nicht aufzufliegen.

Sam ist eine unerschrockene junge Frau, die sich nicht unterkriegen lässt Sie nimmt ihr Leben selbst in die Hand, flüchtet von dem ungeliebten Zuhause, um eine Zwangsheirat zu entgehen und möchte nur ein ruhiges Leben beginnen. Ihre Verkleidung als Mann ist dabei vielleicht nicht so weise gewählt, aber aus der Not heraus entstanden. So schlecht macht sie sich auch nicht als "junger Mann", nur fällt dies doch einem Mitreisenden auf. Henry James, der als Landschaftsgärtner seinen Unterhalt verdient, erkennt die Verkleidung und macht sich einen Spaß daraus, Sam immer wieder in die Zwickmühle zu bringen.

Die Autorin verliert sich nicht in Kleinigkeiten, bleibt geradlinig und gibt doch sehr viele Dinge preis, um aus der Geschichte eine interessante und vor allem fesselnde Story zu machen. Die historischen Begebenheiten baut sie fast nebenbei ein, so dass man meinen könnte, dass alles genau so (nebst Liebesgeschichte) in irgendeinem Geschichtsbuch steht.

Da die Romane der Autorin meist im 18. Jahrhundert in Großbritannien spielen, gibt sich zwar vom Setting her ein kleiner Spielraum, aber die Charaktere machen das alles natürlich wieder wett. Eine aufregende Kutschfahrt, viele Geheimnisse und Intrigen, Machtspiele und Verwechslungen, die Mischung ist in meinen Augen einfach perfekt gewählt.

Fazit:
Wieder ein toller Roman mit spannenden Elementen und zwei Protagonisten mit losem Mundwerk.

Bewertung vom 19.11.2018
Wolfsthron / Under the Northern Sky Bd.1
Carew, Leo

Wolfsthron / Under the Northern Sky Bd.1


weniger gut

Der Süden greift den Norden an. Ein jahrhundertealter Frieden wird gebrochen. Albion zerfällt.
Der Sohn des Hauses Silberner Wolf, Roper, wird unerwartet zum König und muss innerhalb kürzester Zeit das Reich, welches von Feinden umzingelt wird, retten. Hier hilft nur eine Allianz. Keturah, Tochter des Hauses Vidarr, ist die einzige Chance, um den Süden vernichtend zu schlagen. Doch der Süden ist stark und plant schon die nächste Angriffswelle.

"Der nächste George R.R. Martin...", "Ein würdiger Nachfolger von Game of Thrones...", "Ein erstklassiges Fantasy-Debut..." - Stimmen, die mich sehr neugierig auf die Geschichte gemacht haben.
Doch leider wurde ich enttäuscht. Mir fehlte das Hochgelobte, das Einzigartige und Neue.

Die Geschichte ist ein historischer Roman mit Fantasy-Elementen. In zwei Handlungssträngen wird dabei die Story erzählt. Dies ist jedoch erst spät erkennbar, da doch einige Seiten Zeit ins Land gehen, in denen zwar viel erklärt wird, doch das Wichtige erst einmal außen vor bleibt. Es werden Grundkenntnisse vorausgesetzt, die nicht gegeben sein können, da es sich bei diesem Band ja um den Auftakt der Reihe handelt.

Man weiß zwar, dass Albion in den Norden und Süden aufgeteilt ist, doch wie die einzelnen Länder aufgestellt sind, bleibt lange im Dunkeln. Auch die Gepflogenheiten sowie die einzelnen Völker konnte ich anfangs nur schwer unterscheiden. Alles in allem hatte ich große Mühe, in die Geschichte hineinzukommen.

Auch hatte ich das Gefühl, dass sich der Autor in seiner eigenen Geschichte verliert und sich lieber in Nebensächlichkeiten aufhielt, als die eigentliche Story zu erzählen.

Der Einstieg in diese komplexe Welt ist mir leider nicht gelungen und so kam ich nicht in den unbeschwerten Lesegenuss, der von vielen so hochgelobt wurde. Fehlende Erklärungen, Erklärungen an falschen Stellen und unwichtige Momente ließen mich das Buch oft zur Seite legen, damit ich mich anderem widmen konnte.

Fazit:
Für mich leider enttäuschend.

Bewertung vom 19.11.2018
Himmelhorn / Kommissar Kluftinger Bd.9
Klüpfel, Volker; Kobr, Michael

Himmelhorn / Kommissar Kluftinger Bd.9


gut

Bei einem Fahrradausflug in die Berge stoßen Kluftinger und Dr. Langhammer auf drei abgestürzte tote Bergsteiger. Die Ermittlungen führen Kluftinger in das Jahr 1936 und in einen Streit zwischen zwei verfeindeten Familien.
Auch zu Hause hängt der Haussegen schief. Yumiko ist hoch schwanger und Markus steht kurz vor seiner Abschlussprüfung. Und dann ist da noch Annegret Langhammer, die befürchtet, dass ihr Mann sie betrügt.
Kluftinger versucht, es jedem Recht zu machen, doch auch seine Geduld ist begrenzt.

Die Anfangsszene ist wieder herrlich, auch wenn sie in dem Fund von drei Leichen endet. Denn Kluftinger und Dr. Langhammer machen einen gemeinsamen Fahrradausflug in die Berge. Nach dem Fund der Toten führt Kluftinger seine Ermittlungen durch und kommt dabei mit unterschiedlichen Personen in Kontakt.

Dabei muss er um sein Leben fürchten, wird fälschlicherweise als Familienmitglied anerkannt, muss sich mit Flirtversuchen herumschlagen und nebenbei noch einen Börsencrashkurs bewältigen.

Aber nicht nur der mysteriöse Absturz der Bergsteiger, auch seine hochschwangere Schwiegertochter nimmt ihn arg mit. Außerdem versucht er eine alte Freundschaft aufleben zu lassen und gleichzeitig zu verheimlichen, dass er eine neue Fernsehleidenschaft entwickelt hat.

Klar, dass alles nicht so einfach ist, wie gedacht. Und dann kommt noch hinzu, dass Annegret ihren Mann verdächtigt, sie zu betrügen.

Diesmal bleibt der Humor etwas auf der Strecke, auch wenn es wieder unzählige witzige Szenen gab. Doch der Knaller, der in den Vorbänden jeweils auftauchte, blieb diesmal leider aus.

Ansonsten fand ich es rührend, wie Kluftinger sich um seine Schwiegertochter kümmert. Auch wenn er manchmal nicht genau weiß, was er tun soll, handelt er instinktiv. Yumiko weiß dies zu schätzen.

Der Fall an sich war interessant, vor allem, weil sehr viele Personen darin involviert waren. Teilweise hatte ich etwas den Überblick verloren, doch am Ende war alles klar und strukturiert.

Fazit:
Leider der bislang schwächste Teil.

Bewertung vom 19.11.2018
Roma Nova
Vogt, Judith

Roma Nova


ausgezeichnet

Constantia muss mit ansehen, wie das Raumschiff ihres Vaters von Dämonen aus dem Hades angegriffen und zerstört wird. Nur sie, ihr Vater und der Sklave Ianos überleben. Mit einer Rettungskapsel können sie entkommen und zurück nach Rom fliegen. Dort versuchen sie die Tatsache, dass Dämonen für den Angriff verantwortlich sind, zu verheimlichen, um keine Panik zu verbreiten.
Während Constantia mit ihren eigenen inneren Dämonen zu kämpfen hat, wird Ianos als Belohnung in die Arena geschickt, um dort als Gladiator zu kämpfen. Mit ihm in der Arena ist Spartacus - der Liebling des Publikums. Constantia und Ianos merken bald, dass sie mehr verbindet, als nur die Rettung vor den Dämonen. Sie brauchen einander. Und Spartacus braucht Constantia und Ianos, um die Sklaven im ganzen Weltall zu befreien.

Spartacus ist jedem bekannt, als Kämpfer in der Arena Roms, als Rächer der Unterdrückten, als Befreier der Sklaven. Er ist Held und Vorbild. Diese Heldenfigur nun in eine Zeit der Raumfahrt und des fast vollkommenen Fortschritts zu versetzen, ist ein mutiger Schritt. Doch ist dieser Schritt der Autorin mit Bravour gelungen.

"Roma Nova" ist eine Space Opera, eine Zukunftsvision. Eine ausgelebte Fantasie, die mit historischen Fakten gespickt ist.
Wir befinden uns in einer unbestimmten Zukunft bzw. in einem Paralleluniversum auf dem Planeten Rom. Technologisch hochentwickelt. In dieser Moderne kann man jedoch bestimmte uns bekannte römische Gepflogenheiten entdecken. Man liegt zu Tisch, lässt sich mit Weintrauben und mehr füttern, hält Sklaven, nimmt an Orgien teil und frönt zur Unterhaltung Gladiatorenkämpfen.

Begegnungen gibt es mit bekannten Namen wie Spartacus, Minotaurus, Caesar oder Marcus. Erlebnisse mit historischen Begebenheiten (Wahlen, Sklavenaufstand und mehr) werden geschickt in die Geschichte eingewoben. Nur alles eben mit technischer Raffinesse ausgestattet. So gibt es Leinwände, sog. Imagi, hochmoderne Operationsmethoden, Raumschiffe, Waffen und Kommunikationsgeräte.

Constantia, die Tochter des Mariners Lucius, spielt in der Geschichte eine große Rolle, die sich jedoch erst gegen Ende richtig zeigt. Ebenso der Sklave Ianos, der durch Mut und Unwissenheit zum Gladiator ausgebildet wird und ein guter Freund Spartacus wird.
Und dann sind wir auch schon mittendrin in einem Science-fiction-Abenteuer mit ungewissem Ausgang und sehr viel Action. Die fast nebenbei laufende Liebesgeschichte wirkt nicht aufgesetzt und gibt der Geschichte den gewissen Kick.

Doch wer das Alte Rom kennt, kennt auch den Lebensstil, den die Römer damals gelebt haben. Es fließt reichlich Wein, Drogen sind Alltag und sexuelle Handlungen jeglicher Art vollkommen normal. Intrigen werden geschmiedet, Kooperationen geschaffen, Diebstähle begangen, Manipulationen stehen hoch im Kurs. Wer Geld hat, hat Macht.

Der Schreibstil der Autorin macht es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Fesselnd und detailreich, im richtigen Moment rührend oder liebevoll, spannend und informativ.

Zugeben muss ich jedoch, dass ich zu Anfang skeptisch war, ob mir die Umsetzung der Geschichte - Spartacus in einer völlig neuen Welt - gefallen wird. Doch konnte mich die Autorin davon überzeugen, mich auf diese neue Welt einzulassen und ein spaciges Abenteuer zu genießen.

Fazit:
Eine Space Opera der besonderen Art. Ich bin begeistert.

Bewertung vom 28.09.2018
Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit / Lügenwahrheit Bd.1
Snow, Rose

Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit / Lügenwahrheit Bd.1


ausgezeichnet

June entscheidet sich kurzfristig, ein Austauschjahr in Cornwall zu absolvieren. Dort zieht sie in das herrschaftliche Anwesen ihres Onkels Edgar, der dort mit Junes beiden Cousins, den Zwillingen Preston und Blake, wohnt. Kaum dort angekommen, ist June auch schon in einem Strudel der Gefühle gefangen. Denn Preston und Blake üben eine ungeheuere Anziehungskraft auf June aus. Doch merkt sie auch, dass noch weitere ungewöhnliche Dinge geschehen, gerade wenn die Zwillinge sich streiten. Und auch June selbst stellt bei sich eine unglaubliche Gabe fest, die ihr Weltbild zum Wanken bringt.

Mein erstes Buch des Autorenduos war "Acht Sinne: Band 1 der Gefühle". Leider konnte mich diese Reihe nicht so sehr begeistern, da sie doch einige Längen aufweist. Durch Zufall kam ich nun an den Auftakt der neuen Trilogie "Ein Augenblick für immer", tat mir aber schwer, danach zu greifen, kann ich ja den Schreibstil schon vom Erstlingswerk. Doch reizte mich die Aussicht, mich nach Cornwall zu begeben.

Eins kann ich jetzt aber vorweg nehmen: Ich bin begeistert. Die Geschichte nimmt sofort Fahrt auf, ist prickelnd, macht neugierig, hat an den richtigen Stellen die exakte Portion erotische Anziehungskraft, bleibt spannend und macht Lust auf den nächsten Teil, der im Mai 2019 erscheint.

June ist mir sofort ans Herz gewachsen, da sie eine ernste, aber trotzdem emotional hochsensible Person ist. Sie weiß genau, wie ihre Zukunft aussehen soll und nimmt auch einiges in Kauf, um ihre Ziele zu erreichen.

Doch lässt sie sich sehr von ihren Gefühlen leiten. Diese Gefühle geraten jedoch gewaltig durcheinander, als sie ihren Cousins Blake und Preston begegnet.
Die Zwillinge könnten nicht unterschiedlicher sein. Blake, rebellisch, dunkel und geheimnisvoll, gibt June mit seiner mürrischen Art so einige Rätsel auf. Preston dagegen ist hell, freundlich, fast schon zu sehr. Sein aufdringliches Verhalten geht mir eigentlich auf den Keks, doch zeitweise spürte selbst ich das Prickeln, dass zwischen June und Preston entsteht.

June muss im Laufe des Buches einiges durchmachen, nicht nur gefühlsmäßig. Aber ständig ist jemand an ihrer Seite, der ihr hilft. Meistens Blake oder Preston und das verwirrt June nur noch mehr.

Mir hat die Geschichte und vor allem der Schreibstil sehr gut gefallen und ich freue mich auf den nächsten Teil, den ich mit Sicherheit lesen werde. Denn das Ende hat sehr neugierig gemacht und auch einige Fragen aufgeworfen, die es zu beantworten gilt.

Fazit:
Ein geheimnisvolles Anwesen, eine dunkle Gabe und jede Menge Gefühle - ich vergebe 9 von 10 Punkten.

Bewertung vom 19.09.2018
Schutzpatron / Kommissar Kluftinger Bd.6
Klüpfel, Volker; Kobr, Michael

Schutzpatron / Kommissar Kluftinger Bd.6


sehr gut

Vor Jahren wurde ein sagenhafter Schatz in der Burgruine Kalden entdeckt. Dieser Schatz soll nun endlich in Altusried ausgestellt werden. Der enorme Wert benötigt natürlich einen gewissen Schutz. Doch Kommissar Kluftinger hat eigentlich eher mit einem ganz anderen Problem zu tun. Eine Tote in einer Werkstatt gibt den Ermittlern Rätsel auf. Warum musste sie sterben? Außerdem wurde Kluftingers Auto gestohlen. Doch will er die Täter auf eigene Faust schnappen - und muss so vor seiner Frau Erika, seinem Sohn Markus und auch seinen Kollegen etliche Ausreden erfinden, warum er plötzlich nicht mehr mobil ist.

Auch im sechsten Buch des Autorenduos hat es Kommissar Kluftinger nicht leicht. Durch die verschiedenen Probleme, die sich auftun, scheint es geradezu an einem Wunder zu grenzen, dass kein größeres Durcheinander entsteht. Der Kommissar muss nun zu allem eine Lösung finden, wobei das Hauptproblem wohl die Tote in der Werkstatt darstellt. Es ergibt sich jedoch schnell eine Verbindung zu dem Altusrieder Schatz, der in kurzer Zeit endgültig nach Hause zurückkehren soll und natürlich bei vielen für Aufregung sorgt.
Kluftinger kann sich deshalb eigentlich nicht mit Kleinigkeiten aufhalten und drückt deshalb die Untersuchung der Autodiebstähle an seinen Kollegen Maier ab. Bis sein eigenes Auto gestohlen wird und er sich persönlich angegriffen fühlt. Der alte Passat ist für Kluftinger selbst ein großer Schatz und so nimmt er sich dem Problem auch noch an. Natürlich ist es klar, dass er dabei in viele Fettnäpfchen tritt und manchmal gar nicht so richtig weiß, was er da so tut.

Das Problem "Auto" zieht sich dabei durch das ganze Buch. Kluftingers Frau Erika weiß nichts von dem Diebstahl und so muss der Kommissar mehrere Ausreden finden, warum nun plötzlich "zu Fuß gehen" so viel besser ist oder warum der Dienstwagen vor der Tür steht. Bis sich eine sehr knallige Lösung ergibt.

Wie auch in den Vorbänden, ergeben sich hier etliche kuriose Szenen, bei denen man lachen muss. Der Kommissar zieht die Lacher aber auch förmlich an. Herrlich fand ich, wie Kluftinger und Maier zu den Kollegen nach Österreich reisen, um dort Hinweisen nachzugehen. Während Kluftinger und Maier sich freundschaftlich etwas näher kommen, ist es gerade Maier, der nun etwas mehr in den Vordergrund gerückt wird. Er wirkt menschlicher und man bekommt einen Einblick in sein Privatleben. Aber er bleibt weiter steif und seine Besserwisserrei macht ihn nicht sympathischer. Aber man erkennt, warum er so ist, wie er ist.

Auch mit Dr. Langhammer hat es Kluftinger wieder zu tun. Diesmal in einer sehr heiteren Szene bei einem virtuellen Golfspiel. Kluftingers Abneigung ist diesmal besonders hoch. Doch seiner Frau Erika zuliebe reißt er sich zusammen und macht gute Miene zum bösen Spiel.

Auch der Vorname Kluftingers bleibt weiterhin ein Geheimnis. Diesmal wird gar nichts verraten und es bleibt spannend.

Das Ende ist diesmal sehr rasant und vor allem sehr interessant.

Fazit:
Kluftinger ist bei mir mittlerweile Kult.

Bewertung vom 19.09.2018
Herzblut / Kommissar Kluftinger Bd.7
Klüpfel, Volker; Kobr, Michael

Herzblut / Kommissar Kluftinger Bd.7


ausgezeichnet

Bei einer wichtigen Pressekonferenz erhält Kluftinger einen mysteriösen Anruf. Kluftinger ist sich sicher, am Telefon Zeuge eines Mordes gewesen zu sein. Seine Ermittlungen führen ihn zu einem Krankenhaus, in welchem mit Herzpatienten Tests bezüglich eines neuen Medikamentes durchgeführt wurden. Für Kluftinger sehr interessant, konnte er doch nach einer Untersuchung durch Dr. Langhammer dessen Diagnose mithören. "Die Pumpe ist kaputt" führt ihn zu der Erkenntnis, ein gesünderes Leben zu führen. Natürlich sehr zu Erstaunen seiner Kollegen und Eltern und zur Freude seiner Frau Erika.

Schon der Anfang ist wieder gewohnt "Kluftinger". Mitten in einer Pressekonferenz, die live im Fernsehen übertragen wird, fällt Kluftinger dadurch auf, dass sein Handy klingelt. Dies stört natürlich den kompletten Ablauf und führt zu einigen Problemen. Doch Kluftinger glaubt, einen Mord am Telefon mitbekommen zu haben und geht dem Ganzen nach.
Klar, dass das nicht geradlinig verlässt, sondern wieder etliche abweichende Szenen auf einen warten.

Hinzu kommt die Diagnose von Dr. Langhammer. Kluftinger hört ihn am Telefon sagen: "Die Pumpe ist kaputt". Dies führt dazu, dass Kluftinger anfängt, sein Leben umzukrempeln. Mit gesünderem Essen fängt es an. Und führt natürlich zu witzigen Momenten mit Kollegen, Familie und Freunde.

Außerdem kommt Bewegung in Form von Yoga ins Spiel. Kluftinger sucht sich dafür einen Kurs heraus, der zu seiner Überraschung von Dr. Langhammer geleitet wird.

Aber auch Gemeinsamkeiten werden gefunden. Kluftinger vertieft die (noch) nicht vorhandene Freundschaft zu seinem Kollegen Maier.

Aber auch die bevorstehende Hochzeit seines Sohnes Markus mit der Japanerin Yumiko drängt sich in den Vordergrund, denn nun steht die Annäherung mit Yumikos Familie auf den Plan. Wer Kluftinger beim Skypen erleben will, kommt hier voll auf seine Kosten. Denn Kluftingers fehlendes technisches Talent wird hier voll ausgekostet. Oder gar die japanischen Gepflogenheiten, ich sage nur "Allgäu meets Japan".

"Herzblut" ist in meinen Augen der bislang humorvollste Teil der Reihe.

Auch hier gibt es kleine Andeutungen auf Kluftingers Vornamen. Aber man muss Weiterrätseln.

Fazit:
Kluftinger in Bestform.

Bewertung vom 19.09.2018
DOORS - Der Beginn (eBook, ePUB)
Heitz, Markus

DOORS - Der Beginn (eBook, ePUB)


sehr gut

Viktor wird von dem reichen Walter van Dam beauftragt, mit einem Team seine Tochter Anna-Lena zu finden. Diese gilt in einem Höhensystem als verschwunden. Das Team scheint bunt zusammengewürfelt, setzt es sich doch aus einem Höhlenforscher, zwei Höhlenkletterern, einem Medium, einem Parapsychologen und einem Waffenexperten zusammen. Erstaunlicherweise finden sie das Mädchen schnell, merken jedoch bald, dass mit der Höhle irgendetwas nicht stimmt. Denn dort befinden sich Türen. Keiner weiß, was sich hinter diesen verbirgt. Wird das Team so mutig sein, eine zu öffnen?

Man hat fast keine Zeit, in die Geschichte hineinzufinden. Es beginnt schnell, in der Mitte ist es rasant und das Ende sehr abrupt. Doch wie will man auch auf 80 Seiten ausführlich erklären, was vor sich geht? Deshalb muss man Abstriche machen. Ich hoffe jedoch, dass diese Erklärungen in den anderen folgenden Bänden gegeben sind.

Allen voran lernen wir Viktor von Troneg kennen, einen Ex-Militär, der nun als Höhlenkletterer seinen Unterhalt verdient. Er merkt bald, dass mit dem ganzen Unterfangen irgendetwas nicht stimmt. Es gibt etliche Ungereimtheiten und die Zusammenstellung des Teams lassen ihn auch zweifeln. Was haben ein Medium und ein Parapsychologe damit zu tun, ein verschwundenes Mädchen zu finden? Seine Zweifel werden geteilt, denn Dana, ebenfalls Höhlenkletterin, stellt ebenfalls Fragen, auf die es kein Antwort zu geben scheint.

Viktor ist mir gleich sympathisch, denn er hat einen trockenen Humor. Dieser hilft ihm über einiges hinweg und durch seine logische Art zu Denken ist er ein wertvolles Mitglied der Truppe. In dem Höhlensystem entdeckt er zusammen mit den anderen einen Raum, in den geheimnisvolle Türen eingelassen sind. Diese Türen sind mit verschiedenen Symbolen bestückt. Welche Tür geöffnet werden soll, ist aber nun Aufgabe des Lesers. Er muss sich entscheiden, durch welche das Team gehen soll.

Zur Auswahl stehen "X", "!" und "?". Diese Symbole finden sich auch auf den drei Nachfolgeromanen wieder, die im Oktober 2018 erscheinen. Die drei Romane führen in unterschiedliche Welten.

Da ich wissen möchte, wie es weitergeht, werde ich zu "X" greifen, weiß aber auch genau, dass ich die anderen beiden Romane ebenfalls lesen werde. Jeder ist für sich abgeschlossen und ich vermute, dass man danach auch wieder zu verschiedenen Türen gelangt, die es zu öffnen gilt. Schließlich sind die ersten drei Romane "Kolonie", "Blutfeld" und "Dämmerung" mit "Staffel 1" gekennzeichnet.

Der Schreibstil ist jedoch spannend zu lesen, man muss sich nur daran gewöhnen, dass alles etwas schnell geht. Auch wenn Fragen offen bleiben, ist es für mich doch eine Abwechslung gewesen, mich auf diese Geschichte einzulassen. Das Ende ist - wie bereits oben erwähnt - sehr abrupt, aber gewollt, da man sich ja nun entscheiden soll, wie es weiter geht. Dass die Entscheidung dem Leser überlassen bleibt, finde ich sehr gelungen. Die weiteren Bücher sind von ihren Geschichten sehr unterschiedlich. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht und was der Autor aus den verschiedenen Themen macht.

Fazit:
Für welche Tür würde ich mich entscheiden?