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Benutzername: meggie
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Über mich: Ich lese gerne! Und diese Leidenschaft möchte ich teilen! http://kleeblatts-buecherblog.blogspot.de/
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Bewertungen

Insgesamt 662 Bewertungen
Bewertung vom 19.09.2018
Schutzpatron / Kommissar Kluftinger Bd.6
Klüpfel, Volker; Kobr, Michael

Schutzpatron / Kommissar Kluftinger Bd.6


sehr gut

Vor Jahren wurde ein sagenhafter Schatz in der Burgruine Kalden entdeckt. Dieser Schatz soll nun endlich in Altusried ausgestellt werden. Der enorme Wert benötigt natürlich einen gewissen Schutz. Doch Kommissar Kluftinger hat eigentlich eher mit einem ganz anderen Problem zu tun. Eine Tote in einer Werkstatt gibt den Ermittlern Rätsel auf. Warum musste sie sterben? Außerdem wurde Kluftingers Auto gestohlen. Doch will er die Täter auf eigene Faust schnappen - und muss so vor seiner Frau Erika, seinem Sohn Markus und auch seinen Kollegen etliche Ausreden erfinden, warum er plötzlich nicht mehr mobil ist.

Auch im sechsten Buch des Autorenduos hat es Kommissar Kluftinger nicht leicht. Durch die verschiedenen Probleme, die sich auftun, scheint es geradezu an einem Wunder zu grenzen, dass kein größeres Durcheinander entsteht. Der Kommissar muss nun zu allem eine Lösung finden, wobei das Hauptproblem wohl die Tote in der Werkstatt darstellt. Es ergibt sich jedoch schnell eine Verbindung zu dem Altusrieder Schatz, der in kurzer Zeit endgültig nach Hause zurückkehren soll und natürlich bei vielen für Aufregung sorgt.
Kluftinger kann sich deshalb eigentlich nicht mit Kleinigkeiten aufhalten und drückt deshalb die Untersuchung der Autodiebstähle an seinen Kollegen Maier ab. Bis sein eigenes Auto gestohlen wird und er sich persönlich angegriffen fühlt. Der alte Passat ist für Kluftinger selbst ein großer Schatz und so nimmt er sich dem Problem auch noch an. Natürlich ist es klar, dass er dabei in viele Fettnäpfchen tritt und manchmal gar nicht so richtig weiß, was er da so tut.

Das Problem "Auto" zieht sich dabei durch das ganze Buch. Kluftingers Frau Erika weiß nichts von dem Diebstahl und so muss der Kommissar mehrere Ausreden finden, warum nun plötzlich "zu Fuß gehen" so viel besser ist oder warum der Dienstwagen vor der Tür steht. Bis sich eine sehr knallige Lösung ergibt.

Wie auch in den Vorbänden, ergeben sich hier etliche kuriose Szenen, bei denen man lachen muss. Der Kommissar zieht die Lacher aber auch förmlich an. Herrlich fand ich, wie Kluftinger und Maier zu den Kollegen nach Österreich reisen, um dort Hinweisen nachzugehen. Während Kluftinger und Maier sich freundschaftlich etwas näher kommen, ist es gerade Maier, der nun etwas mehr in den Vordergrund gerückt wird. Er wirkt menschlicher und man bekommt einen Einblick in sein Privatleben. Aber er bleibt weiter steif und seine Besserwisserrei macht ihn nicht sympathischer. Aber man erkennt, warum er so ist, wie er ist.

Auch mit Dr. Langhammer hat es Kluftinger wieder zu tun. Diesmal in einer sehr heiteren Szene bei einem virtuellen Golfspiel. Kluftingers Abneigung ist diesmal besonders hoch. Doch seiner Frau Erika zuliebe reißt er sich zusammen und macht gute Miene zum bösen Spiel.

Auch der Vorname Kluftingers bleibt weiterhin ein Geheimnis. Diesmal wird gar nichts verraten und es bleibt spannend.

Das Ende ist diesmal sehr rasant und vor allem sehr interessant.

Fazit:
Kluftinger ist bei mir mittlerweile Kult.

Bewertung vom 19.09.2018
Herzblut / Kommissar Kluftinger Bd.7
Klüpfel, Volker; Kobr, Michael

Herzblut / Kommissar Kluftinger Bd.7


ausgezeichnet

Bei einer wichtigen Pressekonferenz erhält Kluftinger einen mysteriösen Anruf. Kluftinger ist sich sicher, am Telefon Zeuge eines Mordes gewesen zu sein. Seine Ermittlungen führen ihn zu einem Krankenhaus, in welchem mit Herzpatienten Tests bezüglich eines neuen Medikamentes durchgeführt wurden. Für Kluftinger sehr interessant, konnte er doch nach einer Untersuchung durch Dr. Langhammer dessen Diagnose mithören. "Die Pumpe ist kaputt" führt ihn zu der Erkenntnis, ein gesünderes Leben zu führen. Natürlich sehr zu Erstaunen seiner Kollegen und Eltern und zur Freude seiner Frau Erika.

Schon der Anfang ist wieder gewohnt "Kluftinger". Mitten in einer Pressekonferenz, die live im Fernsehen übertragen wird, fällt Kluftinger dadurch auf, dass sein Handy klingelt. Dies stört natürlich den kompletten Ablauf und führt zu einigen Problemen. Doch Kluftinger glaubt, einen Mord am Telefon mitbekommen zu haben und geht dem Ganzen nach.
Klar, dass das nicht geradlinig verlässt, sondern wieder etliche abweichende Szenen auf einen warten.

Hinzu kommt die Diagnose von Dr. Langhammer. Kluftinger hört ihn am Telefon sagen: "Die Pumpe ist kaputt". Dies führt dazu, dass Kluftinger anfängt, sein Leben umzukrempeln. Mit gesünderem Essen fängt es an. Und führt natürlich zu witzigen Momenten mit Kollegen, Familie und Freunde.

Außerdem kommt Bewegung in Form von Yoga ins Spiel. Kluftinger sucht sich dafür einen Kurs heraus, der zu seiner Überraschung von Dr. Langhammer geleitet wird.

Aber auch Gemeinsamkeiten werden gefunden. Kluftinger vertieft die (noch) nicht vorhandene Freundschaft zu seinem Kollegen Maier.

Aber auch die bevorstehende Hochzeit seines Sohnes Markus mit der Japanerin Yumiko drängt sich in den Vordergrund, denn nun steht die Annäherung mit Yumikos Familie auf den Plan. Wer Kluftinger beim Skypen erleben will, kommt hier voll auf seine Kosten. Denn Kluftingers fehlendes technisches Talent wird hier voll ausgekostet. Oder gar die japanischen Gepflogenheiten, ich sage nur "Allgäu meets Japan".

"Herzblut" ist in meinen Augen der bislang humorvollste Teil der Reihe.

Auch hier gibt es kleine Andeutungen auf Kluftingers Vornamen. Aber man muss Weiterrätseln.

Fazit:
Kluftinger in Bestform.

Bewertung vom 19.09.2018
DOORS - Der Beginn (eBook, ePUB)
Heitz, Markus

DOORS - Der Beginn (eBook, ePUB)


sehr gut

Viktor wird von dem reichen Walter van Dam beauftragt, mit einem Team seine Tochter Anna-Lena zu finden. Diese gilt in einem Höhensystem als verschwunden. Das Team scheint bunt zusammengewürfelt, setzt es sich doch aus einem Höhlenforscher, zwei Höhlenkletterern, einem Medium, einem Parapsychologen und einem Waffenexperten zusammen. Erstaunlicherweise finden sie das Mädchen schnell, merken jedoch bald, dass mit der Höhle irgendetwas nicht stimmt. Denn dort befinden sich Türen. Keiner weiß, was sich hinter diesen verbirgt. Wird das Team so mutig sein, eine zu öffnen?

Man hat fast keine Zeit, in die Geschichte hineinzufinden. Es beginnt schnell, in der Mitte ist es rasant und das Ende sehr abrupt. Doch wie will man auch auf 80 Seiten ausführlich erklären, was vor sich geht? Deshalb muss man Abstriche machen. Ich hoffe jedoch, dass diese Erklärungen in den anderen folgenden Bänden gegeben sind.

Allen voran lernen wir Viktor von Troneg kennen, einen Ex-Militär, der nun als Höhlenkletterer seinen Unterhalt verdient. Er merkt bald, dass mit dem ganzen Unterfangen irgendetwas nicht stimmt. Es gibt etliche Ungereimtheiten und die Zusammenstellung des Teams lassen ihn auch zweifeln. Was haben ein Medium und ein Parapsychologe damit zu tun, ein verschwundenes Mädchen zu finden? Seine Zweifel werden geteilt, denn Dana, ebenfalls Höhlenkletterin, stellt ebenfalls Fragen, auf die es kein Antwort zu geben scheint.

Viktor ist mir gleich sympathisch, denn er hat einen trockenen Humor. Dieser hilft ihm über einiges hinweg und durch seine logische Art zu Denken ist er ein wertvolles Mitglied der Truppe. In dem Höhlensystem entdeckt er zusammen mit den anderen einen Raum, in den geheimnisvolle Türen eingelassen sind. Diese Türen sind mit verschiedenen Symbolen bestückt. Welche Tür geöffnet werden soll, ist aber nun Aufgabe des Lesers. Er muss sich entscheiden, durch welche das Team gehen soll.

Zur Auswahl stehen "X", "!" und "?". Diese Symbole finden sich auch auf den drei Nachfolgeromanen wieder, die im Oktober 2018 erscheinen. Die drei Romane führen in unterschiedliche Welten.

Da ich wissen möchte, wie es weitergeht, werde ich zu "X" greifen, weiß aber auch genau, dass ich die anderen beiden Romane ebenfalls lesen werde. Jeder ist für sich abgeschlossen und ich vermute, dass man danach auch wieder zu verschiedenen Türen gelangt, die es zu öffnen gilt. Schließlich sind die ersten drei Romane "Kolonie", "Blutfeld" und "Dämmerung" mit "Staffel 1" gekennzeichnet.

Der Schreibstil ist jedoch spannend zu lesen, man muss sich nur daran gewöhnen, dass alles etwas schnell geht. Auch wenn Fragen offen bleiben, ist es für mich doch eine Abwechslung gewesen, mich auf diese Geschichte einzulassen. Das Ende ist - wie bereits oben erwähnt - sehr abrupt, aber gewollt, da man sich ja nun entscheiden soll, wie es weiter geht. Dass die Entscheidung dem Leser überlassen bleibt, finde ich sehr gelungen. Die weiteren Bücher sind von ihren Geschichten sehr unterschiedlich. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht und was der Autor aus den verschiedenen Themen macht.

Fazit:
Für welche Tür würde ich mich entscheiden?

Bewertung vom 19.09.2018
Das Herz des Löwen / Robin Hood Bd.2
Lorne, Mac P.

Das Herz des Löwen / Robin Hood Bd.2


ausgezeichnet

Robin Hoods Leben ändert sich schlagartig, als er im Wald einen Ritter überfällt. Es stellt sich nämlich heraus, dass es sich um keinen anderen als Richard Löwenherz, den zukünftigen König Englands, handelt. Dies ist jedoch der Beginn einer tiefen Freundschaft und führt dazu, dass sich Robin mit seinen Merry Men auf einen Kreuzzug begibt, um an der Seite Richards das Heilige Land zu erobern. Die anfängliche Begeisterung weicht jedoch bald der bitteren Erkenntnis, dass der Kreuzzug eine langwierige Angelegenheit ist. Krankheit, Tod und Trauer sind der ständige Begleiter der Kreuzfahrer. Der Gegner ist stark und auch Intrigen in den eigenen Reihen führen dazu, dass der Glaube an einen Sieg immer weiter sinkt.

Auch der zweite Teil der Robin-Hood-Reihe des Autors wartet mit vielen Informationen, Spannung und wahren Begebenheiten auf. Durch die intensive Recherche und die detailreiche Erzählweise glaubt man sich mitten im Geschehen, erlebt Höhen und Tiefen, Trauer und Freude, Hochzeiten, Schlachten und Intrigen aus erster Hand.

Dies ist das gewisse Etwas, dass mir an den Büchern des Autors so gut gefällt. Die Recherche ist unglaublich detailliert, die fiktive Geschichte wird so um die wahren Begebenheiten gesponnen, dass man glauben mag, dass wirklich alles so geschehen ist.

Robin Hood, der Rächer der Armen, wird hier nicht nur als Held dargestellt. Seine menschliche Seite nimmt teilweise überhand und auch er macht Fehler. Doch bleibt er stets besonnen, versucht an das Gute im Menschen zu glauben und auch dieses Gute aus dem Menschen herauszuholen. Doch muss auch er Entscheidungen treffen, die schwer wiegen. Ebenso wie Richard, der in Robin einen guten Freund sieht und auch erhält. Robin und Richard sind ein gutes Team, wobei Robin den Part der Ruhe übernimmt, während Richards Jähzorn für manchen Konflikt verantwortlich ist.

Vor allem Robins Ehrlichkeit ist es, die Richard so sehr schätzt. Denn Robin gibt immer das wieder, was ihm durch den Kopf geht. Er scheut sich auch nicht, diese Ehrlichkeit gegenüber Höhergestellten wiederzugeben.

Der Kreuzzug ist hart, wird von dem Autor jedoch nicht so ausführlich beschrieben. Es geht mehr um das Menschliche zwischen Robin, Richard und ausgewählten anderen Personen. Und doch werden die Schlachten, die schlechten und guten Entscheidungen, die Fehler und Tode nicht ausgelassen. Schonungslos berichtet der Autor, was damals passiert ist und gibt allem seine persönliche Note, in dem er eben Robin Hood an dem Geschehen teilhaben lässt.

Intrigen, Krankheiten, Entführungen, aber auch fröhliche Momente wie Hochzeiten, Feiern und positive Erfahrungen werden abgehandelt. Robins Geschichte wird in historische Ereignisse miteingeflochten und auch nach dem Ende des zweiten Bandes ist klar, dass Robin noch so einiges zu erzählen hat. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, was Robin noch so erlebt und vor allem, wer ihn begleitet.

Fazit:
Robert von Loxley, eine (Sagen)Gestalt mit wahren Wurzeln.

Bewertung vom 19.09.2018
Grimmbart / Kommissar Kluftinger Bd.8
Klüpfel, Volker; Kobr, Michael

Grimmbart / Kommissar Kluftinger Bd.8


ausgezeichnet

Eine Tote im Schloss Grimmbart gibt der Kemptener Polizei Rätsel auf. Warum wurde sie wie auf einem Gemälde positioniert? Warum wurde ihr das Gift des Kugelfisches verabreicht? Und vor allem: Wer war es? Hauptkommissar Kluftingers Recherchen führen in mehrere Richtungen. Zeitgleich muss er sich aber auch mit der bevorstehenden Hochzeit seines Sohnes befassen. Denn hierzu sind die Eltern der Braut aus Japan angereist. Dazu muss die deutsch - japanische Kluft überbrückt werden. Was Kluftinger erstaunlich gut gelingt - zumindest zeitweise.

Neben "Rauhnacht" finde ich den achten Teil der Kluftinger-Romane mitunter den am Witzigsten. Auch wenn die Aufklärung des Falles die meiste Zeit einnimmt, ist es doch eher die bevorstehende Hochzeit von Markus und Yumiko, die auf größeres Interesse stößt.
Der Mordfall wird in gewohnter Manier von Kluftinger abgewickelt, doch stößt er auf so einige Ungereimtheiten. Seine berühmten Geistesblitze bleiben auch aus und seine Arbeit wird auch meist von nostalgischen Gedanken unterbrochen. Gerade wegen der Hochzeit muss er oft an die Vergangenheit denken. Als Markus klein war, seine eigene Hochzeit mit seiner geliebten Erika oder seine Jugend. Diese privaten, fast intimen Momente mit dem Kommissar machen einem die Person Kluftinger nur noch sympathischer.

Wer die Familie Kluftinger durch die ersten acht Bände verfolgt hat, weiß, dass die Hochzeit alle dazu bringt, an ihre Grenzen zu gehen. Durchdrehen ist erlaubt und wird auch von jedem Mitglied sehr gut durchgezogen. Aber ich kann beruhigen: auch wenn alles sehr chaotisch wirkt, steckt doch irgendwie ein richtiger Plan dahinter. Und am Ende wird sogar eine kleine Überraschung angekündigt.

Auch Dr. Langhammer hat wieder wunderbare Auftritte im Buch, ebenso auch Kluftingers Kollegen Strobl, Hebele und Maier. Frischen Wind bringt die neue Chefin Birte Dombrowski. Sie verdreht einigen den Kopf, muss sich aber auch selbst erst mal mit allem vertraut machen.

Die gewohnte Mischung aus Logik und Fettnäpfen, Humor und ernsten Themen, Genie und Wahnsinn macht gerade diesen Band zu etwas sehr Einzigartigem. Dies unter anderem deswegen, weil Yumikos Eltern aus Japan einfliegen, um bei der Hochzeit anwesend zu sein. Eine Woche vor der Hochzeit kommt diese schon an und wohnen bei Kluftingers im Gästezimmer. Es ist klar, dass die Konstellation "Allgäu vs. Japan" zu einigen Lachern führt. Aber man wird es kaum glauben: Yumikos Vater Yoshifuma und Kluftinger haben mehr gemeinsam, als man denkt. Ich musste mehrmals schmunzeln, gerade was die japanischen Traditionen anbetrifft. Es wird sehr deutlich, was passiert, wenn unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen. Dies fängt schon bei der Begrüßung an bis hin zu den Badegewohnheiten. Ich war teilweise sehr erstaunt, wie groß der Unterschied sein kann.

Es gibt eine neue Andeutung bezüglich Kluftingers Vornamen und ich bin mir nun fast sicher, dass ich ihn schon weiß. Aber verraten wird er in diesem Band immer noch nicht. Es bleibt also weiterhin spannend.

Fazit:
Von Band zu Band immer besser.

Bewertung vom 19.09.2018
Die Flöte von Rungholt
Bertram, Gerit

Die Flöte von Rungholt


ausgezeichnet

Der Jude Eli muss aus seiner Heimatstadt fliehen, da dort Juden verfolgt und getötet werden. Er ändert seinen Namen in Endres und macht sich auf den Weg nach Rungholt, um dort als Dolmetscher seinen Lebensunterhalt verdienen zu können. Doch auch unterwegs trifft er auf Hass und Gewalt, gerade gegen den jüdischen Glauben. In Rungholt angekommen, trifft er auf Levke, die Tochter eines Schafszüchters. Sie verdreht ihm ungewollt den Kopf und Endres weiß, sollten sie sich binden, würde dies weitreichende Folgen haben.

Der Einstieg in die Geschichte ist sehr schön gewählt, denn er beruht auf wahren Begebenheiten: Bei einem Flugzeugabsturz in der Nordsee kann sich der Pilot an Land retten und findet eine alte Flöte im Schlick am Ufer. Als die Flut einsetzt, ist diese Flöte seine Rettung. Ihr heller Ton macht die auf der Insel lebende Gräfin auf ihn aufmerksam. Diese erzählt ihm die Geschichte der Flöte.

Diese Flöte, eine sog. Okarina, ist die ständige Begleiterin der Geschichte. Sie geht durch Zufall (oder doch Schicksal?) in Endres Besitz über und scheint ihm immer Glück zu bringen. Doch das Schicksal schlägt unbarmherzig zu.

Das Autorenduo bedient sich einiger wahrer Begebenheiten und spinnt um diese herum eine spannende Geschichte um Liebe, Gewalt und Verfolgung.

Die Flöte als Glücksbringer? Ich war erst skeptisch, aber ich wusste gleichzeitig: wo Gerit Bertram draufsteht, ist auch eine wunderbare Geschichte drin. Die beiden Autoren standen in einer Leserunde Rede und Antwort und so gab es wieder einen Einblick in die Hintergründe der Geschichte. So macht das Lesen doppelt Spaß.


Der Protagonist Endres muss so einige Situationen meistern. Die Okarina ist (zumindest fast) immer bei ihm und beschützt seinen Weg. Sein Mut und seine Entschlossenheit sind unvergleichlich. Seine Ausdauer unerschöpflich.

Das Thema "Judenverfolgung" zieht sich durch die Geschichte. Ein Thema, dass ständig präsent ist, da es sich auch ständig in der Geschichte wiederholt. Mutig, dass es immer wieder Personen gibt, die sich dagegen wehren und versuchen, etwas zu ändern.

Für mich auch sehr interessant, dass es Rungholt wirklich gegeben hat; ein Ort an der Nordseeküste, der durch eine große Flut vollständig ausgelöscht wurde. Eine sehr interessante geschichtliche Begebenheit. Ein Grund, mich damit näher zu beschäftigen.

Fazit:
Ein spannender historischer Roman mit mutigen Elementen.

Bewertung vom 05.08.2018
Der magische Dolch / Podkin Einohr Bd.1
Larwood, Kieran

Der magische Dolch / Podkin Einohr Bd.1


gut

Nachdem die Gorm, böse, eisenbesetzte Kaninchen den Gänseblum-Bau überfallen haben, muss Podkin zusammen mit seinen Geschwistern Paz und Puk fliehen. Er nimmt den Dolch Sternenklaue mit, ein magisches Relikt des Stammes. Podkin schmiedet den Plan, seine Familie und seinen Stamm zu rächen, doch braucht er dazu Hilfe. Diese findet er bei Crom, einem blinden Kaninchen, dass Podkin ein guter Freund wird.

Podkin ist eigentlich eher ein faules Kaninchen, obwohl er später mal der Anführer des Stammes werden soll. Ganz das Gegenteil zu seiner Schwester, die ehrgeiziger als er ist. Doch um wieder zu dem Leben zurückkehren zu können, dass er früher führte, muss er handeln. Und hiervon handelt die Geschichte.
Podkin muss über sich hinauswachsen, muss sich anstrengen, seinen Grips anstrengen und endlich erwachsen werden. Doch bis dahin ist es ein langer Weg.

Eigentlich ist das Buch sehr traurig, denn Podkin verliert fast seine ganze Familie und muss nun - allein - darum kämpfen, die Familienehre wieder herzustellen.

Ein spannendes Abenteuer erwartet den kleinen Helden und viele Gefahren warten auf ihn. Dies erzählt der Autor sehr eindringlich. Und lässt auch keine Gefahr aus. Der Tod wird genauso behandelt, wie das Böse und das Gute.

Aber auch Freundschaft, Zusammenhalt, Mut und Vorsicht wird behandelt. Alles ist detailreich ausgearbeitet und sehr schön gestaltet.

Und doch hat mir persönlich das gewisse Etwas gefehlt. Die Geschichte plätschert teilweise so vor sich hin, bis das nächste Highlight geschieht. Dann wird es wieder rasant und spannend.

Schade, hier hätte man sehr viel mehr herausholen können. Ich denke, dass Kinder mit der Story um das einohrige Kaninchen sehr viel Spaß haben werden. Ich als Erwachsene konnte leider nicht so viel damit anfangen.

Fazit:
Ein Kaninchen als Held.

Bewertung vom 05.08.2018
Rauhnacht / Kommissar Kluftinger Bd.5
Klüpfel, Volker; Kobr, Michael

Rauhnacht / Kommissar Kluftinger Bd.5


ausgezeichnet

Schon der Anfang des Buches lässt einem wieder mehr als Schmunzeln. Die Autoren beschreiben mit viel Witz, wie sich Kluftinger, zusammen mit seiner Frau Erika, Dr. Langhammer und dessen Frau Annegret auf den Weg zu dem Hotel in den Bergen macht. Sein Widerwille, gerade mit Dr. Langhammer zusammen Silvester zu feiern, ist geradezu spürbar. Und dies macht das Buch für mich schon zur einem der Besten der Reihe.

Kluftinger nimmt in diesem Buch die Stelle des Hercules Poirot ein, dem Meisterdetektiv, erschaffen von Agatha Christie. Dr. Langhammer dagegen wird zu Dr. Watson, der Poirot als Assistent unterstützt. Schon allein die Vorstellung, diese beiden Personen gemeinsam an einem Fall arbeiten zu sehen, ist eine geniale Idee.

Die Autoren bedienen sich bei dieser Geschichte sehr an Agatha Christie und Arthur Conan Doyle. Doch wird dies nicht ein billiger Abklatsch, sondern ein spannender, unterhaltsamer und vor allem logischer Kriminalfall. Ich habe viel gelacht, viel geschmunzelt und viel gerätselt.

Diesmal hat mir sehr gut gefallen, dass auch Kluftingers Umfeld im Vordergrund steht. Seine Frau Erika sowie die Langhammers haben größere Auftritte. Vor allem eben Dr. Langhammer. Dabei kommt es immer wieder zu witzigen Szenen, da Kluftinger ja eher eine Abneigung gegen Langhammer hegt, sich aber aufrafft und trotzdem mit ihm zusammenarbeitet.

Dies ist mittlerweile Kluftingers fünfter Fall und ich finde, dass die Reihe sich bis jetzt immer wieder gesteigert hat.
Sehr positiv fand ich auch, dass ich das Buch im Hochsommer bei 35 Grad gelesen habe. Im Buch ist immer wieder von Schnee und Kälte die Rede. Eine herrliche literarische Abkühlung.

Es gibt wieder eine kleine Anspielung auf Kluftingers Vornamen und ich bin nun wirklich gespannt, wie er denn nun heißt. Aber es dauert noch ein bisschen, bis das Rätsel gelöst wird.

Fazit:
Spannend, witzig und eine Abwechslung.

Bewertung vom 05.08.2018
Sie sehen dich / Pheromon Bd.2
Wekwerth, Rainer; Thariot

Sie sehen dich / Pheromon Bd.2


ausgezeichnet

Als Jake auf Lee und Skagen trifft, scheint er endlich Antworten zu erhalten, die seine neuen Fähigkeiten erklären. Doch dann wird Lee getötet und Skagen festgenommen. Jake muss untertauchen und sucht verzweifelt nach einer Lösung. Als er auf die blinde Hannah trifft, scheint er eine Verbündete gefunden zu haben.
100 Jahre in der Zukunft wird die Anwältin Giovanella Muscat beauftragt, herauszufinden, was mit Jake in der Vergangenheit passiert ist. Sie kommt dabei so einigen Ungereimtheiten auf die Spur. Bald merkt sie, dass auch ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht.

Der zweite Teil beginnt dort, wo der erste geendet hat. Nahtlos geht es mit der Geschichte weiter. Wieder ist die Geschichte in zwei Stränge unterteilt. Einmal die Gegenwart im Jahr 2018 und einmal 100 Jahre in der Zukunft, 2118.
In der Gegenwart begleiten wir wieder Jake, der nach den Vorfällen bei dem Anschlag auf ein Gebäude der Organisation HFP (Human Future Project) fliehen muss. Dabei war er so nahe daran, zu erfahren, was es mit ihm auf sich hat.

Er muss untertauchen und trifft dabei auf Hannah. Hannah ist blind und wird scheinbar grundlos von einem Mann angegriffen und gewürgt. Jake hilft ihr sofort, tötet dabei jedoch aus Versehen den Mann. Doch fortan wird er als Mörder gesucht.

Dies hat so weitreichende Folgen, dass auch 100 Jahre später, als die Anwältin Giovanella Muscat nach Jake im Internet sucht, plötzlich in Dinge hineingerät, die sie sich nicht im Traum hat vorstellen können. Ihre Nachforschungen bringen das FBI gegen sie auf und plötzlich findet sie sich in einem Szenario wieder, welches sie um ihr Leben bangen lässt.

In der Gegenwart, geschrieben von dem Autor Rainer Wekwerth, spitzen sich die Ereignisse jedoch auch zu. Es werden neue Figuren eingeführt, bei denen am Anfang noch unklar war, um wen genau es sich handelt bzw. warum sie eigentlich erwähnt werden. Erst im Laufe der Geschichte wird klar, welche Rolle sie spielen.

Die Zukunft, erdacht von Thariot, gibt dabei so einigen Aufschluss über die Ereignisse in der Gegenwart. Aber auch neue Fragen kommen auf und so wird es reichlich verzwickt. In welchem Zusammenhang stehen alle Personen und warum tun manche so geheimnisvoll, während andere mit offenen Karten spielen?

Ich hatte leider etwas Mühe, in die Geschichte zu finden, da sich die ersten Kapitel - trotz der darin enthaltenden Action - doch etwas ziehen. Erst nach etwas einem Drittel kam richtig Fahrt auf und wir erhalten viele Einblick in die Fragen, die sich auftun.

Die Situation eskaliert, als 2118 Giovanella so richtig in die Materie eintaucht und zu verstehen beginnt. Hier kommt es dann auch zu grausameren Szenen. Denn das FBI mischt gehörig mit. Das das Buch ab 14 Jahren angegeben wird, halte ich hier für vollkommen gerechtfertigt.
Giovanella wächst über sich hinaus und findet eine Verbindung ins Jahr 2018. Wie genau jedoch alles zusammenhängt, bleibt noch ein Rätsel. Aber schließlich muss ja auch für den dritten Teil noch Handlung übrig bleiben. Auf diesen freue ich mich sehr, denn ich bin gespannt, wie die Autoren nun alles auflösen und vor allem, warum genau alles so ist, wie es denn nun ist.

Die Zusammenarbeit der beiden Autoren ist grandios. Ich bin immer wieder fasziniert, wie zwei Autoren unterschiedliche Schreibstile zu einem Buch zusammen"basteln" und daraus eine Geschichte machen, die spannend, abenteuerlich, fantastisch und vor allem (für mich) bislang sehr logisch ist.

Auch wenn ich einige Ahnungen habe, bin ich doch weiter gespannt, wie sich alles nun entwickelt. Vor allem frage ich mich, ob sich meine Ahnungen bewahrheiten oder doch wieder einige Überraschungen eingebaut wurden.

Fazit:
Ein spannender zweiter Teil mit vielen Wendungen und Neuerungen.

Bewertung vom 05.08.2018
Laienspiel / Kommissar Kluftinger Bd.4
Klüpfel, Volker; Kobr, Michael

Laienspiel / Kommissar Kluftinger Bd.4


ausgezeichnet

Kluftinger hat eigentlich schon mit den Proben zum Theaterspiel zu "Tell" alle Hände voll zu tun, als ein Toter die beschauliche Ruhe im Allgäu stört. Recherchen ergeben, dass dieser Tote nur der Anfang war. Ein Terroranschlag ist geplant. Denn auf dem Laptop des Toten finden sich diverse Mails und ein Countdown.
Plötzlich verwandelt sich die Polizei Kempten in ein Hauptquartier, wobei Kluftinger nunmehr dem BKA unterstellt ist. Angeführt von Faruk Yildrim, einem türkischstämmigen jungen Mann, der mit viel Enthusiasmus und Sachkenntnis an die Angelegenheit herangeht.
Kluftinger währt sich in einem Alptraum, doch die Ermittlungen schreiten gut voran. Bis allen klar wird, wo die Bombe hochgehen soll.
Und dann ist da noch Dr. Langhammer, der sich ungefragt in Kluftingers Eheleben einmischt und mit immer guten Ratschlägen parat steht.

Diesmal wird es sehr rasant, denn ein Countdown bildet den Mittelpunkt des Buches. Schaffen es die Kemptner Polizei, das BKA und als grenzübergreifende Hilfe auch die österreichischen Ermittler, herauszufinden, was genau mit dem Countdown gemeint ist? Ein Terroranschlag steht von vornherein fest, doch wie, wer und vor allem wo?

Das ernste Thema Terrorismus wird abgehandelt und trotzdem schaffen es die Autoren, dies etwas in den Hintergrund zu stellen und Kluftinger diesmal zur Höchstform auflaufen zu lassen. Denn neben dem kniffligen Fall hat er noch mit Dr. Langhammer zu tun, dem Altusrieder Landarzt, der sich ungefragt in Kluftingers Eheleben einmischt.

Für Kluftinger ist es natürlich ungewohnt, dass er die Anweisungen nun nicht von seinem Chef Lodenbacher erhält, sondern von dem Terrorexperten Yildrim, mit dem sich Kluftinger jedoch auf Anhieb gut versteht. Trotzdem fügt er sich nahtlos in das Ermittlungsteam ein und die Zusammenarbeit läuft einwandfrei. Dass der Kommissar trotzdem wieder in Fettnäpfchen tritt, muss wohl nicht erwähnt werden.

Hinzu kommen die Proben zu dem Laienspiel "Tell", bei welchem Kluftinger und seine Familie mitwirken. Dies ist schon Tradition und so nimmt Kluftinger dies auch sehr ernst. Er versucht, die Proben weitestgehend einzuhalten, doch die Aufklärung des Terroranschlags nimmt ihn dann doch sehr in Anspruch.

Und um allem die Krone aufzusetzen, hat Erika, Kluftingers Frau, zusammen mit den Langhammers noch einen Tanzkurs organisiert. Natürlich sehr zur Freude Kluftingers. Nicht. Diese Szene mit dem Tanzkurs war so herrlich komisch, dass ich mehrmals laut auflachen musste. Mein Kopfkino hatte hier ordentlich zu tun.

Ansonsten geht Kluftinger wieder sehr geordnet an die Aufklärung des Falls. Hier merkt man sehr, wie genial logisch er denken kann. Gerade am Ende, als alles hart auf hart kommt, lässt ihn sein Gehirn nicht im Stich.

Der vierte Fall des Kommissars war sein bislang schwerster, nicht nur, weil er mit so vielen unterschiedlichen Personen zusammenarbeiten musste, sondern auch, weil er so viele unterschiedliche Hinweise hatte, die eigentlich kein richtiges Bild ergaben.

Die Geschichte ist sehr kurzweilig und man hat zu keiner Zeit das Gefühl, dass man mit zu vielen "polizeilichen" Informationen überhäuft wird. Trotzdem bekommt man einen guten Einblick in das Vorgehen des BKA.

Fazit:
Eine rasante Geschichte mit einem genialen Kommissar Kluftinger.