Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Meggie
Wohnort: Mertesheim
Über mich: Ich lese gerne! Und diese Leidenschaft möchte ich teilen! https://www.meggies-fussnoten.com
Danksagungen: 488 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 815 Bewertungen
Bewertung vom 21.05.2020
Der letzte Magier von Manhattan / Die Rätsel des Ars Arcana Bd.1
Maxwell, Lisa

Der letzte Magier von Manhattan / Die Rätsel des Ars Arcana Bd.1


sehr gut

Seit Jahrhunderten herrscht Krieg zwischen dem Orden Ortus Aurea und denen, die im Untergrund hausen müssen. Die Diebin Esta lebt ebenfalls im Verborgenen, bis sie den Auftrag erhält, ins Jahr 1901 zu reisen, um ein wichtiges Buch zu stehlen. Dies könnte als Waffe gegen die Ortus Aurea dienen. Doch Esta weiß, dass ihre Reise gefährlich ist. Denn die Vergangenheit ist wichtig, wenn sie die Zukunft retten will.

Schon die ersten Seiten dieses Auftakts zu einer Fantasy-Trilogie konnte mich in den Bann ziehen. Die Autorin hat eine wunderbare Schreibweise und erzählt mit einem packenden Stil die Geschichte von Esta, die in die Vergangenheit ins Jahr 1901 reist, um dort ein Buch zu stehlen.

Der Konflikt, in den Esta gerät, ist für sie sehr emotional. Sie schließt sich einer Gruppe von Magiern an, die gegen den Orden Ortus Aurea rebellieren und offen Krieg gegen diesen führen. Dabei muss sie so einige Lügen erzählen, da ja keiner wissen darf, dass sie aus der Zukunft kommt.

Das Setting ist fabelhaft. Ich liebe es, in bestimmte Metropolen zu bestimmten Zeiten zu reisen. Allen voran ist es London im Mittelalter oder die USA in den 20er Jahren. Aber auch der Anfang des 20. Jahrhunderts in Manhattan hat so seinen Reiz. Vor allem, wenn er so magischer Natur ist.

Es wird eine spannungsgeladene Atmosphäre aufgebaut, so dass man Mühe hat von der Geschichte abzulassen. Vieles hat mich sehr fasziniert. Gerade Esta, die eine starke, mutige Frau ist, sich aber dann doch nicht gegen ihre Gefühle wehren kann.

Auch dass einige Überraschungen aufwarten, hat mir sehr gut gefallen. Die Wendungen waren unerwartet und haben neuen Schwung reingebracht.

Da es sich um den Auftakt der Reihe handelt, ist klar, dass einiges erklärt wird und damit auch ein paar Längen ins Spiel kommen. Doch wenn man am Ball bleibt und (das Buch ist in vier Teile aufgesplittert) zum dritten Teil kommt, geht es rasant und spannend zu und man merkt, dass die ganze Vorgeschichte von Nöten war, um den Rest zu verstehen. Dies soll jedoch nicht heißen, dass die ersten beiden Abschnitte langweilig sind. Im Gegenteil.

Ich freue mich auf den zweiten Teil und auf ein Wiederlesen mit allen Figuren.

Meggies Fussnote:
Spannend, überraschend und magisch.

Bewertung vom 18.05.2020
Wunder - Sieh mich nicht an
Palacio, Raquel J.

Wunder - Sieh mich nicht an


ausgezeichnet

August ist anders. Er kam mit einer Gesichtsanomalie zur Welt und musste sich schon etlichen Operationen aussetzen. Aufgrund dessen wurde er von seiner Mutter zu Hause unterrichtet und war noch nie auf einer richtigen Schule. Nun soll er jedoch die fünfte Klasse besuchen. Natürlich hat August Angst davor, wird er ja, wenn er sich draußen aufhält, von jedem angestarrt. Und es kommt, wie es kommen muss. August erster Schultag wird eine Katastrophe. Doch da sind Jack und Summer, die August das Gefühl geben, dass er so ist, wie alle anderen. Doch es gibt auch andere Kinder, die nicht mit der Situation umgehen können. Und so lernt August einiges über sich, seine Klassenkameraden und das Leben.

Welch ein berührendes Buch. Schon von Anfang an wusste ich, dass ich begeistert sein werde.

August ist ein so lebenslustiger und kluger Junge. Ich musste während des Lesens ständig daran denken, wie ich wohl reagieren würde, wenn er plötzlich vor mir stehen würde. Klar, man würde schauen. Klar, man würde Mitleid haben. Und dann würde man es wieder vergessen. Doch was ist, wenn man ständig mit ihm zu tun hätte? Wenn man ihn näher kennenlernen und verstehen würde, was ihn bewegt?

August Familie ist wunderbar. Seine Eltern verhätscheln ihn zwar sehr, aber sie lassen ihn auch das machen, was er möchte. Seine Schwester Olivia liebt ihren Bruder, will ihn beschützen, weiß aber auch, dass er seinen eigenen Weg gehen muss, damit er in dieser unwirtlichen Welt zurecht kommen kann.

Der Schreibstil der Autorin hat mich sehr berührt. Sie schreibt mit einer Leichtigkeit von August Leben und gibt der Geschichte so viel Herzlichkeit mit. Alle Charaktere sind so liebenswert und am Ende versteht man sehr genau, dass Freundschaft mit eins der wichtigsten Dinge in unserem Leben ist.

Natürlich gibt es auch Moment in dem Buch, in dem die Tränen fließen. Gerade das Ende hat mir nochmal sehr zugesetzt. Es war rührend, lustig und herzergreifend.

Anderssein ist nicht schlimm. Anderssein ist für andere befremdlich und viele können damit nicht umgehen. Anderssein ist eben anders, auf eine andere gute Art und Weise. Und August ist ein tapferer, kleiner, schlauer Junge, der zwar anders, aber doch so normal ist.

Meggies Fussnote:
August ist der Größte.

Bewertung vom 18.05.2020
Das Geschenk
Fitzek, Sebastian

Das Geschenk


sehr gut

Milan Berg ist Analphabet und hält sich mit kleineren Gaunereien und Überfällen über Wasser. Bis er eines Tages die Chance erhält, in einem Diner zu arbeiten und endlich ein ehrliches Leben zu führen.
Als dann jedoch an einer Ampel ein Mädchen in einem Auto einen Zettel an die Scheibe hält, ist Milans Spürsinn geweckt. Da er nicht lesen konnte, was auf dem Zettel geschrieben stand, macht er sich an die Verfolgung des Autos und stößt dabei auf weitere geheimnisvolle Andeutungen.
Zusammen mit seiner Freundin Andra geht er den Spuren nach und deckt dabei so einiges aus seiner Vergangenheit auf. Wer ist das geheimnisvolle Mädchen und warum hat sie gerade ihn auf sich aufmerksam gemacht? Und was genau hat das alles mit ihm zu tun?

Schon lange warte ich darauf, dass das Niveau, dass der Autor uns in "Die Therapie" oder "Der Seelenbrecher" gezeigt hat, wieder in einen Thriller einfließen lässt. Mit "Das Paket" und "Der Insasse" ist dies schon gut gelungen, aber nun war ich seit langem wieder begeistert von einem Roman aus der Feder Sebastian Fitzeks.

Immer wieder finde ich es faszinierend, wie sehr einem der Autor auf falsche Spuren schickt, um am Ende in einem großen Showdown nochmal eins draufzulegen und alles, was man sich im Laufe der Geschichte erdacht hat, umzuwerfen

Von Anfang an war ich in der Geschichte drin. Wie immer muss man sich im Laufe des Buches an die einzelnen Charaktere heranarbeiten. Denn immer wieder werden kleine Bruchstücke aus Vergangenheit und Gegenwart der Protagonisten preis gegeben und so ergibt sich am Ende ein Gesamtbild, das bei manchen Personen sehr verstörend ist. Nicht jeder ist das, was er vorzugeben scheint.

Und das ist auch gut so. Denn sonst wären es nicht die Bücher von Sebastian Fitzek. Denn er steht eben für das: Psychothriller mit überraschenden, nicht erwartenden Wendungen.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und packend. Die häppchenweise überbrachten Informationen lassen sich zwar zu einem Bild zusammensetzen, doch dann wird noch was draufgelegt und man ist wieder komplett verwirrt.

Ich liebe solche ausgeklügelten Geschichten und bin auch immer am Miträtseln.

Meggies Fussnote:
Wie immer sind Fitzeks Bücher ein Geschenk an seine Leser.

Bewertung vom 18.05.2020
Die Einsame im Meer / Disney - Villains Bd.3
Disney, Walt; Valentino, Serena

Die Einsame im Meer / Disney - Villains Bd.3


sehr gut

Ursula wird von ihren drei Hexen-Schwestern gerufen, nach der verlorenen Circe zu suchen. Doch Ursula hilft nur unter der Voraussetzung, dass ihrerseits geholfen wird, ihren Bruder Triton zu töten. Dessen Tochter Arielle, die den Wunsch hat, ein Mensch zu sein, wird deswegen für einen teuflischen Plan benutzt, um das zu erreichen, was sich Ursula schon seit langem wünscht.

Die böse Meereshexe Ursula ist uns bekannt, als die Gegenspielerin in "Arielle, die Meerjungfrau", einem sehr erfolgreichen Zeichentrickfilm aus dem Hause Disney. Doch Ursula war nicht immer böse. Warum sie jedoch zu der wurde, die sie ist, erzählt Serena Valentino in ihrem dritten Roman der Disney Villains-Reihe. Und dies auf eine sehr eindringliche und magische Art.

Sehr interessant fand ich es, die ganze Geschichte aus Ursulas, also aus Sicht der "bösen Seite" zu lesen. Ursula handelt so, weil sie sich ungerecht behandelt fühlt. Von Triton, den Menschen und überhaupt. Ihre Gefühlswelt ist so durcheinander, dass sie nur noch einen Ausweg sieht: Hass, Neid und Angst vergiften ihren Verstand.

Die Autorin erzählt Ursulas Sicht des Films "Arielle, die Meerjungfrau". So erfahren wir, wie es zu dem Plan kam, Arielle in einen Menschen zu verwandeln und deren Pläne zur Hochzeit mit Prinz Erik zu vereiteln.

Gleichzeitig erfahren wir noch weitere Hintergrundinfos zu anderen "Bösewichten" aus dem Disney-Universum.

Teilweise hatte ich etwas Mühe, den vielen Handlungssträngen zu folgen, was wahrscheinlich aber daran lag, dass ich den hier vorliegenden Band als ersten der Reihe gelesen habe und mir durch die vorhergehenden zwei Bände eben ein paar Infos fehlen. Ich dachte, jeder Band sei eine abgeschlossene Geschichte und beziehe sich nicht auf die anderen Teile.

Es erwartet einem eine sehr traurige und düstere Geschichte, dies muss einem klar sein. Es ist nicht so farbenprächtig wie in dem Zeichentrickfilm. Ich habe sogar ein wenig Mitleid mit Ursula empfunden und konnte einen kleinen Teil nachvollziehen, warum sie sich zu einer bösen Figur entwickelt hat. Andererseits aber auch wieder nicht, da es immer zwei Wege gibt, sich zu entscheiden: gut oder böse. Sie hat eben den bösen Weg gewählt.

Doch was wären wir ohne die Villains, die mit ihrem Verhalten Stoff für gute Geschichten bieten.

Die Autorin hat eine tolle Strategie entwickelt. Die Riehe werde ich auf alle Fälle weiterverfolgen, da mich sehr interessiert, wie die anderen bösen Figuren zu dem werden, was sie jetzt sind oder waren.

Fast schon nebenbei wird sogar der Original-Dialog aus dem (ins Deutsche übersetzte) Film eingeflochten. So "singt" Ursula ihr Lied "Arme Seelen in Not" oder die Szene mit Arielle und Erik im Boot kurz vor dem Kuss wird wiedergegeben.

Meggies Fussnote:
Kann eine Geschichte, die nur vom Bösen handelt, faszinieren? Definitiv.

Bewertung vom 18.05.2020
Das Biest in ihm / Disney - Villains Bd.2
Disney, Walt; Valentino, Serena

Das Biest in ihm / Disney - Villains Bd.2


ausgezeichnet

Der nächste Band der Disney Villains-Reihe befasst sich mit dem Märchen "Die Schöne und das Biest" und hier insbesondere damit, wie der Prinz zum Biest wird.

Der Prinz lebt alleine in seinem Schloss. Durch sein umwerfendes Aussehen wird er hochnäsig und nimmt alles als gegeben hin. Er kümmert sich nicht um andere und will nur eins: sich mit seinesgleichen verheiraten. D. h. dass seine zukünftige Frau auch das Kriterium "Schönheit" erfüllen muss. Ob sie klug ist, ist ihm egal.

So verlobt er sich mit Circe, einer wunderschönen jungen Frau. Doch als er herausbekommt, dass sie sich auch für niedere Arbeiten herablässt wie z. B. Schweine zu füttern, löst er die Verlobung. Die Schwestern von Circe - drei unbarmherzige Zauberinnen - verfluchen den Prinz. Vor seinem 21. Geburtstag muss der die wahre Liebe finden. Nur so lässt sich der Fluch lösen.

Bei einem Ball stößt er das erste Mal auf Belle, doch diese wird ihm wiederum madig gemacht, von keinem anderen als seinem besten Freund Gaston.

So konzentriert sich der Prinz auf Tulip Morningstar, eine wunderschöne Prinzessin, die sich unsterblich in ihn verliebt. Doch er behandelt sie nicht, wie es eine Frau würdig ist. Als er sie küsst, stellt sich heraus, dass sie nicht diejenige ist, die den Fluch brechen kann.

Der Prinz verstrickt sich immer mehr in seinem Mitleid sich selbst gegenüber und wird immer mehr zu dem, was die Zauberinnen ihm angetan haben.

Die Autorin gibt ein Bild dessen wider, was Narzissmus und Eitelkeit aus einem machen können. Mit sehr viel Geschick erzählt sie, wie der Prinz sich immer mehr in das Biest verwandelt, welches wir aus dem Zeichentrickfilm "Die Schöne und das Biest" kennen.

Diese Vorgeschichte ist sehr einfühlsam, wird doch jede Stufe der Verwandlung ausgekostet und detailliert berichtet, wie der Prinz sich in seinem eigenen Mitleid verliert.

Sehr interessant war zu lesen, dass der Prinz seit Kindheit eigentlich mit Gaston sehr gut befreundet war. Gaston zeigt schon sehr früh seine grausame Ader und zieht den Prinzen auch etwas mit in sein eigenes kleines Reich. Hätten die beiden sich nicht gekannt, wäre vielleicht aus dem Prinzen eine andere Person geworden.

Belle erscheint erst am Ende des Buches und dann auch nicht in vorgerückter Position. Nur die Szenen, in der das Biest Belle seine Bibliothek schenkt und die Schneeballschlacht im Garten, sind ausführlicher in das Buch eingeflossen.

Auch die Dienerschaft wie Lumiére und Herr von Unruh (Cogsworth) sowie Mrs. Potts haben ihren Auftritt.

Da "Die Schöne und das Biest" zu meinen Lieblings-Disney-Filmen gehört, war es für mich natürlich umso spannender zu lesen, wie sich der Prinz vor seiner Verwandlung in das Biest seinen Mitmenschen gegenüber gegeben hat. Die Autorin hat dies sehr beeindruckend erklärt.

Meggies Fussnote:
Wunderschön erzählt.

Bewertung vom 18.05.2020
Die Schönste im ganzen Land / Disney - Villains Bd.1
Disney, Walt; Valentino, Serena

Die Schönste im ganzen Land / Disney - Villains Bd.1


ausgezeichnet

"Schneewittchen" - ein Klassiker unter den Märchen. Jeder kennt die Geschichte von dem jungen Mädchen, dessen böse Stiefmutter es in den Wald verschleppen ließ, um es zu töten. Der Jägersmann hatte jedoch Mitleid und ließ es laufen. Bei den sieben Zwergen hinter den sieben Bergen verbrachte es nun sein Leben, bis die böse Stiefmutter ihren Zauberspiegel befragt: "Spieglein, Spieglein an der Wand. Wer ist die Schönste im ganzen Land?" Der Zauberspiegel verriet, dass Schneewittchen noch lebt und die böse Stiefmutter macht sich mit einem vergifteten Apfel auf, Schneewittchen zu töten.

So weit so gut. Doch wie wurde die böse Stiefmutter eigentlich zur bösen Stiefmutter?

Dieser Frage nimmt sich die Autorin an und beschreibt, wie die böse Stiefmutter erstmal überhaupt zur Stiefmutter von Schneewittchen wurde.

Die Geschichte beginnt mit der Hochzeit der Königin mit dem König und der Begebenheit, dass sich die Königin ganz auf Schneewittchen einlässt und ihr ein Mutterersatz wird. Die beiden haben eine innige Beziehung, die noch tiefer wird, als der König in den Krieg zieht.

Die Königin und Schneewittchen bauen sich gegenseitig auf, machen Ausflüge, Picknick, verbringen die Tage miteinander - bis die schreckliche Nachricht kommt, dass der König im Krieg gefallen ist. Ab diesem Zeitpunkt versinkt die Königin in Depressionen. Sie lässt sich gehen, vernachlässigt Schneewittchen und mit der Zeit zerfrisst sie der Neid auf die Schönheit ihrer Stieftochter.

Langsam, aber unaufhörlich wird die Königin böse, eignet sich Zauberei an und schmiedet Pläne, wie sie die Schönste im Land sein kann.

Dieser stete Spannungsaufbau wird von der Autorin wunderbar eingehalten. Sie wiegt einem zu Anfang in Sicherheit, flicht immer mal wieder einen "bösen" Gedanken der Königin in die Geschichte ein bis letztendlich die Zauberin vor uns steht, die wir aus dem bekannten Zeichentrickfilm von Disney kennen.

Ich muss zugeben, dass ich am Anfang etwas skeptisch war, doch mit jeder mehr gelesenen Seite hatte ich das Gefühl, dass es genau so gewesen sein muss, wie in der Geschichte erzählt wird.

Ich mag die Königin, also ich mag ihr Ich vor dem Tod des Königs. Sie ist lieb, nett, versucht wirklich für Schneewittchen ein Mutterersatz zu sein, nimmt sich Zeit und vor allem nimmt sie Rücksicht, auch auf die verstorbene Mutter des Kindes. Sie erzählt viel von der Verstorbenen, besucht mit Schneewittchen deren Grab und hält sie in Ehren - sie zeigt keinerlei Eifersucht darauf, dass sie nicht die Mutter von Schneewittchen ist und schon gar nicht die erste Liebe des Königs.

Wenn da nicht die Schönheit wäre, die die böse Königin so belastet. Ständig geht es ihr darum, vor anderen schön dazustehen, sie will einfach für ihr Aussehen bewundert werden.

Doch dann macht ihr Schneewittchen einen Strich durch die Rechnung.

Der packende Schreibstil tut dann auch noch sein Bestes und zieht einem in den Strudel aus Eifersucht, Neid und letztendlich Hass auf das, was der Königin verwehrt bleibt.

Der Auftakt zur Disney Villains-Reihe hat mich sehr begeistern können.

Meggies Fussnote:
Wer ist die Schönste im ganzen Land?

Bewertung vom 18.05.2020
Der Beginn / Die Meisterin Bd.1
Heitz, Markus

Der Beginn / Die Meisterin Bd.1


ausgezeichnet

Geneve Cornelius leitet in Leipzig eine kleine Praxis, wo sie sich mit ihren Heilmittelchen nicht nur bei normalen Krankheiten einen Namen gemacht hat. Auch die dunklen Wesen Leipzigs wenden sich an sie, wenn sie Probleme haben.
Als eines Tages ihr Bruder enthauptet wird, will sie erst gar nichts damit zu tun haben, hat sie sich doch mit ihm verkracht und auch sonst liegt ihr nicht mehr viel an ihrer Familie. Ihre Mutter möchte den Mord jedoch aufklären und wird selbst getötet.
Angeblich soll die seit Jahrhunderten dauernde Fehde zwischen der Familie Cornelius und der Familie Bugatti daran schuld sein. Doch als Alessandro Bugatti bei Geneve auftaucht und ebenso wie sie die Fehde nicht für Ernst nimmt, machen sie beide auf, den Mord an Geneves Familie aufzuklären und stoßen dabei auf innere sowie echte Dämonen.

Der Meister hat es wieder geschafft. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen.
Obwohl ich fand, dass das Buch gar nicht so auf Spannung ausgelegt war, hatte ich doch Mühe, das Buch wegzulegen. Markus Heitz hat es mit seinem packenden Schreibstil zustande gebracht, mich zu fesseln.

Wir lernen Geneve kennen, die in Leipzig eine kleine Praxis betreibt. Sie ist mit sich und der Welt im Reinen, gibt ihren Patienten Tipps und Tricks zur Genesung und möchte eigentlich nur in Ruhe ihre Zeit zu Hause verbringen.
Später kommt noch Alessandro Bugatti hinzu. Ein sehr sympathischer Italiener, der mit seiner ruhigen und besonnen Art geradezu perfekt zu Geneve passt.

Wären sie nicht aus verfeindeten Familien. Dies mutet etwas an Romeo und Julia an, wird dann jedoch anders als erwartet.

Die Geschichte wird überwiegend aus Geneves Sicht geschildert, zwischendurch kommen auch mal andere Personen zu Wort.

Kommentiert wird alles jedoch von Geneves Mutter Catharina. Ihre Ansichten werden in kursiver Schrift dargestellt. Sie blickt auf die Vergangenheit zurück und erzählt uns auch allerlei interessantes zu dem Beruf des Henkers.

Der Autor schafft es so, uns das Wissen über Henker fast beiläufig auf höchst informative Art beizubringen. Mit kleinen Anekdoten zu bestimmten berühmten Henkern oder den Abläufen einer Hinrichtung wird man in die Scharfrichter-Geschehnisse eingeweiht.

Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen, auch weil mir Geneve und Alessandro wirklich ans Herz gewachsen sind. Geneves kluge und vorausschauende Art hat sehr gut mit Alessandros Ratschlägen und Beschützerinstinkt harmoniert.

Ich freue mich sehr auf den zweiten Teil, von welchem am Ende des ersten Buches eine Leseprobe abgedruckt ist und unheimlich vielversprechend klingt.

Meggies Fussnote:
"Der Beginn" einer tollen Geschichte.

Bewertung vom 18.05.2020
Vengeful - Die Rache ist mein / Vicious & Vengeful Bd.2
Schwab, V. E.

Vengeful - Die Rache ist mein / Vicious & Vengeful Bd.2


sehr gut

Marcella Riggins hat einen sehnlichen Wunsch. Mächtig zu sein. Doch sie spielt hinter ihrem Mann Marcus nur die zweite Geige- Als er sie betrügt und sie es herausfindet, konfrontiert sie ihn damit. Nur, dass er den Spieß herumdreht und sie tötet. Doch Marcella wird ins Leben zurückgeholt und hat nun plötzlich übernatürliche Kräfte.
Dies führt dazu, dass sie auch auf Victor Vale aufmerksam wird -und er auf sie. Marcella will die Macht über die Stadt übernehmen und scheut vor nichts zurück.
Victor sucht währenddessen auch nach einer Möglichkeit, sein Leiden zu heilen. Denn immer öfter wird er ohnmächtig und stirbt...

Schon der erste Teil "Vicious" hat mich sehr fasziniert. Die Autorin hat eine einnehmen Art, was den Schreibstil anbetrifft und mich so in der Geschichte gefangen gehalten. Außerdem war das Ende sehr überraschend und so war es für mich klar: der zweite Teil muss gelesen werden.

Schon der Anfang ist sehr vielversprechend, lernen wir doch eine neue EO (ExtraOrdinäre) kennen, die mit ihrer außergewöhnlichen Kraft nur ein Ziel hat: die mächtigste Frau in der Stadt Merit zu werden. Einzig zwei Personen könnten ihren Plan durchkreuzen. Victor Vale und Eli Ever. Die beiden Protagonisten, die sich auch im ersten Teil schon bekämpft haben.

Allerdings hatte ich immer wieder Schwierigkeiten, der Geschichte in der zeitlichen Ebene zu folgen. Jedes Kapitel spielt in der Vergangenheit, jedoch nicht in der richtigen Reihenfolge. So bewegen wir uns einmal 12 Jahre zuvor, dann wieder vier Wochen, dann wieder 4 1/2 Jahre usw. Die Kapitel sind mit den jeweiligen Zeiten beschriftet, jedoch wusste ich zeitweise wirklich nicht, wann genau die Szene einzuordnen ist. Dies hat mich sehr verwirrt.

Und trotzdem bin ich begeistert, dass mich der zweite Teil dieser Reihe nochmals so faszinieren konnte. War ich im ersten Teil noch skeptisch und konnte auch nicht nachvollziehen, warum die Autorin das volle Potential der Fähigkeiten der Charaktere nicht ausschöpft, hat sie dies nun wett gemacht und mit voller Wucht zugeschlagen.

Gerade Victor, der sich radikal ändert, wird zu einem sehr interessanten Charakter. Ebenso Sydney, die zwar reifer, aber äußerlich nicht älter geworden ist. Oder der neue "Bösewicht" Marcella, die mit ihrer Fähigkeit sogar Eli und Victor in den Schatten stellt.

Das Ende ist mal wieder überraschend. Ich habe nichts konkretes gefunden, aber ich gehe davon aus, dass ein dritter Teil folgen wird, weil ein paar Figuren bestimmt noch ihre Geschichte weitererzählen wollen.

Meggies Fussnote:
Ein starker zweiter Teil.

Bewertung vom 18.05.2020
Das Geheimnis der Dunklen Fee / Disney - Villains Bd.4
Disney, Walt; Valentino, Serena

Das Geheimnis der Dunklen Fee / Disney - Villains Bd.4


ausgezeichnet

Warum wurde Maleficent so böse? Welche Beweggründe stecken hinter ihrem Fluch, Dornröschen zu töten?
Maleficent war nicht immer so böse. Wie sie zu dem wurde, was sie heute ist, erzählt der vierte Teil der Disney Villains-Reihe rund um die Dunkle Fee Maleficent.

Die Autorin hat sich verschiedener böser Disney-Charaktere angenommen und erzählt aus deren Blickwinkel deren Geschichte. So widmen wir uns in diesem Teil der dunklen Fee Maleficent.

Maleficent ist für mich die faszinierendste Charaktere aus den Disney-Filmen. Sie ist deswegen so interessant, weil sie mit ihrem Aussehen einfach alle anderen überstrahlt. Ihre Hörner, ihre grüne Haut, die gelben Augen. Alles macht sie aus meiner Sicht zu einer wunderschönen bösen Person, die einem für sich einnimmt.

Aber warum wurde sie zu dem, was sie heute ist? Maleficent wächst bei der Einen der Legenden auf, einer Fee, die als Schuldirektorin für die Schule verantwortlich ist, an der Feen ihre Ausbildung machen können. Doch Maleficent ist von Anfang an anders als die anderen und so bringt sie sich ihr Wissen zu Hause selbst bei. Doch sie fühlt sich zu etwas höherem berufen und wird in dieser Hinsicht auch von ihrer Mutter unterstützt.

Doch mit der Zeit merkt sie, dass sie gänzlich anders ist und auch gänzlich andere Dinge möchte, als ihre Mutter oder andere sie sich für sich wünschen.

Die drei verdrehten Schwester, die wir auch schon aus den ersten drei Büchern kennen, nehmen sich ihrer an und stoßen sie auf den Weg der schwarzen Magie. Immer weiter studiert Maleficent diese Magie und am Ende ergibt sie sich dem, was schon lange in ihr steckt: dem Bösen.

Der Weg Maleficents ist schwer. Vieles musste sie entbehren, vieles war ihr verwehrt. Sie hatte nur sich selbst und ihre Mutter, die auch noch einen großen Status inne hatte. Fast jeder hat sie abgelehnt und ihr gesagt, dass sie nicht das ist, was sie vorzugeben scheint. Letztendlich wurde sie von anderen zu dem gemacht, was sie heute ist.

Ich bin begeistert von dem vierten Band. Die Geschichte Maleficents hat mir sehr gefallen und auch den Wunsch geweckt, mir mal wieder "Dornröschen" anzusehen, vielleicht diesmal mit anderen Augen, da ich ja nun "die Hintergründe kenne".

Jeder Disney-Begeisterte sollte sich die Disney Villains-Reihe zu Gemüte führen, um einmal aus der Sicht der Bösen die Geschichten kennenzulernen.

Die Autorin hat mit ihrer Idee etwas tolles erschaffen. Ich freue mich auf die nächsten Bände.

Meggies Fussnote:
Böses wird von Bösem gemacht.

Bewertung vom 18.05.2020
Der Heckenritter Bd.1
Martin, George R. R.

Der Heckenritter Bd.1


sehr gut

Als der Heckenritter Ser Arlan stirbt, übernimmt sein Knappe Dunk seine Habseligkeiten und zieht fortan als Ser Duncan, der Große zu Turnieren, um dort etwas Geld und Ruhm zu verdienen. Durch Zufall gerät er an einen Jungen namens Egg, der sich ihm als sein Knappe anschließen will. Dunk nimmt sich seiner an. Ihr erstes Ziel: das Turnier in Aschfurt. Dort trifft er auf Ritter aus den großen Häusern Westeros`. Und legt sich mit einem Targaryen an. Kurz darauf muss sich Dunk dem Urteil der Sieben unterwerfen. Kann er sich als wahrer Ritter behaupten oder muss er sich den Intrigen, Gefahren und Machtkämpfen letztendlich geschlagen geben?

Nach George R.R. Martins großer Fantasyreihe „Das Lied von Eis und Feuer“ reiht sich nun mit „Der Heckenritter“ die Vorgeschichte in das Epos mit ein.

Man begibt sich wieder auf den fiktiven Kontinent Westeros, zieht mit einem Heckenritter namens Dunk durch die Lande und erlebt ein Abenteuer nach dem anderen. Doch wir befinden uns ca. 100 Jahre vor den Ereignissen aus "Das Lied von Eis und Feuer". Wir treffen auf die großen Häuser Targaryen und Baratheon, Fossoway, Tyrell und Lennister sowie Tully und viele mehr.
Und natürlich den Heckenritter namens Dunk, der mit seinem einstigen Herrn Ser Arlan durch die Lande zog und sich in den Dienst verschiedener Häuser stellte.

Ich habe vor einiger Zeit das zugehörige Buch gelesen und war am Ende doch etwas enttäuscht von der Vorgeschichte, da mir der Flair aus der großen Saga "Das Lied von Eis und Feuer" gefehlt hat.

Jetzt habe ich mich der Comic-Adaption gewidmet. Die wunderschöne Graphic Novel erzählt im ersten Teil die Geschichte von Dunk, der nach dem Tod seines Herrn dessen Stelle einnimmt und als Heckenritter durch die Lande zieht. Sein Ziel: Ehre und Ruhm bei Turnieren einheimsen und sich in den Dienst der Häuser von Westeros zu stellen.

Dunk kommt etwas tumb daher. Er scheint mit dem Denken Schwierigkeiten zu haben, zumindest redet er sich dies ständig ein. Doch bald merkt man, dass er gar nicht so ist, wie er sich selbst wahrnimmt. Sein Wesen ist zwar einfach, doch steckt in dem ganzen Kerl ein mutiger Mann, der für seine Meinung einsteht.

Ich muss zugeben, dass mir die Adaption viel besser gefallen hat, als das Buch an sich. Auch wenn die ganzen Intrigen, die Magie und das Spiel um die Throne hier fehlen, erwartet einem eine spannende Geschichte rund um den Heckenritter Dunk und seinen Knappen Egg, die durch Westeros ziehen und versuchen, ihren Lebensunterhalt mit Turnieren zu verdienen.

Der erste Band der Graphic Novel schildert quasi die erste Kurzgeschichte aus dem zugehörigen Buch. Dunk wird zum Heckenritter, trifft auf Egg und sie reisen zu ihrem ersten Turnier nach Aschfurt. Es erwarten einem überraschende Wendungen. Die spannende Erzählung wird nur unterbrochen von noch spannenderen Hintergrundinfos.

Die Panels sind nicht so düster gehalten, wie in den Graphic Novels zu "Das Lied von Eis und Feuer". Es ist farbenfroher, bunter und nicht so "beunruhigend". Hier wird einfach die Geschichte von Dunk erzählt. Eine sehr erfrischende Art und Weise.

Meggies Fussnote:
Nicht so komplex und interessant wie „Das Lied von Eis und Feuer“. Eben anders, aber doch ein kleines bisschen Westeros.