Autor im Porträt

Toptitel von Alex Capus

Himmelsstürmer

Broschiertes Buch
Zwölf Menschen, die unbeirrbar ihren Träumen folgten
Himmelsstürmer: kleine Leute, die auszogen, um in der großen Welt ihr Glück zu suchen. Das Berner Dienstmädchen Marie Grosholtz erlangte als Madame Tussaud Weltruhm. Der Neuenburger Jean-Paul Marat zettelte mit Danton und Robespierre die Französische Revolution an. Der Aarauer Uhrmachersohn Ferdinand Hassler vergrößerte die USA auf Kosten Kanadas. Ein Berner namens Pauli baute das erste lenkbare Luftschiff der Welt. Alex Capus erzählt von Menschen, die an ihre Fähigkeiten glaubten - und, trotz Niederlagen, ihren Träumen unbeirrbar folgten.…mehr

 

10,90 €

 

Das Leben ist gut

Broschiertes Buch
Eine Liebeserklärung an das Leben
Seit 25 Jahren ist Max mit Tina verheiratet - und er liebt sein Leben, so wie es ist, seine Familie, seine Freunde. Das wird ihm einmal mehr bewusst, als Tina zum ersten Mal in ihrer Ehe beruflich ohne ihn unterwegs ist. Mit 'Das Leben ist gut' würdigt Alex Capus das, was im Alltag schnell übersehen wird.…mehr

 

10,95 €

 

Alex Capus

Alex Capus, geboren 1961 in Frankreich, studierte Geschichte, Philosophie und Ethnologie in Basel und arbeitete während und nach seinem Studium als Journalist und Redakteur bei verschiedenen Tageszeitungen und bei der Schweizer Depeschenagentur. 1994 veröffentlichte Alex Capus seinen ersten Erzählband, dem seitdem neun weitere Bücher mit Kurzgeschichten, historischen Reportagen und Romanen folgten. Capus verbindet sorgfältig recherchierte Fakten mit fiktiven Erzählebenen, in denen er die persönlichen Schicksale seiner Protagonisten einfühlsam beschreibt. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt; für seine schriftstellerische Arbeit erhielt er zahlreiche Preise. Daneben hat Capus auch als kongenialer Übersetzer von Romanen des US-amerikanischen Autors John Fante gewirkt. Alex Capus lebt als freier Schriftsteller mit seiner Familie in Olten/Schweiz.

Kundenbewertungen

Léon und Louise

Bewertung von Julz aus Hildesheim am 16.03.2011
,Léon und Louise' ist der Liebesroman von dem Autor Alex Capus, der sich große Mühe gibt, den Roman authentisch zu gestalten, was ihm gelingt. Die beiden Protagonisten, die bereits im Titel genannt werden, kommen sich langsam näher, indem sie sich zunächst ab und zu, dann täglich treffen, um sich zu unterhalten. Mal erzählt der eine, mal der andere, sie wechseln sich mit dem Zuhören ab und werden endlich zu einem Liebespaar. Als sie durch den Ersten Weltkrieg getrennt wurden, finden sie nicht wieder sofort zueinander, halten einander für tot und versuchen, ihre Leben weiterzuführen, neuaufzubauen. Als sie zufällig wieder aufeinander treffen, müssen sie sich damit abfinden, dass Léon nun eine Familie hat... Nach dem Zweiten Weltkrieg treffen sie einander wieder... diesmal scheint ihre Liebe neu aufblühen zu können. Alles in allem ist zu sagen, dass der Roman eine wunderschöne Anordnung von Handlungen und Ereignissen ist. Capus schreibt in einer Sprache, die verständlich und gleichzeitig irgendwie poetisch ist, obwohl die Sätze simpel gestaltet sind. Er hat sich eine tolle, echt wirkende Geschichte ausgedacht und aufgeschrieben, die den Leser im tiefsten Herzen berührt und mitfühlen lässt. Ich habe das Buch nicht aus der Hand legen können, bis ich wusste, wie es ausgeht - sowas kann nur ein richtig guter Roman bewirken!

Léon und Louise

Bewertung von Everett aus Barsinghausen am 30.01.2011
Louise und Leon lernen sich zum Ende des 1. Weltkrieges in einem abgelegenen Ort in der Nähe der Atlantikküste kennen. Lange währt ihre gemeinsame Geschichte nicht, da werden sie durch einen der letzten Luftangriffe getrennt und halten sich gegenseitig für tot. Leon heiratet und wird Vater. Dann sehen sich beide zufällig in der Pariser Metro wieder. Wie reagiert Leons Frau Yvonne, wie geht das tägliche Leben weiter, und wie kommen alle durch den 2. Weltkrieg? Alex Capus beschreibt die Geschichte, die Liebe zwischen Leon und Louise einfach wunderbar, eben-so das Zusammensein von Leon und Yvonne. Yvonne geht bemerkenswert mit dem Auftauchen der alten Liebe ihres Mannes um. Die Geschehnisse der Kriege gehören zur Geschichte und sind meiner Meinung nach nicht zu viel eingebracht. Zu der Zeit kann man dem Thema einfach nicht ausweichen und es gehörte zum Leben dazu. Dabei wird es nicht dramatisiert, oder in den Vordergrund gescho-ben. Aber die Bedrohung, Atmosphäre wird gut eingefangen und ich konnte mir die Situationen gut vorstellen. Leon ist kein Held, doch er versucht im Stillen etwas zu helfen, und ganz wichtig, seine Familie ohne große Entbehrungen durch die Kriegszeiten zu bekommen. Dabei finde ich, zeigen die Protagonisten eine enorme Größe das Leben durchzustehen. Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen. Er beschreibt eine ernste, und wundervolle Geschichte, in der die Personen auch Selbstkritik und Ironie zeigen. Geschrieben ist es in einem sehr schönen Stil, durch den Roman zog sich irgendwie eine Leichtigkeit, trotz des ernsten Themas. Obwohl mich bisher Geschichten aus der Zeit der Weltkriege nicht sehr gereizt haben hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Sehr gelungen und empfehlenswert.

Léon und Louise

Bewertung von thebookpassion am 23.02.2011
Für Léon ist es Liebe auf den ersten Blick, als er die lebensfroh Louise während seiner Reise zu seinem neuen Arbeitsplatz erblickt. Langsam entwickelt sich eine tiefere Beziehung zwischen den beiden, wobei Louise , ein freiheitleibendes Mädchen , sich währt und Leon erst nach längerem werben nicht mehr wieder stehen kann und so unternimmt Louise mit Léon eine Fahrradtour ans Meer. Während dieser unbeschwerten Zeit entsteht ein starkes Band, das sie für immer miteinander verbindet und sich nie durchtrennen lässt. Da, die Geschichte wären der Zweiweltkrieg spielt bleiben auch die Protagonisten nicht von der Gewalt verschont. Léon und Louise geraten in einen Kriegsangriff und werden für viele Jahre voneinander getrennt, denn beide halten sie den anderen für tot und leben fortan ein Leben ohne den Anderen. Wie der Zufall jedoch will treffen sie sich nach Jahren wieder und lassen ihre Beziehung kurzzeitig wieder aufleben und versuchen danach weiter ohne einander auszukommen und zu leben, was ihnen jedoch nicht ganz gelingen will, denn egal wie weit entfernt sie von einander sind, sie sind immer noch durch ihre Liebe miteinander Verbunden. Der Autor hat einen einfühlsamen poetischen und dennoch einfachen Schreibstil, sodass die Wörter und die erzeugten Bilder wie in einem Film an einem vorbeirauschen und man sich direkt in der Welt von Léon und Louise befindet. Alex Capuse schafft es eine Geschichte voller Gefühle und Liebe nicht kitschig und doch einfühlsam zu erzählen, sodass die Gefühle an Intensität gewinne. Die Geschichte wird von einem Enkel Léons erzählt. Die Erzählerperspektive erlaubt es dem Leser dennoch an den Gefühlen Leons teil zu haben um die Liebe und seine Handlungsweise besser verstehen zu können, Vorteilhaft an der Erzählerperspektive ist zudem , dass nicht auch die Gefühle der anderen involvierten Personen mit einbezogen werden, sodass alles übersichtlich und nicht unnötig kompliziert ist. Man fiebert mit Léon mit und hofft, dass sein Leben positiv verläuft, dass er Louise wieder findet oder mit ihr zusammen bleiben kann und wenn das schon nicht gelingt, sie sich wenigstens nicht wieder aus den Augen verliehen. Alles in allem ein gefühlvolles Buch, dass eine Geschichte von der Macht der Liebe erzählt, dass einen nicht mehr los lässt und noch lange bewegt. Rund um einfach ein wunderbares Buch.

Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer

Bewertung von Petra aus Deutschland am 31.07.2013
Interessant geschriebene Begegnung oder beinahe Begegnung dreier junger Menschen, die später jeder auf seine Art zu Berühmheit gelangten. Wobei ich mich wirklich frage, ob es tatsächlich so stattgefunden haben könnte. Denn der Schreibstil erweckt den Eindruck, dass es sich nicht um eine Fiktion handeln könnte. Jede der drei Personen wird so dreidimensional dargestellt, sodass man sie praktisch greifen kann. Jede Lebensgeschichte ist spannend und im Detail beschrieben, was nur mit einer herausragenden Recherche zusammen hängen kann. Das ganze in einer leichten, nahezu weichen Art geschrieben, dass es Spaß macht es zu lesen. Inhaltlich erfährt man so nebenbei wie eine junge Sängerin von zu einer gesuchten Spionin wird, ein kleiner Maler zu einem großartigen Fälscher aufsteigt und ein junger Mann an der Atombombe mitarbeitet, ehe er 1952 den Nobelpreis für Physik übergeben bekommt. Wer eine trockene Biografie erwartet, der liest hier im falschen Buch. Hier erzählt ein liebenswerter Erzähler schmunzelnd die großartige Geschichte drei unterschiedlicher Persönlichkeiten.

Léon und Louise

Bewertung von OwlmaBooks aus Bad Kreuznach am 03.01.2012
Zum Inhalt: Frankreich 1918: Der junge Léon macht sich auf, Richtung Atlantikküste um als Moerseassistent zu arbeitet. Auf dem Weg in das beschauliche Dörfchen begegnet er der kleinen Louise. Sie verlieben sich ineinander. Doch als die Bombenangriffe einsetzen, werden sie getrennt und halten den jeweils anderen für tot. Zehn Jahre später: Léon ist mittlerweile verheiratet, hat einen Sohn und arbeitet in einem Labor in Paris. Als er eines Abends mit der Metro nach Hause fährt, glaubt er seinen Augen kaum: Dort in dem anderen Waggon sitzt seine kleine Louise… Meine Meinung: „Léon und Louise“ war mein erster Roman vom Autor Alex Capus und ich bin von seinem Schreibstil total begeistert. Er schreibt mit einer Leichtigkeit, dass der Leser sich vorkommt, als würde er das Geschehen von einer kleinen Wolke aus beobachten. Der Geschichte wird aus der Sicht von Léons Enkel erzählt. Sie fängt eigentlich am Ende an, denn das erste Kapitel beschreibt die Beerdigung von Léon. Der restliche Roman wird dann als Rückblende dargestellt. Der Erzählstil hat mir gut gefallen, da die Geschichte zwar detailliert dargestellt wird, es aber immer wieder Stellen gibt, die dem Leser Raum zur Fantasie lassen, denn Léon hat seinem Enkel nicht die ganze Geschichte um Louise erzählt und so muss er manches Mal Vermutungen über das weitere Geschehen anstellen. Der Spannungsbogen hat sich für mich kontinuierlich durch die Geschichte gezogen, da man wissen möchte ob, wie und wann sich Léon und Louise endlich wiedersehen. Die Geschichte ist sehr dramatisch und auch ein wenig ungerecht. Man fragt sich als Leser immer wieder „was wäre wenn“. Eine Aneinanderreihung von schicksalhaften Ereignissen führt dazu, dass die beiden sich für tot halten und so ihre Leben getrennt voneinander fortführen. Die beiden Protagonisten sind sehr starke Charaktere. Gerade Louise macht eine starke Wandlung aus. Zu Beginn ist sie eine freche, junge Frau, die absolut nicht auf den Mund gefallen ist und sogar ein wenig gefühlskalt wirkt. Sie dominiert die Beziehung der beiden. Im Laufe der Geschichte wandelt sie sich sehr und lässt auch Emotionen zu. Bei Léon ist es genau umgekehrt. Er ist zu Beginn der Geschichte der gefühlvolle, warmherzige Charakter, der sich nach Louise verzehrt. Im späteren Verlauf gerät er immer wieder in den moralischen Konflikt zwischen seinen Gefühlen für Louise und seinen Pflichten gegenüber seiner Familie. Auch die Nebencharaktere sind sehr liebevoll gestaltet und auch deren Schicksal lässt den Leser nicht unberührt. Die Geschichte spielt sowohl im ersten als auch im zweiten Weltkrieg. Die Grundstimmung ist deshalb generell eher düster und verzweifelt. Der Autor hat es geschafft mich direkt in diese Welt hineindenken zu können. Ich habe mich mitten im Geschehen befunden. Gerade in dieser hoffnungslosen Zeit wirkt die Liebe zwischen Léon und Louise wie ein keines Pflänzchen, dass den grauen Alltag ein bisschen heller erscheinen lässt. Die Geschichte von Léon und Louise hat mich wirklich tief bewegt. Der Roman handelt von Leidenschaft, ewiger Sehnsucht, dem Getrenntsein obwohl man doch so nah ist und vom Schicksal, dass es manchmal gut und manchmal schlecht mit einem meint. Für mich schon jetzt ein Highlight meines Lesejahres! Bewertung: 5/5 Sterne!

Léon und Louise

Bewertung von bookorpc aus Kumhausen am 08.06.2011
Léon und Louise von Alex Capus ist ein kleines Kunstwerk. Nicht nur die Aufmachung des Buches, ein malerischer Bucheinband umhüllt ein dunkelrotes Buch mit passendem Leseband, sondern auch die Liebesgeschichte während der Kriege, die mit dem Quietschen ihres Rades beginnt und mit einem Rrii-Rring, Rrii-Rring endet, trägt dazu bei. Inhalt: Léons Enkel erzählt vom Leben seines Großvaters. Seiner Liebe zu Louise, wie er sie kennenlernte, von ihr getrennt wird und ihr wieder begegnet. Seine Gefühle zu seiner Frau und seinen Kindern und das Leben während der Kriege. Dazwischen liest man Briefe von Louise an ihn. Meine Meinung: Eine wundervoller Roman, der nicht zu sehr auf die Kriegsereignisse eingeht, sie aber auch nicht ausblendet. Im Vordergrund steht die Geschichte von Léon. Amüsant fand ich sein Gespräch mit seiner Frau, als sie unter ihren Hormonen wegen der Schwangerschaft litt. In diesem Buch geht es um wahre Gefühle und Verbundenheit, nicht um ausgekleidete Liebesromanzen. Fazit: Wenn dieser junge Mann neben mir säße und mir die Geschichte seines Großvaters erzählen würde, zweifelte ich keine Minute an der Wahrheit.

Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer

Bewertung von Arabella aus Pirmasens am 09.07.2014
Drei historische Figuren, die sich 1924 am züricher Bahnhof hätten treffen können sind im Mittelpunkt des neuen Romans von Capus. Felix Bloch, Pazifist, wird Bombenbauer, Laura D´Oriano, träumt von einer Sängerkarriere und wird Spionin und Emile Gillieron, genialer Maler wird Begleiter von Schliemann und einer der größten Kopisten und Fälscher der Kunstgeschichte. Capus ist wie immer ein großartiger Erzähler. Er ist zweifellos einer der begnadetesten Erzähler unserer Zeit. Seine Sprache zieht den Leser in seine Geschichten hinein, wie es wenige andere Autoren vermögen. Die Charakterstudien, die er sich diesmal vorgenommen hat, basieren auf wahren Persönlichkeiten. Das macht auch den Reiz dieses Buchs aus, denn man greift zwangsläufig zum Lexikon, um mehr über diese Personen zu erfahren. Die Geschichte an sich bleibt dabei leider etwas dürftig, aber das macht fast gar nichts. Es ist einfach ein solches Vergnügen, Capus zu lesen, dass der Plot beinah zur Nebensache wird. Er schafft es wunderbar uns für seine Figuren einzunehmen. Man lebt mit ihnen und teilt Freud und Leid. Wunderbar! Eine Biographie ist eine Biographie. Hier sind es gleich drei, was für mich auch den besonderen Reiz des Buches ausmacht. Ein toller Roman und gleichzeitig gut recherchierte, wahre Lebensgeschichten. Alle Bücher von Herrn Capus sind lesenswert !

Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer

Bewertung von kvel am 01.08.2013
Lesenswert! Die junge Frau Laura d’Oriano hat den Traum eine große Sängerin zu werden. Leider verfügt sie nicht über ausreichend Talent, dies umzusetzen. So schlägt sie sich mit gelegentlichen Auftritten und Jobs durch. Emile Gilliéron besitzt außergewöhnliches künstlerisches Talent. Er gestaltet die bei Ausgrabungen gefundenen Bruchstücke im Sinne / nach den Wünschen seiner Auftraggeber. So erschafft er Realitäten. Felix Bloch ist eigentlich Pazifist. Er studiert anfänglich Maschinenbau und kommt dann zur Atomphysik. Ein plakativer Titel. Denn die Drei verbindet nicht mehr als, dass sie zufällig in der gleichen Zeit leben und sich vielleicht, eventuell, einmal begegnet sein könnten. Aber die Geschichte, die vom Autor darum herum „gesponnen“ wurde, ist ein wundervoller Roman, der einen umfassenden Eindruck von der Zeit, dem Leben und den Alltäglichkeiten der damaligen Zeit abgibt. Es ist faszinierend mit welcher Bildgewaltigkeit der Autor über die Kriegswirrungen schreibt und wie fließend die gut recherchierten Details als Hintergrundinformationen in den Text einfließen. Mir persönlich gefallen die stellenweise fast schon philosophischen Betrachtungen sehr gut: über die Bedeutung von Maschinen, was im Krieg zu was wurde oder dass Emile im Ausland als angesehener Künstler es nicht mehr nötig hat sich anderen gegenüber auflehnen zu müssen. Die Spannung wird wundervoll bis zu den letzten Seiten des Romans aufrecht erhalten – man will als Leser die ganze Zeit wissen „wie wird denn nun die Sängerin Laura zur Spionin“ und „durch welche Umstände hilft Felix Bloch beim Bau der Atombombe“. Ehrlich gesagt kann ich nicht beurteilen, wie viel geschichtliche Wahrheit und wie viel Fiktion in dem Roman stecken. Aber das Ergebnis finde ich auf alle Fälle hervorragend!

Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer

Bewertung von Nicky92 am 10.05.2014
Wie der Titel es schon so schön verkündet, geht es hierbei um die Geschichte von drei Menschen, die am Ende des Buches einer der größten Fälscher der Welt, eine Spionin und ein Bombenbauer werden. Doch keiner der Protagonisten hatte das geplant. Emil übernahm nach dem Tode seines Vaters desen Geschäfte, er hat von ihm sein künstlerisches Talent geerbt und so übernahm er auch die Arbeit an einem großen archäologischen Werk. Laura, die nie in eine typische Rolle fallen wollte und nur eins im Sinn hatte, das Singen. Diesem großen, weiten Gefühl Ausdruck zu verleihen, aber auf bessere Art, als es ihre Mutter getan hat. Und dann war da noch Felix, der zuerst, weil es sein Vater wollte, Maschinenbau studierte, dann aber zur Atomphysik wechselte. Alex Capus beschreibt diese drei so überaus gut, dass man sie fast vor sich sieht. Man erlebt, wie die drei sich entwickeln, wie sie langsam aber sicher zu ihrer vorbestimmten Geschichte kommen. Ich konnte mich kaum von dem Buch losreißen und finde es wirklich fabelhaft.

Léon und Louise

Bewertung von meldsebjon aus Hattingen am 23.01.2011
Gelebte Moral Das Buch "Léon und Luise" beginnt mit der Beerdigung Léons 1986. Nach einem langen Leben hat er eine große Nachkommenschaft hinterlassen. Das Erscheinen einer alten Frau, die den Toten küsst, und die Reaktion der Familie lässt einen Skandal vermuten. Ab dem Zweiten Kapitel beginnt dann der Bericht über Léons Leben ab seinem 17. Lebensjahr, als er Louise kennenlernt. Die beiden hat es in jungen Jahren ohne Familie in einen kleinen französischen Ort verschlagen, wo sie Arbeiten der eingezogenen Soldaten verrichten. Louise arbeitet beim Bürgermeister, Léon bei der Bahn. Man kommt sich näher, ganz zaghaft, wie es wohl zu dieser Zeit erwartet wurde. Nach einem zweitägigen Ausflug ans Meer geraten sie in einen der letzten deutschen Angriffe des ersten Weltkrieges, werden beide verletzt und halten sich gegenseitig für tot. Beide können einander nicht vergessen, dennoch geht das Leben weiter. Léon arbeitet als Chemiker für die Polizei, Louise als Tippmamsell für die Bank, beide in Paris. Léon gründet eine Familie. Und dann begegnen sie einander wieder..... Da der Enkel Léons der Erzähler ist, erfährt man recht viel über seinen Großvater, nicht sehr viel über Louise. Ihre Gedanken stammen aus Briefen, die sie Léon geschrieben hat. Für beide scheint das Leben ohne große Höhen und Tiefen dahinzuplätschern. Keine Rede von Karriere, Verzweiflung, Eifersucht, großer Liebe. Das ist einfach da und gehört dazu. Aber es gibt Regeln, die so tief verwurzelt sind, dass man gar nicht auf die Idee kommt, sie zu brechen. Natürlich hat man Angst, wenn die Deutschen in Paris einmarschieren, aber man hat eigene Vorstellungen von Moral und dazu gehört auch ein gewisser Widerstand. Damit hebt sich Léon deutlich von seinen Mitarbeitern ab. Er führt ein moralisches Leben, er hilft wo er kann, aber die Sicherheit der Familie steht immer an erster Stelle. Er hat ein "friedfertiges Phlegma", eine "fröhliche Schwermut" und ist ein freundlicher Rebell. Das ist eine ganz einfache, kleine Geschichte von einem ganz normalen Leben. Und doch steckt eine ungeheure Spannung darin. Alex Capus benutzt eine einfache, sehr stilsichere Sprache, die diese scheinbar einfache Geschichte perfekt wiedergibt. Dieses Buch habe ich in kürzester Zeit verschlungen und bin sicher, dass ich es mindestens noch einmal lesen werde. Ich glaube, dass noch viel mehr darinsteckt, als beim ersten Lesen erkannt werden kann.
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