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Benutzername: gaby2707
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Bewertungen

Insgesamt 515 Bewertungen
Bewertung vom 24.03.2019
Schatten der Toten / Judith Kepler Bd.3
Herrmann, Elisabeth

Schatten der Toten / Judith Kepler Bd.3


ausgezeichnet

Ein spannender Spionage-Thriller

Dombrowski Facility Management ist führerlos. Ihr Chef liegt nach einem Herzinfarkt auf der Intensivstation und sie soll die Firma übernehmen. Sieht sie so ihre Zukunft?
Dann stirb Eva Kellermann, eine ehemalige Stasi-Spionin. Ihre Tochter Isa arbeitet für den BND und bereitet gerade einen Einsatz in der Ukraine vor und beginnt ihre Jagd auf Richard Lindner, der sich jetzt Bastide Larcan nennt und Judiths Vater ist. Auch Judith will sich an dem Mann rächen, der sie damals in einem Kinderheim in Saßnitz zurück gelassen und sich tot gestellt hat...

„Schatten der Toten“ ist der dritte und leider letzte Band um die Tatortreinigerin Judith Kepler. Da ich Judith erst hier kennenlernen durfte, hatte ich zu Anfang etwas Schwierigkeiten in die Geschichte hinein zu kommen. Was mir aber durch immer wieder eingefügte Ereignisse und Namen aus der Vergangenheit dann doch gut gelungen ist. Trotzdem hätte ich die ersten beiden Bücher vorher lesen sollen.

In dieser Geschichte wimmelt es nur so von Personen, die auch in Judiths Vergangenheit schon eine Rolle gespielt haben. Alle lerne ich hier kennen. Durch eine detaillierte, farbige und vor allem menschliche Beschreibung habe ich sie mit ihre Ecken, Kanten, Macken alle bald im Kopf. Alle sind auf irgend eine Weise miteinander verbandelt, was meine Konzentration besonders im ersten Drittel extrem fordert. Ich bin gefangen zwischen Stasi, KGB, BND und Kaltem Krieg. Ich streife durch die Hafenstadt Odessa mit ihren Katakomben und dem wunderbaren Markt der Wunder und lerne eine faszinierende Stadt kennen.

Durch ihren unterhaltsamen, ruhigen und trotzdem extrem spannenden Erzählstil hat mich die Autorin von einer Seite zur nächsten gescheucht. Die vielen Dialoge lassen mich mittendrin stehen und ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen, bis endlich alles vorbei ist und Judith ihren Frieden wenigstens zum Teil findet.

Mit ihrer blühenden Fantasie und akribischer Recherche hat Elisabeth Herrmann auch diesmal wieder eine fantastische Geschichte erschaffen, die mich wunderbar unterhalten hat und mir Lesestunden geschenkt hat, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Bewertung vom 21.03.2019
Von Bierkrügen und Giftmorden
Hundt, Cecily von

Von Bierkrügen und Giftmorden


sehr gut

Der 2. Fall für Lorie

Der Patriarch der Hotel- und Brauereifamilie aus Dachau Otto Berchberger lebt nicht mehr. Mord oder Unfall aus Versehen? Hobbydetektivin und Reporterin des Ebershausener Boten Lorie Pfeffer, leicht übergewichtige Hausfrau und bekennende Krimileserin mit einem Hang zu Ferrero Küsschen wird diesmal, ehe sie sich versieht, von Kommissar Peters zur Vertrauensperson der Polizei gemacht und soll „ermitteln“. Hier stößt sie aber schnell an ihre psychischen Grenzen. Auch weil ihre Schwiegermutter ihren runden Geburtstag bei ihr zuhause feiern will...

Lorie Pfeffer und ihre Familie habe ich bereits im ersten Band der Reihe um die quirlige Chefarztgattin kennen- und lieben gelernt. Lorie ist so herrlich normal, so bodenständig, gerät immer wieder in Situationen, die sie nicht beeinflussen kann – und will. Sie als passionierte Krimileserin sieht sich mal wieder als Ermittlerin.

Aber auch die anderen Personen, hier die Familie Berchberger und ihr Gärtner, sind sehr interessant und haben alle irgendwelche Macken. Jeder hat auf ihre Art ein Motiv.
Besonders gefällt mir hier, dass ich die Gedanken der einzelnen Familienmitglieder lesen kann, was einen ganz besonderen Eindruck eines jeden liefert.

Die teils humorige Erzählweise hat mich oft schmunzeln lassen. Was mir aber auch hier wieder fehlt, ist die Spannung. Trotzdem freue ich mich schon auf Fall 3 für die Vorstadt-Detektivin.

Bewertung vom 20.03.2019
Hundsbua
Radermacher, Ulrich

Hundsbua


ausgezeichnet

Daumen hoch und bitte weiter so

Panik im Kindergarten. Während die Erzieherinnen sich um andere Kinder kümmern, wird das Nesthäkchen, die elf Monate alte Sophia Christ aus dem Kindergarten entführt. Die Ermittlungen, die Kommissariatsleiter Alois Schön zusammen mit seinen Kollegen anstellt, gestalten sich schwierig. Besonders, als Hinweise in Richtung Norden deuten. Da kommt es gerade recht, dass sich Diana Schubert nach Hamburg hat versetzen lassen.


Als Mutter nimmt mich die Entführung der kleinen Sophia stark mit. Und ich fühle mich noch näher an diesem Fall dran. Ich kann auch hier mitfiebern, mit ermitteln und erleide doch immer wieder, genau wie die Kommissare, Rückschläge bzw. komme einfach nicht weiter. Bis sich kurz vor Schluss alles aufdröselt, verschiedene Spuren zusammen führen und es leider ein nicht so schönes Ende gibt.

Aber es ist nicht der Kriminalfall allein, der mich das Buch kaum aus der Hand legen lässt. Auch wieder in die Privatsphäre der Ermittler hinein schauen zu können, gefällt mir sehr gut. Obwohl sich „Hundsbua“ sehr gut als eigenständiges Buch lesen lässt, genieße ich es doch, die Ermittler schon aus den beiden vorherigen Fällen zu kennen und ihre Entwicklung mit verfolgen zu können.
Ich liebe den fränkischen Mitarbeiter Martin mit seinem unverwechselbaren Dialekt. Und hier bekomme ich auch einiges an bayerischer Mundart zu lesen. Da kommt der Lokalkolorit richtig raus.


Haben mir „Saukerl“ und „Schickimicki“ schon gut gefallen, setzt Ulrich Radermacher mit seinem „Hundsbua“ noch einen drauf. Ich werde gut unterhalten, die Spannung wächst kontinuierlich an, eine Prise Humor ist auch vorhanden, was die Spannung aber nicht beeinträchtigt. Vor allem auch die bunte Mischung der handelnden Personen, die alle ihre Ecken und Kanten, sogar hier und da exzentrische Züge haben, gefallen mir wieder sehr gut.

Ein spannender Krimi mit einem interessanten und nachvollziehbaren Thema. Daumen hoch und 5 Sterne.

Bewertung vom 17.03.2019
Sag dem Abenteuer, ich komme
Rieck, Lea

Sag dem Abenteuer, ich komme


ausgezeichnet

Da wäre ich gerne dabei gewesen

Ich fahre zwar nicht Motorrad, aber ich liebe das Reisen und die dazugehörige Reiselektüre danach. Und so musste ich dieses Buch, dessen Cover mir sofort ins Auge gestochen ist, einfach lesen. Und ich habe es nicht bereut mich mit der jungen Münchner Autorin auf ihren Weg zu machen.

„Sag dem Abenteuer ich komme“ fesselt nicht erst ab der ersten Seite. Schon in der vorderen Klappe beginnt das Abenteuer, wo mir eine Weltkarte die Wege zeigt, die Lea Rieck auf ihrer Reise um die Welt genommen hat. Und auch die Inhaltsangaben machen neugierig auf das, was da auf mich, den Leser zu kommt.

Ich bin bei ihren langwierigen Reisevorbereitungen dabei und dann geht’s los. Über Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien, über den Kosovo nach Griechenland, dann in die Türkei nach Istanbul. Von dort nach Russland, Tadschikistan, Kirgistan, China, Pakistan, Indien, Nepal, Myanmar, Thailand bis nach Australien und Tasmanien. Immer meine ich den Fahrtwind im Gesicht spüren zu können. Anschließend lerne ich Argentinien, Feuerland, Patagonien, Chile, Peru, Panama, USA, Kanada, Marokko und die Westsahara kennen. Als wir dann nach 516 Tagen und 87317km in Spanien von der Fähre gehen, ist klar, dass diese Reise nun bald zu ende geht. Ich hätte ihr noch ewig folgen können.

Es gab beim Lesen nie eine Zeit, die langatmig oder langweilig war. Es passiert soviel und ich darf daran teilhaben. Selten habe ich einen so interessanten, sprachlich ausgereiften und spannenden Reisebericht gelesen, wie diesen hier. Er nimmt mich emotional gefangen, erzählt von außergewöhnlichen Menschen und Begegnungen und ich lerne die Natur, Land und Leute mit ihren Augen kennen. Aber auch persönliche Krisen und Zweifel werden nicht ausgeblendet, sondern finden genau so wie das viele Schöne ihren Raum. Wunderbar finde ich auch die vielen Fotos, die dieses Taschenbuch absolut aufwerten. Ganz zum Schluss werden auch noch oft gestellte Fragen beantwortet.

Der Satz, der ihre Reise und ihre Erfahrungen sehr gut beschreibt, steht auf Seite 359:
„Ich bin noch dieselbe, aber mein Blick hat sich geändert. Das Fremde ist zum Vertrauten geworden – und auf das Vertraute habe ich einen neuen Blick gewonnen“

Ein wunderbarer Reisebericht einer starken jungen Frau, die ich um ihre Motorradfahrten und ihre Erfahrungen richtig beneide.

Bewertung vom 15.03.2019
Jesolo
Raich, Tanja

Jesolo


sehr gut

Eine interessante Geschichte mit viel Gefühl.

Andrea und Georg, seit über 10 Jahren zusammen, machen wie jedes Jahr Urlaub in Jesolo, Italien. Georg will, dass Andrea endlich zu ihm zieht, sie heiraten und Kinder bekommen. Andrea will aber weder Familie, noch ein Haus und schon gar keinen Kredit. Das alles passt nicht in ihre Lebensplanung. Aber dann ist sie schwanger…


Der Coverumschlag ist bei diesem Buch der absolute Hingucker. Was auf den ersten Blick nur bunt aussieht, entpuppt sich beim näheren Betrachten als viele kleine verschwommene Bildchen.

Die Geschichte selbst erzählt Andrea aus ihrer Sicht. Daher tauche ich tief in ihre Gedankenwelt ein, kann sie oftmals verstehen und ihre Gründe, die sie zu den verschiedensten Themen anbringt, nachvollziehen. Auch ihre Gefühle bringt mir die Autorin so nahe, dass ich richtig mitfühlen und Andreas Zweifel und Ängste nachvollziehen, aber nicht verstehen kann. Andrea ist so ganz anders als ihre wenigen Freundinnen und auch ich.

Auf den ersten Seiten des Buches habe ich mich beim Lesen sehr schwer getan. Der Schreibstil ist so anders, so kurz und knapp – dran musste ich mich erst gewöhnen. Aber nach kurzer Einlesezeit war ich mittendrin in einer Geschichte, die mich mitgenommen, berührt und etwas nachdenklich hinterlassen hat.

Familie und Mutterschaft – mal aus einer ganz anderen Sicht.

Bewertung vom 08.03.2019
Mut zur Geilheit   10 Erotische Geschichten
Collins, Brooklyn

Mut zur Geilheit 10 Erotische Geschichten


sehr gut

Verschiedene erotische Spielarten

Andrew findet sich plötzlich als Roland in einem Erotikroman von Carla Calingus wieder. Ich bin dabei, wie Sophie und Thomas, sie Studentin, er ihr Professor, und Paul, der Gourmetkoch sich vergnügen. Ich lese von Mia, die die Begegnung mit Gloria scheinbar nur geträumt hat. Oder von Hannah und Alice, die sich einen Mann teilen – Harry. Und weitere sechs hoch erotische, pikante, prickelnde und spritzige Kurzgeschichten von Brooklyn Collins.

Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig. Die Beschreibungen der Sexszenen sind manchmal etwas derb, aber auch sinnlich, überraschend, voller Lust und Begierde. Auch die Romantik kommt nicht zu kurz. In einigen Szenen geht es schon sehr hart zur Sache. Trotzdem habe ich mich beim Lesen nie unwohl gefühlt. Eher können die Geschichten einen Anreiz bieten, auch mal etwas Neues, ganz anderess auszuprobieren. Für fast jede Spielart ist etwas dabei.

Die Protagonisten kommen aus den verschiedensten Altersgruppen und Milieus. Mal Studentin, mal Professor, mal Koch, mal Kriminalassistentin oder beim Karneval in Venedig. Immer bin ich dabei, wenn´s recht schnell zur Sache geht. Die Geschichten haben alle eine Handlung, in die ich mich auch selbst gut hinein versetzen kann.

Ich habe mir pro Tag nur eine Geschichte gegönnt, ansonsten finde ich, ist man leicht "übersättigt".

Zum Abschluss bekomme ich noch einen Gutscheincode, den ich im Internet für eine weitere erotische Geschichte einlösen kann.

10 kurze heiße Geschichten für Menschen, die für alles aufgeschlossen sind oder sich gerne zu Neuem inspirieren lassen.

Bewertung vom 06.03.2019
Der Tote im Schnitzelparadies / Ein Fall für Arno Bussi Bd.1
Fischler, Joe

Der Tote im Schnitzelparadies / Ein Fall für Arno Bussi Bd.1


sehr gut

Ein neuer Ermittler, den ich trotz seiner nicht einfachen Art ins Herz geschlossen habe

Nach einem Fehltritt wird Polizist Arno Bussi von seiner Dienststelle in Wien nach Vorderkitzlingen geschickt um hier den verschwundenen Bürgermeister zu suchen. Sein Kopf wird ihm gleich nach seiner Ankunft in dem entlegenen Tiroler Tal in der Gefriertruhe der Wirtin des Schnitzelparadies´ serviert. Heftige Unwetter und Erdrutsche machen die Straße ins Tal unpassierbar und so ist Arno auf sich allein gestellt. Ohne Strom, ohne Handyempfang, ohne seine himmelblaue Vespa und ohne seinen geliebten Espresso gelingt es ihm über einige Umwege und eine zweite Leiche Licht ins Dunkel der Ermittlungen zu bringen. Wobei es ihn beinahe selbst erwischt hätte.


Arno Bussi ist ein neuer sehr unkonventioneller Ermittler, mit noch unkonventionelleren Methoden. Mich hat er mit der Lösung seines ersten Falles überzeugt.

Es dauert zwar eine Weile, bis sich die Spannung richtig ausbreitet, aber dann geht es Schlag auf Schlag und ich muss aufpassen, dass ich nicht etwas Entscheidendes verpasse. Denn ich will auch hier mit ermitteln und mit rätseln. Was mir sehr gut gelingt, mich allerdings nicht zum Täter führt. Das „mich-an-der-Nase-herumführen“ hat der Autor sehr gut hinbekommen.
Aber auch die vielen ruhigen Passagen werden nie langatmig oder gar langweilig. Sie haben eine ganz eigene Spannung in sich.

Überhaupt mag ich die Schreib- bzw. Erzählweise von Joe Fischler. Mir gefallen vor allem die Szenen, bei denen mein Kopfkino gar nicht anders kann als anzuspringen und mir alles bildlich vor Augen zu führen. Ich habe geschmunzelt und auch mal laut gelacht. Erfrischend anders als die meiste Lektüre, die ich sonst so lese.

Die Personen, die hier außer Arno, in Szene gesetzt sind, haben alle ihren eigenen Charakter, sind skurril, manche sehr eigen, benehmen sich seltsam – so, wie man sich halt die Bewohner ganz hinten im Tal vorstellen kann. Klischees werden viele bedient. Ganz selten eingestreute dialektische Worte geben neben den beiden Umgebungskarten von Vorder- und Hinterkitzlingen der Geschichte ihren regionalen Flair.

Ein spannender und interessanter Beginn einer neuen Reihe um den jungen Ermittler Arno Bussi. Er hat mich gut unterhalten und ich hoffe, dass er bald wieder einen neuen Fall lösen darf.

Bewertung vom 02.03.2019
Schön, Geil und Tödlich   7 Erotische Geschichten
Stevens, Hannah

Schön, Geil und Tödlich 7 Erotische Geschichten


sehr gut

Heiße erotische Geschichten

Dass Sex tödlich sein kann, ist ja bekannt. In diesen 7 erotischen Kurzgeschichten sterben die Protagonisten in sehr unterschiedlichen Situationen. Und es sind nicht nur die Männer...

Da ist z.B. Carolyn - die betrogene Köchin, die ihren Edward mit dem heißblütigen David vergleicht, dessen Geschichte sie gerade gehört hat. Und der dann ein dummes Missgeschick passiert. Oder die durchtriebene junge Ehefrau, die ihren reichen Ehemann loswerden will. Die Jugendamtsmitarbeiterin, die es mit einem ihrer Schützlinge treibt; Tante Susan, der es ihr junger Neffe angetan hat; Linda, die ihre beste Freundin Sally mit deren Freund Liam betrügt; die kleine Ladendiebin Sarah, die dafür einen Ladendetektiv beglücken muss; und Hannah, die aus ihrer Gier nach Sex ein lukratives Geschäft macht. - und meist überlebt der Lover das Ende der Geschichte nicht

Solche Liebhaber, potent und ausdauernd,wie ich sie hier kennengelernt habe, wünscht sich im Geheimen wohl jede Frau.
Hannah Stevebs Schreibstil ist leicht, locker und lässt sich durch nicht allzu derbe Ausdrücke gut zu lesen.
Nicht so gut gefallen haben mir die Wiederholungen und Satzstücke, die von einer zur anderen Geschichte, wie beliebig austauschbar, des vorkommen. Aber gut, da kann man drüber lesen.
Ansonsten sind die Geschichten, sowohl an Schauplätzen, Spielarten. Lüsternheit und Paaren bunt gemischt. Ich habe mir für die Geschichten etwas Zeit gelassen und abendlich nur eine gelesen. Sonst wird es schnell zuviel.
Als kleines Guddi des Verlages gibt es zum einen einen Gutscheincode, mit dem man eine weitere erotische Kurzgeschichte anfordern kann. Und zum anderen eine Leseprobe zu "Schöne, geile Welt", die Lust macht, auch dieses Buch zu lesen.

Erotische Geschichten mit prickelnder Leidenschaft und heißen Szenen.

Bewertung vom 26.02.2019
Lago Mortale
Conti, Giulia

Lago Mortale


sehr gut

Krimi und Reisebericht gekonnt vereint

Als der aus Frankfurt stammende und seit 6 Jahren in Norditalien ansässige Deutsch-Italiener Simon Strasser, von einem Kollegen liebevoll „Edelfeder“ genannt, von seiner Terrasse aus eine Yacht auf dem Lago d´Orta treiben sieht, ist sein Spürsinn erwacht. Der ehemalige Polizei- und Gerichtsreporter geht der Sache auf den Grund und findet an Bord die Leiche des Fabrikantensohns Marco Zanetti. Hinter dem Rücken von Maresciello Carla Moretti, der ermittelnden Kommissarin, beginnt er mit eigenen Ermittlungen. Nicht ahnend, dass er sich damit selbst in allerhöchste Gefahr begibt.

Giulia Conti legt mir als Leserin mit ihrem Piemont-Krimi keinen blutrünstigen Krimi vor. Als Reisebuchautorin beschreibt sie vor allem den See und die wunderschöne Landschaft, die Menschen und die Orte rund um den Lago d´Orta. Ich merke beim Lesen, dass sie sich dort auskennt und dieses kleine Stückchen Erde liebt.
Gelernt habe ich auch wieder etwas. Diesmal über Hornissen, über Marmor und den Mailänder Dom. Dass das Thema Homosexualität in den Krimi eingearbeitet wurde, hat mir gut gefallen.

Zu Beginn der Lektüre nimmt die kriminalistische Handlung nur einen kleinen Part ein. Ich werde vielmehr mit Simon, seiner Ziehtochter Nicola und ihrem gemeinsamen Leben vertraut gemacht. Die Autorin schafft für mich eine richtige Wohlfühlatmosphäre. In der zweiten Hälfte geht es dann allerdings zur Sache und ich konnte mit fiebern und mit ermitteln. Simon Strasser gefällt mir als ermittelnder Reporter sehr gut. Er verlässt sich auf sein Bauchgefühl, hat einen intelligenten Spürsinn und kommt so menschlich und geerdet rüber, dass ich mich gleich mit ihm angefreundet habe. Auch seine etwas flatterhafte Ziehtochter Nicola habe ich schnell in mein Herz geschlossen. Es gibt aber auch noch weitere Protagonisten, die alle ihre Eigenheiten und mich fasziniert haben.

Mir hat diese Mischung aus „Reisebericht“ und Krimi sehr gut gefallen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, mich in den Piemont geträumt und nebenbei noch einen vertrackten Kriminalfall gelöst. Ein kleines Bisserl mehr Spannung könnte der Krimi schon noch vertragen.
Ich hoffe bald mehr von Simon Strasser, seinen Freunden und Maresciello Carla Moretti lesen zu können.

4,5 von 5 Lesesternen

Bewertung vom 24.02.2019
Wolfsspiel
Jaschinski, Christian

Wolfsspiel


ausgezeichnet

Krimi muss nicht vor Blut triefen

In Lippe geht die Angst um. Kurz nachdem eine nicht zu identifizierende Leiche entdeckt wird, gibt es einen zweiten Toten. Beide mit den gleichen Merkmalen: In Ohren und Nase finden sich Spielfiguren wie von einem Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel. Die Kommissare Florian Dreier und Bernd Rohde stehen vor einem Rätsel. Unterstützt werden sie bei ihren Ermittlungen aus dem Hintergrund von Tara Wolf und zwei ihrer Freunde. Tara sucht auch immer noch den Rocker, der ihren Mann bei ihrer Hochzeit ermordet hat. Und ein nerviger Staatsanwalt will unbedingt Ergebnisse...


Nach „Mörderisches Lipperland“ ist dies der zweite Fall, bei dem ich Strafrichterin Tara Wolf und Kriminalhauptkommissar Florian Dreier beim Lösen eines Kriminalfalles über die Schulter schaue. Gerade die Beiden habe ich gleich ins Herz geschlossen und mich gefreut, dass sie mich auch bei diesem Fall Mäuschen sein lassen. Auch die anderen Protagonisten haben irgendwo ihr Päckchen zu tragen und sind gut vorstellbar ausgearbeitet und wirken richtig menschlich und authentisch. Sogar den Täter kann ich verstehen und seine Taten nachvollziehen, auch wenn ich sie nicht gutheiße.

Ab einem regnerischen Mittwoch im Februar bin ich dabei, und versuche zusammen mit Florian Dreier und seinem Kollegen Bernd Rohde, der seine privaten Probleme nicht in den Griff bekommt, 13 Tage lang einen Serienkiller zu stellen. Auch wenn man meint es passiert nicht viel, weil die Ermittlungen immer wieder ins Stocken kommen, da sich der Täter absolut keine Fehler erlaubt, finde ich die Gespräche, Gedanken und Dialoge richtig gut und kann so noch besser verstehen, wie die Menschen, die ich hier begleite, ticken. Natürlich habe ich bald einen Verdacht, der aber durch neue Erkenntnisse oder einer neuen Wendung wieder „freigelassen“ werden muss. Der Schluss bzw. die Auflösung hat mich dann doch überrascht, ist aber schlüssig und absolut nachvollziehbar.

In kursiver Schrift bekomme ich fast täglich auch die Gedanken des Mörders zu lesen, was die Spannung weiter anfacht.

Christian Jaschinski hat seinen Lesern hier einen zumeist unaufgeregten, leisen und doch sehr spannenden Krimi vorgelegt. Und ich hoffe, dass Florian und Tara bald wieder einen neuen Fall zu lösen haben.