Dubliner, 8 Audio-CDs - Joyce, James
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Willkommen in der virtuosen Welt von James Joyce!
Ein Priester schnappt über, weil er einen Abendmahlskelch fallen lässt. Ein Bankkassierer unterdrückt seine Liebe zu einer verheirateten Frau und lässt zu, dass sie dem Alkohol verfällt. Ein Schmarotzer schwatzt einem Dienstmädchen Geld ab. Ursprünglich sollte auch die Schilderung des Tagesablaufes eines Anzeigenakquisiteurs namens Leopold Bloom eine dieser Skizzen aus dem Dubliner Leben werden. James Joyce entfaltet hier bereits den Kosmos, aus dem später Ulysses hervortritt.
Ein Ensemble von über zehn renommierten Sprechern weiß den
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Produktbeschreibung
Willkommen in der virtuosen Welt von James Joyce!

Ein Priester schnappt über, weil er einen Abendmahlskelch fallen lässt. Ein Bankkassierer unterdrückt seine Liebe zu einer verheirateten Frau und lässt zu, dass sie dem Alkohol verfällt. Ein Schmarotzer schwatzt einem Dienstmädchen Geld ab. Ursprünglich sollte auch die Schilderung des Tagesablaufes eines Anzeigenakquisiteurs namens Leopold Bloom eine dieser Skizzen aus dem Dubliner Leben werden. James Joyce entfaltet hier bereits den Kosmos, aus dem später Ulysses hervortritt.

Ein Ensemble von über zehn renommierten Sprechern weiß den Tonfall von kleinen Angestellten, Saufbrüdern, Dienstmädchen u.v.m. glänzend zu treffen. In der akustischen Lektüre zeigt sich das literarische Handwerk Joyces in seinem ganzen Ausmaß: Dieses Buch muss gehört werden!

(8 CDs, Laufzeit: 8h 13)

  • Produktdetails
  • Verlag: Dhv Der Hörverlag
  • ISBN-13: 9783867178341
  • Artikeltyp: Hörbuch
  • ISBN-10: 3867178348
  • Best.Nr.: 34505049
  • Laufzeit: 493 Min.
  • Erscheinungstermin: April 2012
Autorenporträt
James Joyce wurde am 2. Februar 1882 in Dublin geboren, wo er in schwierigen und ärmlichen Familienverhältnissen aufwuchs. Joyce studierte am University College von Dublin moderne Sprachen, u.a. Englisch, Französisch und Italienisch. 1902 ging er nach Paris, um ein Medizinstudium zu beginnen. Er wandte sich dort aber dem Schreiben zu und führte einen ausschweifenden Lebensstil. 1903 kehrte er nach Dublin zurück, konnte dort jedoch nicht Fuß fassen. Mit seiner Geliebten und späteren Ehefrau Nora Barnacle siedelte er 1904 auf den Kontinent über und lebte hauptsächlich in Triest. 1914 erschien Joyces erste Kurzgeschichtensammlung. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges zog er mit seiner Familie nach Zürich. 1920 zog Joyce auf Einladung seines Freundes Ezra Pound nach Paris, wo er bis zu Frankreichs Besetzung im Zweiten Weltkrieg lebte. James Joyce starb am 13. Januar 1941 in Zürich.
Inhaltsangabe
- Die Schwestern

- Eine Begegnung

- Arabia

- Eveline

- Nach dem Rennen

- Zwei Kavaliere

- Die Pension

- Eine kleine Wolke

- Duplikate

- Erde

- Ein schmerzlicher Fall

- Efeutag im Sitzungszimmer

- Eine Mutter

- Gnade

- Die Toten

Aus dem Inhalt:
Die Schwestern
Eine Begegnung
Arabia
Eveline
Nach dem Rennen
Zwei Kavaliere
Die Pension
Eine kleine Wolke
Duplikate
Erde
Ein schmerzlicher Fall
Efeutag im Sitzungszimmer
Eine Mutter
Gnade
Die Toten
Editorische Notiz
Anmerkungen
Karten
Nachwort
Trackliste
CD 1
1Die Schwestern00:00:13
2Die Schwestern00:04:55
3Die Schwestern00:04:35
4Die Schwestern00:05:14
5Die Schwestern00:04:42
6Die Schwestern00:03:03
7Eine Begegnung00:02:15
8Eine Begegnung00:04:53
9Eine Begegnung00:04:55
10Eine Begegnung00:05:31
11Eine Begegnung00:05:43
12Arabia00:03:47
13Arabia00:05:04
14Arabia00:04:19
15Arabia00:04:13
CD 2
1Eveline00:05:13
2Eveline00:04:39
3Eveline00:03:16
4Nach dem Rennen00:02:01
5Nach dem Rennen00:04:52
6Nach dem Rennen00:04:57
7Nach dem Rennen00:04:14
8Zwei Kavaliere00:05:57
9Zwei Kavaliere00:04:35
10Zwei Kavaliere00:05:08
11Zwei Kavaliere00:05:07
12Zwei Kavaliere00:07:12
CD 3
1Die Pension00:04:54
2Die Pension00:05:07
3Die Pension00:04:52
4Die Pension00:05:23
5Eine kleine Wolke00:04:33
6Eine kleine Wolke00:05:11
7Eine kleine Wolke00:04:53
8Eine kleine Wolke00:05:01
9Eine kleine Wolke00:04:58
10Eine kleine Wolke00:05:17
11Eine kleine Wolke00:06:35
Rezensionen
"Eine großartige Einstimmung auf den Bloomsday."
Besprechung von 09.10.2012
Perverse kleine Madonnen
Stimmentheater: „Dubliner“ von James Joyce
Mit den Stimmen der Erzähler und den Stimmen, die sie in Dialogen, eingestreuten Monologen, Zwischenrufen, Toasts und Geburtstagsreden zu Wort kommen lassen, geht es dem Leser wie mit den Gesichtern der Figuren. Er bildet sich, während er liest, eine innere Vorstellung von ihnen, und so rivalisiert jedes Hörbuch mit den Stimmen, die er beim Lesen zu hören glaubt, so wie jede Verfilmung erzählender Prosa mit den Physiognomien rivalisiert, die bei der Lektüre aus den schwarzen Buchstaben aufgestiegen sind.
  Die „Dubliner“ von James Joyce, entstanden zwischen 1904 und 1906, als Buch 1912 erschienen, gehören zur Schullektüre, und sie sind voller Stimmen, und so ist es wahrscheinlich, dass bei ihnen eine Hörbuch-Fassung auf die inneren Stimmen vieler Leser trifft. Denn in diesen Erzählungen kommt hier einer Stimme der Schwung abhanden, klingt eine andere nach gezwungener Schneidigkeit, brechen Kinder in krampfhaftes Schluchzen aus, wenn sie die Stimme ihrer Mutter hören.
  Der Schweizer Sinus Verlag hat jetzt in sieben CD’s eine ungekürzte Hörfassung herausgebracht, die ganz auf das Konzept der Stimmenvielfalt setzt. Das ist schon deshalb reizvoll, weil hier zwar immer derselbe, noch nicht durchgesetzte Autor schreibt, aber nicht im immergleichen Ton, sondern im experimentierenden Durchgang durch verschiedene Erzählerfiguren.
  Gerd Wameling trifft sehr schön den maliziösen Ton, indem in „Die Pension“ der Erzähler beiläufig bemerkt, Molly Mooney, die Tochter der Madame, erinnere beim Sprechen an eine „perverse kleine Madonna“. Dagmar Manzel holt in „Eveline“, im Einklang mit der zwar in der dritten Person, aber aus dem Inneren der Hauptfigur heraus gestalteten Geschichte, die stille Katastrophe der verhinderten Auswanderin, in ihre resignative Erzählstimme hinein. Und wenn Gerd Wameling „Die Schwestern“ oder Ulrich Matthes „Eine Begegnung“ liest, lassen sie die Jugend der Ich-Erzähler anklingen.
  Die eigentliche Herausforderung der „Dubliner“ liegt aber in der Verschmelzung der Erzählerstimmen mit den szenischen Dialogen. Die sind nicht gleichmäßig über die Erzählungen verteilt. Stefan Kaminski zeigt in „Zwei Kavaliere“, wie zur Erzählerstimme, die ein naturalistische Szenario aufbaut, die Mimikry mit dem sexuell aufgeladenen Schwadronieren der jungen Männer gehört.
  Ulrich Matthes, ganz Bühnenschauspieler, geht weiter. Er lagert die szenischen Elemente aus der Erzählerstimme gewissermaßen aus, verwandelt die Erzählung in ein Stimmentheater, nicht nur in „Nach dem Rennen“. Die abschließende Erzählung „Die Toten“, deren Titel einen schwarzen Faden aufnimmt, der sich durch das gesamte Buch zieht, wird aber nicht schon dadurch zu einem szenischen Kammerspiel, dass die Rede Gabriel Conroys beim alljährlichen Ball der Schwestern Morkan in gebührend parodistisch-satirischem Glanz aufleuchtet. Sondern erst durch das Duett, in dem Matthes gemeinsam mit Eva Mattes die Szene zu Gehör bringt, in der Gabriels Frau Gretta ihrem Mann von ihrer längst verblichenen, frühen Liebe zu einem längst Verstorbenen berichtet, von dem Gabriel nichts wusste.
 
LOTHAR MÜLLER
  
James Joyce: Dubliner. Aus dem Englischen von Harald Beck. Gelesen von Christian Brückner, Stefan Kaminski, Dagmar Manzel, Eva Mattes, Ulrich Matthes, Gerd Wameling. Sinus Verlag, Kilchenberg 2012. 7 CDs, 475 Min., 2 Booklets mit vollständigem Text und Kommentar, 2 Dublin-Karten. 91,90 Euro.
Große Schauspieler: Schneidig,
krampfhaft schluchzend oder
kühn schwadronierend
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Nach dem herausragenden "Ulysses"-Hörspiel hatte Rezensent Wolfgang Schneider große Erwartungen an die nun erschienene Produktion von James Joyce' Frühwerk "Dubliner" - und er ist nicht enttäuscht worden. Nicht nur Joyce-Anfängern, sondern auch fortgeschrittenen Lesern und Hörern möchte der Kritiker dieses Werk ans Herz legen, das in mitreißenden Dialogen wunderbar hintergründige Geschichten von frustrierten Charakteren aus den verschiedensten Milieus erzählt. Der Rezensent lobt nicht nur die Entscheidung des Regisseurs, den Text ohne Überarbeitungen, Kürzungen und Geräuschkulissen durch sein starkes Sprecherensemble vortragen zu lassen, sondern auch die Leistung der einzelnen Sprecher: Thomas Thiemes "grimmiger, komödiantischer Bass", Brigitte Hobmeiers "herzlich frischer Ton" oder etwa Bibiana Beglaus "brüchige Schärfe" machen dieses "Meisterwerk" zu einem wahren Hörgenuss, lobt der begeisterte Kritiker.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 08.03.2009
Lauter lose Kabelenden

Eines Tages schwärmte ein Freund, dass endlich eine deutsche Ausgabe von "Finnegans Wake" erscheine, eine so großartige Jahrhundertübersetzung von Joyce' Alterswerk, das achtzig Jahre lang als unübersetzbar galt, und dabei nur fünf Kilo schwer, man müsse sich das unbedingt kaufen. Nun, irgendwann kommt für jeden der Zeitpunkt, wo er denkt, er müsse sich mal mit James Joyce beschäftigen. Ich war damals Anfang zwanzig und kannte den Namen, hatte aber noch nie etwas von Joyce gelesen, und da ich fünfzigtausend eigens für die Übersetzung erfundene Wörter und schon den deutschen Titel "Finnegans Wehg: Kainnäh ÜbelSätzZung des Wehrkess fun Schämes Scheuss" etwas anstrengend fand, kaufte ich mir also das Buch von Joyce mit den wenigsten Seiten - "Dubliner". Das Buch hat immerhin den Ruf, lesbar zu sein. Und zweihundert Seiten schafft man immer. Vor allem, wenn es sich um einzelne Geschichten handelt.

Es war tatsächlich lesbar. Aber etwas stimmte nicht. Es waren Momentaufnahmen aus dem Dublin der Jahrhundertwende, Joyce' Heimatstadt; Szenen aus einer Pension, vom Totenbesuch bei einem Pater und vom sommerlichen Ausflug zweier schuleschwänzender Jungen, alles mit tatsächlich existierenden Wörtern, mit Charakteren, die nicht ständig ihre Namen oder die Sprache wechselten, mit Dialogen, die in ihrer Beiläufigkeit und psychologischen Durchtriebenheit zunächst nur allergünstigste Vergleiche mit russischen Novellisten zuließen, dann wurde es sogar spannend, mit meisterhaft angebahnten Handlungsfäden, mit Schlaglichtern auf ganz düstere Dinge, die aber nur so kurz aufblitzten, dass man nicht wusste, ob das wirklich so in den Zeilen stand, die man gerade gelesen hatte - so fing jede Geschichte an, auf etwas zuzulaufen . . . Bis sie auf einmal zu Ende war.

Und das war das Seltsame. Sie hörten einfach auf, diese Geschichten, bevor sie zu Ende erzählt waren. Sie waren Eindrittel- und manchmal auch nur Einachtelgeschichten. Sie zeigten nur einen Teil der eigentlichen Geschichte, deren unerzählter Teil im Vergleich dazu so unverhältnismäßig groß war, dass man sich einfach nur ärgern musste, sich darauf eingelassen zu haben. Geschichten wie eine sechsspurig ausgebaute Autobahn, auf der plötzlich der Asphalt endet. Mit Handlungssträngen, die am Ende lose baumeln wie Kabelenden. Es war enttäuschend, weil das, was vor der großen Asphaltabbruchkante kam, so gut war. Tut mir leid, aber ich habe mit postmoderner "Demontage der Erwartungen" und anderen Entschuldigungen für Unvollständiges oder Schlechtgemachtes oder Nichtstattfindendes nie besonders viel anfangen können. Da es mit den "Dubliner"-Geschichten immer so weiter ging, hörte ich irgendwann bei der Hälfte des Buches auf.

Eine Ausnahme ist, wie mir jetzt nach Jahren beim Wiederlesen aufgefallen ist (diesmal habe ich von hinten angefangen), die herrliche Geschichte "Die Toten". Auf diese stößt man allerdings erst, wenn man mühsam durch den Rest marschiert ist. Es gibt mit Sicherheit unzählige Bücher, die schlechter sind als "Dubliner". Aber unbefriedigendere, glaube ich, nicht.

ANNE ZIELKE

James Joyce: "Dubliner". Suhrkamp, 8,50 Euro

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Der Joyce-Kenner Harald Beck hat jetzt auf der Grundlage von Hans Walter Gablers kritischer Ausgabe der Dubliners (...) eine neue Übersetzung vorgelegt. Es ist eine genaue und solide Arbeit, die den Vorzug hat, dem Leser mit Anmerkungen zur irischen Geschichte und zu Dubliner Spezialitäten unter die Arme zu greifen. Frankfurter Allgemeine Zeitung

Eine überzeugende Neuübersetzung von Harald Beck bietet den aktuellen Anlass, an das Werk zu erinnern. Sie provoziert überdies den Vergleich mit einer älteren und allseits gerühmten Übertragung von Dieter E. Zimmer. Beide Übersetzungen sind gleichwertig. Wenn man nun der Beckschen dennoch den Vorzug gibt, dann lediglich deshalb, weil sie etwas lebendiger ist. Sie trägt einer Erzählfreude Rechnung, von der sich nicht zweifelsfrei sagen lässt, ob sie von Joyce oder einer gegenwärtigen Auffassung seiner Prosa herrührt. Die neue Übersetzung erscheint stellenweise munterer als das Original (...). Die Welt