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MaWiOr
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Halle

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Insgesamt 3412 Bewertungen
Bewertung vom 20.02.2024
Wild Herbeigesehntes
Widmer, Urs

Wild Herbeigesehntes


ausgezeichnet

Der Schriftsteller Urs Widmer (1938-2014) war seit seinem avantgardistischen Erstling, der Erzählung „Alois“ (1968), nicht mehr aus der Schweizer Literaturszene wegzudenken. Mit seinen beiden Romanen „Der Geliebte der Mutter“ (2000) und „Das Buch des Vaters“ (2004) gewann er auch internationale Anerkennung, die sich in zahlreichen Auszeichnungen und Preisen ausdrückte.

Zu seinem 10. Todestag hat der Diogenes Verlag, wo Widmers Werke vorrangig erschienen, nun einen Band mit frühen Erzählungen vorgelegt, die zumeist in den 1970er Jahren entstanden. In „Alois“ hatte sich Widmer den trivialen Sprach- und Denkklischees des Fernsehzeitalters gewidmet. Auch in seiner späteren Prosa, vor allem in seinen Erzählungen, schlug er immer wieder burleske Töne an. So in der Detektivgeschichte „Die Abenteuer Jim Strongs in Arizona“, in der er das Genre karikiert. Surrealistisch auch das „Gespräch mit einem Kind über das Treiben der Nazis im Wald“ oder die Geschichte „Die schreckliche Verwirrung des Giuseppe Verdi“, in der Widmer von einem zeitgenössischen Komponisten erzählt, der aufgrund seiner fortschreitenden Schizophrenie, zunehmend mit geistlicher Entfremdung seiner Umwelt begegnet.

In der letzten und längsten Geschichte der Auswahl „Liebesnacht“ bekommt der Ich-Erzähler einen seltenen, aber durchaus willkommenen Besuch aus dem südamerikanischen Urwald. In einer durchzechten Nacht werden diverse Liebesabenteuer erzählt, was irgendwie an Boccaccios Decamerone erinnert. In der Auftaktgeschichte „Das Normale und die Sehnsucht“ dagegen kann man Widmer gewissermaßen bei der Suche nach dem Skurrilen und Utopischen über die Schulter schauen. Fazit: Eine humorvolle, aber auch nachdenkliche Lektüre.

Bewertung vom 19.02.2024
Franz Beckenbauer
Bausenwein, Christoph

Franz Beckenbauer


ausgezeichnet

Zu Beginn des Jahres trauerte die deutsche Fußball-Fangemeinde um ihr Idol, den Fußballspieler, -trainer und –funktionär Franz Beckenbauer. Er war am 7. Januar mit 78 Jahren verstorben.

Aus diesem Anlass hat der Verlag Die Werkstatt seine große Franz Beckenbauer-Biografie, die bereits vor einigen Jahren erschienen war, in einer aktualisierten Version neu herausgebracht. Der Autor und Fußball-Experte Christoph Bausenwein beleuchtet darin ausführlich die einzige Karriere des Kaisers – als Libero-Phänomen, Weltmeister als Spieler und Trainer, als Schöpfer des WM-Sommermärchens 2006, aber auch als Werbefigur. Aber auch die Verstrickungen der Symbolfigur werden nicht ausgespart.

In zahlreichen und reich illustrierten Kapiteln lässt Bausenwein die Stationen der Karriere noch einmal Revue passieren – vom Jugendspieler … WM-Debütant 1966 … Fußballkunst unterm Münchner Zeltdach … Seriensiege im Europapokal … Lichtgestalt auf dem Rasen von Rom bis zum Multifunktionär mit Rollenkonflikten und letztendlich dem Rückzug aus dem Fußballgeschäft. Auch über das persönliche und familiäre Leben von Beckenbauer gibt der Autor Auskunft. Das Beeindruckende des Bandes sind aber die vielen historischen Abbildungen, die gleichzeitig ein Stück deutsche Fußballgeschichte der letzten fünfzig Jahre dokumentieren. Ergänzt wird der Bild-Text-Band durch die Rubrik „Franz Beckenbauer in Zahlen“ mit vielen statistischen Einzelheiten.

Bewertung vom 14.02.2024
Streifzug durch den Garten
Schöne, Horst

Streifzug durch den Garten


ausgezeichnet

Der Gartenexperte Horst Schöne hat schon zahlreiche Gartenbücher und –ratgeber veröffentlicht. Auch im Radio und Fernsehen hat der ehemalige Parkleiter des Erfurter egaparks schon unzählige Fragen der Zuschauer und Zuhörer beantwortet und Tipps gegeben. Natürlich besitzt er auch einen eigenen großen Garten.

In seinem neuen Buch „Streifzug durch den Garten“ hat Schöne seine Erfahrungen von 50 Jahren intensiven Gärtnerlebens versammelt. Mit dreißig Kapiteln ist ein Potpourri der unterschiedlichsten Themen entstanden – vom Cottage-Garten über Kräutervielfalt, Ziergehölze, Wasserläufe, Heckenlandschaften und Gemüsegarten bis hin zu Gartenwerkzeuge oder Tiere im Garten. Aber auch solche Themen wie „Mit Unkräutern leben“, „Schottergärten“ oder „Kunst und Kitsch im Garten“ behandelt Schöne.

Die einzelnen Kapitel sind dabei in kleinere Texte unterteilt und mit verschiedenen Texteinschüben (Tipps und Hinweisen) und mit Anekdoten aus seinem eigenen Gärtnerleben ausgestattet. Dazu eine reiche Illustration mit Farbfotos, die vieles wunderbar anschaulich macht. Immer wieder macht der Autor auch auf die kleinen Schönheiten im Garten aufmerksam. Schöne kommt es vor allem darauf an, mit der Natur zu gärtnern.

Auf den 240 Seiten werden viele Fragen beantwortet, Ein Gartenratgeber nicht nur für Anfänger, sondern für jeden grünen Daumen. Sehr informativ und unterhaltsam.

Bewertung vom 14.02.2024
Arno Rink. Ich bin kein moderner Künstler
Rink, Arno

Arno Rink. Ich bin kein moderner Künstler


ausgezeichnet

Der Maler Arno Rink (1940–2017) gilt als herausragender Vertreter der Leipziger Schule und als „Vater“ der Neuen Leipziger Schule. Seine Werke zeichnen sich durch eine breite Themenvielfalt und große Farbigkeit aus. Seine Selbstbildnisse sind Zeugnisse seiner Zweifel und Verzweiflung, Diese Zweifel kommen auch immer wieder in seinen zahlreichen Skizzen und Tagebüchern zutage.

Rink hat über viele Jahrzehnte (mit größeren Pausen) akribisch und selbstkritisch Tagebücher geführt, die jetzt unter dem Titel „Ich bin kein moderner Künstler“ im Hirmer Verlag erschienen sind. Insgesamt 17 Skizzen- und Tagebücher hat Arno Rink hinterlassen. Die ersten belegbaren Aufzeichnungen datieren aus dem Jahr 1960, als der junge Rink an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät (ABF) in Dresden ein „künstlerisches Abitur“ absolvierte. Schon damals finden sich hier philosophische Überlegungen und berufliche Gedankenspiele. Später nutzte Rink das Tagebuch auch, um Skizzen und Entwürfe für spätere malerische und grafische Arbeiten festzuhalten

Ab 1996, als bei ihm Prostatakrebs diagnostiziert wurde, und 1998 mit der freiwilligen Einweisung in eine Nerven- und Heilanstalt, führte Rink wieder intensiv Tagebuch. Diese Routine führte er (bis auf wenige zeitliche Lücken) bis an sein Lebensende weiter. In ihrem Vorwort schreibt seine Ehefrau Christine Rink: „Die Tagebücher sind das Selbstporträt eines Mannes, den jede Menge Zweifel jagten und der einzig sein Glück und seine Zufriedenheit in der Perfektion seiner Malerei fand.“ Dem ist nichts hinzuzufügen. Bei der Lektüre ist man immer wieder beeindruckt von der Offenheit und der Selbstkritik … und in den letzten Jahren von der Hoffnung, die Krankheit zu überwinden.

Fazit: eine nachdenkliche Lektüre, die so etwas wie der Schlüssel zu dem künstlerischen Werk von Arno Rink ist.

Bewertung vom 14.02.2024
Harry Kane
Hau, Kerry

Harry Kane


ausgezeichnet

Der englische Fußball-Profi Harry Kane steht seit August 2023 beim FC Bayern München unter Vertrag und hat sich hier bereits zu einem Führungsspieler entwickelt. Die Neuerscheinung zeigt den fußballerischen Weg von Harry Kane und wie er die Herzen der Fans von Bayern München in kürzester Zeit eroberte.

Geboren 1993 in Walthamstow im Nordosten von London, wuchs Harry in der Nähe des Stadions seines späteren Herzensvereins Tottenham Hotspur auf. Zunächst spielte er jedoch beim großen Lokalrivalen Arsenal; dann begann ein steiniger Weg mit einem Leih-Marathon durch England – von einem Club zum anderen. Endlich 2013 erhielt er eine Chance bei Tottenham Hotspur, wo er bald zum Stammspieler wurde. Für die Hotspurs erzielte er bis zum Sommer 2023 insgesamt 280 Tore. Im März 2015 wurde Kane dann erstmals in die englische Nationalmannschaft berufen und 2018 bei der WM in Russland wurde er ihr Kapitän.

Neben dieser fantastischen Karriere beleuchtet der Fußballexperte Kerry Hau auch einzelne Schwerpunkte – z.B. Kanes beste Tore für die Three Lions, seine besonderen fußballerischen Fähigkeiten, seine bisherigen Trainer und natürlich seinen Wechsel zu Bayern München. Alles ergänzt durch unzählige Farbabbildungen. Am Ende gibt es einen Rätselspaß. Doch nach der Lektüre dürfte das kein Problem sein. Ein wunderbares Fan-buch.

Bewertung vom 12.02.2024
Archestratos empfiehlt
Repper, Fabian

Archestratos empfiehlt


ausgezeichnet

Der griechische Dichter Archestratos (4. Jh. v.Chr.) war auch Gastronom und wahrscheinlich auch Koch. Bei seinen Reisen machte er sich auch Notizen über Gerichte. Aus den Bruchstücken dieser Texte hat Fabian Repper, der Rezepte verschiedener Kochkulturen sammelt, knapp zwanzig Rezepte rekonstruiert.

Zunächst nimmt der Autor die Leser*innen mit auf eine kurze kulinarische Reise (mit his-torischen Abbildungen) zu Zeiten von Archestratos und gibt dabei einen Überblick über Küchengeräte, Geschirr, verwendete Zutaten und die damalige Zubereitung. Die Rezepte reichen dann von Brotrezepten über Vorspeisen, Fleisch- und Fischgerichten bis zu Nachspeisen. Hier jeweils ein Beispiele: Fladenbrot aus Athen, Gerstengrütze auf phönizische Art, Brasse aus Karthago oder geröstete Kichererbsen.

Da Archestratos keine Mengenangabe genannt hat, musste der Autor sowohl bei den Zutaten als auch bei der Zubereitungsart vieles ausprobieren. Zu jedem Rezept wird das Originalfragment wiedergegeben, dann folgen die Zutatenliste und eine Schilderung der Zubereitung. Ergänzt durch ein Farbfoto. Fazit: ein gelungenes Rezeptbuch der anderen Art.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.02.2024
Giganten
Schulze-Marmeling, Dietrich

Giganten


ausgezeichnet

Am 14. Juni 2024 wird die 17. Fußball-Europameisterschaft in Deutschland angepfiffen. Die erste Auflage erlebte das Turnier 1960 in Frankreich. Damals noch im Schatten der Fußball-WM hat sich die EM inzwischen zu einem sportlich hochklassigen Turnier entwickelt.

In Vorbereitung der 2024-EM beleuchtet die Neuerscheinung die spektakulärsten Spiele der zurückliegenden EM-Endrunden – zumeist ein wirklich herausragendes Spiel. Im Fi-nale von 1960 standen sich damals im Dauerregen die Sowjetunion und Jugoslawien gegenüber, das die SU 2:1 in der Verlängerung für sich entscheiden konnte (auch dank ihres legendären Torwarts Jaschin). Vier Jahre später kam es dann zum Ost-West Showdown Spanien – Sowjetunion (2:1). 1972 wurde dann Deutschland erstmals Europameister (3:0 gegen die SU) im Heysel-Stadion von Brüssel. Doch vier Jahre später verlor man gegen die Tschechoslowakei (3:5 i.E.) Danach konnte Deutschland noch 1980 und 1996 den EM-Titel holen.

Besonders spektakulär waren die Titelgewinne der Außenseiten Dänemark (1992) und Griechenland (2004). Danach waren vor allem die Südeuropäer (Spanien, Portugal und Italien) erfolgreich. Es sind aber nicht immer die Endspiele, die hier ausführlich geschildert werden. So scheiterten 2000 die Niederlande zum dritten Mal in einem Halbfinale (gegen Italien) im Elfmeterschießen. Oder 2021 besiegte der Außenseiter Schweiz den amtierenden Weltmeister Frankreich im Achtelfinale.

Jedes der 24 Spiele wird mit einem ausführlichen Text und zahlreichen historischen Fotos vorgestellt und weckt so Erinnerungen vor dem 2024-EM-Start. Ergänzt wird die Neuerscheinung durch eine zweiseitige Statistik der EM-Endrunden.

Bewertung vom 11.02.2024
Maritime Monumente
Junge, Sebastian

Maritime Monumente


ausgezeichnet

Spektakuläre Bauwerke begeistern uns, denn sie sind wahre technische Meisterleistungen. In Verbindung mit dem Wasser (ob Meer oder Fluss) sind sie besonders außergewöhnlich. Die Neuerscheinung „Maritime Monumente“ präsentiert zahlreiche spektakuläre Architektur am Wasser – in informativen Beschreibungen und faszinierenden Farbfotos.

Die Geschichte dieser Bauwerke ist auch eine Geschichte von Hindernissen, denn schon bei der Planung mussten oft extreme Stürme oder gewaltige Strömungen berücksichtigt werden. Insgesamt 23 maritime Bauwerke werden ausführlich vorgestellt. Den Auftakt macht die El-Ferdan-Drehbrücke, die als längste Drehbrücke der Welt 2001 im Suez-Kanal eröffnet wurde und die Infrastruktur auf der Sinai-Halbinsel verbessert. Weitere Brückenbauwerke, die Berücksichtigung fanden, sind die Brooklyn Bridge, die Golden Ga-te Bridge oder die Tower Bridge. Auch einige Kanäle wie der Panamakanal oder der Kanal von Korinth, der bereits in der Antike geplant war, aber erst Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde. Spektakulär ist bis heute die enge, tief in den Felsen getriebene Fahrrinne.

In der Auswahl sind auch einige deutsche maritime Projekte vertreten wie der Nord-Ostsee-Kanal, immerhin die meist befahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße der Welt, und die beiden Schiffshebewerke Niederfinow und Scharnebeck. Eher bescheiden ist da die Schleuse Bernburg, die den Schiffsverkehr auf der Bundeswasserstraße Saale reguliert.

Diese Bauwerke sind nicht nur Touristenmagneten, einige haben auch den Status eines UNESCO-Welterbes. Fazit: ein eindrucksvoller Bild-Text-Band.

Bewertung vom 05.02.2024
50 Jahre AC/DC
Popoff, Martin

50 Jahre AC/DC


ausgezeichnet

Die legendäre australische Hard-Rock-Band AC/DC wurde 1973 von den beiden Brüdern Malcolm und Angus Young gegründet. Sie begeht jetzt also ihr 50jähriges Jubiläum. Zur Feier von 50 Jahre Bandgeschichte soll es nach sieben Jahren Pause im nächsten Jahr eine Tour geben.

Doch so lange müssen die echten AC/DC-Fans nicht warten. Im Hannibal Verlag ist eine umfangreiche und opulent illustrierte Bandgeschichte erschienen. Der kanadische Autor und Musikjournalist Martin Popoff, der schon über 100 Veröffentlichungen zur Rockge-schichte vorgelegt hat, verfolgt in der Neuerscheinung die AC/DC-Geschichte anhand von 50 ausgewählten Meilensteinen – von der Gründung in Sydney über das Debüt-Album „High Voltage“ (1975), die ersten Konzerte außerhalb Australiens, die ersten Shows in Amerika, die erste Goldene Schallplatte, das Album „Back In Black“ erreicht zig-fachen Platin-Status, Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame bis zum Tod von George und Malcolm Young im Jahr 2017 und dem letzten (17.) Album „Power Up“ (2020). AC/DC hat mehr als 200 Millionen Tonträger verkauft und ihr Album „Back In Black“ ist mit 50 Millio-nen Verkäufen das zweiterfolgreichste Album überhaupt.

In den „Meilensteinen“ schildert Popoff jedoch nicht nur positive Ereignisse, sondern auch Enttäuschungen und Tragödien, neben Auszeichnungen für millionenfache Plattenverkäufe erzählt er auch von Demenz und Todesfällen. Jedem einzelnen Studioalbum und sämtlichen Live-Platten widmet er sich ausführlich. Obwohl die Band ihr Privatleben immer etwas geheim hielt, erfährt der Leser hier doch private Einzelheiten. Außerdem hat der Autor eine Handvoll seiner persönlichen Begegnungen mit der Band hinzugefügt.

Neben diesem äußerst informativen Text besticht vor allem die üppige Illustration mit Fotos von Konzertauftritten, Plattencovern, Eintrittskarten, Plakaten und privaten Fotos. Die Diskografie am Ende des Bild-Text-Bandes versammelt noch einmal alle Studioalben, Livealben und Compilations mit Aufnahmedaten, allen Songs und den Mitwirkenden. Diese Jubiläums-Neuerscheinung lässt keine Wünsche offen und ist ein Muss für jeden AC/DC-Fan. Eine absolute Empfehlung.

Bewertung vom 03.02.2024
Unser neues Auge im All - Das James-Webb-Weltraumteleskop
Mundzeck, Till

Unser neues Auge im All - Das James-Webb-Weltraumteleskop


ausgezeichnet

Ende 2021 wurde das James-Webb-Weltraumteleskop in eine Umlaufbahn gebracht und beobachtet nun in einer Entfernung von fast 1,5 Millionen Kilometer von der Erde das Universum im Infrarotlicht. Damit begann eine neue Ära der Himmelsbeobachtung und das Webb hilft bei der Beantwortung vieler Fragen, die wir über den Kosmos haben. Seit Sommer 2022 schickt das Milliardenprojekt von NASA, ESA und CSA spektakuläre Bilder ferner Nebel und Galaxien zur Erde. Mit einer bisher unerreichten Auflösung werden so Geheimnisse des Universums sichtbar. Auch die Frühzeit des Weltalls kann damit erforscht werden.

Die Neuerscheinung „Unser neues Auge im All“ liefert spektakuläre Bilder unentdeckter Welten – untergliedert in fünf Kapitel mit Fragen, die die Wissenschaftler an das Webb-Teleskop stellen: „Wie hat das Universum begonnen?“, „Wie entstehen Galaxien?“, „Wie werden Sterne geboren?“, „Wie entwickeln sich Sonnensysteme?“ und „Sind wir allein im All?“. Bereits die ersten Aufnahmen lieferten wertvolle Hinweise auf die kosmischen Maßstäbe. Darüber hinaus wurden hunderte von zuvor verborgenen Sternen und Planetensystemen sichtbar gemacht.

Die großformatigen (oft doppelseitig) Aufnahmen laden zum Staunen und Träumen ein, man kann sich längere Zeit darin vertiefen. Der Wissenschaftsjournalist und Physiker Till Mundzeck gibt dazu wissenschaftlichen, aber doch verständlichen Erklärungen. Ergänzt wird die Neuerscheinung durch ein Glossar der wichtigsten Begriffe und ein kleines Kompendium der großen Weltraumteleskope. Fazit: Ein phantastischer Bild-Text-Band.