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Benutzername: Furbaby_Mom
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Bewertungen

Insgesamt 38 Bewertungen
Bewertung vom 22.02.2019
Die Klosterbraut
Schörghofer, Manuela

Die Klosterbraut


ausgezeichnet

Romantic Comedy meets Murder Mystery and History Channel!
Da will man als angehende Nonne noch einen letzten kleinen Ausflug in den heimischen Wald genießen – und stolpert dem Traummann schlechthin in die Arme…der sich auch noch als zukünftiger Schwager entpuppt. Mit allem hätte Franka gerechnet, aber nicht mit dem Herzklopfen, das Wulf vom Röllberg bei ihr auslöst – und ausgerechnet er soll ihre bildschöne Schwester heiraten, während Franka ein Leben im Kloster vorbestimmt ist…

All jenen Leser/innen, die ansonsten historische Romane eher meiden, da sie einen staubtrockenen, langweiligen Wälzer voller altertümlicher Begriffe, geschwollener Sprache und wenig Mitfieber-Potential befürchten, möchte ich diesen tollen Debütroman von Manuela Schörghofer als lohnenswerten Ausnahme-Ausflug in die Welt der historischen Werke ans Herz legen! Liebenswerte, nachvollziehbare Hauptfiguren, authentische Dialoge, eine Prise Humor, jede Menge Spannung, eine potentielle Love Story und interessante Zusatzinformationen zu den geschichtlichen Hintergründen erwarten euch. Man lernt aufgrund der gründlichen Recherche der Autorin quasi 'nebenbei' mehr über die damalige gesellschaftliche Rolle der Frau und erhält einen Einblicke in das mittelalterliche Klosterleben sowie ritterliche Turniere oder die Kreuzzüge.

Der vorangestellte Abschnitt (Personenverzeichnis inklusive historischer Persönlichkeiten, Städte- und Flussbezeichnungen sowie Glossar der zeitgenössischen Begriffe) ist eher ein 'Zusatzschmankerl' und keine 'Voraussetzung' (um der Handlung folgen zu können) – die Geschichte wäre z.B. auch ohne die Auflistung der vorkommenden Charaktere zu jeder Zeit verständlich und es besteht nie die Gefahr, durcheinanderzukommen, weder was Namen noch Zeitebenen angeht. Die in drei Leseabschnitte eingeteilten Kapitel sind klar strukturiert und bilden eine stimmige Einheit. Szenerie und Erzählperspektive wechseln sich angenehm ab und treiben die Story voran. Die Sprache ist erstaunlich modern gehalten, jedoch auf einem angebrachten Niveau und keineswegs zu umgangssprachlich. Der Schreibstil ist luftig-leicht, enthält viele witzige Elemente und könnte genauso gut aus einem gegenwärtigen Frauenroman stammen.

Das schöne Cover ist in harmonierenden, kräftigen Farben gehalten und lässt bereits das Genre erkennen. Es wirkt allerdings viel ernster als eigentlich nötig und lässt fesselnden Schreibstil, Herzklopfen und Schmunzelfaktor eher schwer erahnen. In diesem Sinne: Don’t judge a book by its cover!

Fazit: Eine klare Leseempfehlung für alle Fans von historischen Frauenromanen! Allen anderen Lesern/innen sei gesagt: Mut zum Reinschnuppern – es lohnt sich!

Bewertung vom 06.02.2019
Das kleine Theater am Meer
Ley, Rosanna

Das kleine Theater am Meer


ausgezeichnet

Unterhaltsamer Wohlfühlroman mit überraschend viel Tiefgang.
R. Leys Werk wartet mit vielen Überraschungen auf! Wer sich aufgrund des Titels einen seichten Roman, eine vorhersehbare Liebelei unter mediterraner Sonne erwartet, hat sich geirrt, denn diese vielseitige Geschichte bezaubert mit so viel mehr als "nur" einer Sommerromanze.
Nach abgeschlossenem Studium steht Faye vor der großen Frage: Was nun? Jahrelang hatte sie – entgegen aller Widrigkeiten – auf dieses Ziel hingearbeitet; es war schon immer ihr Traum gewesen, einen anerkannten Abschluss in der Designbranche zu erlangen. Ihr Umfeld hatte damals eher verhalten reagiert, als sie ihren sicheren und gut bezahlten Job an den Nagel gehängt & sich im Alter von Anfang 30 für einen beruflichen Neubeginn entschieden hatte; auch die Beziehung zu ihrem Freund ist darüber in die Brüche gegangen. Ehe Faye jedoch in Selbstmitleid versinken kann, nimmt sie dankbar die Einladung ihrer besten Freundin Charlotte an, diese ein paar Wochen auf Sardinien besuchen zu kommen; nach all dem Prüfungsstress kommt ihr ein Urlaub schließlich gerade recht. Zudem planen Freunde von Charlotte, das alte Theater im idyllischen Inselörtchen Deriu zu renovieren & würden sich sehr über Fayes professionelle Meinung als frischgebackene diplomierte Innenarchitektin freuen. Freudig sagt Faye ihre Unterstützung zu – ohne zu ahnen, d. sie sich bald zwischen den Fronten eines jahrelang schwelenden Konflikts, der die Bewohner Derius in 2 feindliche Lager gespalten hat, wiederfinden wird. Und dann ist da auch noch der unverschämt gutaussehende Alessandro, der Faye mit seiner unnahbaren, mysteriösen Art zwar fasziniert, sich jedoch höchst widersprüchlich verhält & voller Geheimnisse zu stecken scheint. Kann sie ihm trauen? Fest steht: nichts in diesem malerischen Inselstädtchen ist so, wie es scheint…
Neben der Story um die weibliche Hauptfigur Faye, die sehr realistisch dargestellt & in ihren Handlungen & Überlegungen durchaus nachvollziehbar gezeichnet worden ist, zieht vor allem die Nebenhandlung um Fayes Eltern (Molly & Ade) den Leser in den Bann. Man könnte sogar meinen, sie läuft der Hauptstory den Rang ab, weil beide Nebencharaktere so liebevoll & authentisch ausgearbeitet worden sind, d. sie für mich die stillen Helden dieses Werkes sind. Es werden ernste Themen angesprochen, allerdings überwiegen immer ein Gefühl der Leichtigkeit & die Hoffnung darauf, dass sich letztendlich doch noch alles zum Guten fügen wird. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, somit lernt man als Leser nicht nur Faye, sondern eine Vielzahl von Personen besser kennen, was der Geschichte eine interessante Dynamik verleiht. Es wird nie langweilig, im Gegenteil! Die Spannung wird kontinuierlich gesteigert & man kann nicht umhin, der Auflösung der Ereignisse entgegenzufiebern.
Nicht nur die Figuren sind voller Tiefgang, auch die bildhaften, detaillierten (Landschafts-)Beschreibungen von Fayes Heimat sowie von Sardinien haben mich restlos begeistert. Leuchtende Farben der Natur, betörende Gerüche, kulinarische Köstlichkeiten, das glitzernde Meer…all das wird so mühelos in die Handlung miteingebunden, d. man meint, den Wind auf der Haut spüren zu können, während man mit Faye die Altstadt des verträumten sardischen Ortes erkundet. Gleich im Anschluss an das Werk hat es mich in den Fingern gejuckt, eine Dokumentation über Sardinien anzuschauen, so reizvoll hat die Autorin die Schönheit der Insel beschrieben. Überhaupt ist der flüssige Erzählstil wohl am besten mit dem Wort "einladend" zu charakterisieren.
Das traumhaft anmutende Cover, das mit seinen Pastellfarben & hübschen Ornament-Verzierungen bereits vor dem Lesen zum Träumen einlädt, ist sehr treffend gewählt worden, da die pittoreske Kulisse des kleinen Hafenstädtchens den Zauber des Urlaubsortes perfekt einzufangen weiß.
Fazit: Ein sehr angenehmes Leseerlebnis – inklusive einem Hauch Romantik und jede Menge Urlaubsfeeling!

Bewertung vom 03.02.2019
Ich gab ihm mein Wort
Alexander, Tamera

Ich gab ihm mein Wort


ausgezeichnet

Ein literarisches Meisterwerk! Hin und wieder hat man das Glück, ein Buch zu lesen, welches den eigenen Horizont, das eigene Bewusstsein so sehr erweitert, dass man im Anschluss die Welt mit anderen Augen sieht. "Ich gab ihm mein Wort" ist so ein Buch. - Ein brillantes, mitreißendes Südstaaten-Meisterwerk, das einen ehrfürchtig, tief bewegt & zuversichtlich zurücklässt. Tennessee, November 1864. Seit einigen Jahren fordert der blutige Sezessionskrieg zwischen den Armeen der Nordstaaten & Südstaaten erbarmungslos immer mehr Opfer, Amerika gleicht einem einzigen Schlachtfeld. Einer der Hauptgründe für den militärischen Konflikt ist die Uneinigkeit über Frage der Sklavenhaltung; die Südstaaten wollen die Abschaffung der Sklaverei um jeden Preis verhindern. In diese bedeutungsschwere Zeit, welche die Zukunft der nachfolgenden Generationen prägen wird & den Grundstein legt zu den Vereinigten Staaten von Amerika, wie wir sie heute kennen, entführt Bestsellerautorin T. Alexander ihre Leser. Kurz vor Ende des Krieges kommt es nahe der Carnton Plantage in Franklin, Tennessee, wo die junge Lizzie Clouston bei der McGavock-Familie als Hauslehrerin für deren 2 Kinder angestellt ist, zum Desaster: eine der grausamsten & für den Süden verlustreichsten Schlachten des Amerikanischen Bürgerkrieges wütet direkt vor den Augen der entsetzten Plantagenbewohner. Innerhalb weniger Stunden gleicht die vornehme Südstaaten-Villa einem überfüllten Lazarett, in dem die verwundeten Soldaten mit dem Tod ringen. Mit notdürftigen Mitteln werden lebensrettende Operationen durchgeführt, die Schmerzensschreie der Verletzten hallen durch die Nacht. Anstatt der beschaulichen, ländlichen Idylle, die bisher ihr Leben ausgemacht hatte, nachzutrauern & in eine Schockstarre zu verfallen, wachsen die McGavocks, Lizzie & Haussklavin Tempy über sich hinaus: sie assistieren den Ärzten bei Amputationen, umsorgen die Soldaten & werden für ihre bedingungslose Hilfsbereitschaft & Güte für immer unvergessen bleiben. Eine zarte Liebesgeschichte ist in die Wirren des Krieges eingeflochten worden, nur so viel sei verraten: private Gefühle & Gedanken werden mit gleicher Intensität behandelt wie die dramatischen historischen Ereignisse. Ergreifende Schicksale in Zeiten des Umbruchs: neue Prioritäten bahnen sich ihren Weg, eine neue Gesellschaftsordnung rüttelt an alten Konventionen. Diese wahre Geschichte, in der nahezu alle (!) Hauptcharaktere, einschließlich der 2 Hauptfiguren Lizzie & Roland, auf echten Personen basieren, hat mich staunen lassen über die Kraft des Glaubens & der Hoffnung, über die Warmherzigkeit & Selbstlosigkeit, mit der Menschen sich auch in Zeiten des Grauens noch zu begegnen vermögen. Man kann nicht umhin, tiefes Mitgefühl für die jungen Männer zu empfinden & sie für ihren Mut zu respektieren. Trotz der detaillierten & überaus bildreichen Schilderungen des Krieges, die für manch zartbesaitete Gemüter eventuell schwer zu verdauen sein könnten, überwiegt ein positiver, lebensbejahender Eindruck. Loyalität & Ehrlichkeit, Liebe, Gerechtigkeit & Zuversicht werden zelebriert & machen das Buch zu einem unvergleichlichen Leseerlebnis, das noch lange bei mir nachgewirkt hat. Die beeindruckende Recherchearbeit der Autorin hat mich restlos begeistert, selten habe ich solch ein reales, durch & durch authentisches Werk gelesen. Tatsächlich sind nur sehr wenige fiktive Elemente in der Story enthalten & ich kann T. Alexander nicht genug beglückwünschen zu diesem gelungen Werk, welches dem Begriff Sezessionskrieg ein Gesicht gibt & die betreffenden Personen entsprechend würdigt. Ein literarisches Werk der Superlative, das ich allen Fans von historischen Romanen mit starken Frauenfiguren wärmstens empfehlen kann! Was für ein umwerfendes Buch, welch eine wichtige Botschaft - den Glauben an Gott nicht aufzugeben - & was für eine berührende wahre Geschichte, die es verdient, erzählt zu werden. BRAVO!

Bewertung vom 19.01.2019
The Pub - 3 Frauen, Kleinkind, Koi und Mops - 3 Cocktails für Mrs. T und Fatma
Guttenson, Pia

The Pub - 3 Frauen, Kleinkind, Koi und Mops - 3 Cocktails für Mrs. T und Fatma


sehr gut

Actionreiche Fortsetzung!
Die rasante Story um Lizzy und ihre Freunde knüpft direkt an den Vorgängerband an, kann jedoch separat gelesen werden, da es eine in sich geschlossene Geschichte ist. Für mich war es das erste Werk von Autorin Pia Guttenson und ich habe dem Verlauf gut folgen können. Für alle Neueinsteiger ist zudem ein Prolog enthalten, "Was zuvor geschah".

Lizzy und ihre Freundinnen haben sich gut in Schottland eingelebt und genießen ihre gemeinsame Arbeit im Pub. Sie alle sind froh, dass sie ihrem Leben in Deutschland den Rücken kehren konnten. Mrs. T - eine ehemalige Türsteherin, die mit ihren stahlharten Muskeln jedem durchtrainierten Bodybuilder Konkurrenz machen könnte – zieht einen illegalen Boxkampf in Erwägung, denn das Geld ist knapp und die Renovierung des Pubs ist bitter nötig. Ihre kleine Tochter Lucy, die mit dem Down-Syndrom geboren worden ist, hat sich mit ihrer niedlichen Art inzwischen in das Herz von Lizzys Cousin, William, geschlichen. Und auch Mrs. T, die eigentlich so gar nicht sein Typ ist, geht William irgendwie unter die Haut… Lizzy steht nach dem auf sie verübten Attentat noch immer unter Schock und Fatma, eine junge Türkin, kann ihr Glück kaum fassen, dass sie der von ihren Eltern eingefädelten Zwangsheirat mit einem Scheich entkommen ist. Keine der drei Frauen ahnt, dass ihre neu gewonnene Freiheit bereits wieder in Gefahr ist: ihre Aufenthaltserlaubnis läuft demnächst ab, Hanno (Lizzys brutaler Exfreund) sinnt im Gefängnis auf Rache und auch Fatmas Eltern sind nicht geneigt, die durch die Flucht ihrer Tochter beschmutzte Familienehre zu akzeptieren…

Dieses Buch katapultiert den Leser schonungslos mitten in die Ereignisse hinein. Zudem wird gerade den Lesern, die den Vorgängerband nicht kennen, anfangs eine höhere Konzentration abverlangt, um die vielen verschiedenen Charaktere richtig zuordnen zu können. Dennoch geht kein Witz dabei verloren und nach kurzer Zeit hat man alles erfasst. Auch gelegentliche Rückblicke der Charaktere sowie das Glossar am Ende des Werkes (Schottisch Gälisch/Deutsch) liefern Hilfestellung. Die Sprache ist sehr nachvollziehbar und umgangssprachlich gehalten und passend zum Milieu gewählt worden – ein etwas rauerer Ton mit teilweise ordentlichen Flüchen. Was die einzelnen zwischenmenschlichen Beziehungen angeht, hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht bzw. hin und wieder einen Moment zum Einfach-Nur-Genießen. Durch die nahtlose Aneinanderreihung von Zwischenfällen wurden die feinen Töne, beispielsweise die zarte Annäherung zwischen Fatma und Philipp, etwas stark von Action überschattet. Dementsprechend dynamisch prescht das Tempo voran – langweilig wird es sicher nicht! Ich persönlich wäre gegen Ende nicht traurig über etwas Entschleunigung gewesen und auch der goldige kleine Mops Brutus hätte ruhig öfter vorkommen können – wo er doch so herrlich auf dem farbenfrohen Cover in Szene gesetzt worden ist!

Fazit: Turbulente und unterhaltsame Lektüre über eine chaotische, aber liebenswerte Freundesgruppe. Ich würde empfehlen, den Vorgängerband dennoch zuerst zu lesen; einfach, um einen besseren Bezug zu den einzelnen Charakteren zu haben.

Bewertung vom 12.01.2019
Das Weihnachtswunder von Dunstable (Regency Romance, Liebe)
Stiller, Dorothea

Das Weihnachtswunder von Dunstable (Regency Romance, Liebe)


ausgezeichnet

Eine wundervolle (Weihnachts-)Geschichte zum Immer-Wieder-Lesen!
Ich habe "Das Weihnachtswunder von Dunstable" erst nach den Weihnachtsfeiertagen gelesen und bin im Nachhinein mehr als glücklich über das Timing, denn dank dieser zauberhaften Geschichte konnte ich noch bis in den Januar hinein in Weihnachtsgefühlen schwelgen!

England, Dezember 1815. Weihnachten steht vor der Tür, als sich die Wege der vier Hauptfiguren unverhofft kreuzen und wieder trennen: sie alle reisen per Postkutsche einer ungewissen Zukunft entgegen…und werden durch ihre Aufgeschlossenheit, Einsicht und Herzlichkeit jeweils mit ihrem ganz persönlichen Weihnachtswunder belohnt.

Alle Charaktere, so unterschiedlich sie auch sein mögen, sind so liebenswürdig gestaltet, dass man gar nicht anders kann, als jedem von ihnen ein Happy End zu wünschen. Gekonnt verknüpft die Autorin die einzelnen Schicksale zu einem stimmungsvollen und emotionsgeladenen Gesamtbild, bei dem am Ende kein Auge trocken bleibt. So anrührend, wie nur eine Weihnachtsromanze es sein kann – dieses Buch ist etwas fürs Herz! Beeindruckt hat mich, dass die Protagonistin Frederica eine für die damalige Zeit höchst unkonventionelle Einstellung zur Liebe hat und sich mutig gegen die Vernunft entscheidet, als sie sich traut, ihrem Herzen zu folgen. In Freddies Fall bedeutet dies nicht nur den Bruch mit ihrer Familie, sondern auch den Verzicht auf finanzielle Absicherung sowie auf einen Adelstitel.

Jedes Kapitel wird abwechselnd aus der Perspektive von einer der Hauptfiguren erzählt, somit bleibt die Lektüre stets abwechslungsreich und interessant; man lernt die einzelnen Personen, ihre Gedanken und Gefühle, noch besser kennen.

Der Schreibstil ist geprägt von einem angenehmen Tempo, bildhaften Beschreibungen und einem positiven Unterton – eine wahre Feel Good Story, bei der man sich entspannt zurücklehnen und ins England vergangener Jahrhunderte eintauchen kann.

Auch das romantisch-märchenhafte Cover lädt zum Träumen ein. – Inmitten einer verschneiten Winterlandschaft blickt eine junge Frau, gekleidet im edlen Gewand des Regency Stils, auf ein herrschaftliches Anwesen und eine Postkutsche. Die Schriftfarben (Name der Autorin sowie Buchtitel) stellen durch die rot-grüne Farbkombination eine weitere Anspielung auf Weihnachten dar.

Fazit: Empfehlenswert für alle Fans von (historischen, romantischen) Frauenromanen und Wohlfühlliteratur!

Bewertung vom 12.01.2019
Tödliche Zeilen (Krimi, Cosy Crime) (eBook, ePUB)
Stiller, Dorothea

Tödliche Zeilen (Krimi, Cosy Crime) (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Cosy Crime at its best!
Dies ist nun schon das zweite Werk von Dorothea Stiller, in dessen Lesegenuss ich kommen durfte und erneut bin ich rundum begeistert vom fesselnden Schreibstil der Autorin!

Ein trauriges Ereignis sorgt dafür, dass die pensionierte Lehrerin Agnes Munro in das kleine schottische Küstenstädtchen Tobermory zurückkehrt – zurück an den Ort, mit dem sie den schmerzlichsten Verlust ihres Lebens verbindet. Ihre eigenen Gefühle rücken jedoch in den Hintergrund, denn ihre beste Freundin Effy braucht Agnes nun dringender denn je: Effys Sohn Neil ist bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen. Noch während Familie und Freunde den Tod des jungen Mannes betrauern, erleiden Effy und ihr Mann Charlie den nächsten Schicksalsschlag. Ein zweiter Todesfall? Kann das Leben wirklich so grausam sein? Oder steckt ein perfider Mörder dahinter, der seine Kaltblütigkeit berechnend hinter einer freundlichen Fassade versteckt? Als Agnes auf immer mehr Ungereimtheiten stößt, beschließt sie, der Sache auf den Grund zu gehen und entdeckt dabei nicht nur, dass viele Menschen im scheinbar idyllischen Tobermory ihre Geheimnisse haben, sondern auch, dass sie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen muss.

Die Hauptfigur Agnes ist eine liebenswerte, einfühlsame Pensionistin mit erstaunlich viel Scharfsinn und Humor. Sie vertraut ihrem Bauchgefühl, zieht keine voreiligen Schlüsse und ist eine loyale Freundin für Effy und Charlie. Kein Wunder, dass sie in auch Jahre nach ihrer dortigen Tätigkeit als Lehrerin (- sie war "streng, aber gerecht" -) in Tobermory so geachtet wird und allseits beliebt ist. Agnes ist durch und durch herzlich, mit so jemandem möchte man gerne befreundet sein. Überhaupt alle Charaktere wirken unheimlich authentisch, sind mit beeindruckend viel Tiefe versehen und überzeugend ausgearbeitet worden. Ein besonderes Highlight sind die feinen Zwischentöne, auf die beim Schreiben viel Wert gelegt worden ist; sie lassen die Figuren noch greifbarer und nachvollziehbarer in ihren individuellen Handlungen erscheinen.

Das atemberaubende Setting an der schottischen Küste ist wie geschaffen für einen Wohlfühlkrimi; man spürt förmlich den Wind in den Haaren, während die Protagonisten durch die kleinen Gassen spazieren. Die detaillierten Beschreibungen, die immer wieder geschickt in die Handlung eingeflochten sind, tun ihr Übriges und lassen den Leser völlig in das Alltagsleben von Tobermory eintauchen, wo jeder jeden kennt und Gemeinschaftssinn großgeschrieben wird.

Neben dem flüssigen, die Spannung angenehm steigernden Schreibstil hat mich auch die Stimmigkeit der Handlungsabfolge überzeugt. Am Ende entsteht ein sinnvolles Gesamtbild, bei dem keine Fragen offenbleiben. Trotz trauriger Ereignisse ist die Wortwahl nicht zu emotionsgeladen, dennoch bezaubern immer wieder Momente der Rührung den Leser. Obwohl die Story kriminelle Aspekte enthält, ist dies kein blutrünstiger Roman mit Horrorfaktor, im Gegenteil. Die Perspektivenwechsel erfolgen stets im spannendsten Moment, sodass die Neugier ins Unermessliche gesteigert wird und man einfach nicht aufhören möchte, zu lesen.

Das wunderschöne, geschmackvoll gestaltete Cover, auf dem ein uriges Häuschen an einer stürmischen Küste abgebildet ist, ließ mich bereits vor dem Lesen träumen; auch der Buchtitel, dessen wahre Bedeutung sich erst gegen Ende der Geschichte vollständig erschließt, ist mehr als treffend gewählt und in großen roten Lettern signifikant in Szene gesetzt worden.

Fazit: Genau SO sollte der perfekte Cozy Crime-Roman sein! Eine eindeutige Leseempfehlung für alle Fans von spannender Lektüre und Wohlfühlliteratur!

Bewertung vom 04.01.2019
Schattenfamilien
Eckwolf, Irene

Schattenfamilien


weniger gut

In diesem zeithistorischen Projekt beschäftigt sich Autorin Irene Eckwolf auf sehr persönlicher Ebene mit dem brisanten Thema Kriegsvergangenheit. Anhand von Briefen, die während der Zeit des Nationalsozialismus von Eckwolfs Familienmitgliedern verfasst worden sind, gewinnen die Leser einen Einblick in dieses dunkle Kapitel der Weltgeschichte. Zusätzlich hat die Autorin öffentlich zugängliche Quellen wie Wikipedia für ihre Recherche genutzt, um sich näher mit bisher ungeklärten bzw. totgeschwiegenen Sachverhalten hinsichtlich der Vergangenheit ihrer eigenen Familie zu beschäftigen.

Den Wunsch, mehr über die Vergangenheit seiner Vorfahren in Erfahrung bringen zu wollen, kann ich gut nachvollziehen und finde es wichtig, dass weiterhin Aufklärung betrieben wird über die Auswirkungen des Krieges auf Beteiligte sowie auf Folgegenerationen. Ich applaudiere dem Mut der Autorin, solch private Familiendokumente der Öffentlichkeit zugänglich zu machen; authentische Zeitzeugenberichte wie dieser tragen zum unverfälschten Verständnis historischer Ereignisse bei.

Der Schreibstil ist nüchtern und unverblümt, einem Sachbuch entsprechend. Da das Werk hauptsächlich aus der Wiedergabe der Originaldokumente (also der 1:1-Veröffentlichung des Wortlauts der Briefinhalte), Zitaten aus öffentlichen Quellen und maximal ein paar verknüpfenden Sätzen besteht, würde ich es eher als eine Aneinanderreihung von Fakten bezeichnen. Jedoch fällt die Analyse der anfangs von der Autorin aufgeworfenen Fragen eher dünn aus, weshalb die wichtigste Komponente für die Kategorisierung des Buches als Sachbuch für mich nicht vorhanden ist. Insgesamt fand ich die Aufzeichnungen zwar stellenweise interessant, größtenteils allerdings recht langatmig und - durch den Verzicht auf einzelne Briefüberschriften – ein wenig unübersichtlich.

Für zukünftige Auflagen würde ich ein komplett neues Layout empfehlen, eventuell auch den Titel "Schattenfamilien" um einen beschreibenden Untertitel ergänzen, wie z.B. "Originalbriefe aus der Zeit des Nationalsozialismus". Inhaltlich würde ich die privaten Fotos beibehalten, jedoch – abgesehen von einer Einleitung – auf sämtlichen beschreibenden Zwischentext verzichten und lediglich die Briefe mit der jeweiligen Überschrift (wann geschrieben und von wem, adressiert an wen) einfügen. Die im Anhang enthaltenen Karten aus Wikipedia sollten hinsichtlich Bildqualität (Helligkeit und Größe) noch verbessert werden; zudem würde ich die Ergänzung eines Personenregisters für sinnvoll halten. Die Gestaltung des Covers ist passend zum Inhalt gewählt worden, insbesondere die schattenwerfenden Kreuze auf den Gräbern.

Bewertung vom 01.01.2019
Wir zwei auf Wolke sieben
Rauter, Anja

Wir zwei auf Wolke sieben


ausgezeichnet

Gelungener Debütroman, unterhaltsam und amüsant!
Für Lea kommt es knüppeldick: nicht nur, d. ihr Freund Sebastian sie nach 2 Jahren Beziehung völlig überraschend verlassen hat – er hat auch ihr Sparkonto leergeräumt & sie damit ohne finanzielle Rücklagen in einer völlig überteuerten Wohnung zurückgelassen. Aber Lea ist nicht die Einzige, die vor vollendete Tatsachen gestellt worden ist: Sebastians launischer dicker Kater Van Gogh ist ebenfalls ein Opfer der Trennung geworden; Lea hat das rothaarige Fellmonster sozusagen als Abschiedsgeschenk vererbt bekommen. Dank ihren fürsorglichen besten Freunden (- der stets pragmatischen & toughen Schönheit Su & dem leicht hysterischen, aber herzlichen Paradiesvogel Armin -) hat Lea keine Gelegenheit, in Selbstmitleid zu zerfließen; stattdessen landet sie sogar einen neuen Job beim Magazin SoYou, wo sie fortan als Beauty Queen wider Willen für die weibliche Leserschaft die neuesten Schönheitstrends & -behandlungen in den angesagtesten Metropolen (London, Paris, Wien) testen soll…ein prall gefülltes Spesenkonto für Sonderausgaben inklusive. Für viele Frauen wäre dies der Traumjob schlechthin, doch Lea sieht ihre neue Tätigkeit eher als vorrübergehende Notlösung, schließlich muss die Miete gezahlt und der dauerhungrige Kater gefüttert werden. Schneller als ihr lieb ist, stolpert Lea - nun topgestylt - durch die europäischen Großstädte & von einer Katastrophe in die nächste, lässt Anti-Falten-Treatments & Hornhaut-knabbernde Fischchen über sich ergehen, wird mit einer lebensverändernden Frisur zwangsbeglückt & um ihre "Hängebäckchen" erleichtert. Auf ihrer beruflichen Reise zum besseren, schöneren Ich begegnet sie dem legendären Beautyguru Sacha, wird von einem persönlichen Fitness-Coach zu Höchstform gedrillt & von einem Profi-Visagisten in jeglicher Hinsicht gerettet. Als wäre dieser neue Lebenswandel nicht stressig genug, naht bereits die nächste Hiobsbotschaft: Möchtegern-Künstler Sebastian geht mit einer Ausstellung auf Europa-Tournee, die ein sehr privates Aktfoto von Lea beinhaltet. Das geht entschieden zu weit! Lea weiß nicht, wie es mit ihr & Sebastian weitergehen soll – ob sie ihm je verzeihen wird, aber feststeht: sie muss ihn zur Rede stellen!
A. Rauter ist ein bezaubernd-berauschender, luftig-leichter, spritzig-witziger Debütroman gelungen, der mich häufig zum Schmunzeln gebracht hat. Wir erleben, wie die sympathische, leicht naive Chaos-Queen Lea in ihrem größten Schmerz von ihren besten Freunden aufgefangen & aufgepäppelt wird, dank ihrem neuen Beruf zu mehr Selbstsicherheit findet & sich zu einer starken, selbstbestimmten jungen Frau mausert. Leas Gedanken & Gefühle werden stets nachvollziehbar & humorvoll beschrieben, man muss sie einfach mögen! Die Redewendung "Schmetterlinge im Bauch" wurde hier durch die niedliche Formulierung "Meerschweinchen im Magen" ersetzt; überhaupt ist der flüssige, durchgehend amüsante Schreibstil wunderbar kreativ & originell. Dies setzt sich auch bei den Kapitelüberschriften fort ("Rosa Racheschweinchen", "Schlumpfblaue Träume", etc.) sowie bei dem ulkigen Spitznamen "Mehlwurm", den Sebastian aufgrund seines blass-bleichen nordischen Teints von Su & Armin verpasst bekommen hat. Die Städtereisen werden detailliert geschildert & lesen sich wie ein kleiner Reisebericht an sich. Ein klitzekleines Sternchen Abzug gibt es für die an manchen Stellen teilweise überzogene, zu realitätsfremde Darstellung gewisser Eigenarten & Ereignisse, mit denen ich mich schlichtweg nicht identifizieren konnte; Stichwort: "Mausezahn", Tennisschläger-Gewalt & Mitbewohner-Casting.
Das Cover erinnert an einen Flug durch die Wolken; ein Eindruck, der verstärkt wird durch die Silhouetten der Vögel & des Flugzeugs. Der Eiffelturm deutet an, d. Paris eine tragende Rolle in der Geschichte spielen wird. Am Wortlaut des Buchtitels, der in großen roten Lettern das Cover dominiert, lässt sich das Genre erahnen.
Fazit: Ideal für alle Fans von witzig-romantischen Frauenromanen.

Bewertung vom 30.12.2018
Die Frauen vom Schlehenhof (eBook, ePUB)
Nicolai, Judith

Die Frauen vom Schlehenhof (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Berührend, lebensnah und außergewöhnlich spannend!
Nachdem die langjährige Beziehung zu ihrer Jugendliebe gescheitert ist, kehrt Hanka aus dem hektischen Berlin zurück in ihren idyllischen Heimatort Rothenbach, um sich dort in die tröstenden Arme ihrer Mutter zu flüchten, über Exfreund Tobi hinwegzukommen & sich eine neue Existenz aufzubauen. Sie träumt von einer eigenen kleinen Goldschmiedewerkstatt & genießt das wohlige Gefühl, endlich wieder an dem Ort zu sein, der für sie den Begriff "Heimat" verkörpert. Schneller als gedacht schließt sie neue Bekanntschaften, trifft auf alte Freunde & steht sogar ihrem einstigen Schulschwarm gegenüber: Roman, welcher inzwischen den alten Schlehenhof übernommen hat & den Renovierungsarbeiten vollends überfordert ist. Leider hat er sich wenig verändert – er ist immer noch genauso stur & unnahbar wir früher. Doch als Hanka die Gelegenheit erhält, ausgerechnet auf dem Schlehenhof, wo sie als Kind so viele glückliche Stunden mit Ellen & deren Oma verbracht hat, ihre eigene Werkstatt einzurichten, ist die Chance einfach zu verlockend – selbst, wenn sie dafür mehr Zeit mit Roman verbringen muss als ihr lieb ist.
Der Schlehenhof hat seinen Zauber nicht verloren & bald entführen Hankas Träume sie zurück in das Jahr 1945, als die 2 Flüchtlingsmädchen Greta & Johanna in Rothenbach ankamen. Willkommen waren sie nicht, nur zwangsgeduldet – dementsprechend hart war ihr Alltag. Aber alles schien zunächst besser als die Gräuel des Krieges. Hanka ist verwirrt: Warum sind ihre Träume so realistisch? Wieso hält sie immer öfter Gegenstände in den Händen, von denen sie geträumt hat? Haben Greta & Johanna etwa tatsächlich hier gelebt & wenn ja, was ist aus ihnen geworden? Weshalb träumt gerade Hanka, gerade jetzt von ihnen?
J. Nicolai hat einen außergewöhnlichen Roman geschrieben, der sich nicht so einfach in die üblichen literarischen Genres einordnen lässt; vielmehr wurden die besten, interessantesten, mitreißendsten Elemente aus mehreren Genres (historischer Roman, Frauenroman, Liebesroman, Familiensaga, Fantasy/Mystery) herausgefiltert & hier zu einem grandiosen Werk über Liebe &, Familienbande & Heimat, Traditionen & Neuanfänge zusammengefügt. Man kommt nicht umher, sofort in die Geschichte einzutauchen & das, obwohl in 2 abwechselnden Zeitebenen erzählt wird. Diese sind allerdings so fließend miteinander verknüpft worden, d. sie die Handlung stetig vorantreiben ohne zu Verwirrungen zu führen. Mit Begeisterung habe ich die detaillierten, bildreichen Beschreibungen über das Städtchen Rothenbach aufgesogen! Nicht nur, d. man sich als Leser den Ort des Geschehens mühelos vorstellen kann - dank der ausführlichen & zugleich ungezwungenen, spielerisch in die Handlung eingebundenen Schilderungen fühlt sich das Lesen eher an wie ein Nachhausekommen, wie eine Rückkehr an einen vertrauten Ort. Der Schreibstil ist schlichtweg sensationell & ich habe mir noch beim Lesen vorgenommen, weitere Werke der Autorin auf meine Bücher-Wunschliste zu setzen.
Hanka ist eine sehr sympathische, aufgeschlossene junge Frau, die nicht nur weiß, was sie will, sondern auch das Herz am rechten Fleck hat. Sehr gefallen hat mir die liebevolle Beziehung zu ihrer Mutter sowie ihre Neugier, ihre Faszination mit der Vergangenheit. Die Dialoge, insbesondere jene zwischen Hanka & Roman, sind herrlich authentisch, oftmals amüsant; ebenso wurde bei den Dialogen in der vergangenen Zeitebene stets der richtige Ton getroffen. Mundart wurde in Maßen inkludiert & verleiht den Gesprächen zusätzlich Glaubwürdigkeit & Tiefe. Neben dem außerordentlich spannenden Thema Psychometrie wurden auch tragische Elemente in die Story eingeflochten; Freud & Leid liegen nah beieinander, so wie im echten Leben.
Bereits das Cover hatte mich neugierig gemacht, es gefällt mir unheimlich gut! Dieser Roman ist eine Geschichte, die man geradezu verschlingen und einfach ungestört in einem Rutsch durchlesen möchte – so spannend, so mitreißend! Unbedingt lesen!

Bewertung vom 27.12.2018
Es muss ja nicht gleich Liebe sein
Mallery, Susan

Es muss ja nicht gleich Liebe sein


sehr gut

Angenehmer Wohlfühlroman.
Als der charismatische Arzt Dr. Stephen Remington die Arztpraxis im verschlafenen Örtchen Lone Star Canyon übernimmt, gewinnt er aufgrund seiner Kompetenz und seines Einfühlungsvermögens schnell das Vertrauen seiner Patienten. Insbesondere die lokale Damenwelt ist verzückt über den gutaussehenden Neuzugang aus Boston und niemand ahnt, dass Stephens Neubeginn in der texanischen Provinz gleichzeitig auch ein Fluchtversuch vor seiner tragischen Vergangenheit ist. Er lebt ausschließlich für seinen Beruf und hat sich geschworen, sich nie wieder zu verlieben. Die außergewöhnlich attraktive Inhaberin des Snip 'n Clip Friseursalons, die ihm während eines Tornados überraschend hilfreich zur Seite steht, weckt allerdings sein Interesse: sie ist anmutig und temperamentvoll zugleich – eine reizvolle Mischung! Gegen ein wenig Spaß ist schließlich nichts einzuwenden…es muss ja nicht gleich Liebe sein!

Auch die bildschöne junge Friseurin Nora Darby hat mit der Liebe abgeschlossen. Zu oft ist sie von den Männern in ihrem Leben enttäuscht und verletzt worden. Sämtliche Verehrer schlägt sie regelmäßig mit ihrer Schlagfertigkeit und ihren kessen Bemerkungen in die Flucht. Sollen die Menschen sie doch für unnahbar halten, das stört Nora wenig. Sie liebt ihre Selbstständigkeit und ist Friseurin aus Leidenschaft. Nur der - zugegebenermaßen passabel aussehende - neue Arzt der Stadt zeigt sich erstaunlich resistent gegen ihr Abwehrverhalten. Nora weiß nicht, was sie mehr überrascht: sein unkonventionelles Angebot einer Freundschaft mit gewissen Vorzügen oder dass sie tatsächlich versucht ist, eine Affäre mit ihm in Erwägung zu ziehen…

Susan Mallery weiß einfach, was einen Wohlfühlroman ausmacht und hat es wieder einmal geschafft, einen romantischen Hit voller Emotionen und tiefgründiger Charaktere zu schreiben. Mit einem lockeren, luftig-leichten Schreibstil, authentischen Dialogen, liebenswert ausgearbeiteten und nachvollziehbaren Hauptfiguren sowie einer Prise Humor beweist die Erfolgsautorin erneut ihr Können. Auch einige erotische Szenen sind geschmackvoll in die Handlung eingebaut worden. Ist das Ende ein klein wenig vorhersehbar? Gewiss, aber das tut der Story keinen Abbruch.

Das in hellen Farben gehaltene Cover verstärkt durch die scheinbar beliebig platzierten Blümchen und die unsymmetrische, 'aus der Reihe tanzende' Anordnung der Buchstaben des Titels den Eindruck von Leichtigkeit.

Ein klitzekleines Manko: Stephens Gedankengänge erschienen mir teilweise etwas zu übertrieben; dafür hätte ich mir mehr Szenen mit Noras sympathischer Mutter gewünscht.

Fazit: Empfehlenswert für Fans von Frauenromanen. Ein entspanntes Leseerlebnis für zwischendurch, perfekt für ein gemütliches Wochenende.