Blinder Instinkt - Winkelmann, Andreas

Blinder Instinkt

Psychothriller. Originalausgabe

Andreas Winkelmann 

Broschiertes Buch
 
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Blinder Instinkt

Ein entführtes Mädchen, ein trauernder Bruder, ein eiskalter Psychopath ...
Ein heißer Sommertag. In einem verwilderten Garten sitzt ein junges Mädchen auf einer Schaukel. Alles um es herum leuchtet in strahlenden Blütenfarben, doch das Mädchen nimmt nichts davon wahr, es ist blind. Dafür spürt es ganz deutlich, dass sich ihm jemand nähert, jemand, von dem etwas zutiefst Böses ausgeht. Es versucht noch wegzulaufen vergeblich Jahre später wird Kommissarin Franziska Gottlob zu einem Wohnheim für Kinder gerufen. Wieder ist ein junges Mädchen verschwunden. Das Kind ist blind. Und vom Täter fehlt jede Spur.


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 408 S.
  • Seitenzahl: 408
  • Goldmann Taschenbücher Bd.47338
  • Deutsch
  • Abmessung: 197mm x 125mm x 30mm
  • Gewicht: 332g
  • ISBN-13: 9783442473380
  • ISBN-10: 3442473381
  • Best.Nr.: 29523911
"Winkelmann macht süchtig!" -- Berner Bär
Andreas Winkelmann, geboren im Dezember 1968, entdeckte schon in jungen Jahren seine Leidenschaft für unheimliche Geschichten. Als Berufener hielt er es in keinem Job lange aus, war unter anderem Soldat, Sportlehrer und Taxifahrer, blieb jedoch nur dem Schreiben treu. "Der menschliche Verstand erschafft die Hölle auf Erden, und dort kenne ich mich aus", beschreibt er seine Faszination für das Genre des Bösen. Er lebt heute mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldesrand nahe Bremen.

Leseprobe zu "Blinder Instinkt" von Andreas Winkelmann

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Mit jeder schwingenden Bewegung der Schaukel rieben sich die groben Seile tiefer in den Ast des Kirschbaums. Ihr Knarren und Ächzen war das einzige Geräusch an diesem Nachmittag im Sommer. Warme Luft glitt an ihrem Gesicht entlang, rauschte in ihren Ohren, ließ ihr langes rotes Haar wehen und ihr weißes Sommerkleid flattern. Bei jedem Schwung nach vorn, die Füße zum Himmel gestreckt, kostete sie ein kleines Stück süßer Schwerelosigkeit, und als sie berauscht war davon und ihr schwindelig wurde, ließ sie die Schaukel ausschwingen.

Aus der einsetzenden Stille schälte sich die Erkenntnis:
Da ist jemand!

Sie musste ihn nicht sehen, um das zu wissen, denn sie spürte seine Anwesenheit. Spürte deutlich, wie sich die zuvor sichere und geordnete Umgebung veränderte, so als schöbe sich etwas unsagbar Böses in ihre Welt, das allein durch seine Präsenz Chaos auslöste. Die geräuschlosen Bewegungen hinter ihr lösten kleine, wellenartige Schwingungen in der Luft aus, in denen sich die feinen Härchen in ihrem Nacken aufstellten und zu vibrieren begannen. Wer sich dort anschlich, wusste nicht, dass man sich ihr nicht unbemerkt nähern konnte. Wer sich dort anschlich, kannte sie nicht und hatte hier nichts zu suchen!

Ihre Gedanken rasten.

Mama und Papa schliefen noch, ihr Bruder war fort und würde so schnell auch nicht zurückkehren. Das Haus lag abseits des Dorfes, und Besuch verirrte sich so gut wie nie hierher.

Wer also schlich sich da an?

War da überhaupt jemand, oder täuschte ihre übersteigerte Wahrnehmungsfähigkeit sie? War es am Ende nur der Sommerwind, der durch die Äste der hohen Bäume über ihr strich und die Blätter zum Flüstern brachte?

Diese Hoffnung wurde ihm Keim erstickt, als sie das Geräusch hörte: Rascheln im Laub. Die letzten Zweifel verflogen. Ihre Wahrnehmung war eine Sache, ihr Gehör eine andere - es täuschte sie niemals.

"Wer ist da?", fragte sie. Ihre Stimme klang nicht so mutig, wie sie es gern gehabt hätte.

Das Laub verstummte, und eine besonders heftige Wellenbewegung der Luft verriet ihr, dass der Fremde stehen geblieben war. Plötzlich setzte die Angst ein! Ihre Hände schlossen sich fest um die Seile, mit den Füßen stoppte sie die leichte Bewegung der Schaukel.

Lauf ins Haus. Sofort!, rief eine Stimme in ihrem Inneren. Sie tat es nicht. Für normale Menschen wäre es die richtige Reaktion gewesen, nicht aber für sie. Der Weg zum Haus war zu weit, zu uneben. In ihrer Panik würde sie stürzen.

"Mein Papa ist in der Garage, soll ich ihn rufen?", sagte sie stattdessen und fand das sehr schlau. Wer auch immer sich ihr näherte, musste dadurch doch gewarnt sein.

Plötzlich ging alles sehr schnell.

Die zuvor sanften Wellenbewegungen steigerten sich zu einem Sturm, der eine kurze, aber harte Brandung gegen ihren Körper schmetterte und sie quasi von der Schaukel stieß.

Sie riss den Mund auf und wollte schreien, doch eine große Hand legte sich auf ihr Gesicht, drückte schmerzhaft ihre Lippen gegen die Zähne, verdeckte auch die Nasenlöcher, so dass sie nicht mehr atmen konnte. Die Hand roch und schmeckte nach Fisch. Ein Arm schlang sich von hinten um ihren Brustkorb und riss sie zurück. Sie strampelte mit den Beinen, trat gegen die Schaukel, dann in die Luft, während sie hochgehoben und aus ihrer Welt gerissen wurde.

Luft! Sie bekam zu wenig Luft!

Sie wand sich, spürte ihr Kleidchen reißen, rutschte nach unten und landete in der weichen Laubschicht.

Laufen und schreien! Du musst laufen und schreien!

Sie krabbelte auf allen vieren nach vorn, weg von dem Mann, dessen Fischgeschmack sie immer noch auf den Lippen spürte. Plötzlich schlug etwas hart gegen ihre Stirn. Es war das Brett der durch ihre Tritte hin und her schwingenden Schaukel. Sie schrie auf, kippte nach hinten und spürte Dunkelheit wie ein wallendes Tuch in ihrem Kopf. In ihren Ohren pfiff es entsetzlich laut, zudem lief warmes Blut ihre Stirn hinab. Starke Hände zogen sie an den Füßen nach hinten. Ihre Finger kratzten über trockene Erde, die Nägel brachen ab. Dann war er plötzlich über ihr, presste sie auf den Boden, eine Hand legte sich auf ihren Hinterkopf und drückte sie mit dem Gesicht ins Laub. Drückte sie so fest gegen den Boden, dass sie nicht schreien und nicht atmen.

Teil 1 Zehn Jahre später 1 In den Zimmern verloschen nach und nach die Lichter. Eben noch durch bunte Vorhänge farbenfroh erhellte Fenster wurden zu toten Augen. Zeitgleich verschwanden die hingeworfenen hellen Rauten auf dem gestutzten Rasen vor dem Gebäude eine um die andere, wie bei einem übergroßen Memoryspiel, dessen Spieler unsichtbar blieben. Der Rasen wurde schwärzer, die Nacht fester. Auch die leise Symphonie der Geräusche - hier und da ein helles Lachen, gedämpfte Rufe, Klappern, Scharren von Stuhlbeinen -, die aus den gekippten Fenstern drang, verhallte in einem perfekten Diminuendo, und als das letzte Fenster geschlossen wurde, kehrte Ruhe ein.

Die Mädchen und Jungen, die auf den drei Etagen des langgestreckten Gebäudeflügels lebten, schliefen aber nicht sofort ein. Vereinzelt flammten Lichter wieder auf und erloschen erneut. In der dritten Etage, ganz links außen, brannte eines länger als alle anderen. Dort gab es keine Vorhänge, denn das Fenster bestand aus Milchglas. Es war der Duschraum der Jungen, und wahrscheinlich hatte einer vergessen, hinter sich das Licht zu löschen. Die Nachtaufsicht holte es mit zehnminütiger Verspätung nach.

Plötzlich war alles schwarz. Seine ans Licht gewöhnten Augen benötigten einen Moment, um sich darauf einzustellen, und während dieser Zeit hörte er überdeutlich jedes Rascheln und Knacken. Eine Gänsehaut lief seinen Rücken hinab. Er sah über seine Schulter zurück, konnte aber nichts erkennen.

Dunkler Wald allein machte ihm keine Angst, ganz im Gegenteil. Er konnte sich darin verstecken, war vor Blicken sicher, gleichzeitig bot er ihm die Möglichkeit, das Gebäude über einen längeren Zeitraum unbemerkt zu beobachten. Hier gab es keine Sicherheitsmaßnahmen außer einem zwei Meter hohen Maschendrahtzaun, und es würde ein Kinderspiel sein, da ein Loch hineinzuschneiden. Die Drahtschere dafür trug er in der Jackentasche bei sich.

Die verebbende Angst wurde nach und nach von Aufregung abgelöst, und diese sorgte für ein unangenehmes Kribbeln in seinen Beinen. Er hasste dieses Gefühl, es stahl ihm seine Ruhe, brachte die eben noch sortierten Karten durcheinander. Oft wurde er gerade nachts davon heimgesucht, und wenn es mal wieder so weit war, wenn selbst das Ablegen der Damen, Buben und Könige nicht half, dann konnte er einfach nicht ruhig sitzen oder liegen bleiben.

Auch jetzt nicht!

Also sprang er auf von dem umgestürzten Baumstamm, auf dessen harter Borke er die letzte Stunde reglos verbracht hatte. Er vertrat sich die Beine, die durch das lange Sitzen steif und ein wenig taub geworden waren. Das alte, trockene Laub des letzten Jahres raschelte unter seinen Füßen. Er hob den Arm, schob den Ärmel der Jacke etwas zurück und warf einen Blick auf seine Digitaluhr, deren Anzeige auf Knopfdruck blau leuchtete. Von jetzt an, da sämtliche Lampen in dem Wohnheim erloschen waren, würde er genau eine Stunde warten. Bis nach Mitternacht. Eine gute Zeit!

Natürlich erforderte es Geduld, eine Stunde tatenlos verstreichen zu lassen, und Geduld war leider nicht erlernbar, sie kam und ging. An einem Tag war sie sein Freund, am nächsten kannte sie ihn nicht mal mehr. Und er hatte weiß Gott versucht, sie zu domestizieren, übte sich immer noch darin. Leider meist vergeblich.

Sein großer Vorteil war, dass er Zeit hatte. Noch drängte es nicht. Sollte es heute Nacht nicht passen, dann würde er morgen wiederkommen oder nächste Woche oder in der Woche darauf. Er konnte jedes Risiko umgehen, wenn er sich nicht selbst unter Druck setzte, das war ihm klar.

Er riss den Kopf herum, als hinter einem der Fenster in der zweiten Etage Licht aufflammte - es war ihr Fenster!

Sein Mädchen verfügte über eine besonders ausgeprägte Sensitivität, das wusste er. Spürte sie die Gefahr? Lag sie dort oben in ihrem Bettchen, angespannt, die Decke bis zum Kinn hochgezogen? Sicher nahmen ihre Ohren jedes noch so feine Geräusch wahr, filterten sogar elektrische Schwingungen aus der Luft, die ihre Kopfhaut kribbeln ließen.

Die Vorstellung des zitternden Mädchens dort oben, das ihn zwar spüren, aber nicht sehen konnte, erregte ihn ungemein.

Während er auf das erleuchtete Fenster starrte, öffnete er Gürtel, Knopf und Reißverschluss, schob Hose und Unterhose hinunter. Schnell wurden seine Bewegungen hektisch, und gerade als dort oben das Licht erlosch, ließ er sich mit einem unterdrückten Grunzen auf die Knie fallen.

Plötzlich erklangen das laute Schlagen von großen Flügeln und der Ruf einer Eule. Er fuhr hoch, sah sich hektisch um. Sofort stopfte er alles in seine Hose zurück und zog sich an. Allein die Vorstellung, das Tier könnte ihn beobachtet haben, berührte ihn peinlich und ließ das Blut heiß in seinen Kopf schießen. Verstohlen sah er sich um, bevor er sich wieder auf dem Baumstamm niederließ. Er schlug die Beine übereinander, steckte die Hände in die Taschen seiner dunklen Jacke, machte den Rücken krumm, sackte in sich zusammen und tat, als sei nichts gewesen. Überall waren Augen, überall wurde er gesehen. Er sehnte sich zurück in seine Welt, in der er ganz allein bestimmte, wer sehen durfte und wer nicht. Dort konnte er unsichtbar sein, wenn er es wollte.

Wie satt er es doch hatte, angeglotzt zu werden!

Er fror. Die Nacht war kühl, Bewegungslosigkeit und Müdigkeit taten das Ihrige dazu. Die Warterei ließ seine Motivation schwinden. Zweifel machte sich breit. Hatte er wirklich an alles gedacht? War es so einfach und sicher, wie er es sich vorstellte? Vielleicht sollte er es besser noch einmal verschieben, sich mit dem abfinden, was er hatte.

Als er wegen der Kälte zu zittern begann, war die Wartezeit vorbei. Trotzdem gab er noch mal zehn Minuten drauf, allein schon, um seine Geduld zu trainieren. Dame zu Dame, Bube zu Bube, König zu König, zehn Minuten lang, und sie fügten sich, glitten leise und geschmeidig aufeinander, die Kanten in exakter Linie, nahezu perfekt!

Schließlich erhob er sich von dem Baumstamm, machte ein paar Dehnübungen, atmete tief ein und aus und schritt dann leise auf den Waldrand zu. Wo Büsche und Bäume zurückwichen und er seine Deckung aufgeben musste, blieb er stehen und holte die Drahtschere aus der Jackentasche. Mit ruhigen Bewegungen machte er sich ans Werk. Ein Draht nach dem anderen.

Knack, knack, knack _ Die Zange war neu und scharf und schnitt wie durch Butter.

Die letzten fünf Minuten vor einem Kampf mochte er besonders. Dies war allein seine Zeit. Sein Trainer Konrad Leder, von ihm und einer Handvoll guter Freunde kurz Kolle genannt, verließ den Raum und schloss die Tür. Damit war er allein, und so musste es sein, denn nur dann konnte er seine Gedanken fokussieren, sich auf diese eine bestimmte Sache konzentrieren.

Diese fünf Minuten verbrachte er in einer Welt, in der es nur ihn und seinen Gegner gab. Manchmal jedoch tauchte auch Sina auf. Sina hatte Zugang zu allen Welten, dagegen konnte Max sich nicht wehren, selbst wenn er es gewollt hätte, und diese Wehrlosigkeit rief oft ein bedrückendes Gefühl der Machtlosigkeit in ihm hervor. Es gab kein Entrinnen, und diese Last wog mitunter schwer genug, um seine Seele am Atmen zu hindern.

Auch heute spürte er ihre kleine Hand auf seiner Schulter, die dünnen Finger leicht in seine Nackenmuskulatur gekrallt, damit sie nicht abrutschten. Früher, als sie noch wirklich dort gelegen hatten, war es immer ein angenehmes Gefühl von Wärme und Verbundenheit gewesen. Er war der Starke, der Beschützer, der Wegweiser. Und wenn sie dann noch diesen einen besonderen Satz gesagt hatte, war er sich stets unbesiegbar vorgekommen.

"Der sicherste Platz auf der Welt ist hinter dir, Max!"

Allein die Erinnerung daran genügte, sich heute wieder so zu fühlen. Unbesiegbar!

Somit war der größte Fehler seines Lebens gleichzeitig auch die Quelle seines Erfolges.

Mit locker hängenden Armen, die Füße schulterbreit auseinandergestellt, blieb Max in der Mitte des Raumes stehen. Er ließ seinen Blick umherwandern. In dieser Kabine sah es aus wie in den meisten anderen Kabinen auch: weiße Farbe auf unverputztem Mauerwerk, Neonröhren in Plastikkästen, deren Licht so hart war, dass es greifbar schien. Eine Wandseite zugestellt mit Metallspinden, an der hinteren Stirnseite eine Massagepritsche, die schon bessere Zeiten gesehen hatte. Schweiß hatte das Kunstleder porös werden lassen und ausgeblichen, an mehreren Stellen quoll die Schaumstofffüllung hervor. An der anderen Wandseite hing ein hoher, sehr breiter Spiegel, zu dem Max jetzt frontal Stellung bezog. Er stand seinem Spiegelbild gegenüber, und je länger er die mittelgroße, muskulöse Gestalt in blauen Shorts mit gelben Streifen dort betrachtete, desto weniger nahm er sie wahr. Er begann, den mit Lumpen gefüllten Boxsack zu bearbeiten. Zuerst ein paar leichte Schläge mit der Linken, zwischendurch die Rechte, ein wenig härter, aber nicht viel, und jeder Schlag ließ die Visualisierung vor seinen Augen realer werden. Beinahe war es wieWahrsagen, mit dem Unterschied, dass er die Zukunft beeinflusste - es zumindest versuchte.

Die vierte Runde war diesmal sein Ziel. In der vierten, kurz vor dem Gong, würde er seinen Gegner zu Boden schicken. Ein Sieg nach Punkten kam nicht in Frage. Die Menschen da draußen hatten Karten für einen Kampf im Schwergewicht gekauft, der Königsklasse des Boxsports. Sie erwarteten eine klare Entscheidung, die nicht durch irgendwelche Ringrichter und das Zählen von Punkten herbeigeführt wurde, sondern durch das donnernde Aufschlagen eines schweren Körpers auf dem Ringboden. Am Ende musste einer stehen und einer liegen, dann waren die Show perfekt und die Zuschauer zufrieden.

Sollen sie haben, dachte Max, und von mir aus noch ein wenig Blut dazu.

Er schickte seine Fäuste aus, ließ seine Beine einen Tanz aufführen, den sie blind beherrschten, und sah dabei den Hünen von La Spezia zu Boden gehen, schwer getroffen von seinen harten Schlägen. Die Handschuhe klatschen gegen den Boxsack, regelmäßig, links links, rechts, links links, rechts - seine Variante eines Metronoms, dessen Klang ihn zu hypnotisieren vermochte. Er fühlte sich locker, ruhig und überlegen.

Als seine fünf Minuten vorüber waren, kurz bevor Kolle an die Tür klopfte, stellte Max sich vor den Boxsack, legte die bandagierten und in seine blauen Handschuhe verpackten Hände an die Seiten und die Stirn gegen das weiche Leder. Er bildete sich ein, in dem Sack ein Pulsieren zu spüren, hervorgerufen durch seine Schläge. Ein paar Sekunden in dieser Stellung, das letzte visualisierte Bild, das seinen Gegner ausgeknockt am Boden zeigte, noch einmal heraufbeschwören und es in die andere Kabine schicken, damit der schon mal wusste, was auf ihn zukam.

Aber das Bild erschien ihm nicht. Stattdessen sah er Sina. Sah sie so, wie er sie für alle Zeiten in Erinnerung behalten würde. Als wäre sie nur eine Fotografie, kein realer Mensch, welcher den Zwängen der Zeit unterworfen war - und auf eine grausame Weise stimmte das ja auch. Nur Farbe auf Papier, statisch, unfähig zur Veränderung.

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Kundenbewertungen zu "Blinder Instinkt" von "Andreas Winkelmann"

8 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 8 Bewertungen   ausgezeichnet)
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Bewertung von Reneesemee aus Celle am 25.05.2013   ausgezeichnet
Das Zimmer der Tausend Beinchen
In diesem HB geht es um ein entführtes Mädchen, einen trauernden Bruder und ein eiskalter Psychopath.

Inhalt:
Ein heißer Sommertag. In einem verwilderten Garten sitzt ein junges Mädchen auf einer Schaukel. Alles um es herum leuchtet in strahlenden Blütenfarben, doch das Mädchen nimmt nichts davon wahr, es ist blind. Dafür spürt es ganz deutlich, dass sich ihm jemand nähert, jemand, von dem etwas zutiefst Böses ausgeht. Es versucht noch wegzulaufen - vergeblich ... Jahre später wird Kommissarin Franziska Gottlob zu einem Wohnheim für Kinder gerufen. Wieder ist ein junges Mädchen verschwunden. Das Kind ist blind. Und vom Täter fehlt jede Spur.



Ein blindes Mädchen wird nachts aus einem Heim entführt, aber bei den Ermittlungen stoßen Franziska Gottlob und Paul Adamek auf einen Fall der 10 Jahre zurück liegt. In dem auch ein blindes Mädchen entführt wurde. Franziska Gottlob nimmt kontakt zu dem Bruder des damaligem Mädchen auf und stellt Gemeinsamkeiten zum aktuellem Fall fest.


Das Buch oder HB hat es in sich und ich hat mir eine Gänsehaut beim hören versetzt. Ganz besonders als das Zimmer der Tausend Beinchen zur Sprache kam.
Es ist eine spannende Geschichte mit Grusel und Gänsehaut Faktor.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD

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Bewertung von Daniela aus Bayreuth am 11.03.2013   ausgezeichnet
Das war das erste Buch für mich von Andreas Winkelmann und ganz bestimmt nicht das Letzte!!! Wer auf kranke Psycho Gehirne steht dem kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen!

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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 22.07.2012   ausgezeichnet
Inhalt:
Es ist ein heisser Sommertag. In einem verwilderten Garten sitzt ein kleines Mädchen auf einer Schaukel. Es ist blind. Doch es spürt ganz deutlich, dass sich ihm jemand nähert, jemand, von dem etwas zutiefst Böses ausgeht. Es versucht wegzulaufen – vergeblich … Jahre später wird Kommissarin Franziska Gottlob in ein Kinderwohnheim gerufen. Wieder ist ein Mädchen verschwunden. Auch dieses Kind ist blind. Und vom Täter fehlt jede Spur.

Ein Psychothriller, der diese Bezeichnung absolut verdient hat. Die Spannung ist oft kaum auszuhalten und man will unbedingt wissen, wie dieser Fall ausgeht.Es gibt im Laufe des
Geschehens immer wieder Wendungen und Überraschungen und selbst am Schluss erwartet einen noch eine Überraschung. Andreas Winkelmann hat eine ganz eigene Art zu schreiben und Spannung aufzubauen und ich kann alle seine Werke nur wärmstens empfehlen.

Bisher erschienene Werke von Andreas Winkelmann:

- Der Gesang des Scherenschleifers
- Tief im Wald und unter der Erde
- Hänschen klein Rezension
- Blinder Instinkt
- Bleicher Tod

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD

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Bewertung von Angelheart76 von angelheart76.blogspot.com aus Niedersachsen am 03.02.2012   sehr gut
Spannende Unterhaltung

zum Inhalt:

Die achtjährige Sarah wird eines Nachts aus einem Heim für behinderte Kinder entführt. Sarah ist von Geburt an Blind.
Bereits 10 Jahre zuvor, verschwand ein ebenfalls blindes achtjähriges Mädchen aus dem Garten ihres Elternhauses. Ihr Bruder Max hatte sie damals allein gelassen, um mit seinen Freunden Fußball spielen zu gehen Von diesem Mädchen fehlt bis dato jede Spur. Komissarin Franziska Gottlob, die den Fall der entführten Sarah aufklären soll, vermutet einen Zusammenhang zwischen ihrem aktuellem und den 10 Jahr zurückliegendem Fall und hofft auf Hilfe oder zumindest auf Hinweise durch Max.

meine Meinung:

Wie von Andreas Winkelmann gewohnt, beginnt die Geschichte spannend und bereits nach wenigen Seiten fühlte ich mich schon mitten im Geschehen befindlich.
Die Ermittlerin Franziska Gottlob übernimmt den Fall der entführten Sarah und bekommt bei ihrer Arbeit Unterstützung durch den sympathischen Boxer Max Ungemach, dessen kleine Schwester Sina vor 10 Jahren verschwand. Seitdem lebt der mit einem großen Schuldgefühl, weil er Sina damals allein im Haus gelassen hatte, um zum Fußball spielen zu gehen. Die Geschichten sind miteinander verwoben, wie sehr wird nach und nach enthüllt. Absolut unvorhersehbar und beinahe durchweg spannend, werden dem Leser die Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven nahe gebracht. Was den Täter angelangt, wird man vom Autor oft in die Irre geführt. Wer es denn nun wirklich ist, stellt sich so erst relativ spät heraus.
Die Charaktere im Buch blieben mir teils leider ein wenig zu oberflächlich gezeichnet, wodurch ich nicht zu allen einen Zugang fand. Da hätte ich mir die ein oder andere Hintergrundinformation gewünscht, ganz besonders in Bezug auf den Täter.
Es gab auch ein paar kleine Ungereimtheiten, die mir persönlich nicht ganz so gefallen haben, wie zum Beispiel der Umstand, dass die vergangenen 10 Jahre scheinbar niemand den Fall von Sina ermittelt hat, denn auf einige der Spuren hätte man damals wohl schon stoßen müssen. Oder dass Franziskas Kollege Paul vor Jahren ausgerechnet in dem Land war, wo der Täter die hochgiftigen Spinnen her hat und er die tödlichen Spinnen, die ja in Deutschland nicht vorkommen daher sofort einordnen kann. Das erschien mir dann doch ein klein wenig an den Haaren herbeigezogen.
Zum Finale hin überschlagen sich die Ereignisse und als Leser kann man kaum verschnaufen.

Fazit:
Trotz kleiner Schwachpunkte ein guter Thriller, der für spannende Lesestunden sorgt.
4 von 5 Sternen

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Bewertung von sylver22 aus Esche am 04.01.2012   sehr gut
Ein sehr guter Thriller sehr spannend obwohl man auch schon sehr früh wusste wer der Täter ist versteht sich der Autor noch sehr gut die Spannung aufrecht zu erhalten. Einfach Hammer und ich werde bestimmt noch weiitere Bücher von diesem Autor zu lesen.

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Bewertung von Bücherfreundin aus Baden-Württemberg am 02.08.2011   sehr gut
Von der Story selbst wurde schon einiges geschrieben. Deshalb nur kurz: Ein Mädchen verschwindet plötzlich aus einem Kinderheim. Franziska Gottlob, die Kommissarin, die in diesem Fall ermittelt, findet schnell heraus, dass es Zusammenhänge zu einem ähnlichen Fall gibt, der jedoch bereits 10 Jahre zurück liegt. Beide Mädchen waren blind, hatten rotes Haar und waren sich vom Typ her ähnlich. Bald schon gibt es Verdächtige und nicht nur Franziska und ihr Team, sondern auch Max (der Bruder, des vor 10 Jahren verschwundenen Mädchens) machen sich auf die Suche nach dem „Entführer“. Dieser stellt sich als Psychopath raus, der sich gerne mit gefährlichen „Krabbeltierchen“ umgibt und seine Opfer damit quält……

Dieses war mein zweites Buch von Andreas Winkelmann und es wird mit Sicherheit auch nicht mein letztes gewesen sein. Ein Psychothriller wie ich ihn mir vorstelle. Gänsehaut, Ekel, Angst, Mitgefühl und Grauen – alles inklusive. Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen und bei der Spannung, die aufgebaut wird, dauert es nicht lange, bis man am Schluss angekommen ist. Für Thriller-Liebhaber kann ich es nur empfehlen.

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Bewertung von sueorange am 15.02.2011   ausgezeichnet
Mit den Augen eines Jägers…

Aus einem Wohnheim für behinderte Kinder und Jugendliche verschwindet ein achtjähriges, blindes Mädchen. Mitten in der Nacht wurde Sarah aus ihrem Bett gerissen und nun fehlt von ihr jede Spur. Franziska Gottlob ermittelt zusammen mit Paul Adamek, bald erkennen sie Parallelen zu einem Fall der zehn Jahre zurückliegt. Damals verschwand Sina, die kleine Schwester von Max Ungemach spurlos. Auch sie war erst acht Jahre alt, rothaarig und von Geburt an blind. Die Kommissarin hofft, dass Max, mittlerweile ein Boxchampion, ihr helfen kann. Auch ihn quält immer noch der Verlust seiner Schwester und er möchte endlich wissen, was an dem Sommertag vor zehn Jahren mit ihr geschah.

Der Täter scheint ein Beobachter zu sein, ein Jäger. Jedoch ahnen die Ermittler nicht, auf welche perfide Weise er seine Opfer quält und was sie selbst erwartet, je näher sie ihm kommen.

Der Prolog, der eine Rückblende zu einem vergangenen Ereignis darstellt, ist verstörend und zieht einen sofort mitten ins Geschehen hinein. Andreas Winkelmann ist es wieder gelungen, mich das Gruseln zu lehren. Es sind diese kleinen profanen Dinge, mit denen er spielt, und eine ganze Bandbreite an Emotionen heraufbeschwört. Besonders die Dunkelheit, die das Opfer durch seine Blindheit umgibt und die dadurch geschärften anderen Sinne, machen das Albtraumszenario, das der Täter entworfen hat, noch schlimmer. Die einzelnen Charaktere wirken echt und in sich stimmig. Dieses Mal lässt der Autor den Leser längere Zeit darüber im Unklaren, wer der Täter ist, die Spannung bleibt aber auch später noch erhalten. Die kurzen Kapitel und der temporeiche Schreibstil tragen dazu bei, dass man Seite um Seite durch das Buch fliegt. Durch die verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten und die Perspektivwechsel, erhält man die Möglichkeit an den Gedanken teilzuhaben und fühlt sich nahe am Geschehen. Rückblenden schärfen den Blick auf die Gegenwart. Wie auch schon die anderen Bücher von Andreas Winkelmann, wird auch dieses einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Vielleicht begegne ich den Kriechtieren im Keller nun mit anderen Augen…

"Blinder Instinkt" – ein Albtraum auf acht Beinen, der dem Leser jedes Härchen im Nacken einzeln aufstellt.

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Bewertung von Midnight-Girl aus NRW am 29.01.2011   sehr gut
Sarah ist acht Jahre alt und blind. Sie lebt in einem Wohnheim für behinderte Kinder und ist dort eigentlich gut aufgehoben, doch sie fühlt sich schon seit einiger Zeit beobachtet. Plötzlich wird sie entführt und es scheint keine einzige Spur zu geben, die konkretere Hinweise darauf geben könnte, was geschehen ist und wer eine solche Tat vollbringen konnte, ohne großes Aufsehen zu erregen. Franziska Gottlob, die mit diesem Fall betraut wird, beginnt ihre Ermittlungen, indem sie nach Fällen sucht, die nach einem ähnlichen Muster abgelaufen sind oder bei denen das Opfer auch ein blindes Mädchen war. Tatsächlich stößt sie bei der Recherche auf einen Fall, der zwar bereits zehn Jahre zurück liegt, aber es gibt erhebliche Parallelen...

Der Prolog spielt zehn Jahre vor der Hauptgeschichte und erzählt von einer Entführung, bei der ein blindes Mädchen einfach so quasi vor den Augen ihrer Eltern weggeschnappt wurde und nie auch nur ansatzweise eine Spur gefunden wurde, was dort geschehen sein könnte. Schon im Prolog sind die Beschreibungen sehr detailliert, so dass man sich sofort in die Situationen hinein versetzen kann, denn Gefühle und Emotionen werden sehr viele vermittelt, die im Grunde ohne Vorwarnung auf den Leser einprasseln. Diese Erzählweise setzt sich auch im weiteren Verlauf fort, so dass es schwer fällt, das Buch zur Seite zu legen, da man doch immer noch eine Seite mehr lesen möchte, nur um zu wissen, wie es weiter geht. Später wird das Geschehen aus verschiedenen Sichtweisen übermittelt, mal aus der des Täters, dann wieder aus der des Opfers oder auch aus Ermittlersicht. Diese Perspektivwechsel bringen einiges an Bewegung in die Geschichte, so dass sie nie zum Stillstand kommt und Abwechslung herrscht. Auch kommt es hin und wieder zu Zeitsprüngen, in denen die Geschehnisse vor zehn Jahren Erwähnung finden.

Die Charaktere sind allesamt wirklich gut gezeichnet, so dass es ein Leichtes ist, sich ein Bild von der gesamten Szenerie zu machen, sowohl von den Personen, als auch von der Umgebung. Man fühlt sich als Leser richtiggehend in die Geschichte mit eingebunden, zwar nicht aktiv, sondern eher im Hintergrund, aber doch in soweit, dass man mit den handelnden Personen mitfühlt und sich in ihre Lage hinein versetzen kann.

Das Geschehen selber ist wirklich grausam und manchmal möchte man den Täter einfach nur packen und ihn persönlich zur Rechenschaft ziehen, da seine Handlungen nicht wirklich nachzuvollziehen sind. Man versteht zwar was er tut und versucht auch herauszufinden wieso er so handelt, aber wirklich nachzuvollziehen ist es nicht, so dass man an einigen Stellen wirklich wütend wird, wenn man miterlebt was er seinem Opfer antut.
Relativ lange tappt man im Dunkeln und es ist nicht klar, wer der Täter ist, da es zwar einige Ansätze und Spuren gibt, die sich im Nachhinein aber immer wieder verlaufen, so dass man wieder am Punkt Null angekommen ist. Im letzten Drittel wird der Täter dann eindeutig benannt, aber vorbei ist es da noch lange nicht, denn jetzt muss er erstmal gefasst werden und vor allem muss das Mädchen gerettet werden, sodenn es noch lebt. Die Spannung zieht nochmals an und es beginnt eine aufreibende Zeit, in der noch so einiges passiert, mit dem man nicht im entferntesten gerechnet hätte.

Auf alle Fälle handelt es sich hier um einen sehr lesenswerten Psychothriller, der fesselt und berührt, so dass man ihn kaum aus der Hand legen kann.

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