Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Midnight-Girl
Wohnort: NRW
Über mich:
Danksagungen: 42 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 623 Bewertungen
Bewertung vom 20.01.2019
Lebensgefährlich schön
Michéle, Rebecca

Lebensgefährlich schön


sehr gut

Das Higher Barton Romantic Hotel wurde auserkoren, um als Austragungsort der Wahl der Miss South England zu dienen. Nach der Aufregung der letzten Zeit kommt Sandra Flemming jede gute Presse zupass, weshalb sie sich voll und ganz in die Vorbereitungen stürzt, um es jedem Recht zu machen. Als jedoch die Organisatorin Sheila Branson tot aufgefunden wird – ausgerechnet auf dem Grab ihres vor Jahren verstorbenen Mannes – droht die ganze Arbeit umsonst gewesen zu sein, Sandra fürchtet um den Ruf des Hotels und ihren Job. Nichtsdestotrotz beziehungsweise gerade deswegen hängt sie sich erneut voll rein und beginnt eigene Nachforschungen anzustellen, die einige Geheimnisse ans Tageslicht befördern…

Dass der Schein trügt, vor allem wenn es um die vermeintlich perfekte Modewelt geht, sollte inzwischen gemeinhin bekannt sein. Sicherlich stützen sich einige Erkenntnisse ausschließlich auf Klischees, dennoch sprechen die Fakten häufig für sich. Auch Sandra Flemming muss erkennen, dass man sich dort in einer eigenen Welt mit eigenen Spielregeln bewegt. Ganz Profi lässt sie sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen, sondern erfüllt jeden noch so seltsam anmutenden Wunsch. Gleichzeitig spürt man allerdings ihren Widerwillen und die Hoffnung das Spektakel bald überstanden zu haben.

Dabei steht der größte Coup noch aus, denn natürlich geht es nicht ohne neuerliche Leiche. Unter mysteriösen Umständen stirbt die Organisatorin der Misswahl und setzt bei dem ein oder anderen Emotionen frei, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hätte. Sandra kann nicht anders, ob sie will oder nicht, die Neugierde siegt und sie mischt sich erneut in Dinge ein, die sie eigentlich nichts angehen. Der Leser aber ist natürlich froh um diesen Wesenszug, schließlich wäre man ansonsten niemals so nah dabei und könnte keine eigenen Theorien entwickeln. Mitunter fragt man sich, ob diese nicht ein wenig zu abwegig daher kommen, im Grunde aber ist alles möglich.

Obwohl die Geschichte relativ ruhig und gemächlich daher kommt, baut sich kontinuierlich Spannung auf, die den Leser immer wieder auf andere Spuren führt, wodurch man gedanklich leicht in Bedrängnis geraten kann. Dennoch schafft man es immer wieder einen klaren Kopf zu bekommen, um logisch und sachlich zu ergründen, ob man wieder einmal an der Nase herumgeführt wird. Schlussendlich zeichnet sich dann aber doch nach und nach die tatsächliche Lösung ab, die vielleicht schon in der ein oder anderen Spekulation vorkam.

Sandra Flemming und das Higher Barton Romantic Hotel gehören einfach zusammen. Sie hat sich eingelebt und bereichert die Ortschaft mit ihrer ganz eigenen Art. Bleibt zu hoffen, dass ihr Vorhaben am Ende Früchte tragen wird und es weitere Abenteuer in Cornwall zu erleben gibt.

Bewertung vom 20.01.2019
Ein Zeichen der Liebe (MP3-Download)
Schätzing, Frank

Ein Zeichen der Liebe (MP3-Download)


ausgezeichnet

Gretchen Baselitz befindet sich auf eigenen Wunsch in stationärer Behandlung, obwohl ihr Leiden problemlos ohne Krankenhausaufenthalt behandelt werden könnte. Als sie eines Nachts ein Symbol erblickt, dass sie schon lange beschäftigt, erwacht ihr Jagdtrieb. Sie will unbedingt herausfinden wer die zwei ineinander liegenden Kreise auf der Haut trägt und somit womöglich ein bestialischer Serienmörder ist…

Es ist unglaublich und wahrhaftig faszinierend was Frank Schätzing alles in gerade einmal 68 Minuten Lesezeit hineinpacken kann. Trotz kurzer Abhandlung birgt die Erzählung so viel mehr, entwickelt schon fast ein Eigenleben, dem diverse Elemente zugrunde liegen, die den Hörer sofort packen. Obwohl man noch keine Ahnung hat wohin die Geschichte einen führen wird, lässt man sich bereitwillig darauf ein.

Letzteres liegt sicherlich auch an der Tatsache, dass Jan Josef Liefers der Erzählung seine Stimme schenkt. Er vermag die vorherrschende Atmosphäre gekonnt einzufangen und gibt dem Hörer das Gefühl ganz nah dran zu sein. Auch wenn man im Laufe des Geschehens zumindest den Hauch einer Ahnung die Auflösung betreffend erhält, so hängt man doch begierig am gesprochenen Wort. Schließlich ist bis zum Schluss alles möglich, die Gewissheit gibt es erst am Ende.

Es ist gar nicht so sehr das Gesagt an sich, sondern vielmehr die Zwischentöne, die das Grauen hörbar machen. Geschickt entspinnt sich eine fast schon wahnhafte Geschichte, derer man unbedingt habhaft werden möchte.

Bewertung vom 20.01.2019
Du lebst nicht, um zu leiden
Bauer, Blake D.

Du lebst nicht, um zu leiden


gut

Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Mensch sich anpasst, in der Regel versucht nicht unangenehm aufzufallen und nach Möglichkeit schon gar nicht anzuecken. Doch was bewirkt diese Lebensweise? In erster Linie Unzufriedenheit, auf Dauer kann sich aber auch ein regelrechter Selbsthass entwickeln. Umso wichtiger, in sich zu gehen, seinem Glück auf die Sprünge zu helfen und zu versuchen den richtigen Weg zu finden.

Blake D. Bauer versucht den Leser direkt dort zu packen wo es weh tut, ihm den Spiegel vorzuhalten, um jeden sofort erkennen zu lassen, dass man zwar einerseits nicht alleine ist, andererseits aber unbedingt an sich arbeiten muss, um aus bisherigen Zwängen auszubrechen. Allerdings sollte man versuchen einen neutralen Blick zu behalten, denn sicherlich ist nicht jede von ihm angebrachte Methode allgemeingültig, sonst gäbe es keine Individuen. Vielmehr kann man sich aus seinen Darstellungen diejenigen herausfiltern, die am ehesten umsetzbar erscheinen und bei denen während des Lesens bereits eine positivere Stimmung eintrat. Vielleicht nähert man sich der ganzen Sache aber auch vollkommen anders, man wird merken welche Herangehensweise zum angestrebten Ziel führt.

Mit Erkundungsfragen, Schlüsselsätzen und Übungen bezieht der Autor den Leser direkt mit ein und vertieft damit das zuvor Gelesene. Entsprechend sollte man sich die Zeit und Ruhe nehmen, um seinen Ausführungen zu folgen und vielleicht im Anschluss sogar die ein oder andere Aufgabe anzugehen. Manche Kapitel erscheinen von Anfang an ansprechend, anderen wiederum wird weniger Aufmerksamkeit geschenkt werden, aber das ist vollkommen in Ordnung, denn auch dies ist der Individualität geschuldet, die unbedingt vorhanden bleiben muss.

Im Grunde erzählt der Autor nicht viel neues, vermittelt aber vielleicht den ein oder andere Ansatz, mit dem man sich als Leser noch nicht beschäftigt hat. Somit erhält man Anregungen, die durchaus nützlich sein können, vornehmlich im Alltag. Dennoch sollte man vorsichtig sein und keine radikale Wendung erwarten, denn ein gewisses Maß an Realitätssinn sollte man immer walten lassen, bevor der ein oder andere Tipp befolgt wird. Einige Kapitel hätten ruhig kürzer gehalten werden können, denn hier wiederholt der Autor sich häufig und vermittelt so das Gefühl den Leser für nicht ganz zurechnungsfähig zu halten bzw. seine Auffassungsgabe infrage zu stellen.

Selbsthilfebücher gibt es wie Sand am mehr, da ist es schwierig in „gut“ und „weniger gut“ zu selektieren, denn jeder Mensch empfindet anders und benötigt eine andere Art von Hilfestellung. Entsprechend bezieht sich die Bewertung ausschließlich auf die rein subjektive Meinung zum vorliegenden Titel.

Bewertung vom 13.01.2019
Leid und letzter Tag
Haller, Elias

Leid und letzter Tag


sehr gut

Franz Donner brachte vor langer Zeit den „Spielmann“ hinter Gitter, doch sein Treiben war noch nicht vorbei, es hat nur geruht. Nun ist es an Erik Donner einem Phantom das Handwerk zu legen, denn der Täter von einst ist noch immer sicher verwahrt. Wie also gelingt es ihm aus dem Gefängnis heraus seinen perfiden Plan zu verfolgen, der im Vorfeld akribisch geplant wurde? Schnell ist klar, dass es eine helfende Hand geben muss, die aus einer Motivation heraus und mit einem Ziel handelt, das den Ermittlern lange Zeit verborgen bleibt. Für wen wird es am Ende „Game Over“ heißen?

Wer Elias Haller und seine Reihe rund um Erik Donner bereits kennt weiß, dass nichts und niemand vor ihm sicher ist. Nur weil ein Charakter auf der richtigen Seite des Gesetzes steht ist er nicht gleichzeitig immun oder gar unverwundbar. Alles ist möglich, wodurch ein hohes Maß an Unvorhersehbarkeit entsteht, schließlich hofft man als Leser natürlich immer, dass das Gute „gewinnt“. Selten schafft man es seine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken, obwohl diese groteskerweise teilweise eher der Realität entspricht.

Während der Lektüre fragt man sich unweigerlich was technisch tatsächlich möglich wäre. Vieles erscheint weit hergeholt, hauptsächlich aber vermutlich weil man sich bisher nicht näher damit beschäftigt hat oder einfach nicht über das entsprechende Fachwissen verfügt. Indem man sich diese und andere Gedanken macht, wird man ebenfalls schnell zur Marionette des Spielmanns. Denn er weiß die Menschen in seiner Umgebung zu manipulieren, selbst wenn er ihnen bisher noch nie gegenüber stand. Daher sollte man sich immer wieder zur Raison rufen und versuchen den Blick von außen aufs Geschehen zu werfen, dann werden Hinweise klarer und Verdachtsmomente konkreter.

Von den Figuren kann man halten was man will, es handelt sich jedoch immer um Originale. Jeder mit Eigenheiten ausgestattet, die nicht nur Wiederkennungswert beim Lesen besitzen, sondern auch dazu dienen, dass man sich besser in sie hineinversetzen und somit Denken und Handeln nachvollziehen kann. Zudem wird nicht mit Spannungselementen gegeizt, vor allem wenn die Geschichte tempomäßig zu kippen droht. Jede Sekunde könnte es zum alles entscheidenden Zug kommen, man muss unbedingt gewappnet sein.

Erik Donner hat schon einiges erleben und durchmachen müssen. Warum also sollte sein sechster Fall eine Ausnahme bilden. Es geht erneut hoch her und es ist fraglich, ob er die Angriffe, die ihn erwarten, überleben wird..

Bewertung vom 13.01.2019
Rampage - Big Meets Bigger

Rampage - Big Meets Bigger


ausgezeichnet

Die Verbindung zwischen dem Primatologen Davis und Silberrücken-Gorilla George ist so eng, dass nichts und niemand sich dazwischen drängen kann – sollte man meinen. Doch immer gibt es Menschen, die glauben sie könnten die Weltordnung verändern und alles bisher Dagewesene revolutionieren. Dass es dabei zu Unfällen kommen kann, wird vermutlich einkalkuliert, aber wusste man was geschieht, wenn ein genetisches Experiment sich plötzlich verselbstständigt? Durch eine Verkettung diverser Umstände setzt auch bei George eine Mutation ein, die ihn zu einer aggressiven Kreatur werden lässt. Davis setzt alles daran, seinen Freund und Gefährten zu retten…
Man nehme einen großen, starken Mann, mutierte Superkreaturen, die unverwundbar erscheinen und eine globale Katastrophe, auf die alles hinzu steuert – schon ist das Actionpaket geschnürt und bereit den Zuschauer zu unterhalten. So simpel die Zutaten klingen, es entspinnt sich ein erbitterter Kampf, der gar nicht mal so oberflächlich daher kommt wie möglicherweise gedacht. Die Geschichte entwickelt einen gewissen Tiefgang und ist gespickt mit teils ordinärem Humor, der aber doch gleichzeitig charmant wirkt, so dass die Empörung sich schnell in Luft auflöst. Nichtsdestotrotz wird der Ernst der Lage keineswegs verkannt und auch nicht heruntergespielt, wer weiß an welchen genetischen Experimenten in der Realität bereits gefeilt wird.

Ein wichtiger Aspekt, neben der ganzen Zerstörung, ist die Verbindung zwischen Mensch und Tier, die sehr emotional behandelt wird und den Zuschauer dazu veranlasst sich konsequent auf Davis’ Seite zu schlagen, in der Hoffnung George retten zu können. Am liebsten würde man sich selbst ins Getümmel schmeißen und sehenden Auges der Gefahr entgegentreten, sei die Hilfestellung auch noch so gering. Schaut man sich die Specials der Kaufversion im Anschluss an und erfährt wie diverse Szenen und Figuren entstanden sind, ist das Verständnis und der Respekt für alle Lebewesen noch einmal gewachsen.

Auch wenn es sich natürlich in erster Linie um einen Action-Streifen mit leicht dystopischer Note handelt, werden Elemente eingestreut, die dafür sorgen, dass ein rundes Gesamtpaket entsteht, das neben Tempo auch Witz und Emotionen aufzuweisen hat.

Bewertung vom 13.01.2019
Winterhaus
Guterson, Ben

Winterhaus


sehr gut

Elizabeth wird von ihrem Onkel und ihrer Tante, denen sie bisher nie etwas recht machen konnte, kurzerhand über Weihnachten und Silvester ins Hotel Winterhaus geschickt, während sie selbst ausgiebig urlauben. Schon während der Busfahrt trifft sie auf seltsame Gestalten, doch da ahnt Beth noch nicht welche Überraschungen sie erwarten. Diese Reise wird ihr lange in Erinnerung bleiben...

Winterhaus – ein einzigartiges Hotel, das allein durch die ersten Beschreibungen jeden dazu veranlasst seinen Urlaub dort verbringen zu wollen. Hinzu kommt eine geheimnisvolle Familiengeschichte, die man nur zu gern zur Gänze in Erfahrung bringen möchte. Dahingehend ist der Leser ebenso neugierig wie auch Elizabeth, die sich der für sie neuen Situation zunächst vorsichtig und unsicher nähert, schließlich ist sie ganz alleine unterwegs und weiß noch nicht wem sie vertrauen kann und wem nicht. Obwohl im Grunde kaum Veranlassung dazu besteht, stellt sich schnell eine gewisse atmosphärische Unruhe ein, wodurch man schon bald ganz besonders auf der Hut ist. Zwar tendiert man recht früh in bestimmte Richtungen was Sympathiebekundungen angeht, doch zu sicher darf man sich dennoch nicht fühlen, schließlich ist noch alles offen.

Der Erzählung wohnt eine besondere Magie inne, die, obgleich nicht rational erklärbar, unweigerlich und unbestritten zu Winterhaus gehört. Nichtsdestotrotz verliert die Geschichte innerhalb mancher Passagen kurzfristig ihren Reiz, da diese in ihrer Darstellung zu lang sind und den Leser somit gedanklich nicht mehr so fesseln können wie noch zuvor. Der Dreh gelingt zwar glücklicherweise, ein leichter Beigeschmack bleibt leider dennoch erhalten. Wie auch in Anbetracht der Tatsache, dass das wahrhaftig zu lösende Rätsel sich dem Leser schon allzu früh offenbart, als die Charaktere selbst noch nicht einmal wissen, wonach genau sie suchen. Dennoch ist man gerne gewillt dem bunten Treiben weiterhin beizuwohnen, schließlich können noch immer unerwartete Ereignisse eintreten.

Im Große und Ganzen hat Ben Guterson dann aber doch eine wundervolle Geschichte erschaffen, die den Leser mitnimmt auf eine Reise voller Magie und Rätsel. Gleichzeitig ahnt man, dass im Winterhaus noch immer Kräfte schlummern, die man nicht einmal ansatzweise zu Gesicht bekommen hat. In der Hoffnung die ein oder andere Figur zudem besser kennenlernen zu können, ist die Neugierde auf den zweiten Teil, trotz kleinerer Kritikpunkte am ersten Band, groß.

Bewertung vom 06.01.2019
Totwasser
Hofelich, Julia

Totwasser


sehr gut

Linn Geller versucht einige Jahre nach einem verheerenden Unfall endlich wieder als Anwältin Fuß zu fassen und gerät als Pflichtverteidigerin direkt zwischen die Fronten. Der Staatsanwalt lässt kein gutes Haar an ihr und selbst ihre Mandantin will alles gestehen, dessen sie angeklagt wird. Ob es sich dabei um die Wahrheit handelt scheint niemanden außer Linn wirklich zu interessieren. Daher beginnt sie auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen, die sie schnell auf gefährliches Terrain führt…

Mit dem Prolog als Einstieg ins Geschehen wirft die Autorin den Leser sofort ins kalte Wasser und lässt ihn die absonderlichsten Theorien entwickeln. Vor allem die Frage nach dem Zustandekommen der beschriebenen Situation setzt sich schnell im Gehirn fest, in der Hoffnung auf baldige Erlösung. Doch bis es so weit ist wird noch einige Zeit vergehen, schließlich soll die Geschichte nicht in umgekehrter Reihenfolge erzählt werden, sondern möglichst chronologisch. Somit gelangt man nach dem pulsbeschleunigendem Beginn erst einmal in ruhigeres Fahrwasser.

Um die Hauptfigur besser kennenzulernen wird man mit zahlreichen Informationen konfrontiert, die sowohl konkrete Fakten wie auch Linns subjektive Empfindungen beinhalten. Dadurch ergibt sich sicherlich ein umfassendes Bild, welches jedoch ein bisschen zu ausführlich dargestellt wird, wodurch wenig Raum für eigene Denkanstöße bleibt und gleichzeitig das Spannungsniveau heruntergefahren wird. Ansonsten ist nämlich durchaus Tempo vorhanden, welches allerdings entsprechend hin und wieder Dämpfer erhält, die umso sichtbarer werden.

Was das tatsächliche inhaltliche Geschehen angeht weiß man lange Zeit selbst nicht in welche Richtung man sich wenden soll. Zu viele Möglichkeiten, zunächst kaum Tatverdächtige, schließlich viel zu viele, da hilft es nur einen kühlen Kopf zu bewahren, um konkrete Betrachtungen anzustellen und aussondern zu können. Auch Linn ist mitunter von keiner ihrer eigenen Theorien so recht überzeugt und hofft endlich auf einen Durchbruch, der alles offenbaren soll. Inwiefern es dazu kommen wird, kann nur der weitere Verlauf zeigen, der definitiv noch die ein oder andere Überraschung für Leser und Protagonisten bereit hält.

Ein starkes Debüt, das trotz kleinerer Schwächen überzeugen kann und Lust auf weitere Begegnungen mit Linn Geller macht, denn ihre Geschichte ist noch lange nicht zu Ende erzählt.

Bewertung vom 06.01.2019
Treibts zua!
Brandstätter, Lisa; Wenger, Clemens

Treibts zua!


ausgezeichnet

Es scheint als würde ein Serientäter sein Unwesen treiben, als zwischen Bayern und Salzburg – genau auf der Landesgrenze – eine Leiche gefunden wird. Da es Hinweise gibt, die darauf schließen lassen, dass es noch weitere Opfer geben wird, müssen die Ermittler schnell Ergebnisse erzielen. Landesübergreifend muss man nun zusammenarbeiten, doch Lilly Engel und Sigmund Huber werden nicht so richtig warm miteinander. Werden private Zwistigkeiten ihre Arbeit behindern?

Worauf zuerst konzentrieren? Ebenso wenig wie die Ermittler wissen wo genau sie mit ihren Nachforschungen ansetzen sollen, weiß der Leser zunächst sämtliche Informationen zu sortieren und zu verarbeiten. Obwohl von der Machart eher ruhig ist das Geschehen dennoch voll mit Hinweisen zu Protagonisten und örtlichen Gegebenheiten. Zwar keinesfalls in der Form, dass man sich überfordert fühlt, dennoch ist es erst einmal wichtig eine gewisse Struktur hineinzubringen, um der Geschichte weiterhin folgen zu können ohne sich in Details zu verlieren.

Dem Autorenduo gelingt ein besonderer Coup, indem sie den einzelnen Passagen einen individuellen Stempel aufdrücken. Trotz jeweils eigenständigem Stil sind Protagonisten und Sequenzen gut aufeinander abgestimmt, so dass ein stimmiges Bild entsteht und die vorherrschende Atmosphäre sich verdichtet. Auch wenn der entscheidende Hinweis noch immer auf sich warten lässt, wird das Spannungsniveau gekonnt und kontinuierlich gesteigert. Sicherlich versucht der Leser sich an eigenen Theorien, hat aber immer das Gefühl, dass man nicht einmal annähernd versteht was sich im Kopf des Täters abspielt. Vielleicht fehlt auch einfach noch ein wichtiges Detail, um die richtige Richtung einzuschlagen.

Streitigkeiten unter Kollegen sind im Grunde eher schädlich, vor allem wenn es, wie in diesem Fall, um Menschenleben geht. Dennoch kommt man nicht umhin den Zwist zwischen Engel und Huber eher von der amüsanten Seite zu betrachten. Auf eine Seite stellen mag man sich gar nicht, denn von der Ferne betrachtet sieht man schon ganz gut und vor allem viel klarer als involvierte Personen dies könnten. Ihre Probleme sollten die Protagonisten allerdings nicht von ihrer Arbeit ablenken. Ob dies gelingt?

„Treibts zua!“ bietet wirklich alles was einen guten Regionalkrimi ausmacht. Auch wenn kurzzeitig die Befürchtung im Raum steht das Geschehen würde zu sehr abdrehen, wird gekonnt die Kurve genommen. Bis zum Schluss bleibt es dem Leser ein Rätsel wer hinter den grauenhaften Taten steckt und wie jemand so sehr im Verborgenen agieren kann, ohne dass der kleinste Hinweis auftaucht. Aber gerade das macht den Reiz aus, am Ball zu bleiben und die Geschichte zu verfolgen.

Bewertung vom 06.01.2019
Das Rätsel der schwarzen Blume / Die Duftapotheke Bd.2
Ruhe, Anna

Das Rätsel der schwarzen Blume / Die Duftapotheke Bd.2


sehr gut

Nachdem Luzie, Benno und Mats die geheime Duftapotheke tief unter dem Haus entdeckt haben und ihnen nun die Aufgabe obliegt diese zu beschützen, kommt es zu einem verheerenden Zwischenfall. Das gesamte Meteorpulver, das als wichtigste Zutat aller Düfte gilt, wird gestohlen. Dabei war das eigentliche Ziel der Freunde ein Gegenmittel zu finden, um Mats’ Vater vom „Lieblosen Duft“ zu befreien. Jetzt müssen sie aber erst einmal den Dieb stellen und seine Machenschaften durchkreuzen. Wer weiß was er mit dem Pulver vorhat?

Nachdem nicht nur das Trio, sondern auch der Hörer um das Geheimnis der alten Villa weiß, sollte man meinen es gäbe kaum noch etwas, das einen überraschen könnte. Doch da täuscht man sich gewaltig, denn Anna Ruhe lässt die Freunde ein Abenteuer erleben, das sie so schnell nicht wieder vergessen werden. Bis es aber so weit ist, geschieht auch im Vorfeld schon einiges, bei dem es nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Der Hörer ist mitunter verwirrt, ahnt er schließlich noch nicht, mit wem die Protagonisten in Kontakt kommen werden. Einzig die unterschwelligen Schwingungen zeugen davon, dass man sich in Acht nehmen und auf der Hut sein sollte.

Erneut gelingt der Autorin ein spannungsgeladener Mix diverser Elemente, die den Hörer staunen lassen, aber hin und wieder auch Misstrauen säen. Es ist fast als würde man selbst einem Duft ausgesetzt, der sämtliche Emotionen hervorruft, die es gibt – und das zur selben Zeit. Man kann sich schwerlich entscheiden, ob man nun den Mut der Kindern bewundern oder ihre noch immer leicht naive Haltung verurteilen soll. So gut ihre Absichten auch sein mögen, es scheint als hätten sie aus den Gefahren, denen sie bereits ausgesetzt waren, nur wenig gelernt. Nichtsdestotrotz möchte man sie natürlich unterstützen, in der Hoffnung auf einen positiven Abschluss, auch wenn sie sich Gegnern gegenübersehen, die nicht zimperlich sind, wenn es um das Durchsetzen ihrer Vorstellungen geht.

Wie bereits der erste Band wird auch „Das Rätsel der schwarzen Blume“ von Uta Dänekamp auf eine Art und Weise interpretiert, die den Hörer von der ersten Sekunde an abholt. Sofort ist man wieder gefangen in einer schier zauberhaften Atmosphäre, die zeigt wozu eine ausgeprägte Vorstellungskraft fähig ist. Es bleibt zu hoffen, dass Luzie, Benno und Mats noch viele Abenteuer miteinander erleben werden, denen man einmal mehr beiwohnen darf.

Bewertung vom 30.12.2018
Spy - Susan Cooper Undercover

Spy - Susan Cooper Undercover


sehr gut

Trotz dessen, dass Susan Cooper ebenfalls eine Agentenausbildung besitzt, geht sie nicht auf Missionen, sondern operiert aus dem Hintergrund und passt darauf auf, dass ihr Partner nicht ins gegnerische Messer läuft. Als ein Auftrag allerdings misslingt und es scheint als seien die Namen sämtlicher Top-Agenten im Umlauf, verlässt Susan ihr sicheres Terrain und ist bereit sich der Außenwelt zu stellen. Skeptisch beäugt macht sie sich auf den Weg, um die Gefahr von der CIA abzuwenden…
Rasante Action und hochgradige Spannung verspricht der Inhalt auf den ersten Blick. Doch das ist noch nicht alles was der Zuschauer erhält. Wer Melissa McCarthy bereits in Aktion erlebt hat, weiß, dass sie ein Garant für urkomische Inszenierungen ist. So kommt man auch hier nicht umhin ihr Talent zu bewundern, das hin und wieder vielleicht ein bisschen arg ausgereizt wird, im Großen und Ganzen aber inhaltlich wie die Faust aufs Auge passt.

Grundsätzlich darf man seine Erwartungen jedoch nicht allzu hoch ansetzen, sonst wird man schnell enttäuscht. Der Verlauf des Geschehens ist in weiten Teilen vorhersehbar oder zumindest zu erahnen, tatsächliche Überraschungsmomente gibt es selten. Vielmehr setzt der Film auf stimmige, auf den Punkt genau Gags, die häufig darüber hinwegsehen lassen, dass man sich ansonsten in eher seichteren Gewässern befindet.

An sich eine Runde Sache, mit Starbesetzung, die sich auch auf manchmal niedrigem Niveau souverän zu bewegen weiß. Möglicherweise wäre ein bisschen weniger mehr gewesen, vielleicht wäre dann aber auch schnell der Witz verloren gegangen. Somit bietet „Spy“ in jedem Fall gute Unterhaltung für einen DVD-Abend, der mit herzhaften Lachern gespickt sein wird.