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Benutzername: Midnight-Girl
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Bewertungen

Insgesamt 577 Bewertungen
Bewertung vom 23.09.2018
Zehn Jahre musst du opfern / Dark Palace Bd.1
James, Vic

Zehn Jahre musst du opfern / Dark Palace Bd.1


sehr gut

Die Menschen in England sind in zwei Klassen geteilt. Es gibt solche mit sogenanntem „Geschick“ und es gibt die Mehrheit, diejenigen ohne. Letztere müssen zehn Jahre ihrer Lebenszeit opfern und sich als Sklaven für die Oberschicht verdingen. Lukes Schwester Abi verfolgt den Plan ihre Familie gesammelt auf einem Herrscheranwesen unterzubringen. Doch dann wird Luke von seinen Eltern und Schwestern getrennt…
Was genau dieses vielgerühmte „Geschick“ nun ist, erschließt sich niemals so ganz. Dass es aber eine Art von Magie ist und seinem Träger durchaus eine gewisse Macht verleiht, scheint mehr als nur offensichtlich. Auch gibt es verschiedene Ausprägungen und Stärken, wodurch man sich unwillkürlich fragt: Sollte man mit diesem Können nicht lieber ausschließlich Gutes bewirken? Warum unterdrücken die Ebenbürtigen die Sklaven in diesem Maße und warum kosten sie ihre Machtspielchen so sehr aus?

Natürlich gibt es, wie immer, auch eine Minderheit – auf beiden Seiten –, die sich auflehnt, die versucht die politischen Strukturen zu verändern. Doch was können diese Ausnahmen schon ausrichten und wer gehört zu ihnen? Im Verlauf des Geschehens lernt der Leser diverse Charaktere beider Lager kennen und muss versuchen zu erkennen wer aufrichtig und wer nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Es zeigt sich, dass der erste Eindruck häufig trügt, es also durchaus lohnt hinter die Fassade zu schauen, erscheint sie noch so dick und undurchdringlich. Mitunter laufen so auch einige inhaltliche Fäden zusammen, die man zuvor wahrscheinlich nicht miteinander in Verbindung gebracht hätte.

Auf Grund der Orts-, Perspektiv- und Personenwechsel von Kapitel zu Kapitel, lernt man zu Beginn viele verschiedene Figuren kennen. Dadurch scheint jedoch die Handlung etwas in den Hintergrund zu geraten, weshalb sich der tatsächlich Einstieg ins Geschehen verzögert, der Leser sich erst eingewöhnen muss. Im weiteren Verlauf kommt es zwar auch immer wieder zu ein paar Längen, diese sind jedoch schneller überwunden. Lässt man sich darauf ein, erwartet den Leser eine Geschichte, bei der man schon recht froh ist, dass sie auf Fiktion beruht. Ein fieser Cliffhanger sorgt für reichlich Spekulationsstoff wie es im nächsten Band wohl weiter geht.

Bewertung vom 23.09.2018
Ich habe gar keine Enkel. Die Online-Omi räumt auf, 3 Audio-CDs
Bergmann, Renate

Ich habe gar keine Enkel. Die Online-Omi räumt auf, 3 Audio-CDs


gut

Trickbetrüger gibt es zuhauf, vor allem der weithin bekannte und leider doch noch immer äußerst erfolgreiche Enkeltrick erfreut sich großer Beliebtheit seitens der Verbrecher. Doch dieses Mal haben sie sich das falsche Opfer ausgesucht. Renate Bergmann ist weder auf den Kopf noch auf den Mund gefallen und gemeinsam mit ihren Freunden stellt sie den Übeltätern eine Falle, die sich gewaschen hat. Hoffentlich lehnen sie sich dabei nicht ein bisschen zu weit aus dem Fenster…

Auch wenn es nicht ausschließlich um den geschilderten Fall geht, so dominiert dieser das Geschehen, wie auch der Titel bereits kundtut. Da man als geneigter Renate-Bergmann-Hörer bereits weiß, dass sie ein großer Fan der Sendung „Aktenzeichen XY“ ist, ahnt man, dass sie sich nicht allzu leicht ins Boxhorn jagen lässt. Nichtsdestotrotz bleibt ein bitterer Beigeschmack, nämlich genau dann, wenn auch der Hörer die genannte Sendung regelmäßig verfolgt. Sicherlich ist das Vorgehen solcher Banden oft ähnlich, dennoch erinnert die dargestellte Szenerie – und das Agieren diverser Figuren – zu sehr an einen vor einiger Zeit gezeigten Fall, in dem eine ältere Dame ebenfalls nicht auf die Betrüger reingefallen ist, sondern den Spieß kurzerhand umgedreht hat. Ein wenig schade, gerade wenn man bedenkt, dass auch der gemeinhin amüsante Unterton der Online-Omi dadurch ins Hintertreffen gerät.

Mit Carmen-Maja Antoni als Renate Bergmann hat man sich hingegen inzwischen gut arrangiert. Es scheint als habe sie ihrer Stimme ein wenig von der Schärfe genommen, so dass der Humor nicht mehr bösartig anmutet, sondern zum allgemeinen Schmunzeln anregt. Fast bekommt man das Gefühl, dass sie das Erzählte tatsächlich selbst erlebt hat und noch immer mit Ilse, Kurt, Gertrud und Norbert Verbrecher jagt. Angenehm kurzweilig gibt sie Anekdoten, Weisheiten und auch das ein oder andere Geheimnis zum Besten.

Nach dem Hören ist man wahrlich zwiegespalten was die Beurteilung angeht. Einerseits gibt es Passagen, die in bekannter Renate-Bergmann-Manier daherkommen, andererseits aber eben auch solche, die missmutig stimmen, da man schon im Vorfeld weiß was weiter geschieht, so man das Vorbild aus dem Fernsehen kennt. Schlussendlich fällt die Entscheidung auf ein solides Mittelmaß, da man natürlich dennoch gewohnt gute Unterhaltung erfährt.

Bewertung vom 23.09.2018
Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst
Rühle, Alex

Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst


ausgezeichnet

Paul staunt nicht schlecht, als ihm eines Tages ein wirklich wahres Gespenst aus dem Türschloss entgegen schwebt, just in dem Moment, in dem er die Wohnung betreten wollte. Die beiden werden schnell Freunde, Paul lernt einiges über Geister und Zippel die Welt der Menschen kennen, die ihm doch reichlich fremd und undurchsichtig erscheint. Allerdings wird die Freude schnell getrübt, denn das alte Türschloss soll schnellstmöglich ausgetauscht werden, dann aber hätte Zippel kein Zuhause mehr. Was also tun? Fieberhaft und auch Hochtouren arbeitet Paul an einer Lösung, um seinen neuen und besten Freund nicht gleich wieder zu verlieren.
Gespenster leben in Schlössern, rasseln mit Ketten und treiben sich in Ritterrüstungen rum – alles Humbug, denn wirklich wahre Gespenster leben auf engstem Raum in alten, rostigen Türschlössern, die noch geölt werden müssen. Als Zippel und Paul aufeinander treffen ist sowohl Protagonisten wie auch Lesern schnell klar, dass sich hier eine ganz besondere Freundschaft entspinnt, die mit Sicherheit außergewöhnlich, aber dennoch nicht gefeit vor Hindernissen ist.

Kleine wie große Leser schließen vor allem das niedliche Gespenst sofort ins Herz, zeichnet sich dieses doch durch urkomische Aussprüche, aber auch unbedarfte Handlungen aus. Am liebsten hätte man wohl selbst einen solchen Gesellen im Haus, dann wäre es nie wieder langweilig – aber voraussichtlich auch niemals wirklich ruhig. Die Verbundenheit der zwei Hauptfiguren wird mit jeder Zeile deutlicher, obwohl sie durchaus nicht immer einer Meinung sind. Gemeinsame Aktionen schweißen jedoch zusammen und lassen auch negative Ereignisse schnell aus einem anderen Blickwinkel erscheinen.

Locker-leicht und zielgruppengerecht geschrieben, aufgepeppt durch Zippels Reime, ist die Geschichte schneller gelesen als erhofft. Viel lieber würde man noch einige Zeit bei Paul und seinem Gespenst verweilen, verrückte Dinge tun, Spaß haben, aber auch versuchen Probleme aus dem Weg zu schaffen. Denn all das geschieht auf den gerade einmal 144 Seiten, die inhaltlich einiges zu bieten haben. Und nicht nur das: Axel Schefflers Illustrationen sind ebenfalls ein Augenschmaus, sämtliche Figuren und Erlebnisse werden lebendig, als würden sie in der eigenen Wohnung hausen und stattfinden.

Eine ganz und gar wundervolle Geschichte, die trotz ihrer Kürze Tiefgründigkeit aufweist und Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen mehr als ein Schmunzeln entlockt. Ob alleine oder gemeinsam, ob früh oder spät, Zippel verzaubert jeden und schafft es die düsteren Gedanken, die selbst Paul und seine Eltern hin und wieder heimsuchen, für eine Weile zu vertreiben.

Bewertung vom 23.09.2018
Tiergeister AG - Kaninchen-Alarm!
Iland-Olschewski, Barbara

Tiergeister AG - Kaninchen-Alarm!


sehr gut

Gerade erst haben es Dackel Arik und seine Freunde geschafft auf Spuk-Ekelburg bleiben zu können, da stellt sich ihnen auch schon das nächste Problem in den Weg. Das friedfertige Angorakaninchen Honig soll seine Wildheit offenbaren und zum Werkaninchen (gemacht) werden – ausgerechnet in der Nacht, in der die Menschenkinder in der Schule übernachten wollen. Und dann ist da auch noch Quinn und die Angst vor der Division…

In der Schule für ehemalige Haustiere geht es ordentlich zur Sache, vor allem wenn es darum geht den pelzigen Genossen beizubringen wie man spukt. Doch die Tiergeister-AG, die sich in „Achtung, gruselig!“ zusammengefunden hat, möchte immer noch lieber mit den Menschen zusammenarbeiten, anstatt gegen sie. So entspinnt sich ein Konflikt, der verheerende Auswirkungen haben könnten.

Von Beginn an ist man wieder im Geschehen und der Thematik angekommen, eine neuerliche Einführung ist nicht notwendig. Doch scheint die Stimmung um einige Grade kühler geworden zu sein, vielleicht täuscht dieser Eindruck aber auch. In jedem Fall aber bleibt man in erster Linie an Ariks Seite, denn er kämpft für seine Überzeugung und das Gute, auch wenn er und seine Freunde nicht alles aus der Menschenwelt verstehen. Dadurch entstehen sowohl spannende wie auch komische Situationen, die im Zusammenspiel eine gelungene Mischung darstellen. In der Hoffnung, dass sich am Ende alles zum Positiven wendet, verfolgt man die Geschichte gebannt und am liebsten ohne Unterbrechung.

„Kaninchen-Alarm!“ wurde, wie schon der Vorgänger, ebenfalls mittels gelungener Illustrationen visualisiert, so dass zwar einerseits ein vorgefertigtes Bild entsteht, andererseits aber noch immer Platz für eigene Vorstellungen bleibt. Zum Schluss fragt man sich unweigerlich wann wohl mit dem nächsten Abenteuer gerechnet werden kann, inhaltlicher Stoff ist durchaus noch vorhanden.

Bewertung vom 23.09.2018
Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit / Lügenwahrheit Bd.1
Snow, Rose

Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit / Lügenwahrheit Bd.1


gut

June hat sich entschlossen ihr Abschlussjahr in Cornwall bei ihrem Onkel und ihren Cousins zu verbringen. Nach einer leicht holprigen Ankunft ist sie schier überwältigt, schließlich ist alles anders als in ihrer Erinnerung. Schon bald kann June neue Bekanntschaften und sogar Freundschaften schließen, wodurch das Heimweh merklich abklingt, doch immer wieder geschehen seltsame Dinge, die rational nicht zu erklären sind. Plötzlich jedoch spürt June eine persönliche Veränderung, die ungeheuerliches ans Licht bringt…

Wer würde nach einer Trennung nicht die Gelegenheit ergreifen sich Abstand zu verschaffen, vor allem, wenn der Aufwand äußerst gering ist? Doch zu diesem Zeitpunkt kann noch niemand ahnen was June in Cornwall bevor- und wem sie schon bald gegenübersteht. Es scheint fast als seien die geheimnisvollen Legenden doch nicht nur Hirngespinste. Für den Leser stellt sich die Frage der Rationalität eigentlich gar nicht, sondern eher die, wann nun endlich konkret auf die uralten Gaben eingegangen wird.

Denn zunächst plätschert das Geschehen eher ein wenig vor sich hin. Es kommt zu diversen Wiederholungen, zwar nicht direkt inhaltsgleich, doch aber in Aufbau und Verhalten der agierenden Personen. Auf Dauer wird man ob des Gefühlschaos’, das June zweifelsohne umtreibt, müde und hofft auf baldige Erlösung, so dass die Handlung endlich vorangetrieben wird. Sicherlich handelt es sich hier um den Auftakt einer Trilogie, nichtsdestotrotz sollte ein bisschen mehr drin sein.

Dass das Autorenduo anders kann, beweist es dieses Mal leider erst im letzten Viertel, als das Tempo plötzlich angezogen und die Spannung gesteigert wird. Endlich gibt es konkretere Hinweise auf magische Elemente, die schon die ganze Zeit über das Geschehen lenken, aber niemals direkt zur Sprache kommen, obwohl sie Hauptbestandteil der Geschichte sind. Zu diesem Zeitpunkt wird der Leser schlussendlich doch noch vollends in den Bann gezogen und für einiges entschädigt, denn die Ereignisse überschlagen sich nun fast. Auch wenn die romantischen Aspekte natürlich durchaus wichtig sind, wäre ein bisschen weniger in diesem Fall dennoch mehr gewesen.

Die hohen Erwartungen konnte der Auftakt leider nicht erfüllen, dennoch möchte man nun, allein auf Grund des spektakulären Verlaufs zum Schluss, wissen wie es weitergeht und hofft auf einen peppigeren zweiten Band.

Bewertung vom 23.09.2018
Intrigen an der Côte d'Azur / Kommissar Duval Bd.2 (4 Audio-CDs)
Cazon, Christine

Intrigen an der Côte d'Azur / Kommissar Duval Bd.2 (4 Audio-CDs)


sehr gut

Léon Duval und seine Kollegen erwarten in der Nachsaison eigentlich kaum noch Aufregung – und schon gar keine Leiche. Doch plötzlich kommt noch ein Diebstahl im Hotel Beauséjour hinzu, wodurch es innerhalb der Polizei deutlich hektischer zugeht. Schließlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein Zusammenhang zwischen den Ereignissen besteht. Vor allem aber vermag niemand sagen zu können welche Aktionen der oder die Täter noch geplant haben.

Nach den recht aufreibenden Gegebenheiten während der Festspiele in Cannes könnte man tatsächlich meinen in der Nachsaison würde es ungleich ruhiger zugehen. Doch da irrt nicht nur der Commissaire gewaltig. Eine verworrene Geschichte erwartet ihn und den Hörer, denn zunächst scheint kein Element zum anderen zu passen, eine Verbindung offenbart sich schon gar nicht. Doch Duval setzt sich das ein oder andere Mal über konkrete Anordnungen hinweg und ebnet so den Weg zur Lösung des Falls. Nicht immer ist man mit diesen Alleingängen einverstanden, häufig erscheint das Risiko einfach zu hoch, und doch muss man zugeben, dass Duval den richtigen Riecher und Mumm hat.

Im Gegensatz zum ersten Fall wird dieser zweite von Gert Heidenreich gelesen. Sicherlich muss man sich zunächst umstellen, vor allem wenn die Bände kurz hintereinander gehört werden, nichtsdestotrotz hat man sich schnell eingefunden in die atmosphärische Lesung, die die Stimmung von Land und Leuten sofort auf den Hörer überträgt. Jeder Figur liegen bestimmte Eigenheiten zugrunde, die sie auf gewisse Weise ausmachen, und auch diese erfahren eine authentische Darstellung.

Inhaltlich scheint es als würde die von den Polizisten erhoffte Ruhe zunächst auf die Ermittlungen übertragen, da diese mehr und mehr ins Stocken geraten oder sich im Kreis drehen. Sicherlich hat dies auch einiges mit dem Schweigen diverser Personen zu tun, die durchaus hilfreiche Beiträge liefern könnten, zu oft aber wird das Verhalten einfach so hingenommen. Erst als Duval sich auf sein Können besinnt, rückt die Aufklärung des Falls in den Fokus, die Prioritäten werden deutlich verschoben. So entwickelt sich auch nach und nach ein Spannungsgefüge, aus dem der Hörer nur schwerlich ausbrechen kann. Allerdings ist es auch dann noch nicht vorbei, wenn der letzte Ton verklungen ist…

Bewertung vom 15.09.2018
Morgan & Bailey - Töte deinen Nächsten, 1 Audio-CD

Morgan & Bailey - Töte deinen Nächsten, 1 Audio-CD


ausgezeichnet

Zur Abwechslung einmal auf eine fiktive Verbrecherjagd zu gehen, erscheint Pfarrer Morgan und Pastorin Bailey genau das richtige zu sein, weshalb sie die Einladung Dr. Ruben zu einem Krimi-Dinner zu begleiten, gerne annehmen. Dieses findet auf einer abgelegenen Insel statt, das Ambiente schaurig echt gewählt. Dann aber kommt es tatsächlich zu einem realen Mord und schnell ist klar: Der Täter befindet sich nicht nur auf der Insel, sondern unter den Anwesenden. Das himmlische Duo fackelt nicht lange und macht sich sofort auf die Suche nach dem Schuldigen.

Dass Rose und Charles einmal Freizeit haben würden, wäre wohl im Sinne der Beteiligten, nicht aber des Hörers, dem sofort klar ist – auch ohne zuvor die Inhaltsangabe gelesen zu haben – dass nicht alle Personen den Aufenthalt auf der Insel überleben werden. Doch wen es trifft, wer der Verantwortliche ist und wer möglicherweise zum Kollateralschaden wird, ist ungewiss.

Gewiss jedoch braucht man sich die ein oder andere Frage nicht lange stellen, denn schon bald geraten die Gemüter in Aufruhr, das Krimi-Wochenende droht in ein Desaster auszuarten. Der Vorteil der Location ist natürlich, dass man ungestört ist, zudem kann niemand weg, aber auch keine Hilfe hin. So sind die Protagonisten auf sich allein gestellt, immer mit dem Wissen im Hinterkopf, dass ein Mörder unter ihnen zu finden ist. Vollkommen verständlich, wenn einen diese Situation an die psychischen Grenzen bringt.

Ein nicht minder belastender Druck legt sich sofort auf Morgans und Baileys Schultern, denn ihnen ist natürlich sofort klar, dass der Mord schnellstmöglich aufgeklärt werden muss. Mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln beweisen sie somit einmal mehr, dass eine gute Beobachtungs- und Kombinationsgabe unabdingbar sind. Mit dem richtigen Gespür bringen sie den Täter erneut in Bedrängnis. Doch wird er ihnen wirklich ins Netz gehen? Vor interessanter Kulisse erhält der Hörer ein abermals spannendes Schauspiel geboten, das bis zum letzten Akt nicht alle Details preis gibt.

Bewertung vom 15.09.2018
Geheimnis im Geisterwald / Die drei Magier Bd.2
Bornstädt, Matthias von

Geheimnis im Geisterwald / Die drei Magier Bd.2


sehr gut

Conrad, Mila und Vicky sinnieren gerade darüber, dass sie schon viel zu lange nicht mehr in Algravia waren, da erreicht sie ein Hilferuf, dem sie natürlich umgehend nachkommen. Sämtliche Geister sind aus ihrem Zuhause geflohen und haben sich in Fias Mühle eingenistet. Zu viel Angst haben sie vor ihrem angestammten Wald, denn dort wütet ein furchtbares Monster. Genau die richtige Aufgabe für die drei Magier, die sich unerschrocken auf den Weg machen, um dem Übeltäter Einhalt zu gebieten. Dass ihnen allerdings jemand aus der realen Welt nach Algravia gefolgt ist, haben sie übersehen…

Der Hilferuf erreicht die drei Freunde gerade zur rechten Zeit, glaubten sie schon die Bewohner Algravias würden inzwischen ganz gut alleine klar kommen und ihre Probleme selbst lösen. Dass dem jedoch nicht so ist wird schnell klar, sobald sie sich in Fias Mühle ein- und ein seltsames Bild vorfinden. Die Gespenster, die eigentlich für Gruselaktivitäten zuständig sind, haben Angst vor einem Waldmonster, dass sie aus ihrem Heim vertrieben hat. Klare Sachen, dass Mila, Conrad und Vicky sich der Mission sofort annehmen. Der Leser flitzt sogleich hinterher, schließlich scheint dies ein spannendes Abenteuer zu werden, in dem es nicht nur für Algravias Bewohner zu Überraschungen kommt.

Auch wenn noch einmal kurz erläutert wird wer die drei Magier sind und was ihre Aufgabe ist, so ist es doch schöner, wenn man bereits den Auftaktband gelesen hat. So fühlt man sich bei der Rückkehr in die andere Welt gleich wie zu Hause und hat keine Scheu vor den seltsamen Figuren, die einem durchaus über den Weg laufen können. In erster Linie geht es jedoch um die ängstlichen Geister, die eigentlich nur zurück in ihren Wald wollen, das dort lauernde Monster aber fürchten. Während die Magier die Spur aufnehmen hat der Leser bereits eine Idee was sich hinter den komischen Aktivitäten verbergen könnte. Schade, dass man seinen Verdacht nicht den Protagonisten mitteilen kann.

Andererseits wäre das Abenteuer dann nur noch halb so lustig und schon gar nicht mehr spannend, schließlich würden die Figuren ganz anders agieren. So aber verfolgt man gebannt den Weg der Freunde. Dieser ist mit zahlreichen Stolpersteinen gespickt, die sie nicht immer umgehen können, aber doch mit Bravour meistern, oft mit Geschick, hin und wieder aber auch durch Glück und Zufall. Nichtsdestotrotz bleibt es bis zum Schluss spannend, ob die eigene Theorie tatsächlich der Wahrheit entspricht und welche Lösung schlussendlich gefunden wird, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Wie schon der erste Band sind auch hier wieder liebevolle Illustrationen zu finden, die das Gelesene visuell untermalen und einen Eindruck Algravias vermitteln. Trotz relativ geringem Umfang bringt der Autor einiges an Inhalt unter, der eine zielgruppengerechte Darstellung erfährt, aber auch für Erwachsene noch immer interessant ist. Im Grunde möchte man sich gar nicht von Fia und den anderen verabschieden, sondern direkt dort bleiben – das nächste Abenteuer wartet schon.

Bewertung vom 15.09.2018
Käpt'n Konny in der Klemme und weitere Abenteuer, 1 Audio-CD
Ferenczy, Sándor

Käpt'n Konny in der Klemme und weitere Abenteuer, 1 Audio-CD


ausgezeichnet

Es geht nostalgisch zu bei dieser aktuellen Produktion von DAV. Vier Hörspiele, entstanden zwischen 1959 und 1968, aus der Feder von Sándor Ferenczy vereint auf einer CD. Obwohl sie gesammelt gerade eine knappe Stunde umfassen, möchte man fast meinen sie besäßen mehr Inhalt als manch opulentes Werk der Neuzeit. In erster Linie stehen aber natürlich auch hier Spannung und Unterhaltung im Vordergrund.

Der Hörer begleitet nicht nur den titelgebenden Käpt’n Konny, sondern auch Scotland Yard, die Hamburger Polizei und Polizeihund Rex auf ihrer Verbrecherjagd. Da zeigt sich einerseits die Bandbreite der Ganoven, die es zu stoppen gilt, aber auch die unterschiedlichsten Ermittlungsansätze. Natürlich geht es auf Grund der Kürze der Zeit schneller und rasanter zur Sache, da wird nicht erst stundenlang diskutiert und theoretisiert.

Trotz dessen, dass die Hörspiele bereits vor über 50 Jahren entstanden und manche Methoden möglicherweise antiquiert erscheinen, fiebert der Hörer doch von Anfang bis Ende mit. Denn vorhersehbar sind die Ereignisse in den meisten Fällen nicht, so dass neben der Neugierde auch die eigene Spürnase zum Einsatz kommt, um die Verbrecher möglichst vor der Polizei zu schnappen – was natürlich für sich genommen schon utopisch ist.

Diese aufwendig inszenierten und mit einem großartigen Sprecherensemble besetzten Hörspiele gehören keineswegs zum alten Eisen, sondern in jedes CD-Regal eines passionierten Hörers, ganz gleich welcher Generation. Kaum dass die Stunde vorbei ist, möchte man sogleich von vorne beginnen, denn man wird bei jedem Hören weitere Details entdecken, die einem zuvor verborgen blieben.

Bewertung vom 08.09.2018
Walter muss weg / Frau Huber ermittelt Bd.1
Raab, Thomas

Walter muss weg / Frau Huber ermittelt Bd.1


sehr gut

Nach nunmehr dreiundfünfzig Ehejahren sollte sie nun endlich kommen: die Freiheit. Nur noch Walters Leiche unter die Erde bringen dann hätte Hanni Huber ihre Ruhe. Doch beim Begräbnis der Schock – der Sarg rutscht ab, der Deckel öffnet sich und offenbart den Bestatter selbst anstatt des eigentlich Verblichenen. Und überhaupt, was macht diese fremde, vollkommen aufgelöste, Frau am Grab ihres Walters? Hannelore Huber spürt, dass in Glaubenthal eine Verschwörung im Gange ist, der sie selbst auf die Schliche kommen muss…

Nur noch ein letzter Akt, dann wäre der Schritt ins Witwen-Dasein geschafft und Frau Huber könnte sich aufopfernd und ausgiebig um ihren Garten kümmern. Doch dann kommt alles ganz anders und auch der Leser spürt sofort, dass etwas im Argen liegt, dem selbst nachgegangen werden muss, auf die Polizei ist in dem Fall nicht unbedingt Verlass. Zunächst allerdings bedarf es einer kurzfristigen Eingewöhnungsphase, der Autor, seines Zeichens Österreicher, erwischt nicht nur die dargelegte Situation, sondern auch den Leser eiskalt. Stilistisch auf den ersten Blick anstrengend anmutend, bekommt man mehr und mehr ein Gefühl für die sprachlich treffenden Beschreibungen, knackig platzierten Dialoge und mitunter bitterbösen Bemerkungen.

Spannend und gleichzeitig nebulös, was die Auflösung der Scharade angeht, gestaltet sich ein Schauspiel, in dem vermutlich nicht einmal die Figuren selbst alle Schritte kennen. Auch der Leser, einem Zuschauer gleich, wird mal in die eine, mal in die andere Richtung bugsiert. Bereitwillig lässt man dies geschehen, immer in der Hoffnung endlich einen Hinweis auf die wahrhaftigen Ereignisse zu erhaschen. Doch Thomas Raab ist nicht bereit so einfach für Klarheit zu sorgen, da wartet noch ein ganz besonderes Schmankerl zum Finale.

Mit „Frau Huber ermittelt – Der erste Fall“ betitelt, lässt sich mehr als nur vermuten, dass es ein Wiedersehen mit Hanni und den anderen Bewohnern Glaubenthals geben wird. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht wieder eine falsche Leiche im Sarg liegt, eine solche Aufregung hält das stärkste Dorf nicht zweimal aus.