Das Wesen - Strobel, Arno
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Arno Strobel 

Das Wesen

Psychothriller. Originalausgabe

Broschiertes Buch
 
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Das Wesen

Ein kleines Mädchen stirbt, und der Hauptverdächtige wandert in den Knast - unschuldig? 15 Jahre später: Wieder verschwindet ein Kind, und der Albtraum beginnt von vorn - für die Ermittler und den Täter von damals. Ein verurteilter Psychiater und ein besessener Kommissar - ein erbittertes Psychoduell um Schuld und Rache


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 367 S.
  • Seitenzahl: 368
  • Fischer Taschenbücher Bd.18632
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 125mm x 28mm
  • Gewicht: 320g
  • ISBN-13: 9783596186327
  • ISBN-10: 3596186323
  • Best.Nr.: 29908840
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Arno Strobel kann, was andere Thrillerkoryphäen längst verlernt haben: überraschen. Denn wer nach "Der Trakt" eine weitere nervenzehrende Hatz erwartet hat, wird enttäuscht - und das, obwohl "Das Wesen" keineswegs enttäuschend ist. Nur spielt die Geschichte vom verurteilten Kindsmörder Dr. Lichner, der nach seiner Entlassung wieder in einen Vorfall verwickelt zu sein scheint, auf einer anderen Klaviatur als der Vorgänger. Gerade die Hörbuchversion verwirrt mit ihren Zeitwechseln anfänglich mehr als dass sie fesselt. War der Psychologe Lichner vor 15 Jahren vielleicht wirklich unschuldig, wie er immer beteuert hat? Wieso ist Kommissar Menkhoff so besessen von seinem Hass gegen Lichner? Und welche Rolle spielt Nicole, die erst mit Lichner, dann mit Menkhoff liiert war? Menkhoffs Kollegem Seifert kommen zunehmend Zweifel, die die Spannung langsam aber sicher aufbauen. Und am Ende gibt es dann - ganz Strobel - doch noch einen großen Knall. (kab)
Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und arbeitet heute bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg. Mit dem Schreiben begann er im Alter von fast vierzig Jahren. Arno Strobel lebt mit seiner Familie in der Nähe von Trier.

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Kundenbewertungen zu "Das Wesen" von "Arno Strobel"

26 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.2 von 5 Sterne bei 26 Bewertungen **** sehr gut)
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Bewertung von bookgirl am 29.02.2012 ***** ausgezeichnet
Die Komissare Menkhoff und Seifert erhalten anonym einen telefonischen Hinweis darauf, dass ein Mädchen verschwunden sein soll. Sie landen vor der Tür von Dr. Lichner, den die beiden vor 15 Jahren festgenommen haben und der zu 13 Jahren Haft verurteilt worden ist. Den beiden stellt sich die Frage, ob Dr. Lichner auch mit diesem Fall etwas zu tun hat oder es nur ein Zufall ist, der die Komissare hierher gebracht hat.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es war ähnlich spannend wie der Trakt. Arno Strobel wird immer mehr zu einem meiner Lieblings-Thriller-Autoren. Die Geschichte springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, sodass man nach und nach erfährt, was passiert ist.

Ich habe die ganze Zeit mitgefiebert und fand das Buch ungemein spannend geschrieben. Konnte es zeitweise kaum aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, wie die Geschichte ausgeht. Wer Thrillers gerne liest, dem dürfte dieser gut gefallen.

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Bewertung von Kerry aus Berlin am 26.02.2012 ***** ausgezeichnet
Die Kommissare Bernd Menkhoff und Alexander Seifert sind schon auf dem Heimweg, als sie einen anonymen Anruf bekommen, in dem behauptet wird, dass in einer Wohnung ein kleines Kind entführt wurde. Die beiden beschließen, dem Hinweis nachzugehen und staunen nicht schlecht, als sie als Mieter der Wohnung Dr. Joachim Lichner treffen. Diesen haben sie vor 15 Jahren wegen Mord an einem Kind verhaftet - er saß genau 13 Jahre, 1 Monat und 10 Tage im Gefängnis. Dieser behauptet, kein Kind zu haben und bei der Überprüfung der Wohnung finden die beiden Kommissare auch keinerlei Anzeichen für ein Kind, jedoch merkwürdigerweise in dieser heruntergekommenen Wohnung ein frisch renoviertes Zimmer.

Die Kommissare beschließen, das ganze als üblen Scherz abzutun und wollen sich bereits wieder auf den Heimweg machen, als Bernd Menkhoff, der wie besessen von diesem Mann ist, beschließt zu überprüfen, ob Dr. Lichner nicht doch ein Kind hat. Wider erwartend erhält er die Auskunft, dass ein kleines Mädchen in dieser Wohnung gemeldet ist und als Vater ist Dr. Joachim Lichner eingetragen.

Menkhoff nimmt Dr. Lichner umgehend in Gewahrsam und auch die Aussage einer Nachbarin belastet den Arzt sehr, denn diese behauptet, dass in der Wohnung gemeldete Kind bereits seit einigen Tagen nicht mehr gesehen zu haben. Wiederholen sich jetzt die Ereignisse von vor 15 Jahren? Kommissar Seifert hingegen ist nicht von der Schuld des Arztes überzeugt, denn bereits vor 15 Jahren hatte er erhebliche Zweifel an der Schuld des Arztes. Ein perfides Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem die Wahrheit nicht immer klar ersichtlich ist ...

Was für ein Buch! Die Geschichte wird aus der Sicht von Alexander Seifert erzählt, wobei immer abwechselnd ein Kapitel in der Gegenwart spielt und eines in der Vergangenheit von vor 15 Jahren. Nach und nach kommt man dem Täter in diesem perfiden Psycho-Spiel auf die Spur und doch schafft der Autor es immer wieder, Zweifel zu streuen, wenn man sich schon auf einen Täter festgelegt hatte. Der Plot ist sehr gut ausgearbeitet worden und auch die Schreibweise kann ich nur als fesselnd und dynamisch beschreiben. Bei diesem Buch handelt es sich um das erste Buch, dass ich von dem Autoren gelesen habe, aber mit Garantie war es nicht das letzte!

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Bewertung von TheSilencer aus Berlin am 10.02.2012 ***** schlecht
Sehr selten passiert es mir, daß ich Bücher undiszipliniert nach einigen Seiten abbreche.
"Das Wesen" hat es bis auf 133 Seiten geschafft.

Der schon grenzwertige Schreibstil in "Der Trakt" gipfelte hier in absurden Dialogen und einem Niveau, das nicht über einen Schulaufsatz hinauskommt.
Mein Highlight des Nervenstrapazierens: wer bitte unterhält sich so gekünzelt wie Strobels Figuren und setzt in jeden zweiten Satz eine formvollendete Anrede? "Ja, Frau Meier, nein, Herr Oberkriminalkommissar." Fremdschämen pur.

Auch der Aufbau der Storylines war mir dermaßen selbstverliebt, daß ich nach Lesepausen von einem Tag nicht mehr folgen konnte, ob dieses und jenes Detail nun zu den Ermttlungen von 1994 oder 2009 gehörte.

Das geht besser, das geht satter.

Daß nicht jeder Autor die perfekte Polizeiarbeit beherrscht, ist klar. Aber Strobel reiht einen Ermittlungsfehler an den nächsten. Täter und Kommissare müßten am Ende des Buches gemeinsam einfahren.

Übrigens sollte man sich von dem Gedanken lösen, Strobel sei ein relativ neuer Autor. Auch wenn der Fischer-Verlag sich große Mühe gibt, Strobels Romane als die eines Neulings in einheitlichem Design zu vermarkten, schreibt Strobel schon länger. Und das spricht nicht unbedingt für ihn ...

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Bewertung von maxibiene aus Erfurt am 31.10.2011 ***** sehr gut
Die 4 jährige Juliane Körprich ist Opfer eines psychopathischen Mörders. Ihr Leichnam wurde in einem Müllsack in einem abgelegenen Waldstück von Aachen gefunden. Der Mörder, Dr. Joachim Lichner, ein erfolgreicher Psychiater wird schnell entlarvt. Obwohl er immer wieder seine Unschuld beteuert, wird er anhand der vorliegenden Indizien verurteilt und für 15 Jahre hinter Gittern gebracht.
Kaum ist er aus dem Gefängnis entlassen, führt die Spur nach einem verschwundenen Mädchen erneut zu Lichner. Es soll sogar seine Tochter sein, die vermisst wird. Doch Lichner behauptet, kein Kind zu haben.
Wie schon vor 15 Jahren ermitteln auch dieses Mal die Kommissare Menkhoff und Seifert erneut gegen Lichner, wobei die einstige Lebensgefährtin von Menkhoff und Patientin von Lichner immer mehr ins Visier der Ermittlungen gerät.
Arno Strobel hat seinen Psychothriller „Das Wesen“ auf zwei Handlungsstränge aufgebaut. Der ständige Wechsel der Stränge nach jeweils einem Kapitel hat mich schon etwas irritiert und immer wieder kontrollieren lassen, in welchem Jahr der Handlung ich mich gerade befinde. Das Ganze zieht sich bis knapp über die Hälfte des Buches. Das Lesen fand ich bis zu diesem Zeitpunkt auch recht anstrengend und der richtige Lesegenuss wollte sich nicht einstellen. Erst nachdem der Handlungsstrang, der sich im Jahr 1994 abspielte, beendet war, kam meines Erachtens die Spannung auf. Von da an ließ sich das Buch auch in einem Ritt lesen.
Arno Strobel hat seine Figuren sehr gut dargestellt und sie einzigartig charakterisiert. Das beweist allein die Feststellung, dass ich Kommissar Menkhoff bis zum Ende des Plots nicht „ausstehen“ konnte und dieser mit einem Schlag mehr als sympathisch wirkte.
Der Autor hat seine Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht des Kommissars Seifert, dem jüngeren Partner von Menkhoff, erzählt. Sein Schreibstil ist flüssig und fesselnd. Zudem hat er es verstanden, mich immer wieder auf verschiedene Fährten zu führen um schließlich das Ganze zum Ende hin wieder kippen zu lassen.
Wäre die anfängliche Verwirrung mit den Handlungssträngen nach jedem noch so kleinen Kapitel nicht gewesen, hätte der Thriller von mir volle Punktzahl erhalten. Nach meiner Sicht hätte der 1. Handlungsstrang, der im Jahr 1994 spielte, gut ein separates Buch geben können.
Fazit: Eigentlich ist „Das Wesen“ ein außergewöhnlich guter Plot und Arno Strobel ein Autor der bestimmt bald Sebastian Fitzek das Wasser reichen kann.

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Bewertung von Nijura am 04.10.2011 ***** sehr gut
Schuldig oder doch nicht?

Vor 15 Jahren wurde der Psychiater Dr. Joachim Lichner für den Mord an einem kleinen Mädchen aufgrund Indizien rechtskräftig verurteilt. Ein Schuldeingeständnis hat es aber nie von ihm gegeben. 2009 hat er seine Strafe verbüßt und ist wieder auf freien Fuß.

Aufgrund eines anonymen Hinweises stoßen die beiden Polizisten Menkoff und Seifert wieder auf Dr. Lichner. Er soll seine Tochter entführt haben. Doch der Psychiater bestreitet überhaupt eine Tochter zu haben.
Menkoff war damals versessen darauf, den Psychiater hinter Gittern zu bringen. Nach der Inhaftierung von Lichner hatte der Polizist eine Beziehung mit Nicole, der ehemaligen Lebensgefährtin des Psychiaters..
Genauso versessen wie 1994 setzt Bernd Menkoff alles daran, Lichner wieder hinter Gittern zu bringen. Seifert hatte damals schon Zweifel, ob Menkoff objektiv handelte und misstraut nun seinem Kollegen seitdem.

Etliche Hinweise deuten darauf hin, dass der Psychiater zu Unrecht verurteilt wurde.
Dann wird Menkoffs Tochter entführt und die Lage spitzt sich dramatisch zu...

Genau wie in „Der Trakt“ spielt Arno Strobel mit Sein und Schein. Anfangs war ich total überzeugt, dass der Psychiater unschuldig ist, dann werden Zweifel wach und ich wusste nicht mehr, wem ich trauen kann und wem nicht.
Der Thriller ist psychologisch gut ausgefeilt, ständig werden falsche Fährten gelegt und man tappt so bis zum überraschenden Schluss im Dunkeln.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD

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Bewertung von sabatayn76 am 16.09.2011 ***** gut
'Sie müssen das Wesen erkennen.'

Inhalt:
Im Jahre 1994 wird Juliane Körprich entführt. Die Leiche des Mädchens wird drei Tage später in der Nähe ihres Elternhauses gefunden. Bald gerät der Psychiater Dr. Joachim Lichner unter Verdacht und wird schließlich verhaftet, obwohl er fortwährend seine Unschuld betont.

Dreizehn Jahre später wird Dr. Lichner aus der Haft entlassen, und 2009 erhält die Polizei einen anonymen Anruf, dass wieder ein Mädchen verschwunden ist. Kriminalhauptkommissar Bernd Menkhoff und sein Kollege Alexander Seifert machen sich auf den Weg zur angegebenen Adresse - und dort öffnet ihnen ausgerechnet Dr. Lichner die Tür, der beteuert, dass er keine Tochter habe, die man entführen könne. Menkhoff und Seifert versuchen, Licht in das Dunkel zu bringen - nicht ganz einfach, da Menkhoff emotional nicht ganz unbeteiligt ist.

Mein Eindruck:
'Das Wesen' liest sich flüssig und einfach, ist unterhaltsam und spannend. Durch die Zeitsprünge (1994 - 2007 – 2009) wirkt der Roman lebendig und fesselt, obwohl mir die Cliffhanger oft übertrieben schienen und mir zu viel wurden. Eine authentische Charakterisierung der Protagonisten gelingt dem Autor meiner Meinung nach leider nicht. Seine Figuren sind überzeichnet, stereotyp und wenig komplex. Das Ende ist schließlich so konstruiert und abwegig, dass man irgendwie froh ist, dass es vorbei ist.

Mein Resümee:
Unterhaltsam und kognitiv wenig fordernd - ein Buch zum Entspannen und den Alltag hinter sich lassen.

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Bewertung von Xirxe aus Hannover am 01.09.2011 ***** sehr gut
Psychiater Lichner wurde wegen des Mordes an einem kleinen Mädchen zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Einige Zeit nach seiner Entlassung erhält der damals ermittelnde Beamte Menkhoff einen Anruf, dass erneut ein kleines Mädchen verschwunden ist. Der Fall ist für Menkhoff klar: Lichner wurde rückfällig. Doch bei der Suche nach dem Kind tauchen immer mehr Rätsel und Ungereimtheiten auf. Und für Menkhoffs Partner Seifert mehren sich plötzlich die Zweifel. Selbst der Tod des kleinen Mädchens vor vielen Jahren scheint unerwartete neue Fragen aufzuwerfen. Ging damals wirklich alles mit rechten Dingen zu?
Die Geschichte beginnt mit einem interessanten Kniff: Beide Geschehnisse (der Tod eines kleinen Mädchens vor vielen Jahren und das Verschwinden eines weiteren in der Gegenwart) werden parallel in knappen Kapiteln aus der Sicht Seiferts erzählt, sodass das Heutige immer rechtzeitig durch das Vergangene ergänzt wird. Dies liest sich, wie auch die weitere Geschichte, durchweg spannend, doch immer wieder hapert es am logischen Aufbau. Ein hochgelobter Beamter verrennt sich so in eine Meinung und lässt alles andere außer Acht? Lässt jegliche Professionalität vergessen und seinen Agressionen fast ungehemmt freien Lauf? Ich weiß nicht, ich weiß nicht... Auch das Ende, das durchaus überraschend ist, wirkt streckenweise sehr konstruiert - vielleicht war die überraschende Wendung schlicht und einfach etwas zu groß geraten?
Wie auch immer, spannend war das Buch trotzdem und erhält deshalb vier Sterne - wenn auch nur knapp :-)

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Bewertung von harakiri aus Ostalb am 26.07.2011 ***** ausgezeichnet
Raffinierter Erzähler
Der Autor schafft es, von der ersten Seite an Spannung aufzubauen und bis zum Schluss zu halten. Zuerst ist das Buch etwas schwer zu lesen, durch die zwei Handlungsstränge und die gleichen Personen in beiden Zeiten. Aber das ist auch schon das einzige Negative, das mir zu diesem Buch einfällt.

Selten bin ich in einem Buch so überrascht worden. Der Autor spielt Katz und Maus mit dem Leser, wirft ihm kleine Bröckchen hin, so dass dieser denkt, er weiß nun Bescheid. Doch weit gefehlt, plötzlich dreht die Handlung und der Leser steht wieder genauso im Dunkeln wie vorher.

Klasse gelöst, klasse geschrieben, lebendige Charaktere und flüssige Sprache machen dieses Buch zu einem absoluten Must-Read!

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Bewertung von Nazena aus Göttingen am 09.06.2011 ***** ausgezeichnet
Die beiden Polizisten Seifert und Menkhoff erhalten einen anonymen Anruf, dass ein Kind entführt worden wäre. Bei der Wohnung angekommen, werden sie unangenehm überrascht: der Psychiater Lichner wohnt dort- den die beiden vor 15 Jahren des Kindsmordes überführt haben. Während Seifert insgeheim Zweifel an der Schuld hatte, hat Menkhoff ihn aufs Blut gehasst und alles getan, ihn hinter Gitter zu bringen. Jetzt stehen sich die Parteien weder gegenüber- doch Lichner beteuert, er habe gar kein Kind; zeigt sich aber wieder Mals den Ermittlungen unkooperativ. Während Menkhoff zusehends emotionaler agiert und Lichner unbedingt „drankriegen“ will, häufen sich die Hinweise, dass jemand Lichner eins auswichen will. Doch während der Ermittlungen wird auch der alte Fall wieder aufgewärmt. War Lichner damals wirklich der Täter? Wie war seine Lebensgefährtin in den Fall verwickelt, die bildschöne, aber labile Nicol; in die sich Menkhoff unsterblich verliebt hatte? Erst auf Menkhoffs Drängen hin wiederrief sie ihre Alibi-Aussage und belastete Lichner schwer, weshalb er auch verurteilt wurde. Seifert misstraut seinem Partner immer mehr, Menkhoff kann seine berufliche Distanz nicht mehr waren und Lichner scheint absichtlich zu provozieren. Dann kommt es zu einer persönlichen Katastrophe für Menkhoff, und natürlich kann es für ihn nur einen Schuldigen geben: Lichner.
Zu Beginn dachte ich, hier liegt ein weiterer 08/15- hochintelligenter Bösewicht gegen etwas tumbe Polizisten- Psychothriller vor. Doch der Autor versteht es sehr geschickt, den Leser in die Irre zu führen: wenn so viele Beweise gegen einen Verdächtigen vorliegen, muss er unschuldig sein- oder? Besonders, wenn immer wieder betont wird, Menkhoff wäre für die Verhaftung verantwortlich, in dem er Lichner Beweise unterschob. Menkhoff hat ein echtes Vertrauensproblem, wodurch Seiferts Vertrauen in seinen älteren und erfahreneren Kollegen wiederholt erschüttert wird. Hat er damals wirklich den Falschen in den Knast gebracht?
Das Buch ist interessanterweise auf 2 Ebenen geschrieben: die erste- der Kindsmord vor 15 Jahren, die 2.- die momentane Kindsentführung. Die Ermittlungen werden parallel geschildert, so dass der Leser ein enormes Defizit gegenüber den Polizisten hat- besonders, da aus Seiferts Perspektive geschrieben wird und Menkhoff so seine Geheimnisse hütet. Ab der Hälfte glaubt man, das ganze Gewirr überschaut zu haben und zu wissen, wer der Täter ist- nur um dann erneut gewaltig in die Irre geführt zu werden.
Die Charakterentwicklung ist sehr gut gemacht und durchdacht: jeder handelt glaubhaft mit seinen Schwächen und Fehlern, Tugenden und Eigenschaften. Auch die Polizisten machen Fehler, erstaunen aber auch wieder mit ihren Ermittlungserfolgen. Die psychologischen Erklärungen zu Nicole sind sehr interessant und maßgeblich in den Storyverlauf eingeflochten. „Das Wesen“ war mein erster Strobel, doch bestimmt nicht mein letzter, und ich freue mich auf den nächsten Band.

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Bewertung von Elohym78 aus Horhausen am 02.06.2011 ***** sehr gut
Ein kleines Mädchen wird ermordet und der Schuldig schnell gefasst. 15 Jahre später verschwindet wieder ein Kind und der Verdacht fällt, wie Jahre zuvor, wieder auf Joachim Lichner. Die beiden Kommissare Seifert und Menkhoff ermitteln wieder gegen ihn. Menkhoff voller Überzeugung, Seifert von Zweifeln geplagt. Ein perfides Psychospiel nimmt seinen Lauf. Nichts ist wie es scheint und doch ist des Rätselslösung zum Greifen nah.

Das Cover ist sehr dunkel gehalten. Es zeigt eine Treppe, die im Nichts verschwindet. Ich verbinde es sofort mit den tiefen Abgründen der Seele, die irgendwo in jedem lauert. Das Bicld passt sehr gut zu dem Titel und dem Inhalt des Buches.

Arno Strobel spielt in diesem Werk ein besonders fesselndes Spiel mit seinen Lesern. Die einzellnen Kapitel in diesem Buch springen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart hin und her. Besonders ist, dass man das Ende der Vergangenheit bereits kennt und der Fall quasi rückwärts aufgerollt wird, während in der Gegenwart noch alles offen ist. Durch diese permanenten Sprünge wird eine starke und vorallem kontinuierliche Spannung aufgebaut, die es unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen. Die vier Hauptcharaktere sind sehr gut ausgearbeitet, man kann ihren Handlungen folgen und sie nachvollziehen. Gerade durch die Unterschiedlichkeit des beiden Kommissare gewinnt das Buch an Leben.

Mein Fazit: Eine Reise in die tiefsten Abgründe des menschlichen Charakters. Fesselnd, erschreckend und unbedingt lesenswert!

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