12,00
versandkostenfrei*
Preis in Euro, inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln

  • Broschiertes Buch

5 Kundenbewertungen

"Kutschers historische Krimis sind ein Glücksfall." FAS Rosenmontag 1933: Gereon Rath feiert Karneval in Köln, und der Morgen danach beginnt für ihn mit einem heftigen Kater, der falschen Frau im Bett und einem Anruf aus Berlin: Der Reichstag steht in Flammen! Sofortige Urlaubssperre! Zurück in Berlin wird Rath in die Kommunistenhatz der Politischen Polizei eingespannt und soll eine mysteriöse Mordserie aufklären, der immer mehr Weltkriegsveteranen zum Opfer fallen. Dazu muss er einen Geschäftsfreund des Gangsterbosses Johann Marlow aus den Klauen der SA befreien und sich um die…mehr

Produktbeschreibung
"Kutschers historische Krimis sind ein Glücksfall." FAS
Rosenmontag 1933: Gereon Rath feiert Karneval in Köln, und der Morgen danach beginnt für ihn mit einem heftigen Kater, der falschen Frau im Bett und einem Anruf aus Berlin: Der Reichstag steht in Flammen! Sofortige Urlaubssperre!
Zurück in Berlin wird Rath in die Kommunistenhatz der Politischen Polizei eingespannt und soll eine mysteriöse Mordserie aufklären, der immer mehr Weltkriegsveteranen zum Opfer fallen. Dazu muss er einen Geschäftsfreund des Gangsterbosses Johann Marlow aus den Klauen der SA befreien und sich um die Hochzeitsvorbereitungen mit seiner Dauerverlobten Charlotte "Charlie" Ritter kümmern.
Volker Kutscher zeigt wieder seine außergewöhnlichen Qualitäten: atemlose Spannung, ein komplexer Fall, zwischenmenschliche Komplikationen gepaart mit historischer Genauigkeit und Anschaulichkeit.
  • Produktdetails
  • KiWi Taschenbücher Nr.1473
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Seitenzahl: 602
  • Erscheinungstermin: 10. März 2016
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 126mm x 38mm
  • Gewicht: 446g
  • ISBN-13: 9783462049039
  • ISBN-10: 3462049038
  • Artikelnr.: 44111501
Autorenporträt
Volker Kutscher, geboren 1962, arbeitete nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte zunächst als Tageszeitungsredakteur, bevor er seinen ersten Kriminalroman schrieb. Heute lebt er als freier Autor in Köln. Mit dem Roman »Der nasse Fisch«, dem Auftakt seiner Krimiserie um Kommissar Rath im Berlin der Dreißigerjahre, gelang ihm auf Anhieb ein Bestseller, dem bisher fünf weitere folgten. Die Reihe ist inzwischen in viele Sprachen übersetzt.
Rezensionen
"Wie Kutscher die Atmosphäre im Berlin der versinkenden Weimarer Republik und der obsiegenden Nazis beschreibt, das hat Dichte, Gefühl, Bewegung." Tagesspiegel

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Wie einen alten Bekannten begrüßt Peter Körte den Helden aus den Krimis von Volker Kutscher. So auch diesmal, wenn Kutscher seinen Berliner Kommissar Gereon Rath mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten 1932 konfrontiert. Das Klima der Weimarer Republik vermag der Autor dem Rezensenten wie schon in den Vorgängerromanen mit der Sachkenntnis des Historikers und der dramaturgischen Kompetenz und der stringenten Figurenregie des erfahrenen Erzählers zu vermitteln. Was den Plot betrifft, möchte Körte nicht zu viel verraten, nur, dass Kutscher komplex, aber nicht kompliziert vorgeht, und dass sein Kommissar sicher kein Nazi wird.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 15.12.2014
Im Minenfeld der Politik
Kurzer Dienstweg: Volker Kutschers "Märzgefallene"

Über die Jahre werden manche Romanfiguren einem so vertraut wie entfernte Familienangehörige, und wenn dieser Zustand einmal eingetreten ist, dann spielt es auch keine Rolle mehr, ob diese fiktiven Verwandten nun sonderlich sympathisch sind oder nicht. Hauptsache, sie überraschen einen immer wieder aufs Neue und haben eine gute Geschichte zu erzählen, so dass man sich auf jedes Wiedersehen freut.

Gereon Rath, der junge Kommissar, der 1929 aus Köln zur Berliner Mordkommission kam, ist eine solche Bekanntschaft. Man ist gerne mit ihm nach Masuren gereist, hat ihn einen Mord im Stummfilmstudio aufklären oder einen jüdischen Gangster aus Amerika verfolgen sehen. Wir haben Rath durch dunkle Nächte begleitet, aus denen noch dunklere Geheimnisse rühren, die nicht einmal seine Verlobte kennt, und wir waren und sind erstaunt über seine politische Blindheit, die ihn bislang den Aufstieg der Nazis mit Desinteresse zur Kenntnis nehmen ließ.

Umso gespannter muss man sein, wohin Raths Erfinder Volker Kutscher seinen Helden bei dessen fünftem Auftritt schickt, nachdem er in der "Akte Vaterland" den "Preußenschlag" im Juli 1932 erlebte. Rath darf in dem neuen Roman "Märzgefallene" anfangs noch Karneval in Köln feiern, wo auch schon die Hakenkreuzfahnen flattern, aber noch im Februar 1933 ist seine Weltsicht nicht erschüttert, obwohl immer mehr Kollegen und Freunde längst begriffen haben, dass die Nazis auch in der Polizei keinen Stein auf dem anderen lassen werden.

Der Untergang der Weimarer Republik ist so gut wie besiegelt. Die Nazis haben sich an die Macht gedrängt, die bürgerlichen Politiker und Industriellen haben sie ihnen, mit ihren illusionären Einrahmungsphantasien, überlassen. Kurz vorm Reichstagsbrand, kurz vor Raths Hochzeit mit seiner Verlobten Charlotte "Charly" Ritter, an die man kaum noch geglaubt hat, setzt der Roman ein.

Rath geht einem Fall nach, der tief in die Schützengräben des Ersten Weltkriegs zurückführt. Die von der Kommunistenjagd besessene und dabei von der SA "unterstützte" Berliner Polizeispitze interessiert das nicht, weil es scheinbar nur um eine verrückte Halbwüchsige und um einen ermordeten Obdachlosen am Nollendorfplatz geht. Und weil Rath der Dienstweg wie immer zu umständlich ist, nimmt er eine Abkürzung, die ihn direkt in ein politisches Minenfeld führt. Veteranen aus dem Ersten Weltkrieg tauchen als Leichen auf, ein ehemaliger Offizier, der sich nach einem Intermezzo als Eintänzer nun als stramm nationaler Buchautor versucht, macht dem Kommissar Schwierigkeiten.

Kutscher-Lesern möchte man gar nicht mehr verraten. Für Einsteiger muss man aber dringend hinzufügen, dass Volker Kutscher wieder einen Plot konstruiert hat, der Komplexität nicht mit Kompliziertheit verwechselt. Seine Figurenregie, wenn man das in einem Roman so nennen will, ist umsichtig und stringent. Und dass der Germanist und Historiker Kutscher sich im Berlin von damals so gut auskennt, als sei er dort zu Besuch gewesen, versteht sich mittlerweile fast von selbst. Die Qualität seiner historischen Erfindungen und Konjekturen erkennt man paradoxerweise daran, dass die Nahtstellen zwischen Fiktion und Zeitgeschichte kaum zu erkennen sind.

Und deshalb hofft man natürlich, dass Kutscher bei seiner Ankündigung bleibt, Rath bis zu den Olympischen Spielen 1936 ermitteln zu lassen. Einen Nationalsozialisten werde er aus dem politischen Indifferenten nicht machen, hat Kutscher in einem Interview bereits erklärt. Das könnte er nun auch weder Rath noch uns Lesern zumuten. Denn es wäre, abgesehen von allem anderen, einfach sterbenslangweilig.

PETER KÖRTE

Volker Kutscher: "Märzgefallene". Gereon Raths fünfter Fall. Roman.

Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln 2014. 608 S., geb., 19,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr
»Volker Kutscher erzählt eine spannende, schlüssige Kriminalstory vor dem Hintergrund einer kurzen, äußerst dynamischen und dabei politisch höchst aufgeladenen Zeitspanne.«